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Kubalibre
12.07.2009, 13:26
Hmm,
ich bin immer mehr geneigt, mich den Medien zu verschließen. Bei den Print-Medien ist das schon der Fall. Früher habe ich des öfteren Zeitschriften gelesen, auch aus den Bereichen meiner Hobbys. Heute müsste ich schon mal ein Kreuz in den Kalender machen, wenn ich mal eine Zeitschrift gekauft habe.

Da ich auch das Fernsehen so gut wie eingestellt habe, bin ich noch nicht einmal dauerhaft Konsument einer Fernsehzeitschrift. Zeitung lese ich zwar noch, kaufen tue ich die aber nicht selbst. Mich würde das ärgern, da dort zuviel steht, das mir am A.... vorbei geht (tschuldigung), wie z.B. Sport. Viele Dinge die dagegen interessieren, sind mit einem kurzen Absatz abgehandelt, was mich in der Regel unbefriedigt zurücklässt, wo ich gerne mehr und detaillierter darüber gelesen hätte.

Generell scheinen die Medien und auch Politiker nur noch eines zu können - Kreuzzüge gegen irgendwelche "Randgruppen" um Quote zu machen. Die Dicken sind da nicht alleine. Ich nehme nur mal das Beispiel der Computerspieler, da ich selbst davon auch betroffen bin, trotz meines fortgeschrittenen Alters :klug3::-D, auch wenn das nicht unbedingt zum Thread-Thema passt. Ach ja, ich meine hier die ganz "bösen" Computerspiele die eigentlich Ego-Shooter heißen, reißerisch aber in den Medien gerne Killer-Spiele genannt werden. Nach jedem Amoklauf sind die wieder in den Medien, die eigentlichen Gründe für die Amokläufe will man ja gar nicht wissen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat im April diesen Jahres folgendes gesagt:
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt. So steht es in einer Pressemitteilung des bayerischen Staatsministeriums geschrieben.Hier werden Computerspieler auf das Niveau von Konsumenten von Kinderpornografie gestellt. Das schlimme daran, dass viele Leute nicht wissen um was es geht aber dem fleißig zustimmen.

Die beiden folgenden Videos sind zwar schon etwas älter, sagen aber einiges aus über die Seriosität und fachlich kompetente Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien. Es sind ja noch nicht mal die privaten, die diesen Schund in die Welt setzen :eek:

Killerspiele in ARD, ZDF und WDR (http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak)
Killerspiele - Traurig aber wahr (http://www.youtube.com/watch?v=esVUZ3XDYdE&feature=related)

Ich frage mich langsam - in welche Richtung geht unsere Gesellschaft???
.

Gast
12.07.2009, 13:50
Hmm,
Hier werden Computerspieler auf das Niveau von Konsumenten von Kinderpornografie gestellt. Das schlimme daran, dass viele Leute nicht wissen um was es geht aber dem fleißig zustimmen.


@Kubalibre

Joachim Herrmann sagt aber in dem von dir gewählten Zitat "Killerspiele". Du machst daraus "Computerspiele". Das ist für mich schon ein Unterschied...

Neben zahlreichen guten und unterhaltsamen Computerspielen gibt es sicher auch einige, die absolut keine Existenzberechtigung haben!
Die in den von dir geposteten Videos aufgearbeiteten Fehler beeindrucken mich in keinster Weise. Das ist für mich Wortklauberei, denn Spiele mit solchem Inhalt sind für mich indiskutabel und sollte überhaupt nicht existieren :mad:

LG
LOF

Kubalibre
12.07.2009, 14:25
Das schlimme daran, dass viele Leute nicht wissen um was es geht aber dem fleißig zustimmen. . :-D
Ich zitiere mich mal selbst. Was ich nicht verstehe, das lehne ich ab. Genau das steckt hinter dieser Einstellung. Die Wortklaubereien haben wohl zu deiner Meinungsbildung beigetragen, von daher ist die Kritik daran in meinen Augen nicht unberechtigt. Fakten zu verdrehen, weil das so besser in das eigene Weltbild passt, scheint sehr beliebt zu sein. Die Menschen, die gegen Dicke wettern machen ja nichts anderes. Nur dabei betrifft es einen ja selbst und dann ist das nicht mehr in Ordnung :confused:

Früher als Kinder haben wir uns beim Fasching als Cowboy und Indianer verkleidet, hatten sogar Spielzeug-Revolver mit Munition dazu, die geknallt hat. Das war näher an der Realität als ein Computerspiel je sein kann. Zudem haben die Computerspiele keinen Menschen umgebracht sondern die Waffen, welche aus Schützenvereinen stammten bzw. vom Vater der Jäger war. Warum verbietet man nicht die Schützenvereine, denn dort lernt man richtig zielen?

Gast
12.07.2009, 14:34
Ich habe als Kind auch Cowboy und Indianer gespielt und Waffen mit Munition besessen... allerdings sind wir halt einfach damit rumgelaufen und haben in die Luft geballert. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass man auf niemanden zielt, auch nicht mit einer Spielzeugwaffe. Darüber hinaus lagen bei unseren und sicher auch bei deinen Spielen nicht ständig blutüberströmte Leichen am Boden...
Ich könnte da jetzt sicher noch einige andere Beispiele anführen, aber du verstehst hoffentlich was ich meine... nämlich dass besagte Spiele durch Gewöhnung von Tod, Blut... zur Verrohung beitragen, gerade weil man alles so täuschend echt vor sich sieht.
Natürlich wird nicht jeder, der sowas spielt zum Amokläufer, wenn aber noch einige anderen Kriterien hinzukommen, kann das durchaus seinen Teil dazu beitragen.

Ach... und der Schützenverein (ich bin keine Mitglied) erzieht die Jugendlichen zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Waffe ;)

LG
LOF

Kubalibre
12.07.2009, 15:15
nämlich dass besagte Spiele durch Gewöhnung von Tod, Blut... zur Verrohung beitragen, gerade weil man alles so täuschend echt vor sich sieht. Unter anderem ist das ein Punkt in dem ersten Video. Es gibt nämlich keine Studie, die diesen Umstand bestätigt. Es ist nur die gängige Meinung der Menschen, analog zu den Dicken, die einfach nur zuviel essen.

Mit dieser Argumentation müssten dann auch alle Action-Filme, Krimis oder auch Bücher in dieser Art verboten werden. Selbst Brettspiele wie z.B. Risiko. Es sind zwar nur Spielsteine, wären aber in Wirklichkeit Armeen und damit Menschen. Wie weit will man die Verbieterei denn dann betreiben??
Bis wir alle nur noch solche Sachen wie den Förster vom Silberwald ansehen oder die Kastelruter Spatzen hören dürfen - dann laufe ich aber Amok :rolleyes:

Übrigens, wo sind denn die meisten Amokläufer hingegangen?? Einfach wahllos auf öffentliche Plätze?? Nein, sie gingen an die Orte, an denen sie jahrelang Unterdrückung und Demütigungen erleben mussten, wie eben z.B. die Schule. Wenn es nur die angebliche Verrohung wäre, dann wäre der Ort doch egal, oder??

Ich schätze einmal, in der Sache werden wir uns nicht einig :rolleyes:

Ach... und der Schützenverein (ich bin keine Mitglied) erzieht die Jugendlichen zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Waffe Sowie Sportvereine die Jungendlichen von Drogen abhalten sollen. Gerade bei den Handballern und Fußballern bei uns war bekannt, das reichlich gesoffen wurde :rolleyes:

elvae
12.07.2009, 15:18
mit den spielen seh ich das eher so, wie mit den filmen:
es gibt ne fsk, und die is ziemlich streng (wir haben in europa das strengste JuSchu-gesetz) und wenn die eltern nicht schauen, was die kinder am pc spielen und was die da eigentlich machen und die verkäufer denen die spiele verkaufen (gut, man kann da auch anders rankommen, aber da isses wieder so, das die eltern drauf achten sollen) kann man verbieten was man will, die werdens dennoch tun...
manche spiele haben in meinen augen wirklich keine daseinsberechtigung (vergewaltigungssimulationen o.ä.) aber ich seh es nicht ein, das die spiele, die hier zugelassen sind, ab 18 freigegeben sind, von mir als 26 jährigem, mündigen bürger nicht gespielt werden dürfen, nur weil irgendwelche eltern nicht schauen was kinder am pc machen.
wieso müssen in jedem 3 kinderzimmer fernseher, pc und/oder dvdplayer stehen??? wir sind auch so gross geworden, meinen ersten eigenen fernseher hatte ich erst mit 18, als ich ausgezogen bin, warum müssen kiddis dann schon mit 6-8 jahren einem in eigenen zimmer haben??
was ich allerdings komisch find, in counterstrike, wo kein blut spritzt, darf ich erst mit 18 zocken (korrigiert mich, wenn ich bei dem spiel falsch lieg), aber in nem schützenverein, wo ich mit echten waffen hantieren darf, darf ich schon mit 15-16 rein :confused:
naja, ich muss grad an nem cartoon denken, von til mette, mutti, vaddi und kleines kind sitzen vor der glotze, kind total veränstigt und vaddi am motzen: der staat sollte es verbieten, das unser kind sowas zu sehen bekommt!
was nützt einem das strengste JuSchu-gesetz europas, wenns den eltern/verkäufern/etc... egal is, was die kiddies machen??
früher hatte man alternativen, jugendclubs, vereine, die man sich noch leisten konnte, den ferienpass gibts auch nimmer (das gabs früher in den großen ferien, ein heftchen mit 50 angeboten, die man vergünstigt wahrnehmen konnte, ich bin für ca 10 DM zu den karl may-festspielen gefahren, zum bleistift), man weiß heutzutage als junger mensch nicht, was man machen soll, alles ist schweineteuer...
von dem geld, was 1x kino inkl. etwas popcorn und ne cola kostet, kann man ne 3-köpfige family fast 2-3 tage satt bekommen, discotheken sind auch teuer, den jugendclubs wird der geldhahn zugedreht, bolzplätze dichtgemacht oder so vergammeln gelassen, das es lebensgefährlich is, da zu spielen..
wo soll man als stadtkind noch hin, ausser vor der glotze oder pc?? rumhängen in der innenstadt vielleicht noch... ja, super...
an den spielen liegts nicht, das jemand amokläuft, allein in europa gibts millionen counterstrike-spieler, die zahl derer, die sog. killerspiele spielen, geht in die 50 millionen (europaweit), wenn nicht noch mehr, müsste es demnach nicht viel mehr amokläufe geben??
warum gabs denn amokläufe vor dem pc-zeitalter?? achja, da waren es krimis oder rockmusik....

Fräulein Wunder
12.07.2009, 16:02
Ach... und der Schützenverein (ich bin keine Mitglied) erzieht die Jugendlichen zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Waffe ;)



Allerdings ist mir nicht klar, wieso Jugendliche - so ganz real - überhaupt zum Umgang mit der Waffe erzogen werden müssen. :confused:

Kubalibre
12.07.2009, 16:18
was ich allerdings komisch find, in counterstrike, wo kein blut spritzt, darf ich erst mit 18 zocken (korrigiert mich, wenn ich bei dem spiel falsch lieg), aber in nem schützenverein, wo ich mit echten waffen hantieren darf, darf ich schon mit 15-16 rein :confused:Ich war noch nie Counterstrik-Spieler, eines ist aber sicher: Counterstrike kann man nur mit mehreren spielen. Dabei lernt man unter anderem auch im Team zusammenzuarbeiten, da man sonst nicht weit kommt. Zudem ist auch eine gewissen Freundlichkeit untereinander angebracht, da man sonst von den anderen rausgeschmissen wird. Klar ist das nur virtuell aber es gibt da dann auch fest zusammengeschlossene Spieler in sogenannten Clans (früher wären das dann Vereine geworden) und es werden sogar Meisterschaften mit Preisgeldern in solchen Spielen ausgetragen - auch E-Sport genannt.

Es gibt da ja auch einen schönen Film den man zu dem Thema empfehlen kann - Bowling für Columbine (http://de.wikipedia.org/wiki/Bowling_for_Columbine) von Michael Moore.
.

Sophie
13.07.2009, 11:39
Übrigens, wo sind denn die meisten Amokläufer hingegangen?? Einfach wahllos auf öffentliche Plätze?? Nein, sie gingen an die Orte, an denen sie jahrelang Unterdrückung und Demütigungen erleben mussten, wie eben z.B. die Schule. Wenn es nur die angebliche Verrohung wäre, dann wäre der Ort doch egal, oder??

Und genau hier sollte der Jugendschutz ansetzen. Wenn ein Jugendlicher in der Schule gehänselt und gedemütigt wird, wenn die Lehrer womöglich fleißig mitmobben, und wenn die Eltern keine Hilfe geben, sondern auch noch selbst an der Leistungsschraube drehen (seltsamerweise kamen die letzten mir erinnerlichen Amokläufer aus "bürgerlichen", "unauffälligen" Verhältnissen), dann ist es nur eine Frage der Waffenverfügbarkeit, ob jemand zum Amokläufer wird oder nicht.
Die einen zerstören sich selbst durch Saufen, Drogen, Ritzen, Magersucht und was weiß ich noch, andere kehren die Aggression nach außen.
Das ist doch die Tragödie, dass niemand sich dafür interessiert hat, wie es in diesen Kindern ausgesehen hat, bis es dann kracht.
Die Ballerspiele sind meiner Meinung nach eher ein Ventil für die angestaute Wut, also ein Versuch der Selbsttherapie (hier habe ich die Kontrolle über das Geschehen, hier bin ich stark), und nicht die Ursache für Amokläufe. Die Ursache liegt in der Verzweiflung und den Ohnmachtsgefühlen der Täter. Aber Jugendarbeit kostet, und unsere Gesellschaft will stromlinienförmige "Leistungsträger", wer da nicht ins Bild passt, weil er/sie verschlossen, depressiv, dick, gothic oder sonstwie "anders" ist, wird gemobbt, bis es halt kracht.
Mit 19 bin ich nur aus dem Grund keine Amokläuferin geworden, weil ich keine Knarre hatte...

Boewi
13.07.2009, 12:02
Wenn ein Jugendlicher in der Schule gehänselt und gedemütigt wird, wenn die Lehrer womöglich fleißig mitmobben, und wenn die Eltern keine Hilfe geben,... dann ist es nur eine Frage der Waffenverfügbarkeit, ob jemand zum Amokläufer wird oder nicht.


Das sehe ich anders. Unter der Prämisse gäbe es sehr viel mehr Amokläufer...
Gottseidank wird aber nicht jedes gemobbte Kind mit Jägern oder Sportschützen in der Verwandtschaft zum Mörder oder Amokläufer. Bis es soweit kommt, muss noch sehr viel mehr schief gelaufen sein.

Counterstrike kann man nur mit mehreren spielen. Dabei lernt man unter anderem auch im Team zusammenzuarbeiten, da man sonst nicht weit kommt. Zudem ist auch eine gewissen Freundlichkeit untereinander angebracht, da man sonst von den anderen rausgeschmissen wird.
Kann man das nicht auch mit anderen Spielen lernen? Um Teamfähigkeit zu lernen, muss man nicht unbedingt auf alles ballern, was sich bewegt. Mir fehlt für derartige Spiele jedes Verständnis... erst recht, wenn es um Kinder geht.

elvae
13.07.2009, 12:49
boewi, das spiel is ja auch nix für kinder, sondern hat ne fsk, wenn die eltern nicht kontrollieren, können die spielemacher auch nix für ;)

Boewi
13.07.2009, 12:57
Dazu brauchen die Eltern aber viel mehr Medienkompetenz, als sie in aller Regel haben.

Die Spielemacher rechnen selbstverständlich nicht damit, dass jüngere Menschen Spiele spielen, die nicht für sie geeignet sind... :holy:

elvae
13.07.2009, 14:34
genausowenig wie die filmemacher ;)
und medienkompetenz ist lernbar. wieso brauchen kids unbedingt einen pc im eigenen zimmer? den kann man auch ins wohnzimmer stellen, klare zeiten ausmachen und sich stumpf danebensitzen ;)

Darcy
13.07.2009, 14:46
genausowenig wie die filmemacher ;)
und medienkompetenz ist lernbar. wieso brauchen kids unbedingt einen pc im eigenen zimmer? den kann man auch ins wohnzimmer stellen, klare zeiten ausmachen und sich stumpf danebensitzen ;)

Es soll aber auch Eltern geben, die arbeiten gehen und nicht rund um die Uhr neben ihren pubertierenden Kindern im Wohnzimmer hocken können.
Mal abgesehen davon, dass die pubertierenden Kids möglicherweise Freunde haben, bei denen sie dann Spiele spielen, die zu Hause nicht erlaubt sind.

Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso erwachsene Menschen unbedingt Spiele mit Mord und Totschlag spielen müssen, aber ok, ich hab eh keinen Sinn für PC-Spiele gleich welcher Art.

wer da nicht ins Bild passt, weil er/sie verschlossen, depressiv, dick, gothic oder sonstwie "anders" ist, wird gemobbt, bis es halt kracht.
Mit 19 bin ich nur aus dem Grund keine Amokläuferin geworden, weil ich keine Knarre hatte...

Das kann ich nur unterschreiben - hätte ich damals die Möglichkeit dazu gehabt, wer weiß ...

elvae
13.07.2009, 15:28
hm, wenn du es so sagst, dann müssten wir eigentlich alles verbieten, was ab 18 erlaubt ist, weil, die kids kommen ja immer irgendwie ran, teenies mit 16 klauen autos und bauen unfälle, 12-jährige die rauchen oder alk trinken....
es kommt auch darauf an, das man sich mit seinen kindern mal auseinandersetzt, WAS die da eigentlich spieloen, WARUM sie das machen, was sie in der schule erlebt haben etc...
ich weiß selber wie das ist, wenn man gemobbt wird, geschlagen und verprügelt und man ganz allein damit gelassen wird, weil sich KEINER interessiert... (und das in einem heim mit 3 erziehern auf 7 kids....)

Itsme
13.07.2009, 15:42
Obwohl ich ein absoluter Gegener von Spielen mit Töten und Hetzjagden bin, muss ich zu bedenken geben, dass es Spiele oder Kindergeschichten solcher Art schon vor 50 Jahren gab.
Über Cowboy und Indianer habt Ihr hier schon gesprochen. Pfeil und Bogen "bauten" wir selber, manche Kinder hatten Revolver mit Platzpatronen. Heute bezeichnet man solche Spielzeuge als pädagogisch bedenklich oder nicht in Ordnung.
Vor einigen Tagen hätte ich in einem Buchladen das Original Struwelpeterbuch in den Händen. Es fließt reichlich Blut, abgehackte Daumen und Drohungen en masse. So roh, wie viele alte Märchen. Trotzdem habe ich damals, in meiner Kinderzeit, oder auch später, in meinen Teenyjahren, nichts von jugendlichen Amokläufern gehört. Gab es sie so nicht? Oder gab es sie schon, aber die Berichterstattung war noch nicht so ausgereift und man hat einfach weniger von dem, was os in der Welt passiert, erfahren? Einen Fernseher hatten jedenfalls nur wenige, als ich Kind war.
Egal, ich halte Gewaltspiele zwar für nicht gut, aber ich glaube nicht, dass sie allein ein Kind oder einen jungen Erwachsenen zum Gewalttäter machen.
Ich drücke es mal ganz schlicht aus:
Mangelnde Aufmerksamkeit, zu wenig Zeit/Zuwendung und zu wenig oder keine Liebe (ich glaube dies vor allem) sind in meinen Augen der Haupt-Knackpunkt.
Wenn dann wenig Zukunftsperspektive und X Stunden vor dem PC und die Beschäftigung mit Gewaltspielen hinzu kommen... wenn also mehrere wichtige Punkte ineinander greifen, kann ich mir vorstellen, dass ein Mensch seinen ganzen Frust, seine Einsamkeit und Hilflosigkeit heraus lässt und ausflippt/durchdreht.

Kubalibre
13.07.2009, 19:40
Es soll aber auch Eltern geben, die arbeiten gehen und nicht rund um die Uhr neben ihren pubertierenden Kindern im Wohnzimmer hocken können.
Mal abgesehen davon, dass die pubertierenden Kids möglicherweise Freunde haben, bei denen sie dann Spiele spielen, die zu Hause nicht erlaubt sind.
Dieses Problem gibt es aber nicht erst seit der Erfindung der Computerspiele. Das kannst du auf Alkohol, Zigaretten, Kriminalität und auf was weiß ich noch alles ausdehnen. Auch in dem Bereich können Eltern nicht immer auf ihre Kinder aufpassen, auch hier gab und gibt es welche, die über die Stränge schlagen. Mit dem Argument müsstest du nun all das verbieten, weil Eltern ihre Kinder nicht rund um die Uhr beaufsichtigen können.

Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso erwachsene Menschen unbedingt Spiele mit Mord und Totschlag spielen müssen, aber ok, ich hab eh keinen Sinn für PC-Spiele gleich welcher Art. Ich kann auch viele Dinge nicht nachvollziehen.
Warum sind tausende Menschen begeistert, wenn 22 überbezahlte Menschen, beaufsichtigt von drei Aufsehern, auf einen armen Ball eintreten, der ihnen nichts getan hat? Dabei gibt es regelmäßig Ausschreitungen, weil ein paar Deppen meinen Hooligans spielen zu müssen. Warum verbietet man den Schwachsinn nicht?

Rennfahrer in allen Klassen fahren unnötige Runden auf Rennstrecken, blasen Abgase in die Luft und schädigen die Natur. Einige hirnlose Raser eifern den Leuten auf den normalen Straßen nach, drängeln, schieben und nötigen Leute oder machen sogar illegale Straßenrennen, bei denen auch schon Menschen zu Schaden kamen. Warum verbietet man nicht den Motorsport und gleich auch Autos mit mehr als 100 PS?

Fasching, Weihnachten, Geburtstag, Silvester, Straßenfeste und was weiß ich wo noch überall gefeiert wird. Dort trinken Millionen Menschen im Jahr Alkohol und haben Spaß. Einige unvernünftige setzen sich besoffen ans Steuer und rasen sich und andere in den Tod. Warum verbietet man nicht den Alkohol, wegen den paar Idioten???

Die Liste könnte man mit Sicherheit fast endlos erweitern. Es gibt da einen Spruch den man dabei bedenken sollte. Leben und leben lassen. Was mir Spaß macht, dass stört den anderen. Wenn wir alles verbieten was uns stört oder was wir nicht verstehen..... tja, dann hat wohl niemand mehr Spaß.

Der eine grillt gerne, der Nachbar meckert weil der Qualm in seine Wohnung zieht. Kinder spielen draußen im Hof oder auf der Straße Fußball, der Opa von gegenüber meckert wegen dem Lärm, ect., ect., ect...

Zudem sollten sich die Gegner dieser Spiele mal von der Vorstellung verabschieden, das es dabei primär ums töten geht. Klar macht man das in den Spielen aber den Spielern geht es nicht darum. Für die ist ein eine Frage der Geschicklichkeit, wer ist besser, reagiert schneller oder bei Counterstrike, wer arbeitet besser im Team, welche Taktik ist besser. Tja, ich glaub aber, dass die Gegner das nie verstehen werden. Genau sowenig wie ich verstehe, warum man bei Feiern etwas mehr bis zu zuviel Alkohol trinken muss um Spaß zu haben. Eine gängige Meinung bei vielen Menschen und ich sag jetzt mit Absicht nicht bei allen. Ich kann auch mit einer Tasse Milchkaffee oder einem Glas Apfelsaftschorle feiern.
.

Gast
13.07.2009, 22:21
Zudem sollten sich die Gegner dieser Spiele mal von der Vorstellung verabschieden, das es dabei primär ums töten geht. Klar macht man das in den Spielen aber den Spielern geht es nicht darum. Für die ist ein eine Frage der Geschicklichkeit, wer ist besser, reagiert schneller oder bei Counterstrike, wer arbeitet besser im Team, welche Taktik ist besser. Tja, ich glaub aber, dass die Gegner das nie verstehen werden. Genau sowenig wie ich verstehe, warum man bei Feiern etwas mehr bis zu zuviel Alkohol trinken muss um Spaß zu haben. Eine gängige Meinung bei vielen Menschen und ich sag jetzt mit Absicht nicht bei allen. Ich kann auch mit einer Tasse Milchkaffee oder einem Glas Apfelsaftschorle feiern.


Auch wenn es nicht primär ums Töten geht... es wird aber getötet. Jedesmal, wenn man schnell reagiert, im Team gut arbeitet usw. wird jemand getötet. Und ich muss da boewi nochmal beipflichten... ich hab für sowas NULL Verständnis. All diese Dinge, die du auszählst, kann ich bei vielen anderen, friedlichen Computerspielen auch einüben... und bei allen Sportarten, die im Team gespielt werden. Das hat dann zusätzlich noch den Vorteil, dass die Kids an die frische Luft kommen und sich bewegen... und nicht am Nachmittag auch noch sitzen, wie in der Schule und lediglich den Finger bewegen.

LG
LOF

Gast
13.07.2009, 22:26
Egal, ich halte Gewaltspiele zwar für nicht gut, aber ich glaube nicht, dass sie allein ein Kind oder einen jungen Erwachsenen zum Gewalttäter machen.
Ich drücke es mal ganz schlicht aus:
Mangelnde Aufmerksamkeit, zu wenig Zeit/Zuwendung und zu wenig oder keine Liebe (ich glaube dies vor allem) sind in meinen Augen der Haupt-Knackpunkt.


Absolut richtig. Und es ist besonders wichtig, dass die Kinder all dies in ihrer Kindheit bekommen. Wenn hier vieles richtig gemacht wird, dann ist auch die Gefahr recht gering, dass das Gewaltspiel, das man mit 15 mal bei seinen Freunden spielt, weil dessen Eltern es erlauben, negative Auswirkungen hat.
Aber das Problem ist leider, dass viele Kinder von Anfang an emotional verwahrlosen... und von ihren Eltern schon mit 1, 2 Jahren vor die Glotze gesetzt werden. Mit 4 entdecken sie dann Video- und Computerspiele und spätestens mit 6 wird munter drauflosgeballert. Die Kleinen gewöhnen sich daran... die emotionale Verwahrlosung geht weiter... später kommen dann noch negative Einflusse von Freunden, der Straße usw. dazu und irgendwann kann das einfach zu Verbrechen führen...

LG
LOF

Kubalibre
13.07.2009, 22:56
Absolut richtig. Und es ist besonders wichtig, dass die Kinder all dies in ihrer Kindheit bekommen. Wenn hier vieles richtig gemacht wird, dann ist auch die Gefahr recht gering, dass das Gewaltspiel, das man mit 15 mal bei seinen Freunden spielt, weil dessen Eltern es erlauben, negative Auswirkungen hat.
Aber das Problem ist leider, dass viele Kinder von Anfang an emotional verwahrlosen... und von ihren Eltern schon mit 1, 2 Jahren vor die Glotze gesetzt werden. Mit 4 entdecken sie dann Video- und Computerspiele und spätestens mit 6 wird munter drauflosgeballert. Die Kleinen gewöhnen sich daran... die emotionale Verwahrlosung geht weiter... später kommen dann noch negative Einflusse von Freunden, der Straße usw. dazu und irgendwann kann das einfach zu Verbrechen führen...

LG
LOFTja, ich bin dann nur auf die Ausreden der Politiker und Medien gespannt, wenn die Spiele wirklich verboten würden und trotzdem Menschen Amok laufen. Was wird dann als nächstes in Angriff genommen, was verbieten wir dann????

Die zunehmende Gewalt in Deutschland kommt nicht von den Computerspielen - das ist meine Meinung.

Und derjenige, der glaubt, mit einem Verbot in Deutschland werden diese Spiele nicht mehr gespielt, der hat von Computern keine Ahnung. Dann ziehen sich die Jugendlichen halt die Spiele über Tauschbörsen oder geben die unter der Hand mit gebrannten DVD´s weiter. Im Gegenteil - Verbote reizen erst recht. Und gerade die ausländischen Versionen sind meist brutaler als die eh schon zensierten deutschen Versionen - das nur mal am Rande erwähnt.

Itsme
14.07.2009, 05:53
Tja, ich bin dann nur auf die Ausreden der Politiker und Medien gespannt, wenn die Spiele wirklich verboten würden und trotzdem Menschen Amok laufen. Was wird dann als nächstes in Angriff genommen, was verbieten wir dann????

Die zunehmende Gewalt in Deutschland kommt nicht von den Computerspielen - das ist meine Meinung.



Weil, wie gesagt, ein ansonsten umsorgtes, ausgeglichenes Kind wohl eher nicht so extrem nur allein durch Computerspiele reagieren wird. Aber ich halte solche Spiele für eines der Glieder in der Kette zur Gewaltbereitschaft.
Und ich gehe mit LOF konform: Alle die positiven Seiten die Du aufzählst - warum geht das nicht ohne dass dabei getötet wird?

Kubalibre
Und derjenige, der glaubt, mit einem Verbot in Deutschland werden diese Spiele nicht mehr gespielt, der hat von Computern keine Ahnung. Dann ziehen sich die Jugendlichen halt die Spiele über Tauschbörsen oder geben die unter der Hand mit gebrannten DVD´s weiter. Im Gegenteil - Verbote reizen erst recht.

Ähnliche Argumente gibt es ja in Punkto Drogen und Du magst wirklich recht haben, dass man so nicht den Konsum unterbindet. Die Prohibitionszeiten in USA haben dies ja auch gezeigt. Aber man kann doch nicht vor Dingen, die schlechten Einfluss nehmen können, einfach kapitulieren und sagen, es nützt ja sowieso nichts. Dann könnte man - extremes Beispiel - auch Mörder einfach frei herum laufen lassen, weil Gefängnisstrafen anscheinend nicht abschrecken und weitere Morde nicht verhindern.
Und für mich ist es auch kein Argument, einfach noch schlimmere, oder ähnlich schlimme Dinge aufzuzählen, um eine schlimme Sache salonfähig zu machen.

Ich halte es für besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder so gut sie können sensibilisieren, als gutes Vorbild fungieren und ihnen vor allem Aufmerksamkeit und Liebe geben.
Ich weiß nicht, aber ich glaube, ein geliebtes Kind / ein geliebter Mensch mit einem intakten sozialen Umfeld, baut kaum solch ein Gewaltpotential auf, dass es/er schließlich Menschen tötet.

Sophie
14.07.2009, 08:38
Irgendwie klingt bei ein paar Postings so ein bisschen durch: Es wird immer schlimmer, früher war alles besser, früher waren die Kinder nicht so gewalttätig....
Heile Welt gab es doch noch nie. Man muss nur 100-200 Jahre zurückdenken. Oder die Romane von Charles Dickens lesen. Was hat denn der gewaltbereite frustrierte Jugendliche zu, sagen wir Napoleons Zeiten, gemacht? Er meldete sich zur Armee (das ging schon mit 12), und lernte das Töten, aber richtig. Hinrichtungen waren eine öffentliche Gaudi für die ganze Familie. Ehrenhändel wurden ausduelliert. Später gingen Jungs zur Fremdenlegion oder heuerten auf einem Schiff an oder gingen "in die Kolonien". Etliche werden elend zugrunde gegangen sein. Alkohol und Drogen waren schon im alten Rom ein Problem. Absinth, Kokain, Opium waren noch im 19. Jahrhundert gesellschaftsfähig.
Und was ist heute? Die Menschen sind so extrem in die gesellschaftlichen Zwänge gepresst, da wundert es mich manchmal echt, dass sich der Druck nicht öfter gewaltsam entlädt. Früher war mehr das "tugendhafte" Verhalten das Maß aller Dinge, heute ist es "Effizienz", neudeutsch "Employability". Schon Kindergartenkinder werden in den verschiedensten Disziplinen von Ballett über Klavier bis hin zu Chinesisch gedrillt, nur damit sie ja später beruflich erfolgreich sind. Von morgens 6 Uhr bis abends 20 Uhr werden die Kinder von einem "Förder"programm zum nächsten gekarrt. Ich kenne so Eltern, deren Kinder einen Terminkalender haben, bei dem ein Manager den Kopf schütteln würde. Diese Überbehütung bei gleichzeitigem Unverständnis für seelisches Leid - "stell dich nicht so an" - und der Mangel an echten Vertrauenspersonen, die nicht nur an einem rumerziehen wollen und nach ihrer Vorstellung formen wollen, das ist meiner Meinung nach einer der Gründe für gewalttätige Explosionen.
Die letzten Amokläufer in Deutschland kamen eben nicht aus sogenannten "zerrütteten Verhältnissen", wo die Eltern schon morgens besoffen sind, sondern aus "angesehenen", "anständigen" Familien.

Itsme
14.07.2009, 11:31
Sophie
Diese Überbehütung bei gleichzeitigem Unverständnis für seelisches Leid - "stell dich nicht so an" - und der Mangel an echten Vertrauenspersonen, die nicht nur an einem rumerziehen wollen und nach ihrer Vorstellung formen wollen, das ist meiner Meinung nach einer der Gründe für gewalttätige Explosionen.
Die letzten Amokläufer in Deutschland kamen eben nicht aus sogenannten "zerrütteten Verhältnissen", wo die Eltern schon morgens besoffen sind, sondern aus "angesehenen", "anständigen" Familien.

Absolut!
Nur würde ich es nicht "überbehütet" nennen, sondern zum einen Teil wegrationalisiert und zum anderen Teil sieht das für mich danach aus, dass die Kinder die eigenen Vorstellungen undTräume leben sollen und wie Marionetten behandelt werden. Wie Eigentum, mit dem man tun kann, was man will. Aber nach außen wirkt das wohlmöglich toll... was man den Kindern alles "bietet".
Der gleichzeitige Mangel an Vertrauenspersonen, wie Du es beschreibst, ist zwar etwas anders ausgedrückt, aber im Grunde auch das, was ich (oben) meine.

Und zu den "angesehenen, anständigen" Familien: Eltern müssen nicht besoffen durch die Gegend torkeln und nach außen mag alles Paletti aussehen. Wenn kein liebe- und vertrauensvolles Verhältnis zu den Kindern besteht, ist in meinen Augen ihr Verhältnis zu ihnen mindestens gestört, wenn nicht zerrüttet.
Eigentlich kommt das, was Du schreibst in vielem auf das gleiche heraus, wie das, was ich schrieb, denn ich sehe das nicht anders als Du.

AngelofCruxis
14.07.2009, 12:18
Zu meiner Zeit wurde ich extrem gemobbt. Und an manchen Tagen, angenommen ich wäre irgendwie an Waffen gekommen, wer weiß ob da nicht was ähnliches passiert wäre. Ich hatte aber keinen Zugang zu Gewaltfilmen - oder Spielen. Zu der Zeit gabs Killerspiele gar nicht. Jaja, Mobbing rechtfertigt keinen Mord, nur wenn man immer nur fertig gemacht wurde und von den Lehrern nur zu hören kriegt "Ja, da bist du wohl ein bißchen empfindlich, schaff dir halt ein dickes Fell an." (Sowas wie Mobbingpräventionen u.s.w., das war damals noch ein Fremdwort.) da kann es passieren, dass einem die Sicherungen durchknallen.
Der eine schluckt es runter, der nächste richtet es nur gegen sich selbst und der dritte nimmt Rache.
Ich finde es traurig, dass erst Blutbäder angerichtet werden müssen, bevor mal ernsthaft was gegen Mobbing getan wurde.
Ach wenn es nicht Far Cry 2 gewesen wäre und die einen Terminator Film bei ihm gefunden hätten oder Matrix....dann wäre das doch wieder schuld.
Irgendwie hat sich doch nach dem Matrix Film eine Frau vom Hochhaus gestürzt, weil sie geglaubt hat, das die Leute aus der "realen" Welt ihr irgendwelche Nachrichten schicken....da hieß es ja zeitweilig, dass jetzt die Matrix Filme böse sind, weil sie ja Psychosen auslösen können....

und als ein Gothic Pärchen durchgedreht ist und einen Christen gemetzelt hat, da war die böse Gothic Musik schuld....das hieß es ja auch zeitweilig beim ersten Amoklauf, weil die Amokläufer schwarze lange Mäntel anhatten...

Die Medien suchen eben immer einen Sündenbock. Fehlt nur noch, dass "Ponyhof" indiziert wird, weil ein Pony ein Gänseblümchen umtritt.

Wie ich schonmal sagte, die einen richten es gegen sich, die anderen vielleicht nur gegen virtuelle Gegner und ein kleiner Prozentsatz, der natürlich für alle Killerspielspieler in den Medien steht, der greift dann wirklich zur Waffe.

Ich glaube, die Erwachsenen (ich gehöre ja selbst dazu, aber ich nehme das jetzt einfach mal so auf) wollen nicht zugegeben, dass ihre tolle Gesellschaft schuld ist. Hier haben doch alle Chancengleichheit. (schönes Märchen) Und das bißchen Mobbing...ja das gehört eben dazu und da muß man sich eben durchsetzen...(klar, nur das viele dabei zerbrechen, das sieht niemand)
Und das Zerbrechen äußert sich im extremsten Fall eben so. Aber irgendwelchen Killerspielen die Schuld geben ist halt einfacher.

Angenommen alle Killerspiele wären auf ewig verschwunden...wer weiß ob dann nicht Actionfilme schuld wären, und sind die erstmal weg...tja dann kommen Tom und Jerry dran...irgendwann sind die Teletubbies schuld weil sie sich beim rumhopsen anstoßen....da könnte man vom hundertsten ins tausendste gehen.

Nordlicht
14.07.2009, 12:54
Meine Theorie ist, dass manche Leute einfach anfällig für Amokläufe sind und bei diesen Personen in erster Linie die Umstände (liebe, vertrauen, wärme auf der einen und hobbies, verfügbarkeit/stellenwert von waffen auf der anderen seite) wichtig sind. Andere dagegen werden trotz widrigster Umstände keinen Amoklauf begehen, weil sie an sich charakterlich nicht so sind.
Und dazwischen gibt es die vielen, bei denen beides, Charakter und Umstände gleichermaßen, zu dieser "Entscheidung" beiträgt (Amoklauf "ja oder nein").

Ich denke, das liegt daran, dass manche Personen nur unter günstig(st)en Umständen im Leben zurechtkommen... bzw. selbst unter günstigsten Umständen vielleicht nicht wirklich zurechtkommen... weil sie einfach keine oder keine geeigneten Strategien haben, um das (anders) zu schaffen. Ich nehme an, dass der Stress im Leben dann je nachdem mit Betäubungsmitteln, Aggressionen oder anderen ähnlichen Strategien bewältigt wird. Da kann der Amoklauf auch Stressbewältigung auf extreme Weise sein. Das hat dann aber mit Computerspielen nichts zu tun.

Was mit den ganzen Leuten ist, die Egoshooter spielen und nicht Amok laufen, darauf gehen die meisten Medien dann nicht ein - interessiert ja nicht.
Der eine kann sich damit halt entspannen, dem anderen geht das völlig ab. Genauso wie der eine Fleisch am liebsten frisch vom Schlachter holt und man andere mit Fleisch jagen kann, weil da Tiere bei umkommen... (wobei beim PC-Spiel das Töten nur virtuell ist).
Ich gehe davon aus, dass man - je nach Veranlagung mehr oder weniger häufig - genauso wie Sexphantasien auch mehr oder weniger gewaltbeinhaltende Phantasien hat (zum Beispiel wenn man jemand nicht leiden kann :rolleyes:)... einfach, um entsprechenden Input ans Gehirn oder Assoziationen im Hirn zu verarbeiten, ohne dass man real so etwas umsetzen würde. Man entspannt sich dadurch.
Analog zu solchen Phantasien kann man eben, denke ich, auch selbst aktiv diese Ressourcen zur Entspannung nutzen. Ein gewisses Potential an Aggression hat jeder Mensch, und diese läßt sich sehr unterschiedlich verarbeiten, eben auch beim Nervenkitzel, wenn man Ego-Shooter spielt.
Bei manchen läuft es dann nicht so, dass man sich danach entspannt, sondern verstärkt sich in sich und läßt einen nicht in Ruhe... was sich dann in Aggressionen nach außen oder auf sich selbst auswirken kann. Das hat dann aber auch nichts mit den Computerspielen an sich zu tun.

Ich bin weder gegen noch für Ego-Shooter oder ähnliche Spiele, ich setze mich da nicht aufs hohe moralische Ross. Denn das solche Computerspiele für sich nichts mit Amokläufen zu tun haben halte ich für korrekt. Das ist in meinen Augen eher ein Vorwand dafür, dass man es schrecklich findet, wenn jemand anderes gerne virtuell Gegner tötet, nicht nur allein, auch im Team. Ich denke, es gibt kaum eine größere "Herausforderung" in dem Bereich, als quasi ebenbürtige Gegner (sind ja normalerweise auch simulierte menschen oder was ähnliches) zu besiegen. Man könnte jetzt dagegen halten "warum denn töten, gefangennehmen reicht doch auch", aber dann ändert sich zum einen die Spielsituation ("was tun mit den Gefangenen"), zum anderen ist der Gegner nicht "hundertprozentig" besiegt... zumindest würde ich das so sehen.
Virtuell ist nunmal nicht real (wird ja zB bei der partnersuche per Internet immer betont...). Und die Motivation, die Spiele zu spielen, ist normalerweise nicht, dass man gern real rumläuft und Leute abknallt, würde ich mal behaupten. Ich fände es gut, wenn man anderen zugesteht, dass sie auch mal ein paar Aggressionen rauslassen wollen, dass sie den Nervenkitzel und die Spannung bei solchen Spielen gut finden, dass sie durch überlegene Strategie oder einfach durch mehr Durchschlagskraft mal virtuell jemand eins drüberbrennen können... solche Sachen.
Zu dem Kinder-Totschlagargument: die Spiele sind ab einem Aler freigegeben, wo man normalerweise selbst entscheiden kann, was man sich antut und was nicht. Wenn Kinder sowas in die Finger kriegen - sowas kann mal vorkommen. Entscheidend ist für mich, ob sie es behalten, ob sie dann immer Gelegenheit dazu haben, oder die Verantwortlichen entsprechend reagieren und den Kindern die Möglichkeit entziehen, ungeeignete Spiele zu spielen oder auch ungeeignete Genußmittel zu sich zu nehmen. Ich sag nicht, dass der Elternjob leicht ist, Konsequenzen ziehen sollte man aber schon können. Zur Not kann das Kind dann halt nicht beim Freund zuhause spielen, wenn es da ungehindert Zugang zu solchen Dingen hat... dann muß das eher anders gelöst werden.

Nunja, lange Rede, kurzer Sinn.
Gruß
Dani

Kubalibre
14.07.2009, 19:05
AngelofCruxis und Nordlicht

Danke, ihr habt das so ausgedrückt, wie ich es empfinde - speziell diese Auszüge.


Ich glaube, die Erwachsenen (ich gehöre ja selbst dazu, aber ich nehme das jetzt einfach mal so auf) wollen nicht zugegeben, dass ihre tolle Gesellschaft schuld ist. Hier haben doch alle Chancengleichheit. (schönes Märchen) Und das bißchen Mobbing...ja das gehört eben dazu und da muß man sich eben durchsetzen...(klar, nur das viele dabei zerbrechen, das sieht niemand)
Und das Zerbrechen äußert sich im extremsten Fall eben so. Aber irgendwelchen Killerspielen die Schuld geben ist halt einfacher.


Das ist in meinen Augen eher ein Vorwand dafür, dass man es schrecklich findet, wenn jemand anderes gerne virtuell Gegner tötet, nicht nur allein, auch im Team. Das meinte ich damit als ich sagte: Was ich nicht verstehe, das lehne ich ab (und will das es verboten wird, denn dann muss es ja schlecht sein).
.

Boewi
14.07.2009, 22:01
Der eine kann sich damit halt entspannen, dem anderen geht das völlig ab.
Kann man sich nicht genau so gut entspannen, wenn man auf Moorhühner oder Dartscheiben schießt oder in einer virtuellen Welt Schätze sucht? Warum in aller Welt muss man sich unbedingt beim Schießen auf virtuelle Menschen entspannen?

Ein gewisses Potential an Aggression hat jeder Mensch, und diese läßt sich sehr unterschiedlich verarbeiten, eben auch beim Nervenkitzel, wenn man Ego-Shooter spielt.
Bei manchen läuft es dann nicht so, dass man sich danach entspannt, sondern verstärkt sich in sich und läßt einen nicht in Ruhe... was sich dann in Aggressionen nach außen oder auf sich selbst auswirken kann. Das hat dann aber auch nichts mit den Computerspielen an sich zu tun.

Offenbar schon, wenn es sich nach dem Spielen verstärkt, so wie du es beschreibst. Das Problem scheint mir einfach zu sein, dass wir nicht wissen, wer wie reagieren wird. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich zu entspannen und unglaublich viele Spiele, bei denen man Teamwork trainieren, Aufgaben erfüllen, Aggressionen abbauen, Strategien lernen oder andere sinnvolle Dinge üben kann.

Zu dem Kinder-Totschlagargument: die Spiele sind ab einem Aler freigegeben, wo man normalerweise selbst entscheiden kann, was man sich antut und was nicht. Wenn Kinder sowas in die Finger kriegen - sowas kann mal vorkommen.Darum geht es. Kinder, die das in die Hand bekommen - und Kinder kriegen viel in die Hand, wenn sie wollen - sind eben noch nicht reif genug und nehmen Schaden.


Um das ganz klar zu sagen:
Mir geht es nicht darum, den so genannten Killerspielen die Schuld an irgendwas zu geben. Aber solange auf dieser Welt Menschen durch Terror, Krieg oder Amokläufe brutal ermordet werden, halte ich es für ein Unding, so etwas in Spielen zu verharmlosen und zu bagatellisieren! :meinung:

Kubalibre
14.07.2009, 22:56
Kann man sich nicht genau so gut entspannen, wenn man auf Moorhühner oder Dartscheiben schießt oder in einer virtuellen Welt Schätze sucht? Warum in aller Welt muss man sich unbedingt beim Schießen auf virtuelle Menschen entspannen?
Weil wir Menschen verschieden sind und wir alle verschiedene Sachen mögen oder sie eben nicht mögen. Der eine mag Rennspiele, der andere Rollenspiele, der nächste Jump and run und der nächste eben Shooter. Zudem werden Shooter nicht so häufig gespielt wie das in den Medien immer dargestellt wird. Nur ein kleiner Prozentsatz der Spiele sind überhaupt Shooter. Das die auf jedem PC von Spielern gefunden werden ist klar. Jeder hat einmal so ein Spiel gehabt und gespielt. Ob der Spieler das aber häufig nutzt oder vielleicht lieber Moorhuhn spielt, darüber sagt das installierte Spiel nichts aus.

elvae
14.07.2009, 23:05
ganz ehrlich?
ich find die abendnachrichten oder auch schon um 12 uhr mittags um einiges brutaler, da werden flugzeugabsturzopfer gezeigt, iranische (oder irakische, verwechsel ich dauernd) schwangere mädchen, die aus allem körperöffnungen im gesicht bluten.. zu den printmedien a la bild muss ich nicht erst groß was sagen, was da auffer titelseite abgebildet is :rolleyes:
DAS is real und wird mittags, nachmittags, abends und teilweise auch morgens gesendet, da wird mir sogar schlecht, echt...
aber counterstrike is böse, wo kein blut spritzt und die pixelmenschen die hände hinterm kopp nehmen, sich auf den boden legen und sich auflösen :rolleyes:
übrigens: moorhühner abknallen find ich böse, die viehcher haben einen nix getan, wehren sich net und sehen auch viel knuffiger aus, als irgend wein soldat oder zombie ;)
ich kann sehr gut bei horror und splatterfilmen entspannen, ich find braindead, botched und shaun of the dead die witzigsten filme, die je gemacht wurden, hab mir mit 12 das 1. mal terminator angesehen und bin seitdem dem horror, blut und gemetzel verfallen, hab noch nie ne schusswaffe in der hand gehalten, hatte ne beschissene kindheit und spiel auch gern mal konsolen/pc-spiele, die in die definition killerspiele fallen würden, auch wenns net counterstrike is, hab allerdings nur 1x eine person geschlagen, als ich mich gewehrt hatte, bin ich jetze böse?? :rolleyes:
einem medienminister, der sagt, das er sich mit dem internet net auskennt und seine leute dazu hat, das zu bedienen, einen innenminister, der meint, bundeswehr muss auch im inneren eingesetzt werden, grundrechte beschränkt werden und der gern unliebsame datenschützer einfach aus dem saal werfen lässt, denen vertrau ich nicht wirklich, das sie objektiv zu der thematik äussern, besonders, da alle politiker (cdu/csu, spd,fdp,linke & grüne) einhellig beschwören, nie so ein spiel auch nur angesehen zu haben, geschweige denn gespielt :rolleyes:
naja, zumindest weiß ich, wen ich wähl :-p

Boewi
15.07.2009, 00:39
Nur ein kleiner Prozentsatz der Spiele sind überhaupt Shooter. Das die auf jedem PC von Spielern gefunden werden ist klar. Jeder hat einmal so ein Spiel gehabt und gespielt. Ob der Spieler das aber häufig nutzt oder vielleicht lieber Moorhuhn spielt, darüber sagt das installierte Spiel nichts aus.
Das ist mir schon klar. Nicht jeder, der solche Spiele ablehnt, ist doof und will nur alles verboten wissen, was er nicht versteht. Ich bin auch sicher nicht die einzige, die noch nie selber Counter-Strike gespielt hat, weil sie das schon in recht jungen Jahren allein beim Zugucken angewidert hat. Daher behaupte ich mal, dass nicht jeder so ein Spiel gehabt und gespielt hat :nee:

Aber das ist gar nicht der Punkt. Die spannendere Frage ist doch: Wer braucht diese Ego-Shooter wirklich und wem nutzt die Diskussion um die Abschaffung? Bei näherem Hinsehen entdeckt man oft massive finanzielle Interessen...

Sonnenkuss
15.07.2009, 07:54
Also jetzt macht mir doch bitte nicht weis, dass solche gewaltverharmlosenden, nein eher noch sie verherrlichenden Spiele, auf den Spieler und seine eigene Reflektionsgabe keinerlei Auswirkung haben sollen?
Ihr entsprecht genau dem Klischee, des kleinen, unsicheren, introvertierten Spielers der seine Ohnmacht in der realen Welt als Macht in so einem Game ausleben muss um wenigstens einmal der tolle "Maxe" zu sein.
Und das hat null und nix mit Kinderspielen ala "Räuber und Gendarm" zu tun, wenn ihr nicht mal das mehr unterscheiden könnt, dann seid ihr schon gut in der "Auslebe-Spirale" drin.

Lunix
15.07.2009, 09:07
Interessant dürften diese beiden Artikel sein, von denen sich einer auf Manfred Spitzer (http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Spitzer), dem Autor von "Vorsicht Bildschirm!" und der andere auf Christian Pfeiffer (http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer) beruft.

Zum völlig harmlosen Spiel Counterstrike:
Schulministerium NRW (http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Erziehung/Gewalt_Medien/Gewaltspiele/index.html)

Zum ach so tollen Jugendschutz:
heise online (http://www.heise.de/newsticker/Studie-Lasche-Kontrollen-bei-der-Zulassung-von-so-genannten-Killer-Spielen--/meldung/89319)

War gar nicht schwer zu finden. :)

Nordlicht
15.07.2009, 12:05
Ihr entsprecht genau dem Klischee, des kleinen, unsicheren, introvertierten Spielers der seine Ohnmacht in der realen Welt als Macht in so einem Game ausleben muss um wenigstens einmal der tolle "Maxe" zu sein.
Danke dass du so genau weißt, was hinter jedem Nick für Personen stecken... :rolleyes:
Also ehrlich, Entspannung und Ablenkung mit Machtspielchen gleichzusetzen finde ich etwas platt. Ich hab den Eindruck, dass du solchen Spielen einen größeren Stellenwert beimißt, als sie für die Personen, die sie tatsächlich spielen, wirklich haben. Nur weil ich zB nichts weiter gegen die Spiele habe, spiele ich sie noch lange nicht andauernd und bin erst recht nicht so wie du das beschreibst.
Ehrlich, da wird hier gegen Vorurteile gegen Dicke gekämpft und um die Ecke werden gleich wieder Vorurteile gegen andere ausgegraben... :cool:

Sophie
15.07.2009, 12:20
Ich oute mich mal als gelegentlichen Spieler von einem sogenannten Ballerspiel (Stalker). Zu Anfang fand ich es noch interessant, vor allem die Erkundung der virtuellen Landschaft (es spielt in und um Tschernobyl), aber irgendwann kam der Punkt, da fand ich es einfach zu blöde. Immer das gleiche: Mutanten umballern, Kampf um "Schätze". Ich hab's dann wieder vom PC runtergeschmissen.

Ich glaube, hier werden Ursache und Wirkung vertauscht. Könnte es nicht sein, dass Leute, die eh "einen Knacks" haben, diese Spiele dann exzessiv nutzen und ihr Weltbild daran hochziehen, während "normale" Leute das zwar spielen, aber ohne negative Auswirkungen?

Mal ganz davon abgesehen:
Vorausgesetzt, die einschlägigen Studien zeigen tatsächliche Ergebnisse.

(Je nach Zielsetzung/Interesse/Auftraggeber kann man aus ein und derselben Studie völlig verschiedene Ergebnisse herleiten. Da gibt es absolut zulässige Tricks, um die Ergebnisse in die gewünschte Richtung zu trimmen: Auswahl der Testpersonen, Formulierung der Fragen, Eliminierung von "Ausreißern", Gruppierung der Einzel-Ergebnisse zu Clustern, usw.
Den angeblich statistisch erwiesenen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Übergewicht, Alter und Intelligenz, Anzahl der Störche und der Geburtenrate pipapo schlucken wir ja auch nicht unkritisch.)

Also: angenommen, es ist tatsächlich so.
:ironie:Dann müsste eigentlich von Amts wegen bereits in der Grundschule mit Ballerspielen begonnen werden, da Konzentrationsfähigkeit, Beharrlichkeit, Reaktionsschnelligkeit, Egoismus gefördert werden, Mitgefühl und Kritikfähigkeit abtrainiert werden - der ideale Mitarbeiter in der Fabrik der Zukunft.

Nordlicht
15.07.2009, 12:25
Kann man sich nicht genau so gut entspannen, wenn man auf Moorhühner oder Dartscheiben schießt oder in einer virtuellen Welt Schätze sucht? Warum in aller Welt muss man sich unbedingt beim Schießen auf virtuelle Menschen entspannen?
Genau das hab ich doch gesagt, Boewi - manche können mit sowas nichts anfangen, andere entspannen sich damit. Das könnte man erweitern auf: Manche entspannen sich am besten bei Moorhühnern, andere beim Segelfliegen etc. Davon ab - das beinhaltet auch, dass man sich nicht ausschließlich auf diese Weise entspannt. Spielen ist eine Sache von vielen, die man machen kann und normalerweise kann man sich auch auf mehrere andere Weisen entspannen. Wenn man sich aber auch mal mit diesen Spielen entspannen will, ist das die eigene Sache und sollte von anderen, weil sie das selbst nicht wollen, gleich so "vereinfacht" und "verurteilend" beurteilt werden.

Offenbar schon, wenn es sich nach dem Spielen verstärkt, so wie du es beschreibst. Das Problem scheint mir einfach zu sein, dass wir nicht wissen, wer wie reagieren wird. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich zu entspannen und unglaublich viele Spiele, bei denen man Teamwork trainieren, Aufgaben erfüllen, Aggressionen abbauen, Strategien lernen oder andere sinnvolle Dinge üben kann.
War vielleicht etwas undeutlich, der Satz, den ich schrieb. Das "Bei manchen..." bezog sich nicht auf Spiele sondern auf Personen:
"Bei manchen Personen läuft es dann nicht so, dass man sich danach entspannt, sondern verstärkt sich in sich und läßt einen nicht in Ruhe..." Da alle Menschen individuell sind, wird es immer einen kleinen Prozentsatz geben, der nicht klarkommt - das läßt sich nicht verhindern. Das ist bei allen Themen so, nicht nur bei Spielen. Sonst wär die Welt ja "perfekt".

Darum geht es. Kinder, die das in die Hand bekommen - und Kinder kriegen viel in die Hand, wenn sie wollen - sind eben noch nicht reif genug und nehmen Schaden.
Es läßt sich aber nicht verhindern, dass sie das vielleicht mal in die Hand kriegen - wenns nicht dies Spiel ist, ist es eine Zigarette, eine Motorsäge oder ein Fixerbesteck... Man kann seine Kinder nicht vor allem und jedem bewahren, man kann aber dafür sorgen, dass sie nach so einem "Unfall" (heimlich geraucht, Killerspiel gespielt) entsprechend angeleitet werden, dass sie damit umgehen können und nach Möglichkeit nicht wieder freien Zugang dazu haben, bis sie alt genug sind. Auch hier gilt: die Welt ist nicht "perfekt", deshalb kommt sowas mal vor, egal mit was nun genau. Nur weil ein kleiner Prozentsatz von Kindern damit in Berührung kommen könnte, sollte man es nicht gleich verbieten. Sonst müßte ich auch Motorsägen verbieten.

Gruß
Dani


[/quote]

Lunix
15.07.2009, 13:28
Nur weil ein kleiner Prozentsatz von Kindern damit in Berührung kommen könnte, sollte man es nicht gleich verbieten. Sonst müßte ich auch Motorsägen verbieten.

Jetzt werden aber Äpfel mit Birnen verglichen. Natürlich kann man Kinder und Jugendliche nicht vor allen Gefahren schützen, aber es gibt vermeidbare Gefahren und unvermeidbare Gefahren. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ein Verbot sinnvoll oder überhaupt realistisch ist. Ich würde mir wünschen, dass alle Kinder so aufwachsen, dass sie für diesen ganzen Gewaltkram nicht empfänglich sind. Dann würde sich die Herstellung desselben auch nicht mehr lohnen.

Allerdings ist das noch schwieriger zu verwirklichen als ein simples Verbot.

Dann müsste eigentlich von Amts wegen bereits in der Grundschule mit Ballerspielen begonnen werden, da Konzentrationsfähigkeit, Beharrlichkeit, Reaktionsschnelligkeit, Egoismus gefördert werden, Mitgefühl und Kritikfähigkeit abtrainiert werden - der ideale Mitarbeiter in der Fabrik der Zukunft.

Nicht vergessen, was für gute Soldaten (natürlich nur für die gute Sache) man sich so heranzüchten kann...

Dass damit Konzentrationsfähigkeit gefördert wird, ist mir allerdings ganz neu.

Guenter Osterma
15.07.2009, 17:05
Dass damit Konzentrationsfähigkeit gefördert wird, ist mir allerdings ganz neu.

Hast Du schon mal gespielt? Die schiessen zurück...! :-D


Ich sehe das so: ich spiele keine sog. Ballerspiele, aber es würde mich kollosal ärgern, wenn ich nicht dürfte / könnte, wenn ich denn doch wollte! Hat was mit Freiheit zu tun, finde ich.

Kubalibre
15.07.2009, 19:10
Also jetzt macht mir doch bitte nicht weis, dass solche gewaltverharmlosenden, nein eher noch sie verherrlichenden Spiele, auf den Spieler und seine eigene Reflektionsgabe keinerlei Auswirkung haben sollen?
Ihr entsprecht genau dem Klischee, des kleinen, unsicheren, introvertierten Spielers der seine Ohnmacht in der realen Welt als Macht in so einem Game ausleben muss um wenigstens einmal der tolle "Maxe" zu sein. Toll Sonnenkuss, dass du, obwohl du scheinbar selbst nicht spielst, ganz genau weißt, wie Millionen Computerspieler weltweit sind. :daumen:

Aber sei vorsichtig wenn du ärgerst..... ich spiele gerne Killerspiele. Durch das jahrelange Spielen dieser gewaltverharmlosenden, nein eher noch sie verherrlichenden Spiele, bin ich auch richtig brutal geworden. Ich hatte zwar noch nie eine Schlägerei oder Messerstecherei aber eh, wenn....

Zudem wurde ich noch mit Steuergeldern in der Benutzung von richtigen Waffen ausgebildet und ich war gar nicht schlecht dabei . Habe bei der Bundeswehr die silberne Schützenschnur erhalten und die golden nur knapp verfehlt. Ausgebildet an Gewehr, Pistole, Maschinengewehr und Panzerfaust.

Also Vorsicht bitte, ich kann nicht nur schnell auf Maus und Tastatur drücken.....

:revolver: :revolver: :revolver: :revolver: :revolver:


:bigno:

Sonnenkuss
15.07.2009, 20:34
Super Argumentation, welch Geisteskind bist du denn bitte?
Machen wir uns jetzt gegenseitig lächerlich, weil die Argumente ausgehen?
Klasse Diskussion, Gespräch beendet. Mach alleine weiter mein Held, so wie in deinen Ego-Spielchen, dolles Hobby man reift so dran wie ich bemerke. :(

Lunix
16.07.2009, 08:42
Hier (http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2007/1204/003_bildschirm.jsp) ist noch etwas zum Ignorieren. :cool:

Hummelchen
16.07.2009, 10:23
Ich habe zwei wohlgeratene, nette, sozial integrierte Söhne (22) - der eine studiert Psychologie - der andere Pädagogik.

Beide spielen regelmäßig und gerne Computerspiele - auch EGO-Shooter.

Das hat mich dazu bewogen mich mal näher mit den Spielen und den Spielern auseinander zu setzen - und ich musste feststellen, dass in den Medien viel übetrieben, Spielerinterviews verfälscht wiedergegeben und auch Unwahrheiten (z.B. über Inhalte bei Counterstrike) verbreitet werden.

Ich finde diese Spiele auch nicht so toll - aber der ganze Hype der von den Medien und Politikern darum gemacht wird, dient m. E. doch nur dem Ablenken von den eigentlichen Ursachen für die wachsende Gewaltbereitschaft.

Übrigens regt sich kaum einer über brutale Filme ( Hostel, Saw usw.) auf, die ich viel verheerender finde - die meine Söhne z.B. auch nie gucken würden - in denen es nur darum geht Menschen zu quälen und töten.

Man kann diese Spiele ablehnen, aber man sollte sich schon die Mühe machen sich genauer mit dem Thema auseinander zu setzen und nicht einfach alles nachplappern, was man in den Medien aufschnappt.

Lunix
16.07.2009, 11:31
Übrigens regt sich kaum einer über brutale Filme ( Hostel, Saw usw.) auf, die ich viel verheerender finde - die meine Söhne z.B. auch nie gucken würden - in denen es nur darum geht Menschen zu quälen und töten.

Also mich regen die genau so auf, wie überhaupt die ganze Medienverwahrlosung, übrigens schon seit etwa Ende der 70er Jahre, als das anfing. Natürlich sind Ballerspiele nur eine Schraube von vielen, an denen man drehen muss, um z. B. am Ende einen Amokläufer zu produzieren. Aber sie sind in solchen Fällen immer ein Teil des Problems und das sollte auf keinen Fall verharmlost werden.

Ob ein Verbot machbar bzw. effektiv ist, weiß ich nicht. Aber es sollte dringend etwas zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen getan werden, dann würde sich eine solche Diskussion auch erübrigen. In sofern gebe ich dir übrigens Recht, eine Verbotsforderung ist leicht auszusprechen und sieht nach einfacher Lösung aus - sehr bequem für Politiker, die unsere Steuergeldern lieber unverschuldet in Not geratenen Bankern :rolleyes: hinterwerfen, als es z. B. für soziale Zwecke auszugeben.

Interessant, dass das Verweisen auf in den Medien veröffentlichten Studien als Nachplappern abgetan wird. Gehen doch so langsam die Argumente aus?

Hummelchen
16.07.2009, 11:53
Interessant, dass das Verweisen auf in den Medien veröffentlichten Studien als Nachplappern abgetan wird. Gehen doch so langsam die Argumente aus?

Nö, ich habe auch nicht den Verweis auf "Studien" gemeint - wobei sich vieles "Studie" nennt, was oft nicht wissenschaftlich fundiert ist - wenn man mal genauer hinschaut - da wissenschaftliche Studien (wenn auch im medizinischen Bereich) mein täglich Brot sind, erlaube ich mir das mal anzumerken.

Es gibt übrigens eine Studie des Hans-Bredow-Instituts, die das Verbot weder für nötig noch für sinnvoll hält. Vielmehr hofft man, "dass das Gutachten die negative Diskussion der letzten Monate, mit der beinahe alle Computerspiele und deren Nutzer diskreditiert wurden, wieder versachlichen kann."

Guenter Osterma
16.07.2009, 14:34
Also mich regen die genau so auf, wie überhaupt die ganze Medienverwahrlosung, übrigens schon seit etwa Ende der 70er Jahre, als das anfing.


Für mich begann der Untergang des Abendlandes mit der Einführung von Privatfernsehen (RTL & Co.) - aber das ist ein anderes Thema.



Interessant, dass das Verweisen auf in den Medien veröffentlichten Studien als Nachplappern abgetan wird.


Hängt vielleicht damit zusammen, dass Studien nicht unbedingt objektiv sind. Und die Medien - sind Teil des Problems. :holy:

Guenter Osterma
16.07.2009, 14:38
Machen wir uns jetzt gegenseitig lächerlich, weil die Argumente ausgehen? Klasse Diskussion, Gespräch beendet. Mach alleine weiter mein Held, so wie in deinen Ego-Spielchen, dolles Hobby man reift so dran wie ich bemerke. :(

Sonnenkuss, mit dem Lächerlich machen hast Du angefangen. Und Argumente habe ich in Deinem Statement nicht erkennen können. Eine Meinung, ja.
Aber...Echo oder gar Gegenwind scheinst Du gar nicht zu vertragen...

Lunix
16.07.2009, 14:58
@Hummelchen

Dann war das ein Missverständnis, sorry.

Itsme
16.07.2009, 15:08
Auch wenn ich wirklich nicht glaube, dass ein sozial und charakterlich gefestigter Mensch (allein) durch irgendwelche Spiele zum Amokläufer wird, halte ich solche Art von Spiele für nicht gut. Und das ganz unabhängig von irgendwelchen Studien. Es ist einfach meine ganz persönliche Meinung, dass Töten in einem Spiel nichts zu suchen hat. Genauso wenig wie sonstige Brutalitäten, bei denen immer der der Sieger ist, der einen Menschen durch Verletzungen aktionsunfähig gemacht hat. Und ich kann es ebenfalls nicht verstehen, warum man das in Spiele einbauen muss.
Das Gefühl, Sieger zu sein, seine Geschicklichkeit und sein Reaktionsvermögen kann man doch auch anders bekommen/beweisen.

Das wäre die Frage, die mich am meisten interessiert:
Was ist an diesen Spielen das Besondere, dass Menschen so begeistert
und dass ein Spiel ohne das töten von Gegenern nicht bietet?

Fafner
16.07.2009, 18:53
Nun, woher kommt es, daß bei Unfällen auf der Autobahn Riesenstaus entstehen, nur weil alle meinen, einen Blick riskieren zu müssen? Warum dominieren Negativbeiträge die Abendnachrichten? Warum erfreuen sich Kampfsportarten so großer Beliebtheit? Anscheinend sind Menschen eben so. Natürlich wird sich hier kaum einer dazu bekennen, sowas interessant zu finden (das berühmte BILD-Zeitung-Syndrom: Keiner liest sie, trotzdem ist sie die auflagenstärkste Tageszeitung der BRD).
Ich persönlich liebe Horrorfilme, vom billigen Splatter bis zum niveauvollem Grusel. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht ist es die Faszination für die menschlichen Abgründe, des Bösen, das zweifelhaft gute Gefühl, daß einem selbst solch schlimme Dinge sicher nie passieren würden. Ich finde es einfach unterhaltend. Und ich habe schon oft bekanntschaft mit Heuchlern gemacht, die meinten, mich von ihrem hohen Roß richten zu müssen. Schließlich sind sie ja die besseren Menschen, die moralisch absolut integer sind und niemals einem derart niederen Zeitvertreib wie ich fröhnen würden. Inzwischen geht mir sowas am breiten Hintern vorbei, ich habe es aufgegeben, mich mit solchen argumentresistenten Menschen auseinanderzusetzen. Solche Personen haben ohnehin kein echtes Interesse an einer sachlichen Diskussion, sie hören sich nur selbst gerne reden und sonnen sich darin, was sie doch für ach so gute Menschen sind. Ich bin erwachsen, ich muß mich vor niemanden rechtfertigen. Und ob ihr es mir nun glaubt, oder nicht: Bis heute hatte ich noch nie das Bedürfnis, meine Mitmenschen in der Badewanne zu zerteilen oder ihnen in den Kopf zu schießen.

S.T.

Sophie
16.07.2009, 18:57
Das wäre die Frage, die mich am meisten interessiert:
Was ist an diesen Spielen das Besondere, dass Menschen so begeistert
und dass ein Spiel ohne das töten von Gegenern nicht bietet?
Gerade in Multiplayer-Spielen kann man sich mit mehr oder weniger ebenbürtigen Gegnern messen - halt nicht irgendein dumpfer Algorithmus, womöglich mit Bugs, und das Schöne daran ist, dass ja niemand real geschädigt wird. Du bist tot und fängst halt nochmal an. Ich könnte keine Schnecke massakrieren, aber so kann ich meine Gewaltfantasien risikolos virtuell ausleben.
Ich kann nur von mir oder meinem Bekanntenkreis sagen, dass normale Spielefans alle Arten von gut gemachten Spielen spielen.
Wenn ich an die Nächte mit Tetris denke... "Edna bricht aus", Myst, Riven usw.
Und mein absolutes Lieblingsspiel ist Uru: man erforscht liebevoll konstruierte virtuelle Welten und muss Rätsel lösen. Da wird überhaupt nicht geballert. Es war sogar eine virtuelle Welt ala Second Life geplant. Leider war wohl der Aufwand zu hoch und die Nachfrage zu gering, die Firma ist eingegangen.
Schach ist ja im Grunde auch ein Kriegsspiel, nur stark abstrahiert.

Wer allerdings nur Ballerspiele spielt, der hat meiner Meinung nach schon eine Macke...

Itsme
16.07.2009, 19:27
Fafner
Und ich habe schon oft bekanntschaft mit Heuchlern gemacht, die meinten, mich von ihrem hohen Roß richten zu müssen. Schließlich sind sie ja die besseren Menschen, die moralisch absolut integer sind und niemals einem derart niederen Zeitvertreib wie ich fröhnen würden. Inzwischen geht mir sowas am breiten Hintern vorbei, ich habe es aufgegeben, mich mit solchen argumentresistenten Menschen auseinanderzusetzen. Solche Personen haben ohnehin kein echtes Interesse an einer sachlichen Diskussion, sie hören sich nur selbst gerne reden und sonnen sich darin, was sie doch für ach so gute Menschen sind.

Ich hoffe, diese Aussage bezieht sich wirklich nur auf die Menschen, die Du so gut kennen gelernt hast, dass Du all das über sie sagen kannst.
Würdest Du nämlich grundsätzlich alle Menschen damit meinen, die Spiele dieser Art nicht mögen, wäre das genau so ein falsches Pauschalurteil wie "Alle, die solche Spiele spielen, werden zu (oder sind potentielle) Amokläufer/n".

Sophie
aber so kann ich meine Gewaltfantasien risikolos virtuell ausleben.

Erst einmal Danke für Deine Erklärungen.:)

Zu dem obigen Satz hätte ich noch ein paar Fragen:
Glaubst Du, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben?
Und wenn ja, gäbe es keine anderen/besseren Möglichkeiten sie abzuarbeiten, als (wenn auch nur virtuell) Menschen zu töten und evtl. selber getötet zu werden?
Und könntest Du Dir vorstellen, dass es Menschen gibt, die wenn sie recht exzessiv spielen, die Realität mit der Fiktion (oder umgekehrt) verwechseln könnten?

Fafner
16.07.2009, 21:14
Ich hoffe, diese Aussage bezieht sich wirklich nur auf die Menschen, die Du so gut kennen gelernt hast, dass Du all das über sie sagen kannst.

@itsme:
Du hoffst richtig, ich erlaube mir selten solch rigorose Urteile über mir vollkommen Fremde. Einfach, weil ich es umgekehrt genauso wenig leiden kann (gerade bei dieser Thematik passiert es sehr oft, daß man als potenzieller Psychopath dargestellt wird).

@all:
Das nicht jeder sowas mag, ist mir klar. Das ist bei allen Möglichen so. Und natürlich kann man seine ablehnende Haltung kund tun, allerdings konnte man auch hier in diesem Thread wieder mal zwischen den Zeilen den Hochmut lesen, der von der "Gutmenschenfraktion" kam. Da kann sich jetzt angesprochen fühlen, wer will ;) Das man dann auch mal polemisch wird, darf nicht verwundern. Und wenn man dann nichts entgegenzusetzen hat und die Diskussion beleidigt abbricht, mit der Bemerkung, daß die Gegenseite wohl keine Argumente mehr habe, ist billig.
Wer gewaltätigen Spielen/Filmen/Büchern nichts abgewinnen kann, soll es nicht ansehen, spielen, lesen, o.Ä. Und das Kinder das auch nicht sollten, steht ausser Frage. Deshalb gibt es sowas wie ein Jugendschutzgesetz, und auch von Zensur wird hierzulande rege Gebrauch gemacht. Für den eigenen Haushalt gilt: Die Erziehungsberechtigten sind in der Pflicht, daß derartiges Material nicht in die Finger ihrer Zöglinge kommt.

S.T.

Kubalibre
17.07.2009, 00:26
Glaubst Du, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben?
Menschen sind gewalttätig - das waren sie immer und werden es wohl auch immer sein. Es braucht dazu keine Computerspiele und auch keine brutalen Filme. Um das zu erkennen, muss man sich nur die Gräueltaten ansehen, welche Menschen in der Vergangenheit begangen haben.

Ein Beispiel dafür ist der Film "An American Crime (http://de.wikipedia.org/wiki/An_American_Crime)", welcher eine wahre Begebenheit schildert, die sich 1965 zugetragen hat und als das schrecklichste Verbrechen, welches je im Staate Indiana statt fand, bezeichnet wird. Lange vor Counterstrike, Rambo und was sonst noch als Erklärung für die Verrohung herhalten muss.

Wenn die Verrohung erst durch Medien wie Computerspiele, Filme oder Bücher ausgelöst wurde, dann müsste in der Vergangenheit alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen sein - war es das???????????

Darcy
17.07.2009, 08:17
Wenn die Verrohung erst durch Medien wie Computerspiele, Filme oder Bücher ausgelöst wurde, dann müsste in der Vergangenheit alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen sein - war es das???????????

Das sagt doch keiner! Niemand, selbst die populistischsten Schwätzer, behauptet, dass ausschließlich die Medien/Computerspiele die Verrohung auslösen.
Dennoch denke ich sehr wohl, dass durch das tägliche stundenlange virtuelle Töten oder auch durch exzessives Anschauen entsprechender Filme eine Gewöhnung an Gewalt einsetzt. Dass bei entsprechend disponierten Menschen die Trennung zwischen Fiktion und Realität verschwimmt, dass es für diese irgendwann "normal" wird, dass man eben "Gegner" tötet.
Ich glaube aber, dass da eben eine Disposition vorhanden sein muss, damit man dafür speziell empfänglich wird.

Dass da eine Gewöhnung stattfindet, wenn man täglich Greueltaten im TV/Film oder Spiel konsumiert, wird glaub ich niemand abstreiten. Oder doch? :rolleyes:

Sophie
17.07.2009, 10:04
Glaubst Du, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben?
Ja, das glaube ich. Manche mehr, manche weniger. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der sich nie, nie und niemals nicht genüsslich vorgestellt hat, seinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren. Das wäre ein/e Heilige/r.

Und wenn ja, gäbe es keine anderen/besseren Möglichkeiten sie abzuarbeiten, als (wenn auch nur virtuell) Menschen zu töten und evtl. selber getötet zu werden?
Manche machen Kampfsport oder hacken Holz oder verdreschen einen Sandsack. Apropos, ich glaub, ich muss mir mal so ein Ding ins Büro hängen....

Und könntest Du Dir vorstellen, dass es Menschen gibt, die wenn sie recht exzessiv spielen, die Realität mit der Fiktion (oder umgekehrt) verwechseln könnten?
Sicher gibt es auch solche. Aber die haben schon von vorneherein einen an der Waffel. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit (da gabs noch keine PCs, und außer Schach, Mensch-Ärger-Dich-Nicht und Völkerball gabs auch noch keine Killerspiele) an gewisse Jungs, die im Karate-Club waren, sich waaaahnsinnig cool vorkamen und kleinere Kinder krankenhausreif getreten haben. Will sagen: wer gestört ist, findet immer etwas, an dem er sich gewaltmäßig aufgeilen kann. Diese Typen sind aber eine Minderheit, und deshalb für alle solche Spiele zu verbieten, finde ich überzogen. Dann müssten alle Kung-Fu-Buden geschlossen werden, kein Tatort mehr gesendet werden usw.

Nee, die Prävention muss bei den Personen anfangen bzw. deren Umfeld: ein junger Mensch darf emotional nicht beschädigt werden, dass er sich in diese virtuellen Welten flüchtet und nicht mehr rauskommt.

Die wahrgenommene Verrohung der Gesellschaft besteht aus unserem "verwöhnten" Blickwinkel. Gerade mal 65 Jahre ist es her, dass Jugendliche auf echte Menschen schießen mussten. Zwei meiner Onkel sind im Krieg gefallen, einer mit 18 und einer mit 17. In Ländern wie Afghanistan oder Irak oder auch Israel sind Gewalt und Tod täglich präsent. In Saudi-Arabien kann man im Stadion öffentlichen Auspeitschungen und Enthauptungen beiwohnen. Und die Kindersoldaten in Afrika würden über Counterstrike wohl nur lachen. Nur weil wir in Europa in einem vergleichsweise idyllischen Umfeld leben, kommen uns diese ehrlich gesagt unrealistischen Pixel-Massaker so schrecklich vor.

Viel gefährlicher als einzelne durchgeknallte Personen, die bei genügend Achtsamkeit und Zuwendung vielleicht nicht so geworden wären oder doch wenigstens frühzeitig erkannt würden, finde ich die generelle Herzlosigkeit in unserer Gesellschaft bedrohlich. Kranke und Alte werden ausgegrenzt, Rendite geht vor Menschen, wer nicht Höchstleistungen bringen kann oder wenigstens wirtschaftlich verwertbar ist (als Konsument oder Beitragszahler) wird ausgesondert. Daran sind aber keine Ballerspiele schuld, sondern die Ökonomisierung der Gesellschaft, die Gier weniger, die zum Leitbild geworden ist. Geiz ist geil, was interessiert mich ob die Verkäuferin für 6 Euro die Stunde 12 Stunden am Tag schuften muss...

Itsme
17.07.2009, 11:50
Sophie
Ja, das glaube ich. Manche mehr, manche weniger. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der sich nie, nie und niemals nicht genüsslich vorgestellt hat, seinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren. Das wäre ein/e Heilige/r.

Ich bin gaaanz bestimmt keine Heilige, sondern weit davon entfernt und trotzdem habe ich mir noch nie "genüsslich vorgestellt", meinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren.
Einmal hatte ich in gewisser Weise Verständnis für einen Mord und das war, als (ich habe deren Namen nicht parat) eine Mutter den Schänder und Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschossen hat. Ich hatte Verständnis, aber ich habe es mir absolut nicht genüsslich vorgestellt, so etwas selber zu tun. Ich wünschte einem solchen Täter eine harte Strafe, aber ich würde nicht selber zum Täter werden. Und schon gar nicht genüsslich.
Ich glaube nicht, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben. Belegen kann ich es jedoch nicht. Wahrscheinlich genauso wenig, wie Du das Gegenteil.
Vielleicht liege ich falsch, aber ich glaube, das Gewaltfantasien eine Ursache/Auslöser hat, der einfach nicht bei jedem Menschen gegeben ist.

Hummelchen
17.07.2009, 13:08
Ja, das glaube ich. Manche mehr, manche weniger. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der sich nie, nie und niemals nicht genüsslich vorgestellt hat, seinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren

Oder der ehemalige Vermieterin mit einem Eispickel das Hirn zu spalten :-D - solche Phantasie hatte ich vor nicht allzu langer Zeit. Und dass obwohl ich ein sehr friedliebender Mensch bin, der Gewalt gegen andere ablehnt und der bei entsprechenden Filmen schnell wegschaltet oder sich die Decke über den Kopf zieht...

Darcy
17.07.2009, 13:24
Oder der ehemalige Vermieterin mit einem Eispickel das Hirn zu spalten :-D - solche Phantasie hatte ich vor nicht allzu langer Zeit. Und dass obwohl ich ein sehr friedliebender Mensch bin, der Gewalt gegen andere ablehnt und der bei entsprechenden Filmen schnell wegschaltet oder sich die Decke über den Kopf zieht...

Eben ... und ich glaube eben schon, dass - wenn man sich täglich entsprechende Filme reinzieht oder "Killerspiele" spielt - die Hemmschwelle sinkt. Einfach weil man sich an die alltägliche Gewalt gewöhnt, weil es irgendwann ganz normal wird, auf den Abzug zu drücken ...
Natürlich ist es noch mal ein sehr großer Schritt in die Realität - m.E. wird der aber geebnet durch das virtuelle Training (was natürlich nicht heißt, dass jeder Spieler ihn dann auch gehen wird!).

Engelchen
17.07.2009, 16:41
Dass da eine Gewöhnung stattfindet, wenn man täglich Greueltaten im TV/Film oder Spiel konsumiert, wird glaub ich niemand abstreiten. Oder doch? :rolleyes:

Im Umkehrschluss muesste es doch dann moeglich sein durch Filme und Spiele die Liebe, Verstaendnis, Mitgefuehl, Hilfsbereitschaft usw. zeigen den Frieden auf Erden zu bekommen??? :knuddel2:

Darcy
17.07.2009, 16:45
Eben nicht - wenn Du mein Posting KOMPLETT gelesen hättest, würdest Du nie auf so eine alberne Schlußfolgerung kommen.

Engelchen
17.07.2009, 17:01
Eben nicht - wenn Du mein Posting KOMPLETT gelesen hättest, würdest Du nie auf so eine alberne Schlußfolgerung kommen.

Mensch ... bist du wieder giftig, Darcy.

Darcy
17.07.2009, 17:05
Nö, aber 'ne Diskussion hat keinen Sinn, wenn nur die Hälfte gelesen oder verstanden wird. Und undifferenzierte Totschlagargumente hatten wir ja nun schon zur Genüge.

Kubalibre
17.07.2009, 17:21
J Nur weil wir in Europa in einem vergleichsweise idyllischen Umfeld leben, kommen uns diese ehrlich gesagt unrealistischen Pixel-Massaker so schrecklich vor.
Ich bin gaaanz bestimmt keine Heilige, sondern weit davon entfernt und trotzdem habe ich mir noch nie "genüsslich vorgestellt", meinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren.
Einmal hatte ich in gewisser Weise Verständnis für einen Mord und das war, als (ich habe deren Namen nicht parat) eine Mutter den Schänder und Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschossen hat. Ich hatte Verständnis, aber ich habe es mir absolut nicht genüsslich vorgestellt, so etwas selber zu tun. Ich wünschte einem solchen Täter eine harte Strafe, aber ich würde nicht selber zum Täter werden. Und schon gar nicht genüsslich.
Ich glaube nicht, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben. Itsme, du lebst in der von Sophie beschriebenen Welt. Freue dich über den Luxus, das du "relativ" gewaltfrei leben kannst/darfst.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch in die Situation gebracht werden könnte, dass er sich mit Gewalt wehrt. Aber das hat jetzt nichts mit den Spielen zu tun.

und ich glaube eben schon, dass - wenn man sich täglich entsprechende Filme reinzieht oder "Killerspiele" spielt - die Hemmschwelle sinkt. Einfach weil man sich an die alltägliche Gewalt gewöhnt, weil es irgendwann ganz normal wird, auf den Abzug zu drücken ... Wenn man aber mit diesem Argument die Spiele verbieten will, dann müssen weitere Verbote folgen und in was für eine Welt führt das dann? Ich habe es schon einmal erwähnt. Viele Menschen trinken Alkohol in Maßen - ein Bier oder einen Wein zum Essen oder auch mal ein Glas mehr auf einer Feier. Die meisten haben kein Problem damit. Einige aber schon und das sind nicht gerade wenige in Deutschland. Die verpassen den Absprung, bevor sie süchtig sind. Der dauernde Konsum und oft auch der Druck von den Freunden - trink doch mit - führen zur Sucht. Mit dem obigen Argument müsste ich nun den Alkohol verbieten, da einige damit scheinbar nicht umgehen können.

Warum geschieht das nicht???
Weil hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, das Spielen von Computerspielen, in denen virtuell getötet wird, bei denen man nicht den Umgang mit echten Waffen lernen kann und mit denen auch kein Zugang zu echten Waffen verbunden ist, dies wird von großen Teilen der Gesellschaft abgelehnt. Man mag es sehen wie man will, ich habe meine Meinung dazu, die sich nicht mit den eh schon oft weltfremden Politikern deckt.

Darcy
17.07.2009, 17:28
Ok, und nur weil das eine Übel (Alkohol) erlaubt ist, muss das andere (Killerspiele) auch erlaubt sein?
Ich halte auch den Umgang mit Alk in unserer Gesellschaft für grundverkehrt, aber das ist grad nicht das Thema in diesem Thread.

Itsme
17.07.2009, 18:47
@ Kubalibre

ich verstehe Deinen Vergleich mit Alkohol und es gibt wirklich gewisse Parallelen. Aber vergiss bitte eines nicht: Es hat nicht im geringsten etwas mit Gewalt zu tun, wenn jemand ab und zu ein Gläschen Wein trinkt. Aber es hat immer etwas mit Gewalt zu tun, wenn man Spiele, die Gewalt beinhalten, spielt.

Eines möchte ich aber doch auch zu diesem Thema sagen:
Ich verurteile niemanden, der solche Spiele spielt. Dazu habe ich gar kein Recht.
Ich verstehe nur nicht, was an diesen Spielen so reizvoll ist. Auch jetzt noch nicht, nachdem wir hier schon viel darüber diskutiert haben.

Mich irritiert in dieser Hinsicht auch ein wenig Dein folgender Satz:

Itsme, du lebst in der von Sophie beschriebenen Welt. Freue dich über den Luxus, das du "relativ" gewaltfrei leben kannst/darfst.

In der Tat bin ich mir sehr bewusst, was für ein Glück wir im Gegensatz zu unseren Großeltern oder Eltern haben. Und gerade, weil ich mich darüber freue und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, werde ich diese schrecklichen Zeiten doch nicht virtuell in einem Spiel künstlich erleben wollen.

Wie gesagt, ich kann es einfach nicht nachvollziehen.

Boewi
17.07.2009, 19:06
Itsme, du lebst in der von Sophie beschriebenen Welt. Freue dich über den Luxus, das du "relativ" gewaltfrei leben kannst/darfst.

Und wir sollten alles tun, damit das auch in Zukunft so bleibt! Das ist nämlich beileibe nicht selbstverständlich auf dieser Welt!



Weil hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, das Spielen von Computerspielen, in denen virtuell getötet wird, bei denen man nicht den Umgang mit echten Waffen lernen kann und mit denen auch kein Zugang zu echten Waffen verbunden ist, dies wird von großen Teilen der Gesellschaft abgelehnt. Man mag es sehen wie man will, ich habe meine Meinung dazu, die sich nicht mit den eh schon oft weltfremden Politikern deckt.

Du vergleichst hier auch Äpfel mit Birnen. Natürlich erfordern Alkohol und Computerspiele zweierlei Maß. Das ist nämlich nicht dasselbe :klug:


Beim Schießen mit echten Waffen auf Schießscheiben oder - moderner - Schießkino erfolgt eine Einweisung und eine Aufsicht. Es wird ein respektvoller Umgang mit der Waffe gelehrt, jedenfalls kenne ich es nur so. Falls irgendjemand auf die Idee käme, zum Spaß auf einen Menschen zu zielen, würde ihm dieser "Spaß" sehr schnell ausgetrieben. Bis heute habe ich das aber noch nie erlebt, weil einfach alle um die Gefährlichkeit wissen.

Diese Einweisung und Aufsicht gibt es bei Computerspielen nicht. Bestenfalls gibts irgendwo Cheats, wo man lernt, wie man noch mehr Punkte macht und noch mehr virtuelle Menschen "abschießen" kann.

Darcy hat völlig Recht, man gewöhnt sich daran und die Hemmschwelle sinkt. Wir haben uns ja auch an das Fernsehprogramm gewöhnt. Früher als Kind durfte ich nie "Die Straßen von San Francisco" angucken, heute läuft sowas im Vorabendprogramm und keiner denkt sich was dabei.

Sophie
17.07.2009, 19:06
Man kann nicht alles verbieten, was bei einer verschwindend geringen Minderheit von labil veranlagten Menschen irgendwie Gewaltausbrüche provozieren könnte. Das wäre schlichtweg unpraktikabel. Man könnte z.B. auch Formel 1 verbieten, weil Möchtegern-Schumis die Raserei geil finden und auf der Autobahn unschuldige Familien von der Piste knallen.

Und ich glaube auch nicht, dass die Menschen heutzutage aufgrund von Filmen, Spielen etc. gewaltbereiter sind als früher. Es erscheint uns nur so, weil die Medien alles breittreten. Dann müsste in Regionen der Welt, wo es diese Dinge nicht weit verbreitet gibt bzw. wo sie verboten sind, z.B. in Afrika, ein paar arabischen Ländern, Afghanistan, ja heile Welt herrschen im Vergleich zu Europa.
Gerade die überbordende Reaktionen der Medien (Sondersendungen, Experteninterviews usw) macht es für Amokläufer verlockend: Ich zeigs euch allen! Ihr werdet von mir hören! Jetzt werden alle begreifen, wie ich leiden musste!
Die faseln ja auch selber immer vom "Zeichen setzen". Es ist ein extremer Hilfeschrei, je größer der Knall, um so besser aus Sicht der Täter. Aus unserer Sicht sind diese Taten sinnlos.
Aber sind die Familienväter, die ihre Kinder erwürgen oder erschlagen, nur weil die Frau sich scheiden lassen will, nicht genauso krankhaft? Da wird nicht breitgetreten, was für Filme oder Webseiten diese Leute angesehen haben.

Fräulein Wunder
17.07.2009, 19:16
Nachvollziehen kann ich den Reiz auch nicht, den solche Spiele ausmachen, da kann ich mich Dir (itsme) anschließen.
Offen gesagt tue ich mir aber auch schwer ein seriöses Urteil darüber abzugeben, weil ich einfach zu wenig von den Spielen und ihren Usern weiß, deshalb habe ich mich bisher aus der Diskussion herausgehalten.

Ganz selbstverständlich steht für mich aber außer Frage, dass jeder Mensch Gewaltphantasien hat, ich wundere mich, dass darüber überhaupt diskutiert werden muss.
Ich glaube itsme, da bist Du vermutlich die Erste und Letzte aller Menschen quer durch sämtliche Jahrtausende, die das anders erlebt.

Sämtliche Mythen, Sagen und Märchen sind voller unbeschreiblicher Gewalt und Greultaten. Das sind keine Abbildungen der Realität, sondern in der Phantasie ausgelebte Gewalt.

Ich glaube tatsächlich, dass die Fähigkeit Dinge in der Phantasie erleben zu können sehr wichtig für den Menschen ist, denn so kann er Gefühle und Szenarien durchleben, probieren, ausloten ... ohne sie in die Realtiät umzusetzen.

Problematisch an Ballerspielen finde ich allerdings (soweit ich das beurteilen kann), dass die Gewalt aus jeglichem Kontext herausgelöst wird, ganz für sich steht und aus reinem Selbstzweck ausgeübt wird. Bei den meisten Büchern, Stücken und Filmen ist das anders.

Nur nebenbei habe ich mir meine Kindheit mal durch den Kopf gehen lassen und festgestellt, dass ich in meiner Zeit an einer Waldorfschule die mit Abstand gewaltbereitesten und brutalsten Kinder erlebt habe. Eine Schule, deren Schüler häufig aus eher gut situierten und behüteten Familien kamen und die eher wenig bis gar kein Fernsehen zu sehen bekamen.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass ich nicht nur auf drei verschiedenen deutschen Schulden war, sondern auch in den USA zur Schule ging - ganz in der Nähe von Littleton ... an die Brutalität der Waldorfschüler kam aber vorher und nachher keiner heran.

Sophie
17.07.2009, 19:34
Echt? Das hätte ich jetzt nicht vermutet.
Woran könnte das liegen? Vielleicht weil unterdrückte Triebe um so heftiger durchbrechen?

Mal ganz davon ab: Ich finde die primitive Sorte der Ballerspiele (Ballern um des Ballerns willen) auch einfach doof. Stalker war da schon etwas besser, da musste man besondere Objekte suchen und Aufgaben lösen, wurde aber von den Mutanten und anderem Gesocks gehindert oder verfolgt. Da gab es also schon eine Story, und es war auch möglich, Gewalt zu vermeiden und stattdessen zu kommunizieren, aber halt nicht immer.
Naja, Tetris fand ich dann doch entspannender...

Itsme
17.07.2009, 20:08
Fräulein Wunder
Ich glaube itsme, da bist Du vermutlich die Erste und Letzte aller Menschen quer durch sämtliche Jahrtausende, die das anders erlebt.

Dieses Gefühl habe in meinem ganzen Leben nicht gehabt. Und einen Hinweis oder kommentar in dieser Richtung gab es auch nie.
Ich glaube weiterhin nicht, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben. Allerdings bedeutet dies für mich nicht, dass Menschen, die sie nicht haben, in irgend einer Hinsicht bessere Menschen sind. Ich kann mir einfach vorstellen, dass ein gewisser Input - gewisse Erlebnisse, die Gewaltfantasien forcieren, nicht stattgefunden haben, oder ein gewisses Maß nicht überschritten haben. Vielleicht fanden sie aber auch statt und wurden einfach anders verarbeitet. Keine Ahnung.

Fräulein Wunder
Nur nebenbei habe ich mir meine Kindheit mal durch den Kopf gehen lassen und festgestellt, dass ich in meiner Zeit an einer Waldorfschule die mit Abstand gewaltbereitesten und brutalsten Kinder erlebt habe. Eine Schule, deren Schüler häufig aus eher gut situierten und behüteten Familien kamen und die eher wenig bis gar kein Fernsehen zu sehen bekamen.

Mich wundert das jetzt nicht so sehr, denn "gut situiert" ist für mich kein Grund, warum ein Kind nicht gewaltbereit oder brutal werden sollte. Genügend Geld/materielle Dinge bedeutet nicht auch gleichzeitig genügend Liebe.
Und "behütet" ist ein Begriff, der ebenfalls nicht unbedingt beinhaltet, dass dieses Kind auch geliebt - und ihm genug Aufmerksamkeit gegeben wurde. Insofern - auch keine Garant dafür, dass ein Kind nicht gewaltbereit und brutal werden kann.

Lunix
18.07.2009, 12:56
Ich glaube weiterhin nicht, dass alle Menschen Gewaltfantasien haben. Kommt vielleicht drauf an, wie man das genau definiert. Ist es schon eine Gewaltphantasie, wenn ich der gleichgültig kaugummikauenden Verkäuferin eine runterhauen möchte oder erst, wenn ich mir vorstelle, dass ich sie erschieße?

Wirklich keine Gewaltphantasien könnte ich mir höchstens bei Menschen mit neurologischen Besonderheiten, wie z. B. Autisten vorstellen.

Echt? Das hätte ich jetzt nicht vermutet.
Woran könnte das liegen? Vielleicht weil unterdrückte Triebe um so heftiger durchbrechen?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass im anthroposophischen Milieu Narzißmus und Egoismus besonders gut gedeihen. Es geht da ja immer um freie Entfaltung - und zwar um die eigene. ;)

Mensch ... bist du wieder giftig, Darcy. Mag sein, aber ich kann das gut nachvollziehen. Wer hier aufmerksam liest, muss einfach feststellen, dass auf die Argumente der Kritiker nicht eingegangen wird, sondern gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass Videospiele nichts, aber auch gar nichts mit Gewalteskalationen zu tun haben können. Da nützt Itsmes Appell an den gesunden Menschenverstand genau so wenig wie der Hinweis auf ausreichend vorhandene Studien. Ich frage mich die ganze Zeit, wie so etwas wohl auf überlebende Opfer eines Amoklaufs und Angehörige wirken würde, wenn sie es hier lesen könnten. Und da ist es teilweise auch recht, in genau dem unsachlich-aggressiven Ton zu schreiben, den man angeblichen selbsternannten Gutmenschen vorwirft.

Übrigens: Es liegt in der Natur der Sache, dass man selbst nicht merkt, wenn irgendetwas die Hirse zum Kochen bringt, egal ob (legale) chemische Drogen oder physikalische Einwirkungen wie sich immer selbst mit dem Hammer auf den Kopf hauen oder eben auch exzessiver dumpfer Bildschirmkonsum.

Mehr sage ich jetzt auch nicht mehr dazu. Versprochen!

Fafner
18.07.2009, 16:13
Wer hier aufmerksam liest, muss einfach feststellen, dass auf die Argumente der Kritiker nicht eingegangen wird, sondern gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass Videospiele nichts, aber auch gar nichts mit Gewalteskalationen zu tun haben können.

Diese Art der Gesprächsführung gilt, zumindest in diesem Thread, für beide Seiten.

Es gibt übrigens bis heute keine einzige, unabhängige und objektive Studie, die belegen oder widerlegen kann, daß das Konsumieren von gewaltätigen Medien aggressiver macht. Könnte daran liegen, daß die Thematik doch etwas komplexer ist, als der erwähnte gesunde Menschenverstand es einem suggeriert.
Im Übrigen leben wir in Europa in einer Zeit, die so friedlich und sicher wie kaum eine andere vorher ist. Auch der vermehrte Konsum der hier diskutierten Medien hat daran nichts geändert.

S.T.

Itsme
18.07.2009, 17:13
Lunix
Kommt vielleicht drauf an, wie man das genau definiert. Ist es schon eine Gewaltphantasie, wenn ich der gleichgültig kaugummikauenden Verkäuferin eine runterhauen möchte oder erst, wenn ich mir vorstelle, dass ich sie erschieße?

Das ist ein Argument!
Ich ging von Sophies Worten aus:
"Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der sich nie, nie und niemals nicht genüsslich vorgestellt hat, seinen Chef, den großen Bruder, die Mathelehrerin, den Kinderschänder oder Tierquäler etc. zu verprügeln, zu erschießen oder sonstwie zu malträtieren."

Wenn ich allerdings von z.B. der Verkäuferin ausgehe, die fast beim einpacken der Ware einschlief und die ich gern mal eben wach gerüttelt hätte, (aber nur das, nicht verprügelt oder so) dann hat sicher jeder mal solche Gedanken.
"Gewaltfantasien" zu haben, ist für mich wirklich etwas ganz anderes.
Das ist für mich das regelrechte gedankliche Ausmalen, wie ich einem Menschen Schmerzen zufüge, oder sogar noch Schlimmeres.
Einen momentanen Brass auf jemanden haben, hat für mich nichts mit Gewaltfantasien zu tun. Eine Fantasie ist das gedankliche hineinsteigern in etwas. Die lahme Verkäuferin habe ich jedoch in dem Moment, in dem ich den Laden verlasse, wieder vergessen.

Sophie
18.07.2009, 18:03
Sollten Ballerspiele verboten werden, wäre das kein großer Verlust. Als Kulturgut würde ich die beim besten Willen nicht bezeichnen. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich entsprechend veranlagte Menschen bei der Ausführung einer Verzweiflungstat schon von Spielen, Filmen oder Romanen "inspirieren" lassen. Aber wie weit sollen die Verbote gehen? Müsste da nicht alles verboten werden, was Aggressionen fördern kann: von Fußball über Boxen bis hin zu Punk-Musik? Sogar in der Bibel wird gemeuchelt und gemetzelt.
Also in einer Welt, wo ich nur noch Kastelruther Spatzen hören und Bambi gucken darf, will ich auch nicht leben. Und ich bezweifle, dass das solche Taten verhindern könnte, solange psychisch labile Menschen problemlos an Waffen kommen können, seien es Pump-Guns oder Samurai-Schwerter.
Was Gewaltphantasien angeht: ja, da gibt es schon "gewaltige" Unterschiede. Es kommt wohl darauf an, welche Erfahrungen man selber mit körperlicher oder seelischer Gewalt hatte, und - da gebe ich den Kritikern von Metzelfilmen oder ähnlichen Erzeugnissen recht - welche Ideen einem dazu kommen. Aber die Zeitungslektüre reicht auch schon aus.
In unserer Gegend ist ein Tierquäler rumgezogen, der hat mehreren Nymphensittichen in einer Voliere oder Kaninchen die Beine ausgerissen, sodass sie elend verblutet sind oder eingeschläfert werden mussten. Da habe ich mir schon vorgestellt, wie ich dem Typ auch die Beine rausreißen würde....:-o
Aber ich würde so etwas nie tun. Aber warum der eine seine Fantasien in die Tat umsetzt und der andere nicht - keine Ahnung.

Fräulein Wunder
19.07.2009, 23:06
Mich wundert das jetzt nicht so sehr, denn "gut situiert" ist für mich kein Grund, warum ein Kind nicht gewaltbereit oder brutal werden sollte. Genügend Geld/materielle Dinge bedeutet nicht auch gleichzeitig genügend Liebe.
Und "behütet" ist ein Begriff, der ebenfalls nicht unbedingt beinhaltet, dass dieses Kind auch geliebt - und ihm genug Aufmerksamkeit gegeben wurde. Insofern - auch keine Garant dafür, dass ein Kind nicht gewaltbereit und brutal werden kann.

Spannend, dass wir wohl in die gleiche Klasse gegangen sein müssen ... woher sonst hättest Du ein so eingehendes Wissen über meine ehmaligen Mitschüler um ein solches Urteil abgeben zu können. :confused:
Mit "gut behütet" meinte ich tatsächlich Elternhäuser mit Eltern, die sehr bemüht waren ihren Kindern viele Möglichkeiten zu bieten, ihnen alle Liebe der Welt zu geben und ihre Talente zu fördern. Wer das Konzept der Waldorfschulen kennt, weiß dass ein Überhäufen mit materiellen Dingen nicht Teil der Grundidee ist, stundenlanges Fernsehen oder gewalttätige Computerspiele auch nicht.


Obwohl viele dieser Kinder wirklich viel Aufmerksamkeit und Liebe bekamen waren sie teilweise extrem aggressiv.

Immerhin wurde ich an dieser Schule mal Zeuge eines Vorfalls bei dem ein Mädchen so lange mit dem Kopf gegen einen Kleiderhaken geschlagen wurde bis Blut kam. Alle Beteiligten waren im Grundschulalter.

Warum? ... darüber habe ich viele Jahre nachgedacht, meine Mutter, die einige Zeit an eben dieser Schule Lehrerin war auch ... wir sind bis heute zu keinem klaren Ergebnis gekommen, aber wenn Dir eine kurze Beschriebung genügt um das Groschenroman Klischee des "armen, reichen Kindes" bestätigt zu sehen, dann werde glücklich damit.

Mich wundert es noch heute, allerdings halte ich die Welt auch allgemein für etwas komplizierter.


Alles was ich mit dem Beispiel sagen wollte war: am Fernsehen und an den bösen Gewaltspielen lag es jedenfalls nicht, dass diese Kinder gewalttätig wurden.

Kubalibre
19.07.2009, 23:14
Wer hier aufmerksam liest, muss einfach feststellen, dass auf die Argumente der Kritiker nicht eingegangen wird, sondern gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass Videospiele nichts, aber auch gar nichts mit Gewalteskalationen zu tun haben können. Da nützt Itsmes Appell an den gesunden Menschenverstand genau so wenig wie der Hinweis auf ausreichend vorhandene Studien. Ich frage mich die ganze Zeit, wie so etwas wohl auf überlebende Opfer eines Amoklaufs und Angehörige wirken würde, wenn sie es hier lesen könnten. Und da ist es teilweise auch recht, in genau dem unsachlich-aggressiven Ton zu schreiben, den man angeblichen selbsternannten Gutmenschen vorwirft.
Genau den Angehörigen von Opfern eines Amoklaufes sollte es doch am ehesten darum gehen, die tatsächliche Ursache zu ergründen und dagegen etwas zu unternehmen. Es gibt Millionen von Spielern weltweit, die durch solche Spiele nicht aggressiver geworden sind als andere Menschen. Ich behaupte, nur bei einem ganz geringen Bruchteil steigern solche Spiele die Gewaltbereitschaft und noch weniger davon begehen einen Amoklauf. Das alles lassen wir außer Acht, zumindest in Sachen Computerspiele, bei anderen Dingen sehen wir darüber hinweg, sonst müssten noch viel mehr Dinge verboten werden, nur weil ein paar damit nicht umgehen können. Sei es drum.

Was aber niemand abstreiten kann ist die Tatsache, dass ich mit einem Computerspiel niemanden töten kann. Selbst die DVD-Box als solches taugt noch nicht einmal zur Schlagwaffe. Die Amokläufer der jüngeren Vergangenheit hatten jedoch alle Schusswaffen, sowohl hier als auch im Ausland. Die Benutzung von Schusswaffen lerne ich nicht mit Computerspielen und es soll ja niemand das Gegenteil behaupten, ansonsten könnte ich auch den Führerschein bei Autorennspielen machen. Wo bitte lernen die Amokläufer den Umgang mit Waffen und woher bekommen sie diese, inklusiver entsprechender Mengen an Munition? Seltsamerweise erfolgt darüber keine Diskussion in den Medien, zumindest keine in der Art, wie gegen Spiele. Keiner der vergangenen bekannte Amokläufe hätte ohne Waffen stattfinden können.

Unsere Politiker mögen die Spiele in Deutschland verbieten - es wird sich nichts ändern, Amokläufer wird es weiterhin geben.

Ich habe auch niemals behauptet, das Amokläufe nicht schlimm wären oder das ich es nicht schlimm finde, das Menschen dabei sterben mussten. Blinder Aktionismus hilft den Opfern solcher Tragödien aber auch nicht. Genau das stellt der Aufschrei gegen die Spiele in meinen Augen dar. Sich an die eigentlichen Probleme dieser Gesellschaft zu machen wäre weitaus schwieriger und wohl auch gar nicht zu lösen, da lenkt man doch lieber mit einem Verbot von Spielen davon ab.

Für mich steht hinter den Kampagnen der Medien gegen Spiele das gleiche, was auch bei der Dicken-Hetze getan wird. Wie viele Studien findet ihr im Internet, die belegen, das Dicke der Tod jedes Gesundheitssystem sind, das Dicke so sind, weil sie immer essen, das Dicke für die Klimakatastrophe verantwortlich sind ect., ect. Die Menschen, welche mit dem Gewicht keine Probleme haben, verstehen nicht, wie man nur dick werden kann. Die Forderung nach höheren Beiträgen für die Krankenkassen sind doch daher berechtigt, oder??? Ein Verkausverbot von Süßigkeiten an Dicke doch auch??

Ihr mögt es vielleicht anders sehen, ich sage es steckt das gleich dahinter. Was ich nicht verstehe, das lehne ich ab und bin sogar für Verbote oder Bestrafungen der anderen. Natürlich nur zum Wohle der anderen, die ja normal sind bzw. die angeglichen Opfer davon.

Mir kommt manchmal sogar der Gedanken, dass es Zeitverschwendung ist, Seiten wie unsere zu betreiben, da Menschen von ihrer Schwarz/Weis-Sicht selten bis nie abrücken. Für sich die Toleranz einfordern, die sie anderen nicht gewillt sind zu gewähren. Das ist zumindest meine Meinung, ihr mögt die nun teilen oder eben auch nicht.
Ich klinke mich daher hier nun aus der Diskussion aus.

Itsme
20.07.2009, 08:12
Fräulein Wunder
Spannend, dass wir wohl in die gleiche Klasse gegangen sein müssen ... woher sonst hättest Du ein so eingehendes Wissen über meine ehmaligen Mitschüler um ein solches Urteil abgeben zu können. :confused:

Lege mir nichts in den Mund. Ich habe kein Urteil über Deine Mitschüler abgegeben, sondern mich allgemein geäußert, wie es sein kann...



@ Kubalibre

Ich glaube nach wie vor nicht, dass ein charakterlich gefestiger Mensch, der in einem intakten sozialen Umfeld lebt, durch solche Spiele zum Mörder wird.
Soweit ich das hier alles richtig gelesen habe, hat das auch keiner behauptet. So einfach darf und kann man es sich natürlich nicht machen, da hast u absolut recht. Um einen Menschen so schlimm reagieren zu lassen, wird vieles im Argen gelegen haben. Ob offensichtlich sichtbar für die Menschen rundherum, oder im Verborgenen.

Boewi
20.07.2009, 16:19
Was ich nicht verstehe, das lehne ich ab und bin sogar für Verbote oder Bestrafungen der anderen.

Diese Behauptung wird durch die Wiederholung nicht richtiger. :rolleyes:


Wenn wir die bisherige Diskussion zusammenfassen, stellt sich heraus, dass sogar die vehementesten Verfechter der Ballerspiele einräumen, die so genannten Killerspiele gar nicht oder nicht mehr zu spielen, weil sie auf Dauer zu doof oder eintönig sind.

Einigkeit besteht auch dahingehend, dass das Zeugs nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehört.

Also, was ist zu tun?

Wir streiten hier eigentlich nur darum, wie man mit dem Problem "Killerspiele" in Zukunft umgehen soll. Da hat wohl jeder seine eigene Meinung und darf die auch gern behalten. :)

Es gibt überhaupt keinen Grund, unsachlich oder beleidigend zu werden!
(Kubalibre, das geht ausdrücklich nicht gegen dich, du warst weder das eine noch das andere, um das ganz klar zu stellen, aber zwischendrin drohte die Diskussion immer wieder mal zu entgleisen....)

Wichtig ist nur, dass man die Möglichkeit hat, sich zu informieren und sich seine eigene Meinung zu bilden. Dafür bietet die Diskussion hier eine gute Grundlage und wir haben für beide Ansichten mehr oder weniger gute Argumente bis jetzt gehört.

Deshalb fände ich es schade, wenn sich alle aus der Diskussion ausklinken, nur weil es weiterhin Gegenmeinungen gibt...