Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritische Rückschau von zwei Operierten
hallo zusammen,
manche wissen ja dass ich mich noch in einem AC forum tummele.
dieser tage habe ich mich, aufgrund aktueller ereignisse, hingesetzt und mir ein paar gedanken zum thema "leben nach der op" gemacht.
erstaunlicher weise bekammt ich grosse und sehr gute resonanz... vor allem auch von noch nicht operierten.
http://www.adipositas-portal.de/thread.php?threadid=12640
des weiteren hatte mein thread einen weiteren zu folge.
eine moderatorin "outete" sich sehr offen. sie hat seit der op offensichtlich eine essstörung in die andere richtung entwickelt. nämlich in richtung nix mehr essen und hat deswegen schon mehrfach infusionen bekommen.
http://www.adipositas-portal.de/thread.php?threadid=12645
liebe grüsse
Silke
Mich haben euere beiden Beiträge sehr berührt. Es zeigt wirklich, wie wichtig es ist, bei essgestörten Menschen an der psychischen Ursache zu arbeiten und nicht nur die Hülle zu behandeln.
Was mich fasziniert sind die angesprochenen charakterlichen Veränderungen. Leben denn soviele Dicke als stille Mäuschen vor sich hin? Nur nicht auffallen? Nur nichts sagen? Wenn es in einer Beziehung nach der OP kriselt, war vorher schon was nicht in Ordnung? Traut man sich nach der OP plötzlich wieder zu, den Mund aufzumachen und was zu sagen?
Erschreckend finde ich: die Gewichtsticker mit den niedrigen Ausgangsgewichten von 105kg, 113kg, 120kg.
Danke für die Offenheit Silke, wenn ich an mir zweifele ist so eine Offenheit immer gut.
Bayernmadl
16.01.2008, 13:34
Ich habe mir die ganzen Beiträge durchgelesen und bin auch ganz begeistert von eurer Offenheit.
Die Gewichtsticker mit den niedrigen Ausgangsgewichten haben mich auch ziehmlich erschreckt.:eek:
Dir lieben Silke wünsche ich viel Kraft und Durchhaltevermögen.
gela
Lovely Rita
16.01.2008, 15:09
großartig, was du da ausgelöst hast. und ich bin froh, dass da nun auf einmal leute schreiben, die reflektieren können. das hast du gut gemacht, silke.
Was mich fasziniert sind die angesprochenen charakterlichen Veränderungen. Leben denn soviele Dicke als stille Mäuschen vor sich hin? Nur nicht auffallen? Nur nichts sagen? Wenn es in einer Beziehung nach der OP kriselt, war vorher schon was nicht in Ordnung? Traut man sich nach der OP plötzlich wieder zu, den Mund aufzumachen und was zu sagen?
Erschreckend finde ich: die Gewichtsticker mit den niedrigen Ausgangsgewichten von 105kg, 113kg, 120kg.
ich kann jetzt nur von mir reden :)
ich habe mich in manchen dingen sehr verändert. innerlich.
früher:
- kaum vor die tür gegangen (selbst wenn es gesundheitlich möglich war
- keine events in der öffentlichkeit (disco, kino, schwimmen etc)
- einkäufe dann erledigt, wenn es kurz vor ladenschluss war...
der laden fast leer war
- kleidung niemals bunt, immer schwarz (unauffällig?)
- in der beziehung immer "die schuld" bei mir gesucht,
seltenst frühzeitig gewagt zu sagen wenn mir etwas stinkt,
sondern im wahrsten sinne in mich "reingefressen"
heute:
- ich bin gern unter menschen
- gehe wieder gern tanzen, schwimmen etc
- einkaufen gehe ich wann immer ich will /zeit habe.
es interessiert mich nicht mehr ob andere in meinen wagen schauen
- ich liebe kleidung in schönen farben... schwarz fast nur noch als kombi-teil
- ich lerne zunehmend in der beziehung rechtzeitig meine grenzen zu zeigen,
traue mich zu widersprechen,
fühle mich nicht immer gleich "schuldig", wenns mal kracht.
halte es aus dass es auch mal unstimmigkeiten gibt
die dinge die heute in unserer beziehung zu krisen führen waren schon vorher vorhanden.... nur nich ausgesprochen/ausgetragen.
ich habe jede offene auseinandersetzung gemeiden wie die pest!
ich habe mir permanent von allen menschen über meine grenzen treten lassen, mich verletzen lassen.
das thema "schuldig sein" zieht sich durch mein ganzes leben.
ich habe offenbar schon als kind lernen müssen für das wohlergehen meiner eltern verantwortlich zu sein.
solche sprüche wie:"ach wenn du doch nur abnehmen würdest. dann wäre mein leben in ordnung. dann hätte ich keine sorgen mehr! dann würde es mir endlich gut gehen!" begleiten mich seit meiner pubertät.
schon viel früher haben sich auch noch andere sätze eingeprägt: "ich wollte einen schönen nachmittag mit dir/euch haben. wenn du dich so benimmst, dann geht es mir schlecht und alles ist verdorben. sei artig. dann wird es schön!"
in unserer beziehung wuchs es sich soweit aus, dass ich ein schlechtes gewissen hatte, wenn mein mann gern heringssalat essen wollte und ich keinen im haus hatte.
sofort ging die "schuld" gedankenkette los.
"ich hätte wissen müssen dass er mal wieder welchen essen möchte. warum habe ich beim letzten einkauf keinen mitgebracht? für alle fälle!"
beim letzten beispiel hat mein mann gott sei dank schnell bemerkt dass bei mir was los geht und noch hinterhergeschoben: "kein problem. ich habe nur gefragt! ist keiner da, dann ist es auch okay!"
erst in diesem moment wurde mir bewusst was da wieder läuft.
meine jüngste gewichtszunahme ist wieder ein resultat meines schweigens. in mich reinfressens.
aus rücksicht auf die derzeitige labilität meines mannes habe ich seit monaten ALLES getan.
ob es mir passte oder nicht.
ich habe mich verbogen... aus lauter angst dass es ihm wieder schlechter geht, wenn ich nicht genügend leiste/rücksicht nehme.
immer versucht 350% zu leisten.
ich bin ganz schnell wieder in meine altes muster verfallen. es allen recht machen wollen (ausser mir), klappe halten und runter schlucken.
----> resultat: fressanfälle mehrfach am tag und in der nacht
zu anfang... nach der ersten grossen gewichtsabnahme fühlte ich mich erst grossartig!
ich strotzte vor energie, selbstbewusstsein und tatendrang... über die maßen! war oft regelrecht hyperaktiv.
dann spürte ich förmlich dass mein "dickes fell" dahingeschmolzen war und wurde "dünnhäutig". war extrem verletzlich. spürte zunehmend dass es mit meinem selbstbewusstsein nicht so war wie ich es gern gehabt hätte.
im rahmen der paartherapie lerne ich zusehends meine und andere grenzen zu erkennen/spüren/respektieren.
ich lerne neue grenzen zu ziehen. nicht mehr in mich hineinzufressen. früher zu sagen wenn etwas für mich nicht in ordnung ist.
ich lerne damit klar zu kommen, dass ich bei anderen (z.b. meinem mann) "machtlos" bin. er für sich und sein wohlergehen selbst verantwortlich ist.
jeder ist für sich selbst verantwortlich.
auch ich für mich und mein wohlergehen.
das leben... und eine beziehung sind keine geraden linien.
es gibt auf's und ab's.
"es ist wie es ist".... der sinn dieses satzes erschliesst sich mir immer mehr .
liebe grüsse
Silke, sehr abgeschweift :holy:
Hallo Ruberta,
danke für diesen Beitrag. Denn auch mir geht es so. Ich habe jetzt seit drei Monaten den Bypass und meine Abnahme läuft momentan noch recht gut.
ABER: Ich merke auch, dass man schneller in alte Muster zurückfällt, als einem lieb ist. Und ich bin froh, dass ich eine begleitende Therapie mache und diese nicht erst jetzt angefangen habe, sondern bereits seit 1999.
Vieles habe ich bereits gelernt, vieles kann ich jetzt auch umsetzen. Und doch, als ich Deine Reaktionen auf Deinen Mann gelesen habe, sehe ich mich selbst. Vieles läuft so unbewusst ab, man hat soviel als Kind schon geschluckt, dass Automatismen entstanden sind, die einem gar nicht bewusst werden. Dies mit der Schuld habe ich auch und ich fühle mich sehr schnell schuldig. Ich neige auch dazu, möglichst wenig Konflikte auszuleben und wunder mich dann, dass ich um den Kühlschrank und Vorratsschrank tiger, obwohl ich keinen körperlichen Hunger haben kann.
Sicher bin ich froh, dass mir diese Chance gegeben worden ist, ich konnte mich einfach nicht mehr bewegen, mein Auto war mein Krankenfahrstuhl. Heute bin ich schmerzfrei im Rücken, die Knie sehen anders aus. Noch erfasst mich keine Panik, wenn ich Heißhungerattacken bekomme, aber doch eine gewisse Unruhe und ich warte sehnsüchtig auf die kommende Therapiestunde.
Gut fand ich auch, dass in dem einen Thread jemand geschrieben hat, dass man sich nicht auf die Berichte der anderen verlassen soll. Denn es ist bei jedem anders, wie die OP wirkt. Und eine Esstörung ist nicht einfach weggezaubert, wenn man sich operieren lässt. Da muss man immer dran arbeiten, ob mit oder ohne OP und dies wahrscheinlich ein Leben lang.
Liebe Grüße
Antje
Liebe Ruberta,
vielen vielen Dank für diesen Beitrag, gerade im Hinblick
auf diese 'Schuldfrage'.
Ich habe keinen Vergleich vor/nach OP (werde ich auch nicht haben),
aber ich bin in meiner Therapie u.a. meiner Essstörung auf der Spur,
und immer wieder kreist dieses Thema genau darum.
Wenn ein Familienmitglied (überspitzt ausgedrückt) nicht die
Mundwinkel nach oben und ein Strahlen in den Augen hat, dann
ist das bestimmt meine Schuld. Wenn irgendetwas nicht so klappt,
wie es hätte sollen - meine Schuld.
Wenn mein Auto nicht anspringt weil die Batterie altersschwach ist -
meine Schuld. Ich hätte halt mehr Langstrecken fahren müssen...etc. pp.
Diese Reihe lässt sich endlos fortsetzen.
In Ermangelung eines Gegenübers kreisen die Gedanken nur in meinem
Kopf bis ich sie schließlich stille und wegschiebe.
Diese Automatismen und Denkmuster zu erkennen ist schon ein Schritt.
Sie aber abzuwandeln und in etwas positives zu lenken, ein ganz anderer.
Und dieser Pfad ist noch recht verschwommen.
An manchen Tagen gelingt es gut, an anderen kaum.
Aber wichtig ist schon mal, SICH bewusst zu sein und sich eben
diese Muster bewusst werden zu lassen.
Damit ist schon viel gewonnen. Hoffe ich. :-o
LG
Tanja
Fräulein Wunder
17.01.2008, 12:00
Toller Beitrag Silke :)
Was mich fasziniert sind die angesprochenen charakterlichen Veränderungen. Leben denn soviele Dicke als stille Mäuschen vor sich hin? Nur nicht auffallen? Nur nichts sagen? Wenn es in einer Beziehung nach der OP kriselt, war vorher schon was nicht in Ordnung? Traut man sich nach der OP plötzlich wieder zu, den Mund aufzumachen und was zu sagen?
ich kann jetzt nur von mir reden :)
ich habe mich in manchen dingen sehr verändert. innerlich.
früher:
- kaum vor die tür gegangen (selbst wenn es gesundheitlich möglich war
- keine events in der öffentlichkeit (disco, kino, schwimmen etc)
- einkäufe dann erledigt, wenn es kurz vor ladenschluss war...
der laden fast leer war
- kleidung niemals bunt, immer schwarz (unauffällig?)
- in der beziehung immer "die schuld" bei mir gesucht,
seltenst frühzeitig gewagt zu sagen wenn mir etwas stinkt,
sondern im wahrsten sinne in mich "reingefressen"
heute:
- ich bin gern unter menschen
- gehe wieder gern tanzen, schwimmen etc
- einkaufen gehe ich wann immer ich will /zeit habe.
es interessiert mich nicht mehr ob andere in meinen wagen schauen
- ich liebe kleidung in schönen farben... schwarz fast nur noch als kombi-teil
- ich lerne zunehmend in der beziehung rechtzeitig meine grenzen zu zeigen,
traue mich zu widersprechen,
fühle mich nicht immer gleich "schuldig", wenns mal kracht.
halte es aus dass es auch mal unstimmigkeiten gibt
Ich könnte mir vorstellen, daß solche Veränderungen nicht vorrangig durch die Abnahme kommen, sondern auch und vor allem durch die Therapien, die ja vermutlich fast immer eine solche OP begleiten ... ?
Ihr Lieben,
mein Bypass ist jetzt etwas mehr als ein halbes Jahr alt. Ich habe nicht das Gefühl mich verändert zu haben. Meine beste und längste Freundin sagt, die "alte Persönlichkeit" ist wieder da. Die, die durch Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit, durch Medikamente völlig gedeckelt war. Meine Lebensfreude ist wieder da - aber die war durch die Schmerzen verschwunden, nicht durch die Kilos.
Eine Therapie habe ich mit Ende 20 gemacht, da kam so allerhand nach oben was ich dadurch bewältigen konnte, u.a. auch dieser nette Schuldkomplex. Ich war auch schuld am Wetter und sonstigen Dingen wie Erdbeben usw... ;)
Schüchtern oder zurückhaltend war ich nie und mein Selbstbewußtsein hat durch die Kilos auch nicht gelitten. Ich kann nicht "Everybodys Darling" sein und will es auch nicht, allerdings vertrete ich auch die These, wer mich nicht mag hat keinen Geschmack... (bitte die Ironie nicht überlesen...)
ich habe mich in manchen dingen sehr verändert. innerlich.
früher:
- kaum vor die tür gegangen (selbst wenn es gesundheitlich möglich war
- keine events in der öffentlichkeit (disco, kino, schwimmen etc)
- einkäufe dann erledigt, wenn es kurz vor ladenschluss war...
der laden fast leer war
- kleidung niemals bunt, immer schwarz (unauffällig?)
- in der beziehung immer "die schuld" bei mir gesucht,
seltenst frühzeitig gewagt zu sagen wenn mir etwas stinkt,
sondern im wahrsten sinne in mich "reingefressen"
Ich musste ja vor die Tür, als Aussendienstlerin gab es keine Wahl - auch Messen gehören zu meinem Job.
In meinem Kleiderschrank wären 4 Mädels mit Kleidergröße 58/60 gut eingekleidet worden - ich liebe Klamotten...und je auffälliger, desto besser!
Ich könnte mir vorstellen, daß solche Veränderungen nicht vorrangig durch die Abnahme kommen, sondern auch und vor allem durch die Therapien, die ja vermutlich fast immer eine solche OP begleiten ... ?
Ich glaube auch, dass der Therapieerfolg nicht mit der Abnahme gleichzusetzen ist. Allerdings denke ich auch, dass viele Menschen sich erst mit diesen Dingen auseinandersetzen, wenn durch die OP die Bewältigungsstrategie wegfällt. Essen ist nicht mehr geeignet die Konflikte zu lösen, also muss mensch sich nun damit auseinandersetzen.
mica
ACHTUNG!
sehr persönlich!
vielleicht für machen schwer zu verdauen.
gehört vielleicht eher in den ordner "essstörungen?
ich habe prinzipiell kein problem damit dieses post öffentlich zu lassen.
ich schweige bewusst nicht mehr zu diesem thema und halte es bewusst nicht mehr heimlich.
Silke
hallo ihr beiden,
therapie mache ich inzwischen seit gut 15 jahren... mal mit pausen, dann wieder jahre am stück.
so manche erkenntniss habe ich schon vor langer zeit gehabt. ;)
problem ist/war nur immer die umsetzung dessen, was mir plötzlich so klar schien.
verstand und seele sind eben zwei paar schuhe.
mica hat schon recht... so manches bin ich erst wirklich angegangen, nachdem essen als "weg-stopf-mittel" wegfiel.
dann denke ich auch immer wieder....
ich habe/hatte derart viel schlimmes zu verarbeiten, dass es einfach diese vielen jahre vorarbeit brauchte um jetzt an diesem punkt zu stehen.
vieles musste einfach langsam in mein bewusstsein kommen. wäre es schneller passiert, dann hätte ich es wahrscheinlich nicht ausgehalten.
ich spreche jetzt explizit auf meine missbrauchs und mehrere vergewaltigungserfahrungen an, welche mich meine ganze kindheit und jugend hindurch begleitet hatten.
mit entsprechender elterlicher vorarbeit, dass ich sowieso schuld am wohlergehen der erwachsenen bin, wurde wahrscheinlich ein grundstein für alle folgenden ereignisse gelegt.
des weiteren bestätigten sie der "kleinen silke" dass es so sein muss.
immer wieder musste ich mir anhören dass ich es doch wollen würde.... eine wahl gehabt hätte. (der missbrauch begann mit 6 jahren und endete mit ca 10 jahren)
welche wahl hatte ich? pest oder cholera?
das tragen dieser "schuld", welche ich teilweise auf mich genommen habe, hat die kleine silke aus liebe getan!
aus liebe, um noch schlimmeres unheil zu verhindern.
- niemand glaubt mir... meine eltern trennen sich... sie geben mich weg...
als jugendliche musste ich mir von den anderen vergewaltigern anhören ich hätte doch gehen können.... dabei sind diese monster, doppelt so alt wie ich , gemeinsam über mich hergefallen...
ich hatte todesangst... sie waren angetrunken udn aggressiv.... ich hatte angst sie würden mir schlimmeres antun, wenn ich mich wehre...-
welche wahl hatte ich da?
was macht ein kind in diesem alter? ich war gerade einmal 14 jahre!
was macht ein mädchen in diesem alter, wenn sie gesagt bekommt sie sei doch selbst schuld... solle jetzt nicht jammern... sie hätte doch gehen können!?
das sind noch lange nicht alle erfahrungen dieser art, welche ich im leben gemacht habe.
es gab mit 12 und mit 13 jahren noch weitere vergewaltigungen. von verschiedenen *** ich finde kein wort dafür.sorry. noch immer nicht.
die meisten dieser traumatischen erlebnisse davon habe ich über viele jahre schlichtweg "vergessen". verdrängt.
sie begannen erst mit kanpp 30 so langsam wieder an die oberfläche zu kommen.... nach und nach.... immer ein neues puzzleteil...
immer mehr bekomme ich dadurch jetzt ein klareres bild von mir... warum mein lebensweg so verlaufen ist wie er war... ich beginne mich langsam mit mir selbst auszusöhnen... ganz langsam.
"die seele lässt immer nur soviel zu wie im moment getragen werden kann"... das hat mal irgendwer zu mir gesagt.
so ist es auch. das weiss ich jetzt.
als ich innerlich noch nicht stark genug war diese dinge anzuschauen, da hat meine seele die essstörung entwickelt um all diese traumatischen ereignisse zu "deckeln". es war eine überlebensstrategie.
meine einzige chance nach und nach grösser und stärker zu werden... innerlich....
um eines tages die kleine silke in mir trösten und schützen zu können...
ihr die sicherheit und den rahmen zum trauern und wütend sein zu geben.
sich mit sich selbst versöhnen zu können.
um die wut, den hass und die schuld wieder dahin zu geben wohin sie gehört.
die schuld die sie nur allzu gern auf sich genommen hat um andere und sich selbst vor schlimmeren zu bewahren.
ich kapiere so langsam dass alles seine zeit braucht.
das es nicht reicht diese "schuld" nicht haben zu wollen, sondern dass ich sie erst dann wirklich abgeben kann, wenn ich innerlich in liebe loslassen kann.
nachdenkliche grüsse
Silke
ich kapiere so langsam dass alles seine zeit braucht.
das es nicht reicht diese "schuld" nicht haben zu wollen, sondern dass ich sie erst dann wirklich abgeben kann, wenn ich innerlich in liebe loslassen kann.
Silke
Liebe Silke,
Du bist eine starke Frau - Du hast überlebt. Du bist einen weiten und sehr schweren Weg gegangen, der braucht eine lange Zeit und bei zu grossen Schritten kommt man unweigerlich mal ins Stolpern. Aber Du wirst schon weitergehen. Gib Dir die Zeit, sei nett zu Dir!
Therapie kann unterstützen und helfen und Wege zeigen. Leider ist sie auch sehr vom Therapeuten abhängig. Und wie in jedem Job gibt es gute und nicht so gute. Außerdem bist Du eine intelligente und wortgewandte Frau, was in einer Therapie nicht immer von Vorteil ist, im Zweifel redest Du einen Therapeuten in Grund und Boden...
Bei mir ist auch ein Mißbrauch im Alter von 9 Jahren mit ursächlich für die ES gewesen und für den gesammelten Rest an Schuld- und sonstigen Komplexen. Allerdings bin ich auf der anderen Seite durch eine sehr unkonventionelle Kindheit auch stark gewesen und habe mich durchgebissen. In der Therapie mit Ende 20 habe ich das Ganze zuordnen und auflösen können - was nicht einfach und problemlos war - und noch ganz viele Dinge mit meiner Mutter auf die Reihe bringen können. Was nun aber nicht heißt, dass meine Mehr-Kilos sich danach in Luft aufgelöst hätten:).
Aber ich bin schon seit vielen Jahren stolz auf mich und zufrieden mit mir.
Silke, tritt mal einen Schritt zurück und schau Dir an was Du alles schon geschafft hast! Und lobe Dich dafür!:knuddel1:
mica
ACHTUNG!
ich kapiere so langsam dass alles seine zeit braucht.
das es nicht reicht diese "schuld" nicht haben zu wollen, sondern dass ich sie erst dann wirklich abgeben kann, wenn ich innerlich in liebe loslassen kann.
Wie kann man IN LIEBE loslassen bei solchen Verbrechen?
hmmm... wie soll ich das erklären?
die "schuld" loslassen.
realisieren dass es nicht meine ist.
das ich sie mir damals in/aus liebe genommen habe.
ich habe geschwiegen, ausgehalten und "die schuld" auf mich genommen.
aus liebe zu meiner familie, zum leben.... um zu überleben.
hätte ich sie nicht auf mich genommen, dann hätte ich wohl nicht geschwiegen... schweigen können...
...dann wäre in meiner vorstellung... in dem bild, welches mir gemalt wurde noch schlimmeres passiert.
meine familie wäre zerbrochen, ich wäre verlassen worden, vielleicht verstümmelt oder mir wäre gar das leben genommen worden.
ein grosser punkt ist die liebe zu meiner mutter.
diese liebe hat mich bis heute schweigen lassen.
sie weiss von all diesen dingen noch nichts.
die kleine silke in mir weiss dass sie traurig wäre, sich vorwürfe machen würde, unglücklich wäre, wenn sie wüsste was (teilweise unübersehbar) fast vor ihren augen geschehen ist.
aus liebe schweigt silke heute noch.
was bringt es ihr heute noch davon zu erzählen?
am ende muss sowieso ich mit meiner vergangenheit leben.
"es reicht wenn es mir damit schlecht geht."
diese liebe verhindert auch heute noch mit ihr darüber zu sprechen.
da macht sich die kleine silke ganz gross.
zu gross!?
vieleicht kann ich auch erst dann in frieden mit mir und meinem gewicht leben, meinen speck und die essstörung wirklich loslassen, wenn ich sie nicht einfach nicht mehr haben will.
sie und damit mich bekämpfe.
die essstörung hat mir einst... bis heute auch ermöglicht zu überleben.
wenn ich den daraus resultierenden speck heute betrachte, dann kann ich das nach wie vor noch nicht "mit liebe" tun. es macht mich wütend. es ekelt mich teilweise sogar ihn anzusehen oder zu berühren.
ich hoffe du verstehst was ich sagen will *haarerauf*
grüsse Silke
Liebe Silke,
ich habe deine Beiträge gelesen, und möchte mich für deine Offenheit bedanken.
Deine Beiträge haben mir durch viele Ähnlichkeiten,die auch ich in meiner Kindheit erlebte, den Verlauf meiner Eßstörung nochmal deutlicher gemacht.
Ich bin auch seit Jahren, in Therapie,(mal mit Unterbrechungen) und manchmal denke ich, dass ich garnicht mehr voran komme....wenn ich dann genauer hinschaue, fallen mir die vielen kleinen Schritte ein, die ich schon gemacht habe...
An dem was du geschildert hast, sehe ich auch mein Vorwärtskommen...ich danke dir ganz herzlich dafür!
ich hoffe du verstehst was ich sagen will *haarerauf*
Tut mir leid - nein.
Ich kann das alles nachvollziehen, was und warum du es ertragen hast.
Das "In Liebe gehen lassen" verstehe ich einfach nicht. Heisst es für dich, dass du dich mit etwas / jemand aussöhnen musst oder auch verzeihen, damit es dir nicht mehr weh tut. Solche Äusserungen habe ich schon öfters gehört, kann sie aber einfach nicht verstehen. Wenn mir jemand was böses tut, dann verdient er meinen Hass oder was auch immer aber doch nicht meine Verzeihung (also etwas positives)!
Bist du der Meinung, dass man seine Altlasten sonst nicht losbekommt?
Liebe Grüsse von einer ebenfalls Haarraufenden, weil anscheinend einfach nicht verstehenden
Ina
Ich habe das "hassen" und später "in Liebe gehen lassen" für mich so definiert:
Zu hassen gehörte für mich in den Heilungsprozess. Es ist ein Stück auf dem Weg zu Heilung. Aber es ist nicht der Dauerzustand gewesen.
Ähnlich, wie wenn man um einen geliebten Menschen trauert und jede Phase der Trauer zu seiner Zeit sein muss.
"In Liebe los lassen oder gehen lassen" bedeutete für mich, - aus Liebe zu mir (den Hass)los lassen.
Ich merkte, dass der Dauer-)Hass mich krank macht. Das er nicht den bestraft, der bestraft gehört, sondern im Prinzip mich. Und darum konnte ich ihn irgendwann aus Liebe zu mir los lassen.
stübbken
17.01.2008, 17:58
Hass ist in seiner Intensität der Liebe vergleichbar, wenn auch ihr Gegenteil.
Solange ich Hass empfinde, empfinde ich intensive Gefühle....Heilung kommt erst mit der Gleichgültigkeit....
Praxistipp: Hass ausleben mit Fantasien, mit Worten, mit Plänen, sich Hass erlauben...Hasserzeugende Situation immer wieder durchspielen...je öfter desto besser und desto schneller kühlen die heißen Gefühle ab und machen der Gleichgültigkeit Platz!
stübbken
Ich kann nachvollziehen, dass Therapien nicht anschlagen, dass man jahrelang in Therapien geht und doch irgendwie nicht so entscheidend weiterkommt, wie man es bräuchte.
Was ich nicht verstehen kann, wieso quasi ab dem Zeitpunkt der OP (bzw. kurz danach bei minimalem Gewichtsverlust) sich plötzlich alles ändert, man rausgeht, Sport macht, die Therapie plötzlich greift ...
Wenige Kilo zuvor war das alles noch nicht möglich und nun plötzlich ist man ein neuer Mensch?
Sorry, aber das will einfach nicht in meinen Kopf.
(Das soll wirklich kein Angriff sein, ich würds nur gern verstehen.)
"In Liebe los lassen oder gehen lassen" bedeutete für mich, - aus Liebe zu mir (den Hass)los lassen.
Ich merkte, dass der Dauer-)Hass mich krank macht. Das er nicht den bestraft, der bestraft gehört, sondern im Prinzip mich. Und darum konnte ich ihn irgendwann aus Liebe zu mir los lassen.Genauso habe ich es auch verstanden.
Ich habe eher zufällig die Erfahrung gemacht, dass Vergebung für mich als Vergebende eine enorm befreiende Angelegenheit sein kann. Bei mir handelte es sich um ein Kinkerlitzchen im Vergleich zu Silkes Geschichte, aber ich habe später Frauen mit Missbrauchshintergrund getroffen, die mir in Bezug auf ihre Problematik dasselbe berichteten.
Ansonsten kenne ich diese allgemeinen Schuldkomplexe auch. Ich bin dahinter gekommen, als ich mit Ende 30 meine erste wirklich feste Beziehung hatte. Zum ersten Mal hatte ich in meinem Partner einen Spiegel meines Tuns ... und entdeckte, dass ich mir verdammt viele schlechte Angewohnheiten von meiner Mutter abgeguckt hatte. Ich bin mit so einer Art lutherischem Schuldverständnis aufgewachsen. Da es sich um Dinge handelte, die ich da im meinem Verhalten entdeckte, die mich bei meiner Mutter, mit der ich mich ansonsten gut verstehe, immer extrem aufgeregt haben, habe ich sehr schnell angefangen, daran zu arbeiten, sie abzulegen, denn fortan regten sie mich auch an mir selber auf. Bei gewissen Restverhaltensweisen dieser Art ertappe ich mich aber auch heute noch hin und wieder ... und schimpfe dann mit mir.
Martina
Zum Thema "Essen und Schuld" habe ich einen alten Thread (http://www.das-dicke-forum.de/forum/showpost.php?p=60672&postcount=46) noch mal hoch geholt.
Sonnenkuss
17.01.2008, 21:20
...Wenige Kilo zuvor war das alles noch nicht möglich und nun plötzlich ist man ein neuer Mensch?...
Ich denke das ist das gleiche Phänomen, dass einsetzt wenn man eine Diät macht und auch wirklich ein paar Pfunde purzeln. Da setzt der Körper irgendwelche Endorphine frei und man versteht so gar nicht, wie man vorher nur immer so viel essen und sich so wenig bewegen konnte.
Ich glaube das ist die Placebo-Wirkung.
Würde man Jemanden operieren ohne wirklich einen Bypass oder so zu sezten, ihn nur aufschneiden und wieder zusammenflicken und dann behaupten er hätte eine AC, es wäre genau der gleiche Effekt.
Gottseidank sind "Doppelblindversuche" bei Menschen und Chirurgie nicht erlaubt.
Ich merkte, dass der Dauer-)Hass mich krank macht. Das er nicht den bestraft, der bestraft gehört, sondern im Prinzip mich. Und darum konnte ich ihn irgendwann aus Liebe zu mir los lassen. Entschuldige die Frage, aber wie gelingt dir das? Mir ist es einfach unmöglich!
Solange ich Hass empfinde, empfinde ich intensive Gefühle....Heilung kommt erst mit der Gleichgültigkeit....
Das sehe ich auch so. Aber vielleicht ist es mit Hass wie mit Liebe - manche kommt man einfach nicht aus dem Herzen raus - ob man will oder nicht :mad:
babelfish
17.01.2008, 22:29
Was ich nicht verstehen kann, wieso quasi ab dem Zeitpunkt der OP (bzw. kurz danach bei minimalem Gewichtsverlust) sich plötzlich alles ändert, man rausgeht, Sport macht, die Therapie plötzlich greift ...
Wenige Kilo zuvor war das alles noch nicht möglich und nun plötzlich ist man ein neuer Mensch?
Sorry, aber das will einfach nicht in meinen Kopf.
(Das soll wirklich kein Angriff sein, ich würds nur gern verstehen.)
Ich kann das ein Stück weit nachvollziehen. Früher empfand ich meine Erfolge und positiven Seiten nicht als positiv oder gut. Mir wurde jahrelang eingetrichtert, dass alles in meinem Leben nichts wert ist, wenn ich nicht abnehme. Z.B. hat meine Mutter gesagt, ich könnte noch so schlau sein und noch so gut im Job, noch so ein tolles Studium haben, aber! "Dich stellt ja doch keiner ein, so fett wie du bist!"
Im Hinterkopf hatte ich diese Ansichten lange und habe sie wohl auch zu einem Großteil verinnerlicht. Wenn ich daran denke, ich hätte zu diesem Zeipunkt, als ich diese Denkweise noch nicht überwunden hatte, einen Weg zu einer großen Abnahme gehabt und wäre die ersten Schritte gegangen. Ich glaube ich wäre verrückt geworden. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Alle meine Sehnsüchte, meine Wünsche, mein ganzes Bestreben und die Anerkennung meiner Person waren verschoben auf das Schlanksein.
Wenn ich wirklich schlank geworden wäre und gemerkt hätte, dass ich nicht alles haben kann, bloß weil ich schlank bin, oder noch viel schlimmer mich nicht benehmen kann, wie ich will, weil ich schlank bin...
Na ja langer Rede kurzer Sinn, die Aussicht darauf schlank zu werden und endlich alle Sehnsüchte erfüllt zu bekommen, kann eine Euphorie auslösen und auch mit einem Schlag von den Schuldgefühlen befreien, die man jahrelang hatte. Vermutlich ist das der Grund, warum die paar Kilo so viel ausmachen.
Stadtmadl
17.01.2008, 23:31
Liebe Silke,
Danke für Deine Offenheit und Deinen Mut, das alles anzusprechen und zu schildern. Es ist absolut bewundernswert, wie Du mit all diesen Dingen umgehst und wie Du nicht aufgibst. Die Zunahme hätte für viele sicher das "Ende" bedeutet, aber Du kämpfst weiter und kannst es auch noch für Dich als Lern-Erfahrung nutzen. So wie Du Dich im Alltag genau beobachtest und aus so vielen Dingen lernst. Hut ab! Wirklich.
Ich denke an Dich und wünsche Dir alles Gute!
Stadtmadl
17.01.2008, 23:45
Aber vielleicht ist es mit Hass wie mit Liebe - manche kommt man einfach nicht aus dem Herzen raus - ob man will oder nicht :mad:
Ich könnte mir vorstellen, der Unterschied liegt auch darin, wie die Dinge "ins Herz" (oder in die Gefühle) hineingekommen sind.
Silke hat ihre "Schuld" aus Liebe und dem Wunsch nach Harmonie bzw. um Schlimmeres zu verhindern auf sich genommen und ertragen. Deswegen klingt es für mich total überzeugend, wenn sie schreibt, diese auch nur in Liebe loslassen zu können. Wobei diese Liebe früher nur den anderen galt und heute sie sich selbst einbezieht. (So habe ich das zumindest verstanden, Silke, korrigier' mich, wenn das nicht passt.)
Du hingegen bist wütend über das, was man Dir angetan hat. Hast vielleicht - wie ich auch - einfach nur so lange ausgehalten, wie es unbedingt sein musste und wehrst Dich jetzt. Deswegen reagierst Du - der Verletzung völlig entsprechend - aggressiv und mit Hass (geht mir ähnlich).
Das sind einfach zwei verschiedene Wege. Ich glaube, man kann das auch nicht vergleichen. Genausowenig ist der eine Weg "richtiger" oder "falscher" als der andere. Es ergibt sich einfach oder - wie Silke absolut richtig schrieb - "es ist wie es ist".
(Diese Feststellung hat mich heute den ganzen Tag beschäftigt - hat was - ohne das ich das "was" jetzt genau definieren könnte.)
Du hingegen bist wütend über das, was man Dir angetan hat. Hast vielleicht - wie ich auch - einfach nur so lange ausgehalten, wie es unbedingt sein musste und wehrst Dich jetzt. Deswegen reagierst Du - der Verletzung völlig entsprechend - aggressiv und mit Hass (geht mir ähnlich).
Ich habe und ertrage heute noch vieles aus Liebe. Ich denke, dass die Motivation schon recht ähnlich ist, wenn ich auch bei weiten nicht so viel erlitten habe.
Zitat von Itsme http://das-dicke-forum.de/forum/images/buttons/viewpost.gif (http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?p=60662#post606 62)
Ich merkte, dass der Dauer-)Hass mich krank macht. Das er nicht den bestraft, der bestraft gehört, sondern im Prinzip mich. Und darum konnte ich ihn irgendwann aus Liebe zu mir los lassen.
Entschuldige die Frage, aber wie gelingt dir das? Mir ist es einfach unmöglich!
Es gibt sicher kein Patentrezept - und so habe ich natürlich auch keines, was für alle gültig wäre.
Bei mir war es so, dass ich den Gedanken, wie sehr mich der Hass verzehrt, wieviel er in meinem Leben einnimmt und wie destruktiv dieser Dauerhass sich auf mich auswirkt, immer mehr verinnerlicht habe.
Dazu kam später, (ebenfalls sehr hilfreich) dass ich einen guten Gesprächspartner hatte. Einen Menschen, mit dem ich über all das sehr offen sprechen konnte und dem ich vertrauen konnte. Es gab viele Gespräche. Nichts ging von heute auf morgen. Es wuchs sozusagen in mir.
Ich bin auch nach wie vor sehr davon überzeugt, das der Hass als Übergangsphase sein muss. Ein Schritt auf dem Weg zur Heilung sozusagen. Ihn mit Gewalt zu verdrängen, wäre für mich ähnlich, wie Tränen der Trauer nicht zuzulassen. Das empfinde ich als unnatürlich. Warum sonst, sollten wir all dieser Gefühle fähig sein, wenn sie uns nicht in irgendeiner Form nützlich sind?
Mich hätte der Dauerhass bestimmt im Laufe der Zeit noch kranker gemacht, als ich durch ihn schon war. Heute bin ich froh, dass ich (im übrigen mit Hilfe von Büchern wie im Lesethread beschrieben, die die Grundlage boten, überhaupt über alles sprechen zu wollen und können) ) diesen Weg finden durfte.
Ein anderer Gedanke war/ist für mich auch tröstlich:
Ich glaube daran, dass wer Gefühle in allen schmerzhaften Tiefen empfinden kann, auch die beglückenden Höhen empfindet. Wer immer relativ gleichbleibend unberührt bleibt, hat es zwar im Leben oft einfacher, aber ich finde, er versäumt auch sehr sehr viel, - wenn nicht sogar das Leben ansich.
Manchmal sind starke Gefühlsschwankungen ganz schön anstrengend und/oder auch sehr schmerzhaft. Aber eine gleichbleibende Unberührtheit würde ich trotz aller Erleichterungen, niemals dagegen eintauschen wollen. Insofern beneide ich Menschen die praktisch nichts tangiert überhaupt nicht.
Ich bin nach dem Tod der Person, gegen die sich mein Unmut richtete (Hass wäre in diesem Fall zu viel gesagt), in meine Hochzeitskapelle gegangen und habe dort zu dieser Person gesagt, dass ich Ihr vergebe, was sie angerichtet hat. Ich habe in diesem Moment selbst nicht geglaubt, dass man das einfach so sagen kann und es auch noch eine Wirkung hat. Aber es war tatsächlich so, dass diese Person plötzlich keine Rolle in meinem Leben mehr spielte. So gesehen, handelte es sich um eine Zufallserkenntnis.
Ich bin aber auch der Meinung, dass Hass einfach zu viel Energie bindet, um einem gut zu tun. Wie Itsme es schreibt, schadet man damit nur und einzig und allein sich selbst. Dem Ziel des Hasses ist das in der Regel völlig gleichgültig.
Martina
Ich bin aber auch der Meinung, dass Hass einfach zu viel Energie bindet, um einem gut zu tun. Wie Itsme es schreibt, schadet man damit nur und einzig und allein sich selbst. Dem Ziel des Hasses ist das in der Regel völlig gleichgültig.
Da bin ich mit dir völlig einer Meinung. Leider ist es ein Unterschied, etwas zu wissen und es auch zu leben. Die Unfähigkeit sein Verhalten oder auch seine Gefühle dieser Erkenntnis anzupassen, besonders wenn man merkt, dass es einem schadet, ist schon sehr frustrierend!
Versuche es doch einfach mal so, wie ich es gemacht habe. Es kostet Dich nichts als ein bisschen Zeit. Wenn es nicht klappt, war's auf jeden Fall einen Versuch wert ... ;)
@Itsme
Mir ist durchaus bewusst, dass mir und meinem jetzigen Leben die Unfähigkeit zu verzeihen und somit abzuschliessen schadet. Trotzdem gelingt es mir nicht. Die ganze Geschichte ist bei mir im übrigen 8 Jahre her und ich lebe mittlerweile in einer glücklichen Beziehung.
Ich habe auch schon sehr viele Gespräche geführt - nichts - es bringt mich nicht weiter, denn vom Verstand her habe ich das ja auch alles begriffen und aufgearbeitet. Blöderweise kann mein - sonst ja so effektiv arbeitender - Verstand diese Erkenntnis nicht an mein Gefühl weiterleiten. Ich würde wirklich gern, aber ich kann nicht :mad:
Was du über gefühlvolle Menschen geschrieben hast, sehe ich genauso. In meiner Wut über erlittene Verletzung habe ich auch schon mal gesagt, dass ich gern so "kalt" sein möchte, wie manch andere Menschen. Mir wurde dann im Gespräch klar, dass ich das eigentlich gar nicht will. Der Preis für die Gefühle und die Nähe, die ich auch empfinde, ist mir die zeitweise Verletzungen wert. Ich muss nur einfach lernen, mich vor solchen verletzenden Menschen zu schützen.
Versuche es doch einfach mal so, wie ich es gemacht habe. Es kostet Dich nichts als ein bisschen Zeit. Wenn es nicht klappt, war's auf jeden Fall einen Versuch wert ... ;) Die Zeit würde ich gerne investieren! Das Dumme ist ja, dass ich ihm nicht verzeihen will.
Für mich ist es nicht fair, wenn ich jemand, der mir etwas Schlechtes angetan hat, etwas Positves (meine Verzeihung) gebe.
Selbst die Erkenntnis, dass es mir besser gehen würde, kann mich nicht dazu bringen, das zu tun. Ich wäre froh, wenn ich das könnte :mad:
Es stellt meine ganze Lebenseinstellung in Frage. Ich versuche mit jedem so umzugehen, wie er es auch mit mir macht. Wie kann ich also jemand, der schlecht ist, gut behandeln? Warum? Ich weiss - weil es mir besser gehen würde, aber das reicht leider nicht.
Ich weiss, dass ich da nicht sehr logisch bin, aber hier spielen einfach zu viele Gefühle und auch mein (anscheinend sehr übersteigertes ) Gerechtigkeitsgefühl eine grosse Rolle.
hallo zusammen,
wow.... da sind ja schöne gedanken entstanden!!!
danke euch allen!!!!
ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. :-o
zum thema warum plötzlich dinge gehen, welche ohne op nicht geklappt haben:
bei mir ist es so, dass ich heute denke ich hatte mich zuvor aufgegeben.
die hoffnung aufgegeben jemals ein gewicht erreichen zu können mit welchem ich halbwegs gesund leben kann.
die möglichkeit der op hat mir wieder mut gemacht.
ich bin, gott sei dank, ein mensch der nicht so schnell die flinte ins korn wirft.
und bei allem was mir auch immer wieder (teilweise lebensbedrohliches) widerfährt, siegt schlussendlich doch der (über-)lebenswille.
ich fühlte vor der op einfach nicht mehr die kraft weiter zu kämpfen, weil ich nicht mehr an mich geglaubt hatte.
--------------
die erneute zunahme hat mich zuerst auch schockiert.
plötzllich waren gedanken da wie: "wenn ich trotz bypass zunehme, dann werde ich es nie schaffen. bei einer solch rasanten zunahme werde ich nicht mehr die zeit haben dagegen zu kämpfen... zu schnell werde ich wieder in meinem körper gefagen sein!"
geäussert hat sich diese angst in einem sehr deutlichen traum... einen traum, welchen ich in der nacht nach dem ersten wiegen hatte udn welcher mich wieder motivieren konnte.
--------
der traum:
ich bin bei meinen eltern. sage ihnen dass ich meinem leben jetzt ein ende setzen werde und mir das leben selbst nehmen werde.
zu meinem erstaunen reagieren sie kaum. als würde ich vom wetter erzählen.
sie sagen nichts und sie fragen nichts.
ich würde mich gern von ihnen in den arm nehmen lassen, doch sie stehen einfach da.
in meiner verzweiflung nehme ich sie in den arm, drücke jeden kurz, gehe zu meinem auto und fahre davon.
szenenwechsel:
ich irre durch die gegend. suche nach einem ort mein vorhaben in die tat umzusetzen.
einem ruhigen ort.
da ist plötzlich meine beste freundin (seit meiner kindheit ist sie das).
sie redet auf mich ein. fragt warum ich das tun möchte.
ich erkläre ihr, dass ich jetzt weiss dass ich lebenslang in gefängniss muss.
erkläre ihr dass ich dort nicht noch einmal hingehen werde. schon gar nicht lebenslang. zu quälend sind meine erinnerungen an das letzte mal.
meine freundin erklärt dass ich versuchen kann was ich will, dass sie jedoch nicht von meiner seite weichen wird und es verhindern wird dass ich mir selbst weiter schade.
so geht es eine ganze weile. ich irre umher. sie folgt mir und spricht mir unermüdlich mut zu. (wie schon so oft im wahren leben)
dann wache ich auf.
---------
den traum interpretiere ich so, dass das gefängnis mein alter "extrem dicker körper" ist. ich fühlte mich damals wirklich im eigenen körper gefangen.
der gedanke wieder so in mir eingesperrt zu sein ist für mich nach wie vor das schlimmste was mir passieren kann udn der gedanke lieber tod zu sein als wieder so zu leben ist keineswegs abweging.
die rolle meiner freundin ist mir auch klar. sie ist auch unweigerlich mit meinen schlimmen zeiten verbunden und immer wieder tröster und motivator gewesen, wenn meine familie mich nicht halten konnte/gehalten hat.
ich glaube ein teil von ihr vertritt im traum die "kleine silke". die immer wieder kämpft.... an einen guten ausgang glaubt.
meine eltern.... klar... so habe ich meine kindheit erlebt.
ich hatte immer das gefühl ich bin die grosse. habe lieber in den arm genommen als mich in den arm nehmen lassen.
dabei war mein wunsch etwas ganz anderes.
in meinem traum wirkten sie wie tod. leblos. hypnotisiert. statuen.
offensichtlich konnten sie auch damals nicht... sie schienen auch im traum in sich gefangen zu sein.
zum thema liebe/hass und loslassen:
ich kann mich stadtmadl und itsme da anschliessen. irgendwie gehört für mich beides zusammen.
Silke hat ihre "Schuld" aus Liebe und dem Wunsch nach Harmonie bzw. um Schlimmeres zu verhindern auf sich genommen und ertragen. Deswegen klingt es für mich total überzeugend, wenn sie schreibt, diese auch nur in Liebe loslassen zu können. Wobei diese Liebe früher nur den anderen galt und heute sie sich selbst einbezieht. (So habe ich das zumindest verstanden, Silke, korrigier' mich, wenn das nicht passt.)
passt 1:1 :)
Ich bin auch nach wie vor sehr davon überzeugt, das der Hass als Übergangsphase sein muss. Ein Schritt auf dem Weg zur Heilung sozusagen. Ihn mit Gewalt zu verdrängen, wäre für mich ähnlich, wie Tränen der Trauer nicht zuzulassen. Das empfinde ich als unnatürlich. Warum sonst, sollten wir all dieser Gefühle fähig sein, wenn sie uns nicht in irgendeiner Form nützlich sind?diese wut haben zu dürfen ist der punkt an dem ich gerade stehe.
ich erkenne langsam dass das, was ich all die jahre gelaubt habe nicht stimmt.
ich bin nicht "schuld"!!!
mir ist verdammt nochmal sehr weh getan worden. auf allen ebenen!!!
seit einigen tagen kommt noch ein satz dazu. noch deutlich zaghafter, aber er lässt mich nicht los:"ich habe allen grund wütend zu sein! ich darf wütend sein! auf all diese monster meiner kindheit und darauf dass meine eltern nicht für mich da waren!"
---------
zugleich spüre ich auch dass es jetzt an mir liegt die vergangenheit loszulassen.
sie dort zu lassen wo sie ist.
sie nicht wie ein lästiges insekt abschütteln zu wollen.
das geht nicht!
sie ist ein teil von mir.
ihn nicht haben zu wollen geht nicht.
ich möchte lernen meine vergangeheit zu betrachten und anzunehmen.
als einen teil von mir.
ohne sie würde ein stück von mir fehlen.
lernen mich selbst zu lieben?
mich nicht weiter selbst für mein handeln zu verurteilen. ja.
meine entscheidungen haben dazu geführt dass vieles in mir verletzt oder gar zerstört wurde,
doch ich habe aus liebe gehandelt!
Silke
Die Zeit würde ich gerne investieren! Das Dumme ist ja, dass ich ihm nicht verzeihen will.
Für mich ist es nicht fair, wenn ich jemand, der mir etwas Schlechtes angetan hat, etwas Positves (meine Verzeihung) gebe.
Du gibst nicht ihm etwas Postives - sondern DIR! Du brauchst diese Verzeihung, nicht diese andere Person. Die muß es auch nicht erfahren, also Verzeihung nur für Dich selbst alleine, im stillen Kämmerlein wenn Du willst.
Vielleicht brauchst Du auch ein wenig Selbst-Verzeihung, weil Du z.B. eine ungute Situation viel zu lange ausgehalten hast, und das auch wußtest?
Es stellt meine ganze Lebenseinstellung in Frage. Ich versuche mit jedem so umzugehen, wie er es auch mit mir macht. Wie kann ich also jemand, der schlecht ist, gut behandeln? Warum? Ich weiss - weil es mir besser gehen würde, aber das reicht leider nicht.
Das ist ja das schwierige und zugleich befreiende an einer Verzeihung: über sich selbst hinauswachsen, sich einen Ruck geben diese Verzeihung zuzulassen!
Ich bin erst gut 20 Jahre nach dem Verlassen werden durch meinen Vater (und dessen konsequente Ignoranz in all den Jahren; ich war damals 4-5 Jahre alt) draufgekommen dass ich mit diesem starken Hass vor allem mir selbst schade. Dass mein Selbstwertgefühl und Selbstachtung nicht sonderlich hoch sind z.b. "ich bin es nicht wert dass man mich liebt". Mein Diätzwang und auch die Eßsucht ersehe ich als einen Art Selbstbestrafung und Selbstverletzung; und zugleich die Sucht danach so dünn zu sein wie es mir von der Familie vorgehalten wurde dass man zu sein hat damit ich endlich geliebt werde. Dabei lag das Problem vor allem bei mir: dass ich es nicht zulasse geliebt zu werden. Mit diesen Erkenntnissen und noch einigen mehr ;) gelang es mir nach und nach den Eß-/Diät-Zwang abzubauen. Das begann vor ca. 10 Jahren.
Leider funktioniert das die letzten 1,5 Jahre nicht mehr, wurde zwar durch die Trennung besser, aber die letzten Wochen nimmt es wieder zu - stecke sozusagend wieder mitten drin und muß wohl auch an meiner jetzigen Situation noch einiges ändern bevor ich wieder besser damit leben kann.
Grüße
Ulrike
@ Silke
Meine Achtung.
Dafür, wie Du Deinen Weg gehst
und ebenso dafür, wie Du alles schilderst.
Wie frei und wie gut verständlich. Danke.
Maxima:
Die Zeit würde ich gerne investieren! Das Dumme ist ja, dass ich ihm nicht verzeihen will.
................
Ich würde wirklich gern, aber ich kann nicht
Maxima,
ich habe da mal zwei Deiner Worte verdeutlicht, indem ich sie fett gedruckt habe.
Siehst Du, was ich meine?
Vielleicht ist es so, dass Du es NOCH nicht kannst, weil Du es NOCH gar nicht willst?
-------------------------------------------
Es geht darum, das Du Dir selber Gutes tun wirst, wenn Du es schaffst zu verzeihen, weil der Dauer-Hass Dir selber schadet. Das hast Du selber akzeptiert und verstanden.
Und nun schaue mal, was Du schreibst:
Es stellt meine ganze Lebenseinstellung in Frage. Ich versuche mit jedem so umzugehen, wie er es auch mit mir macht. Wie kann ich also jemand, der schlecht ist, gut behandeln?
Aber Dir selber gegenüber kannst Du das? Du behandelt ja Dich selber nicht gut, in diesem Punkt, wenn Du es zulässt, das der Has Dich krank macht. Das ist doch gegen Deine Lebenseinstellung, oder?
Warum willst Du Dir die Erlösung nicht gönnen? Du hast sie bestimmt verdient.
Und ein Gedanke, der Dir dabei helfen könnte:
Frage Dich einmal, was sich durch Deinen Hass für den Menschen, dem er gilt, ändert.
Und frage Dich, was sich für ihn ändert, wenn Du Dir selber das Leben leichter machst, indem Du verzeihst.
Siehst Du, was ich meine?
Für ihn ist es vollkommen wurst, wie Du über ihn denkst. Für ihn ändert sich gar nichts. Ob Du nun verzeihst, oder nicht.
Er lebt sein Leben.
Und:
Hat "er" diese Macht über Dich verdient? Gibst Du ihm diese Macht über Dich, Dich in Hass zu verzehren und ein unglücklicheres Leben zu leben, als Du leben könntest?
Oder entziehst Du ihm diese bisherige Macht und bestimmst einfach selber über Dein Leben?
Liebe Silke,
ich habe mir aus Zeitgründen leider noch nicht alles durchlesen können, möchte es aber unbedingt schnellstmöglich nachholen.
Dein Traum hat mich an einen erinnert, der mich meine ganze Kindheit hindurch verfolgt hat und über den ich im Laufe meines Lebens viel nachgedacht habe.
Mir ist insbesondere folgende Passage aufgefallen:
der traum:
ich bin bei meinen eltern. sage ihnen dass ich meinem leben jetzt ein ende setzen werde und mir das leben selbst nehmen werde.
zu meinem erstaunen reagieren sie kaum. als würde ich vom wetter erzählen.
sie sagen nichts und sie fragen nichts.
ich würde mich gern von ihnen in den arm nehmen lassen, doch sie stehen einfach da.
Du schließt dann später in Deinem Post
meine eltern.... klar... so habe ich meine kindheit erlebt.
ich hatte immer das gefühl ich bin die grosse. habe lieber in den arm genommen als mich in den arm nehmen lassen.
dabei war mein wunsch etwas ganz anderes.
in meinem traum wirkten sie wie tod. leblos. hypnotisiert. statuen.
offensichtlich konnten sie auch damals nicht... sie schienen auch im traum in sich gefangen zu sein.
Warum gibst Du Dir die Schuld? Deine Eltern haben Dich in Deinem Traum ignoriert, nicht Du sie!!! Wenn dies ein wenig symptomatisch für Deine Kindheit ist, dann ist die Lage noch etwas klarer: Du kannst kein Kind dafür verantwortlich machen wollen, es würde sich nicht in den Arm nehmen lassen wollen oder nicht geliebt werden wollen. Zu dieser Zeit im Leben eines jeden Menschen gehen solche Aktionen von anderen aus, nämlich in diesem (und auch meinem) Fall von den Eltern.
Die Erkenntnis ist sicher bitter, aber vielleicht heilsam. Kannst Du vielleicht mit Deinen Eltern (oder auch nur einem Teil) darüber reden? Ich habe es vor ihrem Schlaganfall (Jahre davor) mit meiner Mutter versucht.
Du bist aber auf dem richtigen Weg:
diese wut haben zu dürfen ist der punkt an dem ich gerade stehe.
ich erkenne langsam dass das, was ich all die jahre gelaubt habe nicht stimmt.
ich bin nicht "schuld"!!!
mir ist verdammt nochmal sehr weh getan worden. auf allen ebenen!!!
seit einigen tagen kommt noch ein satz dazu. noch deutlich zaghafter, aber er lässt mich nicht los:"ich habe allen grund wütend zu sein! ich darf wütend sein! auf all diese monster meiner kindheit und darauf dass meine eltern nicht für mich da waren!"
Jaaaaaaaa!!!!!!
Du hast sicher alles Recht dazu und nutze dies, um Dich ein wenig zu befreien.
Gespräche mit meiner Mutter haben zumindest dafür gesorgt, schon mal dem ein oder anderen Dämonen die Zunge zu zeigen. Es sind sicher noch andere da, aber so etwas ist ein erster Schritt, auf den ich persönlich stolz bin und der meine Einstellung und mein Verhältnis zu meinen Eltern jetzt etwas vereinfacht.
Alles Liebe und viel Stärke für Dich,
Francis
Aber Dir selber gegenüber kannst Du das? Du behandelt ja Dich selber nicht gut, in diesem Punkt, wenn Du es zulässt, das der Has Dich krank macht. Das ist doch gegen Deine Lebenseinstellung, oder?
Warum willst Du Dir die Erlösung nicht gönnen? Du hast sie bestimmt verdient.
Ehrlich - ich weiss es nicht? Ich kann es logisch nicht erklären, warum ich mich so verhalte - so erstarrt eigentlich?
Ich hatte in der ganzen Beziehung Angst, ihn zu verlieren. Ich denke, dass ich auch aus dem Grund Dinge gemacht habe, die ich normal nicht machen würde. Ich habe mir auch geschworen, NIEMALS wieder mich für einen Menschen so sehr zu verbiegen. Vielleicht ist mein Hass ja immer noch eine Art Bindung, durch die ich verhindere, dass er mein Leben verlässt. Unlogisch oder gar schwachsinnig, denn ich möchte ihn nicht geschenkt wieder haben und lebe jetzt mit meinem 2. Mann wirklich glücklich zusammen. Aber vielleicht wäre das eine Erklärung. Dass ich ihn also immer noch habe.... (ich hoffe, ich bin nicht wirklich so bescheuert!).
Vielleicht brauchst Du auch ein wenig Selbst-Verzeihung, weil Du z.B. eine ungute Situation viel zu lange ausgehalten hast, und das auch wußtest?
Das ist ja das schwierige und zugleich befreiende an einer Verzeihung: über sich selbst hinauswachsen, sich einen Ruck geben diese Verzeihung zuzulassen!
Das wäre möglich. Im Prinzip war meine ganze 1. Beziehung ein Fehler und mir wurde immer wieder zur Trennung geraten. Das Schlimme ist nur, dass ich mich noch erheblich strenger beurteile, als andere Menschen. Und wahrscheinlich auch verurteile....
Für deinen letzten Vorschlag habe ich wohl einfach nicht die Kraft :seufz:
Danke trotzdem, für die Denkanstösse - ich werde in Ruhe darüber nachdenken.
Warum gibst Du Dir die Schuld? Deine Eltern haben Dich in Deinem Traum ignoriert, nicht Du sie!!! Wenn dies ein wenig symptomatisch für Deine Kindheit ist, dann ist die Lage noch etwas klarer: Du kannst kein Kind dafür verantwortlich machen wollen, es würde sich nicht in den Arm nehmen lassen wollen oder nicht geliebt werden wollen. Zu dieser Zeit im Leben eines jeden Menschen gehen solche Aktionen von anderen aus, nämlich in diesem (und auch meinem) Fall von den Eltern.
Die Erkenntnis ist sicher bitter, aber vielleicht heilsam. Kannst Du vielleicht mit Deinen Eltern (oder auch nur einem Teil) darüber reden?
liebe francis,
ich gebe mir in diesem fall keine schuld mehr.
es gab eine zeit.. lange her... da habe ich mich eben für das wohlergehen meiner eltern verantwortlich gefühlt.
habe schon als kind versucht bei streitereien zwischen den beiden zu schlichten.... selbst als ich schon längst ausgezogen war.
mich so verhalten zu haben... nicht einfach ihre jüngste tochter sein können... damit zu versuchen mich über sie zu stellen, das zu regeln... denn eigentlich sollte es ja anders herum sein, oder?
was immer ich auch getan habe... ich habe es gern getan... aus liebe.
dafür in kauf genommen nicht als jüngste tochter auf sie zugehen zu können.
du siehst das schon genau richtig.
ihr verhalten war durch meine ganze kindheit symptomatisch.
aus welchen gründen auch immer.
das bild dass sie wie in sich gefangen da stehen und nichts sehen und fühlen ist ganz passend.
so habe ich sie meist erlebt.
im besonderen mit dem was mir geschehen ist.
heute bin ich manches mal wütend und frage mich wieso SIE nicht gesehen haben was da passiert?
wieso haben sie meine veränderungen nicht bemerkt?
wieso haben sie meine signale nicht verstanden, sondern mich immer wieder dort hingeschickt. regelmässig in die hölle!
wieso haben sie immer nur gesehen wie dick ich werde?
den grund dafür nur bei mir gesucht?
wieso haben sie meine (stummen?) hilfeschreie nicht gehört?
wieso haben sie mich nicht beschützt? die augen zu gemacht.
wieso haben sie die blutigen schlüpfer in der mülltonne nicht gesehen? ich habe sie dort heimlich versteckt.... aus angst.... auch da mache ich mir nicht mehr allzu grosse vorwürfe.
wieso hat meine mutter sich mit der ausrede ich sei über die klippen (im urlaub mit 13j) zurück gegangen und bin gestolpert zufrieden gegeben?
ich war völlig ausser mir, verweint mit zerrissenen anziehsachen....
wieso haben sie immer nur mein leben lang nur mein (über-)gewicht gesehen und nie hinterfragt?
was ich wollte ist, dass weiss ich seit ich eigene kinder habe, ganz natürlich... nicht zuviel.
beschützt und geliebt sein. gesehen werden. mein inneres wie mein äusseres.
das bewusst machen dass es nie so war und auch nie so sein wird....das dies kein anderer (z.b. mein mann) bei mir leisten kann.... elterliche uneingeschränkte liebe.... dieses erkennen war zuerst sehr schmerzhaft.
machte mich dann stinksauer auf meine eltern.
heute sehe ich jedoch, dass sie offensichtlich nicht anders konnten. sie waren so sehr in ihren eigenen verstrickungen des lebens gefangen.
das entschuldigt es für mich zwar nicht, doch es stimmt mich versöhnlich. ich bin weiss gott auch keine perfekte mutter.
für meine kinder und mich wünsche ich mir, dass ich auch weiterhin so wachsen darf wie es bisher geschieht.
dass meine kinder mich nicht eines tages als "tot" erleben.
dass sie sich geliebt, gesehen und ernstgenommen fühlen. so wie sie sind.
innen wie aussen.
ich denke, dies ist ein baustein im fundament für ein gesundes, selbstbewusstes und selbstbestimmtes leben.
liebe grüsse
Silke
mich so verhalten zu haben... nicht einfach ihre jüngste tochter sein können... damit zu versuchen mich über sie zu stellen, das zu regeln...
das nimmt mir jetzt fast den atem. das ist die hohe kunst des alle-schuld-dem-opfer.
diese eltern kind umkehr hast nicht du zu verantworten, sondern sie war ganz klar teil der vernachlässigung und des missbrauchs, dem deine eltern dich ausgesetzt haben.
liebe rita,
heute sehe ich das ja (meistens ;) ) genauso!
was ich versuche zu sagen ist, dass es immer zwei seiten gibt.
jemand der etwas macht oder nicht macht, aber auch jemanden der "aushält", die klappe hält und/oder mitmacht.
DAS ist es ja!
ich glaube ich habe mich da ganz natürlich verhalten.
so sind kinder eben. sie lieben so bedingungslos, dass sie nicht überlegen.
heute verurteile ich mich nicht mehr dafür.
ich habe schon tausendmal überlegt mit meiner mutter darüber zu sprechen... mein vater starb ja vor gut 4 jahren.... irgendwie bin ich bei dem gedanken noch zu keinem ergebnis gekommen.
was würde es bringen?
in meinen augen noch mehr unglück/leid.
mit meiner eignenen suppe muss/werde ich sowieso leben.
wieso sie da jetzt noch mit reinziehen?
was ich möchte ist nicht noch mehr leiden, sondern meine ruhe... frieden.
nachdenkliche grüsse
Silke
liebe rita,
heute sehe ich das ja (meistens ) genauso!
gut. das beruhigt mich jetzt sehr. :daumen:
ich habe schon tausendmal überlegt mit meiner mutter darüber zu sprechen... mein vater starb ja vor gut 4 jahren.... irgendwie bin ich bei dem gedanken noch zu keinem ergebnis gekommen.
was würde es bringen?
in meinen augen noch mehr unglück/leid.
mit meiner eignenen suppe muss/werde ich sowieso leben.
wieso sie da jetzt noch mit reinziehen?
was ich möchte ist nicht noch mehr leiden, sondern meine ruhe... frieden.
Liebe Silke,
das hat nichts mit 'Reinziehen Deiner Mutter in "Deine Suppe" zu tun, sondern sollte wenn überhaupt nur Dir dienen.
Ich weiß es nicht und kann es nicht beurteilen, ob dies ein Schritt für Dich wäre. Für mich war es damals wichtig, mich zu äußern und ein Teil dessen, was mich so verfolgt einmal einem der "Verursacher" gegenüber auszusprechen. Das hat mich wahnsinnig viel gekostet, ist auch manchmal falsch 'rübergekommen (man findet nie die richtigen Worte) und wurde nicht immer verstanden. Zudem fand ich auch nicht im ersten Versuch Zugang.
Es hat aber dann mal ein Schlüsselerlebnis gegeben, bei dem meine Mutter in einem der Gespräche anfing zu weinen. Und warum? Weil ich ihr teilweise das vorwarf, was sie ihrer Mutter vorgeworfen hatte oder es hatte tun wollen. Das war ein Erfolg. Nicht weil meine Mutter weinte, nein das wollte ich sicher nicht, aber sie hatte mich in diesem einen Punkt verstanden. Es war etwas von dem angekommen. Mir hatte es was bedeutet.
Ich hatte sicher nicht vorgeschlagen, mit Deiner Mutter zu reden, um Dich leiden zu lassen, sondern weil ich dachte, daß es vielleicht in ein paar Punkten dafür sorgen könnte, eine Art Strich darunter zu machen. Das gelingt nicht ganz, aber ich bin jetzt etwas versöhnlicher gestimmt.
Die Kindheit und Jugend bleibt Dir und mir und jedem erhalten, die können wir nicht ausknipsen. Das einzig Gute daran ist, daß Du jetzt sehr genau weißt, was Du bei Deinen Kindern vermeiden willst. Allein das macht Dich zu einer prima Mami.
Hätte ich Kinder, läge mein Bestreben darin, sie nicht so früh und intensiv erfahren zu lassen, was Angst ist.
Liebe Grüße,
Francis
ich habe schon tausendmal überlegt mit meiner mutter darüber zu sprechen... mein vater starb ja vor gut 4 jahren.... irgendwie bin ich bei dem gedanken noch zu keinem ergebnis gekommen.
was würde es bringen?
in meinen augen noch mehr unglück/leid.
mit meiner eignenen suppe muss/werde ich sowieso leben.
wieso sie da jetzt noch mit reinziehen?
nur so en Gedankengang am Rande....
liebe Silke, wie war denn Dein Vater als Ehemann?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das so ein Mensch ein lebenlang den liebenden treusorgenden Ehemann abgeben hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass Du wenn Du mit ihr darüber sprichst, das für sie so eine Art Befreiung ist.
Dass sie ihrerseits über Dinge sprechen kann, die hinter verschlossenen Türen stattfanden und Du eine belastende Scham-und Hemmschwelle überwindest?
toni
hallo toni,
sorry....da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt :-o
es war nicht mein vater der mir das angetan hat, sondern der schwiegervater meiner schwester.
sie lebte mit ihrem damaligen mann zusammen im haus mit dem schwiegervater.
zu anfang war ich gern dort zu besuch....
Silke
entschuldige silke, das war jetzt ein böses, peinliches Missverständnis von meiner Seite.
toni
:smile1: kein problem, francis!
woher solltest du DAS auch wissen?
liebe grüsse
Silke
Sonnenkuss
18.01.2008, 22:03
Liebe Silke, wir haben uns ja auch schon mal drüber unterhalten, dass ich diese "Verzeihung" nur sehr schwer geben könnte.
Ich habe es sehr bewundert, dass du für dich beschlossen hast, das Ganze auf sich beruhen zu lassen und deine Energie lieber woanders als in den "Rachegedanken" zu investieren.
Ich verwende manchmal sehr viel Energie auf irgendwelche Leute, die mir eigentlich nicht gut tun... aber ich denke, da ist auch Jeder anders gestrickt und muss es auf seine Art und Weise lösen.
Manchmal wünsche ich mir die Weltabsolution.
Aber eigentlich bin ich dafür zu sehr Element "Feuer".
was würde es bringen?
in meinen augen noch mehr unglück/leid.
mit meiner eignenen suppe muss/werde ich sowieso leben.
wieso sie da jetzt noch mit reinziehen?
was ich möchte ist nicht noch mehr leiden, sondern meine ruhe... frieden.
nachdenkliche grüsse
Silke
Liebe Silke,
dieser Abschnitt hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Für mich sieht das so aus: Aus Liebe (wieder!) zu deiner Mutter behältst du das Schreckliche für dich. Du suchst Frieden. Ist das nicht genau so wie in deiner Kindheit? Vielleicht ist es Zeit dafür, das zu ändern? Für dich, damit du vielleicht etwas freier leben kannst? Das wünsche ich dir nämlich sehr.
Sei umarmt,
Micha
Liebe Silke,
dieser Abschnitt hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Für mich sieht das so aus: Aus Liebe (wieder!) zu deiner Mutter behältst du das Schreckliche für dich. Du suchst Frieden. Ist das nicht genau so wie in deiner Kindheit? Vielleicht ist es Zeit dafür, das zu ändern? Für dich, damit du vielleicht etwas freier leben kannst? Das wünsche ich dir nämlich sehr.
Sei umarmt,
Micha
Würde es was daran ändern? Ich habe auch über diese Äusserungen nachgedacht und bin mir da wirklich nicht sicher. :confused:
Ob es etwas ändern würde, weiß ich natürlich auch nicht, Ina. :-o
Ich kann natürlich nur von mir ausgehen - und mir würde es die Last des Geschehenen etwas mindern. Und wie die Plüschologen ;) sagen, ist es nie verkehrt, für sich selbst schädliches Verhalten zu ändern.
Das war mein Gedankengang. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine, ich habs im Moment nicht so sehr damit, mich klar auszudrücken.:cool2:
Hallo Micha,
ich hatte ja einen ähnlichen Gedankengang, als ich meine Posts dazu schrieb und mindestens teilweise damit selbst ganz gute (wenn auch nicht einfache) Erfahrungen gemacht.
Leider ist aber jeder Jeck anders wie wir im Rheinland sagen würden und unser vorgeschlagener Weg muß nicht unbedingt für Silke der richtige sein.
Vielleicht eröffnen wir damit die Möglichkeit anderer Gedankenwege, was ja auch schon mal etwas wert sein kann.
Liebe Grüße,
Francis
Ob es etwas ändern würde, weiß ich natürlich auch nicht, Ina. :-o
Ich kann natürlich nur von mir ausgehen - und mir würde es die Last des Geschehenen etwas mindern. Und wie die Plüschologen ;) sagen, ist es nie verkehrt, für sich selbst schädliches Verhalten zu ändern.
Das war mein Gedankengang. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine, ich habs im Moment nicht so sehr damit, mich klar auszudrücken.:cool2:
Ich weiss es doch auch nicht - deshalb frage ich doch so viel :peinlich:
Mir persönlich geht es auch besser, wenn ich etwas rauslassen kann, aber wollte Silke ihre Mutter nicht schützen? Auch schützen vor der Wahrheit? Und hat dafür lieber selbst gelitten!
Ich habe es in der Richtung "besser". Meine Mutter ist so krank, dass ich von ihr keine angemessenen Reaktionen erwarten kann. Für mich stellt sich die Frage daher gar nicht.
Bayernmadl
22.01.2008, 14:38
Ich hab jetzt alle eure Beiträge gelesen und klink mich hier kurz ein.
Es ist ja echt zum verzweifeln,was einige von euch schon mitmachen mussten und das jahrelang.:eek:
Ich bin froh das mir das erspart blieb,und ich wünsche euch allen einfach nur das Beste und viel Durchhaltevermögen.
gela:offtopic:
Hallo Ihrs,
für mich, die behütetet aufgewachsen ist, ist dieser Thread wahnsinnig interessant geworden. Und zwar aus zwei Gründen.
Mein Bruder und mein Exfreund.
Beide hasse ich abgrundtief und ich glaube, solange ich beiden nicht verziehen habe, werde ich nie Ruhe finden. Eure Postings haben mir ein Stück weit die Richtung aufgezeigt, die man einschlagen kann und ich werde noch viel über Eure Aussagen nachdenken, denn am Ende denke ich, werden sie mir nur helfen.
Danke dafür...
@Itsme: Deine Erklärung der Verzeihung und dem damit verbundenen WARUM hat mich tief berührt. Noch nie hat das jemand so verständlich rübergebracht. Danke...
@ Na_Ich
Danke:-o
Das freut mich ganz doll.:)
----------------------------------
Pandora
dieser Abschnitt hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Für mich sieht das so aus: Aus Liebe (wieder!) zu deiner Mutter behältst du das Schreckliche für dich. Du suchst Frieden. Ist das nicht genau so wie in deiner Kindheit? Vielleicht ist es Zeit dafür, das zu ändern? Für dich, damit du vielleicht etwas freier leben kannst? Das wünsche ich dir nämlich sehr.
Auch ich habe sehr darüber nachgedacht.
Ich kann nur für mich sprechen und da waren folgende Überlegungen:
Wenn ich heute noch spräche, würde das für mich mehr nichts ändern.
Ich würde jedoch vielleicht diesen Menschen, der ein anderer Mensch geworden ist und sein jetziges Leben, welches sich komplett gewandelt hat, zerstören. Und vielleicht damit sogar Menschen, die ganz unschuldig sind mit hinein ziehen.
Das wiederum würde mich sehr unglücklich machen, weil ich das nicht will.
Wenn ich also davon ausgehen soll, dass ich in diesem Punkt an mich denke, dann ist schweigen der Weg, der mir gut tut.
Vielleicht ist das bei Silke auch so?
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.