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3.- € die Stunde!
So las ich am WE in der Zeitung.
Wenn ich Fernsehberichte und einiges, was ich sonst so höre, dazu denke, dann frage ich mich, wie weit wir von den Berichten aus Amerika, in denen es heißt, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer zu ihrem Vollzeitjob mindestens noch eine Stelle dazu haben, um leben zu können, entfernt sind.
Liegt es daran, das es zu viele Arbeitsuchende und dagegen zu wenig Angebote gibt, dass man sich solche Löhne erlauben kann, von denen keiner mehr leben kann?
Ich selber weiß von Frauen, die einen sogenannten 400.- € - Job haben, (stimmt die Summe?) und nicht einmal Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder im Urlaub bekommen. Sie trauen sich nicht, was zu sagen, weil sie Angst haben, den Job zu verlieren, den sie dringend brauchen und weil schon 100 Frauen in den Startlöchern stehen, um diesen Job zu übernehmen.
Das alles erinnert mich an eine Zeit der Wohnungsknappheit in meiner Heimatstadt. Die Vermieter wurden auch die letzten Löcher los und konnten sich unter einer großen Zahl von Interessenten sie besten Mieter aussuchen.
Mittlerweile hat sich das Blatt komplett geändert. Zu viele leere Wohnungen, die Mieter haben die Wahl und die Vermieter küssen ihnen fast die Füße (übertrieben ausgedrückt) um ihre Wohnungen vermietet zu bekommen.
So etwas würde ich mir für den Arbeitsmarkt und die Frauen, die sich alles gefallen lassen müssen, auch wünschen!!!
Cassandra
18.02.2008, 21:26
So etwas würde ich mir für den Arbeitsmarkt und die Frauen, die sich alles gefallen lassen müssen, auch wünschen!!!Gibt es keine Männer auf dme Arbeitsmarkt oder kriegen nur Frauen Dumpinglöhne?
HoneyBunz
18.02.2008, 21:37
hallo,
ich denke es liegt daran, dass das arbeitsangebot für männer weitaus grösser ist, da man einen bäcker auch auf den bau einsetzen kann. genauso gut kann man einen elektriker als lagerarbeiter anlernen. bei frauen sieht das schon wieder anders aus, die auswahl der berufe ist nicht allzu gross. eine arzthelferin wird wohl eher schlecht eine stelle als verkäuferin bekommen. ich selbst habe industriekauffrau gelernt und sogar eine absage von einem handyshop bekommen, k.o. kriterium "überqualifiziert". für frauen gibt es weniger arbeitsplätze in der produktion. frauen bekommen kinder. gehen in mutterschutz und erziehungsurlaub. danach suchen sie oftmals teilzeitstellen um auch ihre kinder weiterhin gut betreuen zu können. dies alles sind leider k.o. kriterien. frauen werden positionen im kaufmännischen bereich bei denen es oft zu gehalts- oder preisverhandlungen kommt noch immer weniger zugetraut als männern. oftmals haben arbeitgeber auch den eindruck, dass z. b. ein männlicher kunde in einem elektrofachhandel einem männlichen verkäufer eher glaubt als einem weiblichen.
ich denke all dies hat viel damit zu tun. ein bekannter hatte versicherungskaufmann gelernt, war danach bei einer firma im vertrieb und ist jetzt im gewerblichen bereich. diese chancen werden frauen leider nicht gegeben.
@ Cassandra
Du hast Recht, natürlich wünsche ich mir gerechte Bedingungen für alle.
In diesen 400.- € - Jobs befinden sich allerdings tatsächlich hauptsächlich Frauen.
Im Großen und Ganzen glaube ich auch, das Männer sich eher durchsetzen und oft sowieso höhere Löhne bekommen, als Frauen in gleicher Position.
Sorry, aber das seh ich nicht so.
Auch als Frau kann man seine Chancen nutzen und verbessern, indem man sich weiterbildet.
Ich selbst hab mich mit jeder Stelle verbessert und bin inzwischen sogar in einer Führungsposition angekommen.
Und das, obwohl ich alleinerziehend und im gebärfähigen Alter bin.
Also bitte keinen Mitleidsbonus für Frauchen - wir haben genauso viele oder wenige Möglichkeiten wie Männer!
Ein 400-Euro-Job bedeutet aber nicht zwingend niedrige Bezahlung. Es kommt wohl auch darauf an, wie hoch der Stundenlohn ist. Zudem sind viele 400-Euro-Jobber dies im Zweitberuf. Ich nehme bei 400-Euro-Beschäftigungen 20 Euro Stundenlohn und ich kenne Leute, die nehmen noch mehr.
Martina
Als Reiseverkehrskauffrau hättest du Glück, wenn du 10 Euro die Std. bekämst.
Wobei ich an Gleichberechtigung nicht glaube, das mag für viele Sparten funktionieren, aber nicht überall.
Ich gebe zu, dass es ein Unterschied ist, ob man etwas sucht oder ob man gesucht wird. Ich bin nicht gezwungen, einen Zweitjob zu machen. Wenn ich einen mache, dann tue ich das, weil ich um meine Fähigkeiten gebeten werde. Da kann ich dann natürlich auch mehr verlangen. Für 10 Euro die Stunde würde ich mit Sicherheit nicht z.B. anspruchsvolle Übersetzungen machen.
Zuletzt habe ich vor drei Jahren auf 400-Euro-Basis gearbeitet. Da habe ich vornehmlich getippt und auch schon 18 Euro bekommen. Heute würde ich nicht mehr tippen. Und für Übersetzungen z.B. könnte ich schon etwas mehr nehmen.
Wobei ich an Gleichberechtigung nicht glaube, das mag für viele Sparten funktionieren, aber nicht überall.Mit dem Thema habe ich mich, ehrlich gesagt, noch nie auseinander gesetzt. Ich hatte in meinen Positionen nie männliche Konkurrenz.:-D
Brockenhexe
18.02.2008, 22:48
Sorry, aber das seh ich nicht so.
Auch als Frau kann man seine Chancen nutzen und verbessern, indem man sich weiterbildet.
Ich selbst hab mich mit jeder Stelle verbessert und bin inzwischen sogar in einer Führungsposition angekommen.
Und das, obwohl ich alleinerziehend und im gebärfähigen Alter bin.
Also bitte keinen Mitleidsbonus für Frauchen - wir haben genauso viele oder wenige Möglichkeiten wie Männer!
@ Darcy
Ich stimme Dir vollkommen zu, dass die Frauen sich ebenfalls weiterbilden können - und auch sollen, um damit ihre Chancen zu verbessern.
Aber Fakt ist, dass der größte Anteil der Mini-Jobs und der Niedrig-Lohn-Jobs von Frauen ausgeübt wird.
Bei Frauen mit Kindern ist es sehr oft nicht möglich einen Vollzeitjob mit den familiären Pflichten zu vereinbaren. Es gibt auch heute immer noch nicht genug Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, d.h. für mich, dass die Frau weniger Möglichkeiten dadurch hat.
Außerdem gibt es viele Berufszweige in denen Frauen nicht arbeiten dürfen, weil es z.B. keine sanitären Anlagen dafür gibt. Oder auch, weil sie rein körperlich nicht dazu in der Lage sind (Einhaltung ArbSchG).
Deshalb: Genauso viele Möglichkeiten sind nicht real gegeben.
Nebenbei bemerkt finde ich den Begriff "Frauchen" in dem Zusammenhang doch ziemlich diskriminierend. :meinung:
Die Brockenhexe
In meinen beiden Berufen sind Männer auch eher in der Minderheit. Ob sie benachteiligt werden? Bestimmt!
Nebenbei bemerkt finde ich den Begriff "Frauchen" in dem Zusammenhang doch ziemlich diskriminierend.
Der ist genauso diskriminierend wie der Mitleidsbonus und in diesem Zusammenhang ganz bewußt gewählt ;)
Ansonsten kann ich aus eigenem Erleben das bestätigen, was Martina schrieb: 400€-Job heißt nicht zwingend "Billigarbeit" - in meinem Kollegenkreis gibt es sehr sehr viele, die nebenbei noch auf 400€-Basis arbeiten, um sich eben Extras wie einen tollen Urlaub oder ähnliches zu finanzieren. Nicht nur von weiblichen, sondern auch von männlichen Kollegen.
Würd ich auch gern machen, aber mein pubertierender Junior braucht momentan mehr Aufsicht als früher.
Natürlich gibt es auch, und da stimmt dann das Vorurteil, Kolleginnen, die ausschließlich auf 400€-Basis arbeiten - bei denen ist das aber ganz bewußt so gewählt, weil der Ehemann das Geld heimbringt, sie sich in der Hauptsache um die Kinder kümmern aber doch nicht ganz den Anschluß zum Berufsleben verlieren wollen. Find ich keine schlechte Lösung und die Option auf eine Vollzeitstelle haben sie in unserer Firma, wir suchen immer gutes Personal.
Sicher gibt es auch die von It's me genannten Anlernjobs, bei denen man natürlich sehr viel weniger verdient als in anspruchsvollen Stellen. Aber irgendwo muß ja meine Qualifikation, meine ständigen Fort- und Weiterbildungen (z.T. auch auf EIGENE Kosten), meine sehr hohe Verantwortung etc. belohnt werden.
Ehrlich gesagt würde es mir schon gewaltig stinken, wenn es für Anlernjobs und für meine Arbeit dasselbe Geld geben würde.
So ein Inserat sollte ich all denen Leuten unter die Augen halten, die meinen ich könnte mir mit einem 400 EUR Job doch so gut noch was dazu verdienen......
Die Stundenlöhne für 400 EUR Jobs sind meistens sehr niedrig, was auch daran liegt dass die angebotenen Tätigkeiten oft auch sehr einfach sind (z.B. Regale auffüllen o.ä.)
Grüße
Ulrike
@Ulrike: Das kommt halt wirklich sehr auf die Tätigkeit an - in meinem Beruf sind es 3 Dienste, die man für einen 400€-Job im Monat machen muß. Ich denk, das geht schon relativ gut "nebenbei" (grad bei meinem Arbeitszeitmodell, wo man durch die 12-Stunden-Dienste eben nur ca. 14 Dienste im Monat machen muß, um das Monatssoll zu erreichen).
Sonnenkuss
19.02.2008, 10:06
Natürlich, alle die 400 Euro Jobs machen, wollen davon in dolle Urlaube fahren und sich sonstigen Luxus leisten... geht´s noch?
Dann kann man natürlich auch einen 20 Euro Stundenlohn kriegen.
Aber der Großteil der 400 Euro Jobler muss es machen, weil sonst von einem Gehalt des Partners (falls vorhanden) nach Abzug von Miete mit Nebenkosten nichtmal was fürs Ernähren übrigbleibt.
Ich glaube nicht, dass ihr schon mal am Existenzminimum rumkrebsen habt müssen, denn sonst wüsstet ihr, dass es sich bei diesen Jobs eben meist nicht um den "Luxusgüter-Dazuverdien" oder "Hausfrau-Nebenher-Langeweile"-Job handelt, sondern um pure Existenzsicherung.
Und über die Entlohnung kann ich hier nicht diskutieren, wenn ihr von 20 Euro die Stunde ausgeht, lest euch mal schlau und träumt weiter.
Darcy eure Minijobler werden sicher nach AVR bezahlt oder wenigstens daran angelehnt und da haste keine Unterscheidung "Männlein, Weiblein".
dicke Mama
19.02.2008, 10:42
Natürlich, alle die 400 Euro Jobs machen, wollen davon in dolle Urlaube fahren und sich sonstigen Luxus leisten... geht´s noch?
Dann kann man natürlich auch einen 20 Euro Stundenlohn kriegen.
Aber der Großteil der 400 Euro Jobler muss es machen, weil sonst von einem Gehalt des Partners (falls vorhanden) nach Abzug von Miete mit Nebenkosten nichtmal was fürs Ernähren übrigbleibt.
So sehe ich das aber auch. Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich habe bis vor ein paar Jahren im Osten gelebt und mein damaliger Mann hat kaum etwas verdient, ich habe sogar während der Erziehungszeit einen Minijob gemacht, damit es einigermaßen reicht. Und heute verdient er auch noch nicht mehr, er bekommt im 2-Schicht-System knapp 800 Euro und kann so noch nicht mal Unterhalt für seinen Sohn zahlen.
In meiner jetztigen Ehe, habe ich den "Luxus", das mein Mann einigermaßen gut verdient und wir so um die Runden kommen und so kann ich mir die Jobs aussuchen und muss nicht Alles machen. Denn ich habe damals so ziemlich alles gemacht, was ich kriegen konnte. auch weitergebildet hab ich mich, nur hat mir das noch nicht viel genutzt. Ich habe neben dem Büro eben auch viel im Verkauf gearbeitet und habe da auch so einiges durchgemacht. In einem Handygeschäft, wo ich die Kunden wissentlich betrügen sollte, das war absolut nicht mein Ding, da habe ich sogar selbst um Kündigung gebeten und hab sie auch bekommen, weil ich dem Chef zu ehrlich war. Dann hab ich in einem Supermarkt an der Kasse gesessen, wurde dann in eine andere Filiale versetzt und dort wurde ich so gemobbt, das ich krank wurde und daraufhin die Kündigung bekam.
Ich finde es aber dennoch schlimm, wenn Leute für einen Stundenjob von 3 Euro arbeiten sollen. Meine Meinung ist immer, man soll sich nicht alles gefallen lassen. Aber es ist ja oft so, wenn man den Job für 5 Euro/Stunde nicht macht, dann kommt die nette Polin von nebenan und die macht ihn dann für 4 Euro. Ich weiß, ich lehne mich mit dieser Meinung weit aus dem Fenster. aber gerade im Verkauf oder auch in Pflegeberufen ist es so. Man sollte von der Arbeit die man macht doch auch leben können!
Um noch mal auf die von Itsme beschriebene Anzeige zurück zu kommen. Hätte ich dabei auch Angst, dass da jemand als Babysitter arbeiten will, der es vielleicht nicht so gut meint mit den Kindern.
Aber der Großteil der 400 Euro Jobler muss es machen, weil sonst von einem Gehalt des Partners (falls vorhanden) nach Abzug von Miete mit Nebenkosten nichtmal was fürs Ernähren übrigbleibt.
Das glaube ich auch.
Natürlich kann ein Mensch sich, wenn er in einem guten sozialen Netz aufgefangen wird und Hilfe hat, und es sich auch finanziell leisten kann, weiterbilden.
Wer aber jeden Mist- Minijob annehmen muss, weil das Geld dringend not tut, der wird sich kaum eine Weiterbildung leisten können, auch wenn das geistige Potential bei ihm ebenso vorhanden ist, wie bei vielen anderen.
Als meine Kinder klein waren, war meine einzige Moglichkeit der Weiterbildung autodidaktischer Art. Aber einen vier-Personen-Haushalt zu schmeißen, "nebenbei" Arbeiten zu gehen und trotzdem jede Mark umdrehen zu müssen, hat manches Mal jede Energie aufgefressen. Ich hatte das Glück schon immer ein Bücherwurm zu sein und wenn es meine Zeit zuließ habe ich gelesen und mir so vieles aneignen können.
Nein, ich konnte mir damals trotz guter Ausbildung nicht meinen Traumjob aussuchen, weil ich nur bestimmte Zeiten und in einem bestimmten Radius (kein Auto, nur ein Radl) arbeiten konnte. Und auch da wurden lieber Frauen ohne Kinder genommen, weil man ja durch die Kinder (Kinderkrankheiten etc.) auch mal verhindert sein konnte. Selbst Jobs zu denen ich erst einmal mit dem Bus hätte fahren müssen, hätte ich nicht annehmen können, da es sich sonst finanziell gar nicht gelohnt hätte.
Und aufmucken? No way!
Da standen Frauen genug in der Warteschleife, die auch ohne Lohnfortzahlung und dergleichen, den Job gemacht hätten.
Wenn ich mich so umgucke und umhöre, dann hat sich das für viele Frauen keinesfalls gebessert.
Als es anfing finanziell ein wenig besser zu werden, begann ich sofort damit, mich weiter zu bilden. Aber da waren die Kinder aus dem Gröbsten raus und mein Mann verdiente inzwischen gut. Trotzdem passierte es nicht selten, dass meine Pläne den Bach runter gingen, weil die Kinder immer vorgingen. So musste ich meinen Wusnch nach Führerschein und Auto Jahr um Jahr verschieben und manche Wunsch-Weiterbildung ebenfalls.
Aufgrund meiner früheren Erfahrungen ist mir durchaus bewusst, das ich heute fast schon im Luxus lebe, weil ich arbeiten kann, was mir Spaß macht.
Guenter Osterma
19.02.2008, 12:05
3.- € die Stunde!
Das erinnert mich schon kollossal an 1970/71 - da habe ich in einer Kartonagenfabrik für gar nicht einmal soo leichte Arbeit 50 Pfennig pro Stunde bekommen (nein, nicht als Freigänger, sondern als Schüler) :-D.
Das ist Lohndumping und sollte nicht erlaubt sein!
Man gibt seinem "Arbeitgeber" ein Stück seines Lebens - und das sollte nicht so billig sein, dass man anschliessend nicht einmal davon leben kann. :mad:
20 € in der Stunde für einen Minijob?
Das ist mit Sicherheit die absolute Ausnahme.
Aber 3 € Stundenlohn geht gar nicht.
Ich wohne in Holland nah an der deutschen Grenze.
Hier wird in den Supermärkten hauptsächlich mit Leuten gearbeitet die studieren oder die noch zur Schule gehen. Ab 16 darf man das und der Lohn für jemand der 16 Jahre alt ist und der gerade anfängt Regale aufzufüllen liegt bei weniger als 3 €. (wir haben unserer Tochter das verboten) Das ist hier ganz normal und viele Jugendliche machen das. Der Lohn wird mit steigendem Alter und längerer Betriebszugehörigkeit immer höher.
Der Freund meiner Tochter macht das seit 6 Jahren und er verdient inzwischen (Regale auffüllen) fast 8,50€. Er wird aber nur noch selten eingeplant, weil er einfach zu teuer ist.
oder auch in Pflegeberufen ist es so
Ach ja? Ist es da so?
Ich bin zufällig Krankenschwester und arbeite in der Pflege, weiß also, wovon ich rede.
Dass eine Hilfskraft deutlich weniger verdient als eine examinierte Krankenschwester, ist allerdings wahr - und auch richtig so.
Natürlich kann ein Mensch sich, wenn er in einem guten sozialen Netz aufgefangen wird und Hilfe hat, und es sich auch finanziell leisten kann, weiterbilden.
Ich wünschte, ich hätte ein gutes soziales Netz und Hilfe und finanziell ne Menge über - dann könnt ich mal über eine woanders angesprochene stationäre Therapie nachdenken.
Ich hab das alles eben nicht und grad deshalb war und ist es mir immens wichtig, mich beruflich zu qualifizieren, eben DAMIT ich beruflich weiterkomme und, falls ich je diese Arbeitsstelle verlieren sollte, schnellstmöglich wieder eine gute Stelle finde.
Natürlich machen auch bei uns nicht alle noch einen zusätzlichen 400€-Job, um Luxusreisen zu finanzieren, SoKu, aber man kann auch von dem normalen Verdienst leben (mach ich ja auch, sogar zusammen mit Sohn und ganz ohne Unterhalt von irgendwem) - nur sind dann eben keine Extras drin.
PS: Wer zwingt Euch denn, den 3€-Job anzunehmen? Babysitter sind doch in der Regel ältere Teenies und oft brauchen ja auch berufstätige Mütter einen Babysitter, um die mangelhaften Öffnungszeiten der Kindertagesstätten auszugleichen. Die können dann in der Regel kaum mehr zahlen, weil sich sonst das arbeiten gar nicht mehr lohnt, gell?
Das erinnert mich schon kollossal an 1970/71 - da habe ich in einer Kartonagenfabrik für gar nicht einmal soo leichte Arbeit 50 Pfennig pro Stunde bekommen (nein, nicht als Freigänger, sondern als Schüler) :-D.
bei mir ist es mit den Schülerjobs schon etwas länger her.
Ich arbeitete damals im Archiv einer Bank. Das war auch ein handlangerjob, das Vesperholen, was auch zu meinem Aufgabenbereich behörte, erforderte dagegen höchste intellektuelle Anstrengungen. Außerdem wars ein herrlicher Drückebergerjob, wir wurden nicht sehr beaufsichtigt.;)
Ich kann mich nicht mehr an meinen Stundenlohn erinnern, viel war es ganz sicher nicht, aber für die Orginal Wrangler Jeans aus dem US Shop, ein bisschen Kosmetik und das Verpflegungsgeld fürs Zelten war gesorgt.
Meine Tochter verdiente mit ihren Ferienjobs allerdings teilweise recht anständig.
Allerdings sind Ferienjobs und diese Hausfrauenjobs nicht zu vergleichen mit den teilweise schon skandalösen Vollzeitjob-Entlohnungen, dieses immer weniger Geld für immer mehr Arbeit.
toni
PS: Wer zwingt Euch denn, den 3€-Job anzunehmen? Babysitter sind doch in der Regel ältere Teenies und oft brauchen ja auch berufstätige Mütter einen Babysitter, um die mangelhaften Öffnungszeiten der Kindertagesstätten auszugleichen. Die können dann in der Regel kaum mehr zahlen, weil sich sonst das arbeiten gar nicht mehr lohnt, gell?
Dann scheinen diese Mütter doch recht schlecht zu verdienen?
stübbken
19.02.2008, 15:28
@ darcy
Könntest Du so zitieren, dass frau ohne Probleme sehen kann, wen Du zitierst?
Danke!!!!
stübbken
Dann scheinen diese Mütter doch recht schlecht zu verdienen?
Das würd ich so nicht sagen, Itsme, aber kaum eine Normalverdienerin bringt so viel Geld nach Hause, dass sie fürs Babysitten einen Monatslohn von 2000€ brutto zahlen kann ;)
Da würden ja dann auch noch diverse Abgaben (Steuern etc.) dazukommen.
Ich selbst sehe mich z.B. nicht als Schlechtverdienerin (das sind m.E. Friseusen oder Kassiererinnen, die meines Wissens ca. ein Drittel bis die Hälfte von mir verdienen), aber ich könnts mir auch nicht leisten, mehr zu zahlen.
Als mein Sohn noch klein war und ich zusätzlich zum Kindergarten eine Tagesmutter brauchte, weil die Öffnungszeiten nicht schichtkompatibel waren, wurde die zum Teil übers Jugendamt finanziert. Ich hab den Satz nicht mehr genauu im Kopf, aber es waren auf jeden Fall unter 5 D-Mark (!) pro Stunde. Allerdings machte diese Frau das von zuhause aus und konnte dadurch bei ihren Kindern bleiben - mein Sohn lief da quasi mit in der Familie. Da hätte ich ehrlich gesagt 20€ die Stunde übertrieben gefunden, denn viel mehr Arbeit hatte sie nun durch mein Kind auch nicht.
20 € fürs Babysitten ist ja auch Quatsch...
...aber 3 € geht meiner Meinung nach auch nicht.
Mir wäre es auf jeden Fall peinlich jemandem für seine Arbeit 3 € anzubieten. Das ist irgendwie menschenverachtend.
Übrigens hat vor mehr als 15 Jahren unser Babysitter 12 Mark die Stunde bekommen.
wenn ihr von 20 Euro die Stunde ausgeht, lest euch mal schlau und träumt weiter.Ich wollte damit lediglich klar machen, dass ein 400-Euro-Job nicht automatisch Hungerlohn bedeutet. Natürlich steht es außer Zweifel, dass es auch Firmen gibt, die das ausnutzen.
Aber hier ruft alle Nas' lang einer an und will was. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das abrechnen kann: Per Rechnung (in geringem Umfang ohne Gewerbeschein, sonst mit) oder wenn es keine einmalige Sache ist und die 400 Euro im Monat nicht überschreitet und man nicht schon einen anderen 400 Euro-Job hat (geht ja nur einer auf ein Mal) und der AG das so möchte, geht es auch auf 400-Euro-Basis. Und ich würde dann 20 Euro pro Stunde nehmen (vor drei Jahren 18 Euro). Das träume ich nicht. Das ist die Realität. Und wenn es über Rechnung geht, dann verdoppelt sich der Stundensatz, denn die Rechnung müssen wir voll versteuern.
Ich sehe auch nicht ein, dass ich meine qualifizierte Arbeit billig verscherbeln soll. Wer das nicht zahlen will, kann ja woanders fragen. Ich muss das nicht machen. Und solange ich das nicht muss, bestimme ich die Preise. So einfach ist das.
Im Übrigen habe ich als Schülerin auch schon Clos geputzt. Und dafür würde ich sicher keine 20 Euro verlangen, aber für Arbeit, die mir das abverlangt, was ich mir in fast 30 Jahren Berufsleben angeeignet habe, will ich gut bezahlt werden. Davon lasse ich mich weder durch die Tatsache, dass ich eine Frau bin, noch durch mein Übergewicht abhalten.
Hier in Schwaben geht der Trend ohnehin zum Zweit- und Drittjob ... auch unter gut bezahlten Arbeitnehmern. Das ist hier die Normalität.
Martina
Hier in Schwaben geht der Trend ohnehin zum Zweit- und Drittjob ... auch unter gut bezahlten Arbeitnehmern. Das ist hier die Normalität.
Martina, das ist bei meinen KollegInnen eben auch so - wir sind da sicher auch in einer bevorzugten Position, weil hier in Bayern speziell in der außerklinischen Intensivpflege massiv Personal gesucht wird UND wir aufgrund der langen Dienstzeiten (die automatisch relativ wenig Arbeitstage pro Monat bedeuten) die Möglichkeit haben, nebenbei noch 3 Dienste zu machen UND trotzdem ausreichend freie Tage zu haben.
Ich spiele schon auch mit dem Gedanken, denn 400€ mehr pro Monat wären eine sehr deutliche Verbesserung meiner Situation, aber momentan braucht mein Sohnemann mehr als deutliche Tritte in den Allerwertesten, um was für die Schule zu tun. Da will ich nicht noch öfter außer Haus sein, als durch meinen Vollzeitjob nötig.
Zudem beginne ich ab Ende April eine neue Fortbildung, die über ein halbes Jahr läuft und mich neben den nicht geringen Gebühren auch noch etliches an Benzin kosten wird (von der freien Zeit mal abgesehen).
Wenn ich die aber bestanden habe, kann ich wiederum zu meinem Arbeitgeber gehen und in neue Gehaltsverhandlungen treten - die ziemlich sicher zu meinen Gunsten ausgehen werden :cool2:
Sonnenkuss
19.02.2008, 17:03
Genau.
Wir haben einfach den Vorteil nicht zu müssen und eben eine Ausbildung zu haben... aber wer den Kopf in der Schlinge hat, arbeitet halt schon mal für 4,50 € beim KiK:
Empörung über 4,50 € Stundenlohn (http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/oberhausen/2007/10/17/news-685531/detail.html)
Das finde ich auch nicht in Ordnung. Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Menschen Vollzeit arbeiten und sich durch Hartz IV auf Existenzminimum hieven lassen müssen. Auch Arbeitgeber haben eine soziale Verantwortung.
Martina
Ich sehe auch nicht ein, dass ich meine qualifizierte Arbeit billig verscherbeln soll. Wer das nicht zahlen will, kann ja woanders fragen. Ich muss das nicht machen. Und solange ich das nicht muss, bestimme ich die Preise. So einfach ist das.
Das ist ja auch vollkommen okay, wenn man dies von der Situation her kann. Vielen Frauen, - auch mit guter Ausbildung, bleibt aber gar nichts anderes übrig, wenn eine Familie versorgt werden will und der Mann nicht genug verdient. Das ist nun mal so und das machen sich viele Arbeitgeber zunutze und drücken die Löhne immer weiter runter. Sie sitzen am längeren Hebel, weil es zu wenig Arbeitsstellen und zu viele Arbeitssuchende (in Not) gibt und das ist genau das, was ich Eingangs meinte.
@ Darcy
Zwischen 3.- € und 20.- € ist natürlich ein Himmelweiter Unterschied, - wobei ich nie davon gesprochen habe, dass ein Babysitter 20.- € die Stunde haben muss.
Und man darf hier auch nicht die Tagesmutter mit dem Babysitter verwechseln. Eine Tagesmutter bleibt in ihrer Wohnung und hat oft mehr als ein Tagespflegekind. Dann rechnet sich das alles natürlich wieder anders. Wenn diese pro Kind und Stunde ca. 5.- € hat und vielleicht 3-4 Kinder in Pflege, kann außerdem zu Hause bleiben und eigene Kinder sind auch da, sieht die Sache nicht so schlecht aus.
Aber ein Babysitter, - zumal "ein reifer, flexibler, vielleicht sogar so was wie auf Abruf, geht in die Wohnung der Eltern, hat einen extra Zeitaufwand für den Weg und evtl sogar auch noch Fahrkosten. Dem will man seine Kinder anvertrauen, er soll verantwortungsbewusst und möglichst erfahren sein. Das für 3.- € pro Stunde zu erwarten ist meiner Meinung nach, schon mehr als unverschämt. Aber die Not wird auch hier Frauen finden, die das tun.
Cassandra
19.02.2008, 18:26
Das finde ich auch nicht in Ordnung. Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Menschen Vollzeit arbeiten und sich durch Hartz IV auf Existenzminimum hieven lassen müssen. Auch Arbeitgeber haben eine soziale Verantwortung.Tja Martina, soziale Verantwortung. Ich dneke diese Gesellschaft driftet auseinander. Siehe Zumwinkel von der Post. Witzigerweise ist er ja schon Multimillionär seit 1971, als er die geerbte Firma verkaufte.
Damit wir dummen Arbeitnehmer wissen wo wir hingehören, veröffentlichte die Hauspostille des gleben Riesen einen Tag vor dem Rücktritt des Herrn noch einen fetten Artikel über fleissige, bescheidene Arbeitnehmer und die Wichtigkeit moralisch integren Verhaltens vonm Führungskräften.
Die Linke wirds bei der Hamburg Wahl freuen, es sei denn die Wähler können sich allzu deutlich an die Forderung nach neuer Mauer und Stasi erinnern.
Oder wie mein Opa zu sagen pflegte: Politik ist ein schmutziges Geschaft. Und Kapitalismus und Politik kann man nun mal nicht sauber trennen.
Nordlicht
19.02.2008, 18:33
na, ich weiß nicht, ob sich darauf überhaupt jemand melden wird. als ich vor jahren auch babygesittet habe, hab ich keinen job unter 10 mark gemacht. und der Deutsche Kinderschutzbund, bei dem man Babysitterkurse macht und anschließend vermittelt wird, hat als Mindestlohn damals 7,50 Mark angegeben, was ich schon wenig fand... Also in Euro €3,75. Ob dieser Satz mittlerweile angehoben wurde, weiß ich nicht. Es ist jetzt auch etwa 7 Jahre her, seit ich das letzte Mal damit Geld verdient hab. Und mein Kassiererjob war da auch mit 10 Mark/stunde bezahlt. Mittlerweile sollte es wenn, eher mehr sein.
Liebe Grüße
Dani
klein und fein
19.02.2008, 18:36
Oder wie mein Opa zu sagen pflegte: Politik ist ein schmutziges Geschaft. Und Kapitalismus und Politik kann man nun mal nicht sauber trennen.Ich würde sagen, Kapitalismus und Politik ist eine Art Blutsverwandtschaft.
Das ist ja auch vollkommen okay, wenn man dies von der Situation her kann. Vielen Frauen, - auch mit guter Ausbildung, bleibt aber gar nichts anderes übrig, wenn eine Familie versorgt werden will und der Mann nicht genug verdient. Das ist nun mal so und das machen sich viele Arbeitgeber zunutze und drücken die Löhne immer weiter runter. Sie sitzen am längeren Hebel, weil es zu wenig Arbeitsstellen und zu viele Arbeitssuchende (in Not) gibt und das ist genau das, was ich Eingangs meinte.
Vielleicht ist das ja hier in Bayern und in meiner Branche völlig anders, aber die Arbeitgeber können sich durchaus nicht mehr einfach so aussuchen, wen sie einstellen. Mein Unternehmen und die der Konkurrenz haben jedenfalls massive Probleme, wirklich qualifiziertes Personal zu finden - so sehr, dass ich 500€ Prämie kriege, wenn ich jemand für die Firma anwerbe und die Person die Probezeit besteht.
Dabei könnte mein AG natürlich auch den Lohn drücken, denn ich bin mehr als jede Ehefrau mit schlecht verdienendem Mann auf mein Gehalt angewiesen - ich hab nämlich nicht mal so einen. Sprich - ohne Job hätte ich gar nix.
Trotzdem muss ich aber mit Selbstbewußtsein in Job- und/oder Gehaltsverhandlungen gehen, eben weil ich es mir nicht leisten kann, für einen Hungerlohn zu arbeiten - und weil meine qualifizierte Arbeit, meine Flexibilität und Einsatzbereitschaft das Geld wert sind. Das weiß auch mein Arbeitgeber ;)
Ehrlich gesagt kann ich mir aber nicht vorstellen, dass jemand mit entsprechender Qualifikation (z.B. Kinderpflegerin oder ähnliches) den Job für 3€ macht - ich könnte mir vorstellen, dass die sehr lange suchen müssen oder aber im persönlichen (Vorstellungs)Gespräch nach oben gehandelt werden können.
Ehrlich gesagt kann ich mir aber nicht vorstellen, dass jemand mit entsprechender Qualifikation (z.B. Kinderpflegerin oder ähnliches) den Job für 3€ macht ...
Kann ich mir auch nicht vorstellen.
Meine Babysitter haben Ende der 90er Jahre 10 DM die Stunde bekommen, später 6 Euro. Eine ist dann geblieben, bis wir (seit kurzem) niemanden mehr brauchen, wenn ich abends arbeite. Für eine Stunde bespaßen, eine Stunde zu Abend essen und ins Bett bringen und drei Stunden Fernsehen oder Lesen 30 Euro zu bekommen finde ich dann schon ok. Da gab es auch nie Klagen.
Etwas anderes ist es natürlich, wenn es um eine regelmäßige qualifizierte Tagesbetreuung geht.
Bayernmadl
19.02.2008, 20:18
Das kann man jetzt so und so sehen.
Ich finde auch auch,wenn man einen qualifizierten Beruf hat,soll man den angemessenen Stundenlohn dafür kriegen.Denn für was hat man denn dann in seinem Leben geackert.
Man hat halt dann einen Beruf,wo man doch einigermassen Ansprüche stellen kann.
Wie ich schon mal geschrieben habe,ich habe keinen Beruf erlernt und habe trotzdem immer gearbeitet,und hatte drei kleine Kinder.Man findet immer etwas,wenn man arbeiten will,aber man könnte sich auch ab und zu ärgern,wenn man für eine Stunde schuften muss,dass man nicht mal richtig Zeit zum trinken hat. Dann bekommt man 6,50 Euro in der Stunde.Und dann wird das auch noch so genau ausgerechnet,wenn du fast vier Stunden gearbeitet hast,und da fehlen dir noch fünf Minuten und die werden nicht bezahlt.Und das ist bei mir abends,und ich arbeite in einer Hotelküche,wo es auch nicht leicht ist.Aber das ist halt wieder der Nachteil,wenn man keinen Beruf erlernt hat.Und mich jetzt noch weiterbilden,das haut finanziell und auch zeitlich nicht hin.Denn obwohl meine Kinder erwachsen sind,haben wir immer noch Schulden von unserem Haus,die wir noch abbezahlen müssen.Da hat man halt noch immer dran zu knabbern.:rolleyes:
sombra_blanca
23.02.2008, 21:44
Ich bin sowohl reif als auch verantwortungsbewusst. Ich bin ein wunderbarer Babysitter, kann spielen, Regeln durchsetzen und Kinderlieder singen.
Ich bekomme 1,25€ die Stunde.
Die Mutter "meines" Kindes hat zur Zeit 3 Jobs. Sie hat eine Vollzeitstelle, eine 5-Std.-Stelle und betreut noch nebenbei Pflegekinder in ihren Pflegefamilien als Beraterin. Sie ist qualifiziert und hat ezliche Fortbildungen gemacht. Trotzdem kann sie nicht mehr bezahlen.
Vielleicht ist sie geizig, vielleicht wird sie ausgebeutet, vielleicht werde ich ausgebeutet und vielleicht bin ich eine Wohltäterin. Jedenfalls habe ich einen kleinen Job, der mir ein paar Möglichkeiten eröffnet.
Dralle Deern
24.02.2008, 08:18
Die Mutter "meines" Kindes hat zur Zeit 3 Jobs. Sie hat eine Vollzeitstelle, eine 5-Std.-Stelle und betreut noch nebenbei Pflegekinder in ihren Pflegefamilien als Beraterin. Sie ist qualifiziert und hat ezliche Fortbildungen gemacht. Trotzdem kann sie nicht mehr bezahlen.Das ist leider kein Einzelfall. Ich kenne eine Dame mittleren Alters, die ein Kind im Teenageralter halt. Die Dame hat ebenfalls 3 Jobs, arbeitet in der Woche 60-70 Stunden und dennoch reichen ihre Gehälter und das Kindergeld nicht aus, beide zu ernähren, so dass sie noch auf weitere Sozialleistungen angewiesen ist. Es ist eine Sauerei, dass sich fleißige Bürger trotz aller Bemühungen mit ihrem Einkommen immer noch an der Armutsgrenze entlang hangeln müssen. :wut:
HoneyBunz
25.02.2008, 06:20
In vielen Berufen ist aber auch so, dass diese überlaufen sind. Bürojobs z. B., dass ist ein Horror. Fast jeder der eine Umschulung macht, macht eine Umschulung auf einen Bürojob. Betriebe bilden aus, holen sich somit billige Arbeitskräfte und übernehmen die Azubis aber nicht mehr. Ich hab' eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht und danach noch eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin angehängt, weil ich in meinem dummen Sein dachte, dass sich das gut ergänzt und da Sprachkenntnisse immer öfter gefordert werden, ich einen Vorteil haben würde, da ich diese durch ein Zeugnis und eine Ausbildung belegen kann. Tja, falsch gedacht. Auf eine Bürostelle kommen in der Regel ca. 150 Bewerbungen, wenn da jemand ist, der mehr Berufserfahrung hat (und ich hab hier nicht soooo viel) und das Ganze genauso gut machen kann wie ich und das noch zu einem billigeren Preis, tja, dann kann man sich denken, wer wohl die Stelle bekommt. Zuletzt bekam ich über eine Zeitarbeitsstelle als Sachbearbeiterin im Einkauf 1050,00 € netto. Natürlich ist das für viele 'n Haufen Geld. Für mich hats aber von vorne bis hinten nicht gereicht. Nach Abzug der ganzen Lebenshaltungskosten, Versicherungen und Benzin blieb mir nicht viel zum Leben. Ich kanns mir nicht mal leisten für ein Wochenende zu 'ner Freundin zu fahren, die 200km weg wohnt, obwohl die Unterkunft ja umsonst wäre. Einen 400 € zu finden, ist in meiner Region so schwer, da ich in einer relativ kleinen Stadt wohne, müsste ich hier wieder in die Grossstadt fahren und da muss man dann wieder rechnen, ob sich das bei den Spritpreisen überhaupt lohnt, ob da überhaupt was übrig bleibt und da siehts dann eben schon wieder schlecht aus. Und 'nen 400 € nach der Arbeit in der Stadt zu finden, in der man eh schon arbeitet... Tja, dann müsste man erst mal wissen, wann man jeden Tag aus hat. Der AG verlangt flexibilität und Überstunden fielen bei mir täglich an, mal warens 60 Minuten, mal 90 Minuten mal auch nur ne halbe Stunde. Aber der AG des 400 € möchte wissen, wann der AN zur Arbeit kommt und der AG des Vollzeitjobs möchte, dass der AN durch seinen 400 € nicht eingschränkt ist.
Außerdem gibt es so viele Arbeitslose Menschen, wenn der AN da nicht flexibel ist und bereit ist, jederzeit für die Firma alles mögliche zu tun, dann sieht man alt aus.
Das Ganze gehört sich einfach besser vom Staat geregelt, die Löhne gehören überprüft und Mindestgrenzen gehören gesetzt, Mindestgrenzen die dem AN zu gute kommen und ihn nicht das Genick brechen. Ich denke nicht, dass sich diese Situation noch verbessern wird, es wird eher schlechter werden. Bald werden Azubis bezahlen müssen, um ausgebildet zu werden. Zumal ich sowieso der Meinung bin, dass man beim heutigen Jobangebot und der Aussicht auf einen Job sowieso keine Ausbildung mehr braucht. So viele gelernte, gute Arbeitskräfte müssen Helfertätigkeiten in Fabriken nachgehen die total unterbezahlt sind. In meiner letzten Einsatzfirma bekamen die Helfer im 3-Schicht-System 7,38€ brutto...
Betriebe bilden aus, holen sich somit billige Arbeitskräfte und übernehmen die Azubis aber nicht mehr. Ich hab' eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht und danach noch eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin angehängt, weil ich in meinem dummen Sein dachte, dass sich das gut ergänzt und da Sprachkenntnisse immer öfter gefordert werden, ich einen Vorteil haben würde, da ich diese durch ein Zeugnis und eine Ausbildung belegen kann. Tja, falsch gedacht.
so billig kommt heutzutage ein Azubi dem AG nicht mehr. Für den Azubi muss extra ein Ausbilder abgestellt werden, der eine Ausbilderzulassung bei der IHK abgelegt hat. Ich arbeite mit Azubis und es ist schon manchesmal mühselig zusätzlich zur meiner Arbeit noch Ausbildung zu machen. Die Zeiten, wo ein Azubi auch mal das Vesper holt oder das Archiv aufräumt, die sind schon lange vorbei und die Entlohnung ist, verglichen mit den Gehälter von ausgebildeten, langjährigen Mitarbeiter, auch nicht wenig.
Dieser Traumberuf Fremdsprachenkorrespondentin ist eben auch keiner mehr, wenn man nur die gängigen Sprachen wie Englisch, Französich Italienisch,Spanisch anzubieten hat.
Gefragt sind jetzt Exoten wie Arabisch. Japanisch, Chinesisch in Wort und Schrift.
Einen 400 € zu finden, ist in meiner Region so schwer, da ich in einer relativ kleinen Stadt wohne, müsste ich hier wieder in die Grossstadt fahren und da muss man dann wieder rechnen, ob sich das bei den Spritpreisen überhaupt lohnt, ob da überhaupt was übrig bleibt und da siehts dann eben schon wieder schlecht aus.
Ich fürchte, du musst um beruflich wieder auf die Beine zu kommen, über einen Ortswechsel nachdenken müssen. Das müssen ja viele aus Deiner Gegend.
Das ist bitter, ich weiss das selbst, aber Flexibilität ist Voraussetzung, da hilft einfach kein Klagen. Leider...
toni
HoneyBunz
25.02.2008, 16:24
Die Zeiten, wo ein Azubi auch mal das Vesper holt oder das Archiv aufräumt, die sind schon lange vorbei
toni
Das meinte ich eben auch toni, da diese Zeiten vorbei sind und der Azubi eigentlich mittlerweile auch schon oft so angelernt wird, dass er eine gelernte Kraft ersetzt, macht das doch zu einer billigen Arbeitskraft. Ein kaufmännischer Azubi verdient im durchschnitt zwischen 500 und 600 € netto, was ja doch wesentlich weniger ist, als ein gelernter Mitarbeiter bekommt. Natürlich mag das für den Ausbilder selbst eine zusätzliche Strapaze sein, aber dennoch ist der Azubi eine billige Arbeitskraft.
Ich fürchte, du musst um beruflich wieder auf die Beine zu kommen, über einen Ortswechsel nachdenken müssen. Das müssen ja viele aus Deiner Gegend.
Das ist bitter, ich weiss das selbst, aber Flexibilität ist Voraussetzung, da hilft einfach kein Klagen. Leider...
Aus familiären Gründe geht das leider nicht... Eigentlich ziehen hier nur sehr wenige in die Großstadt, bei einem Vorstellungsgespräch im Nürnberger Raum meinte dort auch der Personalchef "die Oberpfälzer sind bodenständig und ziehen nicht gerne aus der Heimat" *lach* da hat er wohl recht, denn wie gesagt, kenne ich aus meinem Landkreis nur 1 Person die dies auf sich genommen hat. Natürlich ist Flexibilität Voraussetzung, deswegen bin ich ja auch gar nicht "km-Scheu", aber die Entlohnung muss eben trotzdem passen. Ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass es für viele Leute schwer ist, einen 400 € Job zu bekommen, das ist ja leider nicht nur in meiner Gegend so, ich glaube, in Hintertupfing im Schwabenland wird das wohl nicht anders aussehen...
Im Grunde ist es wohl einfach so, dass die Jobsituationen generell schlechter sind und ich denke nicht, dass sich das noch irgendwann bessert...
Im Grunde ist es wohl einfach so, dass die Jobsituationen generell schlechter sind und ich denke nicht, dass sich das noch irgendwann bessert...
Du bist 22 Jahre alt und wenn Du keine Kinder hast, dann verstehe ich diesen Pessimismus überhaupt nicht.
Ein Teil meiner Familie lebt in der Oberpfalz und meine Nichte studiert in Regensburg und macht im Moment ihr Staatsexamen. Zum Jobben am Wochenende fährt sie nach Nürnberg. Auftritte als Leadsängerin findet meist in der Neumarkter Gegend statt. Ihr Freund lebt in Straubing. Das lupft sie locker.
Manchesmal ist es ganz gut wenn man sich mal eine andere Luft um die Nase wehen lässt. Das löst oft Probleme, nicht nur beruflicher Art.
Wäre ich jung, dann wäre ich weg, möglichst am anderen Ende der Welt.
Zurück und nach Hause kann man immer wieder.
toni
Sonnenkuss
25.02.2008, 17:42
Also bei uns Nürnberg/Fürther Stadtgrenze arbeitet ein Kollege aus Breitenbrunn/Opf.
Und aus Neumarkt und Velburg haben wir auch etliche Kollegen... nur eine aus Regensburg der war es dann doch zu weit und es wurde ein "Heimarbeitsplatz" genehmigt.
ich glaube, in Hintertupfing im Schwabenland wird das wohl nicht anders aussehen... Doch sieht es. Bei uns im Landkreis herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Wir sind Arbeitnehmer-Einwanderungsland.
Außerdem würde ich das alles auch nicht so pessimistisch sehen. Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden in Deutschland ein handfestes Arbeitnehmermangelproblem haben. Es gibt Berufe, da ist das heute schon so.
Gerade hier in Schwaben versuchen die Firmen, Studenten speziell der technischen Fakultäten bereits im Studium an sich zu binden, indem sie ihnen hochattraktive Praktika und sonstige Vergünstigungen anbieten.
Nordlicht
25.02.2008, 17:48
Ja, auch ich bin der Meinung, dass es mit der Zeit immer besser für die Arbeitnehmer wird... Je höher der Anteil der Rentner und je kleiner der Anteil der Arbeitnehmer, desto schwieriger wirds für die Arbeitgeber an qualifiziertes Personal zu kommen.
Ich seh da für mich schon einiges an Chancen, obwohl ich auch Kauffrau werde...
Dass ich einen Teil meiner Ausbildung in Berlin verbringe, ist dabei auch nicht das Problem.
LG
Dani
HoneyBunz
25.02.2008, 18:32
Du bist 22 Jahre alt und wenn Du keine Kinder hast, dann verstehe ich diesen Pessimismus überhaupt nicht.
Ein Teil meiner Familie lebt in der Oberpfalz und meine Nichte studiert in Regensburg und macht im Moment ihr Staatsexamen. Zum Jobben am Wochenende fährt sie nach Nürnberg. Auftritte als Leadsängerin findet meist in der Neumarkter Gegend statt. Ihr Freund lebt in Straubing. Das lupft sie locker.
toni
In meinem speziellen Fall, ist es aus familiären Gründen nicht möglich umzuziehen :) Was aber nicht heißt, wie bereits erwähnt, dass ich nicht bereit bin, eine längere Strecke auf mich zu nehmen, wenn das Gehalt stimmt. So war ich z. B. bereits zum Vorstellungsgespräch in Zirndorf und heute auch wieder in Nürnberg.
Also bei uns Nürnberg/Fürther Stadtgrenze arbeitet ein Kollege aus Breitenbrunn/Opf.
Und aus Neumarkt und Velburg haben wir auch etliche Kollegen... nur eine aus Regensburg der war es dann doch zu weit und es wurde ein "Heimarbeitsplatz" genehmigt.
Wie gesagt, ich bin ja bereit einen weiteren Weg auf mich zu nehmen, nur das Umziehen ist mir nicht möglich. Rgbg - Nbg ist auch nicht gerade NM - Nbg, hier ist die Strecke doch etwas länger und anscheinend war die Kollegin ja auch nicht bereit umzuziehen bzw. evtl. war es ihr nicht möglich.
Doch sieht es. Bei uns im Landkreis herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Wir sind Arbeitnehmer-Einwanderungsland.
Gerade hier in Schwaben versuchen die Firmen, Studenten speziell der technischen Fakultäten bereits im Studium an sich zu binden, indem sie ihnen hochattraktive Praktika und sonstige Vergünstigungen anbieten.
Ich hatte nur von 400 € Jobs gesprochen. Für einen bereits Vollzeitberuflichen Menschen sind diese leider tatsächlich schwer zu finden. Meine Bekannte aus Heidelberg hat fast 2 Jahre lang gesucht, bis sie einen 400 € gefunden hat, der sich mit ihrem Vollzeitjob vereinbaren hat lassen. Viele dieser Jobs werden für Zeiten vergeben, in denen nun mal berufstätige Menschen bereits in der Arbeit sind.
Natürlich wird es in Deutschland bald ein AN-Problem geben, aber wie du bereits geschrieben hast, Firmen versuchen Studenten an sich zu binden. Was ist aber mit den Leuten, die nicht studiert haben, da entweder die "Intelligenz" fehlt oder die finanziellen Möglichkeiten zur Unterstützung vom Elternhaus nicht gegeben sind. Meine Eltern hätten es mir nicht finanzieren können zu studieren und da man ja nicht an jeder Uni alles studieren kann und ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht an diese Gegend gebunden war, hätte ein Umzug passieren müssen. Natürlich geht man dann jobben, aber die Frage ist einfach, ob man es sich leisten kann. Leider ist diese Möglichkeiten vielen nicht gegeben.
Ja, auch ich bin der Meinung, dass es mit der Zeit immer besser für die Arbeitnehmer wird... Je höher der Anteil der Rentner und je kleiner der Anteil der Arbeitnehmer, desto schwieriger wirds für die Arbeitgeber an qualifiziertes Personal zu kommen.
Ich seh da für mich schon einiges an Chancen, obwohl ich auch Kauffrau werde...
Dass ich einen Teil meiner Ausbildung in Berlin verbringe, ist dabei auch nicht das Problem.
LG
Dani
Die Arbeitslosenzahlen gehen zwar lt. Statistik zurück, Hartz4-Empfänger z. B. zählen da aber gar nicht mehr mit dazu. Diese Leute sind auch nach wie vor auf Arbeitssuche.
Das die Firmen sehr wohl nach qualifiziertem Personal suchen stimmt durchaus, aber ein ganz normaler KFZ-Mechaniker der arbeitslos ist konkurriert mit unzähligen Mitbewerbern, dass gleiche gilt für Friseusen, Arzthelferinnen oder ganz normalen Bürokaufleuten.
Ich würde auch gerne eine Weiterbildung zum Einkäufer o. ä. absolvieren, kann es mir aber im Moment absolut nicht leisten, da ich mit meinem Gehalt nicht mal durch den Monat komme ohne ans Sparschwein zu müssen.
Ich denke, man kann nicht alles pauschalisieren und auch lässt sich nicht jeder Tipp für jeden Menschen anwenden. Fachkräfte sind gesucht, das stimmt und das kann man auch nicht abstreiten. Nur wird auch nicht jede Fachkraft gesucht. Ältere AN haben es schwer, aufgrund ihres Alters. Jüngeren AN wird vorgehalten keine Berufserfahrung zu haben, dann kommt bei weiblichen Bewerbern immer noch der Gedanke hinzu, dass diese ja evtl. noch Kinder kriegen möchte (ich kenne einige solcher Fälle...) und so wird oftmals ein männlicher Bewerber vorgezogen.
Ich wollte hier auch gar nicht meinen persönlichen Fall diskutieren oder ein "Streitgespräch" auslösen, sondern nur meine Meinung und Erfahrungen mitteilen :).
Ich wollte auch gar nicht streiten, sondern Dir einfach nur ein bisschen Mut machen. :)
HoneyBunz
25.02.2008, 20:37
Weiss ich doch Martina und das freut mich natürlich :) Wollte das eben nur klar stellen, bevor es ausartet ;)
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