Solitude
20.08.2005, 23:15
Ich habe lange nichts von mir hören lassen, weil sich viel bei mir getan hat.
Nachdem ich einige Arztbesuche hinter mich gebracht habe und jetzt detailliert über meine Gelenkprobleme Bescheid weiß hat sich in mir der feste Gedanke etabliert, dass ich nicht mehr mit diesem massiven Übergewicht herumlaufen kann und will.
Seit 1 Monat lebe ich nun schon ganz anders als vorher. Ich gehe jeden Tag vor der Arbeit schwimmen, trinke 2-3 l Wasser am Tag (da ich reines Mineralwasser mit Kohlensäure in dieser Menge nicht trinken kann und stilles Wasser ohne Geschmack ziemlich mies schmeckt habe ich jetzt ein stilles Wasser mit Orange und Zitrone entdeckt, das schmeckt. Es war gar nicht leicht, etwas ohne Süßstoff zu finden. Aber da Süßstoff hungrig macht wollte ich das auf keinen Fall. In diesem Orangenwasser ist etwas Zucker drin aber nur sehr wenig. Das geht.).
Ansonsten habe ich fast völlig auf Süßigkeiten verzichtet. Ich habe ein paar Mini-Naps von der lila Kuh da, davon habe ich ab und an mal einige gegessen.
Ansonsten habe ich jedes Mal das Gefühl, ich tue mir was Mieses an, wenn ich fett oder süß esse – also mag sein, dass bei anderen Abschreckung nicht hilft, bei mir hilft die Angst vor hohen Operationsrisiken und Komplikationen gewaltig!
Es ist klar, dass ich in den nächsten Jahren ein neues Hüftgelenk brauche. So schwer wie ich jetzt bin würde ich die Prothese, die ich möchte (für Insider: McMinn) nicht bekommen können, würde viel länger brauchen bis ich wieder auf den Beinen bin, hätte ein viel größeres Operationsrisiko (Thrombose), Vollnarkose wäre gefährlicher, die Prothese würde nicht so lange halten.
Ich versuche im Moment, meine Beinmuskeln (die bisher so gut wie nicht vorhanden waren) wieder aufzubauen. Selbst jetzt nach 4 Wochen kann man schon Unterschiede feststellen. Das ist so ein gutes Gefühl!!!:hopps:
Zuerst konnte ich nur wenige Bahnen schwimmen und war ganz schnell aus der Puste. Das wurde echt täglich besser…
Ich weiß, dass meine Beinmuskeln ganz wichtig sind, um die Operation solange wie möglich herauszuzögern.
Der direkte Effekt ist, dass meine Schmerzen nachgelassen haben, weil die Gelenke durch Muskeln entlastet werden und der Knorpel durch Bewegung besser mit Nährstoffen versorgt wird.
Es ist ein so gutes Gefühl, etwas Gutes für sich zu tun!!
Bei aller Euphorie will ich aber nicht verhehlen, dass es auch ein täglich neuer Kampf ist.
Nein, ich habe nicht jeden Morgen Lust Schwimmen zu gehen…bin ich allerdings erstmal da, fühle ich mich pudelwohl.
Und nein, es ist auch nicht immer leicht, sich Gelüste zu verkneifen – obwohl man mit 3 l Wasser intus nicht mehr übermäßig viele hat…
Viele gute Anregungen hat mir in der letzten Zeit das Buch von Monika Schimpf „Selbstheilung von Eßstörungen für langjährig Betroffenen“ gegeben.
Übungen wie sich mal mit den einzelnen Körperteilen „zu unterhalten“, um sich darüber klar zu werden, was mein Gesicht, meine Beine, mein Bauch sich von mir wünschen, was ich für sie tun soll klingen vielleicht für Nicht-Betroffene blöde…mir haben sie geholfen, ein besseres Körpergefühl zu bekommen.
Meinen Körper nicht länger als nicht zu mir gehörende lästige und verhasste Hülle zu empfinden, sondern dankbar zu sein für das, was er bisher für mich getan hat (und hoffentlich noch lange tun wird). Und zuzuhören, welche Bedürfnisse mein Körper hat.
Ich habe erlebt, dass ich Hunger und Sattsein noch spüren kann.
Ich habe erlebt, dass es schön ist, sich nicht mehr müde und zugedröhnt vom Essen zu fühlen…
Ich habe ein Bild im Kopf von mir wie es sein wird wenn ich nach dem seelischen Ballast auch den körperlichen abgeworfen haben werde.
Und darauf freue ich mich…:girl:
Nachdem ich einige Arztbesuche hinter mich gebracht habe und jetzt detailliert über meine Gelenkprobleme Bescheid weiß hat sich in mir der feste Gedanke etabliert, dass ich nicht mehr mit diesem massiven Übergewicht herumlaufen kann und will.
Seit 1 Monat lebe ich nun schon ganz anders als vorher. Ich gehe jeden Tag vor der Arbeit schwimmen, trinke 2-3 l Wasser am Tag (da ich reines Mineralwasser mit Kohlensäure in dieser Menge nicht trinken kann und stilles Wasser ohne Geschmack ziemlich mies schmeckt habe ich jetzt ein stilles Wasser mit Orange und Zitrone entdeckt, das schmeckt. Es war gar nicht leicht, etwas ohne Süßstoff zu finden. Aber da Süßstoff hungrig macht wollte ich das auf keinen Fall. In diesem Orangenwasser ist etwas Zucker drin aber nur sehr wenig. Das geht.).
Ansonsten habe ich fast völlig auf Süßigkeiten verzichtet. Ich habe ein paar Mini-Naps von der lila Kuh da, davon habe ich ab und an mal einige gegessen.
Ansonsten habe ich jedes Mal das Gefühl, ich tue mir was Mieses an, wenn ich fett oder süß esse – also mag sein, dass bei anderen Abschreckung nicht hilft, bei mir hilft die Angst vor hohen Operationsrisiken und Komplikationen gewaltig!
Es ist klar, dass ich in den nächsten Jahren ein neues Hüftgelenk brauche. So schwer wie ich jetzt bin würde ich die Prothese, die ich möchte (für Insider: McMinn) nicht bekommen können, würde viel länger brauchen bis ich wieder auf den Beinen bin, hätte ein viel größeres Operationsrisiko (Thrombose), Vollnarkose wäre gefährlicher, die Prothese würde nicht so lange halten.
Ich versuche im Moment, meine Beinmuskeln (die bisher so gut wie nicht vorhanden waren) wieder aufzubauen. Selbst jetzt nach 4 Wochen kann man schon Unterschiede feststellen. Das ist so ein gutes Gefühl!!!:hopps:
Zuerst konnte ich nur wenige Bahnen schwimmen und war ganz schnell aus der Puste. Das wurde echt täglich besser…
Ich weiß, dass meine Beinmuskeln ganz wichtig sind, um die Operation solange wie möglich herauszuzögern.
Der direkte Effekt ist, dass meine Schmerzen nachgelassen haben, weil die Gelenke durch Muskeln entlastet werden und der Knorpel durch Bewegung besser mit Nährstoffen versorgt wird.
Es ist ein so gutes Gefühl, etwas Gutes für sich zu tun!!
Bei aller Euphorie will ich aber nicht verhehlen, dass es auch ein täglich neuer Kampf ist.
Nein, ich habe nicht jeden Morgen Lust Schwimmen zu gehen…bin ich allerdings erstmal da, fühle ich mich pudelwohl.
Und nein, es ist auch nicht immer leicht, sich Gelüste zu verkneifen – obwohl man mit 3 l Wasser intus nicht mehr übermäßig viele hat…
Viele gute Anregungen hat mir in der letzten Zeit das Buch von Monika Schimpf „Selbstheilung von Eßstörungen für langjährig Betroffenen“ gegeben.
Übungen wie sich mal mit den einzelnen Körperteilen „zu unterhalten“, um sich darüber klar zu werden, was mein Gesicht, meine Beine, mein Bauch sich von mir wünschen, was ich für sie tun soll klingen vielleicht für Nicht-Betroffene blöde…mir haben sie geholfen, ein besseres Körpergefühl zu bekommen.
Meinen Körper nicht länger als nicht zu mir gehörende lästige und verhasste Hülle zu empfinden, sondern dankbar zu sein für das, was er bisher für mich getan hat (und hoffentlich noch lange tun wird). Und zuzuhören, welche Bedürfnisse mein Körper hat.
Ich habe erlebt, dass ich Hunger und Sattsein noch spüren kann.
Ich habe erlebt, dass es schön ist, sich nicht mehr müde und zugedröhnt vom Essen zu fühlen…
Ich habe ein Bild im Kopf von mir wie es sein wird wenn ich nach dem seelischen Ballast auch den körperlichen abgeworfen haben werde.
Und darauf freue ich mich…:girl: