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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Partnersuche...


Itsme
13.07.2009, 08:50
Eigentlich war das, was ich heute morgen in der Zeitung las, nicht unbedingt so weltbewegend oder spannend.
Allein die Tatsache, dass es einmal im Zusammenhang mit Problemen bei der Partnersuche nicht die Dicken sind, die hier erwähnt werden, fand ich interessant!
Denn laut dieses Artikels haben nicht die dicken Frauen die großen Probleme einen Partner zu finden, sondern die besonders gebildeten Frauen.
Ob das nun - wie Desiree Nick in diesem Artikel behauptet - bedeutet, dass es "das unscheinbare, bescheidene Graue-Mais-Modell ist, dass am Ende geheiratet wird" wage ich zwar zu bezweifeln, denn das wäre ja wieder Schwarzweißmalerei par excellence. Und - mit Verlaub - ich bin weder eine graue Maus, noch wurde ich geheiratet ;) ... aber bei einer so zynischen Person, wie der D. Nick, darf man wohl nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Wie gesagt, es geht mir darum, dass hier nicht - wie sonst immer - behauptet wird, die Dicken hätten die großen Probleme bei der Partnersuche, sondern dass zumindest einmal erwähnt wird, dass die vergebliche Partnersuche viele Gründe haben kann.


http://www.n24.de/news/newsitem_5219982.html

http://lifestyle.t-online.de/c/18/97/58/60/18975860.html

Ein anderer interessanter Aspekt eines dieser Artikel ist, dass es Frauen anscheinend schwer fällt, sich "nach unten" zu orientieren. Soll heißen, sich mit einem Partner, der intellektuell unter ihnen steht, zufrieden zu geben. Viele Männer haben und hatten damit wohl nie ein großes Problem:

"Erfolgreiche Männer tun sich problemlos mit Frauen zusammen, die ihnen sowohl alters- als oft auch bildungsmäßig unterlegen sind. Viele Studien ergaben: Die wenigsten Männer können sich vorstellen, mit einer Frau zusammen zu sein, die ihnen intellektuell überlegen ist."

Hier wage ich zu bezeifeln, dass es nur die "erfolgreichen" Männer sind, die damit "kein Problem" haben, sondern dass es (im Gegenteil) nicht selten das Bedürfnis eines nicht so starken Mannes ist, der Partnerin überlegen zu sein. Je einfacher die Frau, desto intelligenter wirkt der Mann an ihrer Seite. Oder ganz böse gesagt: "Unter den Einäugigen ist der Blinde König".
Deshalb glaube ich eher, dass es die starken Männer sind, die sich auch starke Frauen an ihrer Seite vorstellen können.
Aber das ist nur meine Meinung...

Itsme
13.07.2009, 10:25
P.s.

Im fettgedruckten Satz oben und auch sonst, meine ich natürlich das Dick sein - nicht die Dicken.

Nordlicht
13.07.2009, 12:18
"das unscheinbare, bescheidene Graue-Mais-Modell..."

Oder ganz böse gesagt: "Unter den Einäugigen ist der Blinde König".

:confused:
.
.
.
:kicher:

tschuldige, itsme, da mußte ich echt grinsen. vor allem, wei mir so ne versprecher/tippfehler manchmal auch passieren...

Boewi
13.07.2009, 12:27
Ich frage mich ja, wen Frau Nick meint mit "klug, attraktiv und erfolgreich" und wieso sie die Thesen bestätigen können will :-D :holy:

Itsme
13.07.2009, 14:47
:confused:
.
.
.
:kicher:

tschuldige, itsme, da mußte ich echt grinsen. vor allem, wei mir so ne versprecher/tippfehler manchmal auch passieren...

Wieso?
Genmanipulierter Mais!? ;):kicher:

Hummelchen
13.07.2009, 14:52
"Unter den Einäugigen ist der Blinde König".


Danke itsme - das hat den Tag gerettet - herrlich!!:biglach:

Peti
17.07.2009, 15:28
Ich habe vor einiger Zeit mal (im Stern, glaube ich) gelesen, dass aber auch gerade erfolgreiche Frauen sich einen Mann wünschen, der gerne NOCH erfolgreicher sein sollte - und irgendwann wird die Luft eben dünn, bzw, die Auswahl zahlenmäßig einfach immer geringer.

In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere studierte Frauen, die einen gelernten Handwerker als Mann haben (außer mir noch 3 Frauen, die ich persönlich kenne) - und sie alle mussten sich entweder vor ihrer Familie oder vor Freunden häufig rechtfertigen, dass sie sich sozusagen "nach unten" orientiert haben.

Komischerweise kommt solche Kritik nicht unbedingt selten von Frauen mit karriereorientiert(er)en Männern, die sich im gleichen Atemzug gern mal beschweren, ihr Mann hätte nie Zeit für sie...

Vielleicht eine evolutionäre Kiste, nach dem Motto: "Frau orientiert sich lieber nach oben, da das bedeutet: die potentiellen Kinder sind besser versorgt" - auch wenn das heutzutage sicherlich kein Grund ist, der gesellschaftsfähig ist, oder den frau sich auch nur selbst eingestehen würde.

Lucia
17.07.2009, 16:29
Für mich würde ich mir einen Partner wünschen, mit dem ich intellektuell auf Augenhöhe stehe. Darunter verstehe ich NICHT die formale Bildung, sondern den Themenkreis Allgemeinbildung/Wissen, Interessen und den Wunsch, Neues auszuprobieren.

Nur um sicherzugehen, dass ich nicht falsch verstanden werde: Ich wäre ebenso gerne mit einem Handwerker wie mit einem Akademiker zusammen, vorausgesetzt die Kommunikation zwischen uns beiden funktioniert. Der formale Bildungsabschluss garantiert nämlich keinerlei "Befähigung" in dieser Hinsicht.

Leider habe ich es allerdings bereits mehrmals erlebt, dass Männer einen Rückzieher machen, sobald sie vom Dr. vor dem Namen der Frau erfahren. Auch wenn diese ihn im Alltag niemals benutzt.

lg
Lucia

Boewi
17.07.2009, 17:09
Für mich würde ich mir einen Partner wünschen, mit dem ich intellektuell auf Augenhöhe stehe.
Das ist für mich auch eine Grundvoraussetzung, um glücklich zu sein. Ein deutlicher Unterschied in die eine oder andere Richtung sorgt auf Dauer nur für Probleme...


Leider habe ich es allerdings bereits mehrmals erlebt, dass Männer einen Rückzieher machen, sobald sie vom Dr. vor dem Namen der Frau erfahren. Auch wenn diese ihn im Alltag niemals benutzt.
Dann waren diese Männer einfach nicht die richtigen Partner. Man sollte sich nie verbiegen, nur um irgendwen zum Bleiben zu bewegen, der besser sonstwo aufgehoben wäre. Wenn man einen Doktortitel hat, musste man in der Regel sehr hart dafür arbeiten und darf ihn auch tragen und benutzen! Auch für Akademikerinnen gibt es genug Partner auf dieser Welt. Wir müssen nur aufhören, an sich selbst erfüllende Prophezeihungen zu glauben...

Darcy
17.07.2009, 17:25
Ich hatte ja schon so einen Partner, der bildungsmäßig "unter mir" stand.
Ursprünglich dachte ich auch, es wäre kein Problem, da er (zumindest in der Kennenlernphase) durchaus über ein gutes Allgemeinwissen zu verfügen schien. Mir selbst sind Papiere/Zeugnisse auch nicht übermäßig wichtig (na ja, also Schulabschluß und Beruf sollten schon sein, aber ansonsten ist es mir egal).
Er hatte allerdings ein größeres Problem damit, später kamen dann immer wieder Sticheleien, dass ich Abi und Studium hatte und er "nur" Realschule und Berufsabschluß ...
Im Zusammenleben stellte sich dann auch relativ schnell heraus, dass er lange nicht so interessiert war, wie er zu Beginn vorgegeben hatte - der hatte tatsächlich noch nie freiwillig ein Buch gelesen, schaute "aus Prinzip" keine Reportagen oder Dokumentationen und seine politische Bildung hatte eher Stammtischniveau.

Sowas geht einfach auf Dauer nicht - von daher: Mann sollte schon mindestens mein Niveau erreichen, wenn höher, auch kein Problem, ich lern ja immer gern dazu :cool:

Sophie
17.07.2009, 19:27
Deshalb glaube ich eher, dass es die starken Männer sind, die sich auch starke Frauen an ihrer Seite vorstellen können.

:ironie:Gibt es denn welche?

Spaß beiseite: Leider ist es in unserer Gesellschaft noch immer so, dass die Frau gerne jünger und/oder weniger gebildet oder schlechter verdienend sein darf, aber wehe, es ist mal umgekehrt. Bei Paaren, die diesem Klischee nicht entsprechen, wird von außen dann der Stachel ins Fleisch gepflanzt, bis beide an sich oder dem Partner zweifeln und die Beziehung zerbricht. Dann haben es alle schon vorher so kommen gesehen.

Gerade bei der Gewerkschaftsarbeit habe ich hochintelligente Arbeiter kennengelernt, mit denen klasse Diskussionen möglich sind, die Interesse an Geschichte, Politik oder Sprachen haben, allerdings ohne amtliches "Zertifikat". Manche Akademiker öden dagegen privat direkt an... Aber das traditionelle Bild muss stimmen. Gott, was hab ich mir Sprüche anhören müssen, weil ich mal mit einem Arbeiter aus der Fabrik tanzen gegangen bin. Wir hatten absolut nix miteinander, nur den gemeinsamen Spaß an Chachacha und Rumba, also rein sportlich - Mädels, tanzende Männer kannste mit der Lupe suchen, da ist mir der Beruf doch egal!
Aber das Gegeifer und Gehetze - wie kann die Frau Ingenieurin mit nem Werker blabla - wie unstandesgemäß! Wenn ich aber mit dem Personalchef tanze, sagt keiner was....

silentsound
17.07.2009, 20:40
Für mich würde ich mir einen Partner wünschen, mit dem ich intellektuell auf Augenhöhe stehe. Darunter verstehe ich NICHT die formale Bildung, sondern den Themenkreis Allgemeinbildung/Wissen, Interessen und den Wunsch, Neues auszuprobieren.



Das kann ich nur bestätigen. Ich selber habe nur Realschulabschluß und eine kaufmännische Ausbildung...aber ich bin unheimlich vielseitig interessiert und kann in vielen Bereichen mitreden. Ausserdem mag ich es wenn ich gefordert werde. Ich habe es versucht... ich kann mit einem geistig unflexibelen Menschen nicht zusammenleben. Und das hat tatsächlich nicht immer was mit Bildung zu tun.

Mein jetziger Freund (und ganz nebenbei auch langjähriger Traummann seufz) ist studiert, hochintelligent und selbstständig. Ich habe ihn anfangs oft gefragt ob es ihn nicht stört, daß ich keine höher qualifizierte Ausbildung habe etc. Aber er sieht es auch so. Es kommt nicht auf den Grad der Bildung im allgemeinen an. Viel wichtiger ist es, daß mann/frau mit wachem Blick, neugierig, aufgeschlossen, herzgebildet und begeisterungsfähig durch die Welt geht.

Ulrike
18.07.2009, 08:03
Für mich würde ich mir einen Partner wünschen, mit dem ich intellektuell auf Augenhöhe stehe. Darunter verstehe ich NICHT die formale Bildung, sondern den Themenkreis Allgemeinbildung/Wissen, Interessen und den Wunsch, Neues auszuprobieren.


Genau das empfinde ich auch so, und glücklicherweise ist mein (relativ neuer) Partner auch dieser Meinung.

Ich selber habe nur Realschulabschluß und eine kaufmännische Ausbildung...aber ich bin unheimlich vielseitig interessiert und kann in vielen Bereichen mitreden. Ausserdem mag ich es wenn ich gefordert werde............

Mein jetziger Freund (und ganz nebenbei auch langjähriger Traummann seufz) ist studiert, hochintelligent und selbstständig. Ich habe ihn anfangs oft gefragt ob es ihn nicht stört, daß ich keine höher qualifizierte Ausbildung habe etc. Aber er sieht es auch so. Es kommt nicht auf den Grad der Bildung im allgemeinen an. Viel wichtiger ist es, daß mann/frau mit wachem Blick, neugierig, aufgeschlossen, herzgebildet und begeisterungsfähig durch die Welt geht.

Eine ähnliche Konstellation bei uns, und ich hoffe dass dies auch in Zukunft gut funktioniert! Wir werden im September zusammenziehen, dann schauen wir mal weiter ;)

Dir auch viel Glück weiterhin!

Grüße aus Nürnberg

Ulrike

(P.S. so ganz nebenbei habe ich bemerkt, dass sich mein Bekanntenkreis in den letzten beiden Jahren Richtung "mehr Akademiker" verschoben hat wobei das sicher nicht ein Kriterium ist sondern eher das Interessenreichtum dieser Bekannten und Freunde - jedoch hätte ich mich früher nie in solche Kreise gewagt da ich nicht geglaubt hätte interessant genug zu sein)

Martina
18.07.2009, 15:04
Mein Mann hat auch "nur" einen Realschulabschluss, aber er hat mich von Anfang an damit beeindruckt, wie belesen und vielseitig interessiert er ist.

Ich denke, Bildung ist keine Frage des Schulabschlusses.

Ich habe zwar Abitur, habe aber nach meiner Ausbildung, für die ich kein Abitur gebraucht hätte, auf der learning-by-doing-Basis weitergemacht, weil ich kein Lerntyp bin. Eigentlich habe ich auf großen Strecken mein Geld damit verdient, dass ich erstklassig Englisch spreche.

Mein Mann hat sich nach seiner Berufsausbildung viel ausführlicher weiterqualifiziert als ich, weshalb er inzwischen auch einen extrem anspruchsvollen Job hat.

Wir sind beide stolz aufeinander und kommunizieren absolut auf Augenhöhe.

Fafner
18.07.2009, 16:29
Ich bekomme langsam Komplexe. Ich habe die Realschule absolviert, und die galt "damals" noch als höhere Schule. Nicht, daß ich mir soviel darauf eingebildet hätte, mir war es schlicht egal, Hauptsache geschafft. Aber irgendwie klingt es hier nach Bauklötzchenschule...

Aber dem Grundtenor schließe ich mich an: Der Bildungsstand alleine sagt nicht zwingend was über den Intellekt aus.
Auch ich brauche eine gewisses geistiges Niveau, um mit meinem Gegenüber was anfangen zu können. Ein Mann kann noch so lieb und anderweitig begabt sein, wenn ein halbwegs anspruchsvolles Gespräch nicht zustande kommt, wende ich mich ab. Das ist zwar reichlich unfair, aber ich kann nunmal nicht aus meiner Haut. Ich bin sicher, daß ich auf die Art auch schon ausgemustert worden bin, ohne es direkt gemerkt zu haben.

S.T.

Sassy
25.03.2010, 21:35
Für mich würde ich mir einen Partner wünschen, mit dem ich intellektuell auf Augenhöhe stehe. Darunter verstehe ich NICHT die formale Bildung, sondern den Themenkreis Allgemeinbildung/Wissen, Interessen und den Wunsch, Neues auszuprobieren.

Nur um sicherzugehen, dass ich nicht falsch verstanden werde: Ich wäre ebenso gerne mit einem Handwerker wie mit einem Akademiker zusammen, vorausgesetzt die Kommunikation zwischen uns beiden funktioniert. Der formale Bildungsabschluss garantiert nämlich keinerlei "Befähigung" in dieser Hinsicht.

Lucia

Ja genau solche Vorstellungen habe ich auch. Man kann einen Intellekt nicht am Schulabschluss etc. festmachen. Ich habe genug studierte Leute kennengelernt, die sich nicht normal mit mir unterhalten konnten bzw. habe ich viele nette Bekannte, die nicht studieren mit denen man über viele Dinge genauso diskutieren kann, die ebenso offen sind.
Was ich nur wichtig finde ist, dass der Humor auf einer Wellenlänge ist bzw. das man vereinbare Lebenspläne hat. Ich könnte mir nicht vorstellen mit jemandem zusammen zu sein, dessen Leben nur auf Oberflächlichkeiten, Spaß und Party ohne Ende ausgelegt ist bzw. jemanden, der null Ziele im Leben hat. Mir ist auch wichtig, dass man als Paar in der Lage ist gute Gespräche zu führen, ebenso wie zusammen Neues zu erfahren, sich gegenseitig zu befruchten..Erfahrungen auszutauschen.

Jamona_dea
26.03.2010, 09:33
Mein Mann hat auch "nur" einen Realschulabschluss, aber er hat mich von Anfang an damit beeindruckt, wie belesen und vielseitig interessiert er ist.

Ich denke, Bildung ist keine Frage des Schulabschlusses.

Ich habe zwar Abitur, habe aber nach meiner Ausbildung, für die ich kein Abitur gebraucht hätte, auf der learning-by-doing-Basis weitergemacht, weil ich kein Lerntyp bin. Eigentlich habe ich auf großen Strecken mein Geld damit verdient, dass ich erstklassig Englisch spreche.

Mein Mann hat sich nach seiner Berufsausbildung viel ausführlicher weiterqualifiziert als ich, weshalb er inzwischen auch einen extrem anspruchsvollen Job hat.

Wir sind beide stolz aufeinander und kommunizieren absolut auf Augenhöhe.

Martina, ich beneide Dich für Dein Selbstbewusstsein. Und das meine ich keineswegs ironisch!

babelfish
26.03.2010, 17:17
Martina, ich beneide Dich für Dein Selbstbewusstsein. Und das meine ich keineswegs ironisch!

Ehrlich gesagt verstehe ich diese Aussage nicht.
Bewunderst du Martina dafür, dass sie einen schulisch niedriger ausgebildeten Mann hat und Fremden gegenüber zu ihm steht?

Ich muss auch sagen, ich verstehe die ganze Diskussion darüber nicht so ganz.
Es ist so ein Glück einen Menschen zu finden den man liebt und von dem man geliebt wird und sich dann noch über einen langen Zeitraum mit ihm zu verstehen und mit ihm zu leben.

Da interessiert es mich doch nicht die Bohne, was andere von meiner Beziehung halten. Sollen sie doch denken was sie wollen.

Itsme
26.03.2010, 19:22
Ja genau solche Vorstellungen habe ich auch. Man kann einen Intellekt nicht am Schulabschluss etc. festmachen. Ich habe genug studierte Leute kennengelernt, die sich nicht normal mit mir unterhalten konnten bzw. habe ich viele nette Bekannte, die nicht studieren mit denen man über viele Dinge genauso diskutieren kann, die ebenso offen sind.
.

Das möchte ich dick und fett unterschreiben.
Wer ein Leben lang offen, neugierig und interessiert ist, der ist oft ein viel anspruchsvollerer Gesprächspartner, als jemand der seine Blickrichtung stur auf ein Studienthema richtete und das war es dann.

Brit
26.03.2010, 19:56
Spätestens seitdem ich beruflich viele "Studierte" näher kennenlernte, imponieren mir diese nicht mehr so, dass ich das Gefühl habe, als Nicht-Studierte vor Ehrfurcht den Boden küssen zu müssen, auf dem sie sich bewegen; im Gegenteil - auch sie kochen nur mit dem obligaten Wasser, haben Stärken und Schwächen, wie Menschen sie eben haben.

WENN ich sie um etwas beneide, dann höchstens darum, dass sie oft von Haus aus schon mit einem guten Selbstbewusstsein ausgestattet sind - etwas, das ich mir hart erarbeiten musste. Manche von ihnen haben das sicherlich ebenfalls erst mühsam erringen müssen, schon klar, aber das ist das, was für mich unterm Strich als vorrangiger Eindruck geblieben ist.

wollmaus
26.03.2010, 20:34
Auch für mich zählt mehr als alles andere das Interesse am Leben, an der Welt und an den Menschen. Genau das fehlt gerne mal Akademikern, die sich manchmal in Expertentum verlieren.
Was das Selbstbewusstsein der Studierenden angeht, geht es leider auch immer mal wieder über das hinaus, was angemessen wäre und hindert sie dann daran wirklich zu lernen.

Deshalb denke ich, dass die Bildungsvoraussetzung verhältnismäßig egal sind, dass es nur darauf ankommt, was man daraus macht.

babelfish
26.03.2010, 21:10
WENN ich sie um etwas beneide, dann höchstens darum, dass sie oft von Haus aus schon mit einem guten Selbstbewusstsein ausgestattet sind - etwas, das ich mir hart erarbeiten musste. Manche von ihnen haben das sicherlich ebenfalls erst mühsam erringen müssen, schon klar, aber das ist das, was für mich unterm Strich als vorrangiger Eindruck geblieben ist.

Also mir nicht. Ich bin ne "Studierte", bald hoffentlich sogar mit Doktortitel, aber Selbstbewußtsein von zu Haus aus? Die meisten meiner Kommilitonen waren nicht sehr selbstbewußt und haben sich eher in Frage gestellt, genauso wie ich.

Das finde ich alles etwas zu pauschalierend. Es gibt überhebliche Akademiker, aber auch Lehrlinge und es gibt unsichere Hauptschüler, genauso wie unsichere Professoren.

Letztendlich zählt doch nur ob mein Gegenüber zu mir und meinem Gesprächsstil und meiner Weltanschauung, meiner Bildung passt. Egal ob ohne Abschluß oder mit akademischem Grad.

Evi
26.03.2010, 21:39
@Brit

Ich bin überrascht, welchen Eindruck du von Akademikern hast, ich fühle mich nicht angesprochen.
Im meinen Freundeskreis haben viele studiert und sind ganz schlichte, liebenswürdige, intelligente Menschen, die es nicht nötig haben mit ihrem Beruf anzugeben.
Mir war es schon immer sehr wichtig, dass ich mich mit meinem Partner austauschen kann. Ich habe meinen Mann während des Studiums kennen und lieben gelernt. Und unser Freundeskreis ist ganz bunt gemischt.
Meine allerbeste Freundin, die intelligent und sehr gebildet ist, ist "nur" Krankenschwester.
Ich finde es nicht gut Menschen so pauschal zu beurteilen.

Itsme
26.03.2010, 21:52
@Brit

Ich bin überrascht, welchen Eindruck du von Akademikern hast, ich fühle mich nicht angesprochen.
Im meinen Freundeskreis haben viele studiert und sind ganz schlichte, liebenswürdige, intelligente Menschen, die es nicht nötig haben mit ihrem Beruf anzugeben.
.

Sorry,

vielleicht gucke ich falsch, aber ganu das hat Brit doch geschrieben?

Zitat Brit:
Spätestens seitdem ich beruflich viele "Studierte" näher kennenlernte, imponieren mir diese nicht mehr so, dass ich das Gefühl habe, als Nicht-Studierte vor Ehrfurcht den Boden küssen zu müssen, auf dem sie sich bewegen; im Gegenteil - auch sie kochen nur mit dem obligaten Wasser, haben Stärken und Schwächen, wie Menschen sie eben haben.

Brit
26.03.2010, 22:04
Sorry, wenn einige Sätze oben zu pauschalierend klangen; vielleicht hat mein eigener Blick den Eindruck entsprechend gefärbt - mag sein. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich bei dem einen oder anderen der Mandanten gefragt habe, was ihm eigentlich dieses Selbstbewusstsein verleiht, und ich auf nichts anderes kam ... ;)

Evi, so meinte ich es eigentlich - Itsme zitierte die Passage: Sie, die Studierten, sind "wie Du und ich", ebenso fehlerhaft, aber natürlich auch ebenso nett. Sie sind aber eben nicht durch die Bank "besser", wie auch immer man das verstehen mag. Stellt man sie als Nichtstudierter auf einen Sockel, stellt man sich selbst automatisch darunter - muss nicht sein. (Mir fällt es selbst auf: Leider laufen solche Aussagen, somit auch hier, immer wieder auf Pauschalbemerkungen hinaus ...)

Liebe Grüße
Brit

Evi
26.03.2010, 22:11
Entschuldige, da habe ich dich falsch verstanden, jetzt ist alles klar. In Zukunft sollte ich besser :umleitung:.

LG :)
Evi

babelfish
26.03.2010, 23:23
Stellt man sie als Nichtstudierter auf einen Sockel, stellt man sich selbst automatisch darunter - muss nicht sein.
Liebe Grüße
Brit

Ganz genau. Es gibt keinen Grund jemanden nur aufgrund seiner Ausbildung auf einen Sockel zu stellen. Oder sich selbst gering zu achten, weil man "nur" eine Ausbildung hat.
Für mich persönlich z.B. hat meine Friseurin eine Menge Respekt verdient. Die ist richtg gut in ihrem Job, hat Familie und macht nebenbei noch ne Hundezucht und Musik.
Und das (für mein Aussehen)allerwichtigste, sie geht jeden Tag mit Freude in ihren Laden und schneidet den ganzen Tag unter schwierigen Bedingungen launischen Leuten für verdammt wenig Geld die Haare. Und dabei kann man mit ihr über so gut wie jedes Thema reden.

Ich sehe keinen, aber absolut keinen Grund, warum eine solche Person einen Akademiker, nur weil er/sie studiert hat auf ein Podest stellen sollte und ich kenne auch keine Akademiker, die sich so auf ein Podest stellen lassen wollen.
Und arrogante Ar...l..., die glauben sie hätten einen Gottstatus, oder ihn zumindest verdient, die gibt es in allen Bevölkerungsschichten und in allen Bildungsgruppen. Leider:mad:

Martina
26.03.2010, 23:28
Ehrlich gesagt verstehe ich diese Aussage nicht. Geht mir genauso.Es ist so ein Glück einen Menschen zu finden den man liebt und von dem man geliebt wird und sich dann noch über einen langen Zeitraum mit ihm zu verstehen und mit ihm zu leben. Aber ich denke schon, dass es auch wichtig ist, einander intellektuell gewachsen zu sein.

Ich hätte mich damals auch für einen anderen Mann entscheiden können, der mein Leben schon seit sehr vielen Jahren begleitete und mir viel vertrauter war als Uwe. Relativ bald habe ich bemerkt, wie goldrichtig meine Entscheidung war. Denn dieser Mann war mir nicht gewachsen und ich bin sicher, daran wäre eine feste Beziehung mit ihm gescheitert. Wirklich beurteilen konnte ich das aber erst im Spiegel meiner jetzigen, gut funktionierenden Beziehung.

Martina
26.03.2010, 23:35
Ich habe vor einiger Zeit mal (im Stern, glaube ich) gelesen, dass aber auch gerade erfolgreiche Frauen sich einen Mann wünschen, der gerne NOCH erfolgreicher sein sollte - und irgendwann wird die Luft eben dünn, bzw, die Auswahl zahlenmäßig einfach immer geringer.Das kann ich in gewisser Weise nachvollziehen. Ich habe mir früher in Zeiten ohne Partnerschaft einen Kerl "gehalten", der es mir erlaubte, mich mal stundenweise klein zu machen. Das hatte ich damals schwer nötig, weil ich eben allein war und irgendwie auch alles im Leben allein wuppen musste.

Von Uwe bekomme ich das nicht. Das macht aber auch nichts, denn zu meiner Verwunderung habe ich auch kein Bedürfnis danach, seit ich mit ihm zusammen bin. Mittlerweile glaube ich, dass das "gesünder" ist als dieser Wunsch nach männlicher Dominanz, der mich damals beherrschte. Aus Erfahrung wird man klug.

Brit
27.03.2010, 09:40
@ Martina

Dem Partner gewachsen zu sein bzw. dass es mein Partner in bezug auf mich ist, finde ich auch wichtig. Es gibt da aber noch andere Kriterien als nur die Schul-Intelligenz: Die emotionale Intelligenz nämlich, und eine gewisse Lebensklugheit, also die Art, wie das Leben angepackt wird. Daran kann es gerade bei Intelligenzbolzen hapern - typisches Beispiel ist das Bild des "zerstreuten Professors": Superintelligent, aber lebensuntüchtig.

Für mich ist es ebenso wichtig, mich mit meinem Mann über uns beide interessierende Themem unterhalten zu können, wie auch, einen Menschen an meiner Seite zu haben, der eine positive, lebensbejahende, aktive Einstellung hat und über Herz und Gemüt verfügt. Dagegen finde ich z. B. einen gelegentlichen Ausrutscher in der Grammatik eher vernachlässigbar.

Nur mal so, um auch diese anderen Aspekte nicht außen vor zu lassen. Aber vermutlich sind wir uns darüber - wenigstens in den wichtigsten Bereichen - ohnehin einig. ;)

LG, Brit

pamina
27.03.2010, 10:54
Ich habe mir früher in Zeiten ohne Partnerschaft einen Kerl "gehalten", .

Sich nicht nur einen Menschen, sondern darüberhinaus gar einen "Kerl" halten. EIne Aussage, ein Denken, welches ich zumindestens sehr fragwürdig finde. Man "hält" sich etwas:confused: um es zu benutzen:confused:

Wie schön, dass wir alle so gebildet und klug sind.

Martina
27.03.2010, 11:08
Man "hält" sich etwas:confused: um es zu benutzen:confused:Ja, es stimmt, ich habe ihn benutzt. Präzise würde ich es allerdings noch anders ausdrücken: Wir haben uns gegenseitig benutzt. Da sind wir uns nichts schuldig geblieben. Und anfangs hat nur er mich benutzt. Aber irgendwann bin ich aus den romantischen Träumchen aufgewacht. Am Ende wollte er dann doch eine "richtige Beziehung", aber da war es zu spät ... sein Pech oder eben Glück, wie ich oben schrieb.

Und dieser Teil des Themas hat mit Bildung nichts zu tun, wohl aber mit Lebensklugheit. Denn irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr Opfer war, sondern selbst so dachte wie er. Ich habe dennoch davon profitiert, aber nur weil ich ansonsten mein eigenes Leben gelebt habe. Ich habe mir also von ihm das geholt, was ich brauchte, ihn aber ansonsten genauso links liegen lassen wie er mich.

babelfish
27.03.2010, 11:41
Geht mir genauso.Aber ich denke schon, dass es auch wichtig ist, einander intellektuell gewachsen zu sein.


Das hatte ich u.a. mit dem Satz darunter "sich mit ihm zu verstehen und mit ihm zu leben" gemeint.
Ich möchte auch keinen Partner, dem ich nicht gewachsen bin, oder der mir nicht gewachsen ist. Partnerschaft ist für mich auf einer Augenhöhe.

Ausdrücken wollte ich nur, dass ich, wenn ich einen solchen Partner gefunden habe, mir ganz bestimmt nicht von anderen Leuten meine Beziehung madig machen lasse.

Martina
27.03.2010, 12:35
Ausdrücken wollte ich nur, dass ich, wenn ich einen solchen Partner gefunden habe, mir ganz bestimmt nicht von anderen Leuten meine Beziehung madig machen lasse.Da hast Du Recht. Aber das ist manchmal auch gar nicht so einfach.

Weil mein Mann sieben Jahre jünger ist als ich, haben wir schon von älteren Leuten gehört, dass er einen Mutterersatz braucht .

Und dass er garantiert ein Feeder sein muss, weil er dicke Frauen schön findet, ist auch klar. Wurde ja sogar hier im Forum schon mal thematisiert. Allerdings ist er ein echt untypischer Feeder :ironie:. Es gibt Tage oder Wochenenden (wie dieses z.B., an dem ich unsere Steuererklärung vorbereiten muss), an denen ich einfach keine Zeit zum Kochen habe. Inzwischen bin ich meinem Kochphobiker gegenüber knallhart und verdonnere ihn an diesen Tagen, fürs Essen zu sorgen. Wie, ist mir egal. Gut, dabei kommen dann solche Sachen raus wie Erbsensuppe aus der Dose warm machen oder Schlemmerfilet Bordelaise, aber es könnte schlimmer sein. Unlängst hat er mir allerdings in einem Anfall von kochtechnischer Unkonzentriertheit ein Süppchen gekocht, das zur Hälfte aus Erbsensuppe und zur Hälfte aus Kartoffelsuppe bestand. DAS war grenzwertig.

Im Zusammenhang mit der kürzlichen Schließung des MAM-Forums wegen eines Berichts über Feeder bei RTL habe ich noch mal die Definition von Feedern gelesen. Sie kochen die leckersten Gerichte für ihre Frauen und verwöhnen sie damit.

Nicht dass ich es nicht vorher schon gewusst hätte, aber nun weiß ich es ganz sicher: Mein erbsenkartoffelsuppekochender Mann ist keiner. Und ich bin froh, dass er mit seiner "tollen" Kreation ein Argument gegen diejenigen, die ihn in diese Ecke schieben wollen, für alle Zeiten geliefert hat.

babelfish
27.03.2010, 14:08
Da hast Du Recht. Aber das ist manchmal auch gar nicht so einfach.

Weil mein Mann sieben Jahre jünger ist als ich, haben wir schon von älteren Leuten gehört, dass er einen Mutterersatz braucht .


Das ist ja absolut skuril. Bei einem Altersunterschied von 7 Jahren? Ich glaub das ist der blanke Neid.

Nicht nur das Du nicht schlank bist, sondern auch noch älter. Ist ja klar, wenn Du so einen Mann halten kannst, dann muß der ja irgendwie gestört sein.:holy:

Ich habe in dem Punkt Beziehung eine Menge gelernt von meiner Familie. Sie ist zwar sonst nicht so berauschend, aber bei uns steht man zu seiner Liebe.

Mein (Stief-)Großvater war 20 Jahre jünger als meine Oma, eine Tante war mit einem Ausländer verheiratet und (das muss man wohl dazu sagen) lebte in einem spießigen ausländerfeindlichen Minikaff, in dem schon Fremde aus dem Nachbardorf suspekt waren.

Die andere Tante wünschte sich mit ihrem Mann jede Menge Kinder und Enkelkinder und hat sie auch bekommen. Heute ist sie stolze 32fache Großmutter.

Bei meinen Eltern herrscht sowohl ein Alters-, als auch Bildungsungleichgewicht und sie folgten nie dem klassischen Rollenmodell.

Alles Zustände, die von verschiedenen Menschen kritisiert wurden, aber Liebe fragt nun mal nicht nach Alter, Nationalität, Gewicht und sozialer Herkunft und wer das nicht versteht oder kleinreden will, der hat von wahrer Liebe nicht die Spur einer Ahnung

Gast
27.03.2010, 14:10
Im Zusammenhang mit der kürzlichen Schließung des MAM-Forums wegen eines Berichts über Feeder bei RTL habe ich noch mal die Definition von Feedern gelesen. Sie kochen die leckersten Gerichte für ihre Frauen und verwöhnen sie damit.


... die Schließung war übrigens nur temporär. Ist schon länger wieder "offen" ;)

LG
LOF

Itsme
27.03.2010, 14:19
Ja, es stimmt, ich habe ihn benutzt. Präzise würde ich es allerdings noch anders ausdrücken: Wir haben uns gegenseitig benutzt. Da sind wir uns nichts schuldig geblieben. Und anfangs hat nur er mich benutzt. Aber irgendwann bin ich aus den romantischen Träumchen aufgewacht. Am Ende wollte er dann doch eine "richtige Beziehung", aber da war es zu spät ... sein Pech oder eben Glück, wie ich oben schrieb.

Und dieser Teil des Themas hat mit Bildung nichts zu tun, wohl aber mit Lebensklugheit. Denn irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr Opfer war, sondern selbst so dachte wie er. Ich habe dennoch davon profitiert, aber nur weil ich ansonsten mein eigenes Leben gelebt habe. Ich habe mir also von ihm das geholt, was ich brauchte, ihn aber ansonsten genauso links liegen lassen wie er mich.

Martina,

Deine Erfahrung, Dein Leben.
Für Dich war das anscheinend in Ordnung so. Eines möchte ich aus meiner persönlichen Sicht jedoch zu bedenken geben:
Was Du als Lebenklugheit bezeichnest, kann sich für andere, die vielleicht genauso handeln würden, sehr fatal auswirken. Ich persönlich würde es eher als klug empfinden, aus so einer Beziehung, wenn ich denn merke, dass ich ausgenutzt werde, auszusteigen. Sich jedoch dann genauso zu verhalten und diesen Menschen nun selber zu benutzen, halte ich für einen gefährlichen Weg, denn er stumpft (manch) einen Menschen vielleicht doch sehr ab. Bei Dir scheint dies nicht passiert zu sein, aber nicht jeder Mensch würde das so erleben.
Ich finde eine Beziehung, in der der eine den anderen lediglich benutzt, grausam, und würde lieber keine Beziehung als solch eine haben, denn ich würde aus ihr wahrscheinlich nicht ohne Schaden hervorgehen.
Insofern empfände ich es eher als lebensklug, nach einer solchen Erkenntnis schnellstens das Weite zu suchen und nie wieder jemanden so etwas mit mir machen zu lassen. Es aber nach der Erkenntnis dann selber zu tun, wäre für mich der absolut falsche Weg.

Martina
27.03.2010, 14:32
Ich habe mir früher in Zeiten ohne Partnerschaft einen Kerl "gehalten"Das mag wohl daran gelegen haben, dass es keine Beziehung war, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Ich schreibe es mal etwas deutlicher:

Auch in Zeiten ohne festen Partner hatte ich Bedürfnisse. Es hat mir und meiner Umwelt gut getan, dass ich sie bedient habe, denn sonst wäre ich zu giftigem Trockenobst mutiert. Ich schaue mit null Bitternis auf diese Zeit zurück, die sich übrigens über fast 30 Jahre erstreckte. Es war alles gut so, wie es war.

Itsme
27.03.2010, 15:14
Das mag wohl daran gelegen haben, dass es keine Beziehung war, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Ich schreibe es mal etwas deutlicher:

Auch in Zeiten ohne festen Partner hatte ich Bedürfnisse. Es hat mir und meiner Umwelt gut getan, dass ich sie bedient habe, denn sonst wäre ich zu giftigem Trockenobst mutiert. Ich schaue mit null Bitternis auf diese Zeit zurück, die sich übrigens über fast 30 Jahre erstreckte. Es war alles gut so, wie es war.

Dann ist es für Dich auch gut so gewesen.
Martina, ich hoffe, Du fühlst Dich durch meine obigen Worte nicht persönlich angegriffen oder verletzt. Was ich zum Ausdruck bringen wollte war schlicht:
Ich hatte ein kleine Phase in meinem Leben in der ich dachte, ich könnte es so handhaben. Mich hat diese Phase später noch jahrelang arg belastet, weil ich entgegen meinen eigenen Gefühlen gehandelt habe.

Mein Gedanke, warum ich meine Sicht dazu geschrieben habe ist der:
Hier lesen sicher auch viele junge Mädchen/Frauen mit.
Du, Martina, bist, ob Du es nun willst oder nicht, für viele ein Vorbild. Das ist gut so und hat vielen in etlichen Situationen geholfen. Mir auch.
Ich wollte jedoch versuchen klar zu machen, dass man, bevor man diesen oder jenen Weg einer Beziehung (auch so etwas ist ja in gewisser Weise eine Beziehung) eingeht, versucht, sich klar zu machen, ob man sie wirklich so leben kann, ohne sich damit zu verletzen.

Für Dich war alles gut so, wie es war.
Für mich war es das nicht und ich hätte mir viele Schmerzen ersparen können.
Beide Seite wollte ich zu bedenken geben.

Martina
28.03.2010, 10:41
Es gibt Tage oder Wochenenden (wie dieses z.B., an dem ich unsere Steuererklärung vorbereiten muss), an denen ich einfach keine Zeit zum Kochen habe. Inzwischen bin ich meinem Kochphobiker gegenüber knallhart und verdonnere ihn an diesen Tagen, fürs Essen zu sorgen. Wie, ist mir egal. Gut, dabei kommen dann solche Sachen raus wie Erbsensuppe aus der Dose warm machen oder Schlemmerfilet Bordelaise, aber es könnte schlimmer sein. Unlängst hat er mir allerdings in einem Anfall von kochtechnischer Unkonzentriertheit ein Süppchen gekocht, das zur Hälfte aus Erbsensuppe und zur Hälfte aus Kartoffelsuppe bestand. DAS war grenzwertig.Ich muss meinen Mann rehabilitieren. Gestern habe ich ihm ein griechisches Kochbuch hingelegt, Tsaiziki aufgeschlagen und gesagt: "Mach mal! Das kriegst sogar Du hin." Und ich muss sagen, er hat das leckerste Tsaiziki gezaubert, das ich jemals gegessen habe.

Sassy
30.03.2010, 10:49
Ich hatte auch schonmal die Situation, in der ich monatelang jemanden gedatet habe, der 100% zu mir gepasst hat, wo ich verliebt war und er mir suggeriert hat, dass er es auch war. Nur leider habe ich herausgefunden, dass das so seine Masche war und ihn mal unter allem Mut den ich hatte drauf angesprochen. Und was kam: "Ja du hast Recht, ich benutze dich nur, damit ich nicht alleine bin! Ich bin von meiner Exfreundin so verletzt worden, dass ich nie wieder eine Frau lieben kann. Sie hat mich benutzt, also benutze ich Frauen jetzt auch!" Ich habe gemerkt, dass du was für mich empfindest, aber das empfinde ich nicht für dich! Wir können gerne Spaß zusammen haben, aber mehr auch nicht!" Das alles sagte er mir, nachdem ich das Gefühl hatte endlich jemanden gefunden zu haben, denn wir hatten ein halbes Jahr Dates über Dates gehabt. Er hatte mich zum Essen, ins Kino ausgeführt, wir haben manchmal stundenlang über alles mögliche geredet und sind sogar händchenhaltend über den Weihnachtsmarkt gelaufen. :eek:

Also an diesem Punkt, das wollte ich eigentlich damit sagen, habe ich allen Kontakt beendet, weil ich mir für einen fuck buddy zu schade war. Ich bin jemand, der entweder das Gesamtpaket möchte oder gar nichts. Ich habe diesen Kerl damals schon sehr sehr lieb gewonnen gehabt, aber heute bin ich froh mich nicht darauf eingelassen zu haben.
Ich habe aber auch Freundinnen, die ab und an Affairen haben, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, solange sie Single sind. Und ich verurteile das auch nicht. Jeder muss es so handhaben, dass es einem gut geht.

Was die Partnerwahl angeht habe ich für mich folgende Kriterien beschlossen: er muss mir und ich ihm intellektuell gewachsen sein (dazu zähle ich auch soziale Kompetenz, Lebenserfahrung, Weltanschauung etc), der Humor muss stimmen und er sollte nicht versuchen krampfhaft an mir etwas ändern zu wollen. Wenn ich so jemanden finde, wär ich schon zufrieden, dazu muss er kein Dr vorm Namen haben oder nach Brad Pitt aussehen. :-D

Kimmie
30.03.2010, 13:06
@Sassy: vor einigen Jahren hatte ich ein sehr ähnliches Erlebnis, sogar inklusive des Händchenhaltens auf dem Weihnachtsmarkt.:rolleyes: Da ich ihn *sehr* mochte, habe ich mich allerdings nicht getraut, ihn direkt darauf anzusprechen. Ich hielt ihn für schüchtern und hatte Angst, ihn zu "verschrecken", wenn ich zu schnell zu deutlich werde. Schließlich habe ich so lange gewartet, bis er es auf seine Art beendet hat: eine glühende Liebeserklärung, ein wunderbarer Abend, zwei, drei Tage liebevolle Emails, SMS und Karten, und dann der "Laufpass" per Email. Er fände mich nett, aber ihm sei plötzlich klar geworden, dass er nicht wirklich etwas für mich als Frau empfindet, und er wünsche mir für die Zukunft alles Gute.:eek:

Ich hatte daran sehr lange zu knabbern, zumal ich mich noch nie leicht verliebt habe und beiderseitiges Interesse in meinem Leben bisher eine Seltenheit war. Nach der Lektüre diverser Ratgeber :-D weiß ich aber heute, dass ich mir diese Geschichte hätte ersparen können, wenn ich rechtzeitig sein Verhalten analysiert und mich zum Thema "ambivalente Männer" schlau gemacht hätte. Solche Kandidaten verraten sich fast immer, vor allem durch ihre Doppelbotschaften und dadurch, dass die "Beziehung" trotz wunderbarer Dates nicht wirklich intensiver wird.

Besonders hilfreich fand ich das bekannte "Er steht einfach nicht auf Dich", "Single bleiben? Ohne mich" von Susan Page (das Kapitel über Bindungsangsthasen) und "The Commitment Cure" von Rhonda Findling. Vor dieser Erfahrung hielt ich von Ratgebern nicht viel, aber ich hatte beim Lesen etliche Déja-Vue-Erlebnisse. Vieles klang, als ob die Autorinnen "ihn" kennen würden.:-D

Deinen Kriterien für die Partnersuche kann ich mich nur anschließen. Zudem würde ich mir inzwischen eine innere Deadline setzen, bis zu der der Mann deutlich gemacht haben sollte, dass er ernsthaftes Interesse hat. Ich möchte so etwas nicht noch einmal erleben.

Sassy
30.03.2010, 13:17
Das mit der deadline ist ein guter Tipp. Ich will mir sowas auch in Zukunft ersparen.
Ich habe mal bei Gallileo einen Bericht über einen Mann gesehen, der Frauen so perfekt manipulieren konnte, dass er jede bekommen hätte. Da habe ich auch an meinen "Fang" denken müssen. So von wegen Bewegungen spiegeln, Interesse heucheln und soweiter. Der hatte alle sonst unbewussten Signale drauf. Echt fies sowas. :mad:

Kimmie
30.03.2010, 17:39
Das mit der deadline ist ein guter Tipp. Ich will mir sowas auch in Zukunft ersparen.

Ja, ich denke, wer so etwas erlebt hat, wird sehr gut darin, sich selbst zu schützen. Was natürlich auch wieder zu mangelnder Offenheit führen kann, gerade, wenn frau ohnehin schüchtern ist. Der beste Weg ist wohl, zu versuchen, eine Sensibilität für ambivalentes Verhalten zu entwickeln, und sich in solchen Fällen schnell zurückzuziehen.

Ich habe mal bei Gallileo einen Bericht über einen Mann gesehen, der Frauen so perfekt manipulieren konnte, dass er jede bekommen hätte. Da habe ich auch an meinen "Fang" denken müssen. So von wegen Bewegungen spiegeln, Interesse heucheln und soweiter. Der hatte alle sonst unbewussten Signale drauf. Echt fies sowas. :mad:

In der Tat. Erschreckend, wie manche Männer (vermutlich auch Frauen, aber da kenne ich mich nicht aus;)) ein solches Verhalten perfektionieren. Gefährlich wird es für mich dann, wenn den Mann nicht nur charmant ist, sondern wirklich mit mir auf einer Wellenlänge liegt, was Interessen angeht, wenn uns die Gesprächsthemen nicht ausgehen, wir gemeinsam lachen können etc. Vielleicht liegt der "Schlüssel zum Glück" doch darin, auch denen eine Chance zu geben, die frau auf den ersten Blick nicht so interessant oder sympathisch erscheinen, vielleicht nicht so geistreich und gebildet, aber dafür "nett" sind. Womit wir wieder beim Ursprungsthema wären.;)

Ich muss gestehen, dass ich mich in dieser Hinsicht schwer tue. Wenn ein Mann mich interessiert, Ausstrahlung und "Wellenlänge" stimmen, sind mir Beruf und formaler Bildungsabschluss egal. Ist das jedoch nicht der Fall, und der Kandidat lediglich "nett" und interessiert an mir, ohne dass ich selbst irgendetwas an ihm anziehend finde, habe ich normalerweise keine große Lust, ihn näher kennenzulernen.

Sassy
30.03.2010, 19:14
Also ich finde schon, dass mein Zukünftiger geistreich, gebildet und nett sein sollte. Ich kenne das aber auch. Oft vergucken sich Männer in mich, die ich nie als potenzielle Partner in Betracht ziehen würde, weil einfach die Chemie nicht stimmt, von meiner Seite aus der Charme fehlt, der mich anzieht.
Allerdings darf er dann auch nicht zu nett sein finde ich. In einer Beziehung muss man auch mal Meinungsverschiedenheiten haben und Streiten können. Wenn jemand nur zu allem "Ja Schatzi" und "Du hast ja so Recht!" sagt, da würde ich ihn auch nicht mehr all zu ernst nehmen.

Kimmie
31.03.2010, 00:53
Also ich finde schon, dass mein Zukünftiger geistreich, gebildet und nett sein sollte. Ich kenne das aber auch. Oft vergucken sich Männer in mich, die ich nie als potenzielle Partner in Betracht ziehen würde, weil einfach die Chemie nicht stimmt, von meiner Seite aus der Charme fehlt, der mich anzieht.

Genau das meinte ich. Wenn "nett" das einzige Positive ist, was mir zu einem Mann einfällt, habe ich kein Interesse, den Kontakt zu vertiefen. Ist er mir dagegen zumindest sympathisch, kann sich da vielleicht noch Weiteres entwickeln ...