Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuer Kompensator
frauvonheute
21.07.2005, 11:01
Ich dachte immer, wenn ich nicht mehr das Essen als Kompensator nehmen muss, geht es mir einfach nur rundum gut - ich ruhe in mir und bin glücklich.
Nun merke ich, dass es so einfach nicht ist.
Das Essen hilft mir nicht mehr, wenn ich wütend bin. Auch nicht, wenn ich verletzt oder gefrustet bin. Meine Gedanken wandern nicht mehr automatisch zum Kühlschrank.
Aber ich merke, dass mir jetzt andere Kompensatoren fehlen. Ich war immer davon ausgegangen, dass ich ohne leben kann ( :confused: ), welch dummer Trugschluss.
Letztlich, als ich so richtig sauer war, bin ich direkt von der Arbeit in einen Wald gefahren und habe mir dort die Wut aus dem Körper gelaufen.
Ich will nicht von einer Sucht in die nächste wechseln und zum Beispiel rauchen. Das wäre ja dämlich. Aber wie finde ich Kompensatoren? Welche nutzt ihr? Was macht ihr, wenn ihr z. B. aus einem Gespräch so richtig wütend raus geht und die Wut leider nicht direkt loswerden konntet. Lauft ihr auch durch einen Wald oder geht zum Sport? Aber was macht ihr, wenn ihr nicht raus könnt? Wie kompensiert ihr dann Zuhause? Über ein Gespräch? Oder wie ist es, wenn ihr euch langweilt?
Wer hat Ideen? Was kann man als Kompensatoren nutzen? Was macht ihr nicht Essgestörten - habt ihr schon mal bewusst darüber nachgedacht?
Babs,
die schon mit Stift und Zettel bereit sitzt ;)
Was macht ihr, wenn ihr z. B. aus einem Gespräch so richtig wütend raus geht und die Wut leider nicht direkt loswerden konntet.
Das passiert mir ganz selten, weil ich ein sehr offener Mensch bin!
Lauft ihr auch durch einen Wald oder geht zum Sport? Aber was macht ihr, wenn ihr nicht raus könnt? Wie kompensiert ihr dann Zuhause? Über ein Gespräch? Oder wie ist es, wenn ihr euch langweilt?
Ja, ich rede mit jemanden - mit meinem Mann - mit einer Freundin oder auch unseren Kindern. Ich suche mir dann Gesprächspartner, welche ich nicht nur vollblubbern kann, sondern welche mir auch ihre Meinung dazu sagen. Es kann ja durchaus sein, dass ich zu Unrecht wütend bin. Irgendwie kommt es mir gerade so vor, als ob ich die Diskussion dort weiter führen will. :-D
Wer hat Ideen? Was kann man als Kompensatoren nutzen? Was macht ihr nicht Essgestörten - habt ihr schon mal bewusst darüber nachgedacht?
Babs,
die schon mit Stift und Zettel bereit sitzt ;)
Falls ich bei Langerweile mal wirklich nichts zu tun habe (Haushalt oder ähnliches), schaue ich in`s Internet oder lese ein Buch. Auch wenn ich mit meinen Gedanken manchmal nicht zur Ruhe komme, lese ich. Ich will in solchen Momenten aber keine anspruchsvolle Literatur, sondern "Märchen für Erwachsene".Ich weiß zwar, dass ich mich in so einem Moment nicht gerade bilde, aber das ist für mich Entspannung pur.
LG Ina-Maike
Eines weiss ich mit Sicherheit, an Magengeschwüren werde ich sicher nie leiden.
Ich mache zwar meistens nicht mehr den Fehler den oder die Wut oder Frustverursacher/in sofort zu attakieren, denn das bringt oft nichts, aber zum abreagieren brauche ich sofort etwas.
Beruflich habe dazu Kollegen bei denen ich mich ausheulen oder ausschimpfen kann.
Privat wird es dann schon schwieriger. Oft habe ich die Befürchtung jemanden damit zu langweilen oder es ist einfach in dem Moment keiner da.
Hier hilft mir dann die bekannte Kaffeetasse, der Teller, den ich dann an die Wand donnere. Einfach etwas das schön scheppert. Es hilft wirklich, denn anschliessend muss ich dann über mich selber lachen, denn es ist ja auch so schön kindisch und blöd.
Ein Waldspaziergang würde bei mir nichts nützen, denn dann hätte ich Zeit mich noch mehr in Rage zu bringen, ausser ich nehm die Kettensäge mit.:-D
Wo ich mich allerdings schwer zusammennehmen muss, ist beim Autofahren da werd leicht zur S.A.U. sorry.
toni
Sophonisbe
21.07.2005, 12:08
Als sehr wirksam hat sich jede Art körperlicher Aktivität erwiesen. Ein Stündchen Schwimmen klärt den Kopf.
Wenn es nur um das Sortieren und Bewusst machen von Gefühlen geht, wende ich mich an meinen alten Freund aus Teenagerzeiten: das Tagebuch. Schriftlich fixieren hilft ungemein.
Und außerdem habe ich ein paar gute Freunde, die zum Glück erreichbar sind, wenn Sopho mal wieder heulend und zähneklappernd bei ihnen anruft und gerade gar nicht weiß, wohin mit ihren Gefühlen. :)
sombra_blanca
21.07.2005, 12:38
Vielleicht versuchst du es mal mit dem "Ronja-Räubertochter-Frühlingsschrei". EInfach mal rumbrüllen, wenn du wütend oder gefrustet bist.
Ganz wunderbar geht das auch, wenn man sich an eine Bahnstrecke stellt, wo niemand in unmittelbarer Nähe ist und dann den vorbeifahrenden Zug anschreit. So braucht man auch keine Angst haben, dass einen jmd. hört.
Hilft nicht bei jedem, ist aber unglaublich entspannend. Genauso wie laute Musik hören und mitbrüllen und rumspringen.
Liebe Grüße,
Sombra
vollmond
21.07.2005, 12:53
Wenn ich den Streß auf der Arbeit hatte, hilft mir Sport nach Feierabend! So richtig auspowern!!! Ansonsten nehm ich den Streß mit nach Hause und kann nicht schlafen...
In dem Moment, wo die Situation auftritt, kann ich es ganz gut unterdrücken. Erst nach Feierabend, wenn ich den Kopf frei hab, denke ich darüber nach. Und dann heißt es wie gesagt-ab zum Sport!
Ich bewundere jeden Menschen für seinen eigenen Antrieb Sport zu machen. Bei mir scheint alles anders zu laufen.
Wenn ich sauer bin, dann brabbel ich mir irgendwas in den (nicht vorhandenen) Bart. Ich ziehe mich zurück, lege mir im Fernsehen einen "Heile-Welt-Film" ein und versuche innerlich zur Ruhe zu kommen.
Wenn alle um mich herum nervös und hibbelig sind, werde ich um so ruhiger. Regt sich mein Mann über irgendeine Sache auf, schalte ich einen Gang zurück.
Ich flüchte auch oft in die Küche, allerdings nicht um den Kühlschrank zu plündern, sondern um beim Kochen zu entspannen (aber Babs, datt is wohl nicht datt Richtige für Dichhttp://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/tongue.gif).
Mir hilft es schon, wenn ich meinen Gedanken bei einem Spaziergang in Ruhe nachhängen kann.
Bei mir klappt Sport als Kompensator überhaupt nicht :( - aber Musik geht (manchmal).
Wäre das nicht auch was für Dich, Du hattest doch mal irgendwo geschrieben, dass Musik in Deinem Leben so wichtig ist. Ich habe verschiedene klassische und rockige Stücke für unterschiedliche Lebenslagen (je nach Gemütsverfassung singe und pfeife ich - oder verkrieche mich in eine Sofaecke). So gut wie Essen hilft das bei mir leider nicht, aber über jedes mal wo es funktioniert, freue ich mich. :)
mellow
Also ich finde auch, dass es hilft, beim Sport mal ordentlich Dampf abzulassen...auch wenn ich natürlich auch das Problem mit dem inneren Schweinehund habe...
Aber wenn ich erstmal so richitig geschwitzt habe, ist die Wut und die Anspannung auch mit rausgeflossen.
Liebe Grüße
iko
Mir hilft Musik auch. Als ich gestern von meiner Mutter weggefahren bin und etwas -sagen wir- angeschlagen war lief im Radio "I don't like mondays". Ich hab einfach nur das Radio lautgestellt und mitgebrüllt. Hat zwar nicht sehr langfristig geholfen, war aber irgendwie gerade nett.
Hab neulich mal wieder ausprobiert Tennis zu spielen, dabei konnte ich auch wirklich richtig abschalten.
Zum Ausheulen darf ich netterweise immer Kampfzwerg nerven :-D - vielen Dank an dieser Stelle nochmal dafür.
kampfzwerg
21.07.2005, 14:51
Zum Ausheulen darf ich netterweise immer Kampfzwerg nerven :-D - vielen Dank an dieser Stelle nochmal dafür.
;) Dafür nervte ich ja auch gerne zurück! Drohe hiermit schonmal an: Wiiir sprechen uns noch, Woepie!
Musik ist bei mir ja auch immer heilsam. Leider neige ich aber auch zu oft dazu, mich und meine Gefühle mit TV-Glotzerei zu betäuben.
Wenn ich total wütend bin und es die Arbeit betrifft, dann dreh ich die Musik im Auto (Heimweg) auf und plärre wie eine Irre mit.
Geht es mal wieder um meinen Vater oder meine Schwester power ich mich im Fitness-Studio richtig aus. Früher hätte ich es nie für möglich gehalten, dass mich Sport abreagieren kann. Ist aber tatsächlich so. 1 Std. auf dem Crosstrainer mit 150 Schritten pro Minute und Powermusik im Ohrstöpsel bringen mich wieder runter. Ich muss mich nur immer zusammenreißen, dass ich auch da nicht mitplärre *gg*
Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich meine Wut inzwischen empfinden und auch rauslassen kann. Das war vor meinem Klinikaufenthalt gar nicht möglich. Damals haben die mir einen Tennisschläger in die Hand gedrückt und ich musste auf einen Matrazenstapel rumhauen. Erst hab ich gar nix empfunden, es war mir eher peinlich. Aber plötzlich hat sich in mir so viel gelöst, dass ich wie eine Irre draufgehauen hab und mein ganzes jahrelanges Leid rausgebrüllt (wow - noch nie hab ich sooo gebrüllt!) hab.
Tennis spielen wurde hier ja auch schon genannt. Das ist auch prima bei versteckten Aggressionen. :applaus:
Brigitte, die Wutkanone!
Hallo Babs,
zu der Wut kann ich grade sehr wenig sagen *räusper* da mache ich grade meine ersten Schritte in neue Erfahrungen.
Aber: Oder wie ist es, wenn ihr euch langweilt?
Nun ich schnapp mir meistens nen Buch und lese. Ab und zu (je nach Wetterlage auch) setz ich mich auf mein Rad und fahre einige Zeit durch die Gegend. Nun und ab und an führt mein Weg mich auch ins Freibad wo ich meine Bahnen ziehe.
Das finde ich für mich nicht als in eine Sucht in die andere fallen sondern einfach als abwechslungsreiche Alternative zum Langeweile-Vollstopfen..........
Mh Wut. Doch, da gibs was: Was ich aber schon immer mache ist: Schreiben.
Gedanken in Gedichtform oder einfach so drauflos. In so einer Art Tagebuch (nur das es anders heisst *grins*) Es tut gut und lässt einen Abstand bekommen.
Manchmal passiert es auch, wenn mich etwas ganz arg verletzt hat, das ich dies in eine Geschichte umsetze und die dann auch öffentlich mache in nem Forum.
Mh das jetzt so meine Art statt Langeweile-Fressen. Bei der Wut arbeite ich dran
:wink1: Aska
Ich hatte laaaange Probleme damit Ärger "rauszulassen" und habe alles in mich hinein gefressen.
Mein Tipp wäre es rauszubrüllen. Schimpfen, meckern, Schimpfworte der übelsten Sorte benutzen und sich so richtig verbal austoben. Mich klärt das ungemein und nach einer Weile muss ich ziemlich über mich selber lachen und über meine Vorstellung als Rumpelstilzchen. Das funktioniert natürlich nur, wenn man alleine ist oder einen verständnisvollen Partner hat.
Wenn man unter Leuten ist und so ein leicht cholerischer Anfall nicht angebracht ist oder Tourette-Sydrom ausgelegt würde, hilft mir das Ganze schriftlich festzuhalten und auf dem Papier zu schimpfen wie ein Rohrspatz.
Wenn das beides nicht möglich ist, kein Papier zur Hand oder was auch immer, hilft mir eine energetische Übung, bei der ich den geballten Ärger in meiner Körpermitte als "Wutball" sammel und dann durch die Atmung vollständig nach aussen lenke. Beim Einatmen stelle ich mir vor ich würde Ruhe und Ausgeglichenheit einatmen und beim Ausatmen lasse ich die Wut aus mir ausströmen, wo sie sofort aufgelöst wird (ich will ja nicht meinen Müll jemand anderem aufhalsen ;-))
Liebe Grüsse
Tanja
Rubensweib
21.07.2005, 19:00
Grundsätzlich gehöre ich nicht zu den Menschen, die Ärger in sich reinfressen.
Ich kann sehr schön laut schimpfen. Auch bei der Arbeit.
Wenn es allerdings zu sehr ausfällig werden würde, lauf ich los. Wir haben auf unserem Firmengelände mehrere lange Hallen und die umrunde ich dann. :grins: Satellitenmäßig....
Da das meistens alle mitkriegen, wenn ich raus- und um die Halle rausche, wissen die Kollegen dann auch gleich, das sie mich besser nicht ansprechen....
Ansonsten kann ich sehr schön Türen knallen :cool2:.
Als es bei mir mal phasenweise sehr, sehr bunt bei der Arbeit zuging, bin ich in der Mittagspause mit meinem Auto durch die Gegend gefahren. Autofahren entspannt mich total - und je mehr ich auf 180ig bin, desto vorsichtiger fahr ich. Komische Sache das....
Schwimmen hilft mir auch nach Feierabend von meinen Aufregern runterzukommen.
Und Putzen. Wenns so richtig hoch her ging, Putzlappen holen, Staubsauger raus und ab gehts. Diese Alternative wende ich allerdings eher selten an. :floet:
Leider kompensiere ich unwillkommene Gefühle meistens mit Essen.
Einee Zeitlang hab ich`s mit anderen ungesunden Sachen probiert, aber da bin ich zum Glück wieder von weg.
Wenn ich eine gute Phase habe, helfen mir:
-mit einer Tasse heißen, süßen Früchtetee gemütlich machen (das ist zwar in gewisser Weise dem Essen ähnlich, aber gerade deshalb funktioniert es öfter bei mir, und die Folgen sind nicht so schädlich.Außerdem mag ich die Konzentrationund die Ruhe.)
-Sport, wenn ich mich aufraffen kann.
-Telefonieren
-Musik. (In den Momenten größter Trauer und Enttäuschung höre ich Mozart Requiem volle Lautstärke über Kopfhörer. Die Musik führt mich in die schwärzeste Traurigkeit und tröstet mich dann.)
-Gartenarbeit (okay, bei mir ist es eher "Balkonarbeit")
-laut fluchen, brüllen, schimpfen, Kissen an die Wand kloppen
-alles was zu zweit spaß macht ;)
stübbken
22.07.2005, 04:21
Ich glaube, ich lebe meine Gefühle aus - mit mehr oder weniger Nachteilen für meine Umwelt (wehe, wenn sie wütend ist....).
Die ganze stoische Ruhe und Gelassenheit, die ich von Zuhause mitgebracht hatte (Motto: ein Spartaner kennt keinen Schmerz) hat mir Nichts eingebracht außer Depressionen und Migräneanfällen. Seitdem ich meine Gefühle zulasse und sie sich nicht mehr in mir bekämpfen und mich bekämpfen müssen, geht's mir wesentlich besser.....
Da hilft mir: Musik, Lesen, Hausarbeit, Handarbeiten, Selbstmitleid...eigentlich fast Alles, auch mit Anderen drüberreden....
Wenn's ganz schlimm kommt, bete ich mir mein Mantra vor:
"Du bist........ Wer tot ist, kann nicht .....sein. Du lebst!"
Hilfreich ist im Notfall auch der Psalter aus dem Alten Testament (Hört auf zu lachen!!!!) - da findet man/frau immer einen Text, der auf die Situation paßt und sie in wohlgesetzten Worten beschreibt....
stübbken
Guten Morgen!
Wenn ich wütend bin ...
zeige ich es
ich schreie oder motz' meinen Freund an (der arme Kerl...)
ich bewege mich
ich heule und suche nach schützenden Armen/ Trost
versuche ich meine Wut aufzuschreiben
vermeide ich es weitgehenst, meine Gefühle mit Essen zu kompensieren
hilft Musik auch ganz oft und ganz laut
benutze ich ein Kissen zum Luft ablassen (als Punching Ball eignet sich das!)
früher waren es Türen zuschmeissen.
Bei Langeweile nicht auf's Essen zurückzugreifen ist auch für mich schwer. Als Alternative
räume ich auf, mache sauber
surfe im Netz nach den unmöglichsten Seiten
frage ich jemanden, ob er/ sie Zeit hat, um etwas gemeinsam zu unternehmen
koche ich ganz gern bzw. suche nach Rezepten
träume ich vor mich her
bringe ich Ordnung in irgendetwas
verändere ich unsere Räumlichkeiten (und das ist sehr schwer, bei solch einer kleinen Wohung)
fahre ich gern mit dem Auto durch die Gegend und erkunde diese
schnappe ich mir ein Buch, welches ich schon immer lesen wollte.
Da gibt es sicher noch ein paar Dinge mehr, die ich mache/ machen würde. Aber die fallen mir so zu früher Stunder leider noch nicht ein!
:LG: Steph
frauvonheute
22.07.2005, 09:01
Vielen Dank für eure vielen Gedanken.
Mein Wutpäckchen beim anderen lassen, ist natürlich die beste Lösung, aber manchmal nicht (sofort) umzusetzen.
Was werde ich also in Zukunft tun?
Laute Musik hören und mitbrüllen.
Ein unschuldiges Kissen nehmen und verprügeln.
Mich auspowern beim Sport.
Durch den Wald stapfen.
Mir Menschen, die mich mögen, schnappen und zuheulen.
Am Wochenende in der Disco tanztechnisch die Sau rauslassen. Die Bude putzen (hach, ich hoffe, dass ich in nächster Zeit sehr viel zu kompensieren habe ;))
Autofahren? Besser nicht, das macht mir eh schon keinen Spaß & wenn ich dann auch noch wütend bin.....
Auch in Ruhe hinsetzen und/oder lesen, ist nichts für mich. Dann kreisen meine Gedanken um das Thema und ich komme nicht zur Ruhe.
Dann warte ich jetzt mal auf ein Ereignis, bei dem ich früher gegessen hätte und guck, wie ich es dann kompensiere.
Babs
Hallo Babs,
es ist toll, wie weit du gekommen bist. Nicht mal mehr das Bedürfnis zu haben, seine Gefühle mit Essen zu kompensieren, ist ein riesen Erfolg!
:applaus:
Einen neuen Kompensator zu suchen, halte ich allerdings nicht für das Wahre, ganz ehrlich. Natürlich spricht nichts dagegen, mal eine Runde durch den Wald zu joggen, keine Frage, aber es ist meiner Meinung nach essenziell zu lernen, sich mit seinen Gefühle konkret auseinanderzusetzen.
´
Wenn du wütend bist, sei wütend.
Wenn du traurig bist, sei traurig.
Aber ich merke, dass mir jetzt andere Kompensatoren fehlen. Ich war immer davon ausgegangen, dass ich ohne leben kann ( :confused: ), welch dummer Trugschluss.
Nein, Babs, das ist kein dummer Trugschluss! Ich weiß, es kann wahnsinnig schwer sein, Gefühle auszuhalten, besonders wenn man ein leidenschaftlicher Mensch ist. Hast du vielleicht noch Angst davor? Wenn ja, kann es vielleicht sein, dass du deswegen deinen Schutzpanzer noch nicht loslassen kannst, wie du es in einem anderen Thread mal angesprochen hast?
frauvonheute
22.07.2005, 10:29
Einen neuen Kompensator zu suchen, halte ich allerdings nicht für das Wahre, ganz ehrlich. Natürlich spricht nichts dagegen, mal eine Runde durch den Wald zu joggen, keine Frage, aber es ist meiner Meinung nach essenziell zu lernen, sich mit seinen Gefühle konkret auseinanderzusetzen.
Wie du dachte ich auch. Aber der Mensch braucht nun mal Kompensatoren. Nur eben keine, die ihm (oder anderen) selber schaden. Jeder hat mal Dinge, die er nicht frei ausleben kann (stell dir vor, wie es sonst auf der Welt aussähe...), also wird auch jeder den einen oder anderen Kompensator brauchen.
Dennoch hast du hiermit absolut recht:
Wenn du wütend bist, sei wütend.
Wenn du traurig bist, sei traurig.
und das bin ich auch. Es geht ja auch nicht darum, durch einen neuen Kompensator die Gefühle wieder zu unterdrücken, sondern sie in andere, gesündere (als Essen) Kanäle zu leiten!
Nein, Babs, das ist kein dummer Trugschluss! Ich weiß, es kann wahnsinnig schwer sein, Gefühle auszuhalten, besonders wenn man ein leidenschaftlicher Mensch ist. Hast du vielleicht noch Angst davor? Wenn ja, kann es vielleicht sein, dass du deswegen deinen Schutzpanzer noch nicht loslassen kannst, wie du es in einem anderen Thread mal angesprochen hast?
Die Antwort auf diese Fragen hoffe ich übers Malen zu finden :seufz:
Babs
Hallo Babs,
ich kehre gerade von einer Erprobung von Kompensatoren an den PC zurück. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/biggrin.gif
Mein Bericht:
Da ich morgen vormittag Zwischenprüfung habe, drohte mich heute die nackte Angst zu überfrauen. Um dies zu vermeiden nahm ich zunächst mal ein halbes Literchen Bachblüten zu mir, was aber leider nicht mehr ausreichend zu helfen schien.
Und dann hatte ich einen wudnerbaren Gedanken!
Ich ließ den Schreibtisch Schreibtisch sein und schwang mich auf meinen Ellipsentrainer, auf dem ich eine dreiviertel Stunde bei Pulsfrequenz 150 rumtobte. Mir schoss das Wasser aus allen Poren und ich denke, die Angst ist dabei ertrunken http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/baeh2.gif .
Anschließend gönnte ich mir eines meiner "Göttinnen-Bäder", d.h. ein Vollbad, mit wunderbaren Dugftessenzen (diesmal Zitrone), ein gutes Buch, eine Kerze und eine Pikkolo Sekt. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/smile.gif
Günstig ist es, wenn man hierbei eine geeignete Badewannenablage verwendet. PHATASTISCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!! http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/daumen.gif
Mir geht's sooooooo gut danach, ich könnte Bäume rausreißen und die Prüfung morgen ist mir jetz auch egal http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/baeh.gif, denn was ich bis jetzt nicht kann, werde ich bin morgen auch nicht lernen...also einfach hingehen und....BESTEHEN http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/cool2.gif !!!!!!!!!!
Ich kann diese Mischung, erst Sport, dann Göttinnen-Bad nur jeder empfehlen!
(Anmerkung für Männer: es gibt auch eine Götter-Variante: Duftessenz Moschus, und als leckerches Getränk ein Bierchen oder ein Rotwein http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif )
Liebe Grüße und drückt mir alle die Daumen,
alles Liebe
iko
kampfzwerg
22.07.2005, 19:45
@iko
Nach so einer Entspannungstour kann ja auch nichts mehr schief laufen.
Drücke Dir die Daumen, dass alles gut klappt bei Dir morgen und dass die Gelassenheit von jetzt auch in der Nacht und am Vormittag weiter anhält.
Hallo Iko,
ich drücke ebenfalls mit für die Prüfung morgen. Schön, dass Du Deine Angst "ersoffen" hast. Ein herrliches Gefühl, oder?
:LG: Steph
Sophonisbe
23.07.2005, 09:41
Einen neuen Kompensator zu suchen, halte ich allerdings nicht für das Wahre, ganz ehrlich. Natürlich spricht nichts dagegen, mal eine Runde durch den Wald zu joggen, keine Frage, aber es ist meiner Meinung nach essenziell zu lernen, sich mit seinen Gefühle konkret auseinanderzusetzen. Auch wenn ich nicht angesprochen war, würde ich es gern nochmal verdeutlichen:
Manche Menschen sind in der Lage, sich mit ihren Gefühlen konkret auseinanderzusetzen, daran zu wachsen, sie wieder loszulassen, wenn es an der Zeit ist und gestärkt weiterzugehen.
Und dann gibt es andere (ich bin auch so eine), die sich mit ihren Gefühlen nicht nur auseinandersetzen, sondern sich so recht von Herzen hineinsteigern, darin verstricken, irgendwann nicht mehr herauskommen aus dem ganzen Gefühls- und Gedankenknäuel und ihre Gefühle nicht loswerden und gut sein lassen können.
Deswegen ist es für mich sehr, sehr sinnvoll, die Gefühle irgendwie "abzuarbeiten" (der Grieche und Literaturwissenschaftler nennt das Katharsis ;) ), um sie dann mit ruhigerem Herzen zu betrachten und zu reflektieren. Abarbeiten kann man, wenn Heulen und Zähneklappern nicht geht, durchaus auch durch Sporteln oder Schreiben oder ein nettes Wannenbad. Es geht nur darum, die Gefühle auch wieder loszulassen, nachdem sie einen erschüttert haben.
Hallo Ihr Lieben,
hier melde ich mich nochmal nach der Prüfung, um, obwohl http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/offtopic.gif , kurz zu vermeldenn, dass die Prüfung, dank Eures daumendrückens und guten Wünsche, prima gelaufen ist. Die Ergebnisse bekomme ich zwar erst in 4 Wochen, aber ich bin jetzt schon sicher bestanden zu haben und das reicht ja. Vielen Dank für die mentale Unterstützung http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/biggrin.gif .
Aber jetzt zum Thema:
@Sopho: da gebe ich Dir Recht, eigentlich geht es bei mir auch eher darum, von der starken Emotion erst einmal Abstand zu gewinnen, damit ich sie im Anschluss mit gesundem Abstand betrachten und bearbeiten kann.
Es geht beileibe nicht darum, Emotionen "wegzumachen". Insofern ist vielleicht das Wort "Kompensator" nicht ganz genau das richtige, vielleicht eher "Distanzierer".http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/smile.gif
Und da bin ich dann vollkommen Deiner Meinung, dass diese Distanz bei starken Gefühlen absolut notwendig ist, um angemessen reagieren zu können.
Liebe Grüße
iko
biggerman
24.07.2005, 12:38
Ich denke mal wir sind uns einig d. es sich hierbei um psychologisches Problem handelt, welches von den meisten als nicht vorhanden bezeichnet wird. Ich bin sehr dankbar für dieses Thema, weil es mir mit diesem Thema geht wie mit dem "Ungeheuer" von Loch Ness . Bei beiden wird die Existenz vehement bestritten, sodass man glauben könnte, beide existierten nur in der Phantasie.
Leider ist dies beim Wegfall von Kompensatoren leider nicht so.
Insbesonders krass müßte es eigentlich jene treffen, die mit drastischen Massnahmen aprupt die Essenszufuhr verringern.
Einige von ihnen endecken den Körper als Feind und neigen zu selbstverletzendem Verhalten (svv), andere erleben das borderlinesyndrom (Persönlichkeitsstörung) zum Beispiel durch Gewalt gegen andere, sind Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.
Bei mir hat die schiefgelaufene Magenverkleinerung eine Reihe von neuen Kompensatoren gefunden, die sich teilweise ergänzt und teilweise ersetzt haben bis es zu einer tief depressiven Verstimmung kam.
Zunächst fand ich keinen Kompensator, sodass ich mich aufgab. Ich verweigerte im Krankenhaus das Essen und trinken, meine Beine "versagten" mir den Dienst für ca. 8 Monate. Ich wurde wie ein Magersüchtiger mit kalorienhaltigen Spezialpuddings ernährt.
Erst als ich meinen ersten Kompensator, das Fernsehen, fand lernte ich wieder am Leben teilzuhaben.
Meine Wut über die Ärzte steuerte ich nun durch das erzählen meiner Geschichte bei verschiedene Fernsehanstalten, getrieben von einem grenzenlosen Vernichtungswillen der leicht anders hätte enden können.
Dann fand ich durch Zufall die Adresse der psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt, wo ich lernte mein Verhalten zu erkennen und anders zu steuern.
Mein Selbstwertgefühl tendierte aber zwischendurch immer wieder gegen Null.Jede kleinste Verunsicherung warf mich aus der Bahn. Was ich früher über Essen und Wutausbrüche reguliert hatte, ließ mich jetzt völlig verzweifeln. Es kam die Joghourtphase. Entweder aß ich tagelang nichts, um dann literweise Joghourt zu schlürfen oder ich ertrank in Selbstmitleid was zu starken Depressionen führte, die wiederum zu suizidalem gedanken führte, bis ich endlich die Reißleine zog und mich einer mehrmonatigen Behandlung in der psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt unterzog.
Dioes alles wurde mir von den "Magenbändlern" als untypisch und ausserhalb der Norm geschildert.
Nur treffe ich sie in Bad Bramstedt als Magenbändler mit SVV oder borderlinesyndrom. Da Bad Bramstedt nicht die einzige psychosomatische Klink in Deutschland ist, möchte ich nicht hochrechnen wieviele ihren Gewichtsverlust teuer bezahlen.
Wie gesagt, ich war lange nicht mehr so dankbar über einen thread, wie über diesen.:applaus:
Es grüßt ganz herzlich der Auricher Platzbauch
AndreaMei
24.07.2005, 23:08
Wer hat Ideen? Was kann man als Kompensatoren nutzen?
Babs,
die schon mit Stift und Zettel bereit sitzt ;)
Hallo Babs,
ich habe schon diverse Male (bevorzugt in der S-Bahn) in Gedanken einen Thread für das Forum verfasst. Und dann habe ich mir vorgestellt, was wohl so für Antworten kommen; nicht von bestimmten Personen, aber trotzdem unterschiedliche Perspektiven. Wenn es dann besonders um eine Situation ging, in der ich nicht die Möglichkeit hatte zu reagieren, hat es mir geholfen, damit abzuschließen und mich nicht verrückt zu machen.
Liebe Grüße
Andrea :)
Vielleicht sollten wir bei diesem Thema die Begrifflichkeiten nochmal klären. Für mich ist ein Kompensator etwas, das Gefühle dämpft, betäubt, unterdrückt, mich derartig von ihnen ablenkt, dass ich mich nicht mehr mit ihnen auseinandersetzen muss.
Es geht ja auch nicht darum, durch einen neuen Kompensator die Gefühle wieder zu unterdrücken, sondern sie in andere, gesündere (als Essen) Kanäle zu leiten!
Das ist natürlich schon etwas anderes, da hast du recht. Ich würde in diesem Fall auch eher von einem Ventil als von einem Kompensator sprechen.
Dieses Problem ist mir übrigens auch nicht fremd - die Abnehmphase nach meiner Esssucht war nichts anderes als ein sehr sehr wirkungsvoller Kompensator. Hat mich aber auch nicht glücklicher gemacht...
frauvonheute
25.07.2005, 11:02
Wie gesagt, ich war lange nicht mehr so dankbar über einen thread, wie über diesen.:applaus:
Und ich danke dir für deinen Beitrag!
Als ich ihn las, musste ich an meine Therapeutin denken, die ganz am Anfang der Therapie zu mir gesagt hatte, dass sie mir niemals eine Magenverkleinerung empfehlen würde, denn dann würde sich zwar das Gewichtsproblem legen, aber meine seelischen Probleme wären immer noch genauso da. Dann wäre der Kompensator für meine Ichstörung weg und ich würde noch tiefer fallen. Heute verstehe ich, was sie damit sagen wollte und kann ihr aus meiner Sicht nur voll und ganz zustimmen.
Alles Gute, Biggerman!
Babs
frauvonheute
25.07.2005, 11:04
Das ist natürlich schon etwas anderes, da hast du recht. Ich würde in diesem Fall auch eher von einem Ventil als von einem Kompensator sprechen.
Problem erkannt, Problem gebannt ;)
Dieses Problem ist mir übrigens auch nicht fremd - die Abnehmphase nach meiner Esssucht war nichts anderes als ein sehr sehr wirkungsvoller Kompensator. Hat mich aber auch nicht glücklicher gemacht...
Was hast du denn nach der Esssucht kompensiert? So ganz verstehe ich die Aussage nicht? :confused:
Verwirrte Grüße
Babs
Was hast du denn nach der Esssucht kompensiert? So ganz verstehe ich die Aussage nicht? :confused: Nicht? Na ja, nur weil man es geschafft hat, seine Esssucht in den Griff zu kriegen (sprich: sich nicht mehr den Bauch zu füllen, weil man sich eigentlich alleine/unverstanden/einsam etc. fühlt), ist man ja noch nicht automatisch "geheilt". Meine Essanfälle wurden weniger, meine Probleme mit mir selbst aber nicht.
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