Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Er und ich - Freunde?
Als ich gestern zum wiederholten mal den Titel eines Threads hier las, gingen mir beim einschlafen und auch heute bei verschiedenen Arbeiten (bügeln :() viele Gedanken dazu durch den Kopf.
Das Thema (vielleicht nur sinngemäß):
"Mein Körper und ich passen nicht zueinander".
So habe ich auch mal gedacht und ab und zu denke ich auch noch so.
Ich habe mir gestern und heute meinen Körper als eine Person vorgestellt, mit der ich in enger Wohngemeinschaft leben muss, ob ich will oder nicht.
Bei diesen Gedanken musste ich an eine Fernsehsendung denken, die ich vor kurzem zum Teil gesehen habe. Dabei ging es um Nachbarschaftsstreits. Eine schöne Wohngegend, beide Parteien im eigenen Wunschhaus mit schönen Grundstücken und sie machten sich gegenseitig das Leben zur Hölle. Keine Einsicht auf beiden Seiten. Beide behaupteten, sie wollen doch nur Frieden, taten aber alles dazu, dass es keinen gibt. Die Lebensqualität gleich Null.
Sie konnten nicht mal eben schnell woanders hin ziehen, denn da war ja immerhin ein Haus, oftmals mit viel viel Eigenleistung gebaut.
Nun ja, aber trotzdem, wenn es gar zu schlimm wird, kann man das Haus verkaufen und gehen.
Mit meinem Körper ist das etwas anderes. Er und ich - wir sind eine Gemeinschaft und müssen miteinander klar kommen...
Während dieser Fernsehsendung dachte ich sehr oft:
"Bitte! Redet doch miteinander! Hört auf, Euch das Leben schwer zu machen!"
Wurden die jeweiligen Parteien allein interviewt, so waren die Gedanken der Leute verständlich und man glaubte ehrlich, das sie Frieden wollen.
Nur - machte keiner den Versuch, wirklich miteinander zu reden. Sie müssen ja keine Freunde werden, aber zumindest friedlich miteinander umgehen muss man doch können! Sie können ja immerhin immer noch eine gewisse Distanz wahren, denn sie wohnen ja nicht in einer Wohnung miteinander.
Mit mir und meinem Körper ist das anders. Wir wohnen zusammen. Eng an eng. Auf Tuchfühlung.
Und wenn ich ihn nun nicht mag - meinen Körper?
Wenn ich ihn anschaue und ablehne?
Wenn ich sage "er und ich, wir passen nicht zueinander"?
Zieht er dann aus und ein anderer Körper kommt und wohnt mit mir?
Nö. Ich habe keine Wahl.
Oder?
Doch, ich finde, ich habe eine Wahl! Ich kann meinem Körper die Chance geben, ihn kennen zu lernen. Ihm zuzuhören. Zu schauen, wie er ist. Was er kann. Mein Körper ist ja nicht nur das, was ich auf den ersten Blick im Spiegel sehe. Mit diesem Blick erkenne ich nämlich keineswegs, was für ein Künstler mein Körper ist. Wie toll er ist, wie bemüht, es mir recht zu machen.
Vielleicht, wenn ich mir die Mühe mache, ihn kennen zu lernen, können wir sogar Freunde werden. Er und ich.
Ich kann aber auch - wie die Nachbarn in der obig erwähnten Sendung - gegen ihn kämpfen und streiten und zicken und mir/uns das Leben zu Hölle machen.
Ich finde, mein Körper hat wenigstens so viel Respekt verdient, dass ich ihm die Chane gebe, dass ich ihn richtig kennen - und damit sicher auch schätzen lerne. Und ich denke, dann können wir wahrscheinlich nicht nur friedlich, sondern vielleicht sogar glücklich miteinander leben.
(Sorry, recht lang, aber das waren so meine Gedanken zur "Wohngemeinschaft" mein Körper und ich.)
Das hast du wunderbar geschrieben.
LG
Evi
Mich wundert diese Trennung zwischen Körper und "ich" etwas - ich BIN doch mein Körper, wenn ich den also ablehne, lehne ich mich selbst ab.
Mich wundert diese Trennung zwischen Körper und "ich" etwas - ich BIN doch mein Körper, wenn ich den also ablehne, lehne ich mich selbst ab.
Wenn man Körper und Geist/Seele/Gedankenwelt unterscheidet, dann kann man sich / seine Charaktereigenschaften, seine Gedankenwelt durchaus mögen, seinen Körper jedoch ablehnen, finde ich.
Jemand kann z.B. in der Berufswelt sehr erfolgreich sein, oder als Freund / Mama / Papa / Chef etc. sehr geschätzt sein und sich in Bezug darauf auch selber wertschätzen und durchaus Selbstbewusst sein, sein Äußeres aber total ablehnen, oder unschön finden und in diesem Punkt kaum oder wenig Selbstbewusstsein haben.
Ich finde, das äußere und innere Ich sind zwei Teile des gesamten Ichs und können im schlechtesten Fall durchaus gegeneinander kämpfen.
Trotzdem gehört doch beides zusammen, bildet eine EINHEIT. Dieses Trennen führt m.E. zu Problemen, genauso wie es problematisch ist, dass Ärzte immer nur den "erkrankten" Körperteil sehen und nicht das gesamte System.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Unterscheiden in "hier ich" - "da Körper" ein Teil des Problems ist, sich nicht annehmen zu können.
Als ich früher Probleme mit meinem Körper/Aussehen hatte (lag nicht an meinem Gewicht sondern an traumatischen Erfahrungen), habe ich mich nicht vor den Spiegel gestellt und "dem Körper" gesagt, dass er doch toll für mich arbeitet, nein, ich hab mich hingelegt und MICH gestreichelt. Nicht "den Körper", sondern MICH, um MICH annehmen zu können, mich als Person und nicht "den Körper" als "Ding".
Sich selbst als Gesamtperson anzunehmen und zu mögen, ist aber leider etwas, was viele Menschen noch nicht schaffen.
Übrigens ist "Ding" nicht eine Bezeichnung von mir. So abfällig - als wäre der Körper ein hässliches Geschwür - habe ich selber es nie erlebt. Aber vielleicht gibt es das auch so, das weiß ich nicht. Wenn ich mir vorstelle, dass Menschen sich sogar in lebensbedrohliche Situationen begeben, nur um den Körper zu verändern, dann scheinen manche Menschen ihn wirklich fast wie ein "Ding" zu betrachten.
Darcy
Trotzdem gehört doch beides zusammen, bildet eine EINHEIT. Dieses Trennen führt m.E. zu Problemen, genauso wie es problematisch ist, dass Ärzte immer nur den "erkrankten" Körperteil sehen und nicht das gesamte System.
Da stimme ich Dir zu, es wäre besser, nicht nur Teile des Menschen zu behandeln, sondern, wie Du schreibst "das gesamte System" einzubeziehen.
Allerdings sagen die Worte "gesamtes System" schon, dass der Mensch eben aus vielen Ebenen - z. B. der seelisch-geistigen und körperlichen Seite, besteht.
Wenn der Mensch nur als Ganzes zu behandelt würde, würde es diese Trennung ja gar nicht geben.
Nicht mißverstehen:
Es geht mir nicht darum, zu bestreiten, dass es für den Menschen das Beste ist, sich insgesamt zu akzeptieren, sich als Ganzes zu sehen und zu mögen, sondern es geht mir darum, aufzuzeigen, dass es nicht gut ist, gegen seinen Körper zu kämpfen und ihn abzulehnen.
sondern es geht mir darum, aufzuzeigen, dass es nicht gut ist, gegen seinen Körper zu kämpfen und ihn abzulehnen.
Richtig - aber es ist eben nicht gut, weil man SICH SELBST damit ablehnt und bekämpft.
Allerdings sagen die Worte "gesamtes System" schon, dass der Mensch eben aus vielen Ebenen - z. B. der seelisch-geistigen und körperlichen Seite, besteht.
Wenn der Mensch nur als Ganzes zu behandelt würde, würde es diese Trennung ja gar nicht geben.
Aber es ist eben EIN System, EIN Ganzes. Du kannst aus einem Haus auch nicht folgenlos eine Etage rausnehmen, da leidet die ganze Statik und das Ding kracht im schlimmsten Fall zusammen.
Dadurch, dass der Mensch in unserer Medizin eben nicht als Ganzes behandelt wird, klappt ja so vieles nicht. Jeder doktort an einem kleinen Teilchen rum, ohne auch nur zu verstehen oder gar zu beachten, dass damit das komplette System verschoben wird, weil ALLES miteinander zusammenhängt. Eben auch das "Außen" und das "Innen" - man kann und darf das nicht trennen, auch nicht beim Erlernen von Selbstakzeptanz.
Aber es ist eben EIN System, EIN Ganzes. Du kannst aus einem Haus auch nicht folgenlos eine Etage rausnehmen, da leidet die ganze Statik und das Ding kracht im schlimmsten Fall zusammen.
Es sollte ein Ganzes sein, das stimmt.
Aber es kann auch eine Trennung geben, nämlich dann, wenn der Körper funktiontüchtig ist, der Geist jedoch nicht.
Eben auch das "Außen" und das "Innen" - man kann und darf das nicht trennen, auch nicht beim Erlernen von Selbstakzeptanz.
Man sollte nicht, aber man tut es offensichtlich.
Würden sonst Menschen glauben, dass wenn sie ihren Körper per OP verändern lassen, sich auch ihr Seelenleben verändert?
Und wissen wir nicht, dass dies beileibe nicht so sein muss, oder sogar selten so ist?
Aber ich glaube jetzt trotzdem, dass wir das gleiche meinen.
Der Mensch sollte sich als gesamtes System - als komplexes Wesen - sich mit allem Drum und Dran, sein Außen und sein Innen, annehmen.
Aber es kann auch eine Trennung geben, nämlich dann, wenn der Körper funktiontüchtig ist, der Geist jedoch nicht.
Diesen Satz verstehe ich nicht, kannst Du den irgendwie erklären oder umformulieren?
Hm...
wie soll ich das jetzt sagen?
Ich meine damit, dass bei Deinem Beispiel mit dem Haus, wenn die Statik massiv gestört wird, das Haus zusammenfällt.
Auf einen Menschen bezogen - den Menschen, der nur als Ganzes zusehen ist, weil ja alles nach deinen Worten untrennbar eins ist, würde bedeuten, dass wenn der Geist seine Funktion aufgibt, der Mensch sterben würde, weil die "Statik" gestört ist.
Da aber Körper und Geist auch unabhängig voneinander (zumindest auf einer Seite) funktionieren können, sind es eben doch zwei Teile/Bereiche.
Unabhängig davon ist es unbetreitbar so, wie Du sagst, dass der Mensch als Ganzes gesehen werden - und auch so behandelt werden sollte.
Hm...
wie soll ich das jetzt sagen?
Ich meine damit, dass bei Deinem Beispiel mit dem Haus, wenn die Statik massiv gestört wird, das Haus zusammenfällt.
Auf einen Menschen bezogen - den Menschen, der nur als Ganzes zusehen ist, weil ja alles nach deinen Worten untrennbar eins ist, würde bedeuten, dass wenn der Geist seine Funktion aufgibt, der Mensch sterben würde, weil die "Statik" gestört ist.
Da aber Körper und Geist auch unabhängig voneinander (zumindest auf einer Seite) funktionieren können, sind es eben doch zwei Teile/Bereiche.
Unabhängig davon ist es unbetreitbar so, wie Du sagst, dass der Mensch als Ganzes gesehen werden - und auch so behandelt werden sollte.
Aber das ist doch Schmarrn - wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert (Stichwort Hirntod), ist auch der Körper als solches nicht mehr lebensfähig (dass er eine begrenzte Zeit mittels Maschinen "am Leben" erhalten werden kann, um z.B. Organe für eine Transplantation zu erhalten, steht auf einem anderen Blatt). Der Mensch würde natürlich sterben, wenn ein so massiver Ausfall eines "Systemteiles" auftreten würde.
Nimmt man dagegen nur einen relativ unbedeutenden Teil aus dem System (z.B. wenn ein Arm amputiert wird), kann bei fachgerechter Wundversorgung natürlich das ganze System "Mensch" weiterleben. Du wirst aber sicher nicht bestreiten, dass dieser Eingriff Auswirkungen auf das gesamte System hat (auch auf die Psyche).
Ich meine mit "wenn der Geist seine Funktion aufgibt" natürlich keinen Hirntot, sonst hätte ich das geschrieben.
Der Geist gibt seine natürliche Funktion auf, wenn ein Mensch zum Beispiel nicht mehr in der realen Welt lebt.
Der Geist leistet nicht mehr das, was er leisten soll, der Körper kann jedoch durchaus normal funktionieren.
(Wenn ich einen Deiner Sätze oder Gedanken nicht verstehe, oder etwas anders sehe als Du, ist das, was Du sagst kein Schmarrn, sondern eine andere Sichtweise. Wäre nett, wenn Du das, was ich schreibe, ebenfalls nicht als Schmarrn bezeichnen würdest.)
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Darcy, es kam und kommt mir bei meinem obigen Eingangsstate nicht darauf an, ob man seinen Körper als einen Teil von sich, oder ob man seinen Körper als sich selbst betrachtet.
Es kommt mir darauf an, sich insgesamt anzunehmen. Wenn man dies besser kann, indem man in einen Dialog mit seinem Körper tritt, dann halte ich das für legitim. Mir hilft es.
Wohin wir hier jetzt jedoch driften, ist meiner Meinung nach ein Thema für sich, das man gern auch diskutieren kann.
Hier in diesem Thread belasse ich diesen Aspekt deshalb jetzt dabei.
Nun - auch wenn ein Mensch nicht mehr in der realen Welt lebt (z.B. bei Alzheimer, wo ja der Körper durchaus noch gut funktionieren kann), ist das ein Problem, was zum Tode führen kann bzw. definitiv führt. Natürlich nicht so schnell wie beim Hirntod, aber das Ende ist vorgegeben.
Wenn die Störung leichter ist, stürzt nicht das ganze System ab, sondern es wird eben verschoben - auf jeden Fall hängt immer alles miteinander zusammen.
Wie ich etwas schreibe, überlässt Du bitte mir. Ich krittele ja auch nicht an Deiner Ausdrucksweise herum, obwohl sie mir nicht immer gefällt.
Nun - auch wenn ein Mensch nicht mehr in der realen Welt lebt (z.B. bei Alzheimer, wo ja der Körper durchaus noch gut funktionieren kann), ist das ein Problem, was zum Tode führen kann bzw. definitiv führt. Natürlich nicht so schnell wie beim Hirntod, aber das Ende ist vorgegeben.
Wenn die Störung leichter ist, stürzt nicht das ganze System ab, sondern es wird eben verschoben - auf jeden Fall hängt immer alles miteinander zusammen.
Wie ich etwas schreibe, überlässt Du bitte mir. Ich krittele ja auch nicht an Deiner Ausdrucksweise herum, obwohl sie mir nicht immer gefällt.
Wenn Du etwas, das ich schreibe, als Schmarrn bezeichnest tust Du das durchaus.
Aber nun ja, tus ruhig weiter. Ich les es einfach nicht mehr.
teichrose
30.08.2009, 19:40
Hm ... was zwischen euch ist weiss ich nicht, aber da misch ich mich nicht ein, da es mir zwischen den Zeilen agressiv erscheint :cool:
Tatsächlich finde ich dein Posting itsme sehr schön, auch wenn ich die Kritik von Darcy zu verstehen meine.
Keiner bestreitet die Gesamtheit die man sehen muss um zu gesunden. Aber um ein Gesamtes zu sehen, hilft es, seine Einzelteile zu kennen. Und ich finde es keinen schlechten Ansatz seine Einzelteile mal anzuschauen, zu inspizieren.
Der Körper ist ein mögliches Einzelteil und die Bedeutung die ihm als lebenserhaltende Maschine zukommt, aber auch die Bedeutung die der Körper in den Medien zugeteilt bekommt, läßt ihn wachsen und man sollte ihn sich mal anschauen.
Warum also nicht sinnbildlich mal überlegen, was das da für ein Mitbewohner ist? Daa heisst nicht, dass ich den Rest vergesse und leugne und nicht daran arbeite eine Gesamtheit zu sehen.
Aber ich muss der Meinung zu "wenn der Geist seine Funktion aufgibt" heftig widersprechen!
Es gibt für mich nur EINE Form von "wenn der Geist seine Funktion aufgibt" und das ist eben der Hirntod. Bei allem anderen funktioniert der Geist. Er funktioniert halt in unterschiedlicher Weise, aber keiner von uns sollte urteilen, was "noch" genügend Geist darstellt und was nicht.
Sind bei z.B. einem Alzheimer Patienten Geist und Körper getrennt?
Auch wenn ich von Medizin keine Ahnung habe, denke ich mal: Nein. Der Geist/die Gedankenwelt legt andere Scherpunkte und wir Gesunden können nur schwer nachvollziehen, was in diesen Menschen passiert. Aber auch diese Patienten empfinden doch Schmerzen, Leid, Glück, wenn vielleicht auch in anderer Form.
Itsme, ich werde darüber "wie bemüht (mein Körper ist), es mir recht zu machen." bestimmt noch nachdenken und überlegen, wo im EInzelnen mein Körper nur das tut was ich von ihm verlange, was ich bisher noch überhaupt nicht wahrgenommen habe.
interessierte Grüße,
Teichrose
Aber ich muss der Meinung zu "wenn der Geist seine Funktion aufgibt" heftig widersprechen!
Es gibt für mich nur EINE Form von "wenn der Geist seine Funktion aufgibt" und das ist eben der Hirntod. Bei allem anderen funktioniert der Geist. Er funktioniert halt in unterschiedlicher Weise, aber keiner von uns sollte urteilen, was "noch" genügend Geist darstellt und was nicht.
Sind bei z.B. einem Alzheimer Patienten Geist und Körper getrennt?
Auch wenn ich von Medizin keine Ahnung habe, denke ich mal: Nein. Der Geist/die Gedankenwelt legt andere Scherpunkte und wir Gesunden können nur schwer nachvollziehen, was in diesen Menschen passiert. Aber auch diese Patienten empfinden doch Schmerzen, Leid, Glück, wenn vielleicht auch in anderer Form.
interessierte Grüße,
Teichrose
Klar, Du hast Recht, ich meine das auch nicht abwertend, oder gar so, als ob ein Mensch mit geistigen Defiziten weniger ist als ein Mensch, dei dem alles so funktioniert, wie man es erwartet.
Als ich schrieb:
"Der Geist gibt seine natürliche Funktion auf, wenn ein Mensch zum Beispiel nicht mehr in der realen Welt lebt.
Der Geist leistet nicht mehr das, was er leisten soll, der Körper kann jedoch durchaus normal funktionieren."
meinte ich eher, dass der Geist tatsächlich nicht mehr das leistet, was er bei einem gesunden Menschen leistet. Der Körper muss davon jedoch nicht betroffen sein und kann vor Gesundheit strotzen.
Der Körper muss davon jedoch nicht betroffen sein und kann vor Gesundheit strotzen.
Das ist aber in der Regel nicht der Fall, auch wenn man es vielleicht oberflächlich betrachtet nicht sieht.
Kleines P.s. an Teichrose
Ich habe da unter anderem Bilder aus der beruflichen Arbeit meines Mannes vor Augen. Nicht selten ist es so, dass bei den alten Menschen der Körper noch total flott ist, aber der Kopf nicht mehr mit macht.
Manchmal ist es auch umgekehrt, wie gerade aktuell bei einer alten Dame. Sie ist geistig total fit, aber der Köper will nicht mehr.
So in der Art meinte ich das. Vielleicht ist es so verständlicher?:)
Also, ich kann das schon gut verstehen mit der Distanz zum eigenen Körper. Ich empfinde meinen Körper bis heute oftmals nicht als wirklich zu mir zugehörig, einfach weil er so viele Dinge vermittelt, mit denen ich mich nicht identifiziere. Klar haben die was mit Klischees zu tun, dennoch stören sie mich.
Mein Körper ist für mich wie ein Haus, in dem ich leben muss, das ich aber nicht selbst einrichten durfte. Die Fassade gefällt mir nicht, die Einrichtung auch nicht, aber ich habe keine Wahl. Entweder ich wohne in diesem Haus oder ich stehe auf der Straße. :cool:
Meine Seele und mein Geist, so wie ich sie wahrnehme, mein Ich, meine Persönlichkeit fühlen sich in diesem Haus nicht richtig zu Hause. Über die Jahre hinweg haben die sich wirklich alle Mühe gegeben! Aber ihr Denken und Fühlen und ihr Geschmack sind einfach anders. Es klemmt nach wie vor. Man hat sich arrangiert, aber wirkliches Wohlfühlen ist was anderes.
Der Hauswirt lehnt es ab, Möbel auszutauschen oder rauszuwerfen. Immer wenn man welche rausgeworfen hat, schleppt er wieder neue rein, um mal in dem Bild zu bleiben.
Ich und mein Körper = wirklich eins? In diesem Leben wohl nicht mehr.
Insofern kann ich Itsmes Gedanken gut verstehen.
*meine 5 Cent*
Mein Körper ist für mich wie ein Haus, in dem ich leben muss, das ich aber nicht selbst einrichten durfte. Die Fassade gefällt mir nicht, die Einrichtung auch nicht, aber ich habe keine Wahl. Entweder ich wohne in diesem Haus oder ich stehe auf der Straße. :cool:
Meine Seele und mein Geist, so wie ich sie wahrnehme, mein Ich, meine Persönlichkeit fühlen sich in diesem Haus nicht richtig zu Hause. Über die Jahre hinweg haben die sich wirklich alle Mühe gegeben! Aber ihr Denken und Fühlen und ihr Geschmack sind einfach anders. Es klemmt nach wie vor. Man hat sich arrangiert, aber wirkliches Wohlfühlen ist was anderes.
Der Hauswirt lehnt es ab, Möbel auszutauschen oder rauszuwerfen. Immer wenn man welche rausgeworfen hat, schleppt er wieder neue rein, um mal in dem Bild zu bleiben.
Ich und mein Körper = wirklich eins? In diesem Leben wohl nicht mehr.
Da sprichst Du mir aus der Seele, das ist wirklich sehr gut ausgedrückt. :five:
Mir geht es genauso, und auch ich kann gut verstehen, was Itsme meint.
Den Vergleich mit dem Haus finde ich spitze. Ich kenne auch so Momente, wo ich mich seltsam fremd in meinem Körper fühle, wie ein ungebetener Gast. Gleichzeitig weiß ich auch, dass ich mein Körper bin. Seele und Geist haben Einfluss auf den Körper und umgekehrt. Das ist also alles eine untrennbare Einheit.
Andererseits habe ich auch so Phasen, da fühle ich mich wie ein Fremder in meinem Körper. Dann frage ich mich immer, was zum Teufel ich mit dem Körper anfangen soll, in dem ich drin stecke. Und warum dann so einen unproportionierten, haarigen, muskulösen, busenlosen, fettarschigen Frauenkörper, weder männlich noch weiblich? Ist meine Fresserei ein Versuch, meinen Körper hinter einem "Fatsuit" zu verstecken? Das sind dann so Tage, an denen ich heulend vor dem Spiegel stehe.
Aber genauso, wie ich nie in einer Jugendstilvilla leben werde, sondern in dem blöden Vorstadt-Einfamilienhaus, werde ich nie meinen Traumkörper bekommen. Da muss ich halt das Beste draus machen. (Wobei ich am Haus mehr ausrichten kann...)
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