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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rohmilch ... ein Paradoxon


Martina
02.09.2005, 16:07
Wir leben also nun auf dem Land. Nachdem ich mir mühsam Milchkannen besorgt hatte, kamen wir mit dem Milchholen rein organisatorisch nicht in die Puschen. Da traf ich zufällig eine Bäurin, deren Hof an meinem Arbeitsweg liegt und die ihre Milch für 80 Cent den Liter ausliefert. Probeweise habe ich mal eine Flasche alle zwei Tage bestellt.

Ich bin sehr vorsichtig daran gegangen. Früher habe ich Rohmilch zwar vertragen, aber es ist locker 20 Jahre her, dass ich regelmäßig auf einem Bauernhof war. Einige von Euch hatten mich ja gewarnt und mir geraten, die Milch abzukochen. Was soll ich sagen?

Ich trinke täglich ein Glas. Diese Milch schmeckt. Und ich vertrage diese Milch besser als Tütenmilch. Insbesondere meine Verdauung hat sich sehr zum Positiven verändert. Durchfälle habe ich zwar nicht mehr so regelmäßig, seit ich genügend Schilddrüsenhormone einnehme, aber durch die Milch ist das noch besser geworden.

Martina

Darcy
02.09.2005, 16:23
Wundert mich jetzt eigentlich nicht wirklich, Martina.

Mit der Rohmilch haste eben ein frisches Naturprodukt - das, was es im Tetrapack zu kaufen gibt, hat mit dem Original nicht mehr wirklich viel zu tun.

Was mich interessieren würde - weißt Du (oder könntest Du erfragen) wie die Ernährung der Kühe aussieht (Einsatz von Zusatzstoffen/ Kraftfutter/ Mineralgemische - speziell Jod)?

Darcy

Martina
02.09.2005, 17:58
Hallo Darcy,

das kann ich gerne machen. Jetzt im Sommer sind die Kühe die ganze Zeit auf der Weide. Ich sehe sie jeden Morgen und Nachmittag auf dem Weg zur und von der Arbeit. Eine hat jetzt gerade ein fast weißes Kälbchen bekommen. Das ist so süüüüüüß. Gestern standen die zwei auf der Weide. Das Kälbchen stubste die Mama an und reckte sein Köpfchen zu ihr hoch. Und die Mama hat es dann ganz liebevoll abgeleckt. Ich könnte mich dort stundenlang aufhalten.

Heute habe ich mich mit der Bäuerin unterhalten. Sie behält die Tiere alle, bis sie erwachsen sind. Die Kälbchen bleiben drei Wochen bei der Mutter. Dann kommen sie auf eine eigene kleine Weide. Heute lagen dort zwei Kälbchen in einer wunderschönen Blumenwiese. Die männliche Tiere werden, wenn sie erwachsen sind, für die Fleischproduktion verkauft. Die Mädchen behält sie, gibt aber dafür dann die älteren Kühe in der jeweiligen Menge, wie Mädchen nachkommen, ab.

Wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich sie nach der Fütterung fragen. Bei mir ist das Jodproblem ja nicht mehr so akut, da meine Schilddrüse ohnehin schon fast komplett weg ist.

Martina

Rita
02.09.2005, 19:05
Whow!

Ich halt mich ja für eine hoffnungslose Großstadtpflanze, aber so wie du das beschreibst, könnt ich direkt Lust aufs Landleben kriegen :)

Rascha
02.09.2005, 19:14
Freue dich, Martina, daß du die Milch verträgst und daß du sie so problemlos bekommst.

Ich habe früher 6 Jahre neben einem Bauernhof gelebt und auch immer von dort die Milch bekommen (damals allerdings für 80 Pf statt 80 ct). Sie schmeckte wunderbar, und man konnte den Rahm noch so richtig abschöpfen. Ein paarmal habe ich aus dem Rahm selbst Butter gemacht, und die schmeckte einfach himmlisch auf selbstgebackenem Brot ...

Martina
02.09.2005, 21:36
Ich habe zum Thema Milch in den letzten Tagen mal gegoogelt. Auch hier scheint es Glaubensrichtungen zu geben. Es sind meist vegetarisch, vegan oder vollwertig orientierte Seiten, die die Milch verteufeln. Bei einer Einlassung bin ich der Meinung, dass da aber jemand der Marketingbranche gut auf die Finger geguckt hat: *Fremdzitat entfernt*
Quelle: http://www.milch-den-kuehen.de/fat.htmlIch finde das total widersprüchlich. Wenn Milch 3,5 % Fett enthält, kann sie nicht zu 49 % aus Fett bestehen. Und selbst wenn 2 %ige Milch, die es ja gar nicht zu kaufen gibt (sind doch immer 1,5 % oder 3,5 %), ihre Kalorien zu 30 % aus dem darin enthaltenen Fett bezieht ... ja und??? Ich meine, das ist bei anderen Lebensmitteln auch so. Da muss man halt schauen, dass man sie in Maßen konsumiert. Ein Glas Milch (0,3 l) plus zwei Zwiebäcke machen mich einen ganzen Morgen satt. Wenn ich ein Brot mit Butter oder Wurst essen würde, hätte ich wahrscheinlich mehr Kalorien zu mir genommen.

Oder finde nur ich die obige Analyse etwas skurril? Kann ja sein. Mathematik ist nicht meine Stärke.

Martina

Rascha
02.09.2005, 21:47
Back dir 'n Ei auf die Mathematik; die ist völlig konfus und schwerstens manipuliert. Milch mit 2 % Fettgehalt ist, wie du schon schreibst, gar nicht im Handel.

Genieße sie einfach, die gute Rohmilch, wenn du sie verträgst. Sie hat übrigens mehr Fett als die handelsübliche Vollmilch - es sind i. d. R. 3,8 bis über 4 %. Das ist einer der Gründe, warum sie viel besser schmeckt.

Johnny B. Goode
03.09.2005, 01:24
Die große Frage: Wenn in der Milch 49% Fett sind, was machen die dann mit den fast 90% Wasser, aus dem die Milch besteht? Gibt es das in einer Extraflasche dazu? Sonst wäre Milch eine Fett-in-Wasser Emulsion, zu der es bei der Fettmenge eines ordentlich wirkenden Emulgators bedarf. Anders wär´nämlich schlecht, jedes Glas Milch wäre fast bis zur Hälfte mit reinem Kuhfett gefüllt, das man erst umständlich abschöpfen müßte. Habe ich noch nicht gesehen, und ich bin schließlich Bauernhofkind und kann sogar Kühe sowohl von Hand als auch mit der Melkmaschine melken.

Außerdem wird u.a. der Fettgehalt der Milch von der Molkerei kontrolliert und man bekommt die Ergebnisse schriftlich. Von Fettgehalten, die sich auch nur annähernd im zweistelligen Bereich bewegen ist mir bis heute nichts bekannt.

Darcy
03.09.2005, 06:57
Wenn in der Milch 49% Fett sind, was machen die dann mit den fast 90% Wasser, aus dem die Milch besteht? Nein, nein, Ihr macht da einen Rechenfehler.
Der Mengenanteil des Fettes an der Milch beträgt 3,5% (oder eben bei fettarmer Milch 1,8) - aber dadurch, dass Milch zu einem sehr großen Teil aus Wasser (was ja völlig kalorienfrei ist) besteht, erhöht sich der Kalorienanteil des Fettes auf 49%. Da wird also Äpfel mit Birnen verglichen.

Darcy

Rascha
03.09.2005, 10:07
Selbst wenn man nur die Trockenmasse zugrundelegt (und davon war nirgends die Rede), kommt man nicht auf die Prozentzahlen, die genannt wurden.

Das ist eine Manipulation, weiter nichts.

simsalabine
05.09.2005, 07:33
Die Trockenmasse spielt in dem Fall keine Rolle. Es geht bei den fast 50 %, wie Darcy schon gesagt hat, um den Anteil aus Fettkalorien bei der Milch

Das drösele ich jetzt einfach mal in Zahlen auf:

100 ml Milch 3,5 % Fett haben 69 kcal und 3,5 gr Fett.
1 gr Fett = 9 kcal, macht also 31,5 kcal der 69 Gesamtkalorien kommen aus dem Fett. Der Rest kommt vom Eiweiß und den Kohlehydrathen.
Und 31,5 kcal von 69 entsprechen ca 46 %.

Die Zahlen sind somit nicht verkehrt, aber halt so gerechnet, daß es nach böser Kalorienfalle aussieht.

Aber: Davon nur nicht verrückt machen lassen! Wie Martina schon festgestellt hat, würde sie mit einem "normalen" Frühstück min. das gleiche an Kalorien zu sich nehmen.

Viele Grüße,
simsalbine

Johnny B. Goode
05.09.2005, 14:08
Wie man es auch dreht und wendet, die Aussage: [...] Ein Glas Milch besteht zu 49% aus Fett[...] ist erwiesenermaßen falsch. Wenn ich schon ein Pamphlet gegen den Verzehr von Milch schreibe, dann sollte es auch sachlich richtig sein. Von zwei Gläsern Milch am Tag wird man nicht dick.

Zudem ist das größere Problem bei der Milch nicht der Kaloriengehalt, sondern das immer weniger Menschen sie vertragen. (Lactoseintoleranz, Allergie)

Rascha
05.09.2005, 14:53
Ich schließe mich Roland an. Dort stand eben nicht, daß 49 % der Kalorien in der Milch aus dem Fett stammen, sondern daß Milch zu 49 % aus Fett besteht. Das ist absoluter Quatsch.

Martina
05.09.2005, 17:14
Das sehe ich genauso und vor diesem Hintergrund gibt es noch einen gravierenden Widerspruch in dem Text, inbesondere wenn damit gemeint sein soll, dass das Fett 49 % Prozent der Kalorien der Milch liefert: *Fremdzitat entfernt* Wat denn nu? Ich finde es erstaunlich, dass eine Seite, die "Fehlinformationen" durch die Industrie anprangert, sich exakt derselben "Verkaufs"methoden bedient.

Kirstin
16.09.2005, 15:25
*Fremdzitat entfernt*

Fangen wir mal klein an:

Vollmilch enthält 3,5% Fett und hat 65 kcal pro 100 ml.
Damit kommen 9X3,5=31,5 Kcal der 65 kcal aus Fett. Das sind 31,5:65=48,5%.

Fettarme Milch enthält 1,5% Fett und hat 50 kcal pro 100 ml.
Damit kommen 9+1,5=13,5 Kcal der 50kcal aus Fett. Das sind 13,5:50=27%.

Hüttenkäse enthält üblicherweise 3,7% Fett und hat etwa 100 kcal pro 100g.
Damit kommen 9x3.7=33,3 Kcal der 100 kcal aus Fett, was in der Tat sogar etwa einem Drittel = 33,3% Fettkalorien entspricht.

Mein Lieblingsbeispiel sind 99ml Wasser und 1ml (=1.1 g) Öl. Dieses "Glas Wasser" hat 10 kcal, die zu 100% aus Fett kommen.

Fest steht: Hier werden Äpfel, Birnen und Pflaumen miteinander verglichen, ein wenig rumgerechnet und schließlich der Verbraucher endlos verwirrt und sogar bewusst belogen. Das Ganze ist ideologisch begründet und somit kein Wunder.

Das einzige, was mich an Rohmilch schrecken würde, ist die Gefahr der Keime, die sich in dieser Milch befinden. Eigentlich sollte man sie direkt aus dem Euter genießen, dann ist sie am Besten. Weshalb Kinder ja am Besten auch aus der Brust trinken sollten, wobei die Brustpflege beim Stillen ja bekanntermaßen am wichtigsten ist...

Kirstin

P.S.: Weil ich gerade dabei bin, hier mal eine fingierte "Bild"-Schlagzeile und der mathematische Hintergrund:

"9 von 10 Haiopfern sind männlich. Bevorzugen Haie Männer?"

Antwort: Nein. 19 von 20 "WeitinsMeer"-Schwimmern sind Männer, nur 5% aller Menschen, die an gefährdeten Stränden zu weit raus schwimmen, sind weiblich (1/20). Damit werden statistisch betrachtet sogar doppelt so viele Frauen wie Männer von Haien angegriffen. Aber eigentlich gibt es (Gott sei Dank) viel zu wenige Hai-Opfer, um da eine aussagekräftige Statistik draus zu machen. Fazit: Haie fressen lieber Frauen und Frauen sind einfach vorsichtiger als Männer. Jedenfalls beim Schwimmen im Meer.

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"Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast"
Sagt man Churchill nach, stammt aber in Wirklichkeit von den Nazis, die dies Churchill angehängt haben.

Rita
16.09.2005, 15:40
Mein Lieblingsbeispiel sind 99ml Wasser und 1ml (=1.1 g) Öl. Dieses "Glas Wasser" hat 10 kcal, die zu 100% aus Fett kommen.

:applaus:

*pruuuust*

Vorsicht Fettfalle Wasser!

Danke Kirstin, du hast mir den Tag versüßt.

Martina
07.10.2005, 21:26
Was mich interessieren würde - weißt Du (oder könntest Du erfragen) wie die Ernährung der Kühe aussieht (Einsatz von Zusatzstoffen/ Kraftfutter/ Mineralgemische - speziell Jod)? Inzwischen habe ich mit der Bäurin gesprochen.

Im Sommer stehen die Kühe auf der Weide.

:offtopic:Wusstet Ihr eigentlich, dass Kühe lauthals protestieren, wenn die Weide abgegrast ist? Gestern habe ich mit der Bäuerin gesprochen und währenddessen schrien ein paar Kühe auf einer etwas entfernter liegenden Weide so laut rum, dass wir uns kaum unterhalten konnten. Ich fragte sie, was denn da los sei. Sie sagte, das sei Protest, die Weide sei abgegrast und sie wollten nun auf eine andere Weide. Das waren allerdings nicht ihre Kühe.

Also, im Sommer stehen die Kühe auf der Weide. Im Winter bekommen sie nur das, was der Bauernhof den Sommer über hergegeben hat (Heu etc.). Sie sagt, sie kann sich das Kraftfutter nicht leisten.

Nur die Hühner bekommen Muschelkalk ins Futter. Es kann sein bzw. ist sehr wahrscheinlich, dass sie damit auch Jod aufnehmen. Sie hat auch Puter. Wow, das sind schöne Tiere! Denen gibt sie, wenn sie sie bekommt, zum Umgewöhnen Kraftfutter, aber wenn der eine Sack aufgebraucht ist, müssen sie sich von dem ernähren, was sie auf dem Hof finden. Wie die Gänse und die Hühner laufen sie frei herum und überqueren gelegentlich auch im Gänsemarsch den Weg, auf dem ich fahre. Dann ist Warten angesagt. Sie sagt, es gäbe Leute, die behaupten, die Puter würden ohne Kraftfutter gar nicht gedeihen können, aber das sei Quatsch. Sie würden nur langsamer wachsen. Aber, fügte sie lachend hinzu, sie warte halt, bis sie fertig seien.

Sie sagte noch, dass es ihr sehr wichtig sei, dass die Tiere sich ganz natürlich ernähren. Zwar kommen die Kälbchen nach drei Wochen auf eine Extraweide, aber sie bekommen dann noch 6 Wochen richtige Milch. Sie halte nichts von diesen Ersatzprodukten.

Martina

Rascha
07.10.2005, 23:11
Deine Bäuerin hört sich nach einem wahren Glücksgriff an. Könnt ihr dort eigentlich auch Eier kaufen?

caro0106
15.10.2005, 12:13
Kommt spät aber kommt.


Diese Rechnung, die Kirstin aufgestellt hat, kommt mir sehr bekannt vor. Und zwar kenn ich die aus meinen Low-Fett Zeiten.
Da heisst es nämlich folgendes:

Zitat:
Entscheidend ist der Brennwert (die Kalorien), die bei einem Gericht aus Fett stammen. Nahrung (und damit auch die Kalorien eines Nahrungsmittels) setzt sich zusammen aus Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett und Wasser. Da Wasser keine Kalorien hat, fällt es bei der Kalorienbetrachtung nicht weiter ins Gewicht. Anders die drei anderen Grundbaustoffe:

Ein Gramm Kohlenhydrate hat 4 Kalorien, ein Gramm Eiweiß ebenso. Ein Gramm Fett bringt dagegen 9 Kalorien mit sich. Mehr als doppelt so viel Kohlenhydrate oder Eiweiß. Entscheidend ist nun, dass der Anteil der Kalorien aus Fett unter 30% liegt.

Und das rechnet man so:
Gramm Fett x 9kcal x 100
= % kcal aus Fett
Gesamtkalorien.



Zitat ende!



Soll heißen: wenn man eine Milch mit 3,5% Fett hat, rechnet sich das so:
3,5x9x100:65=45,65...

Soll heißen, das die Milch 45,65% ihrer Kalorien aus dem Fett bezieht. Somit ist sie für eine Low Fett Ernährung nicht zu gebrauchen.


Oh himmel, ich habe diesen ganzen Rechenkram hinter mir und ich will das niiiiiiiiiieeeeeeeee wieder tun!!!

Ich denke aber, das sich das mit den 49% Fett in einem Glas Milch so erklärt, halt eben aber falsch erklärt wurde. Hoffe das war jetzt verständlich.http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/redface.gif

Liebe Grüsse
Caro

Martina
15.10.2005, 14:01
Könnt ihr dort eigentlich auch Eier kaufen?Danach müsste ich mal fragen.

Auf jeden Fall kann man eingemachte Wurst kaufen, wobei der Kochmett lecker ist, aber nur was für Ausnahmen, weil viiiiiiieeeellll zu fett. Die Blutwurst hat mich nicht so vom Hocker gehauen. War mir zu fest. Und die Leberwurst habe ich noch nicht probiert. Außerdem verkauft sie Blumen. Man kann sich Sonnenblumen selber schneiden, aber sie stellt auch immer tolle gebundene Sträuße hin aus Gartenblumen (Astern, Chrysanthemen, Sonnenblumen), Stroh, Mais usw.. Die kosten 4 Euro pro Strauß. Manchmal hat sie dort auch einen kleinen Korb mit Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Möhren etc. stehen, die man dann stückweise mitnehmen kann. Und im Moment natürlich Kürbisse. Die Kasse steht auf einem Baumstumpf und das geht auf Vertrauensbasis.

Rascha
15.10.2005, 14:04
Die Kasse steht auf einem Baumstumpf und das geht auf Vertrauensbasis.

Wie schön, daß es so was noch gibt und daß es offenbar klappt!

Martina
13.05.2006, 18:57
Wir mussten diese Woche einen Liter Milch zukaufen, weil ich sie zum Kochen brauchte und der 1/2 Liter, den wir für jeden Tag haben, dafür nicht ausreichte.

Ich hatte aber einen kleinen Rest. Den habe ich eben getrunken. Es war frische Vollmilch aus dem Supermarkt. Ich sag' Euch was: Das Zeug schmeckt widerlich. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob mich der Geschmack an eines der degeneriertesten Lebensmittel überhaupt, nämlich H-Milch, oder an fiese Kondensmilch erinnerte. Sie hatte von beidem was.

Ich glaube, wenn ich mal wieder in die Stadt ziehen sollte, würde ich eher gar keine Milch mehr trinken, als wieder die aus der Packung zu nehmen. Ihr glaubt gar nicht, wie gut mir dieses Glas kuhfrische Milch tut, das ich jeden Abend vor dem Schlafengehen trinke (so hat es sich eingependelt inzwischen, weil ich sie morgens leider nicht trinken sollte; Calcium verhindert die Aufnahme der Schilddrüsenhormone). Sie regelt meine Verdauung. Sie beschert mir einen wunderbaren Schlaf. Und sie schmeckt einfach nur genial.

EdeWolf
14.05.2006, 20:28
Also zum verarbeiten oder zu Müsli etc. reicht mir Milch mit 1,5% Fett oder weniger,

(in Österreich, was hier ganz um die Ecke ist, gibt es nicht nur die 3,5 und 1,5 sondern auch noch diverse andere Stufen)

aber zum pur trinken ist natürlich Rohmilch das leckereste.

ICH WILL AUCH ROHMILCH HABEN!

Martina
08.06.2006, 22:33
Ich habe heute mal Fotos von "unseren" Kühen gemacht:

http://www.das-dicke-forum.de/forumfoto/kuh1.jpg

http://www.das-dicke-forum.de/forumfoto/kuh2.jpg

stübbken
09.06.2006, 03:10
....die passen wenigstens für meinen altmodischen Geschmack in die Landschaft!


stübbken*


*für die schwarzbuntes Vieh in bergigen Gegenden immer noch genauso in den Augen wehtut wie rotbuntes bei uns am Niederrhein!

eau_de_vie
09.06.2006, 03:16
stübbken*
*für die schwarzbuntes Vieh in bergigen Gegenden immer noch genauso in den Augen wehtut wie rotbuntes bei uns am Niederrhein!

Rotbunt? Meinst du die lila Kühe? *ratlosamkopfkratz*:confused:

Darcy
09.06.2006, 07:36
Rotbunt sind die Kühe auf Martinas Fotos :grins:

Smutje
09.06.2006, 15:11
Hi Martina,
wie kommt denn Deine Bäuerin eigentlich um diese Jahreszeit an Kürbisse, meine waren immer Ende September bis mitte Oktober reif :eek:

Pandora
09.06.2006, 16:02
;) :-D Smutje, das Posting mit den Kürbissen ist vom Oktober 2005.

Smutje
09.06.2006, 22:19
Ok .:-o habe nicht gut genug geschaut

Martina
02.12.2006, 15:14
Wo wir heute gerade mal unterwegs und am Fotografieren waren, haben wir mal wieder "unsere Kühe" geknipst, diesmal sogar mit einem Kälbchen:

http://www.das-dicke-forum.de/forumfoto/kuh.jpg

http://www.das-dicke-forum.de/forumfoto/kalb.jpg

Ach ja, und dann habe ich doch erzählt, dass die Bäuerin im Spätsommer diese schönen Bauernsträuße verkauft. Das sieht dann so aus (dieses "kitschige" Foto hat übrigens mein Mann gemacht ... *nebenbeibemerk*):

http://www.das-dicke-forum.de/forumfoto/blumen.jpg

Doris
02.12.2006, 18:41
Mann, was fürn Kitsch! :-D:baeh2:

Aber im Ernst, ich find das echt schön, so urig irgendwie :)

klein und fein
03.12.2006, 07:44
Also ich finde das alles ganz toll, auch die Bilder und so. Das Thema hier war doch mal was mit der Milch :(, und da kann ich sagen, daß ich mit der Tütenmilch seit Jahren mächtig Probleme habe. Die kommt bei mir schwuppsdiewupps aus dem After raus. Nicht sehr fein, was?:eek:
Da ich nicht auf dem Land wohne, komme ich nicht sofort an frische Kuhmilch heran. Na ja, es gibt noch andere Dinge, die man so trinken kann. Oder ist Milch so lebenswichtig, daß ich sie immer im Kühlschrank haben muß, um nicht gleich morgen sterben zu müssen?:krank:

LG Manfred

Martina
03.12.2006, 07:51
Hallo Manfred,

nein, das ist sie nicht, aber ich trinke nun mal gerne Milch und freue mich, dass ich sie hier direkt vom Bauern bekomme. Ich bin übrigens in Solingen aufgewachsen und dort habe ich mal eine Zeitlang im Rüdenstein gearbeitet. Sagt Dir vielleicht was. Da war auch ein Bauer direkt nebenan. Ich habe mir dort immer Milch in der Milchkanne geholt und sie dann am Lenker meines Fahrrads nach Hause transportiert. Und als ich klein war, bekam man auch beim Lebensmittelhändler die Milch in die Milchkanne gefüllt.

Und das Ursprungsthema war, dass ich diese Milch komischerweise (?) besser vertrage als die Supermarktmilch, die ich im Übrigen inzwischen auch gar nicht mehr mag. Ich finde, sie schmeckt wie Kondensmilch.

Da ich kein Fleisch esse, bin ich auch froh, dass ich mit dem Glas Milch, das ich am Tag trinke, einen Eiweißlieferanten habe.

Martina :)

klein und fein
03.12.2006, 10:03
Hallo Martina,

Rüdenstein sagt mir jetzt nichts, ich kenne mich in Solingen auch nicht an allen Ecken aus. Ein Bekannter von mir wohnt auf einem ehemaligen Bauernhof in der Nähe der Hasenmühle, das gehört schon zu Leichlingen. Gemütlich, aber bis auf ein paar Kühe ist dort kaum noch Landwirtschaft. Schade!

Ich habe mal ein paar Jahre lang lactovegatarisch gelebt, selbst in dieser Zeit reagierte mein Darm auf Milch allergisch.

LG Manfred

Smutje
03.12.2006, 10:49
Mir, die vom KOpf her ovolactisch vegetarische Kost essen möchte ist das Problem bekannt. Ich habe auf Milch Käse Quark etc. mit Durchfall und Überlkeit reagiert, nun esse ich kaum noch Brot , Nudeln und gar keine Kartoffeln mehr und mir geht es besser. Bitte nehmt es so hin da meine Grunderkrankungen momentan eine solche Esserei notwendig machen.

Gruß Mechtild

Martina
03.12.2006, 11:48
Hallo Mechtild,

ich bin grundsätzlich der Meinung, dass jeder Mensch für sich selbst ausprobieren muss, was ihm gut tut. Uwe und ich haben das auch getan und wir haben das Gefühl, jetzt den FÜR UNS richtigen Dreh gefunden zu haben, wobei es da immer noch einen kleinen Unterschied zwischen ihm und mir gibt, d.h. selbst zusammen versuchen wir, es individuell zu lösen. Deshalb würde mir nie einfallen, Dir dagegen zu reden.

Wenn wir dagegen reden, so tun wir dies, wenn einer daher kommt und sagt, Ihr müsst das und das machen, und wenn Ihr das nicht macht, dann WOLLT Ihr Euch nicht helfen lassen.

Verstehst Du, dieses "Ich habe die einzige Lösung"-Gelaber darauf können wir nicht. Die für einen selbst richtige und gut tuende (ist das Deutsch?) Ernährung zu finden, ist ein Trial & Error-Spiel, das mitunter sehr viel Geduld erfordert. Ich habe letztlich 20 Jahre dafür gebraucht und für die Feinabstimmung die letzten drei Jahre. Und ich kann mich nicht davon freisprechen, eines Tages auch diesen Weg, den ich heute gehe, wieder aufzugeben, denn auch die Lebensumstände ändern sich und mit sinkendem Gewicht letztlich auch Körper und Stoffwechsel, d.h. Anpassungen werden immer wieder nötig sein.

Das Grundproblem ist doch, dass viele dicke Menschen meinen, sie müssten schlank werden. Das ist das, was im Vordergrund steht. Konnten wir ja erst kürzlich hier lesen. Ich halte das für nebensächlich. Wer es schafft, ohne sich dauerhaft zu schaden, dem gönne ich das neidlos. Aber eigentlich sollte doch im Vordergrund stehen, dass es einem gut geht. 20 oder 30 verlorene Kilos haben daran schon einen großen Anteil. Deshalb sehe ich nicht Schlankheit als Ziel, sondern Gesundheit. Schlankheit mit Gesundheit gleichzusetzen, wäre fatal. Ich sehe es gerade wieder in meinem Bekanntenkreis. Eine Grundvoraussetzung für Gesundheit ist seelisches Wohlbefinden. Und genau das wollen wir hier vermitteln.

@ Manfred

In der Nähe der Haasenmühle ist es sehr idyllisch. Der Rüdenstein liegt wupperaufwärts in etwas auf halbem Weg zwischen der Wipperaue und Schloss Burg. Dort ist einer der Grafen winters bei der Jagd mit seinem Pferd abgestürzt. Sein Rüde ist nach Burg gelaufen und hat dort im Wirtshaus Alarm geschlagen, weshalb der Graf vor dem Erfrieren gerettet werden konnte. Zum Dank hat er dem Rüden dort ein Denkmal gesetzt.

Smutje
03.12.2006, 13:29
Hallo Martina,
ich habe diesen Satz hineingeschrieben weil in meinem Haushalt sehr viele verschiedene Ernährungsstiele herrschen und es manchmal einfach nur ein Caos ist. Für mich ist es sehr schwer das Brot zu reduzieren und die Eiweißaufnahme zu erhöhen. Mein Mann muß sich mit vollwertigem fast vegetarischen Essen ernähren und die beiden "Kleinen" essen relativ konventionell aber völlig unterschiedlich wobei ich manchmal einfach nur genervt bin.

Es ist gut das jeder seine Meinung haben kann aber gerade im Umbruch ist es schwer die eigene zu vertreten.

Mechtild

klein und fein
03.12.2006, 13:46
Hallo Martina und Mechtild,

so langsam aber sicher kommen wir gemeinsam auf den Nenner, daß jeder den für sich persönlich optimalen Ernährungsstil herausfinden sollte. Schade wäre es (ab und wann unvermeidbar), wenn man dafür fremde Hilfe in Anspruch nehmen muß, z.B. Ernährungsberatung. Ich weiß nicht... ***gggrrr*** ob die Ernährungsberater/innen auf dem "freien Markt" oder in einer Reha tätig sind, die sind weitgehend darauf geschult, was die gesponserte Medizin- und Nahrungsmittel-Lobby ihnen eintrichtert (so ne "Tusse" hatte ich mal).

LG Manfred

Smutje
03.12.2006, 16:59
Hallo Manfred
Ich war auch mal zur Ernährungsberatung und nach 2 Terminen meinte sie ich würde eigentlich alles richtig machen . Sie kann mir nicht die Lust auf das Süße was mein großes Problem ist nehmen . Es ist narürlich schwer wenn man für 4 oder 5 Leute Kocht alles auf einen Nenner zu bringen aber ich habe meine Kinder immer so essen lassen wie sie wollten. Unser Jüngster hat nach seiner Sallmonellenkrankheit mit Roggensauerteig Vollkornbrot angefangen zu essen. Von nicht zu stark denaturierter Nahrung kann der Körper instinktiv das richtige aussuchen

Tschau Mechtild

klein und fein
03.12.2006, 18:15
Von nicht zu stark denaturierter Nahrung kann der Körper instinktiv das richtige aussuchen.Man könnte hier diskutieren, ab welchem Grad Manipulation die Nahrung denaturiert ist. Ich weiß es nicht. Genau genommen wäre es vorteilhaft, wenn man eigenes Land hat, auf dem man seine persönliche Nahrung selbst anbaut.

LG Manfred

Smutje
03.12.2006, 20:00
Ganz ehrlich, ein bischen Obst und Gemüse was nicht in Arbeit ausartet ok. Für den REst bin ich zu faul

klein und fein
04.12.2006, 07:40
Na ja, die Kartoffeln kannst Du dir auch beim Aldi ausgraben:-D

Smutje
05.12.2006, 13:30
Tja das ist mein Problem , ich mag keine Kartoffeln . ich habe sie nie gemocht , und so ab und an esse ich sie gezwungenermaßen oder so stark verändert das nichts mehr an Kartoffeln erinnert

klein und fein
05.12.2006, 15:20
Ist doch überhaupt kein Problem. Bald essen wir alle nur noch Gen-Food. Das schmeckt dann alles wie Einheits-Pampe.:eek::eek::eek:

LG Manfred

Smutje
06.12.2006, 21:06
Ne das Zeug will ich nicht und sobald bei uns die Finazielle Anspannung überwunden ist kann ich auch wieder besser einkaufen:applaus: nämlich genfoodfrei

Kein Genmais im Münsterland!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!

klein und fein
07.12.2006, 08:37
Ich versteh nicht, warum in den Medien öfters mal davon geredet wird, daß wir uns heute angeblich gesünder ernähren würden als früher. Ist schon komisch, vor 1 - 2 Generationen gab es hier z.B. kein McDOOF und schon mal keine Gen-Pampe.

stübbken
07.12.2006, 16:39
Das hängt damit zusammen, dass früher öfter schon verdorbenes Zeug gegessen wurde, als die Leute noch keine Kühlschränke u.ä. hatten. Oder Schimmel wurde einfach abgeschnitten....

stübbken