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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erwachsen sein - was bedeutet das für Dich?


Itsme
28.05.2009, 09:14
Aufgrund eines anderen Threads bin ich auf diese Frage gekommen,
denn ich kann mir gut vorstellen, dass sich jeder aufgrund seiner eigenen Erlebnisse und Erfahrungen etwas anderes darunter vorstellt.

Was bedeutet für Dich "erwachsen" sein?

Caribica
28.05.2009, 10:50
liebe Itsme
sicherlich meinst du meinen beitrag,der dich zum nachdenken angeregt hat.
ich habe auch mit meinem mann über deine frage diskutiert und ihn gefragt,was erwachsensein für ihn ist.wir sind abschließend zu folgendem gekommen:
selbständigkeit,das leben meistern,alleine entscheidungen zu treffen(natürlich kann man sich beratschlagen mit menschen auf deren meinung man wertlegt),auch wenn diese sich evtl.als falsch herausstellen,dann aber den mut hat selbst lösungen zu finden.
gestern habe ich z.b."extra"geschaut,da ging es um den jungen mann mit den 350kg.mir fiel auf,das er von seiner mutter als "ihr baby "bezeichnet wurde.sie hat quasi ihren sohn wieder zu einem hilflosen baby gemacht,da er wieder gewindelt werden mußte,wieder gefüttert und betütelt wurde,nicht mehr aufstehen,geschweige denn laufen konnte-alles dinge,die dem verhalten eines säuglings entsprechen.er hatte niemals die chance,erwachsen zu werden,da seine mutter(und er auch ein stückweit mit)ihn niemals los lies,er immer unter ihrer kontrolle war.sie erzählte vom verlust eines kindes,und das sie ihn nicht auch noch verlieren wolle.das bestätigte meine vermutung.sie hat ihn mit ihrer liebe erdrückt,ihm keine luft zu atmen gegeben.
ich denke,der wichtigste schritt,erwachsen zu werden ist fehler machen zu dürfen,aus ihnen zu lernen.auch positive erfolge(richtige ,selbständige entscheidungen z.b.)lassen einen ein stückweit wachsen.
wir alle spielen eine rolle.in verschiedenen situationen spielen wir verschiedene rollen.ein selbstbewußter chef kann sehr wohl unter der fuchtel seiner dominanten frau stehen-er spielt 2 rollen.im beruf die führungsrolle,im privatleben die opferrolle.
ich führe ein selbständiges leben mit meiner familie.ich habe kinder,haustiere kehre dieses jahr in meinen beruf zurück und bin mir sicher,das ich das gewuppt kriege.sollte es nicht so sein,dann habe ICH eine fehlentscheidung getroffen-in meinem konkreten fall wäre es z.b. eine neue arbeitsstelle zu suchen,oder doch wieder zuhause als hausfrau zu fungieren,weil meine kinder eben noch klein sind.wenn sie erwachsen sind,werde ich mir sicherlich wieder ein anderes betätigunsfeld suchen(andere arbeitszeiten,nachmittags),ein es,welches mir persönlich mehr liegt.im moment habe ich zugunsten meiner familie,meiner kinder entschieden(ich hätte einen job kriegen können,der mehr meinen interessen entspricht,aber ich wäre erst spät heimgekommen).
diese entscheidung trage ich.
erwachsensein ist entscheidungen zu treffen und sich der konsequenzen bewußt zu sein.
das wir hin und wieder rat und hilfe suchen macht uns nicht zu unselbständigen teenies;)(du weißt sicher worauf ich hinauswill).

Maxima
28.05.2009, 10:51
Für mich bedeutet erwachsen sein, die Verantwortung für sich, sein Leben und seine Handlungen selbst zu übernehmen und nicht ein Elternteil oder Partner dafür verantwortlich zu machen.

Maxima
28.05.2009, 10:56
das wir hin und wieder rat und hilfe suchen macht uns nicht zu unselbständigen teenies;)(du weißt sicher worauf ich hinauswill).
Hat das jemand behauptet?

Ich sehe es im Gegenteil als Stärke an, nicht perfekt zu sein, aber trotzdem nicht zu kapitulieren sondern Lösungen zu suchen. Ich habe z.B. kein Problem damit zuzugeben, dass ich etwas nicht weiss oder kann. Womit ich nur ein Problem hätte, wenn ich mich aus so einer Unwissenheit oder Unfähigkeit heraus in eine Abhängigkeit begeben würde. Logisch muss man nicht alles lernen - ich meine damit auch nicht meine "Abhängigkeit von meinem Steuerberater".

Caribica
28.05.2009, 11:06
...anderes thema...,anderer thread...(das mit dem teenie)

klar,erwachsensein heißt nicht fehlerfrei zu sein.
ich finde es auch wichtig,als erwachsener kind sein zu dürfen,das heißt,in verzückung zu geraten,wenn man einen süßen welpen sieht,mit hingabe eine folge von biene maja anschaut,ausgelassen herumblödelt(stichwort:activit y,mensch machen wir da einen quatsch!),einfach nur mal albern ist.das ist ein ventil für den oft stressigen alltag eines erwachsenenlebens.
den humor zu bewahren,verständnis-und rücksichtsvoll zu sein,menschen mit respekt zu behandeln,eigene entscheidungen zu trefffen,das ist mein persönliches ideal eines erwachsenen menschen

Maxima
28.05.2009, 11:10
Ich denke, dass das eine das andere nicht ausschliesst.

Ich liebe es zum Beispiel, meinen Mann lachen zu sehen. Der könnte sich über manche Filme ausschütten vor lachen und das ist einfach nur schön.

Natürlich lache ich auch, aber ich kenne solche von dir beschriebenen "Rumspinnphasen" nicht. Wahrscheinlich musste ich schon sehr früh sehr erwachsen sein.

Caribica
28.05.2009, 12:43
@Maxima.das ist schade,wenn du solche rumspinnphasen nicht mehr auslebst,aber vielleicht ist es auch einfach eine frage des wesens.manche sind eben ernster,manche eben nicht.wenn du gerne gesellschaftsspiele machst,dann kann ich dir activity wärmstens empfehlen,da werden dein mann,du und deine freunde viel lachen.
mir gehts auch so,wenn mein mann,oder meine kids ausgelassen lachen,sich sozusagen kaputtlachen,da geht mir das herz auf,und ich bin glücklich.

Maxima
28.05.2009, 14:47
Dieses Spiel scheint so etwas ähnliches zu sein wie Tabu body talk...?

Ich persönlich mag Tabu sehr. Mir liegt es eher, Begriffe zu umschreiben.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht lache - im Gegenteil - gern und viel. Aber ich bin halt nicht für "Dummheiten" zu haben. In der Richtung bin ich eine Spassbremse.

Kesheran
30.05.2009, 15:00
...als ich vor ca. 2 Monaten auf meiner ersten Tupperparty war, dachte ich mir so: "jetzt bist wohl entgültig langsam erwachsen..."..:-D

...aber ansonsten, ich weiß immer noch nicht so richtig was "erwachsen sein" für mich bedeutet, die meisten Grundansichten über das Leben und über mein persönliches richtig und falsch sind seit der späten Teenie-zeit immer noch gültig, manche Vorstellungen haben sich der Realität untergeordnet und manches radikale Ideal wurde zugunsten von Durchführbarkeit, Legalität und auch der Bequemlichkeit abgeschwächt.
Wenn den klassischen Gradmesser für Erwachsensein, nämlich das berühmte "Verantwortung übernehmen" oder auch "sein Leben im Griff haben" nimmt, würde ich von mir sagen, in beidem bin ich nicht ganz schlecht...zumindest wenn ich als Orientierungspunkte Menschen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis und der Familie nehme...gleichzeitig erwische ich mich aber ab und an wie ich am Rand vom Bordstein balanciere (wörtlich jetzt, nicht im übertragenen Sinne) Spaß an spätpubertären Provokationen habe und mich wie ein Schnitzel über die neuesten Ausgabe des Micky-Maus Magazins freue ...das ist doch nicht erwachsen....oder doch??? Oder merkt man dran, dass man erwachsen ist, das man die ersten Fältchen im gutgepolsterten Gesicht entdeckt??? :rolleyes:
Ich denke jeder hat wohl seine eigene Form des Erwachsenseins, was dem einen sehr "erwachsen" vorkommt mag für den anderen naiv oder blauäugig sein...aber der der für naiv gehalten wird, hat evtl. für sich beschlossen sich genau das gegen das viellicht von im negativ angesehenen erwachsene Mißtrauen zu behalten...

Grüßle,
Kirsten!