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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Plötzlich ganz nah


Lunix
03.10.2009, 10:31
Ab und zu lese ich noch online Zeitungen aus meiner Heimatstadt. Ich habe gerade gesehen, dass vor ein paar Tagen ein Stolperstein (http://www.stolpersteine.com/) vor dem Nachbarhaus meines Elternhauses verlegt wurde.

Jetzt bin ich total fassungslos: Da ist ein Mensch von den Nazis ermordet worden, der nur durch eine Wand von meinen Vorfahren getrennt gelebt hat - und ich habe erst jetzt rein zufällig davon erfahren, kein Wort von meiner Familie, keines von irgendwelchen Nachbarn - nie.

In meiner Familie gibt es eine sozialdemokratische Tradition. Einzelne Mitglieder haben durchaus Ärger mit den Nazis bekommen. Und dann das: jahrelanges Verschweigen, dass nebenan jemand verhaftet und ermordet wurde. Hat nie jemand aus der Nachbarschaft versucht, dem Opfer zu helfen? Was ist mit den Besitzern des Nachbarhauses, deren Familie zu dieser Zeit auch schon dort gewohnt haben und die damals zwar noch jung, aber eigentlich schon erwachsen gewesen sein müssten, übrigens eine ganz fromme christliche Familie... Ich glaub, mir wird gleich schlecht. Dieser Tag jedenfalls ist für mich schon gelaufen.

Wenn ich rechtzeitig von der Verlegung gewusst hätte, wäre ich bestimmt hingefahren. Schade.

kampfzwerg
03.10.2009, 12:44
Ich finde die Idee die stille aber nicht vorwurfsvolle Anklage, die von den Steinen ausgeht, sehr gut. Bin aber, genau wie Lunix, immer wieder irritiert, wo ich überall auf welche stoße. Schade, dass so viele Menschen sie schlichtweg übersehen. Es ist eine stete Erinnerung an das, was war und nicht wieder kommen darf, dabei wird gezeigt, was mitten in unserer Gesellschaft passiert ist, weil es eine Verortung bietet. Umso schlimmer finde ich es, dass es Personen gibt, die es ablehnen, wenn direkt vor ihrem Haus ein Stein gelegt werden soll. Durch die Medien geistern z.B. Geschichten über einen Internetcafébetreiber, dessen Laden Treffpunkt einer eher rechten Szene ist und der immer versucht, den Stolperstein zu überdecken. Andererseits freue ich mich über aufmerksame Bürger, wie die Frau in Berlin, die die Polizei rief, da neben ihrem Haus ein Stolperstein verschwunden war. Es stellte sich dann heraus, dass dieser offiziell umgelegt worden war, weil das Haus doch nicht der letzte bekannte Wohnsitz der Personen war, denen der Stein galt.
Als in meinem Heimatort zu Steinpatenschaften aufgerufen wurde, haben meine Eltern eine übernommen. Eine Weile später gab es eine Führung durch die Stadt auf jüdischen Spuren, quasi von Stolperstein zu Stolperstein. Gestartet wurde am neueren der beiden kleinen jüdischen Friedhöfe - der in der Nazizeit glücklicherweise unbeschädigt blieb, obwohl er nur einen Steinwurf von der regionalen Parteizentrale entfernt liegt. Dann ging es durch die zentrale Geschäftsstraße in der Innenstadt. Viele der Läden und kleinen Häuser dort waren früher im Besitz von jüdischen Familien. Auch die kleine Synagoge war dort, an die wenige Meter weiter ein auffälliger Gedenkstein erinnert. Obwohl ich vieles über die örtliche Geschichte vorher schon wusste, hat diese Führung bei mir sehr tiefen Eindruck hinterlassen, vor allem, weil durch die Stolpersteine alles sichtbar wird: Hier haben sie gelebt. Hinter jedem Namen mit den angegebenen Daten entsteht beim Betrachten eine Biographie.

Fräulein Wunder
03.10.2009, 13:23
Umso schlimmer finde ich es, dass es Personen gibt, die es ablehnen, wenn direkt vor ihrem Haus ein Stein gelegt werden soll.



In einigen Städten lehnen aber auch die jüdischen Gemeinden dieses Projekt ab und auch viele Nachkommen der Opfer wollen nicht, dass für ihre Verwandten ein Stein verlegt wird ... das sollte man vielleicht dazu sagen.
Hinter der Ablehnung dieses Projekts stehen nicht zwingend antisemitische Gefühle oder ein Wunsch nach Vergessen der Greultaten des dritten Reichs.

Einer der Hauptgründe für die Ablehnung der Steine ist dass auf den Namen der Toten herumgetrampelt wird.
Der Künstler Gunter Demnig, der das Projekt initiiert hat, behauptet zwar, die Steine würden durch das drüber laufen poliert ... Hier in seiner Heimatstadt Köln, wo es sehr viele Stolpersteine gibt, kann ich das aus der Realität so nicht bestätigen.
Die Steine sind hier leider oft relativ verdreckt.

Schade finde ich dabei auch, dass eben nur der Name, das Geburts- und Todesdatum (bzw. das Datum der Deportation) vermerkt sind. Dadurch bleiben die Menschen meiner Ansicht nach gesichtslos und noch immer Teil einer anonymen Masse.

Hinter jedem Namen mit den angegebenen Daten entsteht beim Betrachten eine Biographie.Ganz genau das entsteht m.E. eben nicht durch die Stolpersteine, denn von der Biografie erfährt man gar nichts. Manchmal gibt es Flyer oder eine kleine Ausstellung, wenn ein Stein verlegt wird, in dem dann mehr über das Leben des jeweiligen Menschen zu lesen ist ... im Alltag geht diese Info aber leider verloren.

Viel besser fände ich Gedenktafeln an den Häusern, auf denen eben auch Teile der Lebensgeschichte dieser Menschen stehen. Beruf, Anzahl der Kinder ... was sich eben noch recherchieren oder bei den Nachkommen erfragen lässt. Auch wenn es von diesen Tafeln sicher weniger gäbe, so würden sie doch einen viel tieferen Eindruck hinterlassen.


Mit Tafeln an den Häusern gäbe man meiner Ansicht nach den Ermordeten ihr Gesicht zurück, sie hätten wieder einen Platz in der Vergangenheit der Stadt anstatt das hunderter Passanten täglich über sie weglatschen ohne sie überhaupt wahrzunehmen. :( Das Bild finde ich wirklich nicht schön.

Eine gute Freundin von mir ist bei den Stolpersteinen sehr aktiv, hat viele verlegt, nach Daten recherchiert, mit Angehörigen und Nachkommen gesprochen etc. .

Zumindest in ihrer Stadt ist die Akzeptanz sehr, sehr groß. Es gibt mehr Menschen, die einen Stein spenden wollen, als überhaupt verlegt werden können.
Durch die Presse geisternde Geschichten würde ich mit Vorsicht genießen. Repräsentativ für die allgemeine Stimmung sind solche Berichte nicht.

Über einen negativen Fall wird berichtet, über hundert positive nicht.

kampfzwerg
03.10.2009, 14:17
In einigen Städten lehnen aber auch die jüdischen Gemeinden dieses Projekt ab und auch viele Nachkommen der Opfer wollen nicht, dass für ihre Verwandten ein Stein verlegt wird ... das sollte man vielleicht dazu sagen.Davon habe ich auch schon gelesen, respektiere und verstehe das Argument von jener Seite her betrachtet auch. Für mich selbst finde ich jedoch die Art, wie die Steine sind, gut. Es ist wie ein kurzes inneres Innehalten, wenn ich einen neuen Stein entdecke.
Schade finde ich dabei auch, dass eben nur der Name, das Geburts- und Todesdatum (bzw. das Datum der Deportation) vermerkt sind. Dadurch bleiben die Menschen meiner Ansicht nach gesichtslos und noch immer Teil einer anonymen Masse. Das finde ich gar nicht so "gesichtslos". Immerhin gibt es einen Namen und Daten, denn von zu vielen gibt es eigentlich gar nichts.
Wenn Schulklassen gemeinsam eine Steinpatenschaft übernehmen und sich dann mit den Schicksalen der Opfer auseinandersetzen, wirken die Schüler wie Multiplikatoren gegen das Vergessen und das "Übersehen".
Viel besser fände ich Gedenktafeln an den Häusern, [...] Auch wenn es von diesen Tafeln sicher weniger gäbe, so würden sie doch einen viel tieferen Eindruck hinterlassen.Bestimmt würden sie das. Die Stolpersteine gehen statt dessen eben in eine andere Richtung: Ihre hohe Anzahl verdeutlicht die Anzahl der Opfer, man kann das nahezu im Vorübergehen wahrnehmen. Viele nehmen sich schließlich gar nicht erst die Zeit, Tafeln zu lesen.
Durch die Presse geisternde Geschichten würde ich mit Vorsicht genießen. Repräsentativ für die allgemeine Stimmung sind solche Berichte nicht. Ich genieße die Presse allgemein mit Vorsicht und habe extra zwei gegensätzliche Reaktionen als Beispiele genannt, ohne Anspruch darauf, dass sie generell repräsentativ sind.

Fräulein Wunder
03.10.2009, 19:04
Immerhin gibt es einen Namen und Daten, denn von zu vielen gibt es eigentlich gar nichts.
(...)
Viele nehmen sich schließlich gar nicht erst die Zeit, Tafeln zu lesen.



Sicher das mit der hohen Anzahl ist natürlich ein Argument. Ich persönlich würde mir dennoch weniger Oberfläche / Quantität und mehr Tiefe / Qualität bei diesem Projekt wünschen.
Von meiner Freundin weiß ich, dass sie sehr genau recherchiert. Natürlich gibt es manchmal nur Namen und Daten. Sehr oft fördert sie aber viel mehr zu Tage, findet nach langer Suche Nachkommen auf der ganzen Welt, stößt auf Verbindungen und entdeckt Erstaunliches.
Diese Geschichten berühren mich unendlich viel mehr als ein bloßer Name und zwei karge Daten. Ich finde es gibt gerade im Gedenken an den Holocaust sehr viele Male, die an die große Zahl der Verstorbenen mahnt ... auf die eigentlichen Menschen gehen wenige ein.

"Anne Singer
JG 1858
Tot 3.10.1942 Theresienstadt"

reduziert letztendlich auf den Tod, so als hätte es kaum etwas anderes gegeben ... es stellt meiner Ansicht nach die Täter in den Vordergrund.
Auf jedem noch so kleinen Grabstein steht mehr als die reinen Daten.

Würde man aber Informationen wie diese:

Hier lebte:

Anne Singer, Bäckersfrau
JG 1858
Seit 1878 mit Ernst Singer verheiratet
2 gemeinsame Kinder
Ernst Singer starb früh, Anne Singer blieb Witwe und führte die Bäckerei allein weiter.
Ihr Sohn Karl Singer konnte mit seiner Familie in die USA emigrieren.
Im Alter von 84 Jahren wurde Anne Singer nach Theresienstadt deportiert und einen Monat später am 10.10.1942 ermordet.
Ihre Urenkel leben heute in New York"

Das berührt mich, da tut sich eine Geschichte auf und da beschäftigt man sich eben auch mit den Menschen und nicht wie die Täter mit den Massen.
(Name etc. ist natürlich erfunden)

Ich finde gerade so ein Projekt wie die Stolpersteine hätte eigentlich das Potential nicht nur daran zu erinnern was dieses Land getan hat, sondern eben auch daran was dieses Land dadurch verloren hat: an Fülle, an Geschichten, an Schicksalen, Talenten, Möglichkeiten ... das kann man meiner Ansicht nach aber besser zeigen, wenn man bewusst macht wer hinter der Namen steckt.

Und ich glaube, wer sich nicht die Zeit nimmt eine Tafel zu lesen, der "stolpert" auch nicht über die Stolpersteine, sondern latscht einfach düber.

Darcy
03.10.2009, 19:58
Danke für diesen Beitrag, FräuleinWunder - auch wenn die Daten nur beispielhaft erfunden waren, war ich doch berührt.
Und ich denke, dass es vielen anderen Menschen auch so gehen würde, wenn sie eben mehr erführen als nur Geburts- und Todesdatum.

Viola
03.10.2009, 19:58
In bezug auf dieses Projekt hätte i_c_h mir zumindest gewünscht, daß man - wenn es denn schon eine Internetseite dazu gibt - dort nicht nur die Orte sehen kann, in denen bereits Stolpersteine verlegt wurden sondern auch aktiv darauf zugreifen, nachschlagen, nachlesen etc. könnte.

Zu jedem Ort hätte man die verfügbaren Daten/Biographien der betroffenen Menschen einbinden können. So wäre jeder Interessierte in der Lage gewesen, sich damit näher und in Ruhe zu beschäftigen/auseinanderzusetzen.

So hätte man auch die Möglichkeit, nicht nur "vor Ort" eine Information zu erhalten (wie es z.B. durch Tafeln möglich wäre) sondern auch über Orte/Städte, zu denen man anderweitig Verbindungen/Wurzeln hat (und die nicht mal eben räumlich "um die Ecke" liegen).

pamina
06.10.2009, 12:44
Ich gehe manchmal auf den Jüdischen Friedhof. In einem Teilstück findet man sehr alte Gräber und Gedenktafeln. Alles alt, verwittert, auch nicht serh gepflegt, ich lege immer einige Blumen dorthin. Auf diesen Tafeln und Grabsteinen befinden sich neben den Namen Inschriften wie: In Theresienstadt ermordet, vergast in Auschwitz, deportiert nach Dachau, umgebracht in Buchenwald.

Als ich diese zum ersten Mal sah, hat es mich zutiefst ergriffen und habe sehr geweint. Auf einmal hatten die ermordeten Juden Namen, waren sie Nachbarn, hatten sie früher in meiner Ecke gelebt. Auf einmal waren sie nicht mehr anonym und mir irgendwie sehr viel näher als jemals zuvor. Auf einmal konnte ich das ganze Leid, den Schmerz noch deutlicher empfinden. Noch deutlicher auch Scham und Trauer.

Sophie
06.10.2009, 13:17
Nur am Rande: Blumen legt man nicht auf einen jüdischen Friedhof (Symbol für Vergänglichkeit). Die übliche Geste ist, einen kleinen Stein oben auf den Grabstein zu legen (Symbol für Ewigkeit). Ist aber keine Tragödie, hier lebende Juden wissen, wie du es gemeint hast.

In Mannheim haben sie auch mehrere dieser Stolpersteine verlegt, auch bei uns im Betrieb, dazu gab es eine kleine Ausstellung mit Fotos und Lebenslauf der Personen. Das ist viel eindringlicher als nackte Zahlen, das geht regelrecht unter die Haut. Ich würde auch gerne mehr über diese Menschen erfahren, das wäre doch machbar, vor allem, wenn sie in Deutschland gelebt haben. Hier wurde und wird doch alles aktenmäßig dokumentiert.

Es ist auch immer so anonym, wenn berichtet wird, x Tote bei dem und dem Anschlag in Bagdad oder Kabul oder sonstwo. Wenn Namen oder Bilder gezeigt werden, wird der Terror erst richtig greifbar.

Hey! Da gibt es doch auf der Stolperstein-Website die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. Ich werde da mal hinschreiben.

silentsound
07.10.2009, 09:12
Die Idee von Viola hatte ich auch schon - vor meinem Nebenhaus hier in Berlin sind zwei Stolpersteine verlegt - beim Lesen hatte ich auch das Gefühl, daß ich gerne mehr erfahren würde. Wenn man nun per Internet Zugriff hätte auf einen kleinen Lebenslauf - immer mit Einverständnis der Hinterbliebenen natürlich - hätten diese Steine sicherlich noch einen größeren "Wert".

Aber auch so finde ich die Aktion gut. Sie ist unaufdringlich und dennoch regt sie immer wieder zum Nachdenken an.

Sophie
07.10.2009, 09:21
Ich hab da mal hingemailt und die Frage angebracht, ob man auf der Homepage etwas mehr über die Menschen schreiben könnte. Mal abwarten, was sie darauf antworten.

Sophie
08.10.2009, 09:54
Antwort von den Betreibern der Stolperstein-Homepage:danke füus interesse, aber das würde uns überfordern -
jedoch erstellt fast jeder ort eine eigene hompage mit vielen infos -
oder nach konkretem ansprechpartner fragen!
Superschnelle Rückmeldung. Ich habe mir schon gedacht, dass es nicht am Willen liegt, sondern an den Ressourcen.

Fräulein Wunder
08.10.2009, 12:21
Antwort von den Betreibern der Stolperstein-Homepage:
Superschnelle Rückmeldung. Ich habe mir schon gedacht, dass es nicht am Willen liegt, sondern an den Ressourcen.

Na ja, Sophie ... was erwartest Du denn ... dass sie schreiben: Nee, also das interessiert uns nicht und ist nicht vorgesehen, den Vorschlag könn´se sich sparen? :-p

Sicher sind die Ressourcen ehrenamtlicher Mitarbeiter nicht unendlich groß, ich habe aber wie gesagt bei meiner Freundin, die sich sehr stark bei diesem Projekt engagiert sehr oft mitbekommen, dass diese zusätzlichen Infos eh innerhalb der Recherche zu Tage gefördert werden und es für sie eher frustrierend ist sie nicht zu Verfügung stellen zu können. Innerhalb des Projekts gibt es eben auch jede Menge Stimmen dagegen mehr als nur die Daten zu verwenden ... mit reinen Ressourcen hat das nichts zu tun, sondern mit dem Grundkonzept.

Lunix
08.10.2009, 15:44
Nur am Rande: Blumen legt man nicht auf einen jüdischen Friedhof (Symbol für Vergänglichkeit). Die übliche Geste ist, einen kleinen Stein oben auf den Grabstein zu legen (Symbol für Ewigkeit). (...)
Kommt drauf an. Bei weltlich eingestellten Juden finden sich auch Blumen auf Gräbern. Ich habe das schon gesehen. Soweit ich weiß, lehnen es die orthodoxen Juden aber ab, weil Blumenschmuck mit Eitelkeit in Verbindung gebracht wird. Darum gibt es auch die Sitte, sich zum Zeichen der Trauer die Kleidungsstücke einzureißen und auf dem Boden zu sitzen. Am Sabbat ist demonstrative Trauer allerdings verboten.

Ich versuche gerade, über die Verwaltung meiner Heimatstadt etwas über das Opfer zu erfahren.

Lunix
09.10.2009, 10:12
Also, mehr als auf dem Stein steht, wissen sie auch nicht.

Ich habe die Aktion bisher immer eher insofern etwas kritisch gesehen, als dass ich Einwände, dass man diese Steine und damit die Opfer mit Füßen treten kann, durchaus einleuchtend fand. Aber ohne diese Aktion hätten viele der damals Ermordeten nicht mal einen Namen und ich wüsste auch immer noch nicht einmal von der Existenz dieses Menschen.

Wenn sich allerdings Politiker diese Kritik aus jüdischen Reihen zu eigen machen, finde ich das hingegen etwas seltsam. Der Holocaust ist lange genug her, dass sie zwischenzeitlich andere Formen des Gedenkens an diese Menschen in der Nähe ihres letzten Wohnortes hätten realisieren können. Warum haben sie das dann größtenteils offensichtlich nicht getan und diese private Initiative erst notwendig gemacht?