Berkana
29.07.2005, 11:58
Ich sehe mein Spiegelbild.
Es ist fast so, als würde ich über meine Schulter schauen.
Betrachte meinen Körper - er ist ungewöhnlich, denke ich.
Er passt zu niemand anderen außer zu mir, er hat mein Innen geprägt.
Er hat mich zerbrechlich gemacht, verletzlich, er hat mich gezwungen, stark zu sein, auszuhalten, durchzustehen.
Ich irre vielleicht?
Ist es nicht eher so… dass ich meinem Körper viel abverlange? …dass mein Innen ihn krank gemacht hat?
Du bist schön, höre ich mich.
Ich weiß, erwidere ich.
Die Zeiten, als er schlank war, ich erinnere mich.
Der eine Nachmittag, an dem ich vor dem Spiegel lag, hat sich seltsamerweise in mein Gedächtnis gebrannt.
Wohl, weil ich mein anderes Ich gesucht habe. Versucht, mich neu zu sehen, in dem veränderten Körper.
War er anders als sonst? Nicht?
Ich habe mich mittlerweile fast verdoppelt, ich und er - wir müssen anders ausgesehen haben!
Ich bin erst viel später darauf gekommen, dass ich es gar nicht anders empfunden haben kann.
Ich kenne mich nicht anders. An diesem Tag meine ich, begriffen zu haben, wie Magersüchtige denken, die - obwohl sich ihr Körper dramatisch verändert - immer nur das eine Bild eines statischen Körpers vor sich sehen.
Tatsächlich, ich empfinde kaum Unterschied zwischen dem Bild von früher, damals und jetzt.
Es ist absurd, natürlich sind die Unterschiede gravierend… was ist mit meinem Körpergefühl?
Ich sehe diesen Satz jetzt schwarz auf gelb. Booom.
Was ist mit meinem Körpergefühl?
Wirklich, ich finde mich schön - aber das hat nichts mit diesem Körper zu tun. Der ist nicht schön, nein, irgendwie nicht. Aber ich bin schön mit ihm. Herrje.
Ich balanciere immer auf einem schmalen Grat, will ihn verstecken und dennoch style ich mich, so dass ich zwangsläufig auffallen muss.
Manchmal bin ich wütend auf ihn: er verhindert mich!
In kurzen Momenten der Erhellung poltert wieder der Umkehrschluss herein: du verhinderst ihn und uns!
Die Ambivalenz macht mich manchmal rasend. Was sich aber nicht in Raserei, sondern im Gegenteil, Depressionen, zeigt. Nur Antithesen, es ist zum fürchten…
Vielleicht hätte ich sogar meinen Frieden mit mir, aber das Außen belastet mich, ständig steht man in Konfrontation mit anderen. Ich bin so müde deswegen… will nicht mehr ertragen müssen, dass andere mich ungefragt mit ihren Meinungen belegen… will mich nicht mehr verletzen lassen, weil andere über mich urteilen, ohne mich zu kennen… will mich nicht mehr schuldig fühlen, weil ich nicht was auch immer entspreche…
Ich fürchte, mit meinem Blick stehe ich fast allein da.
Habe mein allgegenwärtiges, schlechtes Gewissen, weil ich - glaube ich - keine Essstörung habe, keine organische Krankheit, die mich dick werden ließ, gehöre deswegen wieder mal nicht "dazu"… vielleicht denkt niemand so, ich bilde es mir aber ein.
Güte, ja.
"I'm a poor lonesome cowboy. I'm a long, long way from home.
And this poor lonesome cowboy, has got a long, long way to roam."
Warum bin ich wohl manchmal so ein zynischer Mensch?
Was für ein Chaos!
Liebe mich, lieb mich nicht, oder doch alles oder nur ein wenig, einen Teil, meinen großen Zeh, man ganzes Ohr, ach… ein Hoch auf die Surrealität dieses Lebens…
Es ist fast so, als würde ich über meine Schulter schauen.
Betrachte meinen Körper - er ist ungewöhnlich, denke ich.
Er passt zu niemand anderen außer zu mir, er hat mein Innen geprägt.
Er hat mich zerbrechlich gemacht, verletzlich, er hat mich gezwungen, stark zu sein, auszuhalten, durchzustehen.
Ich irre vielleicht?
Ist es nicht eher so… dass ich meinem Körper viel abverlange? …dass mein Innen ihn krank gemacht hat?
Du bist schön, höre ich mich.
Ich weiß, erwidere ich.
Die Zeiten, als er schlank war, ich erinnere mich.
Der eine Nachmittag, an dem ich vor dem Spiegel lag, hat sich seltsamerweise in mein Gedächtnis gebrannt.
Wohl, weil ich mein anderes Ich gesucht habe. Versucht, mich neu zu sehen, in dem veränderten Körper.
War er anders als sonst? Nicht?
Ich habe mich mittlerweile fast verdoppelt, ich und er - wir müssen anders ausgesehen haben!
Ich bin erst viel später darauf gekommen, dass ich es gar nicht anders empfunden haben kann.
Ich kenne mich nicht anders. An diesem Tag meine ich, begriffen zu haben, wie Magersüchtige denken, die - obwohl sich ihr Körper dramatisch verändert - immer nur das eine Bild eines statischen Körpers vor sich sehen.
Tatsächlich, ich empfinde kaum Unterschied zwischen dem Bild von früher, damals und jetzt.
Es ist absurd, natürlich sind die Unterschiede gravierend… was ist mit meinem Körpergefühl?
Ich sehe diesen Satz jetzt schwarz auf gelb. Booom.
Was ist mit meinem Körpergefühl?
Wirklich, ich finde mich schön - aber das hat nichts mit diesem Körper zu tun. Der ist nicht schön, nein, irgendwie nicht. Aber ich bin schön mit ihm. Herrje.
Ich balanciere immer auf einem schmalen Grat, will ihn verstecken und dennoch style ich mich, so dass ich zwangsläufig auffallen muss.
Manchmal bin ich wütend auf ihn: er verhindert mich!
In kurzen Momenten der Erhellung poltert wieder der Umkehrschluss herein: du verhinderst ihn und uns!
Die Ambivalenz macht mich manchmal rasend. Was sich aber nicht in Raserei, sondern im Gegenteil, Depressionen, zeigt. Nur Antithesen, es ist zum fürchten…
Vielleicht hätte ich sogar meinen Frieden mit mir, aber das Außen belastet mich, ständig steht man in Konfrontation mit anderen. Ich bin so müde deswegen… will nicht mehr ertragen müssen, dass andere mich ungefragt mit ihren Meinungen belegen… will mich nicht mehr verletzen lassen, weil andere über mich urteilen, ohne mich zu kennen… will mich nicht mehr schuldig fühlen, weil ich nicht was auch immer entspreche…
Ich fürchte, mit meinem Blick stehe ich fast allein da.
Habe mein allgegenwärtiges, schlechtes Gewissen, weil ich - glaube ich - keine Essstörung habe, keine organische Krankheit, die mich dick werden ließ, gehöre deswegen wieder mal nicht "dazu"… vielleicht denkt niemand so, ich bilde es mir aber ein.
Güte, ja.
"I'm a poor lonesome cowboy. I'm a long, long way from home.
And this poor lonesome cowboy, has got a long, long way to roam."
Warum bin ich wohl manchmal so ein zynischer Mensch?
Was für ein Chaos!
Liebe mich, lieb mich nicht, oder doch alles oder nur ein wenig, einen Teil, meinen großen Zeh, man ganzes Ohr, ach… ein Hoch auf die Surrealität dieses Lebens…