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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst vor Einstellungsuntersuchung


Kathinka
16.10.2007, 15:43
Hallo zusammen,

ich hatte neulich ein Vorstellungsgespräch für einen Job im öffentlichen Dienst. Man hat mich bei der Gelegenheit gefragt, ob ich damit einverstanden wäre, eine Einstellungsuntersuchung machen zu lassen. Ich hab mal so salopp gesagt: "Ach ja, da wollen Sie die versteckten Mängel feststellen...", aber es ist wohl so, dass das so üblich ist und ich habe zugestimmt. Ich dachte, wenn ich mich weigere, denken die, ich hätte was zu verbergen und ich kicke mich selbst raus.

Nun habe ich Angst, dass ich wegen meines Übergewichts (BMI über 40) vielleicht den Job nicht bekommen könnte. Ich habe schon einmal so etwas mitgemacht (da war ich noch 20 kg leichter), da bin ich an einen "Idioten" geraten, der meinte, Dicke sind ja ständig krank und ich sollte eine Bescheinigung der Krankenkasse beibringen, wie oft ich in den letzten 2 Jahren krank war. Hallooo? Ich fand's unmöglich, aber ich hab's gemacht... ich wollte den Job.

Bis auf mein Übergewicht bin ich wirklich gesund, toi-toi-toi und bin auch vor etwa zwei Jahren vom Hausarzt gecheckt worden, ohne Befund.

Was meint Ihr? Könnte es sein, dass ich die Stelle nicht bekomme, weil ich adipös bin? Zum besseren Verständnis sei erwähnt, dass ich als Buchhalterin arbeite, nicht auf dem Bau oder so - also, eine körperliche Leistung muss ich nicht erbringen.

Hat jemand von Euch sowas schon mal mitgemacht? Mir gruselt's jetzt schon...

LG Kathinka

MissMoppel
16.10.2007, 16:03
Ich musste vor der Lehre und nach der Lehre auch Einstellungsuntersuchungen machen. Die Firmen wollen sich da absichern, dass du z.B. keine chronische Krankheit hast und die dann verklagst.

Ich glaube das ist inzwischen in fast jedem Job so und der öffentliche Dienst hatte das glaube ich immer schon (2 Familienmitglieder sind im ÖD), da dich die Leute schon gesehen haben, glaube ich dein Gewicht ist sicherlich nicht das Problem.

Nette
16.10.2007, 16:21
@ MissMoppel: Wenn ich vor meiner Einstellung eine chronische Erkrankung habe, kann ich meinen Arbeitgeber nicht dafür verklagen.
Nach chronischen Erkrankungen wird in Hinsicht auf mögliche Fehlzeiten, Kur- und Rehaaufenthalte uvm. gefragt.

@Kathinka: Ich bin mir nicht sicher, meine aber irgendwo gehört zu haben, daß die Vorgaben für den öffentlichen Dienst von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Ich habe gerade einen ärztlichen Fragebogen für die Einstellungsuntersuchung in Wesel ergoogelt. Darin wird nicht mal nach dem Gewicht gefragt.

Vielleicht kannst du dich mal bei der Gewerkschaft erkundigen?

MissMoppel
16.10.2007, 16:30
Nette, genau deshalb will sich der Arbeitgeber ja vergewissern, dass keine Erkrankung vorliegt, die Untersuchung vor der Einstellung soll das abklären. Habe ich mich so undeutlich ausgedrückt?

Na_Ich
16.10.2007, 16:32
Der Zusammenhang mit dem Verklagen ist mir auch nicht wirklich klar. :confused:

Gast
16.10.2007, 16:43
@Kathinka:

So lange du nicht Beamtin werden willst, sollte das Gewicht auch im öffentlichen Dienst eigentlich kein Problem sein.

LG
LOF

MissMoppel
16.10.2007, 16:46
Der Zusammenhang mit dem Verklagen ist mir auch nicht wirklich klar. :confused:

Mir wurde das so erklärt (und leuchtet mir auch ein), wenn man eine Krankheit durch die Arbeit bekommt und deshalb nicht mehr arbeiten kann, hat man Anspruch auf Rente und ich glaube (bin mir da aber nicht ganz sicher) auch auf eine Entschädigung des Arbeitgebers, so eine Einstellungsuntersuchung soll einfach das Vorliegen einer Krankheit ausschließen, die man ohne eine solche Untersuchung auf die Tätigkeit abschieben könnte. Z.B. wenn die Wirbelsäule schon einen Schaden hat, könnte ja jemand kommen und sagen er oder sie ist vom Bürostuhl gefallen und hat jetzt einen Bandscheibenvorfall und will Betriebsrente.

Soweit ich weiss hat die Einstellungsuntersuchung 2 Gründe, vorliegende Schäden zu dokumentieren und auch damit der Arbeitgeber einschätzen kann ob der Arbeitnehmer ein Risikofall ist und oft krank sein wird.

Aber Einstellungsuntersuchungen sind doch recht normal, dachte ich? Bei uns in der Firma muss jeder zum Betriebsarzt bevor eingestellt wird, ich wurde damals auch auf mein Gewicht angesprochen, meinte dann ich will was dagegen tun, der Betriebsarzt erzählte mir ein bisschen von Risiken die später auftauchen können bei Übergewicht, ich nickte und tat sehr betroffen und das wars dann auch. Ich hatte einfach Angst da dem Betriebsarzt zu widersprechen weil ich den Job wollte und dachte mir ich bin lieber still. Falls ich mal den Job wechsle und es kommt wieder zu so einer Situation, würde ich das auch wieder machen, einfach behaupten ich werde was tun, statt da mühsam zu erklären, dass mein Körper halt nicht dünn ist und ich es wahrscheinlich auch nie im Leben sein werde. Wenn man den Job mal hat und gut macht, dann kommt es aufs Gewicht auch nicht mehr an.

Na_Ich
16.10.2007, 16:56
Ich persönlich kenne eigentlich niemanden, der betriebsärztlich untersucht wurde, außer meinem Freund, der arbeitet aber auch am Flughafen und selbst da bin ich mir jetzt grad gar nicht so sicher.

Für mich stellt sich halt die Frage, inwieweit der Arbeitsplatz als Ursache für eine chronische Erkrankung nachweisbar ist. Ich meine Bäcker - Mehlallergie und schlechte Zähne usw. das leuchtet mir ein, aber wie wird sowas nachgewiesen? Gibt es nicht allgemein ein gewisses Risiko für jede Berufsgruppe, das von KKs und dergleichen mit einkalkuliert wird?

Ich bin bei sowas recht unbedarft...sprich, ich hab null Ahnung.

MissMoppel
16.10.2007, 17:18
Bei uns in der Firma gehört das dazu, nach dem Einstellungsgespräch gehts zum Betriebsarzt, eine Freundin ging nach der Schule zu Siemens, da war das auch normal, ich dachte wirklich inzwischen muss man das sogar.

Ich weiss z.B. Altenpfleger haben oft Rückenbeschwerden, die müssen dann die Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule behalten, wenn es damit Probleme gibt, können die dann belegen, dass es keine vorherige Probleme gab was für die Berufsgenossenschaft wichtig ist um es als Berufskrankheit anzuerkennen. Von daher ist es wirklich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer von Vorteil, wenn du nicht beweisen kannst, dass du vorher gesund warst, dann wird es dir oft nicht anerkannt.

Darcy
16.10.2007, 17:18
Also ich als Krankenschwester mußte mich auch vor jeder neuen Stelle untersuchen lassen - in der Regel reichte ein Gesundheitszeugnis vom Hausarzt.
Ich hab aber auch schon in einem Unternehmen gearbeitet, da kam der Betriebsarzt ca. alle 6 Monate und hat uns untersucht (inklusive Blutabnahme).
Neben dem Feststellen des allgemeinen Gesundheitszustandes geht es da auch um die Erhebung irgendwelcher (ansteckender) Krankheiten. Es ist schließlich schon von Bedeutung, und da stimme ich MissMoppel zu, ob ich eine HepatitisC schon vor Beschäftigungsbeginn hatte oder mich erst während der Arbeit angesteckt habe (ja, ich weiß, das Beispiel hinkt, mit HepC würde ich den Job gar nicht erst kriegen).
Dann gehts da auch noch um die körperliche Eignung für die Arbeit, als Krankenschwester sollte man schon auch fit sein. Mein Gewicht spielte allerdings NIE eine Rolle - allerdings durfte ich schon mal für einen Betriebsarzt ein bissel "vorturnen" :rolleyes:.

MissMoppel
16.10.2007, 17:26
Also ich als Krankenschwester mußte mich auch vor jeder neuen Stelle untersuchen lassen - in der Regel reichte ein Gesundheitszeugnis vom Hausarzt.
Ich hab aber auch schon in einem Unternehmen gearbeitet, da kam der Betriebsarzt ca. alle 6 Monate und hat uns untersucht (inklusive Blutabnahme).
Neben dem Feststellen des allgemeinen Gesundheitszustandes geht es da auch um die Erhebung irgendwelcher (ansteckender) Krankheiten. Es ist schließlich schon von Bedeutung, und da stimme ich MissMoppel zu, ob ich eine HepatitisC schon vor Beschäftigungsbeginn hatte oder mich erst während der Arbeit angesteckt habe (ja, ich weiß, das Beispiel hinkt, mit HepC würde ich den Job gar nicht erst kriegen).
Dann gehts da auch noch um die körperliche Eignung für die Arbeit, als Krankenschwester sollte man schon auch fit sein. Mein Gewicht spielte allerdings NIE eine Rolle - allerdings durfte ich schon mal für einen Betriebsarzt ein bissel "vorturnen" :rolleyes:.

Aber es ist für dich ja auch ganz wichtig belegen zu können, falls du dir eine Krankheit "holst", dass du die nicht vorher hattest.
Ich bin mir nicht sicher, aber bei bestimmten Berufsgruppen und bei einer bestimmten Firmengröße ist das glaube ich fast eine Pflicht.

Vorturnen??? Im ernst? Ich musste nur auf das Fahrrad und hatte überall Elektroden (EKG, glaube ich), da ich kein Auto habe und im Sommer oft das Fahrrad zur Arbeit nehme war das gar kein Problem.

Aber ich denke mir wirklich auch Kathinka braucht da keine Angst haben und der dumme Spruch des anderen Betriebsarztes war eher ein Einzelfall.

Na_Ich
16.10.2007, 18:07
Ah okay, im Hinblick auf Kostenträger verstehe ich das. Da ist es sehr wichtig ob es vorher schon bestand oder nicht. Haftet die Berufsgenossenschaft ist man ja wirklich fein raus, während man bei Krankenkasse ja kräftig dazu zahlt.

Ich denke, bei bestimmten Berufen ist das auch wichtig. Danke für die Erklärung :)

GreenTomate
16.10.2007, 18:16
Bei uns (Daimler) muß jeder zum Betriebsarzt der fest eingestellt wird. Ob Ing., Dr. oder Putzfrau ...obwohl letztere inzw. outgesourced sind. :rolleyes:

Kathinka
17.10.2007, 14:10
Vielen Dank für Eure vielen Antworten, die mir wirklich Mut gemacht haben! Der Tip von Nette mit dem "ergoogleten" (Du liebe Marie, wie sieht das Wort denn aus...) Einstellungsbogen war gut... das probiere ich auch gleich mal.

Ja, bei großen Firmen wie Siemens oder ThyssenKrupp (da war ich damals auch) ist das wohl üblich. Ich musste mich einverstanden erklären, dass ein Drogen- und HIV-Test gemacht wird. In der Hinsicht habe ich Verständnis. Auch das mit den ansteckenden Krankheiten leuchtet mir ein.

Der Gedanke, vielleicht oben ohne Fahrrad fahren zu müssen, trieb mir wieder den Schweiß auf die Stirn. Allerdings musste ich bei meinem "Erlebnis", was ich eingangs erwähnte, auch "vorturnen"... in Unterwäsche. Dass dann der Blutdruck zu hoch war, ergibt sich von selbst :-D.

Ich habe mir überlegt, dass ich erzähle, dass ich seit meiner Fehlgeburt vor fast zwei Jahren zugenommen habe, weil es mich sehr mitgenommen hat und ich nun daran arbeiten will... mit gesunder Ernährung... ein wenig Sport... bla, bla... wie's geht, wissen wir ja. Wenn der Doktor kein genereller "Dickenhasser" ist, dann wird er sich wohl damit zufrieden geben. Es kommt wohl auch darauf an, an wen man gerät. Und wenn ich nicht wirklich Herz- oder Kreislaufprobleme habe, bin ich ja wohl in deren Augen auch nicht die Risikogruppe, die jeden Monat krank "feiert".

Eure Erlebnisse mit dem Thema sind ja doch sehr unterschiedlich. Meine Freundin z.B. musste nur einen Fragebogen ausfüllen, sich den Bauch abtasten lassen (?) und eine Blutprobe abgeben - das war allerdings ein anderer Regierungsbezirk.

Nun ja, sollte ein Problem auftreten, kann ich ja immer noch mit dem Betriebsrat oder dem Chef selbst sprechen.

Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung!

LG Kathinka

stübbken
17.10.2007, 17:11
Bei meiner Einstellungsuntersuchung forderte die Amtsärztin mich auch, meine Brille abzunehmen. Dann musste ich Buchstabentafeln an der Wand entziffern, was natürlich kläglich mißlang. Darauf die Amtsärztin: "Sie müssen auf jeden Fall zum Augenarzt. Wissen Sie, dass Sie eine Brille brauchen?"

stübbken

Rita
17.10.2007, 18:37
Bei meiner Einstellungsuntersuchung forderte die Amtsärztin mich auch, meine Brille abzunehmen. Dann musste ich Buchstabentafeln an der Wand entziffern, was natürlich kläglich mißlang. Darauf die Amtsärztin: "Sie müssen auf jeden Fall zum Augenarzt. Wissen Sie, dass Sie eine Brille brauchen?"

stübbken

:bruell:

Itsme
17.10.2007, 19:36
Bei meiner Einstellungsuntersuchung forderte die Amtsärztin mich auch, meine Brille abzunehmen. Dann musste ich Buchstabentafeln an der Wand entziffern, was natürlich kläglich mißlang. Darauf die Amtsärztin: "Sie müssen auf jeden Fall zum Augenarzt. Wissen Sie, dass Sie eine Brille brauchen?"

stübbken

Komme gerade vom traurigen Besuch des kranken Kätzchens meiner Tochter und war ganz bedrückt.

Als ich dies las musste ich jedoch laut lachen und das tat einfach gut!

Danke stübbken. :-)

simsalabine
18.10.2007, 07:17
Bei meiner Einstellungsuntersuchung forderte die Amtsärztin mich auch, meine Brille abzunehmen. Dann musste ich Buchstabentafeln an der Wand entziffern, was natürlich kläglich mißlang. Darauf die Amtsärztin: "Sie müssen auf jeden Fall zum Augenarzt. Wissen Sie, dass Sie eine Brille brauchen?"

stübbken

Was für eine messerscharfe Diagnose! Herrlich...:applaus:

Kathinka
18.10.2007, 12:13
Kein Witz, aber das habe ich auch mal ähnlich erlebt... bei einer Einstellungsuntersuchung zu meiner Ausbildungsstelle damals.

Vor dem Sehtest: "Nehmen Sie bitte die Brille ab?"
Ich: "Aber dann bin ich blind wie ein Maulwurf..."
Die Tusse: "Ach so, ja dann... lassen Sie sie auf."

Aber Stübbken's Ärztin hat sich selbst übertroffen!!!

Dann sollte ich mir wirklich nicht so große Sorgen machen... :-D

Kathinka
25.10.2007, 12:32
Nun ist es fast soweit... heute erhielt ich die Zusage für den Job, unter Vorbehalt der ärztlichen Untersuchung, die am 5.11. stattfinden soll. Mir geht gerade der Allerwerteste auf Grundeis und ich kann mich gar nicht richtig freuen...

Wie peinlich wäre es, wenn ich am 2.11., meinem ersten Arbeitstag, da gut gelaunt auflaufe und die ganze Angelegenheit sich am 5.11. schon wieder erledigt hätte? Wie sag ich's meinen Eltern, Freunden, Verwandten?

LG Kathinka *dieamstockgeht*

Stadtmadl
25.10.2007, 13:21
Nun ist es fast soweit... heute erhielt ich die Zusage für den Job, unter Vorbehalt der ärztlichen Untersuchung, die am 5.11. stattfinden soll.
... das ist eine standardisierte Formulierung - mach' Dir doch da nicht soviele Gedanken.

Was zählt, ist Deine Qualifikation für den Job und wenn das passt, dann kenne ich bisher keinen Arbeitgeber, der Dich ablehnen würde, weil Du ihm zu dick bist. Nicht als Buchhalterin. Da ist "Sitzfleisch" doch eher von Vorteil. :)

Wirklich, ich glaube, Du brauchst echt nicht so viel Angst haben.

Stadtmadl
04.11.2007, 19:30
Hallo Kathinka,

ich drück Dir die Daumen für Morgen! :daumen:

Stadtmadl
06.11.2007, 19:56
Na, wie ist es ausgegangen? Bin ein bißchen besorgt, weil man nichts von Dir hört. Täte mir so leid, wenn es nun doch nicht geklappt hätte.

Kathinka
07.11.2007, 14:50
Danke für die guten Wünsche! Daumendrücken hat geholfen!

Ich war vorgestern mit schlotternden Knien bei der Untersuchung und kurz gesagt: ich bin durch - mit einer Einschränkung!

Es gab das volle Programm: Blut, Pipi, Blutdruck (der war 160/80, ist sonst aber wirklich normal), Lungenfunktion, EKG (nur im Liegen, zum Glück nicht beim Radfahren), Hörtest, Sehtest und am Ende noch die Vorstellung beim Doc selbst. Ich musste TATSÄCHLICH schon wieder was vorturnen (ist das eigentlich normal??? :eek:), aaah sagen, Reflexe, abhorchen & abtasten und dann kam das Urteil!

Er hat mich erstmal so allgemein befragt, nach meinem Berufsweg und dann wollte er wissen, warum ich so dick bin, seit wann und, ob ich was dagegen zu tun gedenke... das hat mich so noch niemand gefragt! Er sagt, er hält mich für fähig, zu buchhalten, aber er sieht Probleme mit dem Blutdruck und "mehr" kommen, wenn ich nicht langfristig mein Gewicht reduziere. Deswegen gibt er für ein Jahr sein "okay" (mein Arbeitsvertrag ist auch erstmal für ein Jahr befristet) und ich soll dann noch mal vorsprechen, d.h. er hat eine Nachuntersuchung für 11/2008 vorgemerkt.

Somit bin ich also "durch gekommen" mit der Auflage, mein Gewicht zu reduzieren. Er hat nicht gesagt, wieviel, aber das wollte ich auch lieber nicht fragen.

Die haben mich übrigens noch nicht mal gewogen... ich habe mein Gewicht selbst angegeben. Und nicht geschummelt!

Jedenfalls habe ich das "Ergebnis" dann mal in der Personalabteilung berichtet, als man mich fragte, wie es war. Die Personal-Frau starrte mich mit offenem Mund an: "Der hat von Ihnen VERLANGT, dass Sie eine Diät machen??? Das DARF der gar nicht, das ist ein Eingriff in die Privatsphäre!". Jedenfalls sind wir so verblieben, dass sie noch mal nachfragen will, was das soll, wenn der Bericht des Arztes kommt, aber Hauptsache sei für sie, dass "geeignet" draufsteht.

Noch eine ulkige Sache: der Doc hat groß und breit auf meinem Karteiblatt "adipositas per magnum" notiert. Denkt der, ich esse zuviele "Magnums"? :rolleyes: Der Begriff kommt doch aus dem Lateinischen "permagnus"... vermutlich hat er öfter in Latein gefehlt und beherrscht das Deklinieren nicht.

Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll... aber zumindest habe ich jetzt schon mal meinen Job angetreten und es gefällt mir sehr gut, wenn man nach drei Tagen überhaupt so was beurteilen kann. Vielleicht hätte ich mich nicht auf so einen Kuhhandel einlassen sollen, aber ich habe ein Jahr nicht gearbeitet und WOLLTE den Job.

Was haltet Ihr von dieser "Auflage"???

Stadtmadl
07.11.2007, 15:16
Erst mal Gratulation und Glückwünsche, dass es geklappt hat!!! :applaus:

Und was heißt "Kuhhandel"? Du wolltest den Job, jetzt hast Du ihn und den Arzt würde ich weitgehend ignorieren.

Sollte die Untersuchung nächstes Jahr wieder anstehen, dann nimmst Du vorher einen leichten Beta-Blocker plus ein paar Baldriantropfen - dann ist der Blutdruck wo er hingehört und dann hat er auch nicht mehr viel zu melden.

Als Arzt kann er zwar "Bedenken" äußern, aber die Entscheidung liegt bei der Personalabteilung und bei Deinem Chef und wenn die mit Dir zufrieden sind, dann kann sich Herr Doktor eingraben.

Jetzt freu Dich erst mal richtig! :)

Kirstin
07.11.2007, 15:19
Du sollst aber nicht verbeamtet werden, oder? Das wäre nämlich der einzige Grund, eine Gewichtsabnahme zu verlangen.

Ach ja, ich habe neulich irgendwo gelesen, dass man zwar nicht wegen Übergewicht gekündigt werden darf, aber die Einstellung darf wegen Übergewicht verwehrt werden. Da greift auch das vielzitierte AGG nicht (natürlich nicht...).

Auf jeden Fall würde ich mir keine Gedanken und vor allem keinen Stress machen. Denn dann würde das mit dem Abnehmen erst recht schwierig werden. Oder Du machst es so, wie eine Bekannte von mir das machte, als sie verbeamtet werden wollte. DerArzt meinte, sie müsse 10% abnehmen, sie hat die bis zum nächsten Termin abgenommen, wurde verbeamtet und hat dann diese 10% wieder zugenommen.

Kirstin

Smutje
07.11.2007, 19:41
Herzlichen Glückwunsch, haben wir nicht ein Antidiskriminierungsgesetz ?

Lovely Rita
07.11.2007, 20:06
Oder Du machst es so, wie eine Bekannte von mir das machte, als sie verbeamtet werden wollte. DerArzt meinte, sie müsse 10% abnehmen, sie hat die bis zum nächsten Termin abgenommen, wurde verbeamtet und hat dann diese 10% wieder zugenommen.


da kann ich jetzt ehrlich gesagt nur den kopf schütteln.

Dralle Deern
08.11.2007, 08:05
Herzlichen Glückwunsch, haben wir nicht ein Antidiskriminierungsgesetz ?Haben wir. Aber das schließt Dicke und andere Menschen mit besonderen Körperformen explizit nicht mit ein. Mit keinem Wort werden diese erwähnt.

Und schließlich wird ein Dicker ja nicht wegen seines Dickseins nicht eingestellt :holy: natürlich nicht, was denken wir denn. Aber da Dicksein nunmal Ursache für häufiges Kranksein ist, kann sich halt nicht jeder Betrieb einen Dicken leisten :ironie:

(Ist natürlich Quatsch, bin derzeit auch krankgeschrieben, aber ich habe schonmal gehört, dass Schlanke auch Ohren- und Stirnhöhlenentzündungen bekommen können, so gerüchteweise wurde mir das zugetragen :cool2:)

Itsme
08.11.2007, 08:32
@ Kathinka

Super-supertoll!:applaus::applaus::a pplaus:

Herzlichen Glückwunsch!!!:daumen:

Sally
08.11.2007, 09:23
Haben wir. Aber das schließt Dicke und andere Menschen mit besonderen Körperformen explizit nicht mit ein. Mit keinem Wort werden diese erwähnt.
Richtig. Das Anti-Diskriminierungsgesetz ist nur für Menschen, die nicht schuld sind an ihrem Zustand. Sprich behindert, homosexuell oder alt ... (Vorsicht Satire) :rolleyes:

Itsme
08.11.2007, 09:58
Aber alt wird man doch nur, wen man dauernd Sport treibt, sehr gesund und immer Diät lebt!
Also haben Menschen doch Schuld daran, wenn sie alt werden.
Und was das kostet...

Kirstin
08.11.2007, 11:52
da kann ich jetzt ehrlich gesagt nur den kopf schütteln.
Naja, die 120 kg waren nun mal ihr persönliches "Wohlfühlgewicht". Übrigens ist sie Lehrerin. Unter anderem Sportlehrerin und hat alle ihre Prüfungen mit 120 kg bestanden. Sie ist also durchaus sehr fit.

Kirstin

Itsme
08.11.2007, 14:47
Ich glaube,
das Kopfschütteln ging nicht in die Richtung, dass 120 kg nicht ein Wohlfühlgewicht sein können, sondern darum, dem Körper eine rasante Abnahme von 10% abzuverlangen und diese dann auch bewusst wieder zuzunehmen. Eben dieses bewusste auf und ab, was viele von uns, - ich auch, - unserem Körper durch viele Diäten ungewollt angetan haben. So etwas gewollt und bewusst zu tun, würde auch von meiner Seite ein Kopfschütteln bringen.


Ich habe von diesen pauschalen 10% schon des öfteren gehört. Ich glaube, auch bei WW wird davon gesprochen, das bereits eine Abnahme von 10% eine enorme gesundheitliche Entlastung sein sollen. Was ich daran nicht so ganz verstehe ist, dass hier nie nach dem Ausgangsgewicht gefragt wird. So könnten diese 10% theoretisch 7 kg (oder weniger) sein, oder aber 25 kg.(oder mehr.)

Lovely Rita
08.11.2007, 15:10
stimmt, 120 kilo kann ich durchaus als wohlfühlgewicht betrachten. mich irritiert eher deine formulierung - noch dazu in form eines ratschlags. auch wenn er nicht richtig ernst gemeint war, liest sich das komisch. so in richtung "hauptsache, dick". und davon distanziere ich mich mit meinen 170 kilo , mit denen ich mich wohl fühle, trotzdem wären mir weniger lieber.

Kirstin
08.11.2007, 15:38
ok, als Ratschlag wollte ich es nicht betrachten. Aber ich glaube, die meisten hier wissen, dass nicht Abnehmen häufig das Problem ist, sondern das neue Gewicht zu halten. Wobei ich für mich schon Probleme mit dem Abnehmen an sich habe. Es tut sich einfach nix. Und wenn, dann sind die paar Kilo ruck zuck wieder drauf, ohne dass ich mich sonderlich anstrengen müsste.

Kirstin, ist froh, dass sie nur einmal eine Einstellungsuntersuchung machen musste und da ihr Gewicht keine Rolle spielte.

Kathinka
09.11.2007, 15:46
Nee, das AGG greift nicht... ebenso nicht, wenn man nicht eingestellt wird, weil man nicht einer Kirche angehört. Anderes Thema, aber auch mir zwei Mal passiert.

:-D Ich habe auch beschlossen, mich erst einmal über die Stelle zu freuen!!! Eine Woche habe ich jetzt schon hinter mir und bis jetzt gefällt es mir sehr gut. Nein, verbeamtet werde ich nicht, ich bin nur angestellt.

Wenn ich mich gut einarbeite und die mich gerne behalten wollen, dann kann der Doc sich auf den Kopf stellen, oder nicht? Die ultimative Entscheidung trifft doch wohl ein Geschäftsführer - so oder so. Ich will natürlich sehr gerne an meinem Gewicht "arbeiten" (tu ich das nicht immer... irgendwie...), aber will mich nicht unter Druck setzen lassen. Uns allen ist klar, dass hohes Übergewicht nicht "gesund" ist, aber eine Gewalt-Diät ist sicher auch keine Lösung. Das kann kein normal intelligenter Mensch verlangen (aber was heißt hier schon "normal").

Auch ich kann wegen meiner "Diät-Karriere" bestätigen, dass Abnehmen kein Problem ist... aber das Halten. Ich glaube, ich habe mich selbst schon mehrmals komplett ab- und wieder zugenommen. Ich möchte nicht wissen, welche Schäden das bei meinem Körper angerichtet hat. Bis zum 18. Lebensjahr hatte ich makellose, perfekte Zähne... dann habe ich meine erste Radikal-Diät gemacht mit Appetitzüglern und dem vollen Programm... seitdem habe ich arge Probleme mit "toten" Zähnen und Wurzelentzündungen. Ich weiß nicht, ob man da so pauschal einen Zusammenhang herstellen kann, aber es ist auffällig.

Rückblickend tut mir das heute sehr leid für mich. Wenn ich damals mehr Selbstbewußtsein gehabt hätte und nicht dem Diäten-Teufelskreis angefangen hätte, wäre mir einiges an Kummer (und Füllungen) erspart geblieben.

Ich werde jetzt gewiß nicht wieder mit so einem Irrsinn anfangen.

Sally
09.11.2007, 18:13
Ich glaube, ich habe mich selbst schon mehrmals komplett ab- und wieder zugenommen.

*LOL*

Darf ich den Satz für zukünftige Diät-Diskussionen mitnehmen?

Kathinka
14.11.2007, 15:29
Ja, darfst Du, Sally... ist aber wirklich die Wahrheit!

Übrigens habe ich noch etwas hinzuzufügen zu meiner Bemerkung, dass der Geschäftsführer die ultimative Entscheidung trifft. Das ist übrigens wirklich so, allerdings kennt er die "Umstände" mit mir noch gar nicht!!! Heute, 9 Tage nach der Untersuchung, hat der Betriebsarzt den "Befund" an die Firma geschickt und reingeschrieben: "Keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen".

Die Frau aus der Personalabteilung sagte, dass der Geschäftsführer da nachfragen wird, was das denn für Voraussetzungen sind (das könnte ja "sonstwas" bedeuten) und dann eine Entscheidung trifft, ob das relevant ist oder nicht. Das heißt auf gut deutsch: ich bin heute immer noch nicht viel schlauer als vor 9 Tagen. Leider ist der Typ erst am Freitag wieder "im Hause", so dass ich nun wieder ein paar Tage in der Luft hänge.

Ich habe beschlossen, das Gespräch mit dem Geschäftsführer zu suchen, um ein wenig Klarheit in die Sache zu bringen. Das täte meiner Seele besser.

Stadtmadl
14.11.2007, 22:38
Pass auf, dass Du Dich mit dem Gespräch nicht in Zugzwang bringst, plötzlich abnehmen zu müssen. Ich würde eher darauf tippen, dass der Geschäftsführer das liest, abnickt, in die Ablage stopft (stopfen lässt) und sich nie wieder an die "bestimmten Voraussetzungen" erinnert.

Das kann passieren. Natürlich kann er Dich auch um ein Gespräch bitten, aber das halte ich eher für unwahrscheinlich, ausser er ist sehr detailverliebt. Das würde ich aber einfach mal abwarten. Mein Befürchtung ist, dass wenn Du das Thema mit ihm ausdiskutierst, Du Ende der Woche vermutlich mit einem Diätplan in der Hand dastehst und nun plötzlich offiziell die Auflage hast, abzunehmen, denn was soll er Dir denn anderes sagen, wenn es nun mal der Arzt empfiehlt und Du ihn auch noch daran erinnerst? Er wird sich nicht gleich von vorneherein über so eine Aussage vom Betriebsarzt hinwegsetzen, dazu muss ihm schon was an Dir liegen.

Also, mach doch erst mal eine Weile Deine Arbeit gut, warte, bis er Dich schätzen lernt und auf Deiner Seite ist und wenn es unbedingt sein muss, dann kannst Du das Thema nochmal auf den Tisch bringen. Ansonsten, lass es doch einfach in der Versenkung verschwinden, wo es hingehört.

Kathinka
15.11.2007, 14:52
Hm, ja, danke für den guten Tipp! Du hast vermutlich recht: wenn es eine "große Sache" ist, wird er mich wahrscheinlich sowieso zu sich rufen. Wenn nicht, ist es nur die Ablage P wie Personalakte. Also besser nicht schlafende Hunde wecken...

Ich sehe auch nicht wirklich ein, für einen Chef oder für einen Arzt eine Diät machen zu müssen. Irgendwie gefällt mir diese Attitüde nicht: "Sie ist zwar nicht krank, aber es könnte jeden Moment losgehen...". Ich könnte ja auch jederzeit unter einen Bus kommen...

Aber ich fühle mich jetzt schon ein wenig beruhigter! Ich halte Euch auf dem Laufenden, ob es ein "Nachspiel" gibt oder nicht. Morgen oder Montag weiß ich wahrscheinlich schon mehr.

elefäntchen
15.11.2007, 21:33
Hallo,
soviel ich weiß, muss ja so ein Arzt sagen, was denn die bestimmten Voraussetzungen sind. Ausserdem glaube ich mich zu erinnern, dass die Tendenz zum sinkenden Gewicht teilweise schon ausreicht, um ein o.k. zu bekommen. Hauptsache ist, du hast bis zum nächsten Termin nicht zugenommen. Also, 1-2 Monate vor der Untersuchung eine kleine Diät machen und gut ist.

Wirst du immer nur ein Zeitvertrag bekommen? Wenn ja, ist das Ergebnis vom Doc doch sowieso egal - schließlich läuft der Vertrag automatisch nach 1 Jahr aus. Und wenn du dann in der Zeit extrem häufig wegen deinem Übergewicht erkrankt bist, ist es ein leichtes, dich "loszubekommen".

Ich wünsch Dir viel Glück, dass das alles in die Ablage "P" geschoben wird und gut is(s) !!:five:


P.S: Ich will ja nicht angeben, aber seit meiner ersten und letzten Untersuchung, bei der der Arzt ein o.k. gegeben hat, habe ich 50 Kg zugenommen !! Trotz dem Hinweis: Gewichtsreduktion sinnvoll !

Stadtmadl
15.11.2007, 23:25
Also, 1-2 Monate vor der Untersuchung eine kleine Diät machen und gut ist.
Soweit würde ich nicht gehen - das wäre dann doch zu viel verlangt, finde ich. Einfach den Termin abwarten und dann den Chef vor die Wahl stellen, ob er sich wegen so einer vagen Einschätzung des Arztes nun wirklich wieder jemand neuen suchen will oder ob der Vertrag so verlängert wird, wie Du dann eben gerade bist. So wie ich die Begeisterung der Chefs für Bewerbungsrunden kenne - und auch die Probleme, jemand geeigneten zu finden - wird er freundlich nicken und den Vertrag verlängern, vorausgesetzt arbeitsseitig hat alles gepasst. Aber davon gehe ich jetzt einfach mal aus.

Kathinka
22.11.2007, 15:36
Also, wie ging es weiter? Gar nicht... irgendwie...

Ich habe nichts mehr gesagt oder gefragt (Hunde schlafen lassen!) und es ist auch niemand auf mich zugekommen. Ich bin der Personalchefin und dem Geschäftsführer mehrmals begegnet und keiner der beiden hat das Einstellungsuntersuchungs-Ergebnis irgendwie erwähnt. Da ich inzwischen auch schon Gehalt bekommen habe (juhu, sogar Weihnachtsgeld für 2 Monate!) und meine Anmeldung zur Zusatz-Versorgungskasse erfolgt ist, gehe ich jetzt mal davon aus, dass das Thema vorerst vom Tisch ist.

Ja, ich habe jetzt nur einen Vertrag für ein Jahr, da sie es als verlängerte Probezeit sehen. Sollte man mit meiner Arbeit zufrieden sein, wird die Stelle "entfristet" und ich werde fest eingestellt. Ich glaube auch nicht, dass der Einstellungs-Zirkus bei Chefs besonders beliebt ist und wenn ich mich als gute Mitarbeiterin zeigen sollte (und nicht dauernd "gewichtsbedingt" krank bin), dann wäre er doch BEKNACKT, mich nicht zu behalten.

Ich habe mich auf jeden Fall jetzt erst einmal komplett abgeregt und vertiefe mich in meine neuen Aufgaben!

Danke Euch allen!

eskapa
06.02.2008, 20:43
Also ich möchte dir deine Illusionen nur ungern nehmen, aber auf die Nachuntersuchung wird dein Arbeitgeber auf jeden Fall zurück kommen.

Ich arbeite selber in der Branche und Einstellungen werden nun einmal nur unter bestimmten -auch gesundheitlichen- Voraussetzungen vorgenommen und hier in SH werden Bewerber mit einem BMI von über 26 nicht eingestellt.
Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen und nicht als Nötigung oder Drangsalierung.

Darcy
06.02.2008, 21:14
werden Bewerber mit einem BMI von über 26 nicht eingestellt.
Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen

Als Chance wofür?
Dass sie bis zur Nachuntersuchung noch irgendwie auf nen BMI unter 26 kommt???

Gast
06.02.2008, 21:50
Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen und nicht als Nötigung oder Drangsalierung.

Sorry... aber was anders als Drangsalierung und Nötigung ist das denn!!!Wenn jemand seine Leistung bringt, sollte die Figur keine Rolle spielen... von Berufen wie z.B. Stewardess vielleicht mal abgesehen.

LG
LOF

Nette
06.02.2008, 21:53
... von Berufen wie z.B. Stewardess vielleicht mal abgesehen.

Warum denn nun das wieder?

Gast
06.02.2008, 21:58
Warum denn nun das wieder?

Schlag mich, wenn ich falsch liege... aber ich dachte einfach, dass man mit 160 kg vielleicht nicht mehr ganz so wendig durch die Gänge des Flugzeugs kommt. Aber abgesehen von dieser Annahme hab ich persönlich natürlich überhaupt nix gegen ne dicke Stewardess... im Gegenteil.

LG
LOF

Nette
06.02.2008, 22:02
:grins: Oh ja, ich darf dich schlagen!!! :applaus:

Nee, nun mal ernsthaft. Klar sind die Gänge im Flugzeug zu schmal, mit meinen 180 kg durfte ich das erst letzten Oktober mal wieder spüren.

Nur warum muß das so extrem eng sein?

Und noch dazu, eine Stewardess ist mit 70, 80 oder 90 kg schon unvorstellbar, was ich nicht in Ordnung finde. Mit dem Gewicht hätte man wirklich noch kein Problem.

Was ich eigentlich sagen wollte, auch eine Stewardess könnte mit einem BMI über 26 noch gute Leistung bringen, es muß ja nicht gleich ein BMI von 64 sein.

Gast
06.02.2008, 22:29
:grins: Oh ja, ich darf dich schlagen!!! :applaus:


Na dann mal los :-D


Was ich eigentlich sagen wollte, auch eine Stewardess könnte mit einem BMI über 26 noch gute Leistung bringen, es muß ja nicht gleich ein BMI von 64 sein.


Da hast du auch völlig Recht... ich wollte ja auch eigentlich nur sagen, dass ich z.B. verstehen kann, wenn die Lufthansa niemand mit BMI 64 einstellt. Bei BMI 30 kann ich das absolut nicht... und mir fehlt auch jegliches Verständnis dafür, wenn man mit nem BMI 64 keinen Bürojob kriegt, nur weil man dem Chef nicht gefällt oder der an der Belastbarkeit zweifelt. Krank kann auch ein schlanker Mensch werden... und wenn jemand wirklich arbeitsunfähig wird, hat der Arbeitgeber ja heutzutage auch nicht lange zu zahlen.
Mir kann keiner erzählen, dass meine Frau ne schlechtere Lehrerin ist... und wenn ich an die Fehltage denke... sie hat kaum welche!

LG
LOF

Rita
06.02.2008, 22:50
in österreich hat man in den 1960ern begonnen dicke nicht mehr zu verbeamten. das betraf krankenschwestern, lehrer, aber natürlich auch büromenschen. allerdings war der finanzielle nachteil für vertragsbedienstete, zumindestens während des aktiven dienstes marginal. so mancher hat sich aber für die pragmatisierung schlank gehungert, um dann wieder dick zu werden bzw. dicker als zuvor.

trotz der tatsache, dass der beamtenstand vor dicken berufseinsteigern konsequent bewahrt wurde, ist die frühpensionierung aus gesundheitlichen gründen und den beamten österreichs um ein drittel höher, als bei normalen angestellten.

diese art von auslese ist unsinnig, dumm und alles andere als eine chance.

Itsme
07.02.2008, 07:52
... und hier in SH werden Bewerber mit einem BMI von über 26 nicht eingestellt.
Das ist Fakt

...und das ist eine unglaubliche Diskriminierung.

Was hat die Kilozahl oder der BMI (der an sich schon hirnrissig ist) mit den beruflichen Fähigkeiten eines Menschen zu tun?

Das hieße also, sollte die entsprechende Person bei der Nachuntersuchung den BMI von 26 nicht vorweisen können, kann sie in ihren beruflichen Fähigkeiten alle anderen weit überflügeln und würde trotzdem keine Verängerung bekommen? Oder wie soll man das verstehen?

Melosine
07.02.2008, 17:18
Nun wird ja dauernd in unserer modernen Welt mit Abkuerzungen rumgeworfen, als ob es kein Morgen gibt. BMI ist so einer von denen. Wie schauts denn aus mit dem IQ?

Also sieht die Zukunft so aus, dass alle Beschaeftigten zwar den richtigen Bee Emm Iiiiih haben werden. Nur dann auch leider den entsprechenen Iiiiiiih! Kuuuuuh! :girl:
:gurke:

Dralle Deern
07.02.2008, 17:40
Bingo! :applaus:

Stadtmadl
07.02.2008, 18:07
Also ich möchte dir deine Illusionen nur ungern nehmen, aber auf die Nachuntersuchung wird dein Arbeitgeber auf jeden Fall zurück kommen.

Ich arbeite selber in der Branche und Einstellungen werden nun einmal nur unter bestimmten -auch gesundheitlichen- Voraussetzungen vorgenommen und hier in SH werden Bewerber mit einem BMI von über 26 nicht eingestellt.
Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen und nicht als Nötigung oder Drangsalierung.
Ist bei euch auch eine Gehirnwäsche eine Einstellungsvoraussetzung?

Entschuldige den aggressiven Ton, aber ich konnte gerade nur noch den Kopf schütteln. Erst mal sehe ich nicht, welche Chance in einer Nachuntersuchung liegen soll, die Kathinka womöglich den Job kostet aus Gründen, die rein gar nichts mit ihrer Leistung zu tun haben. Das ist keine Chance sondern Schwachsinn. Zweitens ist sie auch schon eingestellt, also hat sie vielleicht einen etwas intelligenteren Chef als Du. Drittens möchtest Du ihr ihre Illusionen durchaus gerne nehmen, sonst hättest Du den Beitrag ja wohl nicht geschrieben, also spar Dir bitte diese salbungsvolle Einleitung und viertens glaube ich nach wie vor, dass Du vielleicht formal Recht hast, in der Sache jedoch für jeden Abteilungsleiter, Dienststellenleiter oder was auch immer derjenige ist, letztlich nur zählt, ob und wie die Arbeit gemacht wird. Da mag ein hoher BMI ein bequemer Abschiebegrund sein, aber wenn jemand seinen Job kann und gut macht, dann wird jeder vernünftige Chef ein Schlupfloch finden - welches auch immer.

Was mich vor allem ärgert, ist die Tatsache, wie Du mit Deiner Besserwisserei Kathinka erst mal für fast ein ganzes Jahr Angst machst und sie unter Druck setzt. Und am Ende wird nichts von Deinen Prophezeihungen eintreten, ausser, dass sie sich lange Zeit vor etwas gefürchtet hat, was einfach nur Quatsch ist. Sorry, aber das muss doch wohl wirklich nicht sein.

Itsme
07.02.2008, 18:41
@ Stadtmadl

Genau!:applaus:

Gast
07.02.2008, 19:32
@ Stadtmadl

... prima formuliert!

LG
LOF

eskapa
07.02.2008, 22:07
Vielen Dank auch für das aggressive Entgegenkommen und ein großes Dankeschön an Stadtmadl, dass ich dank dir nun endlich weiß, was ich möchte und was nicht und was ich wie meine.
Als Chance sehe ich nicht die Nachuntersuchung, sondern die Einstellung an sich, aber wer das wieder falsch verstehen möchte, kann das gerne tun.
Und wer lieber mit verschlossenen Augen durchs Leben laufen möchte und hofft, dass landesweite Einstellungsvoraussetzungen, die genau festgeschrieben sind, ausnahmsweise mal ignoriert werden, der soll auch das tun.
Das hat nichts mit bange machen zu tun, denn alles andere ist Augenwischerei.

Und einen aggressiven Ton entschuldigen, der genauso beabsichtigt war - warum denn?

Stadtmadl
07.02.2008, 22:36
Als Chance sehe ich nicht die Nachuntersuchung, sondern die Einstellung an sich, aber wer das wieder falsch verstehen möchte, kann das gerne tun.


Ich fand's im Folgenden recht eindeutig formuliert, aber vielleicht hast Du das ja hier anders gemeint:


Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen und nicht als Nötigung oder Drangsalierung.

Vielen Dank auch für das aggressive Entgegenkommen und ein großes Dankeschön an Stadtmadl, dass ich dank dir nun endlich weiß, was ich möchte und was nicht und was ich wie meine.

Ansonsten nehme ich die Entschuldigung gerne zurück und freue mich, dass ich Dir weithelfen konnte.


Und wer lieber mit verschlossenen Augen durchs Leben laufen möchte und hofft, dass landesweite Einstellungsvoraussetzungen, die genau festgeschrieben sind, ausnahmsweise mal ignoriert werden, der soll auch das tun. Das hat nichts mit bange machen zu tun, denn alles andere ist Augenwischerei.
Und in diesem Punkt sprechen wir uns dann am besten in ca. 1 Jahr wieder, dann werden wir ja sehen, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Gast
07.02.2008, 22:38
Das ist Fakt und die Nachuntersuchung solltest du als Chance ansehen und nicht als Nötigung oder Drangsalierung.

@eskapa:

Sorry, aber du schreibst hier eindeutig, dass die Nachuntersuchung die Chance ist.
Und was mich betrifft, will ich ja nicht dich kritisieren, sondern eher die landesweiten Einstellungskriterien, die ich für Diskriminierung halte :mad:

LG
LOF

eskapa
07.02.2008, 23:47
Sorry, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe.
Ich meinte, dass die Einstellung an sich eine Chance ist, nicht speziell die Nachuntersuchung.
Aber durch die Festsetzung eines NU-Termins wurde Kathinka erst die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme gegeben.
Der Amtsarzt hätte sie ja auch gleich ablehnen können.

Hier sieht es so aus, dass übergewichtigen Kandidaten die Möglichkeit einer Gewichtsabnahme eingeräumt wird - dazu die NU .

Ich sage nicht, dass ich dieses Verhalten gutheiße, dass man am Untersuchungstag das passende Gewicht haben muss.
Wenn man sich danach wieder 30 kg anfrisst, ist es egal, da einen der Amtsarzt bei stabiler Gesundheit und unbefristetem Vertrag in der Regel nicht mehr wieder sieht.

Dralle Deern
08.02.2008, 05:09
Wenn man sich danach wieder 30 kg anfrisst, ist es egal, da einen der Amtsarzt bei stabiler Gesundheit und unbefristetem Vertrag in der Regel nicht mehr wieder sieht.
Ich finde, dieser Satz von Dir verrät mehr, als Dir wahrscheinlich lieb ist. Allein die Tatsache, dass Du "anfressen" unterstellst zeigt mir, dass Du Dich vielleicht erstmal eingehender mit dem Thema Übergewicht befassen solltest, dazu bietet dieses Forum mit seiner Website die Möglichkeit.

Itsme
08.02.2008, 09:16
Wenn man sich danach wieder 30 kg anfrisst,

Schluck...:eek:

"wieder anfrisst..." bedeutet für mich, auch schon vorher waren die Kilos einfach mal eben so, weil man nicht nachgedacht hat, weil es einem egal ist, weil man so unbeherscht ist, angefressen...

Der Satz tut regelrecht weh. Das dazugehörige Bild ebenso.

Dralle Deern
08.02.2008, 16:20
Die Offtopic-Eskapaden wurden hier hin (http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=4660) verschoben.

In diesem Thread geht es bitte mit dem eigentlichen Thema weiter.

Kathinka
27.12.2008, 13:40
Vielleicht interessiert Euch, wie die Geschichte weitergeht?

Ein Jahr ist nun in's Land gegangen... ich habe schon im August einen unbefristeten Vertrag bekommen (und sogar eine Gehaltserhöhung *staun*), aber da war ja immer noch die Sache mit dem Amtsarzt, der Auflage abzunehmen und der Nachuntersuchung. Und auch in dem neuen Vertrag stand die Klausel mit der Einstellungsuntersuchung.

Am 27.11.08 war es dann soweit. Diesmal musste ich nicht ins Arbeitsmedizinische Zentrum, der Doktor kam ins Haus und hatte 20 Termine an dem Tag. Unter anderem auch mich.

Zunächst kam das allgemeine Prozedere: Pipi (kein Zucker), Blutabnahme, ein paar Fragen und DANN DER BLUTDRUCK! Ich merkte, wie sofort mein Herz im Hals schlug, als die Arzthelferin sich mit der Manschette näherte. Dann maß sie 180/80 und kommentierte das mit "Was ist denn mit Ihnen los?". Ich war kurz vor'm Schreikrampf und sagte, ich hätte eine Weißkittelphobie und sie sollte doch mal messen, wenn ich total entspannt sei. Daraufhin notierte sie die Uhrzeit der Messung und sagte, man könnte ja noch mal darauf zurückkommen. Dann wurde ich auf den "Wartestuhl" im Flur geschickt.

Derweil kommt mein Chef vorbeigeschlendert, fragt, was ich hier mache und ich gehe sofort hoch wie ein HB-Männchen. Ich erzählte ihm gestenreich in Kurzform die Weißkittel-Blutdruck-Abnahme-Geschichte, was er aber nicht weiter ernst nahm, sondern eher lustig fand. Für mich war klar, jetzt ist alles gelaufen, der Doc würde mich für nicht geeignet halten und ich bekäme nächste Woche die Kündigung. Dann wurde ich aufgerufen und schoss - buchstäblich auf 180 - zum Doktor in den Raum.

Bevor der irgendwas sagen konnte, habe ich ihn angefahren... ja, jetzt können Sie wieder über mein Gewicht herfallen... kein Wunder, dass mein Blutdruck hoch ist... dauernd will mir einer ans Fell... ich kriege schon einen hohen Blutdruck, wenn ich nur an Sie denke... Ich dachte, es wäre egal, weil ich ja sowieso gefeuert würde, also könnte ich dem auch mal meine Gefühlslage ungeniert mitteilen.

Der Doktor grinste dann halbseitig, wehrte mich mit den Händen ab, sagte: "Ganz ruhig, ich glaube Ihnen ja." und hat dann ganz ruhig und freundlich ein paar Eckdaten, inklusive mein Gewicht (was sich übrigens nicht verändert hatte), abgefragt. Dann sagte er, dass er es prima fände, dass ich nicht zugenommen hätte. Er hätte überhaupt nicht erwartet, dass ich 20 Kilo abnehme, er wollte nur sehen, wohin die Tendenz geht. Ich war ziemlich fassungslos und habe dann ehrlich erzählt, dass ich mich monatelang zermürbt hätte und WIRKLICH sonst nicht so einen hohen Blutdruck habe, sondern nur, wenn ich mich in was hineinsteigere, besonders bei Ärzten. Ich habe ihm gesagt, dass ich "auf Kommando" einen Blutdruck von 200 prodzieren könnte. Er sagte dann, dass das durchaus vorkommen könnte, er wisse das auch. Sicherheitshalber sollte ich das aber immer bei den Ärzten messen lassen und im Auge behalten. Da der untere Wert okay war, geht er nicht wirklich davon aus, dass ich ein Problem hätte.

Dann hielt er mir noch einen langen Vortrag über Bewegung und Ernährung, so dass ich am Ende eher das Gefühl hatte, er wolle mir HELFEN und nicht über mich richten. Am Ende gab er dann sein Okay, aber er würde mich gerne in einem Jahr noch mal sehen und, wenn ich dann 2, 3 Kilo abgenommen hätte, würde er mich auch in Ruhe lassen, weil er sähe, dass ich kein "hoffnungsloser Fall" bin.

Was sagt man dazu? Vollkommen entspannt bin ich wieder an meinen Arbeitsplatz gestiefelt und habe mich gefragt, warum ich mich überhaupt so verrückt gemacht habe. Andererseits bestätigt sich auch mal das Sprichwort, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Unglaublich, wirklich!

Ein paar Tage später erhielt ich das Ergebnis der Untersuchung mit dem Urteil "keine Bedenken" und hinter dem Wort "Nachuntersuchung" hatte jemand handschriftlich "nicht erforderlich" geschrieben (entgegen der mündlichen Ankündigung!!!). Ich habe dann ganz entspannt in der Personalabteilung nachgefragt und dort sagte man mir, dass der Amtsarzt zwar eine Nachuntersuchung machen wollte, aber der Geschäftsführer der Meinung war, "es reicht jetzt" und das würde nur unnötige Kosten verursachen. Ich hätte ja keine Kranktage gehabt und sei ja wohl auch ansonsten arbeitsfähig. So geht's auch.

Ich muss sagen, ich habe mich wirklich fast ein Jahr zermürbt, aber ich konnte mir NICHT WIRKLICH vorstellen, dass mir ein Buchhalter-Job wegen Fettpolstern verwehrt wird (ich wollte nicht Felsklettern oder Marathon laufen). Übrigens habe ich durchaus schon un-schlanke Stewardessen gesehen... bei Egypt Air.

Tja, so ist es ausgegangen... danke denen, die mir Mut gemacht haben und "pfff" an die mit den Unkenrufen. Übrigens gefällt mir mein Job immer noch richtig gut!

LG Kathinka

Darcy
27.12.2008, 15:58
Hallo Kathinka,

freut mich sehr, dass es so gut ausgegangen ist - und dass der Stress mit dem Gewicht nun ein Ende hat.

Darcy

dramaqueen
27.12.2008, 18:05
Da kann ich mich nur anschließen:
Herzlichen Glückwunsch, dass da alles letztlich so gut gelaufen ist für dich!
Und danke, dass du uns über das Ergebnis infomrierst! ;)

Itsme
27.12.2008, 18:15
Glückwunsch!!!!!!!

Und ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen:
Klasse, dass Du uns darüber berichtet hast.:)

Maxima
27.12.2008, 20:48
Das ist doch wirklich mal eine gute Nachricht. Es freut mich, dass du einen so klugen kostenoptimierenden Chef hast!

Gast
27.12.2008, 21:08
@Kathinka:

Herzlichen Glückwunsch!!!

kikischatz
28.12.2008, 10:52
Oh klasse, Kathinka, das freut mich für Dich!

LG
Kiki

DickesM
30.12.2008, 00:03
Auch ich werde nach Gewicht bezahlt, und zwar schlecht. Ich arbeite als Lehrerin und bekomme für exakt dieselbe Arbeit wie meine verbeamteten Kollegen satte 700 Euro NETTO weniger (es gibt Tage, da möchte man mit 'ner Palette Slim Fast durch die Landesschulbehörde rennen und jedem eine Dose davon an den Kopf schmeißen). Dabei geht es mir weniger um den Beamtenstatus als solchen - ich will, verdammt nochmal, einfach das gleiche Gehalt haben, mehr nicht.

Und auch ich habe die Auflage vom Amtsarzt bekommen abzunehmen und zwar innerhalb eines Jahres. Eine exakte Zahl wurde nicht genannt, aber um auf einen "akzeptablen" BMI zu kommen, müssten das schon so um die 35kg sein.

Es ist einfach eine Frechheit, wie man behandelt wird, nur weil man dick ist. Man hat gute Abschlüsse, sich erfolgreich durchs Referendariat gequält - und nun wird man nach Gewicht bezahlt :mad:. Als ich meine erste Abrechnung in Händen hielt, habe ich nur noch geheult.

Für mich steht jedenfalls fest, dass ich nicht die nächsten 35 Jahre für dieses schmale Gehalt diesen Job machen werde, sondern mir langfristig Alternativen überlegen muss. Das ist schade, aber scheinbar nicht zu ändern.

Gefrustete Grüße,
DickesM

silentsound
30.12.2008, 08:37
Kathinka, ich finde es sehr schön, daß Du uns mittgeteilt hast, wie es Dir im letzten Jahr ergangen ist. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Arbeit und Deinen Chefs.

Für mich war mein viel höheres Übergewicht als Deines Anfang letzten Jahres auch gedanklich eine riesen Hürde mich wieder auf dem Arbeitsmarkt zu presentieren. Ich bin davon ausgegangen, daß ich überhaupt keine Chance habe, u.a. auch wegen meiner Krankengeschichte.

Ich hatte dann aber superviel Glück, und mein Gewicht war zumindest da wo ich mich vorgestellt habe, überhaupt kein Kriterium. Habe dann ein Jahr in einer Firma gearbeitet, wo man hochzufrieden mit meinen Leistungen war und habe mich mittlerweile orts- und arbeitesmäßig zu meinen Vorteil noch mal sehr verändert.

Mein Gerechtigkeitssinn ist immer auf 180 wenn ich lese oder höre, daß z.B. Lehrer aufgrund ihres Gewichtes so diskriminiert werden, sodaß es sich so erheblich auf der Gehaltsabrechnung bemerkbar macht.

Genauso ungerecht finde ich im übrigen aber auch den Unterschied zwischen Festangestellten und Zeitarbeitern, die die gleiche Arbeit für viel weniger Geld zu erledigen haben. (Gehört aber dann nicht in diesen Thread)

Hm, ich bin wirklich froh, daß ich von dieser Ungerechtigkeit zur Zeit nicht betroffen bin.

Sally
30.12.2008, 11:01
@ DickesM: Hier bei uns gibt es eine ganze Reihe guter und interessanter Privatschulen, die immer wieder gutes qualifiziertes Lehrpersonal suchen und sicher andere Kriterien anlegen. Du wohnst in der Nähe von Hamburg. Da gibt es das sicher auch. Vielleicht eine Alternative?

Gast
30.12.2008, 15:41
@ DickesM: Hier bei uns gibt es eine ganze Reihe guter und interessanter Privatschulen, die immer wieder gutes qualifiziertes Lehrpersonal suchen und sicher andere Kriterien anlegen. Du wohnst in der Nähe von Hamburg. Da gibt es das sicher auch. Vielleicht eine Alternative?

Ich arbeite für eine Privatschule unter kirchlicher Trägerschaft. Wir sind zwar nicht verbeamtet sondern angestellt, bekommen aber vom Arbeitgeber sowohl Renten- als auch Sozial-/Arbeitslosenversicherung auf´s Grundgehalt draufgezahlt, sodass nur geringfügige Unterschiede zur Beamtenbesoldung des Staates zu verzeichnen sind. Ob jemand zu dick ist, spielt dabei selbstverständlich keine Rolle... schau doch mal, ob es in deiner Nähe Schulträger gibt, die es auch so machen.

LG
LOF

pamina
30.12.2008, 19:27
Es ist einfach eine Frechheit, wie man behandelt wird, nur weil man dick ist.


naja, ich glaube nicht, dass nach Gewicht bezahlt wird, es wird nur weniger verbeamtet, was ich erst mal gut finde. Dafür wird nach BAT bezahlt und ich weiß von Freundinnen (die auch über die Tatsache, dass die Beamten mehr verdienen, schimpfen), dass da nun wahrlich kein Hungerlohn gezahlt wird. Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, daß du in eine andere BAT Gruppe kommst, wenn di 35 Kilo abgenommen hast. Sorry, aber das ist zu abenteuerlich.

Gast
31.12.2008, 10:04
Sorry Pamina... aber es ist schon ein Unterschied, ob du 2600 Euro oder 1900 Euro netto für die gleiche Arbeit bekommst.

LG
LOF

pamina
31.12.2008, 11:08
Sorry Pamina... aber es ist schon ein Unterschied, ob du 2600 Euro oder 1900 Euro netto für die gleiche Arbeit bekommst.


Natürlich ist das ein Unterschied, aber darum gehts ja nicht. Es wird nicht wegen des Gewichts weniger gezahlt, sondern weil nicht verbeamtet wird...

Aber davon ganz abgesehen, wenn Ihr meint 1900 netto sei so eine Art Hungerlohn, dann finde ich das höchst merkwürdig.

Pandora
31.12.2008, 11:36
Natürlich ist das ein Unterschied, aber darum gehts ja nicht. Es wird nicht wegen des Gewichts weniger gezahlt, sondern weil nicht verbeamtet wird...

...und verbeamtet wird nicht wegen dem Gewicht. Also bekommt sie weniger Geld wegen mehr Kilos. Und ich finde auch, daß 700,- Euro haben und nicht haben schon ein ganz schöner Unterschied ist.

Gast
31.12.2008, 14:29
Natürlich ist das ein Unterschied, aber darum gehts ja nicht. Es wird nicht wegen des Gewichts weniger gezahlt, sondern weil nicht verbeamtet wird...

Aber davon ganz abgesehen, wenn Ihr meint 1900 netto sei so eine Art Hungerlohn, dann finde ich das höchst merkwürdig.


Natürlich ist das kein Hungerlohn... nur es wird erwartet, dass man für 700 Euro weniger die gleiche Leistung zeigt. Und jeder, der den Lehrerberuf kennt, weiß, was das bedeutet.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich bei 5 bis 6 Jahre Studium + 2 Jahre Referendariat (Lehramt Gymnasium) 1900 Euro wirklich für etwas zu wenig halte. Bei vergleichbarer Ausbildung bekommt man in der freien Wirtschaft bei weitem mehr.

Ich kann ja nachvollziehen, dass das Beamtentum Nachteile hat und dem Staat Kosten verursacht... aber dann soll man es halt gleich abschaffen und die Besoldung neu regeln... dann aber für ALLE gleich!

LG
LOF

pamina
31.12.2008, 20:19
...und verbeamtet wird nicht wegen dem Gewicht.

Das stimmt nicht. Es sei denn, 65 Kilo wären schon zuviel zum verbeamten..

pamina
31.12.2008, 20:21
aber dann soll man es halt gleich abschaffen und die Besoldung neu regeln... dann aber für ALLE gleich!


Ja, das finde ich auch. Es ist auch ungerecht. Ich wollte auch nur klarstellen, daß es generell immer mehr angestellte Lehrer gibt, und das aber unabhängig vom Gwicht.

Pandora
31.12.2008, 21:07
Das stimmt nicht. Es sei denn, 65 Kilo wären schon zuviel zum verbeamten..
Wie kommst du jetzt auf 65 kg? Ich bezog mich auf Beitrag Nr. 73 in diesem Thread, in dem DickesM erzählt, sie bekommt 700,- Euro weniger netto als verbeamtete Kollegen.:)

Darcy
31.12.2008, 22:00
Es werden halt nicht nur Dicke nicht verbeamtet, sondern auch Schlanke.

Pandora
31.12.2008, 22:32
Daß Übergewicht nicht der einzige Grund ist, warum nicht verbeamtet wird, ist mir schon klar. ;)

Gast
01.01.2009, 17:32
Daß Übergewicht nicht der einzige Grund ist, warum nicht verbeamtet wird, ist mir schon klar. ;)

Ja... zum Beispiel Menschen mit chronischen Krankheiten. Auch das ist total ungerecht... denn auch die könnten die 700 Euro mehr gut brauchen. Ich versteh ja, dass der Staat sich davor schützen will, jemand aufgrund gesundheitlicher Folgen schon in jungen Jahren ewig lang die teure Pension zu bezahlen.
Aber auch da gäbe es ja ne Lösung... wie es zum Beispiel mein kirchlicher Träger macht: Ich bin ganz normal rentenversichert, aber mein Gehalt ist annähernd so hoch, wie das meiner verbeamteten Kollegen. Folglich hab ich keine Nachteile... und mein Arbeitgeber kein Risiko.

LG
LOF

DickesM
02.01.2009, 00:33
Nein, sicher werden auch andere Lehrer nicht verbeamtet. Eine Freundin von mir ist nicht verbeamtet worden, weil sie als Kind, vor mehr als 30 Jahren, Krebs hatte (und seitdem als gesund gilt!!!). Selber Schwachsinn, andere Begründung.

Ich jedoch werde NUR DESHALB nicht verbeamtet, weil ich zu dick bin, denn ansonsten gab es keinen Befund. Wenn ich abnehme, werde ich verbeamtet - genau das hat mir die nette Dame von der Landesschulbehörder gesagt. Denn meine Stelle IST eine Beamtenstelle.

Und 1700 Euro netto (es sind ja nichtmal 1900!) finde ich keine großartige Bezahlung, nein, zumal es für exakt die gleiche Arbeit ist, für die dem Großteil meiner Kollegen 700 - 800 Euro mehr bezahlt werden, das ist dann einfach nur eine Frechheit. Man hat das Gefühl, wie ein Stück Vieh auf dem Markt verhandelt zu werden - völlig willkürlich und jeder Logik entbehrend. Denn ob jemand krank wird oder es wirklich bis zum Alter von 65/ 67 in seinem Job aushält, hängt von so vielen Faktoren ab, die niemand sich festzulegen anmaßen kann.

@ loveroffatties und @ sally
Ja, ich habe auch schon gehört, dass Privatschulen z.T. übertariflich bezahlen, somit bleiben sie auf jeden Fall eine Option für mich. Vielleicht aber auch Erwachsenenschulung etc. Oder ich such mir für das Geld einen lauen Bürojob mit geregelter 40-Stunden Woche, dann fände ich auch das Gehalt ok (und nur, falls Klagen kommen sollten: Nein, ich beurteile Bürojobs nicht per se als "lau").

@ loveroffatties
Wie bist Du damals an Deine Stelle gekommen? Die werden wohl nicht in der Zeitung inserieren, oder doch? ;)

Angestellte Grüße,
Dickes M

DickesM
02.01.2009, 00:43
Es werden halt nicht nur Dicke nicht verbeamtet, sondern auch Schlanke.

Ja, das stimmt, wie bereits oben erwähnt. Aber viele Schlanke können ihre "Gebrechen" besser verstecken - Dicksein kann man nicht verstecken ;)

Außerdem gehen viele (Amts-)Ärzte scheinbar davon aus, dass schlanke, sportlich wirkende Menschen gesund sind. Da könnte ich jetzt x Beispiele bringen, ua.a von einem Freund, der raucht (hat angegeben, Nichtraucher zu sein), lungenkrank ist (hat angegeben, gesund zu sein), schon mehrere Bandscheibenvorfälle hat (nicht angegeben, natürlich) und chronisches Asthma hat (ratet mal...richtig, nicht angegeben) - aber er sieht halt sportlich, schlank und durchtrainiert aus. Fünf Minuten vom Amtsarzt begutachtet und verbeamtet.

Hach, ich könnte mich da stundenlang aufregen - aber das ist ja nicht gut für den Blutdruck und ich muss doch in Form sein :laufband: oder wenigstens Topform vortäuschen können...

Gast
02.01.2009, 15:57
@ loveroffatties
Wie bist Du damals an Deine Stelle gekommen? Die werden wohl nicht in der Zeitung inserieren, oder doch? ;)


War meine "alte" Schule... bin zum Direktor und habe gefragt, ob er nen Lehrer mit meiner Fächerkombi brauchen kann.

Ab und zu sieht man in der Zeitung hier schon, dass Privatschulen inserieren... meist in größeren Städten, also bei mir den Münchner Raum betreffend.
Ansonsten könnte man wohl noch in den entsprechenden Lehrerverbandszeitschriften nachsehen... und natürlich im Internet. Mein Schulträger hat ne Homepage, in der Stellen ganz normal ausgeschrieben werden.

LG
LOF

Kathinka
08.01.2009, 14:02
@all: Vielen Dank für Eure Kommentare und Wünsche. Ich hatte wirklich so gut wie einen Sechser im Lotto!

@Dickes M,

ich finde auch, dass einem bei solchen Gehaltsunterschieden auch nur bleibt, sich eine andere Stelle zu suchen. (Oh Mann, ich kenne "ungelernte" Leute, die in Bürojobs einiges mehr verdienen, das ist wirklich bitter.) Qualität muss auch entlohnt werden. Vielleicht hast Du ja Glück und findest so eine Stelle wie LOF. Ein Versuch ist es wert. Langfristig wirst Du nicht glücklich werden, wenn Du Dich ständig ärgerst (und mit Slimfast-Dosen wirfst). Gerade im Lehrerberuf ist Engagement gefragt, da können die es sich eigentlich nicht "leisten", Leute ungerecht zu bezahlen und die Konsequenzen zu tragen.

Bei der Verbeamtung habe ich ja noch ein Einsehen, aber was das mit dem Gewicht im öffentlichen Dienst soll, ist mir ein Rätsel. Ja, das Übergewicht kann man sehen, aber die fiesen Krebszellen, ruinierten Bandscheiben, irren Hirne, die sich vielleicht gleich nach der Verbeamtung zeigen, bleiben verborgen. Was ist eigentlich mit übergewichtigen Politikern... da möchte ich mal erleben, dass einer nicht Kanzler geworden wäre und wie das dann in der Presse verwurstet wird... nur so zum Spaß. "Tja, Sie wurden zwar gewählt... öhöm... aber wir können Ihnen die Stelle nicht geben..."

LG Kathinka