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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Geschichte des Essens


Martina
24.01.2009, 07:27
Eine interessante kleine Zusammenfassung, die zeigt, wie sehr Ernährung auch dem Zeitgeist unterliegt:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/05/Titel_Zeitleiste.xml

Sally
24.01.2009, 10:52
Das hier

»Reichsvollkornbrotausschuss«

ist so skurril, dass ich echt lachen musste - trotz des zeitlichen Kontextes.

Martina
24.01.2009, 11:46
Ich bin genau über dieses Stichwort auf den Artikel gestoßen, da ich mich heute Morgen mal wieder in Wiki verloren hatte. Dort stolperte ich unter dem Stichwort "Vollwerternährung" über einen Absatz (http://de.wikipedia.org/wiki/Vollwertkost#Nationalsozialism us), der mich sehr zum Nachdenken brachte:In der Phase des Nationalsozialismus in Deutschland wird auch die Ernährung der Bevölkerung staatlich beeinflusst und gelenkt. Ziel der Ernährungspolitik ist es, die Gesundheit des „Volkskörpers“ zu gewährleisten. Im Mittelpunkt des Interesses steht die so genannte „Vollkornbrotfrage“. Um die Bäckereien dazu zu bringen, vor allem Vollkornbrot herzustellen statt Brot aus Auszugsmehl, wird 1939 der Reichsvollkornbrotausschuss gegründet. Der Reichsärzteführer Leonhard Conti erklärte: „Der Kampf um das Vollkornbrot ist ein Kampf für die Volksgesundheit.“ Es wird ein Gütesiegel für Brot eingeführt.

Quelle:
Wikipedia, Stichwort: "Vollwerternährung" (http://de.wikipedia.org/wiki/Vollwertkost)Ich bin geneigt, mich der Autorin dieses Artikels (http://www.welt.de/print-welt/article368112/Ich_esse_also_bin_ich.html) in der Welt anzuschließen:Und wieder einmal zeigt sich: Manchmal möchte man über sein Essen lieber nicht zu viel wissen.

Quelle:
Ich esse, also bin ich, Iris Alanyali, Die Welt, 12.02.2002 (http://www.welt.de/print-welt/article368112/Ich_esse_also_bin_ich.html),
eine Rezension des Buches Europäische Esskultur von Gunther Hirschfelder

Sally
24.01.2009, 11:52
Ja, da hast du Recht. Der Vollkornwahn ist ja auch etwas sehr Deutsches. Gerade die Völker, die uns immer wieder gern als ernährungstechnische Vorbilder anempfohlen werden (Mittelmeerkost!) - Italien, Spanien, Griechenland ... - essen ja ausschließlich Weißbrot.

Gast
24.01.2009, 13:25
Ja, da hast du Recht. Der Vollkornwahn ist ja auch etwas sehr Deutsches. Gerade die Völker, die uns immer wieder gern als ernährungstechnische Vorbilder anempfohlen werden (Mittelmeerkost!) - Italien, Spanien, Griechenland ... - essen ja ausschließlich Weißbrot.


... und die leben prima damit. Ich muss mich auch als Weißbrotfan outen. Ich ess zwar auch ganz gern das graue Mischbrot... aber mit diesem dunkelbraunen Vollkornbrotzeugs kann man mich jagen. Das gleiche gilt für Vollkornnudeln und für Vollkornreis. Ich brauch das auch nicht zum satt werden ;)
Man muss allerdings sagen, dass ich aus Süditalien wesentlich besseres Weißbrot gewohnt bin, als der 0815-Semmel für 20 Cent vom Bäcker um die Ecke, der nur aus Luft besteht. Vielleicht liegt es auch daran...

LG
LOF

Itsme
24.01.2009, 13:58
Ich habe manchmal das Gefühl, es muss nicht schmecken, es muss danach aussehen, dass hier ein Mensch speist, der besonders intellektuell, verantwortungsbewusst und saumäßig fit ist.
Da wird dann neben dem "Doppelkörnersteinofenbiovollwe rtbrot" eine noch vollwertigere und gewaltfrei geerntete Bio-Paste aufs Brot geschmiert und sehr demonstrativ verspeist...
Nun ja, wer's mag.;)

Lunix
29.01.2009, 13:06
Eine schöner geschichtlicher Abriss, der zeigt, wie sich die unumstößlichen Weisheiten zum Thema die richtige Ernährung für alle geändert haben. Manchmal in ihr genaues Gegenteil und wieder zurück (Fette oder KH). Und das betrifft ja auch mehr oder weniger nur die westliche Welt. In der ayuwedischen Lehre z. B. werden fast alle Speisen gegart. Schlag das mal hier vor. ;)

Ulrike Gonder hat auf ihrer Seite irgendwo eine Zusammenstellung dazu, ich finde es nur gerade nicht.