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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "experte" will 25€ pro arztbesuch


elvae
12.05.2009, 15:45
huhu
bei sowas geht mir die hutschnur hoch, aber lest selbst:

http://www.welt.de/politik/article3723061/Aerztefunktionaer-will-Gebuehr-fuer-jeden-Praxisbesuch.html#reqRSS

besonders "genial":

"Die Hemmschwelle, ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen, ist immer noch niedrig"

:mad:

Dralle Deern
12.05.2009, 15:50
Wieder einmal trifft es die Falschen, diejenigen, die nur unter größter Überwindung zum Arzt gehen, wenn sie nicht mehr anders können. Da ich berufsbedingt in den letzten Jahren sehr viele "gelbe Scheine" in der Hand hatte, muss ich allerdings zugeben, dass es so einige unserer lieben Mitbürger gibt, die nahtlos mehrere Erst-Bescheinigungen von unterschiedlichen Ärzten vorlegen, also wirklich ein Ärzte-Hopping betreiben, um für einen gewünschen Zeitraum arbeitsfähig geschrieben zu werden. Und diesen sind auch die 10 Euro, die jedes Mal fällig werden, egal.

Bitte nicht falsch verstehen, das betrifft vermutlich die wenigsten derjenigen, die Krankenkassenbeiträge zahlen, aber wenn es denn genügend sind, explodieren natürlich auch hier die Kosten ohne jeglichen medizinischen Grund. Von daher kann ich den von Dir zitierten Satz ansatzweise nachvollziehen.

Auch wenn sich leider wieder diejenigen angesprochen fühlen werden, die wirklich aus guten Gründen zum Arzt gehen und das auch häufiger :seufz: Das ist der Nachteil einer Sozial-Gesellschaft.

Martina
12.05.2009, 15:54
Also, meine Hemmschwelle, ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen, sinkt täglich. Ich gehe nur noch zum Arzt, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt.

Leider sind viele Medikamente verschreibungspflichtig. Beispiel: Ich habe im Moment ein Gerstenkorn. Damit muss ich nicht zum Arzt, weil ich weiß, wie man es behandelt. Die notwendige Salbe ist aber verschreibungspflichtig. Zum Glück habe ich noch ein Tübchen Terramycin in meiner Hausapotheke, aber wäre das nicht so, wäre ich GEZWUNGEN, einen Arzt aufzusuchen, obwohl ich mich auch selbst behandeln könnte.

Solche Überlegungen spielen bei diesen ganzen Anwürfen aber keine Rolle. Die Dinge werden immer nur von einer Seite betrachtet.

Ich habe ein Blutdruckmessgerät und ein Blutzuckermessgerät (obwohl ich keinen Diabetes habe). So kontrolliere ich mich regelmäßig und brauche nur dann wegen dieser "dickentypischen" Erkrankungen zum Arzt, wenn sie auch wirklich eintreten.

Hinzu kommt, dass in meinen Augen das Preis-/Leistungsverhältnis bei ärztlichen Dienstleistungen in letzter Zeit schwer zu wünschen übrig lässt.

elvae
12.05.2009, 16:12
naja, aus meiner sicht isses schon ne sauerei, wir sind zwar befreit, müssen am jahresanfang, um diese befreiung zu bekommen, n batzen geld bezahlen.
da ich keine gelbe scheine brauch, genauso wie mein mann, bin ich aber dennoch öfter beim doc, momentan steht ne zahnsanierung an, da muss ich auch n teil selber zahlen, mein mann braucht ne brücke, übernimmt die kasse net, soll ca 400 euro kosten, wie sollen wir das bezahlen???
wir bekommen 400 euro im monat netto (nach warmmiete und nen teil angespart), wie sollen wir das bezahlen, für 25 € einmal zum doc?
ich mein, klar, das einige dieses hopping betreiben, das is scheiße, klar, aber kann man da net was anderes machen also sowas???
ich kann mir, wenn ich grippe hab oder schnupfen stellenweise netmal die medis leisten WEIL sie net verschrieben werden, 5 euro für n hustenlöser, schmerztabletten mit 4 euro, herpessalbe is so sauteuer, das ich, wenn ich welchen hab, lieber ne woche net rausgeh als die 10 euro oder mehr für n minitübchen auszugeben...
unsereiner (mein mann und ich) versuchen eigentlich, ärzte soweit es geht zu meiden, grade wegen der leistungen die nimmer übernommen werden, ich muß nun auch überlegen, ob ich meine frontzähne mit amalgan (umsonst) oder kunststoff (50-70€) sanieren lasse, die wahl is also zwischen viel viel geld das wir net haben, auszugeben, oder beim lächeln silberne amalgangefleckte schneidezähne zu haben, super...
mein mann bekommt für seine knie (arthrose und sehr lockere kniescheiben) keine bandagen verschrieben, selber bezahlen können wir net, was sollen wir sonst machen??
wir gehen meist auch nur hin, wenn wir was akutes haben oder etwas längerfristiges behandelt werden muss, das sind aber dennoch im quartal 2-3x insgesammt, das währen 75 euro, das ist nie und nimmer von uns zu bewerkstelligen....

Sally
12.05.2009, 16:57
Noch ein Beispiel für unnötige Kosten:

Ich nehme ein Schilddrüsenmedikament, das ich in Packungen zu jeweils 100 Tabletten verschrieben bekomme. Man könnte mir also einfach ein Rezept zuschicken, wenn eine Packung leer ist. Von mir aus würde ich auch die 55 Cent Porto übernehmen. Nein, das Ganze funktioniert so:

Ich rufe in der Praxis an, werde einbestellt, muss hinfahren, 10 Euro Eintritt bezahlen, werde von der Arzthelferin ins Labor gesetzt, Frau Doktor kommt, schüttelt mir die Hand, überreicht mir das Rezept, und dann darf ich wieder gehen.

Na? Wo liegt hier der Fehler im System?

Ich meine, ich verstehe ja den Hintergrund: Sie möchte halt in jedem Quartal die Fallpauschale für mich abrechnen, auch wenn mir gar nichts fehlt und ich sie gar nicht bräuchte. Aber rein kostentechnisch betrachtet ist das hirnverbrannter Unsinn.

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, mir von einer befreundeten Ärztin ein Privatrezept geben zu lassen. Die schickt mir das sogar. Das Medikament kostet 15 Euro, bei 10 Euro Praxisgebühr und 5 Euro Zuzahlung macht es also keinen Unterschied für mich. Allerdings habe ich weniger Stress und die Kasse weniger zu zahlen (Und? Höre ich mal ein Dankeschön? :cool:).

Martina
12.05.2009, 17:08
Das mit den SD-Tabletten ist bei mir dasselbe. Und auch ich denke zurzeit darüber nach, mir die auf Privatrezept verschreiben zu lassen.

Es ist ja nicht nur die Eintrittsgebühr ... es ist auch die Zeit, die man mit diesem Quatsch verplempert.

Boewi
12.05.2009, 17:16
Alles ist relativ.

Der Arzt, der die Medikamente verschreibt, übernimmt dafür auch eine Verantwortung. Was ist dagegen einzuwenden, dass Frau Doktor überprüft, ob du noch lebst und es dir augenscheinlich gut geht? Und dass das Medikament wirklich für dich ist? Anrufen kann jeder...

Zuviel Medikamente werden auf bloßen Verdacht hin immer wieder verschrieben, ohne dass kontrolliert wird. Letztens habe ich einen Bericht über Medikamentenabhängigkeit gelesen. Da wurde genau das eingefordert, was deine Ärztin schon tut. Und reich wird sie durch die Fallpauschale bestimmt nicht. Im Gegenteil finde ich es unverantwortlich von Ärzten, aus Gefälligkeit einfach irgendwas zu verschreiben, was die Leute haben wollen, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen. Wenn ein Hals-Nasen-Ohrenarzt einer Freundin die Pille verschreibt, damit sie die Praxisgebühr beim Gynäkologen spart, wem ist denn damit gedient? Wo fängt es an, wo hört es auf?
Die Pille? Schilddrüsenhormone? Blutdruckmittel? Viagra? Beruhigungsmittel? Schlaftabletten? ...???
Wenn das einmal vorkommt, ist das nicht tragisch, aber wenn das Jahre lang so geht, kann das alle möglichen Folgen haben, die aber niemand rechtzeitig bemerkt, weil es keinen kümmert.
Wer spart dann was?

Martina
12.05.2009, 17:20
Okay, Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man verantwortlich damit umgeht. Das tue ich aber. Ich gehe trotzdem alle halbe Jahre zur Blutkontrolle.

Sally
12.05.2009, 19:28
Okay, Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man verantwortlich damit umgeht. Das tue ich aber. Ich gehe trotzdem alle halbe Jahre zur Blutkontrolle.
Ich auch. Und: Ein SD-Medikament, das man ohnehin für den Rest seines Lebens nehmen muss, ist nun wirklich etwas völlig anderes als ein Blutdrucksenker, die Pille oder gar Medikamente mit Abhängigkeitspotenzial wie Beruhigungs- oder Schlafmittel. Plus: Diejenige, die mir das Medikament verschreibt, ist selbst praktische Ärztin mit umfassender Kenntnis der Materie, hat aber leider "nur" eine Privatpraxis, sodass ich nicht dauerhaft zu ihr gehen kann.

Ich habe im übrigen auch nicht die (Kassen-) Ärztin verurteilt (ich weiß, dass Fallpauschalen nicht hoch sind), sondern nur ein Beispiel für vermeidbare Kosten gegeben.

Außerdem: Wenn es heißt, dass die Deutschen zu oft zum Arzt gehen, dann muss man solche Zwänge bei einer solchen Bewertung eben auch berücksichtigen.

Und ja, mir geht der Zeitaufwand dafür auch auf den Geist.

elvae
12.05.2009, 20:21
hm, eigentlich müsste es sich doch für euch eigentlich lohnen, am jahresanfang 1-2% (schlagt mich tot, ich weiß nicht genau den satz, für chonisch kranke isser aber billiger) vom gehalt oder so am jahresanfang zu zahlen und man bekommt n befreiungsausweis zugeschickt, will heissen: keinen "eintritt", keine zuzahlungen bei verschreibungen und man kann auch ohne überweisung umsonst zum facharzt...
is nur n vorschlag, weil ohne diesen ausweis könnten mein mann und ich fast garnet mehr zum doc, grad mein mann braucht mehrere medis, muss mindestens 1x im monat zum doc und bekommt auch regelmäßig was verschrieben.
was mich halt nur aufregt is, das die sachen die wir wirklich brauchen (wie ne vernünftige plombe, zahnbrücke, kniebandagen etc...) NICHT übernommen werden, mit dem normalen trallalla kommen wir gut klar, aber lass einen von uns 1-2 zähne verlieren oder so wie mir, löcher inne schneidezähne haben, dann wirds bescheiden -.-
ich finds nur halt unfair, das es fast immer die trifft, die ziehmlich wenig haben...

Darcy
12.05.2009, 20:57
Puh, da wird ja einiges durcheinander geworfen, was in der Realität eigentlich so nicht ist bzw. sein sollte ...

Z.B. werden bei den Frontzähnen sehr wohl Kunststofffüllungen bezahlt, lediglich im hinteren Bereich wird Amalgam eingesetzt, bzw. muss man eben zuzahlen, wenn man da auch Kunststoff haben will.

Wenn man in einem Quartal schon die 10€ Praxisgebühr bei einem Arzt (egal ob Hausarzt, Gyn, HNO oder anderer) bezahlt hat, kann man sich für den anderen Arzt eine Überweisung geben lassen (der HNO kann auch zum Gyn überweisen oder der Gyn zum Hausarzt etc.), sodass man nur einmal die Praxisgebühr zahlen muss (lediglich beim Zahnarzt funktioniert das nicht, hier muss man immer zahlen, unabhängig davon, ob man schon bei einem anderen Doc bezahlt hat).

Bei Medikamenten, die man eh immer braucht (Bsp. SD-Medis oder ähnliches) kann man sich ein Rezept am Anfang des Quartals holen und eins am Ende - so spart man immer für ein Quartal die Praxisgebühr.

Sally
12.05.2009, 21:08
Es geht mir nicht ums Geld.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass das Problem "in Deutschland gehen die Leute zu oft zum Arzt" durchaus auch hausgemacht ist.

elvae
12.05.2009, 21:09
hm, diese kunststoffüllungen sind nur schlimmer als amalgan, weil sie spätestens nach 1-1,5 jahren schick braun werden, da reichen schon 1-2 tassen kaffee/tee am tag (hab ja auch vorne welche, sieht richtig "schick" aus...)
ich werd auf gold sparen, kommt mich genauso teuer wie dieser luxuskunststoff den der mir hinten im backenzahn geprokelt hat, allerdings sieht er weder scheibenkleister aus noch wird gold braun.
und mit den rezepten, kostets zuzahlung, mal 5 oder 10 euro, die wir net bezahlen müssen.
das mit dem befreiungsschein is auch nur n vorschlag gewesen ;)
wir sparen uns das hinterhergerenne wegen den überweisungsscheinen (wie oft hörte ich am telefon, nachdem die ergebnisse da waren: da müssen sie zum doc xy, ich geb ihnen ne überweisung" was für mich dann hiess, zu doc a mit bus zu gondeln und dann zu doc b zu düsen, da kann bei blöden verbindungen selbst hier in gütersloh ne stunde an fahrzeit draufgehen)
wie gesagt, für uns isses halt praktischer, wir können auch im akutfall zum doc, auch wenn wir das quartal nicht da waren ohne das wir bammel bekommen, wo wir die 10 euro herbekommen (inkl. etwaiger medikamentenzuzahlungen), das is für uns ziehmlich viel kohle...
aber wie gesagt, nur n vorschlag ;)

edith möcht noch sagen: achso, mein aufreger war nicht das mit dem zu oft zum doc gehen, sondern der dicke batzen geld ;)
nix für ungut

Darcy
12.05.2009, 21:35
Das mit dem "Vorabbezahlen" ist ja schön und gut, aber wenn ich mal zusammenrechne, dass ich 40€ Praxisgebühr im Jahr zahle plus 4x5€ Zuzahlung für meine Schilddrüsenhormone plus 2x5€ für die Blutdrucktabletten - bin ich bei 70€ im Jahr, die ich quasi fest einplanen muss/kann. Ansonsten hab ich im letzten Jahr nix gehabt - wenn ich vorab 2% meines Bruttoeinkommens zahlen würde, wäre das auf jeden Fall deutlich über 70€, da würde ich total Miese machen. Die 1%-Regelung für chronisch Kranke ist ja nett, aber leider wird sehr vieles nicht als chronische Krankheit im Sinne dieser Ermäßigung eingestuft. Wenn man wirklich in einem Jahr viele Zuzahlungen hat, lohnt es sich eher, die Belege zu sammeln und am Ende des Jahres einzureichen, um das zu viel gezahlte Geld wieder zurück zu holen.

Was die Zahnfüllungen betrifft - vielleicht schaust Du Dich besser mal nach einem anderen Zahnarzt um, wenn Kunststofffüllungen bereits nach einem Jahr braun werden, stimmt da was nicht (es sei denn, Du bist sehr starke Raucherin und Kaffee/Teetrinkerin).

elvae
12.05.2009, 22:23
ich bin ziehmlich starke kaffeetrinkerin, und will aufgrund meiner phobie einfach was dauerhaftes was net nach nem jahr aussieht wie karies im endstadium, gut, an den vorderzähnen isses mir auch wert, das ich da das gold investiere (der doc würd mir nur den reinen materialpreis berechnen, was ich schonmal sehr anständig find)
aber was ich scheibenkleister find is zum bleistift, das mein mann die brücke nicht bekommt, weils nur 1 zahn is (zitat vom amt: kauen sie halt auffer andern seite), das sich dabei das gesammte gebiss verzieht, das is nebensache...
wir zahlen für den ausweis halt 35 euro pro person und haben das sehrsehr fix wieder raus, eigentlich schon im ersten quartal meistens, von daher bin ich da sehr dankbar für ;)

Angelique
13.05.2009, 06:29
Meine Füllungen an den Schneidezähnen hielten 10! Jahre, die zweiten Füllungen habe ich auch schon 5 Jahre und ich bin Raucherin und "vielkaffeetrinkerin".
Die Verfärbungen hielten sich in Grenzen, ging beim polieren bezw. reinigen immer weg.
Gruß Angelique

Darcy
13.05.2009, 06:44
Na ja, Goldfüllungen an den Schneidezähnen ... ich weiß ja nicht :eek: Falls man nicht grad ein schwarzer Rapper ist sieht das doch eher etwas seltsam aus :cool:

Ich kann mich Angelique nur anschließen - zwar trinke ich weder Kaffee noch rauche ich, aber meine Kunststofffüllungen (hab überall Kunststoff, weil sich das Metall im Amalgam nicht mit meinen Piercings verträgt) halten auch schon ewig ohne sich zu verfärben.

elvae
13.05.2009, 09:46
ich hab in den letzten 5 jahren 3x meine füllungen vorn wechseln müssen, weil die so schnell braun wurden, selbst richtig "gute" teure wurden das.
das sieht wirklich bescheiden aus, vorderzähne normalweiß und rechts und links am rand der schneidezähne n fetter brauner fleck, kein karies sondern ne füllung :rolleyes:
ich will keine überkronten zähne mit gold (wie die räpper :cool2:) sondern nur füllungen.
die andere möglichkeit, die ich habe sind inlay´s oder wie die heissen, wo n teil vom zahn nachgemacht wird und eingesezt wird, da sieht man keine plome etc, der preis geht aber in die hunderte euro, DAS kann ich mir beim besten willen net leisten ;)
deswegen isses mir lieber, goldgefleckte zähne zu haben als braungefleckte...
ich trink normalerweise 1-2 liter kaffee am tag, als ich die letzten, teuren, plastikplomben eingesetzt bekam, bin ich auf 1-2 tassen am tag runtergefahren, dennoch habense sich verfärbt....

Lunix
13.05.2009, 10:58
Es geht sogar noch weiter, so soll es auch eine Prioritätenliste z. B. bei Operationen geben. Wer z. B. "nur" ein kaputtes Kniegelenk hat wird dann länger warten müssen, es sei denn natürlich, er zahlt... Selbstzahlung soll aber auch dann erfolgen, wenn es sich um Krankheiten als Folge "schlechter Lebensführung" handelt. Ihr ahnt sicherlich schon, worauf das u. a. hinausläuft. AKS (http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/05/12/aktuelle-stunde-arzt.xml;jsessionid=B66BADED4F FBECEA384A05693082C7E5.mediath ek2)

Darcy
13.05.2009, 11:10
Bevor diese "Halbgötter" in Weiß immer mehr Kohle verlangen, sollen sie endlich mal wieder Leistung bringen. Wenn ich überlege, was die mir an Lebensqualität in den letzten 17 Jahren (!) genommen haben, einfach weil sie UNFÄHIG und zu dumm sind, mal über den Tellerrand ihres begrenzten Fachbereichs zu schauen und mich als ganzen Menschen zu sehen und nicht nur ein einzelnes Organ oder einen Laborwert .. so viel könnten die nie zahlen ...

Letzten Endes kanns mir eigentlich wurscht sein, ich vermeide diese Versager so weit wie möglich, benutze sie für das, was sie können, nämlich Rezepte ausstellen und ansonsten vertraue ich meiner Heilpraktikerin. Diese Frau hat mir, obwohl ich noch einen langen Weg vor mir habe, bis ich wieder gesund bin, schon sehr viel Lebensqualität und auch Gesundheit geschenkt.

Sollte das aber wirklich so kommen, werde ich kündigen, freiberuflich arbeiten und mich privat versichern. Wenn noch mehr Leute diesen Weg gehen (und zumindest im Kollegenkreis im medizinischen Bereich denken viele drüber nach), können die Herren Doktoren bald die Hartzer abkassieren und auf entsprechendem finanziellen Niveau praktizieren. Wenn sie das wollen, bitte schön ...

Sophie
13.05.2009, 12:52
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,620118,00.html

Ist ein interessanter Artikel über Sinn und Unsinn von gewissen Vorsorgeuntersuchungen. Dort liegt ja auch ein Kostentreiber ersten Ranges.

Ich gehe auch nur zum Arzt, wenn es absolut unausweichlich ist, weil :

1. es schon ein Affenzirkus ist, überhaupt als Kassenpatient einen Termin zu kriegen (beim Orthopäden: tut mir leid, in 4-6 Wochen vielleicht...)

2. trotz Termin stundenlange Wartezeiten (bis zu 3 Stunden erlebt!) im Wartezimmer voller Seuchenträger anfallen (mit Rückenschmerzen zum Arzt, anschließend Grippe kriegen)

3. ich mir in der Firma einen Tag frei nehmen muss (stundenweise wäre kein Problem, wird laut Tarifvertrag bezahlt, aber das sind ja immer Ganztagsaktionen - siehe Punkt 2)

4. die Quacksalber auch nicht schlauer sind als ich. Die Diagnose erstreckt sich meistens auf Adipositas, als Behandlung wird Abnehmen empfohlen, ob ich nun Zahnfleischbluten, Durchfall, Warzen oder einen Bandscheibenvorfall an der HWS habe.

Nach Möglichkeit kuriere ich mich selbst aus. Eine Nierenentzündung vor Jahren wurde nicht richtig diagnostiziert. Ich habe gesagt, dass es die Nieren sein müssten, aber angeblich war es der Rücken (klar: entsprechende Vorgeschichte, Übergewicht... da erübrigt sich eine weitere Untersuchung). Jetzt hab ich den Schaden. Aber wehr dich mal gegen die Ärztelobby.:mad:

Lea
13.05.2009, 16:58
Ich gehe auch nur zum Arzt, wenn es absolut unausweichlich ist, weil ...
die Quacksalber auch nicht schlauer sind als ich. Die Diagnose erstreckt sich meistens auf Adipositas, als Behandlung wird Abnehmen empfohlen, ob ich nun Zahnfleischbluten, Durchfall, Warzen oder einen Bandscheibenvorfall an der HWS habe.

Genau, ich muss meistens auch zu 5 Ärzten rennen, wenn ich wirklich mal ein ernstes Problem habe, bis sich einer zu einer seriösen Diagnostik bequemt. Wenn ich die gleich beim ersten Arzt, den ich aufsuche, bekommen würde, wäre auch einiges an Kosten gespart!

Darcy
13.05.2009, 16:59
Was kennt Ihr denn nur für seltsame Ärzte???

Lea
13.05.2009, 17:14
Was kennt Ihr denn nur für seltsame Ärzte???

Von der Sorte kenne ich leider jede Menge. Kleines Beispiel gefällig?

Die Diagnose "Adipositas" durfte ich mir schon beim Hautarzt anhören, als ich mit einem urplötzlich aufgetretenen Hautausschlag hingegangen bin. Eine vernünftige Diagnose für den Ausschlag habe ich nicht bekommen. Bin mit Cortison nach Hause gegangen und das war's dann. :rolleyes:

Ich könnte auch noch mehr erzählen...

Darcy
13.05.2009, 17:18
Eine vernünftige Diagnose für den Ausschlag habe ich nicht bekommen. Bin mit Cortison nach Hause gegangen und das war's dann. :rolleyes:

A) Hast Du Dir einfach das Cortison geben lassen, ohne die Behandlung zu hinterfragen und auf einer Diagnose zu bestehen?
B) Hats geholfen?

Lea
13.05.2009, 17:28
A) Hast Du Dir einfach das Cortison geben lassen, ohne die Behandlung zu hinterfragen und auf einer Diagnose zu bestehen?

Doch, gewehrt habe ich mich schon, die Dame war aber leider uneinsichtig in Sachen Übergewicht und ist nicht von ihrer Meinung abgerückt (Gewicht -> psychische Belastung -> Hautprobleme. Dass ich vorher (und auch seither) nie was hatte, war egal). Ein paar Allergietests hat sie dann noch halbherzig gemacht, dabei kam aber nichts raus, was ihre "Diagnose" dann natürlich "bestätigte". :rolleyes: Kaum erwähnenswert, dass ich da zum letzten Mal war...


B) Hats geholfen? Ja. Hilft Cortison nicht (fast) immer?

Darcy
13.05.2009, 17:38
Nun ja, immerhin ist die Argumentationskette nicht völlig aus der Luft geholt - wenn die Allergietests alle negativ waren und es offensichtlich nicht nach einer Infektion aussah, war das Cortison (zumal es auch geholfen hat) sicher nicht verkehrt.
Da versteh ich dann das Problem nicht so ganz :confused:

Pandora
14.05.2009, 08:24
Ich könnte mir vorstellen, daß ihr da einfach eine vernünftige Diagnose gefehlt hat. Was Adipositas mit einem Hautausschlag zu tun haben soll, ist mir jedenfalls nicht klar. Und wenn ich einen Ausschlag bekomme, würde ich schon gerne wissen a) woher und b) wie ich das zukünftig vermeiden kann.

Lea
14.05.2009, 11:40
Nun ja, immerhin ist die Argumentationskette nicht völlig aus der Luft geholt - wenn die Allergietests alle negativ waren und es offensichtlich nicht nach einer Infektion aussah, war das Cortison (zumal es auch geholfen hat) sicher nicht verkehrt.
Da versteh ich dann das Problem nicht so ganz :confused:

Ich sag ja nicht, dass Psyche und Haut nichts miteinander zu tun haben können, aber die Argumentationskette dick=Probleme=Hautausschlag ohne weiteres Vorwissen bzw. Anamnese oder Untersuchung finde ich schon weit hergeholt, oberflächlich und einfach unseriös (ich bin ins Sprechzimmer gekommen und habe noch ohne Untersuchung, ohne Gespräch oder irgendwas gleich gesagt bekommen, dass ich zu dick bin, unbedingt abnehmen muss und der Ausschlag daher rührt!). Die Allergietests habe ich ja erst hinterher bekommen, auf Protest sozusagen. Und ob es eine Infektion war, kann ich auch nicht sagen - ist nicht untersucht worden.

Was Adipositas mit einem Hautausschlag zu tun haben soll, ist mir jedenfalls nicht klar. Und wenn ich einen Ausschlag bekomme, würde ich schon gerne wissen a) woher und b) wie ich das zukünftig vermeiden kann. Eben.

Darcy
14.05.2009, 14:57
Wenn das Arztgespräch tatsächlich so begonnen hat, versteh ich ehrlich gesagt nicht, dass Du überhaupt da geblieben bist.
Ich erwarte von einem Arzt, dass er sich erstmal anhört, weswegen ich gekommen bin und mich dann entsprechend untersucht. Und bisher ist das auch immer so passiert - bis auf eine Ausnahme (ein dämlicher Stationsarzt 1998, der aber sofort vom Chefarzt in seine Schranken verwiesen wurde - und damals wog ich knapp 80 Kilo :rolleyes:, wäre aber auch seinerzeit schon gegangen, wenn der Chef eben nicht interveniert hätte).

Ganz ehrlich kann ich nicht verstehen, dass hier einige scheinbar ausschließlich an solche Ärzte zu geraten scheinen, während mir das (bis auf diese eine Ausnahme) nie passiert. Ist es möglich, dass es auch daran liegen kann, wie man dem Arzt gegenüber tritt?
Manche haben ja so einen vorauseilenden Gehorsam und machen sich selbst schon klein, nach dem Motto: Ja, Herr Doktor, ich weiß, ich bin sooo dick ...

Lea
14.05.2009, 15:42
Wenn das Arztgespräch tatsächlich so begonnen hat, versteh ich ehrlich gesagt nicht, dass Du überhaupt da geblieben bist.

Weil ich total perplex war! Gerade beim Hautarzt hätte ich mit solchen Sprüchen nicht gerechnet! Aber Du hast Recht, ich hätte gleich wieder aufstehen und gehen sollen. In solchen Momenten falle ich erst mal in Schockstarre, und es dauert, bis ich wieder "handlungsfähig" bin - aber ich arbeite dran...!

Ist es möglich, dass es auch daran liegen kann, wie man dem Arzt gegenüber tritt?
Manche haben ja so einen vorauseilenden Gehorsam und machen sich selbst schon klein, nach dem Motto: Ja, Herr Doktor, ich weiß, ich bin sooo dick ...
Klein gemacht habe ich mich mit Sicherheit nicht. Wie gesagt, beim Hautarzt war ich sicher, dass sie nicht mit der Masche "liegt alles nur am Übergewicht" kommen können und bin ganz normal auf die Dame zugegangen. Erst mal rechne ich ja auch damit, dass man mir respektvoll und ohne Vorurteile begegnet... als Mensch eben - und sich dann anhört, weswegen ich gekommen bin.

Itsme
14.05.2009, 17:03
Wenn uns Patienten angeblich das Gefühl dafür fehlt, wann wir einen Arzt aufsuchen sollten, beziehungsweise zu oft zum Arzt laufen, dann zähle ich mich auf keinen Fall dazu und habe eher zumindest einmal das Gegenteil erlebt und das scheint es nicht selten zu geben, wie auf dem Artikel, den Elvae eingestellt hat, zu entnehmen ist:

Bei den Ärzten gebe es unterdessen eine Mentalität, Patienten ständig wieder einzubestellen.

So erging es mir bei einem Ohrenarzt, den ich wegen einer Gehörgangsentzündung aufsuchte. Nachdem ich ca. drei mal da war und er mir jedes mal etwas in die Ohren tat, bestellte er mich für die nächsten 14 Tage täglich für eine Wärmebehandlung. Zwar war die Praxis in der Nähe meiner Arbeitsstelle, aber trotzdem war es ein zeitliches Jonglieren.
Jeder Besuch (den Arzt bekam ich ab da nicht merh zu Gesicht) dauerte ca. 10 Minuten, für die dann das Wärmegerät mal das eine, mal das andere Ohr bestrahlte. Als ich nach X-maligem Besuch fragte, ob ich das nicht zu Hause auch mit einem Infrarotlicht tun könne, meinte die Arzthelferin zögernd: "Ja.... eigentlich schon."
Das hieß für mich im Klartext, sehr leicht verdientes Geld für den Arzt, Kosten die nicht nötig getan hätten und viel Zeitaufwand für mich.