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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kein Job, weil zu dick?


Martina
15.10.2009, 22:12
Liebes Forum,

wir planen zurzeit zwei sehr interessante Projekte. Details können wir Euch erst um die Jahreswende herum geben, aber in diesem Zusammenhang suchen wir dringend Leute, die etwas zu folgender Fragestellung beitragen können:


Hat jemand von Euch aufgrund seines Übergewichtes einmal eine Stelle nicht bekommen oder ist nicht verbeamtet worden. Wichtig wäre hier, dass die Person ausdrücklich wegen des Übergewichts abgelehnt wurde. Manchmal kommt es ja vor, dass man die Stelle wegen des Übergewichts nicht bekommt, aber offiziell ein anderer Grund vorgeschoben wird, der weniger diskriminierend klingt. Diese Fälle sind hier nicht gemeint.
Außerdem wäre es wichtig zu wissen, ob und wenn ja mit welchem Erfolg die Betroffenen dagegen vorgegangen sind.

Ihr könnt uns diese Informationen in diesem Thread geben oder auch gerne per PN oder über die Kontaktformulare des Forums oder der Websites. Sie werden auf jeden Fall anonym verarbeitet. Möglicherweise kommen allerdings Rückfragen durch uns und unsere Unterstützer bei diesem Projekt. Das würden wir dann aber ggf. direkt und natürlich vorab mit Euch klären.

Der Aufruf richtet sich ausdrücklich auch an stille Leser, die nicht im Forum registriert sind. Je mehr Antworten wir erhalten, desto besser kommen wir voran.

Vielen Dank und viele Grüße
Martina

Aktivia
16.10.2009, 15:15
Bin wg. Übergewicht nicht als Lehrer beim Bayerischen Staat verbeamtet worden. Bin deshalb im Privatschulwesen tätig.

Den Kontakt zu einem Freund, dem es genauso ging, kann ich herstellen.

Lieben Gruß, C.

Gast
16.10.2009, 15:45
Meine Frau ist vom Bayerischen Staat bei der Einstellungsuntersuchung zur Verbeamtung auf Widerruf ebenfalls darauf hingewiesen worden, dass sie nach der Ausbildung mit ihrem Gewicht keine Chance auf eine "richtige" Verbeamtung hätte... es sei denn, sie würde kräftig abnehmen.
Sie hat sich dann nach vollendetem Referendariat ebenfalls bei einer Privatschule anstellen lassen.

LG
LOF

Chaja
16.10.2009, 16:38
Wie kann es sowas als offizielle Begründung denn geben? Ich dachte, wir hätten ein Antidiskriminierungsgesetz???: eek:

Kanarienvogel
16.10.2009, 19:09
Ich bin ebenfalls wegen Übergewichts in Nordrhein-Westfalen nicht verbeamtet worden, bin aber an einer staatlichen Schule. Ich sollte vielleicht auch an eine Privatschule wechseln, denn an einer staatlichen Schule bekomme ich aufgrund der Nicht-Verbeamtung weniger Geld für die gleiche Arbeit.
Immer wenn ich daran denke, krieg ich nen Wutknoten im Magen.

Gast
16.10.2009, 20:29
Wie kann es sowas als offizielle Begründung denn geben? Ich dachte, wir hätten ein Antidiskriminierungsgesetz???: eek:

Der Staat rechtfertigt sich mit den höheren Kosten die dicke Menschen eventuell der Allgemeinheit kosten könnten. Um ehrlich zu sein, sind davon nicht nur sie betroffen, sondern auch Menschen mit chronischen Krankheiten o.ä.

Die Diskriminierung ist übrigens nicht die Nicht-Verbeamtung, das kann ich ja noch verstehen. Aber man müsste dem angestellten Lehrer dann wenigstens das gleiche Gehalt zahlen! An der Privatschule, an der meine Frau und ich arbeiten, ist das so. Der Arbeitgeber übernimmt die Renten- und die Sozialversicherung, sodass wir nur geringfügig weniger verdienen, als ein beim Staat verbeamteter Lehrer.
Ginge der Staat auch so vor, könnte er sich trotzdem das Risiko sparen, dass er bei einer eventuellen Dienstunfähigkeit bis ans Lebensende eine relativ hohe Versorgung zahlen müsste... aber immerhin würde man für seine Arbeit das gleiche Geld bekommen!!!

LG
LOF

Chaja
16.10.2009, 23:01
Der Staat rechtfertigt sich mit den höheren Kosten die dicke Menschen eventuell der Allgemeinheit kosten könnten. Um ehrlich zu sein, sind davon nicht nur sie betroffen, sondern auch Menschen mit chronischen Krankheiten o.ä.


Das ist völlig absurd. Denn dann dürfte auch kein Raucher mehr verbeamtet werden. Außerdem kann man nicht pauschal sagen, dass jeder Übergewichtige auch häufiger und länger krank ist als Normalgewichtige. Und zu guter Letzt finde ich es unglaublich, dass für den Staat offenbar die eigenen Gesetze (die ja jeder andere Arbeitgeber zumindest zum Schein befolgen muss, d.h. einen anderen Grund für eine nicht-Einstellung finden) nicht gelten.
Aber das ist wohl reichlich OT hier. Deshalb an dieser Stelle Schluss von meiner Seite.

desertrose
17.10.2009, 07:18
Das ist völlig absurd. Denn dann dürfte auch kein Raucher mehr verbeamtet werden. Außerdem kann man nicht pauschal sagen, dass jeder Übergewichtige auch häufiger und länger krank ist als Normalgewichtige.<- Zitat von Chaja

Ich muss Chaja vollkommen recht geben, wie viele Lehrer gibt es die dauerkrank sind weil sie durch starkes rauchen an den COPT's (Chronische Lungenerkrankungen) wie Bronchitis leiden.

Ich finde es sehr anmaßend und diskriminierend, Jemanden nur wegen seines Gewichtes das Beamtendasein zu verweigern, da viele Übergewichtige Menschen trotz ihres Gewichtes nur selten Krank sind... und top Fit!

Martina
17.10.2009, 08:02
Bin wg. Übergewicht nicht als Lehrer beim Bayerischen Staat verbeamtet worden. Bin deshalb im Privatschulwesen tätig.

Den Kontakt zu einem Freund, dem es genauso ging, kann ich herstellen.

Meine Frau ist vom Bayerischen Staat bei der Einstellungsuntersuchung zur Verbeamtung auf Widerruf ebenfalls darauf hingewiesen worden, dass sie nach der Ausbildung mit ihrem Gewicht keine Chance auf eine "richtige" Verbeamtung hätte... es sei denn, sie würde kräftig abnehmen.
Sie hat sich dann nach vollendetem Referendariat ebenfalls bei einer Privatschule anstellen lassen.

Ich bin ebenfalls wegen Übergewichts in Nordrhein-Westfalen nicht verbeamtet worden, bin aber an einer staatlichen Schule. Ich sollte vielleicht auch an eine Privatschule wechseln, denn an einer staatlichen Schule bekomme ich aufgrund der Nicht-Verbeamtung weniger Geld für die gleiche Arbeit.

Ich würde gerne zwischen Euch und jemandem, der sich mit diesem Projekt professionell beschäftigt, einen Kontakt herstellen. Wenn Ihr damit einverstanden wäret, meldet Euch doch bitte mal über das Kontaktformular (http://www.das-dicke-forum.de/forum/sendmessage.php)bei mir.

Vielen Dank!

Martina
17.10.2009, 08:11
Wie kann es sowas als offizielle Begründung denn geben? Ich dachte, wir hätten ein Antidiskriminierungsgesetz???: eek:Das Antidiskriminierungsgesetz deckt die Körperformen nicht ab.
Der Staat rechtfertigt sich mit den höheren Kosten die dicke Menschen eventuell der Allgemeinheit kosten könnten. Um ehrlich zu sein, sind davon nicht nur sie betroffen, sondern auch Menschen mit chronischen Krankheiten o.ä.In diesem Zusammenhang würde mich mal die Frage interessieren, wie es mit Magenoperierten ist, die ich kürzlich auch in einem AC-Forum gelesen habe.

Das ist vielleicht auch ein interessanter Gesichtspunkt für unseren Unterstützer, der hier mitliest.

Ich habe dort gelesen, dass sich, ich glaube, auch eine Lehrerin den Magen operieren lassen will, weil sie sonst nicht verbeamtet wird. Auf die Frage einer anderen Userin, ob die OP denn nicht auch der Verbeamtung im Wege steht, schrieb sie, sie habe das Thema beim Amtsarzt erwähnt und er habe sich nicht ablehnend geäußert.

Ich persönlich sehe es so, dass ich mit einer Magen-OP einen chronisch kranken Zustand herstelle. Die Menschen müssen ihr Leben lang substituieren und die Spätfolgen sind unabsehbar, zeichnen sich jetzt nach ca. 10 Jahren Bypass-Praxis aber langsam bereits ab.

Vom reinen Menschenverstand her betrachtet (im Gegensatz zu einer möglichen juristischen Betrachtungsweise), halte ich es für äußerst fragwürdig, einen dicken Menschen nicht zu verbeamten, einen Magenoperierten und somit Erschlankten aber schon. Ich halte es für eine interessante Frage, wie das juristisch betrachtet aussieht.

alegria
21.10.2009, 11:30
Ich bin auch in NRW als Lehrerin nicht verbeamtet worden wegen Übergewicht (allerdings habe ich auch noch psychische Schwierigkeiten und lange Therapie gemacht... hier meinte die Amtsärztin jedoch, das sei nicht der Grund.. das wiederum handelt jeder Amtsarzt anders, da kenne ich noch andere Geschichten). Ich bin angestellte Lehrerin. Wir bekommen schon das gleiche Grundgehalt wie die verbeamteten Kolleginnen, allerdings bleibt uns sehr viel weniger im Portemonnaie übrige, weil wir höhere Steuern zahlen müssen und auch die Kassenbeiträge sind höher. Im Endeffekt sind es meist 500 Euro weniger im Monat.

Mir hat die Amtsärztin klar gesagt, dass wenn ich bis 35 (Altersgrenze der Verbeamtung, wobei die gerade auf 40 in NRW angehoben wurde) abnehme, ich wiederkommen soll. Das wiederum habe ich nicht geschafft. Momentan muss ich ja abnehmen wegen Kinderwunsch. Daher weiß ich nicht, ob ich es so weit schaffe, dass ich jemals unter die Normalgewichtigen zähle und verbeamtet werden kann. Ich wage es zu bezweifeln... Daneben zähle ich tatsächlich zu denjenigen, die recht hohe Fehltage in der Arbeit haben... allerdings haben diese nichts mit dem Übergewicht zu tun. Ich glaube, es haben auch schon mal Leute dagegen geklagt, ich erinnere mich dunkel an Beiträge aus der Gewerkschaftszeitung (GEW, da vielleicht auch mal nachfragen...). Aber den Mut zu klagen hab ich definitiv nicht.

Zumal es mit der Verbeamtung nicht getan ist. Um wirklich finanziell davon zu profitieren müsste man in eine private Krankenversicherung. Da wären wir dann beim nächsten Problem, weil die Übergewichtige ja auch nicht gerne nehmen. Als Beamtin fällt man bei der gesetzlichen aber in einen höheren Tarif dann (ist glaube ich freiwillig versichert, ich weiß nicht mehr genau) und ein Teil des Mehr-Gelds ist wieder futsch.

Mit Menschenverstand hat die Nicht-Verbeamtung nichts zu tun. Raucher werden ja auch verbeamtet mit mindestens ähnlich hohem Risiko an hohen Ausfallzeiten. Beim Lehrergehalt gibt es so einiges Ungerechtes. Es werden Grundschullehrer ja auch wesentlich schlechter bezahlt als Gymnasiallehrer. Ich hab mich immer schon gefragt warum.

Liebe Grüße, alegria

Kanarienvogel
21.10.2009, 13:01
Beim Lehrergehalt gibt es so einiges Ungerechtes. Es werden Grundschullehrer ja auch wesentlich schlechter bezahlt als Gymnasiallehrer. Ich hab mich immer schon gefragt warum.



Naja, wenn ich sehe, dass ich mir gerade die "Ferien" bei ca. 90 Oberstufen-Korrekturen aber sowas von abschminken kann, wäre ich schon ziemlich ungehalten, wenn ich dafür nicht mehr Geld bekommen würde als Lehrer, die eine derartige Mehrarbeit nicht haben.

Lea
21.10.2009, 14:13
Mal eine "blöde" Frage: Was passiert, wenn jemand erst nach der Verbeamtung dick wird? Oder extra dafür (kurzfristig) abnimmt, und dank Jojo später noch mehr zunimmt? Dann bleibt er/sie verbeamtet, oder wie? :confused:

alegria
21.10.2009, 14:53
@Kanarienvogel: ich lade dich herzlich ein, mal ne Woche Grundschulalltag mitzukriegen. Die Grundschullehrer haben ähnlich viel Schreibkram und daneben um einiges mehr an Unterrichtsvorbereitung. Wir können keinen Unterricht für alle machen, bißchen Frontalunterricht und dann nett nach Buch oder Arbeitsblatt... das läuft bei uns nicht. Dann versteht niemand mehr etwas, weil unsere Schülerschaft individuell gefördert werden muss (das müsste sie eigentlich am Gymnasium auch, tut da aber selten jemand). Individuell kann heißen: für 30 Kinder 30 verschiedene Wochenpläne erstellen, 30 verschiedene Hausaufgaben erstellen, für jede Unterrichtsstunde Arbeitsblätter in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bereitstellen. Und das jede Woche! Dazu kommen Förderpläne auch für jedes Kind und eine sehr intensive Elternarbeit, die teilweise sozialpädaogische Ausmaße annimmt. Offener Unterricht ist bedeutend mehr Arbeit als Frontalunterricht. Es ist nicht mehr so wie vor 20 Jahren. Und das ist auch gut so!

Ich finds ziemlich daneben, was du schreibst. Ich selbst bin Sonderschullehrerin, kriege also auch mehr Geld als Grundschullehrer, sehe aber, was die tagtäglich leisten (und ich selbst auch, da ich in der Integration arbeite und gleichzeitig eine "normale" Grundschulklasse habe)).
Gleiche Arbeit sollte gleich bezahlt werden. Und die Gymnasiallehrer leisten definitiv nicht mehr! Und haben eine um Welten leichtere Schülerschaft.

Wir sollten uns als Lehrer nicht noch gegenseitig in die Pfanne hauen. Ich sehe, was die Gymnasiallehrer leisten und das ist mit Sicherheit viel. Aber ich sehe auch was die Grundschullehrer leisten und das ist mit Sicherheit nicht weniger!
alegria

alegria
21.10.2009, 14:57
@Lea: was nach deiner Verbeamtung (bzw. Probezeit) passiert, ist denen egal. Da kannst du theoretisch dauerkrank werden und wirst dauerbezahlt. Du darfst natürlich kein Verbrechen begehen und entsprechendes Disziplinarverfahren kriegen. Ansonsten bist du Beamter auf Lebenszeit und das kann dir so leicht nicht mehr abgenommen werden.
alegria

Kanarienvogel
21.10.2009, 20:37
@Alegria:
OK, ich gebe zu, ich habe etwas im Affekt geschrieben, da ich gerade angeblich Ferien habe ("ach, hast du schon wieder Ferien? Ihr Lehrer habts gut!":rolleyes:) und trotzdem Stapel um Stapel von schwierigen Klausuren um mich herum liegen und ich in einer kurzen Kaffeepause auf den Beitrag geantwortet habe.
Ich habe das Statement also etwas aus Frust, aber auch aus meinen Erfahrungswerten (und ja, ich habe durchaus schon Grundschulunterricht mitbekommen und auch Grundschullehrerinnen in meinem Bekanntenkreis) heraus geschrieben, und du verallgemeinerst ja auch ziemlich mit deinen Statements über Gymnasiallehrer. (ich finde es zB interessant, dass du Gymnasiallehrern fehlende Differenzierung unterstellst, welche Erfahrungen hast du da gemacht?)

Aber das hier geht doch ziemlich über das ursprüngliche Thema hinaus, tut mir Leid, Martina. Also ab jetzt nur noch on-topic oder PN. :)

Gast
21.10.2009, 23:06
Es werden Grundschullehrer ja auch wesentlich schlechter bezahlt als Gymnasiallehrer. Ich hab mich immer schon gefragt warum.


Weil ein Gymnasiallehrer, der seine Arbeit Ernst nimmt, deutlich mehr arbeitet als ein Grundschullehrer!

Von dem, was Alegria hier schreibt, habe ich bei meinen beiden Kindern noch nichts mitbekommen. Von wegen differenzierte Wochenpläne für jedes Kind der Klasse... von wegen verschiedene Arbeitsblätter. Statt dessen Grundschullehrerinnen, die zu faul sind, Übungsaufsätze zu korrigieren und auch nur wenige "Aufsatzproben" schreiben. Und wenn, dann korrigiert man pro Schüler höchstens eine Seite DIN A4.
Ich dagegen korrigiere pro Jahr für 3 Deutschklassen insgesamt 12 Schulaufgaben... dabei schreibt jeder Schüler ca. 2-3 DIN A4-Seiten... dazu kommen ca. 18 Klassensätze Übungsaufsätze.
Man könnte bei den Unterrichtsinhalten weitermachen... man muss sich als Gymnasiallehrer für die höheren Klassenstufen aufgrund des komplizierteren Stoffs wesentlich zeitaufwendiger vorbereiten... ich sehe den Unterschied ja selbst, wenn ich z.B. 5. und 11. Klasse miteinander vergleiche.
Ich könnte noch einige Dinge aufzählen... und höre auch schon die empörten Aufschreie, aber dass ein Grundschullehrer genauso viel arbeiten muss wie ein Gymnasiallehrer lasse ich mir bestimmt nicht einreden.

LG
LOF

Maggy46
22.10.2009, 02:58
Liebe Martina,

es ist zwar schon viele Jahre her, aber ich bin nach meiner Ausbildung in der Firma
auch nicht übernommen worden mit folgenden Worten des Personalchefs:

Er würde keine dicken Leute einstellen, weil wer nachlässig mit seinem Körper umgeht, der arbeitet auch auf Dauer nachlässig.
Hat mich so verletzt, das ich ihm ne halbe Stunde später meine Kündigung auf den Tisch gelegt habe.
Hatte eh einen neuen Job.

Übrigens war der selber nicht schlank, stank tagtäglich nach Knoblauch und ist einige Zeit später entlassen worden.

liebe Grüße
Maggy

alegria
24.10.2009, 08:52
Es gibt solche und solche... am Gymnasium und an der Grundschule.
Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, meine hab ich ja klargemacht. Ich lasse das mal so stehen, es ist off topic.
alegria

Martina
01.11.2009, 12:56
Ich würde gerne zwischen Euch und jemandem, der sich mit diesem Projekt professionell beschäftigt, einen Kontakt herstellen. Wenn Ihr damit einverstanden wäret, meldet Euch doch bitte mal über das Kontaktformular (http://www.das-dicke-forum.de/forum/sendmessage.php) bei mir.Das Obige würde ich gerne noch einmal in Erinnerung bringen. Ich beantworte auch alle offenen Fragen, die Ihr dazu habt, gerne detailliert per eMail.

Vielen Dank
Martina

sunny73
01.11.2009, 14:41
Ich hab auch so meine Erfahrungen damit gemacht, sogar mit Mobbing in der Hinsicht. Aber nichts, was sich belegen ließe...leider.
Der direkteste Spruch war mal "Mir liegt Ihr Erscheinungsbild nicht" Zitat alter Sack mit Glatze, Altersflecken und Schmerbauch...
Alles andere war durch die Blume oder über Dritte. Und ich schätze mal, dass das schon zu subjektiv und nicht verwertbar ist für das Projekt.
Ich drück die Daumen, dass da was brauchbares zusammen kommt.

Sophie
01.11.2009, 14:53
Das ist bei so Diskriminierungsgeschichten - egal ob gegenüber Dicken, Frauen oder Ausländern - immer das Problem. Man kann einfach nichts beweisen. So blöd, einem den wahren Ablehnungsgrund schriftlich zu geben, ist ja keiner. Dann ist man halt zu jung/zu alt, unter-/überqualifiziert, war zu wenig/zu oft im Ausland, hat zu selten/zu häufig die Stelle gewechselt, und im Zweifelsfall stimmt irgendwas mit der "Teamfähigkeit" nicht.
Ich hab mal einen Job nicht bekommen, weil ich nicht "gedient" habe. Pft.

Lunix
19.01.2010, 11:39
wir planen zurzeit zwei sehr interessante Projekte. Details können wir Euch erst um die Jahreswende herum geben (...)

Gibt es dazu Neuigkeiten?

ChubbyPrincess
12.03.2010, 21:54
Ich hatte damals in der Berufsschule eine spaßige Auseinandersetzung mit der tollen Frau vom Arbeitsamt - angebliche Berufsberaterin.
Davon abgesehen, dass sie nicht begeistert vom dem Berufswunsch Erzieherin war und meinte, ich sei besser in einem wirtschaftlichen Beruf aufgehoben (Klar, mit einer dicken 5 auf dem Zeugnis in jedem Fach wo Mathe vorkommt), spielte sie auf mein Gewicht an.

Erst noch im Rahmen, aber dann wurde sie wirklich extrem persönlich. Sie bat mir an das ich von der AOK einen "Abnehmkurs" (in dem Sinne) mitmache. Ich habe dankend abgelehnt, betont das ich sehr wohl Sport treibe.
Ich dachte mir die ganze Zeit: "Ruhig bleiben, nicht ausfallend werden...", aber irgendwann wurde es echt schlimm. Es ging gar nicht mehr um den Beruf, sondern nur um mein Übergewicht. Das meine Chancen schlechter seien, et cetera.

Meine Reaktion war lediglich:
"Sie sind ebenfalls nicht schlank und erzählen sie mir nicht, Erzieherin sei kein Beruf mit Zukunft. Sie arbeiten natürlich in einem Job der Zukunft hat, alles klar. Berufsberaterin ist ja ein so toller Beruf, mit so vielen Perspektiven. Für Sie natürlich geeignet, bei so wenig Kompetenz."

Daraufhin habe ich das Gespräch abgebrochen.

silentsound
13.03.2010, 02:55
grins - das hat dann wohl gesessen :applaus:

Sophie
13.03.2010, 11:00
Diese "Berufsberater" haben manchmal auch keine Ahnung wovon sie reden.
In meiner Abi-Klasse war auch mal so ein Typ vom Arbeitsamt zwecks Berufseignungs-Ermittlung. Da gab es so Fragebögen und Psychotests und was weiß ich noch. Ich hatte aus Versehen nur mit meinem Nachnamen unterschrieben, und nach der Auswertung hieß es "Der Herr XX ist ja der geborene Ingenieur!" Als ich mich dann als Mädchen geoutet hatte, kam der Eiertanz "Äh, vielleicht Lehrerin oder so..."
Ich habe mich schon damals schwarz geärgert. Dann fing ich ein Studium an, wie es sich meine Eltern wünschten - kein Ingenieurfach - und bin kläglich gescheitert, fast hätte es mich das Leben gekostet. Magersucht, Depressionen, Psychiatrie.
Dann bin ich an einen guten Berater vom Arbeitsamt geraten, der hat mir Mut gemacht, meinen Berufswunsch zu leben, er hat mir ein Praktikum vermittelt, und ich habe Maschinenbau studiert. Bis heute bereue ich das nicht.

Wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören. Wenn du meinst, als Erzieherin glücklich zu werden, tu es! Vielleicht kannst du in einem Praktikum noch überprüfen, ob es wirklich das Wahre ist, oder ob du vielleicht falsche Vorstellungen über diesen Beruf hast. Aber wenn du uneingeschränkt "JA" sagen kannst, dann sch*** auf die Meinung von Außenstehenden. Du hast nur ein Leben, und wozu soll man sich für fremde Leute unglücklich machen?

ChubbyPrincess
13.03.2010, 11:24
Wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören. Wenn du meinst, als Erzieherin glücklich zu werden, tu es! Vielleicht kannst du in einem Praktikum noch überprüfen, ob es wirklich das Wahre ist, oder ob du vielleicht falsche Vorstellungen über diesen Beruf hast. Aber wenn du uneingeschränkt "JA" sagen kannst, dann sch*** auf die Meinung von Außenstehenden. Du hast nur ein Leben, und wozu soll man sich für fremde Leute unglücklich machen?

Ich mache momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten. Also nur Kindergarten - keine Schule, nichts.

Damals durfte ich auch eine Art Eignungstest machen, von wegen passender Beruf. Entweder habe ich mich selbst belogen oder dieses Programm hat einen gehörigen Fehler. Mathematikerin, ich konnte mich vor lachen nicht mehr halten. xD
Ich höre sowieso durchgehend auf mein Bauchgefühl, zwar habe ich vor 2 Jahren nicht mal daran gedacht im sozialen Bereich zu arbeiten aber ich denke, dass ich meinen Weg langsam finde. Hat ja auch lang genug gedauert :-D

BUFFY
17.03.2010, 18:02
ist es nicht möglich, etwas gegen die Vorurteile
der Arbeitgeber zu tun?


Verkauf: Sie sind zu dick - was sollen die Kunden denken
Regale einräumen: Sie können sich nicht gut bewegen und
sind den anderen im Weg, es ist so eng hier
Produktionstätigkeit: Sie ermüden sicher sehr leicht
Putzen: bei dem Gewicht wollen wir Sie hier nicht haben.

babelfish
17.03.2010, 21:08
ist es nicht möglich, etwas gegen die Vorurteile
der Arbeitgeber zu tun?


Verkauf: Sie sind zu dick - was sollen die Kunden denken
Regale einräumen: Sie können sich nicht gut bewegen und
sind den anderen im Weg, es ist so eng hier
Produktionstätigkeit: Sie ermüden sicher sehr leicht
Putzen: bei dem Gewicht wollen wir Sie hier nicht haben.

Also ich will ja nichts sagen, aber die meisten Putzfrauen, die ich kenne sind Mitte 50 und übergewichtig.

Und von diesen Vorurteilen habe ich bisher nichts gehört.

Wenn das jemand mir gegenüber äußern würde, dann würde ich ihm sagen, dass mich mein Gewicht bisher nicht am arbeiten gehindert hat und in Zukunft auch nicht wird.

BUFFY
20.03.2010, 10:04
Ich versuche, Leute in Arbeit zu bringen.
Habe deshalb hier gefragt, was man gegen die Vorurteile
der Arbeitgeber tun kann.
Das Gewicht wurde oft in Vorstellungsgesprächen indirekt
angesprochen, weshalb man für die Stelle nicht in Frage komme.
Deshalb habe ich hier nach Lösungen gefragt.
WAS KANN MAN TUN?

Sophie
20.03.2010, 13:08
Es gibt ja noch sowas wie eine Probezeit. Wenn der/diejenige wirklich nicht der Aufgabe gewachsen ist aufgrund der Körpermasse, dann geht es eben nicht. Ich würde immer sagen: Probieren geht über studieren...

BUFFY
20.03.2010, 13:37
Arbeitgeber denken aber nicht so. Sie geben von vornherein keine Chance.

Martina
20.03.2010, 13:52
Ich kann diese Erfahrungen nur bedingt teilen.

Ich bin ziemlich sicher, dass ich manche Jobs nicht bekommen habe, weil ich dick (und alt) bin, aber letztlich habe ich immer einen Job gefunden. Allerdings geht's bei mir auch nicht um körperliche Arbeit. Und gesagt hat es mir nie jemand, dass das der Grund ist. Ich glaube allerdings daran, dass es im Sinne eines entspannten Arbeitsklimas besser ist, wenn es den Arbeitgeber wirklich nicht stört.

Was kann man tun? - Ich spreche das Thema in Vorstellungsgesprächen offensiv an und bin bisher gut damit gefahren. Manchmal kam es mir sogar so vor, als wären meine Gesprächspartner richtiggehend dankbar dafür. Ich erzähle kurz meine Geschichte, mache klar, dass ich damit zurechtkomme(n muss) und dass es keinen Einfluss auf meine Performance hat. Häufig erzähle ich auch von meiner Selbsthilfearbeit hier im Forum. Das ermöglicht es dem potenziellen Arbeitgeber offen Fragen zu meinem Gesundheitszustand und zu den Einschränkungen, die eine Schilddrüsenerkrankung mit sich bringt, zu stellen, die ich dann auch wahrheitsgemäß beantworte. Nebenbei punkte ich mit Selbstbewusstsein. Ich habe schon erlebt, dass sich mein Gesprächspartner daraufhin haarklein Stoffwechselzusammenhänge hat erklären lassen, und zwar aus ehrlichem Interesse.

Sophie
20.03.2010, 13:55
Arbeitgeber denken aber nicht so. Sie geben von vornherein keine Chance.
Nicht alle. Ehrlich gesagt, kenne ich keinen, der aus der Figur ein Thema macht...

sunny73
20.03.2010, 14:35
Was kann man tun? - Ich spreche das Thema in Vorstellungsgesprächen offensiv an und bin bisher gut damit gefahren. Manchmal kam es mir sogar so vor, als wären meine Gesprächspartner richtiggehend dankbar dafür.

Daran habe ich auch schon gedacht, zumal ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, das Arbeitgeber Probleme damit haben, mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Darf ich Dich mal fragen, _wie_ Du das ansprichst? Also ungefähr? Find ich etwas schwierig.

Martina
20.03.2010, 14:48
Hmmm, das kann man so pauschal nicht beantworten. Irgendwie flechte ich das halt ein.

Einmal hat mir ein potenzieller Arbeitgeber von seiner ungeheuren Toleranz vorgeschwärmt. Damit hatte er mir praktisch eine Steilvorlage gegeben.

Bei meinem vorletzten Arbeitsplatzwechsel letzten Sommer hier in Stuttgart habe ich zuerst nur mit denen telefoniert. Die waren so begeistert davon, dass sich jemand mit meiner Qualifikation bei denen beworben hat, dass ich es direkt am Telefon angesprochen habe. Das hat sie aber keineswegs geschockt, im Gegenteil, sie haben sich dann sogar von sich aus darüber Gedanken gemacht, dass ich einen vernünftigen Stuhl brauche. Zwar war der Job aus meiner Sicht letztlich ein Fehlgriff, aber das Gewicht hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt.

elefäntchen
20.03.2010, 19:26
Liebes Forum,

wir planen zurzeit zwei sehr interessante Projekte. Details können wir Euch erst um die Jahreswende herum geben.....
Martina


Hallo,

kann man schon was erfahren? :)

Martina
20.03.2010, 19:27
Ich muss zugeben, dass ich infolge meines neuerlichen Jobwechsels das Projekt ein bisschen aus den Augen verloren habe. Aber ich werde mich schlau machen, wie es darum steht.

elefäntchen
20.03.2010, 20:33
okay. kein problem.

sunny73
21.03.2010, 10:58
Hmmm, das kann man so pauschal nicht beantworten. Irgendwie flechte ich das halt ein.

Einmal hat mir ein potenzieller Arbeitgeber von seiner ungeheuren Toleranz vorgeschwärmt. Damit hatte er mir praktisch eine Steilvorlage gegeben.

Bei meinem vorletzten Arbeitsplatzwechsel letzten Sommer hier in Stuttgart habe ich zuerst nur mit denen telefoniert. Die waren so begeistert davon, dass sich jemand mit meiner Qualifikation bei denen beworben hat, dass ich es direkt am Telefon angesprochen habe. Das hat sie aber keineswegs geschockt, im Gegenteil, sie haben sich dann sogar von sich aus darüber Gedanken gemacht, dass ich einen vernünftigen Stuhl brauche. Zwar war der Job aus meiner Sicht letztlich ein Fehlgriff, aber das Gewicht hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt.

Ja ich weiß, dass ich schwierig, deshalb frag ich ja so doof nach Beispielen.:)
Also hast Du da am Telefon einfach gesagt: '"wie sieht das aus, stören Sie sich daran, wenn ein Mitarbeiter stark übergewichtig ist" oder "ach übrigens, ich bin sehr dick, ist das ein Problem für Sie?", um mal zu verbildlichen, was ich ungefähr meine. Ich hab immer Angst, da direkt zu forsch/agressiv zu erscheinen, wenn ich darauf von mir aus anspreche.

Boewi
21.03.2010, 11:12
Also hast Du da am Telefon einfach gesagt: '"wie sieht das aus, stören Sie sich daran, wenn ein Mitarbeiter stark übergewichtig ist" oder "ach übrigens, ich bin sehr dick, ist das ein Problem für Sie?"
Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass diese Fragen wirklich positiv wirken können. Damit drängt man sein Gegenüber sofort in die Defensive und das in einer Phase, in der man noch keine Gelegenheit hatte, sich ansonsten vorzustellen. Mit dieser Fragerei reduziert man sich in meinen Augen außerdem selber auf sein Gewicht.

Auf dem Bewerbungsfoto erkennt man in der Regel schon, ob jemand übergewichtig ist. Ein Arbeitgeber, der damit generelle Probleme hätte, findet dann schon einen Grund, warum dieser Bewerber gar nicht erst eingeladen wird.

Wenn man diese erste Hürde genommen hat, es also zu einem Bewerbungsgespräch kommt und man sich gegenüber sitzt, ist immer noch Zeit, über das Gewicht zu sprechen, wenn es notwendig sein sollte. Manche Arbeitgeber sind in Zeiten von AGG recht erleichtert, wenn man das Problem selber anspricht und ihre Bedenken zerstreuen kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wenn es sich im Rahmen eines Telefoninterviews einfach ergibt, wie im Stuttgarter Beispiel von Martina, würde ich es vielleicht auch schon vorher abklären.

sunny73
21.03.2010, 11:35
Das sollte jetzt nur ein Beispiel sein, weil Martina vom Telefonat sprach.
Ich selber würde das wohl auch nicht am Telefon ansprechen, denke ich.
Mir ging es mehr um das Inhaltliche, weil ich genau das befürchte, dass es zu offensiv rüberkommen könnte.
Hach ich weiß grad auch nicht recht, wie ich das ausdrücken soll.

Boewi
21.03.2010, 11:57
Was ich eigentlich sagen wollte war, dass mir die Frage in der Tat ein wenig drastisch vorkommt. Vielleicht nicht unbedingt zu offensiv, aber es fallen mir nur wenige Situationen ein, in denen ich die Frage überhaupt passend fände. Ein erstes Telefonat in einem Bewerbungsverfahren halte ich eher nicht für einen zu dieser Frage passenden Rahmen...

Ich würde - wenn überhaupt - die Sprache lieber im direkten Gespräch darauf bringen, wenn der potentielle Arbeitgeber allzu besorgt gucken würde. Erfahrungsgemäß ist aber das persönliche Auftreten viel wichtiger als die Frage, wieviel Kilo die Waage anzeigt...

Martina
21.03.2010, 13:10
Das war so: Wenn ich es richtig verstanden habe, hatten sich um die 50 Leute auf die Stelle beworben. Meine Bewerbung stach aber wohl extrem heraus. In dem Telefonat, in dem wir ein Vorstellungsgespräch vereinbarten und auch bereits über die finanzielle Modalitäten sprachen, wurde meine Bewerbung und meine Vorgeschichte in den Himmel gelobt. Irgendwie hatte ich die Befürchtung, es könne zu einer größeren Enttäuschung kommen. Deshalb sagte ich, ich habe aber ein Handicap. Ich wurde gefragt, welches das sei. Ich antwortete: "Ich bin stark übergewichtig." Darauf kam: "Ach so. Das macht nichts."

Beim Vorstellungsgespräch war das infolgedessen dann kein Thema mehr, bis auf die Sache mit dem Stuhl.

sunny73
22.03.2010, 12:58
Danke für die hilfreiche Erläuterung, Martina.