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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was war denn mit Günther Jauch?


Rapunzel
04.09.2008, 22:33
Meine Mutter hat mir erzählt, daß neulich bei Günther Jauch in WWM eine dickere Frau war und als sie eine Mathe-Aufgabe oder irgendwas nicht wußte, hätte er gesagt sie habe wohl die Mathe-Arbeiten nie mitgeschrieben sondern sei statt dessen zum Bäcker gegangen um sich Kuchen reinzuhauen.
Normalerweise ist das etwas was auch von meiner Mutter stammen könnte, da sie Dicke Menschen total diskriminiert. Aber diesesmal fand sie das von Jauch total schlimm, was mich sehr freute.
hat jemand das im Fernsehen gesehen?

klein und fein
05.09.2008, 07:12
...hat jemand das im Fernsehen gesehen?Nein, habe ich nicht gesehen. Hab ja wohl nix verpasst...

Andra1963
05.09.2008, 07:31
Ich habe es auch nicht gesehen bzw. kann mich nicht dran erinnern. Aber wundern würde es mich nicht: Günther Jauch ist öfters mal grenzwertig - ob es da Dicke oder andere Menschen betrifft, ist dann ja eigentlich egal. Mir gefällt die Sendung nicht mehr sonderlich gut, obwohl ich die Fragen oftmals ganz interessant finde.

Dralle Deern
05.09.2008, 07:59
Was das bei WWM? Das sehe ich nur noch sporadisch, aber mir fällt auf, dass er immer weniger verbergen kann, wenn er jemanden nicht mag. Ich glaub, das hat weniger mit dick oder nicht dick zu tun, bei ihm kriegt wohl jeder seine Packung, der irgendwie in seinen Augen blöd ist ;)

Sally
05.09.2008, 08:27
Ich kann mich an die dicke junge Frau erinnern, aber nicht an den Spruch. Kann schon sein, dass Jauch sowas gesagt hat, aber von der Anmutung her erschien es mir nicht despektierlich gemeint, und so strunzdumm, wie diese Frau war, hätte ich ihr wohl auch unterstellt, sie hätte ihre Schulzeit mit etwas anderem verbracht als mit Lernen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Jauch sowas auch zu jemandem gesagt hätte, der schlank ist und eine ähnliche Darbietung hingelegt hätte. Mir ist völlig verschlossen geblieben, warum diese Frau sich beworben hat. Wer mit sämtlichen Jokern, etwas Hilfe und ganz viel Glück auf 8000 Euro kommt und mit genau null BBildung glänzt, egal in welchem Bereich, sollte vielleicht lieber daheim bleiben. oder zum Bäcker gehen. :-D

Ich bin noch immer ein großer Fan der Sendung und finde Jauch höchst eloquent und witzig. Allerdings stehen mir immer öfter die Haare zu Berge angesichts dessen, was die Kandidaten so an Bildung mitbringen. Insofern kann ich ihn gut verstehen, wenn er mal ein wenig der Engelsgeduld verliert, die in diesem Job gefragt ist.

Dralle Deern
05.09.2008, 10:02
Ich glaub auch, Sally, dass GJ es eher auf die Dummen als die Dicken abgesehen hat. Zu einem Kandidaten sagte er sinngemäß, ein bestimmtes Genre müsse dieser doch kennen, da es von der Handlung eher überschaubar ist. Ich glaub, der ist auch ziemlich genervt davon, dass es komischerweise immer noch welche schaffen, sich über die Vortests zu mogeln. Wird Zeit, dass ich da mal hinkomme :holy:

Sally
05.09.2008, 10:16
Wird Zeit, dass ich da mal hinkomme :holy:
Ich hätte mich schon längst mal beworben, wenn nicht diese blöde Auswahlfrage wäre. Leider bin ich nämlich nicht besonders reaktionsschnell. :-o

Maxima
05.09.2008, 10:34
Musst du ja vielleicht auch nicht sein, wenn die Frage schwierig ist.

Leider ist es aber von wollen und wirklich dort reinkommen ein steiniger Weg. Bekannte von mir probieren es seit Jahren ohne jeden Erfolg.

Andra1963
05.09.2008, 12:29
Am meisten - und immer wieder gern - hackt er auf Männern rum, die noch bei Mutti wohnen .... :-D

Rapunzel
05.09.2008, 19:00
Ich find´s trotzdem unverschämt, zu sagen sie hätte ihre Schulzeit beim Bäcker verbracht, weil es halt direkt auf ihr Gewicht anspielt. Wenn man jemanden dumm findet muß man ja nicht gleichzeitig auch sein Gewicht mit einzubeziehen.

Hummelchen
06.09.2008, 09:46
Ich find´s trotzdem unverschämt, zu sagen sie hätte ihre Schulzeit beim Bäcker verbracht, weil es halt direkt auf ihr Gewicht anspielt. Wenn man jemanden dumm findet muß man ja nicht gleichzeitig auch sein Gewicht mit einzubeziehen.

Eben - hier ging es m. E. um ein weitverbreitetes Vorurteil dick = doof...

Außerdem ist das mit dem dumm auch relativ - das kann durchaus auch stressbedingt sein, dass man plötzlich die einfachsten Dinge nicht mehr weiß...

Dralle Deern
06.09.2008, 10:01
Ach ich weiß nicht, vielleicht hat er ja wirklich auf ihr Gewicht angespielt, mag sein, aber ich denke, man sollte nicht immer alles auf die Goldwaage legen. Dicke werden in der Öffentlichkeit und der Gesellschaft diskriminiert, ja. Aber nicht immer ist jeder Spruch, den ein Dicker persönlich bekommt, gleich eine Diskriminierung aller Dicken.

Itsme
06.09.2008, 10:20
Ich hätts gern gesehen, so dass ich beurteilen könnte, ob er es mit einem Augenzwinkern oder wirklich eher abfällig gesagt hat.

Ich mag Günther Jauch. Ich finde ihn recht natürlich und ziemlich intelligent.
Vor Jahren allerdings hat er sich auch einmal in ein Fettnäpfchen gesetzt und das ist richtig groß aufgemacht worden. Damals hatte er sich über ein Babyfoto, welches er nach eigener, späterer Aussage für kein reales Bild hielt, ziemlich abfällig geäußert. Ich weiß nicht mehr, was er genau gesagt hat, aber so in der Art "Ist das ein hässliches Baby!" Daraufhin haben sich die Eltern gemeldet und sich sehr über ihn beschwert. Es stand in allen möglichen Zeitungen...

Da er eigentlich eher die Gabe hat, auf alle möglichen unterschiedlichen Menschen gut einzugehen, denke ich in diesem Fall:
Okay, wenn er diese Äußerung wirklich abfällig gemacht hat, ist das nicht in Ordnung. Aber auch ein Günter Jauch ist ein Mensch mit Fehlern, wie wir alle.

Hummelchen
07.09.2008, 08:34
Ach ich weiß nicht, vielleicht hat er ja wirklich auf ihr Gewicht angespielt, mag sein, aber ich denke, man sollte nicht immer alles auf die Goldwaage legen. Dicke werden in der Öffentlichkeit und der Gesellschaft diskriminiert, ja. Aber nicht immer ist jeder Spruch, den ein Dicker persönlich bekommt, gleich eine Diskriminierung aller Dicken.

Natürlich nicht -aber es kommt darauf an, was für ein Spruch das ist - und diesen hätte er zu einer normalgewichtigen Frau nicht gesagt...

Es geht mir einfach darum, dass ich die Verknüpfung von "dick" und bestimmten Eigenschaften (dumm, verfressen, unbeherrscht, gemütlich, lustig usw.) nicht mag...

elefäntchen
07.09.2008, 17:40
Hallöchen

was die Fragen angeht: Manchmal finde ich die Auswahl der Fragen total ungerecht, mal sind sie bei einem Kandidaten total leicht weil Allgemeinwissen und er kommt bis 64000 oder so, und beim nächsten sind die mega-schwer weil fast nur fachspezifisch (natur oder medizin oder sowas).

Das ist nicht nur mir bereits aufgefallen, anderen aus meinem Bekanntenkreis auch. Aber vielleicht irren wir uns auch.

Ausserdem glaube ich nicht, dass die Kandidaten auf dem Stuhl dumm sind, die werden einfach nervös sein :cool:

ele

Gast
07.09.2008, 20:29
Ausserdem glaube ich nicht, dass die Kandidaten auf dem Stuhl dumm sind, die werden einfach nervös sein :cool:

ele

Es ist zwar gesellschaftlich erwünscht, heute JEDEM zuzugestehen, dass er intelligent ist... aber es gibt halt einfach trotzdem Menschen, die nicht so viel wissen, wie andere. Man muss das natürlich nicht gleich mit dem abwertenden Wort "dumm" belegen... aber dass nicht alle Menschen gleich klug sind, ist wohl einfach eine Tatsache, so leid es mir tut.

LG
LOF

Wasserratte
07.09.2008, 23:28
Ich weiß nicht, ob Günther Jauch das gesagt hat. Ich habe die Sendung nicht gesehen. aber gehen wir mal davon aus, dass er das wirklich so formuliert hat, dann finde ich das problematisch.

Ich stelle mir das einfach mal vor: Wie ich super-nervös auf dem Kandidaten-Stuhl sitze und er mir so einen Kommentar um die Ohren haut.

Klar, es geht darum "witzig" zu unterstreichen wie doof ich gerade bin, weil ich nicht mehr weiß wie die Hauptstadt von Frankreich heißt. Aber es deutet auch auf meine Figur hin.

Und wenn man es ganz genau nimmt, dann bedeutet es, dass mein Fett und meine Dummheit zusammen hängen. Worauf wir mal wieder bei dem Klischee des dicken, dummen Menschens sind.

Besonders problematisch finde ich aber auch, dass scheinbar viele Menschen der Meinung sind, dass man sich über dumme Menschen lustig machen darf. Schlimmer noch, wer dumm ist, darf sich auch ruhig anhören, dass er das ist, weil er angeblich zu verfressen war, um in der Schule aufzupassen?

Klar, das ist jetzt alles etwas überspitzt.

Aber interessant finde ich es dennoch, dass man sobald man dick ist, immer dafür einen Kommentar bekommt. Wenn man was doofes sagt, dann passiert sowas wie bei WWM. Wenn man zickig ist, dann ist man die "Fette Kuh", während die schlanken Freundinnen einfach nur als Zicke beschimpft werden.

So sehr ich dafür kämpfe mein Dicksein als Teil meiner Person zu akzeptieren - ich will nicht bei jeder Stichelei und jedem dummen Kommentar zu hören bekommen, dass meine charakterlichen Eigenschaften stets im Zusammenhang mit meiner Leibesfülle stehen.

Gruß von der Wasserratte, die auch ganz einfach mal nur "doof" oder "zickig" sein will. ;-)

Sally
08.09.2008, 08:24
Besonders problematisch finde ich aber auch, dass scheinbar viele Menschen der Meinung sind, dass man sich über dumme Menschen lustig machen darf.
Nein. Aber meiner Meinung nach darf ich mich sehr wohl über die spezielle Sorte dumme (oder sagen wir besser: ungebildete) Menschen lustig machen, die sich bei einem Quiz bewerben, in dem es auch gern mal um (Allgemein-) Bildung geht ... weil sie vor lauter "aaach, isch hätt sooo gern e Million!!!" jedes Gefühl für die eigene Würde sowieso schon in der Warteschleife für die Bewerbung abgegeben haben.

Und ich bin mir sicher, Jauch hätte bei jemand anderem in derselben Situation einen ähnlichen Spruch gebracht. Vielleicht hat er nicht mal dran gedacht, dass das bei einer dicken (in Wahrheit: eher nur ein wenig pummeligen) jungen Frau auch als klischeehafte Beleidigung aufgefasst werden könnte. Ich bin da eher der gleichen Ansicht wie Dralle Deern: Nicht alles, was interpretierbar ist, ist auch so gemeint. Und man sieht manchmal Gespenster, wo keine sind.

Zur allgemeinen Erheiterung empfehle ich das ebenso unterhaltsame wie schockierende (und sicher nicht immer ganz ernst zu nehmende) Buch "Generation Doof" von Anne Bonner und Stefan Weiss. Denn was bei Sendungen wie WWM besonders auffällt, hat durchaus einen realen Hintergrund.

Ich bleibe eingeschworener Jauch-Fan. :)

Hummelchen
08.09.2008, 09:42
@Wasserratte: genau das meinte ich - konnte es nur nicht so gut rüberbringen wie Du...

Na_Ich
08.09.2008, 10:27
Heutzutage darf man nicht mehr aussprechen, was man wirklich denkt, denn irgendwer fühlt sich damit immer ans Bein uriniert. :rolleyes:
Bei dem Thema Dummheit: Da fällt mir immer gleich die Sache "Doofe Leute sollten Schilder tragen" ein.

Fräulein Wunder
08.09.2008, 10:37
Ich hab es nicht gesehen. Grundsätzlich finde ich Anspielungen auf auffällige körperliche Merkmale (groß, klein, dick, dünn) meistens nicht so witzig, einfach weil es ein *billiger* Scherz ist, für den man nicht sonderlich viel Phantasie braucht.
Für einen Medienprofi ist es sicher eine ziemlich einfache Übung einen Amateur vor der Kamera dumm aussehen zu lassen ... ich finde aber dass gerade Jauch (im Gegensatz zu Dieter Bohlen beispielsweise ;)) eigentlich meistens klar macht dass seine Aussagen nicht so ganz ernst zu nehmen sind. Als dicke Kandidatin hätte ich die Anspielung auf den Bäcker allerdings auch nicht besonders toll gefunden, auch wenn er sie noch so augenzwinkernd gebracht hätte - muss ich zugeben. ;) Eigentlich nicht weil ich darin den automatischen Zusammenhang zwischen *dick* und *dumm* sehe, sondern weil es einfach nervt beständig auf das Offensichtliche (dick zu sein) angesprochen zu werden. Da hätte ich Herrn Jauch an sich etwas mehr Originalität zugetraut. ;)





Es ist zwar gesellschaftlich erwünscht, heute JEDEM zuzugestehen, dass er intelligent ist... aber es gibt halt einfach trotzdem Menschen, die nicht so viel wissen, wie andere. Man muss das natürlich nicht gleich mit dem abwertenden Wort "dumm" belegen... aber dass nicht alle Menschen gleich klug sind, ist wohl einfach eine Tatsache, so leid es mir tut.

Das was man bei *Wer wird Millionär* braucht würde ich allerdings nicht Intelligenz nennen. Ich denke man braucht jede Menge (auswendig) gelerntes Wissen, gute Nerven, Glück und die Fähigkeit manchmal um die Ecke denken zu können.
Intelligenz wäre für mich eher die Fähigkeit gelerntes Wissen anwenden und weiterentwickeln zu können und nicht aus vier vorgegebenen Antworten die richtige auswählen zu können.
Ob jemand intelligent oder auch nur gebildet ist kann man meiner Ansicht nach eher nicht bei *Wer wird Millionär* erkennen. Ganz klar bewerben sich dort sicher auch jede Menge Leute die sich und ihre Bildung völlig überschätzen, aber es gibt auch Menschen die dann vor der Kamera vor lauter Aufregung einfach abschalten. Sie mögen dann dumm wirken - müssen es aber in Wirklichkeit nicht sein.
Ehrlich gesagt habe ich manchmal schon die 64 000 Euro Grenze mühelos geknackt ... im Studio wäre ich aber bereits bei 500 Euro rausgeflogen ;), weil ich einfach sicher war etwas zu wissen, was nicht so war. Da wär ich ja ganz schön *dumm* da gestanden und es hätte wohl wenig genutzt dass ich alle Fragen danach bis zur 64 000 Euro Grenze gewusst hätte. Auch das unterschätzt man als Zuschauer der gemütlich auf dem Sofa sitzt gern mal.

Übrigens, dass es gesellschaftlich erwünscht ist allen Intelligenz zuzugestehen wäre mir neu. :confused: Die Tendenz geht meines Empfindens zum genauen Gegenteil.

toni
08.09.2008, 12:15
Bei dem Thema Dummheit: Da fällt mir immer gleich die Sache "Doofe Leute sollten Schilder tragen" ein.

ja, das wäre sehr originell.

Aber Tatsache ist, "unheilbare Dummheit ist meist da zu finden, wo sie durch scheinbare Intelligenz verdeckt wird....."

Borussennici
08.09.2008, 13:18
Hallo!

Ich mag den Günther Jauch auch gern sehen. Ich habe die Sache nicht gesehen, aber dass Jauch "ungebildete oder dumme" Menschen nicht besonders mag, kann man oft merken. Nun ist bei uns in der Nähe vom Betrieb ein Discounter und ein paar Meter weiter ein Schulzentrum. Ihr glaubt nicht, wie viele Schüler lieber durch den Discounter "bummeln" als zum Unterricht zu gehen. Vielleicht hatte Jauch solch ein Bild vor Augen, als er den Spruch brachte.

Da ja hier im Forum auch niemand den genauen Wortlaut hat, sondern nur den, den Lisas Mutter im Kopf behalten hat (nichts gegen Lisas Mutter), kann man wohl nicht definitiv sagen, wie Jauch es denn nun gemeint hat.

Viele Grüße

Nici

Na_Ich
08.09.2008, 14:40
ja, das wäre sehr originell.

Aber Tatsache ist, "unheilbare Dummheit ist meist da zu finden, wo sie durch scheinbare Intelligenz verdeckt wird....."


Tatsache ist auch, dass viele Menschen zum Lachen offenbar in den Keller gehen. :rolleyes:

Maxima
08.09.2008, 14:51
Heutzutage darf man nicht mehr aussprechen, was man wirklich denkt, denn irgendwer fühlt sich damit immer ans Bein uriniert. :rolleyes:

Das hast du jetzt aber wirklich edel formuliert :-D

Wasserratte
08.09.2008, 20:47
Ich bin da eher der gleichen Ansicht wie Dralle Deern: Nicht alles, was interpretierbar ist, ist auch so gemeint. Und man sieht manchmal Gespenster, wo keine sind.

Ich bleibe eingeschworener Jauch-Fan. :)

Ich gebs ja zu, man muss auch jede Aussage im Kontext sehen und beachten wer es gesagt hat.

Wenn ich mir überlege, dass der Jauch vielleicht seine Schulzeit auch lieber beim Bäcker verbracht hat und daher aus Erfahrung spricht, ist das natürlich anders zu sehen. ;)

Ich mag halt den Jauch nicht, deshalb traue ich ihm auch gleich gerne das schlimmste zu. :-D ;)

Peti
08.09.2008, 22:31
Wenn ich mir überlege, dass der Jauch vielleicht seine Schulzeit auch lieber beim Bäcker verbracht hat und daher aus Erfahrung spricht, ist das natürlich anders zu sehen.



...ich gebe hiermit offiziell zu, dass ich große Teile meines Englisch-Leistungskurses ebenfalls beim Bäcker verbracht habe...
...und, dass ich den Jauch mag, auch wenn ich manchmal durchaus Mitleid mit den Kandidaten habe, die vor Lampenfieber sterben...

Gast
09.09.2008, 09:44
Übrigens, dass es gesellschaftlich erwünscht ist allen Intelligenz zuzugestehen wäre mir neu. :confused: Die Tendenz geht meines Empfindens zum genauen Gegenteil.

LOL... dann erklär mal der Mutter eines hoffnungslos überforderten Fünftklässlers, dass ihrem Sohn eventuell die Begabung fehlt, das Gymnasium zu besuchen.

... oder vielleicht dem bayerischen Kultusministerium, dass es ganz normal ist, dass es Schüler gibt, die das Klassenziel nicht erreichen und somit ne Ehrenrunde drehen müssen.

... danach können wir uns dann wieder drüber unterhalten ;)

LG
LOF

Sally
09.09.2008, 10:09
Hier geht eine Menge durcheinander. Zum Beispiel Intelligenz und Bildung.

Aber auch, wie im letztgenannten Beispiel, Intelligenz und Erfolgsdruck bzw. gesellschaftliche Anerkennung anderer Schulabschlüsse als Abitur. In dem geschilderten Fall scheint es mir eher darum zu gehen, dass eine vermutlich verzweifelte Mutter ihrem Kind alle Zukunfts-Felle davonschwimmen sieht, wenn es kein Gymnasium besucht, sowie auf der anderen Seite eine Politik, die wiederum gern frühzeitig aussortiert.

Hätten alle Schulabschlüsse bei uns denselben Wert, müsste das nicht so sein. Intelligenz muss sich nicht zwingend im Ablegen des Abiturs und einer Akademikerkarriere äußern, und Bildung kann man sich auch aneignen, wenn man nur durchschnittlich intelligent ist. Dafür braucht man lediglich Neugier, Engagement und die Stadtbücherei. Oder auch das Internet. Oder Museen. Oder oder ...

Ich persönlich habe zum Beispiel größten Respekt vor guten Handwerkern. Vor Menschen, die einen Motor verstehen oder die Möbel (zusammen-)bauen können.

Und, um beim Beispiel zu bleiben: Gestern Abend (und am Freitag kommt er wieder) saß ein Mann bei Jauch, der sich mit Aushilfsjobs über Wasser hält: Er arbeitet als Propagandist, an der Tankstelle, trägt Zeitungen aus. Aber er ist eloquent, schlagfertig, weiß was und hat sich offenbar selbst dies und jenes angeeignet. Und Jauch hat mit dem Mann Spaß wie selten.

Na_Ich
09.09.2008, 10:26
Ich denke auch, dass Bildung und Intelligenz zwei paar Schuhe sind. Leider ist diese unterschiedliche Bewertung der Schulabschlüsse für viele auch später als Erwachsene ein Punkt, der das SElbstbewusstsein extrem anknackst. Ich kenne einige, die sagen, sie wären dumm, weil sie nur an der Hauptschule waren und die sich regelrecht dafür schämen. Dabei sind diese Personen für mich alles andere als dumm. Ganz im Gegenteil. Und leider kenne ich viel zu viele, die sich auf ihr Abitur und ihren Studienabschluss viel zu viel einbilden.

Fräulein Wunder
09.09.2008, 12:33
LOL... dann erklär mal der Mutter eines hoffnungslos überforderten Fünftklässlers, dass ihrem Sohn eventuell die Begabung fehlt, das Gymnasium zu besuchen.

... oder vielleicht dem bayerischen Kultusministerium, dass es ganz normal ist, dass es Schüler gibt, die das Klassenziel nicht erreichen und somit ne Ehrenrunde drehen müssen.

... danach können wir uns dann wieder drüber unterhalten ;)

LG
LOF

Nö LOF, darüber können wir uns gerne gleich unterhalten ... dazu muß ich nämlich nicht mit dem Kultusminsiterium reden sondern einfach nur mein eigenes Köpfchen bemühen ;)

Alleine die Tatsache wie verzweifelt Eltern versuchen ihre Kinder ins Gymnasium zu bekommen zeigt doch wie früh und wie rigoros zwischen vermeintlich "dumm" und vermeintlich "intelligent" inzwischen sortiert wird. Wenn man den Schritt aufs Gymnasium nicht schafft ist der Weg in einem sehr jungen Alter mehr oder weniger für viele Berufe schon nicht mehr offen. Inzwischen braucht man ja sogar schon für viele Lehrberufen Abitur ... weil die Lehrherren sich die scheinbar "Intelligenten" raussuchen. ;)

Und wer einen Hauptschulabschluss hat, kann gleich ganz einpacken ... egal wie gewitzt oder intelligent er ist, er wird in den Augen vieler in der Schublade "doof" landen.
Auch die Studienplatzvergabe geht in vielen Bereichen nur noch nach Notendurchschnitt als vermeintlicher Ausdruck einer Intelligenz .
Darum haben wir auch soviele Fachärzte mit absolut Null emotionaler Intelligenz ;)

Hummelchen
09.09.2008, 13:26
Heutzutage darf man nicht mehr aussprechen, was man wirklich denkt, denn irgendwer fühlt sich damit immer ans Bein uriniert. :rolleyes:


Na dann lassen wir eben alle alles ausprechen - auch in einer Fernsehsendung - und regen uns nicht mehr auf, dass man Leute abstempelt und diskriminiert...

Nichts für ungut, aber in diesem Forum hätte ich etwas mehr Sensibilität gegenüber solchen Äußerungen erwartet...

LG

Hummelchen

Gast
09.09.2008, 13:39
Und wer einen Hauptschulabschluss hat, kann gleich ganz einpacken ... egal wie gewitzt oder intelligent er ist, er wird in den Augen vieler in der Schublade "doof" landen.
Auch die Studienplatzvergabe geht in vielen Bereichen nur noch nach Notendurchschnitt als vermeintlicher Ausdruck einer Intelligenz .
Darum haben wir auch soviele Fachärzte mit absolut Null emotionaler Intelligenz ;)

... das ist sicher ne Sache, die man als beklagenswert einstufen kann.
Nur... immer wenn es um Unterschiede geht... sei es nun bezüglich Bildung, Intelligenz usw. dann auf die emotionale Intelligenz zu verweisen, die dann der mit dem Hauptschulabschluss vielleicht hat und der mit Abitur nicht... das kann es auch nicht sein. Man kann sicher für jede Personengruppe positive und negative Beispiele finden... sei es nun der gut arbeitende Handwerker oder der ignorante Facharzt. Aber genauso gibt es den schlampigen Arbeiter und den kompetenten Facharzt...

Ich denke, das hat überhaupt nichts mit dem Schulabschluss zu tun... mir ging es auch überhaupt nicht um den Schulabschluss sondern rein um die Tatsache, dass es Menschen gibt, die mehr wissen als andere... wie auch immer sie dazu gekommen sind.
Die Gründe dafür mögen vielschichtig sein und in der Erziehung, im Umfeld oder sonstwo liegen... ABER auch der Betroffene selbst hat einen Teil zu verantworten... und letztlich zählt einfach die Leistung, die jemand bringt.

Ich wehre mich nur einfach gegen die Annahme, dass alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben und alle das gleiche erreichen können, wenn man sie nur entsprechend fördert. Tut mir Leid, aber da erlebe ich im Schulalltag einfach zu viele Dinge, die mir das Gegenteil sagen...

LG
LOF

Itsme
09.09.2008, 13:43
Fräulein Wunder


Alleine die Tatsache wie verzweifelt Eltern versuchen ihre Kinder ins Gymnasium zu bekommen zeigt doch wie früh und wie rigoros zwischen vermeintlich "dumm" und vermeintlich "intelligent" inzwischen sortiert wird.

Oder aber umgekehrt, wenn die Kinder viel mehr leisten könnten, aber von der Geburt an in einem Elternhaus leben, in dem es null Förderung gibt. Wenn diese dann nicht schon ab dem ersten Schuljahr reif und stark genug sind, nur noch positive Einflüsse aufzunehmen, haben diese genauso verloren. Welches Kind ist das aber schon ab dem sechsten Lebensjahr?
Wie viele dieser Kinder in Wirklichkeit intelligenter sind als viele, die mit guter Förderung von Anfang an, später studieren, möchte ich nicht wissen.

Und wie viele von denen, die es mit viel Förderung bis zu einem Studium geschafft haben, später sogenannte Fachidioten sind, kann ich auch nur erraten. Die vielleicht gerade noch ihr Gebiet beherrschen, aber ansonsten dumm wie Bohnenstroh, bis hin zu totalen Lebensuntüchtigkeit sind.

Fräulein Wunder
Und wer einen Hauptschulabschluss hat, kann gleich ganz einpacken ... egal wie gewitzt oder intelligent er ist, er wird in den Augen vieler in der Schublade "doof" landen.
Auch die Studienplatzvergabe geht in vielen Bereichen nur noch nach Notendurchschnitt als vermeintlicher Ausdruck einer Intelligenz .
Darum haben wir auch soviele Fachärzte mit absolut Null emotionaler Intelligenz ;)

Na Ich

Ich kenne einige, die sagen, sie wären dumm, weil sie nur an der Hauptschule waren und die sich regelrecht dafür schämen. Dabei sind diese Personen für mich alles andere als dumm. Ganz im Gegenteil. Und leider kenne ich viel zu viele, die sich auf ihr Abitur und ihren Studienabschluss viel zu viel einbilden.

Da lobe ich mir, was ich in jungen Jahren in Canada hehört/erlebt habe: Die Gehälter werden nach dem, was Du kannst und leistest bezahlt. Egal, ob Du dafür ein Papier vorweisen kannst, welches in manchen Fällen vor 20-30 oder sogar 40 Jahren einmal ausgestellt wurde.

Wie viele in diesen Jahren auf der Stelle getreten sind und wie viele sich davon exzellent weiter entwickelt haben, kann so eine Bescheinigung nämlich nicht belegen.
Wie begabt jemand vielleicht in kreativer Hinsicht ist (darum ging es damals) sagt so ein Papier auch nicht aus.
Entweder Du zeigst die erwünschte Leistung, dann hast Du den Job, oder Du zeigst die Leistung nicht, dann hast Du den Job nicht.

Foverofffatties
Ich wehre mich einfach gegen die Annahme, dass alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben und alle das gleiche erreichen können, wenn man sie nur entsprechend fördert. Tut mir Leid, aber da erlebe ich im Schulalltag einfach zu viele Dinge, die mir das Gegenteil sagen...

Nein, es werden nie alle Menschen das gleiche erreichen können, weil jeder Mensch ein Individuum ist.
Aber es würden bei wirklich gleich guten Bedingungen - die jedoch unerfüllbar sind, weil sie das Elternhaus mit einbeziehen - viele von denen, die heute bei einer einfachen Schulbidung hängen bleiben, viel viel weiter kommen.

Und ich finde es auch bedenklich, in welch frühem Kindesalter da "aussortiert" wird. Eine andere Lösung weiß ich allerdings auch nicht.

Na_Ich
09.09.2008, 14:10
Na dann lassen wir eben alle alles ausprechen - auch in einer Fernsehsendung - und regen uns nicht mehr auf, dass man Leute abstempelt und diskriminiert...

Nichts für ungut, aber in diesem Forum hätte ich etwas mehr Sensibilität gegenüber solchen Äußerungen erwartet...

LG

Hummelchen


hab ich es nicht gesagt? :rolleyes:
Ich reg mich nicht auf, dass man Leute abstempelt. Sowas ist glaube ich menschlich. Nur selbst Menschlichkeit in Form von Schwächen darf man offenbar nicht laut aussprechen, weil man dafür gleich angegangen wird. Und offenbar impliziert Deine Aussage, dass jemand, der sagt, was er denkt, grundsätzlich abstempelt und diskriminiert.

Michael Mittermeier wurde mal gefragt, ob er früher schon immer der Klassenclown gewesen sei. Seine Antwort: Nein, ich war kein Klassenclown, ich konnte nur schon damals nie meine Klappe halten.

Francis
09.09.2008, 14:15
Da lobe ich mir, was ich in jungen Jahren in Canada hehört/erlebt habe: Die Gehälter werden nach dem, was Du kannst und leistest bezahlt. Egal, ob Du dafür ein Papier vorweisen kannst, welches in manchen Fällen vor 20-30 oder sogar 40 Jahren einmal ausgestellt wurde.


Wie soll das denn in diesem Zusammenhang gehen?!?

Ok, handwerklich gesehen kann ich in Abhängigkeit von meinen produzierten Gütern bezahlt werden. Ich kenne auch Bonusmodelle in der Wirtschaft, in denen ein Teil des Gehaltes abhängig vom Erreichen gewisser Zielwerte ausbezahlt wird.
Beides sagt aber (fast) absolut nichts über die hier zitierte emotionale Intelligenz des Betreffenden aus.

Wonach möchtest Du denn dann den Lehrer oder Fachärzte bezahlen? Abhängig davon, wie viele Kinder es auf das Gymnasium bzw. die Uni schaffen bzw. wie viele Leute geheilt werden?
Dann wären Sonderschullehrer und Ärzte unheilbar Kranker klar im Nachteil.

So einfach ist das nicht.

Itsme
09.09.2008, 14:28
Wie soll das denn in diesem Zusammenhang gehen?!?

Ok, handwerklich gesehen kann ich in Abhängigkeit von meinen produzierten Gütern bezahlt werden. Ich kenne auch Bonusmodelle in der Wirtschaft, in denen ein Teil des Gehaltes abhängig vom Erreichen gewisser Zielwerte ausbezahlt wird.
Beides sagt aber (fast) absolut nichts über die hier zitierte emotionale Intelligenz des Betreffenden aus.

Wonach möchtest Du denn dann den Lehrer oder Fachärzte bezahlen? Abhängig davon, wie viele Kinder es auf das Gymnasium bzw. die Uni schaffen bzw. wie viele Leute geheilt werden?
Dann wären Sonderschullehrer und Ärzte unheilbar Kranker klar im Nachteil.

So einfach ist das nicht.

Es soll ja nicht all die Leute mit einer guten Schulbildung ausschließen, sondern denen, die eine solche nicht haben, eine Chance geben.

Ich selber habe einen Fall vor der Nase, in dem zwei Personen exakt die gleiche Arbeit leisten. Der eine hat studiert, der andere nicht. Rate mal, wie die Gehälter aussehen?
Das ist das, was ich meine.

toni
09.09.2008, 15:47
Es soll ja nicht all die Leute mit einer guten Schulbildung ausschließen, sondern denen, die eine solche nicht haben, eine Chance geben.



die absolute Gerechtigkeit wird es nie geben.
Man hat ja in jüngster Geschichte versucht, ein sogenanntes gerechtes Modell zu entwickeln.
Da durften die Kinder von Akademiker nicht studieren oder nur unter erschwerten Bedingungen, dafür wurden Arbeiterkinder gefördert.

Das war wohl auch nicht die Lösung.

Nette
09.09.2008, 16:02
Nun, da werden wir ja auch in Deutschland sehen, wie gut so ein Modell funktioniert.


Mit dem Tarifvertrag über das Entgelt-Rahmenabkommen ERA-TV im Jahr 2003 wurde ein neues System in der Metall- und Elektroindustrie geschaffen, um das Entgelt von Beschäftigten zu ermitteln.
Wesentliches Ziel des ERA ist es, die Unterscheidung nach Arbeiter und Angestellte zu beseitigen, deren Entgelt zu vereinheitlichen und damit eine größere Entgeltgerechtigkeit auch zwischen den Gruppen zu erreichen.


Ein Beispiel aus meinem Umfeld dazu:

Vertriebsassistentin, 3 Jahre Ausbildung mit Gehalt, 10 Jahre Berufserfahrung, mehrere Fortbildungen, in einer großen Unternehmensgruppe tätig (seit 10 Jahren).
Vertriebsassistentin, gerade Ausbildung mit Gehalt beendet, keine Berufserfahrung, in gleicher großen Unternehmensgruppe tätig.
Beide verdienen das Gleiche.
(Die Vertriebsassistentin mit 10 Jahren Berufserfahrung bekommt zwar durch die Übergangsregelung oder wie das heißt noch ihr altes Gehalt, wird aber für lange Zeit keine Gehaltserhöhung bekommen.)

Itsme
09.09.2008, 16:25
@ Nette

In Deinem Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, das beide das Gleiche leisten. Insofern finde ich gleiche Bezahlung auch nicht gerechtfertigt.

Francis
09.09.2008, 16:30
@ Nette

In Deinem Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, das beide das Gleiche leisten. Insofern finde ich gleiche Bezahlung auch nicht gerechtfertigt.

Und mit welchem Maß möchtest Du messen, was wer leistet und demzufolge bekommen soll?

Wenn Du schon dabei bist: Ich bekomme weniger Gehalt als ein männlicher Kollege mit vergleichbarer Tätigkeit an einem anderen Standort ... :keule1:

Nette
09.09.2008, 16:46
@ Nette

In Deinem Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, das beide das Gleiche leisten. Insofern finde ich gleiche Bezahlung auch nicht gerechtfertigt.
Leistungsbezogene Bezahlung finde ich nicht minder schwierig.

Z. B. hier im Reisebüro. Wir sind zwei Vollzeitkräfte, eine Halbtageskraft und eine 400-Euro-Kraft.

Wir beiden Vollzeitkräfte haben auch Firmenkunden, die wir betreuen. Das bedeutet teilweise sehr hohen Verwaltungsaufwand. In der Zeit, in der wir Verwaltungsarbeiten machen, können wir keine Kunden bedienen, machen also keinen Umsatz, würden dann weniger Leistungszulage bekommen.

In meinem Beispiel geht es aber nicht darum, welche Leistung die beiden erbringen, sondern darum, daß beide die gleiche Stellenbeschreibung haben und so rein theoretisch das Gleiche leisten. Und danach wird bezahlt.

Boewi
09.09.2008, 16:58
Frauen werden beim Gehalt leider immer noch diskriminiert. Das ist aber kein Schicksal und man kann einiges dagegen tun. Googelt z.B. mal nach bpw und rote tasche, die hatten erst kürzlich eine Initiative dagegen gestartet.

Bevor ihr aber pauschal auf alle Studierten schimpft, überlegt mal, dass man während des Studiums fast nichts verdient und im Gegenteil hohe Kosten zu tragen hat. Bereits in der Schule hat uns der Mathelehrer mal ausrechnen lassen, dass der normale Arzt oder Rechtsanwalt finanziell nie mehr aufholen kann, was die Leute verdienen, die direkt nach der Schule eine Ausbildung machen und sofort in den Job gehen. Und damals gab es noch keine Studiengebühren...

Und Handwerk hat sowieso goldenen Boden :)

Davon unabhängig hat jeder Mensch Respekt verdient, egal in welchem Beruf er arbeitet...

Itsme
09.09.2008, 19:19
Frauen werden beim Gehalt leider immer noch diskriminiert. Das ist aber kein Schicksal und man kann einiges dagegen tun. Googelt z.B. mal nach bpw und rote tasche, die hatten erst kürzlich eine Initiative dagegen gestartet.

Meinst Du die Equal pay Day-Kampagne?


Boewi
Bevor ihr aber pauschal auf alle Studierten schimpft, überlegt mal, dass man während des Studiums fast nichts verdient und im Gegenteil hohe Kosten zu tragen hat. Bereits in der Schule hat uns der Mathelehrer mal ausrechnen lassen, dass der normale Arzt oder Rechtsanwalt finanziell nie mehr aufholen kann, was die Leute verdienen, die direkt nach der Schule eine Ausbildung machen und sofort in den Job gehen. Und damals gab es noch keine Studiengebühren...

Und Handwerk hat sowieso goldenen Boden :)

Davon unabhängig hat jeder Mensch Respekt verdient, egal in welchem Beruf er arbeitet...

Boewi, wer schimpft denn hier pauschal auf alle Studierten? Habe ich da was überlesen :confused:

Das mit dem finanziellen Aufholen eines Atztes oder Rechtsanwaltes gegenüber anderen Berufen, halte ich - mit Verlaub - für sehr unwahscheinlich!

Und zu Deinem letzten Satz:
Ich stimme Dir absolut zu. Nur.... von Respekt alein kann leider kein Mensch leben. Den sollte er, sofern er ihn verdient, zusätzlich zu einer gerechten Entlohnung bekommen, finde ich.

Fräulein Wunder
09.09.2008, 22:33
Ich wehre mich nur einfach gegen die Annahme, dass alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben und alle das gleiche erreichen können, wenn man sie nur entsprechend fördert. Tut mir Leid, aber da erlebe ich im Schulalltag einfach zu viele Dinge, die mir das Gegenteil sagen...


@ LOF

Kannst Du oder magst Du mich nicht verstehen? :confused:

Dass nicht jeder das gleiche erreichen kann (selbst bei völlig gleichen Voraussetzung) ist natürlich klar ... ich denke das weiss jeder.

Es mag (noch) gesellschaftlich erwünscht sein jedem möglichst gute Voraussetzungen bieten zu wollen, aber bitte LOF es ist doch (real) nicht gesellschaftlich üblich jedem Intelligenz in gleichem Maße zusprechen zu wollen. :confused:

Wenn das so wäre, dann würden ja die mit dem Hauptschulabschluss auch eine Chance auf eine Lehre bekommen.
Es geht in dieser Diskussion doch nicht darum, dass der Hauptschüler Arzt werden kann ... sondern dass er innerhalb seiner Möglichkeiten eine Chance bekommt.
Man geht doch einfach davon aus, dass Abiturienten mehr Motivation, Intelligenz, Lernfähigkeit ... nenne es wie Du willst ... mitbringen. Und man geht davon aus dass Hauptschüler vermutlich deshalb Hauptschüler sind, weil sie diese Eigenschaften nicht haben. Das wirst Du doch nicht ernsthaft bestreiten? :confused:
Ich denke in unserem System bleiben viele zurück, die eigentlich nicht zurückbleiben müssten und das gerade weil man sehr deutlich dem einen mehr Intelligenz zutraut als dem anderen.

Und es geht darum, dass eben auch andere Eigenschaften als nur die durch gute Noten vermeintlich belegbare Intelligenz zählt sollten. Gerade in Berufen mit Menschen, die viel zu bestimmen haben. (Ärzte und Lehrer zum Beispiel)
Du wirst vielleicht lachen, aber meine Mutter ist eine Frau, die auch mal mit einer Lehrerin darum stritt ob ihre Tochter die Begabung hat ein Gymnasium zu besuchen. ;) Sie (die Tochter) hats trotzdem geschafft, wie Du weisst.

Wenn ein Arbeiter meine Kacheln schief und krumm anbringt und mich dann noch anmotzt, dann ist das zwar ärgerlich, aber doch etwas weniger tragisch als wenn eine Lehrerin meinen Lebensweg in völlig andere Bahnen lenkt, nur weil sie nicht in der Lage ist Schüchternheit von Dummheit unterscheiden zu können. Deshalb finde ich dass Studenten eben nicht nur nach ihrer Intelligenz sondern auch nach ihren sozialen Fähigkeiten ausgesucht und beurteilt werden sollten (und nicht dass der superliebe Hauptschüler jetzt bitte Chefarzt werden darf :rolleyes:)

Boewi
09.09.2008, 23:09
Meinst Du die Equal pay Day-Kampagne?

Ja




Boewi, wer schimpft denn hier pauschal auf alle Studierten? Habe ich da was überlesen :confused:
Nein, hast du nicht. Ich wollte ja auch nur vorbeugen:-D
weil ein paar Beiträge in die Richtung tendierten.


Nur.... von Respekt alein kann leider kein Mensch leben. Den sollte er, sofern er ihn verdient, zusätzlich zu einer gerechten Entlohnung bekommen, finde ich.
Stimme dir da voll und ganz zu. Du hast da völlig Recht.:applaus:

Itsme
10.09.2008, 07:28
Fräulein Wunder
Wenn ein Arbeiter meine Kacheln schief und krumm anbringt und mich dann noch anmotzt, dann ist das zwar ärgerlich, aber doch etwas weniger tragisch als wenn eine Lehrerin meinen Lebensweg in völlig andere Bahnen lenkt, nur weil sie nicht in der Lage ist Schüchternheit von Dummheit unterscheiden zu können.

Das mit der Schüchternheit ist vielleicht vergleichbar mit einer extrem großen Prüfungsangst, bezw.. dem Teil der Prüfung, bei der man vor mehreren Menschen steht.
Da ist zum Beispiel eine junge Frau, die bei über 3o Prüflingen den schriftlichen Teil als mit Abstand Beste bestanden hat, vor dem Komitee im mündlichen Teil aber versagt, weil die Angst ihr den Mund zuschnürt.
In diesem Fall wurde die Prüfung als komplett nicht bestanden bewertet.

Auch hier sehe ich, das man nicht sieht. Nämlich, dass das Wissen absolut vorhanden ist, sogar größer ist, als bei dem Rest der Prüflinge.
Das man in solchen Fällen nicht flexibel ist, - ebenfalls bei einem extrem schüchternen Menschen...
Es muss doch möglich sein, auch einen schüchternen Menschen, oder einen der Ängste hat, gerecht zu bewerten.
Der Extrovertierte mag dann doch sein Wissen mündlich, der Ängstliche sein Wissen schriftlich darlegen. Wichtig ist doch, dass er es besitzt, das Wissen, welches er für den jeweiligen Beruf braucht.

Fräulein Wunder
10.09.2008, 10:24
Gut, das mit der Schüchternheit sollte jetzt eigentlich nur ein Beispiel ;) sein.

Ich hätte jetzt auch den Arzt nennen können, der vor lauter Übergewicht beim Patienten das Problem nicht mehr sieht weswegen dieser bei ihm ist ... und die Diagnose "Adipositas" beim verstauchten kleinen Finger stellt. ;)

Es bezog sich auf diesen Satz:

... immer wenn es um Unterschiede geht... sei es nun bezüglich Bildung, Intelligenz usw. dann auf die emotionale Intelligenz zu verweisen, die dann der mit dem Hauptschulabschluss vielleicht hat und der mit Abitur nicht... das kann es auch nicht sein.

Er hatte mich da mißverstanden. Es ging gar nicht um die Unterschiede zwischen Hauptschüler und Arzt, sondern darum, dass zum Beispiel gerade bei Ärzten bereits die schulischen Noten darüber entscheiden wie schnell derjenige einen Studienplatz bekommt. Da wird davon ausgegangen: gute Noten = hohe Intelligenz = gute Eignung für den Beruf.
Warum gibt es denn ein solches System? Doch nicht nur weil es mehr Bewerber als Studienplätze gibt, sondern weil unser ganzes System selbstverständlich auf Leistung beruht. Weil der "Beste" dabei das Ziel erreichen soll, weil man davon ausgeht, dass Menschen unterschiedlich begabt sind, unterschiedlich leistungsfähig, unterschiedlich intelligent - das ist ein gesellschaftlich erwünschter Wettbewerb.
Würden wir (die Gesellschaft) jedem eine ähnlich hohe Intelligenz zusprechen und davon ausgehen jeder ähnlich viel daraus machen kann, sähe m.E. anders aus. Die Tendenz zu "die Schlechten ins Kröpfchen die Guten ins Töpfchen" wird doch eher immer noch extremer. Das wollte ich damit sagen.

Das Beispiel "emotionale Intelligenz" habe ich nur deshalb angefügt, weil ich denke dass soziale Kompetenz bei diesem System etwas auf der Strecke bleiben kann, eben weil die Gewichtung so stark auf der reinen Prüfung des Wissens liegt. Das mag bei einem Maurer noch angehen, bei einem Arzt kann es dann fatal werden.

Rapunzel
10.09.2008, 23:05
Schlimmer noch, wer dumm ist, darf sich auch ruhig anhören, dass er das ist, weil er angeblich zu verfressen war, um in der Schule aufzupassen?


Genau das fände ich auch schlimm und finde es auch gar nciht übertrieben, wenn man sich auf den Schlips getreten fühlt.
Aber ich hab ja die Folge selbst gar nicht gesehen, nur wenn meiner Mutter das schon aufstößt, wobei sie die allererste ist, die über Dicke lästert, dachte ich daß es wohl recht hefitg war.