kassandraseyes
21.04.2010, 20:06
Ich war vorgestern beim Arzt wegen einer starken Verspannung in der Rückenmuskulatur. Ich wollte eigentlich nur eine Spritze zur Linderung.
Der Hausarzt bei mir ist ein sogenanntes Gesundheitszentrum und dort herscht, was die Ärzte angeht dauernd fliegender Wechsel, was dazu führte, dass ich nie einen festen Arzt für längere Zeit hatte, der sich besser mit meinen Problemen auseinander setzen konnte. Ich bin essüchtig und das liegt an einer traumatischen Horrorkindheit geprägt aus viel Gewalt und Hass meiner Eltern mir gegenüber. Ich bin froh über jeden Tag, den ich als schön empfinden kann und habe Gott sei dank seit 10 Jahren keine Selbstmordgedanken mehr.
Dieser ganze Hintergrund steht auch in meinen Akten.
Ich bin Vorgestern also wegen dem fliegenden Wechsel an Jemanden geraten der für mich nur einmal die Blutwerte gelesen hatte und mich sonst nicht kannte. Ich erzähle von meiner Verspannung im Rücken und er fängt dann an zwar in meinen Akten zu lesen aber nur über die zahlreichen Versuche mit Diäten, Kurkliniken usw. und meinte darauf hin:" das war ja alles bisher sinnlos, was halten Sie denn von einer Magen-OP?"
Ich war geschockt davon und mein erster Impuls war:" Ich will es erst alleine Versuchen mit dem abnehmen." Dabei bin ich etwas laut geworden. Er:"ist ja gut, ich will Ihnen ja nur helfen." Ich muss zudem sagen, dass ich in der Praxis schon oft darauf angesprochen wurde abzunehmen und dass oft viele kleine Krankheiten gleich meinem Übergewicht zugeordnet wurden, diese Dinge habe ich aber versucht zu ignorieren so gut wie es ging. Die Magen-OP war neben "Sie sollten mal lieber nur ein Schnitzel essen statt Zehn (fremde Dame beim Frisör)", das Härteste was man mir je um die Ohren geworfen hat.
Mein zweiter Impuls war Heute, nachdem ich Gestern und Vorgestern mir die Augen ausgeheult habe, ich verschwinde aus dieser Praxis. Mein Mann hat heute einen bösen Brief von mir an den Chef der Praxis geschickt.
Sehr geehrter Herr Dr.....,
ich habe Ihre Praxis verlassen, weil Herr Dr..... mir eine Magen-OP angeboten hat.
Ich sehe es nicht länger ein, dass für alle Krankheiten mein Übergewicht vorgeschoben wird und dass eine Abnahme als Allheilmittel angesehen wird und dabei vergessen wird, dass ich ein Mensch bin, der auch seine Rechte hat.
Nicht nur dieser Vorschlag hat das Fass zum überlaufen gebracht, auch dass ich in letzter Zeit, wenn ich mit einer Krankheit gekommen bin immer mehr nur „Sie müssen abnehmen!“ zu hören bekam und kaum noch irgend etwas anderes. Es war schon so schlimm, dass ich mir ernsthaft Gedanken gemacht habe, jemals überhaupt noch einmal zu einem Arzt zu gehen.
Die dauernden Ermahnungen abzunehmen, helfen mir nicht! Im Gegenteil, sie machen es noch schlimmer! Ich glorifiziere mein Übergewicht nicht! Ich wäre gerne schlanker. Aber ich lebe jetzt, ich bin JETZT auch mal krank. Oder habe ich dazu die Berechtigung erst, wenn ich schlank bin?
Ich lasse mich nicht gerne als hoffnungslosen Fall abstempeln, dem nur noch eine OP helfen kann. Ich bin kein PROBLEM was man mit einer OP wegwischen kann.
Ich habe Ihnen den Leitfaden „Der dicke Patient“ beigefügt, in der Hoffnung, dass Sie und Ihre Kollegen in Zukunft lernen, richtig und mit mehr Taktgefühl mit einem dicken Patienten umzugehen.
Brief ENDE
Vielen Dank für die Unterlagen hier im Forum. Wenn ich einen neuen Arzt besuche, werde ich IHm oder Ihr gleich diese Blätter unter die Nase halten. Wenn der oder Diejenige sich dann lustig macht oder seltsam schaut, dann weiß ich gleich woran ich bin. Ob der Arzt verständnis hat oder nicht.
Das Ende vom Lied, wegen der tollen Aufregung ist meine Verspannung im Rücken jetzt noch schlimmer.
Der Hausarzt bei mir ist ein sogenanntes Gesundheitszentrum und dort herscht, was die Ärzte angeht dauernd fliegender Wechsel, was dazu führte, dass ich nie einen festen Arzt für längere Zeit hatte, der sich besser mit meinen Problemen auseinander setzen konnte. Ich bin essüchtig und das liegt an einer traumatischen Horrorkindheit geprägt aus viel Gewalt und Hass meiner Eltern mir gegenüber. Ich bin froh über jeden Tag, den ich als schön empfinden kann und habe Gott sei dank seit 10 Jahren keine Selbstmordgedanken mehr.
Dieser ganze Hintergrund steht auch in meinen Akten.
Ich bin Vorgestern also wegen dem fliegenden Wechsel an Jemanden geraten der für mich nur einmal die Blutwerte gelesen hatte und mich sonst nicht kannte. Ich erzähle von meiner Verspannung im Rücken und er fängt dann an zwar in meinen Akten zu lesen aber nur über die zahlreichen Versuche mit Diäten, Kurkliniken usw. und meinte darauf hin:" das war ja alles bisher sinnlos, was halten Sie denn von einer Magen-OP?"
Ich war geschockt davon und mein erster Impuls war:" Ich will es erst alleine Versuchen mit dem abnehmen." Dabei bin ich etwas laut geworden. Er:"ist ja gut, ich will Ihnen ja nur helfen." Ich muss zudem sagen, dass ich in der Praxis schon oft darauf angesprochen wurde abzunehmen und dass oft viele kleine Krankheiten gleich meinem Übergewicht zugeordnet wurden, diese Dinge habe ich aber versucht zu ignorieren so gut wie es ging. Die Magen-OP war neben "Sie sollten mal lieber nur ein Schnitzel essen statt Zehn (fremde Dame beim Frisör)", das Härteste was man mir je um die Ohren geworfen hat.
Mein zweiter Impuls war Heute, nachdem ich Gestern und Vorgestern mir die Augen ausgeheult habe, ich verschwinde aus dieser Praxis. Mein Mann hat heute einen bösen Brief von mir an den Chef der Praxis geschickt.
Sehr geehrter Herr Dr.....,
ich habe Ihre Praxis verlassen, weil Herr Dr..... mir eine Magen-OP angeboten hat.
Ich sehe es nicht länger ein, dass für alle Krankheiten mein Übergewicht vorgeschoben wird und dass eine Abnahme als Allheilmittel angesehen wird und dabei vergessen wird, dass ich ein Mensch bin, der auch seine Rechte hat.
Nicht nur dieser Vorschlag hat das Fass zum überlaufen gebracht, auch dass ich in letzter Zeit, wenn ich mit einer Krankheit gekommen bin immer mehr nur „Sie müssen abnehmen!“ zu hören bekam und kaum noch irgend etwas anderes. Es war schon so schlimm, dass ich mir ernsthaft Gedanken gemacht habe, jemals überhaupt noch einmal zu einem Arzt zu gehen.
Die dauernden Ermahnungen abzunehmen, helfen mir nicht! Im Gegenteil, sie machen es noch schlimmer! Ich glorifiziere mein Übergewicht nicht! Ich wäre gerne schlanker. Aber ich lebe jetzt, ich bin JETZT auch mal krank. Oder habe ich dazu die Berechtigung erst, wenn ich schlank bin?
Ich lasse mich nicht gerne als hoffnungslosen Fall abstempeln, dem nur noch eine OP helfen kann. Ich bin kein PROBLEM was man mit einer OP wegwischen kann.
Ich habe Ihnen den Leitfaden „Der dicke Patient“ beigefügt, in der Hoffnung, dass Sie und Ihre Kollegen in Zukunft lernen, richtig und mit mehr Taktgefühl mit einem dicken Patienten umzugehen.
Brief ENDE
Vielen Dank für die Unterlagen hier im Forum. Wenn ich einen neuen Arzt besuche, werde ich IHm oder Ihr gleich diese Blätter unter die Nase halten. Wenn der oder Diejenige sich dann lustig macht oder seltsam schaut, dann weiß ich gleich woran ich bin. Ob der Arzt verständnis hat oder nicht.
Das Ende vom Lied, wegen der tollen Aufregung ist meine Verspannung im Rücken jetzt noch schlimmer.