Babe
23.08.2008, 10:02
Letztes Wochenende landete ich mal wieder auf der Notaufnahme. Ich bin mitten im Urlaub und statt in meiner Heimatstadt Duisburg somit mal in Frankfurt geendet.
Seit 11 Jahren hab ich es mit der Pumpe. Herzrhythmusstörungen. Tachiakarde Arrhythmie. Und ein Prof. hat mir mal erklärt, es läge an den Adern die zum Herz führen, um die irgendwelche Muskeln höher gewachsen sind als normal. Supi. Alle zwei Jahre krieg ich damit so einen in die Knie, dass ein KH Aufenthalt ansteht. Nicht, dass man da was machen kann. Meist ist es kurz daruaf wieder alles beim Alten. Man wird getestet, kriegt einen EKG. Ich bekomm Betablocker und dann geh ich nach Hause. Immer das gleiche Spiel und meist nur so zwei bis drei Tage.
An diesem Samstag war ich grade auf Reisen, als ich merkte, es geht nichts mehr. Auf dem HBF Frankfurt dann die Notärzte. "Wir sehen nichts" sagte dieser mit Blick auf den Monitor, aber das Spiel kenn ich. Mir schlägt es um die Ohren und sie suchen noch. Es hatte Monate gedauert, bis das damals umzingelt wurde. Wenn es nach Monitoren ging, wäre ich immer gesund gewesen.
In der Notaufnahme machen sie 1.000 Tests. Unter anderem eine ABDOMINELLE SONOGRAFIE. Ich finde es schon sehr schlimm, dass später im Bericht steht: ERSCHWERTE SCHALLBEDINGUNGEN BEI ADIPOSITAS UND METORISMUS. Das hatte ich bis jetzt noch nie da stehen. Schreibt doch einfach hin, das Gerät zeigt nix an bei Leuten über 100 kg. *schnief*
Mein Blutdruck ist so hoch, dass ich fix und fertig bin. Sie rötgen die Lunge und ein Assistenzartzt fragt mich grade zum 6. Mal wieviel Tabletten ich nehme am Tag und vor allem was? Ich sag: "Wie ich jetzt wiederholt sagte, nehme ich nur die eine kleine Beta-Blocker Tablette seit 11 Jahren. Mehr habe ich nie bekommen." Er hört wieder nicht zu und kommt nach einer halben Stunde lieber noch mal fragen. Hast du schon mal Angst gehabt? In einer Notaufnahme mit diesen "Lehrärzten" habe ich Angst. Warum? Es ist einfach ein doofes Gefühl.
Dann kam der Kardiologe. Endlich einer, der mich versteht. Ich erklär ihm alles und er sagt: "Mensch, das können Sie doch beheben lassen, warum haben sich ihre Ärtze da noch nicht drum gekümmert? Mir kommen die Tränen. Vielleicht, weil ich jahrelang Hartz IV bekam, bevor ich wieder voll durchstarten konnte? Vielleicht weil sie dachten, dass ich es ab kann als "Kerlchen wie ein Baum"? Vielleicht, weil die Kinder noch nicht aus dem Haus waren damals? Was weiß ich? Selbst eine Kur habe ich nie bekommen. Also, wenn Dicke der Kasse richtig Geld kosten, war ich wohl die "Sparmaßnahme".
Er erklärte mir haarfein, wie ich nun weiter mache. Da ich von Assistenzärztchen erst mal wochenlang stationär aufgenommen werden sollte, fragte ich ihn, wann ich damit dann mal anfangen kann. Er sagt: "Haben sie ihre Tabletten dabei?" "Jau, klar, habe ich immer!" "Dann fahren sie jetzt erst mal schön in den Urlaub. Gehen Sie es langsam an und wenn Sie zurück sind, gehen Sie zu ihrer neuen Ärztin (die ich erst seit einem Tag davor hatte) und erzählen Sie ihr die Neuigkeiten!" Boah, wenn mir je danach war, einen Doc zu knutschen, aber ich kann mich ja beherrschen... Ich wurde noch am gleichen Nachmittag entlassen.
Es wirft alles für mich Fragen auf, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumtrage. Als Kind hatte ich Astma Bronchitis und auch da schon eine sehr angeschlagene Gesundheit. Als Erwachsene kamen viele Kleinigkeiten dazu, die jedoch individuell behandelt wurden. Niemand hat einmal geschaut, ob manche Diagnosen nicht vielleicht zusammengefasst einen Sinn ergeben. Ich hatte auch über Jahre Ärzte, die sich da eher mit Ausreden und Entschuldigungen erklärten, als jemals Butter bei de Fische zu tun. Ich bin von einem "Halbgott in Weiß" in einem Jahr zwei Mal mit der Meldung:"Vielleicht haben Sie auch Krebs!" konfrontiert worden, was sich zum Glück nie bewahrheitet hat. Meine neue Ärztin sagt: "Ärzte sind der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie haben Könner, Blender, selbst Abhängige und Spieler darunter." Das ist, was ich denke. Man muss jemand finden, der zu einem passt, dann kann man erst angehen, dass man auch gesund wird.
Ich werde nun mit Sicherheit den Weg dieser Ärzte, die mir das erste Mal ein Gefühl des Bemühens um mich geben, gehen. Ich war schon mit 29 Jahren zu jung, Konditionell so alt zu sein. Es ist Zeit, etwas für mich zu tun. Gesunder Egoismus! :applaus:
Seit 11 Jahren hab ich es mit der Pumpe. Herzrhythmusstörungen. Tachiakarde Arrhythmie. Und ein Prof. hat mir mal erklärt, es läge an den Adern die zum Herz führen, um die irgendwelche Muskeln höher gewachsen sind als normal. Supi. Alle zwei Jahre krieg ich damit so einen in die Knie, dass ein KH Aufenthalt ansteht. Nicht, dass man da was machen kann. Meist ist es kurz daruaf wieder alles beim Alten. Man wird getestet, kriegt einen EKG. Ich bekomm Betablocker und dann geh ich nach Hause. Immer das gleiche Spiel und meist nur so zwei bis drei Tage.
An diesem Samstag war ich grade auf Reisen, als ich merkte, es geht nichts mehr. Auf dem HBF Frankfurt dann die Notärzte. "Wir sehen nichts" sagte dieser mit Blick auf den Monitor, aber das Spiel kenn ich. Mir schlägt es um die Ohren und sie suchen noch. Es hatte Monate gedauert, bis das damals umzingelt wurde. Wenn es nach Monitoren ging, wäre ich immer gesund gewesen.
In der Notaufnahme machen sie 1.000 Tests. Unter anderem eine ABDOMINELLE SONOGRAFIE. Ich finde es schon sehr schlimm, dass später im Bericht steht: ERSCHWERTE SCHALLBEDINGUNGEN BEI ADIPOSITAS UND METORISMUS. Das hatte ich bis jetzt noch nie da stehen. Schreibt doch einfach hin, das Gerät zeigt nix an bei Leuten über 100 kg. *schnief*
Mein Blutdruck ist so hoch, dass ich fix und fertig bin. Sie rötgen die Lunge und ein Assistenzartzt fragt mich grade zum 6. Mal wieviel Tabletten ich nehme am Tag und vor allem was? Ich sag: "Wie ich jetzt wiederholt sagte, nehme ich nur die eine kleine Beta-Blocker Tablette seit 11 Jahren. Mehr habe ich nie bekommen." Er hört wieder nicht zu und kommt nach einer halben Stunde lieber noch mal fragen. Hast du schon mal Angst gehabt? In einer Notaufnahme mit diesen "Lehrärzten" habe ich Angst. Warum? Es ist einfach ein doofes Gefühl.
Dann kam der Kardiologe. Endlich einer, der mich versteht. Ich erklär ihm alles und er sagt: "Mensch, das können Sie doch beheben lassen, warum haben sich ihre Ärtze da noch nicht drum gekümmert? Mir kommen die Tränen. Vielleicht, weil ich jahrelang Hartz IV bekam, bevor ich wieder voll durchstarten konnte? Vielleicht weil sie dachten, dass ich es ab kann als "Kerlchen wie ein Baum"? Vielleicht, weil die Kinder noch nicht aus dem Haus waren damals? Was weiß ich? Selbst eine Kur habe ich nie bekommen. Also, wenn Dicke der Kasse richtig Geld kosten, war ich wohl die "Sparmaßnahme".
Er erklärte mir haarfein, wie ich nun weiter mache. Da ich von Assistenzärztchen erst mal wochenlang stationär aufgenommen werden sollte, fragte ich ihn, wann ich damit dann mal anfangen kann. Er sagt: "Haben sie ihre Tabletten dabei?" "Jau, klar, habe ich immer!" "Dann fahren sie jetzt erst mal schön in den Urlaub. Gehen Sie es langsam an und wenn Sie zurück sind, gehen Sie zu ihrer neuen Ärztin (die ich erst seit einem Tag davor hatte) und erzählen Sie ihr die Neuigkeiten!" Boah, wenn mir je danach war, einen Doc zu knutschen, aber ich kann mich ja beherrschen... Ich wurde noch am gleichen Nachmittag entlassen.
Es wirft alles für mich Fragen auf, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumtrage. Als Kind hatte ich Astma Bronchitis und auch da schon eine sehr angeschlagene Gesundheit. Als Erwachsene kamen viele Kleinigkeiten dazu, die jedoch individuell behandelt wurden. Niemand hat einmal geschaut, ob manche Diagnosen nicht vielleicht zusammengefasst einen Sinn ergeben. Ich hatte auch über Jahre Ärzte, die sich da eher mit Ausreden und Entschuldigungen erklärten, als jemals Butter bei de Fische zu tun. Ich bin von einem "Halbgott in Weiß" in einem Jahr zwei Mal mit der Meldung:"Vielleicht haben Sie auch Krebs!" konfrontiert worden, was sich zum Glück nie bewahrheitet hat. Meine neue Ärztin sagt: "Ärzte sind der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie haben Könner, Blender, selbst Abhängige und Spieler darunter." Das ist, was ich denke. Man muss jemand finden, der zu einem passt, dann kann man erst angehen, dass man auch gesund wird.
Ich werde nun mit Sicherheit den Weg dieser Ärzte, die mir das erste Mal ein Gefühl des Bemühens um mich geben, gehen. Ich war schon mit 29 Jahren zu jung, Konditionell so alt zu sein. Es ist Zeit, etwas für mich zu tun. Gesunder Egoismus! :applaus: