Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitszeugnis: Freundliche Floskel kann verheerend sein
Was sich nett anhört, muss nicht nett gemeint sein...
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_bildungundberu f_nachrichten_artikel.php?id=1 731432
Und wer wissen möchte, was bestimmte Floskeln bedeuten:
http://www.arbeitszeugnis-code.de/floskeln.htm
(Sorry - Für ein P.s. innerhalb des oben Geschriebenen ist es zu spät)
Bei der zweiten Adresse schauen die Interessierten bitte unter
"Floskeln" - "Leistung" und "Verhalten" .
elefäntchen
27.07.2008, 10:02
Hallo,
diese Floskeln finde ich manchmal echt bedenklich. Ich mein, was ist denn, wenn ein Arbeitgeber es ehrlich meint, wenn er schreibt, dass er im Kollegenkreis beliebt war? Das kann doch auch durchaus positiv gemeint sein. Das kann auch einfach heißen, dass er Teamfähig war und man gut mit ihm auskommen kann. Es gibt ja auch Kollegen, die sind wirklich Popos.
Ich finde, dass man diesen "floskeln" viel zu viel Bedeutung beimisst. Sei es nun von AN oder AG. :cool:
elefäntchen
Ich finde diese Art von Formeln auch sehr bedenklich! Aber da man nicht weiß, welcher Arbeitgeber sie nutzt und welcher nicht, ist es vielleicht besser auf Nummer Sicher zu gehen?
Oder was meint Ihr?
Loveroffatties
27.07.2008, 13:16
LOL... ich kenn das von den Zeugnisbemerkungen, die wir verwenden.
Wenn jemand als "geselliger und fröhlicher Schüler" bezeichnet wird, heißt das auch, dass er ständig den Unterricht stört ;)
LG
LOF
Rapunzel
02.08.2008, 21:46
Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt?? Ich hab z.B. eine Arbeitszeugnis aus dem Europäischen Ausland, wo es überhaupt nicht üblich ist Zeugnisse zu schreiben und die Frau wußte gar nicht was sie schreiben sollte, als ich darum bat. >SIe hat es total nett formuliert, aber war sich den VErklausulierungen in Deutschland natürlich nicht bewußt.
Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt?? Ich hab z.B. eine Arbeitszeugnis aus dem Europäischen Ausland, wo es überhaupt nicht üblich ist Zeugnisse zu schreiben und die Frau wußte gar nicht was sie schreiben sollte, als ich darum bat. >SIe hat es total nett formuliert, aber war sich den VErklausulierungen in Deutschland natürlich nicht bewußt.
DAs ist ja das, was ich weiter oben meinte. Im Zweifelsfall würde ich diesen Code vorlegen, bevor das Zeugnis geschrieben wird.
adrietty
01.10.2008, 18:41
Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt??
Sei sicher, Arbeitgeber wissen genau, wenn sie sowas schreiben, was es bedeutet! Das ist in Deutschland absolut üblich - wenn ein Arbeitgeber es wirklich mal so meinen sollte, wie diese Floskeln klingeln, dann schreibt er das ganz anders - ich weiß das sehr sicher, da ich täglich mit sowas zu tun habe (Personalabteilung...)
Und es ist halt geregelt, daß Zeugnisse immer "positiv klingen" müssen, egal, was sie wirklich aussagen!:(
Einer unser Berufsschullehrer sagte sogar mal, wenn die Unterschrift unter dem Zeugnis unterstrichen ist (oder mehrmals), dann heisst das wohl auch was.
Ach das steht ja auch im Link selber bereits :D
totalegal
10.10.2008, 20:54
Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt??
Es weiß nicht jeder Arbeitgeber! Vielleicht in Großfirmen mit Angestellten und Personalabteilung; im Handwerk (Chef, sechs Gesellen, zwei Stifte) weiß es eigentlich keiner.
Colanien
25.05.2010, 20:32
Als Verfasser eines Berufszeugnisses sollte man wissen, was wie zu schreiben ist. Im Zweifelsfall als Zeugnisempfänger dem Schreiber desselben helfen indem man einschlägige Auflistungen unaufdringlich zur Info bereit hält.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Zeugnisse durchaus von unten nach oben gelesen werden: erst die Bewertungen und persönlichen Belange, dann erst, wenn das gut aussieht, wandert der Blick nach oben auf die Beschreibung der Beschäftigung.
Eigene berufliche Erfahrung (gehörte zu meinen Aufgaben) macht mich absolut sicher, dass Chefs nach diesem "Zeugnis-Code" schreiben, fast alle; nur ahnungslose nicht, und das dürften nicht viele sein.
Stimmt. Mittlerweile hat auch jeder kleine Handwerksbetrieb Internet, und die informieren sich auch, glaubt mir das... (Die übrigen Klitschen schreiben dann auch keine Zeugnisse)
Das einzige Problem könnte tatsächlich ein Zeugnis aus dem Ausland sein, aber das ist dann aus der Adresse ersichtlich, und dann wird auch in aller Regel nicht der Code erwartet.
Ich würde auch davon ausgehen, dass die meisten Chefs diese Regeln kennen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich - obwohl ich viele Regeln kenne - dann doch von einem befreundeten Geschäftsführer nach einem Bewerber bei ihm befragt wurde, der einst bei mir Praktikum gemacht hatte. Er hatte das vermeintlich positiv gemeinte Zeugnis als sehr negativ gelesen. Wir haben das im persönlichen Gespräch geklärt, aber wen er nicht gefragt hätte...
Danach habe ich meine Zeugnisse noch überschwänglicher formuliert.
Viele Grüße
Gisela
@ Gisela
Ja, lieber richtig dick auftragen, wenn man es als echte Lobeshymne meint.
Alles eigentlich normal Zurückhaltende wird vom informierten Leser negativ ausgelegt - was an der Verklausulierung liegt: Da nicht kritisiert werden darf (kann angefochten werden, denn "jeder hat das "Recht auf ein gutes Zeugnis"), muss Kritik halt geschickt zwischen lobenden Redewendungen versteckt werden; verrückte Sache eigentlich, andererseits eine Möglichkeit, auch Unzufriedenheit "ehrlich" kundzutun.
franziska02
24.06.2010, 23:05
Oh, diese redewendungen. Da ich erst seit heute hier bin, mein Kommentar. Ich bin beim Bewerbungsschreiben auf die Feinheiten der Zeugnisse gestoßen, denn im Verein hatten wir einen BTL´er, der das Unternehmen, vom Vater übertragen bekommen hatte. Sein Personalleiter hat mich beraten, ganz ehrlich, denn ich kannte ja seinen Chef, grins. So haben wir alles durchforstet, Zeugnisse, mein Bewerbungsschreiben, so war alles perfekt, für die Weitergabe, geordnet und geschrieben.
Es sind ganz winzige Kleinigkeiten, Worte, die ein Zeugnis, ein Bewerbungsschreiben positiv oder negativ verändern können, ein Normalsterblicher merkt gar nicht, wie Personalchefs lesen. Nun habe ich Erfolg, ich freue mich.
Arbeitszeugnisse können auch beanstandet werden, nur ein Tip.
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