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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streß nach tragischen Ereignissen


Teddy
26.03.2009, 18:30
Huhu,
ich wollte mal ein Paar Gedanken von mir "niederschreiben", die sich mit dem Thema von Tragischen Ereignissen beschäftigen und euch nach euren Meinungen und Gefühlen fragen. (Gemeint sind Dinge, wie z.B. Bombenanschläge, Flugzeugentführungen, Amokläufe etc.)

Also ganz persönlich nachdenklich hat mich vor allem der letzte Amoklauf von Winnenden. Natürlich weiß ich, das die Chance so etwas durchstehen zu müssen, extrem gering sind. Dennoch bin ich im Kopf meine Mitschüler in der Oberstufe durchgegangen, ob ich mir nicht so etwas auch bei ihnen vorstellen könne. Allein deswegen fühl ich mich schon schlecht, mir das vor zu stellen, das Mitschüler von mir so etwas machen. Dann kam ich auf einen kleinen Kreis von Schülern, etwa 5 Personen, die nicht nur extrem introvertiert sind (an sich ist das ja nicht schlecht, nicht das Ihr jetzt falsch von mir Denkt), sondern auch sonst "Merkwürdig" sind. Ohne groß auf sie einzugehen, kurz ein paar Beispiele zu einer Person von ihnen: Er ist Menschen verachtend, zu Leuten die ihm nicht passen, wie Lehrer die mal Hausaufgaben kontrollieren oder wenn ihn jemand nach der Uhrzeit fragt.
Einer von ihnen führt eine "Black-List", in der er Leute Einträgt, die er nicht mag/hasst. Allein diese Gedanken, lassen meinen Magen sich 2-mal umdrehen.
Dabei gehen auch Gedanken durch den Kopf, wie: "Mist, in vielen Stunden sitze ich direkt an der Tür, mit dem Rücken zu eben dieser. Sodass ich nicht einmal reagieren könnte, wenn etwas passieren sollte.

Ich bin eigentlich ein rationaler Mensch, deshalb weiß ich, das dies, bei uns ziemlich sicher nicht passieren wird. Dennoch fühle ich mich ein wenig allein gelassen als Schüler, wenn das Thema von den Lehrern nicht einmal angesprochen wird...

Psychisch stellt das auch nicht ein großen Problem für mich da, sodass ich anfange irgendwie depressiv oder ähnliches zu werden. Trotzdem finde ich das eine Zumutung für Schüler und eventuell Eltern oder andere Beteiligte, die sich in dieser Situation, alleine fühlen.

Und mit so etwas zu einen Lehrer zu gehen, finde ich auch eher lächerlich, da ich weiß, das bei den Lehrern, bei uns zumindest, über alles getrascht wird und ich damit, das Gespött unter den Lehren wäre.

Eure Meinungen, Erfahrungen über Selbsterlebtes und Kritik ist gefragt. :)

Grüße Mücke

Sally
26.03.2009, 19:04
Also, "Erfahrung" mit dem Thema - wenn man das überhaupt so nennen kann - habe ich nur als Medienschaffende, die damit immer wieder verstärkt konfrontiert ist, und als Mutter eine bald Elfjährigen, an der solche Ereignisse natürlich auch nicht einfach abperlen. Ich bin im Elternbeirat und habe mich auch schon gefragt, wie denn die gerade in der letzten Zeit wieder viel diskutierte "Prophylaxe" und/oder Früherkennung funktionieren könnte und sollte.

Natürlich sind zuallererst die Eltern gefragt, sich um ihre Kinder auch wirklich zu kümmern, und zwar auch und gerade dann, wenn sie bereits jugendlich sind und einen erwachsenen Eindruck machen. Das führt vielleicht bei manchen zu der Annahme, man könne sie ja jetzt weitgehend sich selbst überlassen.

Aber ich möchte auch nicht nur die Eltern anklagen. Es gehört immer eine ganze Gesellschaft dazu, deren Bedingungen darin münden, dass ein Mensch so durchdreht. Wir haben in der letzten Zeit auch diskutiert, warum z.B. Amokläufe in den USA und in Deutschland vorkommen, aber nicht in Italien oder Spanien, wo es mindestens genauso viele Computerspiele und Waffen gibt. Und auch nicht in Brasilien, wo die Armut groß ist, die Not ebenso, die Schere zwischen Arm und Reich noch viel größer und wo man sich völlig problemlos Waffen besorgen kann.

Aber das alles hilft dir jetzt konkret nicht weiter. Ich lese aus deinem Posting vor allem den Wunsch, mal mit jemandem über diese Mitschüler und deine Beobachtungen, deine Ängste und Sorgen, eben deinen "Stress" zu sprechen. Wahrscheinlich gibt es bei euch keinen Schulpsychologen? Da liegt wohl vieles im Argen in Deutschland. Aber vielleicht gibt es wenigstens einen Vertrauenslehrer, jemanden, mit dem du reden kannst und der zu Stillschweigen verpflichtet ist? Ich denke wie du, dass sicher kein Grund zur Panik besteht, aber sehr wohl ein Gesprächsbedarf. Auch was die Mitschüler betrifft, deren Verhalten du geschildert hast.

Was ist mit deinen Eltern? Hast du zu ihnen (oder zu einem von beiden) ein Vetrauensverhältnis? Jedenfalls habe ich schon den Eindruck, dass ein Gespräch dir weiterhelfen würde. Und wer weiß, wofür es noch gut wäre.

dramaqueen
26.03.2009, 20:39
Ich kann gut verstehen, dass du dir darüber Gedanken machst und auch Sorgen!
Gibt es an eurer Schule keinen Vertrauenslehrer oder besser noch Schulpsychologen?
Ich denke, du solltest dich ruhig überwinden und da mal hingehen.
Sprich deine Sorgen an und auch, dass du von einem Mitschüler weisst, dass er so eine Blacklist führt.
Ob und was deshalb unternommen wird, müssen dann die Verantwortlichen entscheiden.
Ich denke, worüber sich da so ziemlich alle einig sind ist doch, dass es keine gute Lösung ist, wegzuschauen und zu schweigen.
Also fass dir ein Herz und hol dir Hilfe!
Vielleicht hilft das sogar auch noch anderen. ;)