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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sich die Zeiten ändern...


Itsme
22.04.2009, 09:17
Bei einem Spaziergang sprachen mein Mann und ich über unsere jeweilige Kinderzeit und kamen dabei auch auf diverse Kinderbücher zu sprechen.
Praktisch ein jedes Kind besaß die Geschichten von Max und Moritz und natürlich den Struwelpeter.
Dabei dachten wir an den Suppenkaspar und die Ermahnungen an uns Kinder, auch wirklich immer unseren Teller leer zu essen, da uns sonst, laut Buch irgendwann der Tot ereilt.
Es wurde zu meiner Kinderzeit (geb. 1952) sehr darauf geachtet, dass man als Kind bloß nicht zu dünn war und wenn doch, dann kam man für einige Wochen in ein Erholungsheim, dessen wichtigste Aufgaben es war, die Kinder gewichtsmäßig hoch zu füttern.
Je mehr ein Kind zugelegt hatte, desto erfolgreicher fühlten sich die Betreuerinnen. Am erfreutesten waren sie, wenn in Kind sogar recht rund oder pummelig wurde, als ein Zeichen dafür, dass es dem Kind nun richtig gut geht!

Ja, die Zeiten haben sich sehr geändert.

Maggy46
22.04.2009, 09:22
Ich denke diese Zeit ist heute leider unser Problem oder zumindest das Gewicht was daraus resultiert.
Ich war eigentlich als Kleinkind sehr dürr und ein schlechter Esser, vielleicht hätte man mich mal lassen sollen.
Aber früher war das halt so, Teller leer essen und und und.

Bei meinem Sohn habe ich da sehr drauf geachtet das es nicht so läuft und er nicht in diesen Diät Wahn kommt. Hatte einmal einen Riesenaufstand im Kindergarten weil mein Kind mir Nachmittags heulend entgegen kam, er musste nämlich den Teller leer essen, und das obwohl er keinen Hunger hatte und sich auch das Essen nicht auf den Teller getan hatte.

Sie haben es alle gut gemeint, und ich denke so hat jede Zeit Ihre Tücken

liebe Grüße
Maggy46

Maxima
22.04.2009, 10:33
Als ich ein halbe Jahr alt war, soll ich eine Arzneimittelvergiftung gehabt haben. Es muss mir damals sehr schlecht gegangen sein und ich hätte auch viel Gewicht verloren.

Heute noch bekomme ich zu hören, dass ich von vier Personen rund um die Uhr gefüttert wurde.

Und auch als ich ein kleines Kinde begann selber zu essen, musste ich immer den Teller leer essen. Ich glaube, schon damals hat mein gesundes Sättigungsgefühl einen weggekriegt.

Sally
22.04.2009, 11:25
Das hier (http://www.fontblog.de/C1133814189/E859091379/Media/Rotbaeckchen.jpg) stand denn auch schonmal auf meinem Geburtstagstisch (ich kann's beweisen, ich habe Fotos).

Wikipedia sagt: "Beworben wurde der Saft auch mit der Aussage, dass er den Appetit fördere."

Typisches Beispiel für die in meiner Kindheit und Jugend allgegenwärtige Doppelmoral ("Kind, iss auf!" vs "Kind, du bist zu dick!").

Boewi
22.04.2009, 12:12
Nach Krieg und Hungersnöten gelten eben andere Ideale. Ich habe im Kölner Schokoladenmuseum mal einen Werbespot für Schokolade gesehen, wo damit geworben wird, wieviel Kalorien die leckere Schokolade hat im Vergleich zu allen anderen Lebensmitteln und dass man seinem Kind mit nichts anderem so günstig runde Backen füttern könne. Heute undenkbar, die Schokolade würde niemand kaufen. Auch Marylin Monroe hätte neben den schlaksigen Hungerhaken von heute keine Chance.
Aber das zeigt wieder mal nur, dass Gesundheit wenig mit dem Zeitgeschmack zu tun hat...

Itsme
22.04.2009, 13:13
Ich erinnere mich an einen moppeligen Jungen in unserem Spielumfeld. Dieser wurde von vielen Kindern beneidet, da in seinem (wohlhabenden) Elternhaus immer ein Teller mit Süßigkeiten auf dem Tisch stand.
Ich hörte wie Erwachsene sagten: Den Eltern geht es gut, man sieht es dem Kind an. Ich verstand nicht, was sie damit meinten und fragte meine Mutter, die daraufhin sagte: Sie haben halt immer viel zum essen im Haus.
Nun verstand ich noch weniger, denn ich habe nie gehungert und dachte natürlich, auch wir hätten immer viel zum essen im Haus. Erst als ich fast schon erwachsen war, wurde mir im Rückblick bewusst, wie oft meine Mutter gesagt hat: Esst ihr das man, ich mag das nicht so gern.
Heute weiß ich, dass dann einfach nicht so viel da war.

Auch bei den Erwachsenen (zumindest den Männern) las man den Wohlstand am Äußeren ab. Daher der sogenannte "Wohlstandsbauch".
Sicher hat das etwas damit zu tun, dass der Krieg noch nicht so lange vorbei war, aber das hat ja mit dem Geschmack letztlich nicht zu tun. Ich habe eher das Gefühl, dass rund sein einfach gern gesehen war und auch als hübsch galt.
Dazu fällt mir auch der respektvolle Ausdruck "gestandene Frau" ein, was unter anderem der Kommentar zu den Fotos einer bereits verstorbenen Oma (schätzungsweise Kleidergröße 50) war. Obwohl zu ihren Charaktereigenschaften nicht viel Nettes kam.

Eine gewisse Twiggy, spindeldürr, die zu meiner Teenyzeit Anlass zu einem kollektiven riesigen Aufschrei der Entrüstung war, wäre heute auf den Laufstegen gerade richtig.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass im Gegensatz zu dem langsamen Maß, in dem Aufklärung in Punkto Dick-Gründe etc. voran schreitet, die "Vorbilder" der Menschen immer dünner werden.

Was mich letztens besonders ärgerte:
In unserer Tageszeitung kamen immer wieder Berichte über Bemühungen, junge Menschen (in Kindergärten oder Schulen) "ein gesundes Essverhalten" zu lehren, da ja "so viele junge Menschen viel zu dick" seien.
In der gleichen Aufmachen gab es vor kurzem einen Bericht über den Besuch von Menschen in Schulen, die vor Magersucht warnen und Diäten verdammen...

Erst sehen die jungen Leute dieser Magermodels, dann lesen und hören sie überall, die Menschen sind zu dick, daraufhin fangen schon Kinder mit Diäten an und dann kommen wieder Erwachsene und erzählen etwas von Magersucht und das Diäten Mist sind.
Wenn schon Erwachsene den Überblick verlieren, wie sollen Kinder ihn nur behalten?

Das was ich Eingang schilderte, war normales Denken in den Elternhäusern. "Aufessen, dafür sorgen, dass das Kind nicht dünn wird, lieber ein bisschen moppelig, dann geht es ihm gut.
Demnach müssten eigentlich (praktisch) alle Menschen meiner Generation superdick sein. Sind sie aber nicht! Und ich glaube, das liegt nicht zuletzt daran, das Essen und Figur zwar ein Thema, aber nicht DAS Thema war.
Und schon gar niht aus dem Blickpunkt "hübsch oder nicht hübsch".
Wenn, dann nur aus dem Gedanken an Gesundheit, sonst nichts.

Heute sind Figur und Essen fast wie eine Religion oder eine Droge, mit der man sich zudröhnt, bei der man über nichts anderes mehr nachdenken muss, die das alleinige Heil verspricht.
Auf Leben oder Tot.

Darcy
22.04.2009, 13:27
Das Problem bei diesem ganzen "Zu dick oder zu dünn-Quatsch" ist doch, dass man das natürliche Essverhalten der Kinder ignoriert und so lange manipuliert, bis es nicht mehr funktioniert.
Auch die vielgepriesenen Veranstaltungen über "gesunde Ernährung" halte ich für absoluten Blödsinn, denn wer entscheidet denn, was gesund ist? Schließlich ist für jeden Menschen etwas anderes gesund - was dem einen super bekommt, führt bei dem anderen mit Pech zum Tode, weil er allergisch drauf ist.

Ich habe meinen Sohn von frühester Kindheit an entscheiden lassen, was und wieviel er isst. "Komischerweise" liebt er Gemüse, Geflügel, auch mal Vollkornbrot (aber lieber Toast), natürlich stopft er sich auch mal mit Süßigkeiten voll, während es auch Tage gibt, wo er fast gar nichts isst ...
Ich lasse ihm da völlig freie Hand, es gibt aber immer genügend Sachen im Kühlschrank, die er essen könnte, wenn er Hunger hat.
Dabei ist mein Sohn schlank und durchtrainiert, also auch leistungsfähig - wenn ich dagegen irgendwelchen "Ernährungsexperten" geglaubt hätte oder dieser depperten Lehrerin, hätte ich sein natürliches Hunger- und Sattgefühl sowie das Gefühl für Nahrung, die seinem Körper das gibt, was er braucht, zerstört. Vielleicht wäre er dann genauso dick wie ich geworden und völlig gestört im Essverhalten.

Übrigens war eine Weile seine einzige Antwort, wenn ich ihn fragte, was er essen mag: FLEISCH! Bevorzugt dunkle Sorten wie Rind ..
Bei einer Blutuntersuchung stellte sich dann raus, dass er unter einem leichten Eisenmangel litt ... sein Appetit reagierte also genau darauf und ließ ihn Fleisch essen, das Problem war auch relativ schnell wieder behoben.

Maxima
22.04.2009, 13:40
Ich habe meinen Sohn von frühester Kindheit an entscheiden lassen, was und wieviel er isst. "Komischerweise" liebt er Gemüse, Geflügel, auch mal Vollkornbrot (aber lieber Toast), natürlich stopft er sich auch mal mit Süßigkeiten voll, während es auch Tage gibt, wo er fast gar nichts isst ...
Ich lasse ihm da völlig freie Hand, es gibt aber immer genügend Sachen im Kühlschrank, die er essen könnte, wenn er Hunger hat.

Ich hätte mir sehr gewünscht, dass mein Elternhaus mit mir so umgegangen wäre. Einerseits zwingen bestimmte Sachen zu essen (ich bekam die Reste von meinem Mittag immer zum Abendbrot *Kotz*), sehr gehaltvoll kochen aber andererseits die Figur bemängeln.

Darcy
22.04.2009, 13:45
Falls es Dich tröstet - in meinem Elternhaus war das auch nicht so.

Maxima
22.04.2009, 13:52
Vielleicht sind wir beide deshalb hier ;)

Lea
22.04.2009, 15:12
Typisches Beispiel für die in meiner Kindheit und Jugend allgegenwärtige Doppelmoral ("Kind, iss auf!" vs "Kind, du bist zu dick!").

So kenne ich das auch... Teller leer essen, aber gleichzeitig abspecken sollen. :rolleyes:

Boewi
22.04.2009, 15:31
Na ja, wenn ich immer nur den einen Teller leer gegessen hätte und danach bis zur nächsten Mahlzeit nichts mehr "geschnäkt" hätte, wie wir im Saarland sagen, wäre ich sicher nicht so, wie ich heute bin :schleck:

Lea
22.04.2009, 15:40
Na ja, wenn ich immer nur den einen Teller leer gegessen hätte und danach bis zur nächsten Mahlzeit nichts mehr "geschnäkt" hätte, wie wir im Saarland sagen, wäre ich sicher nicht so, wie ich heute bin :schleck:
Bei uns gab's nichts zu "schnäken" - Süßigkeiten waren streng rationiert, gab's nur zu besonderen Gelegenheiten und auch nur stückchenweise... Trotzdem bin ich heute so, wie ich bin... geht auch so :-D
Mit dieser Doppelmoral kriegt man wahrscheinlich jedes gesunde Essverhalten ruiniert ((Teller leer) essen, wenn man schon nicht mehr mag, und verzichten, wenn man hungrig ist).

Boewi
22.04.2009, 16:05
Bei uns gab's nichts zu "schnäken" - Süßigkeiten waren streng rationiert, gab's nur zu besonderen Gelegenheiten und auch nur stückchenweise...
Ja, bei uns auch - nur bei meiner Oma gabs immer was :grins:
Aber mein Problem fing auch erst mit der Pubertät richtig an, zu einem Zeitpunkt, als mir niemand mehr irgendwas aufzwingen konnte. Wenn ich nicht mit den blöden Diäten angefangen hätte, hätte meine Begeisterung für Schokolade in allen Variationen sicher nicht ganz so sichtbare Folgen gehabt.
Egal warum, jetzt ist jetzt und ich muss selber sehen, wie ich mein Leben gestalte. Und eins ist klar: Das Leben ist viel zu kurz, um Diät zu halten oder freiwillig auf Schokolade zu verzichten :juhu:

apple
22.04.2009, 23:31
Da fällt mir ein: Schokolade u.ä. war in meiner Kindheit auch immer etwas "rationiert", "was Besonderes", was womit "man sich ggfs. belohnt". - Leider!!!

Seitdem ich bei meinen Kids (und im Endeffekt auch mir) in der Form gegengesteuert habe, daß ein gewisser Schrank stets vor Süßigkeiten überläuft und natürlich für alle jederzeit zugängig ist ... will keiner mehr Schokolade und Ähnliches (auch ich habe nur noch gaaaanz selten diesen "Jeeper").
Ich frage regelmäßig ganz bewußt: wollt ihr was Süßes - fast immer kommt ein deutliches: nee, jetzt nicht ... .
(meine Töchter und mein Mann sind schlank bis superschlank ... )

Darcy
23.04.2009, 05:20
Das mit dem vollen Süßigkeitenschrank funktioniert leider bei mir nicht so.
Ich habs eine Zeit lang ausprobiert, war dann aber eigentlich ständig am naschen - was sich leider auf meinen Blutzuckerlangzeitwert auswirkte. Da muss ich etwas vorsichtig sein, weil mein Hashimoto eh schon Diabetes begünstigt.
Süßigkeiten zur freien Verfügung gibts also nur für meinen Sohn (zum Glück mag er völlig andere Sorten als ich), für mich ist nur eine Tafel Schoki "zur Sicherheit" da, weil ich sonst ne Macke krieg, wenn gar keine da ist. Aber die ist eben "die Reserve", da geh ich nicht so ran.

pamina
23.04.2009, 07:00
(auch ich habe nur noch gaaaanz selten diesen "Jeeper").

Da bist du gut dran. Klappt bei mir leider nie. Also gibts da keine Vorräte, sondern nur gezielt gekauft, was sich dann auch nicht lange hält:mad:

Itsme
23.04.2009, 08:15
Süßigkeiten waren in meiner Kinderzeit etwas Besonderes.
Es gab ab und zu mal einen "Groschen" (10 Pfennig) für die "Bude" ein Kiosk, der alles in Gläsern hatte und an dem man ab einen Pfennig aufwärts, die Leckereien einzeln kaufen konnte.
Göttlich fand ich, wenn ich mir 5 Sahnebonbons auf einmal in den Mund tat und der Mund richtig voll von dem herrlichen Geschmack war. Das tat ich aber nur äußerst selten, denn dann war der ganze schöne "Schlickergroschen" ja gleich weg!
Im Sommer kam der Eisverkäufer mit seinem kleinen Eiswagen und bimmelte. Dann gab es ab und zu eine Kugel Eis, auch für 10 Pfennige.
Zu Hause hatten wir keine Süßigkeiten, dafür war einfach kein extra Geld da.
Vielleicht kommt es aus diesem Erlebten, dass wenn ich heute Japp auf Süßes habe, (zum Glück nicht so oft) es gleich viel sein muss. Reichliche Auswahl und sozusagen so viel, bis man sagen kann "Ich mag nicht mehr!"

apple
23.04.2009, 08:27
Da bist du gut dran. Klappt bei mir leider nie. Also gibts da keine Vorräte, sondern nur gezielt gekauft, was sich dann auch nicht lange hält:mad:


"gezielt gekauft" kenne ich auch über Jahrzehnte ... :(

Meine Erfahrung: ist "begrenzter" Vorrat da - ist er auch so ziemlich sofort weg (alle fallen drüber her, sobald sie nur können :cool:), aber wenn wirklich Unmengen da sind, hält es ewig.

Ich ertappe mich oft, wie ich in diesen Schrank schaue und ihn wieder zumache, ohne reingegriffen zu haben - da vergeht einem glattweg der Appetit (DAS hätte ich niemals für möglich gehalten, ich glaube, es funktioniert erst nach einer kurzen Zeit und wirklich maßloser Übertreibung am Angebot ... :confused:).

Itsme
23.04.2009, 08:32
"gezielt gekauft" kenne ich auch über Jahrzehnte ... :(

Meine Erfahrung: ist "begrenzter" Vorrat da - ist er auch so ziemlich sofort weg (alle fallen drüber her, sobald sie nur können :cool:), aber wenn wirklich Unmengen da sind, hält es ewig.

Ich ertappe mich oft, wie ich in diesen Schrank schaue und ihn wieder zumache, ohne reingegriffen zu haben - da vergeht einem glattweg der Appetit (DAS hätte ich niemals für möglich gehalten, ich glaube, es funktioniert erst nach einer kurzen Zeit und wirklich maßloser Übertreibung am Angebot ... :confused:).


Das würde bei mir nicht klappen. Ich hätte da immer im Hinterstübchen rumwuseln, dass da ja was ist...

Nordlicht
23.04.2009, 08:38
bei mir hilft es, dass ich immer süßigkeiten da habe, die ich zwar mag, aber nicht so sehr gerne... damit umgehe ich das nicht-da-haben von süßem, aber auch das sofort-alles-aufessen ;) und es übt. Daher kann ich dann auch mal in meinen Augen "bessere" Süßigkeiten da haben und es ist nicht sofort alles weg, sondern vielleicht ein Drittel oder mal die Hälfte auf einmal... und ich vergesse zum Teil auch, dass ich da was schönes drinliegen habe, weil ich es so gewöhnt bin, dass da die erstgenannten Sachen nur drin sind :-p

Gruß
Dani

Sophie
23.04.2009, 09:57
Weihnachten 2007 (!) hat meine Schwiegermutter mir eine 300g-Tafel Schokolade geschenkt. Die lag über ein Jahr unbeachtet auf dem Schrank im Arbeitszimmer, vor kurzem habe ich sie im Büro den Kollegen zum Fraß vorgeworfen. Ein heftiges Rascheln und Schmatzen - weg. Vorräte an Süßem verderben mittlerweile eher, als dass ich da dran gehe. Aber es ist tatsächlich so. Wenn ich weiß, es ist nichts da, und es ist jetzt etwas, das ich mir verkniffen habe, bekomme ich um so mehr Gibber drauf.
Außerdem schmeckt mir Süßes nicht mehr so. Da fällt mir ein, dass das mit meinen Wechseljahren zu tun haben könnte. Der Gibber auf Süßes ist vielleicht hormonbedingt? Ich erinnere mich, kurz vor der Periode immer Fressanfälle mit Schokolade bekommen zu haben....
Auch Obst mag ich nicht mehr so besonders. Ist mir einfach zu süß. Ich bin mehr der Ölige-Oliven-mit-Knoblauch-Typ.
Jedesmal wenn zum Thema wird, dass ich Vegetarierin bin, kommt garantiert der Spruch: "Waaas? Und dann bist du so dick?" :mad:

Sophie
23.04.2009, 10:06
Nachtrag: wenn ich Süßigkeiten kaufe, dann aber auch solche, die ich 100%ig mag. Wozu soll ich mich mit etwas vollstopfen, das ich eigentlich nicht will? Dann kann ich es auch lassen.
Ich kaufe mir dann eher was ganz Teures: handgemachte Pralinen (googelt mal unter Pralinenclub, aber in MA und in Lampertheim in Hessen gibt es auch Chocolatiers, wo man sich Einzelstücke aussuchen kann, und der Duft in den Läden.... *verzückt_seufz*). Die schmecken auch viel besser als die Billigware vom Discounter, und man genießt viel bewusster.
Ich bin Binge Eater und will aus diesem Teufelskreis von "besinnungslos Fressen - Schuldgefühl - Hungern - Fressen" rauskommen. Das ist doch Irrsinn.

Pandora
23.04.2009, 10:21
Das mit dem Süßigkeitenschrank praktiziere ich auch schon ein paar Jahre. Mir geht es aber eigentlich nicht darum, dadurch weniger Süßes zu essen (das ist nur ein Nebeneffekt, austricksen kann ich mich nicht), sondern darum, die "Panik" zu vermeiden, wenn tatsächlich nichts im Haus ist.

apple
23.04.2009, 10:52
Die Süßigkeitenschrank-Geschichte war bei mir Zufall (ich war ein Schoko-Junkie - auch schon, als ich schlank war).

Als meine ältere Tochter den ersten richtigen Kinder Geburtstag feierte, kaufte ich viel zu viel (keine Erfahung mit Kindergeburtstagen ....).

Es blieb ein randvoller Einkaufskorb mit den tollsten Sachen übrig.
Der stand und stand ... bei dem Anblick verging mir einfach der Appetit ... .
Ich animierte meinen Mann und meine Tochter, doch zuzugreifen - beide wollten nicht ... und je ausdrücklicher ich das Zeugs unter die Leute bringen wollte, desto weniger wollten die (und ich) ... .

Den Rest habe ich kurz vor dem Verfallsdatum hektisch an sämtliche Kinder der Nachbarschaft verteilt ... .
Seitdem (5 Jahre) ist Ruhe mit Süßem.

PS. ... die Osterhasen usw, ißt kein Mensch bei uns - werden in Kürze auch wieder verteilt :(

Sally
23.04.2009, 11:27
Mmmmhm. Ein prall gefüllter Süßigkeitenschrank als "Therapie". Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. Obwohl mir, ehrlich gesagt, schon der Gedanke daran Angst macht.

Aber das Verhalten, das ich seit Jahrzehnten kenne, geht so: Ich kaufe etwas (1-2 Dinge), lege es in den Schrank ... und kann nicht aufhören dran zu denken, bis es weg ist. Dann schwöre ich, nie wieder was Süßes zu kaufen. "Einfach" nichts mehr zu kaufen. Bis zum nächsten Mal ...

Das kann's ja auch nicht sein. :(

pamina
23.04.2009, 12:28
Aber das Verhalten, das ich seit Jahrzehnten kenne, geht so: Ich kaufe etwas (1-2 Dinge), lege es in den Schrank ... und kann nicht aufhören dran zu denken, bis es weg ist. Dann schwöre ich, nie wieder was Süßes zu kaufen. "Einfach" nichts mehr zu kaufen. Bis zum nächsten Mal ...

Ja Sally, das ist mir sehr vertraut. Es bleibt einfach nicht liegen, es will von mir gegessen werden:) Immer wieder mal habe ich Süßes in den Müll geworfen, das fällt mir immer noch leichter, als zu wissen, da liegt in der Küche noch dieses oder jenes.:mad:

Sophie
23.04.2009, 12:53
Mmmmhm. Ein prall gefüllter Süßigkeitenschrank als "Therapie". Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. Obwohl mir, ehrlich gesagt, schon der Gedanke daran Angst macht.

Aber das Verhalten, das ich seit Jahrzehnten kenne, geht so: Ich kaufe etwas (1-2 Dinge), lege es in den Schrank ... und kann nicht aufhören dran zu denken, bis es weg ist. Dann schwöre ich, nie wieder was Süßes zu kaufen. "Einfach" nichts mehr zu kaufen. Bis zum nächsten Mal ...

Das kann's ja auch nicht sein. :(

Dann kauf nicht nur 1-2 Dinge, sondern einen ganzen Karton voll. Bei 1-2 Dingen ist vielleicht immer noch im Hinterkopf der Gedanke von "zu wenig", "etwas Verbotenes/Besonderes", "darf ich eigentlich nicht", "nie wieder". Das erzeugt wieder das Gelüste. Jetzt schnell aufessen, bevor ich niiie wieder.... Versuch es mal, soviel überall rumliegen zu lassen, dass du bis ins Innerste weißt, es ist genug da und jederzeit verfügbar. Schlimmstenfalls nimmst du halt weitere 1-2 Kilo zu, bestenfalls lässt dich das Zeug kalt.

Sophie
23.04.2009, 12:58
Mit dem Naschen ist es wie mit dem Sex. Wenn es verboten ist, kreisen die Gedanken den ganzen Tag darum. Und je verbotener um so stärker.

"Denken Sie unter gar keinen Umständen an grüne Elefanten" Woran denkst du jetzt?

apple
23.04.2009, 13:00
Bei den Joghurts für meine beiden Süßen hats auch geklappt!!!
Wenn mein Mann einkauft, rechnet er den "Bedarf" für eine Woche aus - grauenhaft!!! Es reicht nie, es wird um die besten Sorten gestritten und Mittwoch ist spätestens alles weg.

Ich kaufe regelmäßig das fünffache - hauptsächlich die ganz begehrten Sorten - und am Ende reicht es (also die identische Menge hochgerechnet) dreimal so lange wie die Rationierungen von meinem Mann (der dann ggfs. den "Mülleimer" spielt :-D, bevor die Teile verfallen ... dünn genug ist er ... ;)).

apple
23.04.2009, 13:03
Mit dem Naschen ist es wie mit dem Sex. Wenn es verboten ist, kreisen die Gedanken den ganzen Tag darum. Und je verbotener um so stärker.

"Denken Sie unter gar keinen Umständen an grüne Elefanten" Woran denkst du jetzt?

:holy::five:

Sally
23.04.2009, 13:17
Immer wieder mal habe ich Süßes in den Müll geworfen Wie vertraut mir das ist. Wenn man alles auftürmen würde, was ich auf diese Weise aus meinem Dunstkreis verbannen wollte, es käme ein beachtlicher Süßigkeitenberg zusammen.

Dann kauf nicht nur 1-2 Dinge, sondern einen ganzen Karton voll. Bei 1-2 Dingen ist vielleicht immer noch im Hinterkopf der Gedanke von "zu wenig", "etwas Verbotenes/Besonderes", "darf ich eigentlich nicht", "nie wieder". Das erzeugt wieder das Gelüste. Jetzt schnell aufessen, bevor ich niiie wieder.... Versuch es mal, soviel überall rumliegen zu lassen, dass du bis ins Innerste weißt, es ist genug da und jederzeit verfügbar.
Wie gesagt, der Gedanke macht mir im Moment noch Angst, aber wenn ich von euren guten Erfahrungen lese, traue ich mich vielleicht doch mal. Versuch macht kluch. :)

"Denken Sie unter gar keinen Umständen an grüne Elefanten"
Ich kenn' das mit 'ner Banane. :-D

Mit dem Naschen ist es wie mit dem Sex. Wenn es verboten ist, kreisen die Gedanken den ganzen Tag darum.
Hast einschlägige zölibatäre Erfahrungen, hm? :cool2:

Boewi
23.04.2009, 13:23
Wie vertraut mir das ist. Wenn man alles auftürmen würde, was ich auf diese Weise aus meinem Dunstkreis verbannen wollte, es käme ein beachtlicher Süßigkeitenberg zusammen.


Wie gesagt, der Gedanke macht mir im Moment noch Angst, aber wenn ich von euren guten Erfahrungen lese, traue ich mich vielleicht doch mal. Versuch macht kluch. :)


Aber keine Angst oder Schuldgefühle wegen des vielen Süßkrams, gell!:)

Immerhin ist es auch ein wissenschaftlicher Selbstversuch und was machen wir nicht alles im Dienste der Wissenschaft und unserer Mitmenschen:lesen2::bigueber:: biggrins:

Itsme
23.04.2009, 14:24
Mmmmhm. Ein prall gefüllter Süßigkeitenschrank als "Therapie". Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. Obwohl mir, ehrlich gesagt, schon der Gedanke daran Angst macht.

Aber das Verhalten, das ich seit Jahrzehnten kenne, geht so: Ich kaufe etwas (1-2 Dinge), lege es in den Schrank ... und kann nicht aufhören dran zu denken, bis es weg ist. Dann schwöre ich, nie wieder was Süßes zu kaufen. "Einfach" nichts mehr zu kaufen. Bis zum nächsten Mal ...

Das kann's ja auch nicht sein. :(

Ich hätte zu viel Schiss, dass die Therapie des vollen Schrankes bei mir so lange dauern würde, bis sie vielleicht funktioniert, dass sie für mich 10 oder gar 20 Kilo Zuwachs bedeuten würden.:-o

Und das mit den Dingen, die da sind... sie geistern durch meinen Kopf und ich greife dann zu, wo ich sonst (ohne sie da zu haben) mit Sicherheit keine Süßigkeiten hätte haben müssen.

Ach... leider habe ich noch kein Patentrezept gefunden... :nixweiss:

Pandora
23.04.2009, 15:09
Ach... leider habe ich noch kein Patentrezept gefunden... :nixweiss:
Ich denke mal, das gibts auch nicht. ;) Jede Psyche reagiert anders. Und ich könnte mir vorstellen, daß der Vorsatz, selbige auszutricksen, bei solchen Versuchen eher nach hinten losgehen kann. Aber das Verhalten, das ich seit Jahrzehnten kenne, geht so: Ich kaufe etwas (1-2 Dinge), lege es in den Schrank ... und kann nicht aufhören dran zu denken, bis es weg ist.Eben, genau dieses Kopfkarussell wollte ich damit ausschalten. Darunter oder auch unter der Angst, es könnte nicht genug da sein, habe ich mehr gelitten als unter den Kilos. Es hat ein bißchen gedauert, bis sich da eine Gewohnheit eingestellt hat und es mag auch am Anfang das eine oder andere Kilo dazugekommen sein, aber das war es wert.:)

Oma Dick
23.04.2009, 18:49
Ich muß sagen, wenn ich naschen würde, wüßte ich wenigstens, was Schuld ist. Ich bin keine Naschkatze, esse aber hin und wieder gerne ein Stück Kuchen oder Schokolade. Wenn ich - blöderweise - wieder einmal eine Bonbonniere zu irgend einem Anlass bekomme, lege ich die einmal in den Schrank. Dort liegt sie dann einmal 2 Monate, bis ich sie endlich aufmache und dann gemächlich über ein paar Tage verteilt esse. Mein Mann ist ein Schokoladenmonster. Ich habe für Ostern ein paar Tafeln Schokolade gekauft anstatt Osterhasen. Wir sind ja keine Kinder mehr. Meine Tochter mit Familie war da, die haben sich jeder etwas ausgesucht und der Rest blieb in der Schüssel auf dem Tisch. Es waren glaube ich 5 Tafeln á 100g. Am Ende der Woche waren die weg und das eigentliche Ostergeschenkt für meinen Mann "Schokolad Pavot" auch. Als ich mir eine Tafel für den Anfall auf die Seite räumen wollte, war es schon zu spät. Er wundert sich aber, wieso trotz seiner Lauferei der Winterspeck nicht weg geht. :rolleyes:

Sally
23.04.2009, 19:24
Ich muß sagen, wenn ich naschen würde, wüßte ich wenigstens, was Schuld ist.
Ach weißt du .. mit den Begriffen "naschen" und "Schuld" ist das so eine Sache ...

apple
24.04.2009, 00:55
:-D
Ich war gestern abend mit zwei Freundinnen aus - in einem netten italienischen Restaurant.
Die beiden bestellten sich als Nachspeise Tiramisu. Bei dem Gedanken hat es mich geschüttelt, obwohl grad das früher mein "Höchstes" war.

Die beiden, die ich schon ewig kenne, waren erstaunt - damals hätte ich statt Hauptgericht lieber zwei Portionen Tiramisu gegessen ... jetzt hätte ich gern ein halbes Hauptgericht als Nachtisch gehabt!!! ;)

Ich kann den ganzen Süßkram einfach nicht mehr sehen.

Die "Methode" scheint zu generalisieren - ich gehe auch angewidert durch die Süßigkeitenabteilung der Geschäfte, meine Mutter beklagt sich, daß ich überhaupt keinen Kuchen mehr mitesse (sie bäckt oft) usw..

Erst angeregt durch diesen Thread fällt mir das alles so richtig auf :confused:.
Muß mich mal weiter beobachten ... .