Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studie zum Schlauchmagen gibt auch andere Hinweise
Ich habe hier mal eine Studie zum Schlauchmagen (http://www.egms.de/static/de/meetings/dgch2010/10dgch696.shtml) gefunden.
Die Studie wurde mit 140 Menschen durchgeführt. Für mich persönlich sind zwei Zahlen in dieser Studie interessant:
17 % der Teilnehmer litten unter Diabetes, 38,6 % unter Bluthochdruck.
Zwar nahmen Menschen im Alter zwischen 22 und 64 und mit einem BMI zwischen 35,5 und 75,3 daran teil, also mit extrem unterschiedlichen Voraussetzungen. Dennoch finde ich diese Zahlen interessant, denn, wenn man den Medien so glaubt, dann leidet doch fast jeder Übergewichtige unter Diabetes.
MissSilver
03.06.2010, 10:07
Letalität: 2 Fälle :eek::eek:
morbiden Adipositas bei einem BMI (unter anderem) von 35,5 :eek::eek: BMI 44,5 kg/m2 (35,5–75,3 kg/m2
Hummelchen
04.06.2010, 11:06
Zitat: "Die Langzeitergebnisse im Hinblick auf eine anhaltende Gewichtsreduktion und Begleiterkrankungen bleiben abzuwarten."
Ein Umstand den viele Operationswillige gerne ignorieren...
Zitat: "Die Langzeitergebnisse im Hinblick auf eine anhaltende Gewichtsreduktion und Begleiterkrankungen bleiben abzuwarten."
Ein Umstand den viele Operationswillige gerne ignorieren...
Ja, weil es zuerst so rasant funktioniert. Und bei vielen scheint es ja auch auf Dauer zu klappen.
MissSilver
04.06.2010, 13:25
Und bei vielen scheint es ja auch auf Dauer zu klappen.
Kommt darauf an, wie "Dauer" zu definieren ist, oder?
Da hast Du Recht. In der Diätologie (schönes Wort, gell? ;)) zählen 5 Jahre Halten des um mindestens 10 % reduzierten Gewichts zu den "Dauer'"-Erfolgen ... Wie die Operateure eines Schlauchmagens diese definieren, wäre interessant zu wissen. Gibts da wirklich noch keine Erfahrungwerte? Es wird doch schon recht lange in dieser Art operiert.
Unsereins würde "Dauererfolg" natürlich gleichsetzen mit "für immer" - was erst nach dem Ableben messbar wäre ... etwas makaber :-o
MissSilver
04.06.2010, 13:38
Tja, ich hatte eine Abnahme von 25 kg über 20 Jahre gehalten (mit Dauerdiät), und dann mehr als das Doppelte davon wieder zugenommen, war das nun auf Dauer, oder nicht?
Tja, ich hatte eine Abnahme von 25 kg über 20 Jahre gehalten (mit Dauerdiät), und dann mehr als das Doppelte davon wieder zugenommen, war das nun auf Dauer, oder nicht?
:grins: :cool2:
Fisch4Fun
04.06.2010, 16:49
Die Cochrane Library ist ein die evidenzbasierte Medizin unterstützendes Informationsportal für Ärzte, Patienten und Wissenschaftler.
Sie haben Studien zur Adipositaschirurgie untersucht:
http://www.mrw.interscience.wiley.com/cochrane/clsysrev/articles/CD003641/frame.html
Ergebnis:
"Surgery is more effective than conventional management. Certain procedures produce greater weight loss, but data are limited. The evidence on safety is even less clear. Due to limited evidence and poor quality of the trials, caution is required when interpreting comparative safety and effectiveness."
Man weiß so gut wie gar nichts über Langzeitfolgen und Sicherheit.
Das ist allerdings :eek: !
Toastbrot
06.06.2010, 17:51
Hm, mein BMI lag bei 64 und ich hatte keine Diabetes :cool2:
Ich auch nicht, obwohl mein BMI auch jenseits der 50 liegt.
Wann immer ich irgendwo zu einem neuen Arzt muss, muss ich einen Glukosetoleranztest machen, weil man das ja nicht glauben kann. Ich habe mittlerweile eine echte Aversion gegen diese süße Pampe und reagiere nur noch genervt.
Letztens war ich mal ein paar Tage im Krankenhaus und mir wurde Blut abgenommen, ca. 1 Stunde nach dem Frühstück. Ich fragte noch nach, weil mir das komisch vorkam, und bekam zur Antwort, man mache das heutzutage nicht mehr nüchtern. Im Abschlussbericht stand dann drin, ich habe Diabetes, weil mein Blutzucker bei 120 lag. Dass das Blut eine Stunde nach einer Mahlzeit abgenommen worden war, hatte man wohlwollend unterschlagen.
Da ich mir meines Risikos bewusst bin, habe ich ein Blutzuckermessgerät und mache zwei-, dreimal im Jahr eine Woche lang eine "Mess-Session". Aber auch das ist natürlich außerhalb aller Möglichkeiten ... eine Dicke, die das im Blick behält ...
Gerade läuft eine Sendung auf Arte, in der eine Schlauchmagen-OP gezeigt wird.
Dabei fiel es mir wie Schuppen von den Augen, welche ungeheure Absurdität es ist, 5 Teile des Magens wegzuschneiden, um den Patienten zu einem schlanke(re)n Körper zu verhelfen. Um hinterher meist unter Hautüberschüssen zu leiden ... erneute OPs ... ein wahres Schreckenkabinett. Und das gilt als immer normaler. Die so häufig beklagte Kostenlawine im Gesundheitswesen resutiert zu einem Gutteil ja auch daher.
Bitte: Nicht dass ich kein Verständnis für die Verzweiflung hätte, die oft genug dahinter stecken mag! Ganz sicher gibts Indikationen, bei denen diese OP Schlimmeres verhindern kann, und es gibt einfach Gewichtsgrenzen, die das Leben wortwörtlich bis zur Unerträglichkeit erschweren können und die jeglicher konservativer Methode der Veränderung widerstehen. Schwierig wirds mit dem Verständnis allerdings bei einer OP dieser Art schon bei knapp über 100 kg - auch immer häufiger genehmigt, wie ich in einschlägigen Foren las. Adipositaschirurgie inflationär? Ist das die Zunkunft?
Genau wie Raffungen und Straffungen, Körperumbauten entsprechend dem grassierenden Jugendwahn? Muss das, was möglich ist, irgendwann normal werden?
Nachdenklich
Brit
kampfzwerg
11.08.2010, 11:56
Threads zusammengeführt. Hier kann das Thema Schlauchmagen-OP nun weiter erörtert werden.
Toastbrot
11.08.2010, 18:13
Diesen Bericht fand ich sehr interessant. Vielleicht mag ja jemand schauen.
klick (http://videos.arte.tv/de/videos/dick_durch_diaet_-3361090.html)
MissSilver
11.08.2010, 18:30
Das wissen wir (also zumindest ich und noch einige, von denen ich es sicher weiß) schon lange, dass wir uns alle dick diätet haben, und was hat das jetzt bitte mit Adipositaschirurgie zu tun, da Du es in dieses Unterforum stelltest?
Dieser Bericht zeigt auch eine Schlauchmagen-OP, und ich hatte gestern damit schon ein Thema gestartet; das wurde moderatorenseits an einen älteren Thread angehängt, siehe hier:
http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=6604
MissSilver
11.08.2010, 18:42
Danke, dann habe ich nicht genau genug geschaut. Ich schließe dann hier ab.
MissSilver
11.08.2010, 21:14
Korrigiere - habe dieses Thema nun auch in den alten Thread eingebunden.
Heute gab wieder einen Bericht im Ersten zur Schlauchmagen-OP, der Weg zweier Frauen wurde unterschiedlich über ein halbes Jahr verfolgt.
Am Ende lautete die Aussage einer der beiden, die wegen ihrer enormen Hautüberschüsse nachoperiert werden musste: "Es hat sich seit den OPs zwar einiges verändert, aber grundsätzlich für mich eigentlich nichts ..."
No comment.
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