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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Suizide und Kalziummangel nach bariatrischen Operationen


Kubalibre
16.10.2007, 22:55
Suizide und Kalziummangel nach bariatrischen Operationen (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30145) - Deutsches Ärzteblatt,16. Oktober 2007

Nach Ansicht von Omalu beseitigt die Operation deshalb nicht unbedingt alle Probleme der Adipositas. Man könnte auch vermuten, dass sie neue schafft und viele Patienten nicht glücklich mit den Ergebnissen sind.

Echt????

Weitere interessante Medienlinks bei "Der dicke Mensch" (http://das-dicke-forum.de/cms/content/view/102/104/)
.

Lunix
17.10.2007, 10:24
Starker Tobak und unbedingt lesenswert, jeder einzelne Abschnitt. Aber wird diese Information auch an die Patienten weitergegeben werden? Ich halte die Wahrscheinlichkeit nicht für besonders hoch. :(

Pandora
17.10.2007, 11:49
Den Thread mit diesem interessanten Artikel habe ich mal in dieses Unterforum kopiert.

Lunix, ich fürchte auch, daß zumindest von den Operateuren diese Studienergebnisse nicht an Patienten weitergegeben werden (wären sie auch schön blöd, ist ja ihr täglich Brot), aber wenigstens können interessierte User diese hier nachlesen.

mica
17.10.2007, 19:41
Letzte Woche habe ich bei einer Veranstaltung in der Uniklinik Hamburg einen Mann kennen gelernt, der vor etlichen Jahren einen der allerersten Bypässe in Deutschland bekommen hat. Bei der OP ist wohl der Magen nicht mit einbezogen worden. Er beschrieb sehr anschaulich, dass er ganze Familienpizzen und Eis im Anschluss verdrückt hat und trotzdem abnahm.
Für die OP ist er damals irgendwo in den Süden Deutschlands gefahren zu dem Operateur.

Es sind etliche Jahre vergangen, der Mann hatte nie eine Nachuntersuchung, von Supplementation der Vitamine und des Kalziums hatte ihm auch nie jemand was gesagt. Aber er sollte (musste) jeden Tag 12 (!!!) Liter trinken. Wir waren essen und so ungefähr eine halbe Stunde nach dem Essen verschwand er für längere Zeit auf der Toilette. Seine Frau erzählte, dass das immer so sei.

Nun sind natürlich Folgen aufgetreten, die Gelenke schmerzen, möglicherweise eine Erkrankung des Skelettsystems (Kalzium!!!) und er hat Angst das untersuchen zu lassen.

Kein Arzt hat sich nach der OP jemals wieder um den Mann gekümmert. Er ist einfach alleine gelassen worden.

Big mama
17.10.2007, 20:00
Hallo Zusammen,
zu dem was Mica berichtet hat, möchte ich noch folgendes hin zu fügen!
Der besagte Mann, hat sich mit seinen Unterlagen an mich gewandt und ich habe Verbindung mit den zuständigen Ärzten vom UKE HH aufgenommen.
Ich hoffe ihm kann geholfen werden!

Seine Op. war 1991/92

Gruß
Marlies:)

Martina
18.10.2007, 07:11
Danke für diese Hinweise. Ich habe das schon öfter gehört, dass die Nachsorge häufiger sehr vernachlässigt wird. Aber was schreibe ich ... das ist bei Schilddrüsenoperationen ja leider auch nicht anders. Ich denke, man ist wirklich darauf angewiesen, sich selber zu kümmern. Seine Op. war 1991/92Marlies, war das dann eine Dünndarmverkürzung? Damit habe ich mich auch mal beschäftigt, ca. 1987. Ich kenne Leute, die durch diese OP dauerhaft arbeitsunfähig wurden, weil sie bis zu 30 mal am Tag zur Toilette müssen. Bin froh, dass ich mich damals nicht habe dazu überreden lassen.

Beauchamp
03.11.2007, 15:32
Sorry, wenn ich dieses Thema nochmal aufwärme.
Aber von Ignoranz zu solchen Themen kann auch in den sog. "Pro-AC-Foren" nicht die Rede sein

http://www.adipositas-foren.de/thread.php?threadid=6423



Es gibt auch solche Artikel:

http://www.adipositas-foren.de/thread.php?threadid=5901
Magen-Op.: Gewichtsreduktion verbessert Gefäßschutz


Davon mal abgesehen, dass man in diesen Foren durchaus Informationen über die Vor- und Nachteile einer AC bekommen kann muss ich doch selbst auch in die Verantwortung gehen und jedes mir mögliche Mittel nutzen mich zu informieren. Auch mein Chirurg hat mich über die möglichen Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen hingewiesen.

Kubalibre
03.11.2007, 17:13
Aber von Ignoranz zu solchen Themen kann auch in den sog. "Pro-AC-Foren" nicht die Rede sein
Wo hast du in diesem Thread gelesen, das jemand von Ignoranz in den sog. "Pro-AC-Foren" geschrieben hat?? Ich kann dazu nicht ein Wort finden.

Martina
03.11.2007, 18:35
Danke, Beauchamp, für die Links. Chris ist ja eine wirklich tolle Frau. Sie ist das Thema immer schon sehr differenziert angegangen.

Der erste Link zeigt wieder einmal, wie wahnsinnig wichtig es ist, dass wir hier das machen, was wir machen, und wie wir es machen. Ich bin froh, dass Du uns dieses gute Beispiel zur Bestätigung unserer Arbeit gegeben hast.

Martina

Lunix
18.06.2009, 12:53
Und Knochenbrüche (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/36918/Knochenbruchrisiko_nach_Adipos itas-Operationen.htm) gibt es bisweilen auch gratis dazu. Ich denke, die Themen passen zusammen.

Rita
30.07.2009, 17:59
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30145

die studie dazu (in englisch).

http://archsurg.ama-assn.org/cgi/content/full/142/10/923

MissSilver
30.07.2009, 18:04
:eek:

Ich verstehe nicht, warum das alles nicht geforscht/bedacht wurde, speziell das mit den Bakterien.

Und die Selbstmorde, das Übergewicht hat ja auch eine seelische Funktion, und wenn der "Panzer" so plötzlich weg ist, dann tschüss.

Immer wieder kommt mir der Gedanke "lieber tot als dick", daher sind doch diese "kleinen Nebenwirkungen" nicht der Rede wert.

Martina
30.07.2009, 18:20
*räusper* ... das Thema hatten wir schon mal ...

Ich hab's zusammen geschoben. :)

Rita
30.07.2009, 18:31
:-o danke martina!

Anja24101
06.06.2010, 19:46
Hallo Ihr Lieben!
Ich habe gerade Eure Berichte über die Magenoperationen gelesen.
Ich selber bin 2005 im UKE operiert worden. Es war eine sehr schwere Operation. Trotzdem waren zu der Zeit alle sehr nett zu mir gewesen. Ich wurde in den ersten 8 Monaten sehr gut betreut, wurde sogar zu Hause angerufen. Das war wirklich sehr nett. Ich habe von 234 Kg auf 160 Kg abgenommen. Das war ein tolles Erlebnis. Jedoch nach diesen 8 Monaten ging gar nichts mehr. Im Gegenteil ich nahm wieder zu und konnte auf einmal erstaunlich viel essen. Ich schaffe zwar keine Familienpizza mehr aber die Mittlere geht ganz gut. Ich war entsetzt darüber. Inzwischen geht es mir gar nicht mehr so gut. Es haben sich gesundheitliche Beschwerden entwickelt. Ich habe starken Calziummangel, Eisenmangel und Vitamin B Mangel. Auch habe ich inzwischen eine Osteoporose entwickelt. Die Ärzte versprechen mir immer wieder Hilfe und tun dann doch nichts weiter für mich, das finde ich traurig. Ich habe jetzt starke Depressionen und darf dafür auch noch Antidepressiva schlucken, weil ich ansonsten mit meinem Leben fast nicht mehr zurechtkommen kann. Das hat mir vorher keiner gesagt. Ich hatte den Ärzten vor der Operation gesagt das sie zwar meinen Bauch operieren aber nicht meinen Kopf. Sie meinten es würde sich trotzdem für mich lohnen und ich würde nie wieder so viel zunehmen wie vorher. Inzwischen hatte ich bereits bis auf 210 Kg wieder zugenommen. Ich habe manchmal innerhalb von einer Woche bis zu 20 Kg unterschied. Es geht rauf und runter. Jetzt wiege ich um die 180 Kg. Die Ärzte haben bei mir einen Gendefekt festgestellt der mein Sättigungsgefühl betrifft. Da können sie fast gar nichts machen. Im letzten Jahr hatte ich ganz viele Durchfälle. Durch den Gendefekt habe ich akuten Eisenmangel womit die Durchfälle zusammenhängen. Das macht mich fertig. Inzwischen würde ich jedem raten vor dem Schritt zu einer Operation ganz genau zu überlegen. Es ist keine Wunderheilung. Ich muß jetzt mit meiner Entscheidung leben, das ist anstrengend.
Trotzdem wünsche ich jedem sein großes Glück zu erreichen.
Also, liebe Grüße von Anja!

Brit
06.06.2010, 20:12
Die Berichte hier und vor allem, Deiner, Anja, machen mich fast sprachlos ... Du hast mein volles Mitgefühl; das Ganze ist einfach unglaublich.

Lieber Gruß
Brit