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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dicke Kosten


Na_Ich
12.05.2007, 16:18
Es wird uns ja immer wieder vorgehalten, dass die Dicken massig Kosten verursachen. Massig medizinische Kosten. Von Milliardenbeträgen wird da geredet aber welche Kosten stecken hinter diesen Kosten?

Beispiel: Ich als übergewichtiger Mensch gehe zum Arzt, weil ich mir den Knöchel verstaucht habe. Es fallen Kosten an. Fallen diese jetzt in die Dicken-Kosten-Statistik? Oder werden hier nur die Kosten betrachtet, die dicke Menschen mit dicken Krankheiten verursachen? Also Diatbetes, Herzerkrankungen usw?

Ich bin chronisch krank. Ich werde immer Kosten verursachen, egal ob ich dick oder schlank bin. Werden die Kosten, die meine Schilddrüse verursacht hier mit einbezogen? Werden die Kosten, die meine dreijährige Ärzteodysee gekostet hat mit einbezogen? Als man meine Yersinieninfektion vergeblich suchte und mir statt einer einfachen intensiven Blutuntersuchung lieber diverse Spiegelungen und Kernspins angedeihen ließ, sind das dicke Kosten? Oder fallen die nicht in die Statistik.

Wenn Übergewicht automatisch Bluthochdruck verursacht, warum war mein Kardiologe der 1. Arzt meines Lebens, der intensiv nach der Ursache suchte und nach wie vor sucht? Er sagt zwar, Übergewicht ist dabei nicht unbedingt förderlich, aber er kann es nicht einfach darauf schieben ohne vorher alles organische abgeklärt zu haben. Ich könnt ihn immer noch dafür knutschen.

Also, Wer in Dreiherrgottsnamen weiß, was hinter dieser Kostenstatistik ist, die durch die Medien geistert? DAS tät mich nämlich mal interessieren.

Roseanne
12.05.2007, 17:29
Es wird uns ja immer wieder vorgehalten, dass die Dicken massig Kosten verursachen. Massig medizinische Kosten. Von Milliardenbeträgen wird da geredet aber welche Kosten stecken hinter diesen Kosten?

Beispiel: Ich als übergewichtiger Mensch gehe zum Arzt, weil ich mir den Knöchel verstaucht habe. Es fallen Kosten an. Fallen diese jetzt in die Dicken-Kosten-Statistik? Oder werden hier nur die Kosten betrachtet, die dicke Menschen mit dicken Krankheiten verursachen? Also Diatbetes, Herzerkrankungen usw?

Ich bin chronisch krank. Ich werde immer Kosten verursachen, egal ob ich dick oder schlank bin. Werden die Kosten, die meine Schilddrüse verursacht hier mit einbezogen? Werden die Kosten, die meine dreijährige Ärzteodysee gekostet hat mit einbezogen? Als man meine Yersinieninfektion vergeblich suchte und mir statt einer einfachen intensiven Blutuntersuchung lieber diverse Spiegelungen und Kernspins angedeihen ließ, sind das dicke Kosten? Oder fallen die nicht in die Statistik.

Wenn Übergewicht automatisch Bluthochdruck verursacht, warum war mein Kardiologe der 1. Arzt meines Lebens, der intensiv nach der Ursache suchte und nach wie vor sucht? Er sagt zwar, Übergewicht ist dabei nicht unbedingt förderlich, aber er kann es nicht einfach darauf schieben ohne vorher alles organische abgeklärt zu haben. Ich könnt ihn immer noch dafür knutschen.

Also, Wer in Dreiherrgottsnamen weiß, was hinter dieser Kostenstatistik ist, die durch die Medien geistert? DAS tät mich nämlich mal interessieren.


Ach, das mit den Kosten - wie ja irgendwer letztlich so schön bemerkte: wenn mehr als 50 % der Deutschen zu dick sind, sind es ja logischerweise auch die Dicken, die das meiste einzahlen in die Krankenkassen. ;)

Ich glaube übrigens nicht, dass diese Behauptung tatsächlich stimmt. Wenn ich beim Hausarzt sitze, was im Schnitt höchstens einmal im Jahr vorkommt, bin ich die einzige Dicke.

Als ich mal über ein Jahr lang total ätzende Symptome hatte, die niemand irgendwas zuordnen konnte und ständig und dauernd in Wartezimmern diverser Ärzte gesessen habe, waren da auch nie Dicke.

Wo haben sich die vielen, kranken Dicken da bloss versteckt?

Was ich gesehen habe, waren sehr viele alte Leute, die natürlich aufgrund normalen körperlichen Verschleisses mehr krank sind als Junge und ausserdem mehr Zeit und Musse haben beim Arzt zu sitzen. :cool2:

Sind Dicke mehr krank als Dünne?

Ich glaube nicht. Und wenn ja, stellt sich ja noch die Frage ob das zwangsläufig aufgrund des Übergewichtes so ist. es ist durchaus nicht so leicht das medizinisch zu beweisen.

Wenn jemand mit Mitte 30 einen Schlaganfall hat und sehr dick ist, wird das sofort auf das Übergewicht geschoben.

Aber was ist mit dem schlanken, durchtrainierten Sportler, den mit Mitte 20 auf dem Fussballfeld der Schlag trifft?

Ich denke die Ärzte machen es sich da vielleicht ab und an zu einfach. Aber ehrlichgesagt glaube ich nicht mal, dass die Mehrzahl der Ärzte davon überzeugt ist, dass Übergewicht an allem und jedem Schuld ist, nur die Krankenkassen wollen einfach mehr Kohle einsacken. Und je mehr Dicke es gibt, um so mehr werden sie bei Gewichtsaufschlägen kassieren.

Und die Pharmaindustrie setzt aufs gleiche Pferd. Je mehr angeblich kranke und angeblich gefährdete Dicke es gibt, destro mehr Pillen und Diätpülverchen, Blutdrucksenker und Cholesterinsenker bringen sie an den Mann und die Frau.

Alles schön unter dem Deckmäntelchen der Fürsorglichkeit.

Aus meinem privaten Umfeld, dass viel regen Kontakt mit dicken Menschen hat, kann ich nicht sagen, dass die Dicken häufiger krank sind als die Dünnen. Ich bin da selbst ein gutes Beispiel. 30 Jahre sah mich kaum mal ein Arzt.

Ich kann höchstens sagen, dass der Mensch der am häufigsten beim Arzt hockt, den ich so kenne meine dünne, Mitte Fuffzich jährige Schwiegermutter ist...:-D

Rita
12.05.2007, 18:05
ich bin seit langer zeit auf der suche nach diesen zahlen, weil ich, wie wahrscheinlich alle hier, in den wartezimmern und krankenhäusern vergeblich nach den massen der kranken dicken ausschau halte.

denn sorry,

Die gesellschaftlichen Folgen von direkten und indirekten Krankheitskosten durch Übergewicht und Adipositas einschließlich ihrer Folge- und Begleiterkrankungen wurden im Jahr 1995 auf 7,75 bis 13,55 Mrd. Euro geschätzt – das waren 3,1 bis 5,5 Prozent der Gesundheitskosten.
wenn ich nicht weiß ob das vor 12 jahren (!) 7 oder 14 milliarden waren (kleiner unterschied, oder), welchen wert haben diese zahlen, wenn sie auf heute und in 20 jahren hochgerechnet werden???


wenn hier jemand von einer krankenkasse mitliest und mich aufklären kann, bitte eine email an mich :).

mica
12.05.2007, 23:00
Auf die Zahlen, die dem zugrunde liegen, werden wir lange warten können!

Als meine Tochter als Kind an Krebs erkrankte hatten wir in der Selbsthilfegruppe auch den Menschen, der in der Uniklinik für die statistischen Aufbereitungen zuständig war. Die Heilungschancen wurden immer besser und ich hab dann mal nachgegraben - bin Informatikerin, sowas läßt mir nicht wirklich Ruhe - und bei der Zusammenstellung der Zahlen war (und ist es heute auch noch) es einfach:

5 Jahre nach Auftritt der Erkrankung gilt man als geheilt. Metastasen - wer regt sich den über so Kleinigkeiten auf?
5 Jahre und einen Tag später gestorben - gilt man als geheilt - man hat ja 5 Jahre überlebt.
3 Jahre und an Herzversagen aufgrund der Therapie ...... klaro Herzversagen....nicht etwa Krebs..
Durch die neueren Diagnosemethoden wurden die Erkrankungen viel früher diagnostiziert - der Überlebenszeitrahmen wurde allerdings nicht angepasst.

Also - wie schon in Vorlesungen gelernt - glaube nie einer Statistik, die du nicht selber gef.. schönt hast. Wobei die Betonung auf geschönt liegt.

Zu uns Dicken:

Meines Wissens, steht es nicht auf dem Totenschein, wenn jemand stirbt, wieviel er gewogen hat.
Wenn ich vor 7 Jahren an dem Behandlungsfehler meines Hausarztes gestorben wäre - wäre ich eine vorher gesunde aber leider doch tote Dicke gewesen. Wobei es nix mit meinem Gewicht zu tun gehabt hätte. Aber es wäre auch in keiner Statistik aufgetaucht. Warum nicht? Klar, weil keiner die Kilos auf den Totenschein schreibt.
Wenn nach langer Krankheit der Doc einen Totenschein ausschreibt, wird er da kaum Adipositas drauf schreiben.... also woher kommen die Zahlen?

Einmal werden sie irgendwelche dubiosen Statistiken über das Durchschnittsgewicht genommen haben, dann das Ganze mit der Altersstatistik zusammengekocht....
..
mit dem Alter des Programmierers multipliziert...
ach nee... das waren doch jetzt wohl eher der BMI des Hundes der Nachbarin

Kommen wir mal zu dem Material, dass uns die Profis wie die Bundesärztkammer an die Hand geben:

Meldung vom 09.02.2007: Jede zweite Todesursache wird von Ärzten falsch eingeschätzt

http://www.jurablogs.com/de/jede-zweite-todesursache-wird-von-rzten-falsch-eingeschaetzt

Na das macht doch Hoffnung, dass die Spezialisten dann auch SOFORT erkennen, dass da ein Mensch an den Kilos.....

Dann kommen die unerklärlichen Todesursachen bei Sportlern in Deutschland... wo man so auf 900 per anno hochrechnen könnte...
http://www.sportmedinfo.de/Todesfaelle.htm

Die EU hat Anfang 2005 eine Studie veröffentlich, nach der 65000 Menschen in Deutschland jedes Jahr am Diesel sterben
http://www.ngz-online.de/public/article/aktuelles/78773?druckversion=1

Und ganz spannend wird es noch wenn wir - als wohl informierte CSI-Zuschauer mal in die Runde werfen, dass nach Angaben ebenfalls der Bundesärztekammer möglicherweise 2400 Morde unentdeckt bleiben.

Wurden die alle aufgrund ihres Gewichtes ermordet...?

Und dann bitte nicht zu vergessen meine Zeit ihres Lebens nie über 100 Pfund wiegende Mutter - die ist bestimmt an meinem Gewicht gestorben.

Sorry, wenn ich so zynisch werde, aber mit ein bisschen Recherche kriegen wir alles mögliche gemeldet - aber keine zutreffenden Zahlen.

PS:wenn ich das so alles zusammenaddiere, lebt hier noch wer???

Sally
12.05.2007, 23:05
Mich würde auch mal interessieren, ob die Kosten für die Adipositaschirurgie da mit hineingerechnet werden. Aus meiner Sicht dürfte das nicht sein, da dieser Schritt wohl doch in den allermeisten Fällen (es gibt Ausnahmen!) aus ästhetischen und nicht aus gesundheitlichen Gründen gemacht wird. Natürlich kann das jeder halten wie er will, aber im klassischen Sinne "Kosten für Folgekrankheiten" sind das nicht.

Feierabend
12.05.2007, 23:05
PS:wenn ich das so alles zusammenaddiere, lebt hier noch wer???

Nach den Zahlen zufolge bin ich noch nicht mal geboren ...

Gruß

Feierabend

mica
12.05.2007, 23:24
Quelle: Statistisches Bundesamt,
www.destatis.de
https://ssl.kundenserver.de/todesermittlungen.de/PDF/2005todesursachen_anleitung.pd f

Ich zitiere mal aus der Anleitung:

Die Todesursachenstatistik ist die elementare Grundlage zur Ermittlung wichtiger
Gesundheitsindikatoren wie Sterbeziffern, verlorene Lebensjahre und vermeidbare
Sterbefälle. Durch diese Statistik ist eine fundierte Todesursachenforschung möglich,
die die Einflussfaktoren der Gesundheitsindikatoren, die regionalen Besonderheiten
der todesursachenspezifischen Sterblichkeit und ihre Veränderung im Laufe
der Zeit untersucht. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen und
Strategien z.B. für die epidemiologische Forschung, den Bereich Prävention und die
Gesundheitspolitik abgeleitet. Im Kern geht es um die Frage, durch welche präventiven
und medizinisch-kurativen Maßnahmen die Lebenserwartung und -qualität
der Bevölkerung erhöht werden kann. Aussagekräftige und vergleichbare Daten sind
dafür unerlässlich.
Zu diesem Zweck werden die Todesursachen aller Verstorbenen in den Statistischen
Landesämtern erfasst und fließen anschließend in die Todesursachenstatistik des
Bundes und der Länder ein. Durch das einheitliche methodische Vorgehen (Vollerhebung,
einheitliche Systematik der ICD) und die Kontinuität der Erhebung wird
sichergestellt, dass diese Daten zuverlässig der Forschung zur Verfügung gestellt
werden können.

Damit ist mir natürlich sofort klar, wo in meinem vorherigen Posting der Fehler lag:

Ich habe die Glaskugel zur tatsachennahen Ermittlung vergessen. I'm so sorry!

Na_Ich
13.05.2007, 08:26
Also leben wir wieder prima mit dem Prinzip Angst. Die Krankenkassen werfen irgendwelche nicht wirklich belegbare Zahlen in den Raum und schon haben

a) alle Dicken Angst Kosten zu verursachen und
b) alle Schlanken Angst, dass ihr sauer verdientes Geld nur für die Dicken rausgeschmissen wird, was ja vollkommen "ungerecht" wäre.

Gott ich hasse diese Prinzip und dumme Leute glauben das sofort, weil wer hinterfragt sowas schon.

Cassandra
13.05.2007, 09:14
Mica, was du schreibst ist polemisch, und du weißt es genau.

Wie Zahlen ihren Weg in die Verlautbarungen von Regierungen und Presseagenturen finden, wissen wir auch.

Variante A:
Irgendjemand betreibt deskriptive Statistik. Anschließend werden die Zahlen diverser Erhebungsparameter aggregiert, ein angenommener Bias wird rausgerechnet und das Ganze auf eine Grundgesamtheit hochgerechnet.

Variante B:
Zahlen werden gar nicht berechnet, sondern festgelegt. Google mal nach "Hohenheimer Konsusgesprächen."

Öffentlichkeit und Medien verwechseln gerne Korrelationen und Kausalität.

Mit Sicherheit verursachen Dicke höhere Behandlungskosten. Dicke sind häufiger krank. Ein Vorwurf wird doch nur draus, wenn man glaubt das Gewicht ist die Ursache vieler Krankheiten. Wenn aber (siehe Martinas Aussage in der Sendung von Fr. Maischberger) das Gewicht nur die Folge einer lange unerkannten Grunderkrankung ist, sieht die Sache ganz anders aus.

Ich habe mir in den letzten Jahren hunderte, wenn nicht tausende von URLs angesehen zum Thema Adipositas. Eine Webseite mit differenzierten Diagnosen fand ich nirgendwo.

Und genau da liegt das Problem.

Na_Ich
13.05.2007, 09:20
Mit Sicherheit verursachen Dicke höhere Behandlungskosten. Dicke sind häufiger krank.


Dem kann ich so nicht zustimmen. Dicke sind nicht zwingend häufiger krank. Auf welcher Grundlage basiert diese Aussage?

Cassandra
13.05.2007, 09:22
Quelle: Statistisches Bundesamt,
www.destatis.de (http://www.destatis.de)
https://ssl.kundenserver.de/todesermittlungen.de/PDF/2005todesursachen_anleitung.pd f

As far as I remember:
Vor ein oder zwei Jahren gab es gleichlautende Artikel in der überregionalen Presse, in denen Pathologen davor warnten die Zahl der Obduktionen weiter zu reduzieren. Ca. 30 - 40 % aller Totenscheine enthielten falsche Diagnosen.

Das wundert nicht. Jeder Hausarzt füllt Totenscheine aus. Solange kein offensichtliches Fremdverschulden vorliegt, wird die Polizei auch nicht informiert.

Wenn ich dann auch mal sarkastisch sein darf: Der perfekt (Gift)Mord erfordert die Komplizenschaft eines Hausarztes.

Dralle Deern
13.05.2007, 09:38
Mit Sicherheit verursachen Dicke höhere Behandlungskosten. Dicke sind häufiger krank. In den letzten 15 Monaten war ich 2x krankgeschrieben, im Februar letzten Jahres aufgrund einer Stimmbandentzündung, die sich aus einer Erkältung (20 Minuten bei -17°C auf die Straßenbahn warten) in Verbindung mit einer Überbeanspruchung der Stimmbänder (Arbeit im CallCenter) entwickelt hatte und dann nochmal 2 Tage im Februar diesen Jahres, als ich mir ungeschickterweise mit einem Wattestäbchen mein Trommelfell durchstochen hatte. Beide Erkrankungen haben sowas von überhaupt nichts mit Dicksein zu tun. Ich wüsste nicht, wo ich übermäßige Krankheitskosten verursache, außer vielleicht, dass die Ohrstäbchen-Nummer unnötig war.

Cassandra
13.05.2007, 10:18
Dem kann ich so nicht zustimmen. Dicke sind nicht zwingend häufiger krank. Auf welcher Grundlage basiert diese Aussage?Grit, nehmen wir mal nur die Krankheit Diabetes Typ II.

Wie du weißt leide ich ja auch unter Diabetes. Ob I oder II ist immer noch nicht entgültig geklärt.

Die Mehrzahl der Patienten in der Praxis des Diabetologen ist, wie ich selbst beobachten konnte, dick.

Zur Abklärung einer anderen Erkrankung war ich beim Phlebologen (Venenerkrankungen). Auch dort haben die meisten Patienten mit der Diagnose Ulcus cruris Übergewicht.

Mein Vater erlitt einen schweren Herzinfarkt. In der Reha waren die meisten Patienten übergewichtig.

Die Liste ließe sich verlängern.

Übergewicht ist definitv ein Risikofaktor für Krankheiten und damit sind Behandlungskosten verbunden.

Bevor jetzt ein Aufschrei erfolgt, bitte ich aufmerksam weiter zu lesen.

"Eine Einflußgröße ist so lange ein 'Risikofaktor', wie zwar eine Korrelation (...) besteht, sich aber keine Ursache - Wirkung - Beziehung nachweisen läßt."
Quelle: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer, Pollmer, Warmuth, S. 256f, Eichborn 2002.

Nach allem was ich gelesen habe, glaube ich mittlerweile, daß Dicke zwar höhere Behandlungskosten verursachen, aber das liegt zum Teil daran, das sich niemand bei Dicken auf die Suche nach Grunderkrankungen begibt, von Endokrinologen mal abgesehen.

Außerdem ist die Sprache verräterisch. "Verursachen" klingt nach moralischer Schuld. Es scheint mir aber so, daß auch die Ärzte in Zeiten knapper Budgets gerne Korrelationen ("Risikofaktoren") mit Beweisen verwechseln. Also wird die scheinbare Ursache, das Gewicht, behandelt.

Der Framingham Studie ließ sich schon 1980 entnehmen, daß Dicke mit einem BMI bis über 30 keine höheres Sterberisiko haben (Quelle: s.o, S. 167ff; dort steht auch die Originalquelle: "Journal of The American Medical Association, Body Build and Mortality. The Framingham Study, 1980, S. 243, 1828).

Also, in toto:

1) Dicke sind teurer, weil sie häufiger behandelt werden, um ihre Risikofaktoren im Sinne des Mainstreams zu beinflussen.

2) Dicke sind teurer, weil Korrelationen hochgerechnet werden.
(Wenn eine Diabetesbehandlung pro Patient im Jahr im arithmetischen Mittel X € kostet und n % aller Patienten einen BMI von über 25 haben und y die Zahl aller Diabetespatienten ist, dann kosten nach dieser Denkweise die Dicken

y *n * X

unter Vernachlässigung der Sterbeereignisse während des Kalenderjahres und der Tatsche, daß auch Dünne unter Diabetes leiden. )

3) Dicke sind teurer, weil die Pharmaindustrie ein Interesse hat Surrogatparameter zu behandeln und Grenzwerte runterzusetzen (vgl. "Mythos Cholesterin, Hirzel Verlag).

Alles was ich schrieb ist wahr und sorgt für die Meinung der Dr. Frädrichs dieser Welt, daß Dicke uns teuer zu stehen kommen. Es heißt aber nicht, daß das Gewicht der geeignete Parameter ist, an dem man das festmachen könnte. Die Aussage basiert auf dem was ich hier ausführte.

Rita
13.05.2007, 10:20
Mit Sicherheit verursachen Dicke höhere Behandlungskosten. Dicke sind häufiger krank.
genau die zahlen hätte ich gerne. in der ankündigung von christiansen oder maischberger war von 3mal so hohen kosten für fettleibige pro jahr die rede. irgenwas von 800 vs. 2400 größenordnungsmäßig.

abgesehen davon, dass ich selbst , trotz einer chronischen erkrankung, bei weitem nicht einmal die untere zahl dieser summe streife (meine krankenkassa schickt mir jährlich einen brief mit einer genauen auflistung aller kosten, die ich verursacht habe), ich seh das auch weder privat noch beruflich bei den dicken, die ich real treffe.

natürlich, frag irgendeinen arzt und er wird dir erklären, dass dicke mehr geld kosten. schlag jedes beliebige lehrbuch der medizin auf und du wirst, neben dem rauchen, gebetsmühlenartig auf fast jeder seite den risikofaktor adipositas finden. das lernen die studenten und so sehen die ärzte die welt.

aber ich wäre wirklich neugierig was herauskäme, wenn man die praxiskartei eines null-acht-fünfzehn-hausarztes daraufhin durchgeht, ob da wirklich die dicken die höchsten kosten verurachen, und ob das wegen krankheiten geschieht die ursächlich mit dem dicksein in beziehung stehen.

nochmal, ich heiße jeden willkommen, der mir erklärt, wie diese zahlen zustandekommen.

Andra1963
13.05.2007, 10:26
Was mich ärgert, ist vor allem, dass ALLES auf das Übergewicht geschoben wird ... jeder Pickel und jede Verstimmung .... geschweige denn, es tut einem mal der Fuß oder das Knie weh ....

Als ob das bei Schlanken anders wäre.

Neulich habe ich einen Bekannten im KH besucht, der gerade an der Bandscheibe operiert wurde. Er selbst = schlank ... alle dort rumkriechenden Bandscheiben-Patienten = auch schlank ....... ach so !?!?!? Wo sind denn z.B. die Dicken, die so oft was mit dem Rücken haben!?!?!?! Alle, die ich mit Rückenproblemen kennen, sind schlank!

Einmal (!!) habe ich eine Stellungnahme von einem Arzt dazu gehört - dass nämlich der Körper des Dicken mit all seinen Muskeln und sehnen automatisch auch dann "trainiert" wird, wenn er gar keinen Sport macht - weil Muskeln und Sehnen eben immer das Gewicht tragen und ausbalancieren müssen. Und das kann durchaus ein VORTEIL sein - z.B. für den Rücken!

Aber davon spricht doch nie jemand?

Rita
13.05.2007, 10:28
ok, deinem letzten posting stimme ich vorbehaltlos zu cassandra.

Cassandra
13.05.2007, 10:29
Siehe meine Antwort auf Na_Ich.:)

Andra1963
13.05.2007, 11:48
... und was ist mit dem Geld, was durch Dicke ins Steuersäckel kommt!?

Spontan fällt mir z.B. ein, was Dicke so für die Hoffnung "Schlankwerden" ausgeben .... Pülverchen, Pillen .... Light-Produkte .... Bücher .... Frauenzeitschriften ... Diät-Kurse wie WW .... Fitness-Studios ..... teure Kleidung in Übergrößen .....

Cassandra
13.05.2007, 11:52
... und was ist mit dem Geld, was durch Dicke ins Steuersäckel kommt!?

Spontan fällt mir z.B. ein, was Dicke so für die Hoffnung "Schlankwerden" ausgeben .... Pülverchen, Pillen .... Light-Produkte .... Bücher .... Frauenzeitschriften ... Diät-Kurse wie WW .... Fitness-Studios ..... teure Kleidung in Übergrößen .....Wenn es dir Spaß macht....:rolleyes: Es gibt schöne Fachbücher zum Thema Volkswirtschafltiche Gesamtrechnung.

Andra1963
13.05.2007, 12:34
Wieso - was MIR Spaß macht!? Darum geht es doch hier gar nicht :confused:

Sally
13.05.2007, 12:50
Hier (http://www2.t-online-business.de/dyn/c/65/58/75/6558750.html)steht zum Beispiel (für die USA):
Allein die Kleiderbranche für Übergrößen erwirtschaftet jährlich 25 Milliarden Dollar.
Interessanterweise aber auch:
Forscher der University of Iowa fanden heraus, dass Fettleibigkeit am schnellsten bei Menschen mit einem Jahresgehalt von mehr als 60.000 Dollar zunimmt. :eek: Und ich dachte, wir seien die Unterschicht ...?

Etwas ältere, aber durchaus interessante Zahlen (die heute in Deutschland noch wesentlich höher liegen dürften- eher in Richtung der Zahlen in den USA) liefert die Buchautorin Maja Langsdorff (http://www.maja-langsdorff.de/mlessadr.htm):
500 Millionen Mark setzte die deutsche Diätindustrie für vermeintliche Abspeck-Medikamente, kalorienarme Mahlzeiten und Schlankheitsdrinks in zwölf Monaten 1994/95 um.


33 Milliarden Dollar setzt die amerikanische Diätindustrie um - der Markt für Schlankheitsprodukte ist der fünftgrößte Markt in den USA.

milane
13.05.2007, 14:14
Vielleicht liegt der -wie auch immer ermittelte- Zusammenhang zwischen Gewicht und erhöten Kosten für das Gesundheitssystem an den älteren Menschen.
Wer alt ist, ist
a) häufiger krank und braucht öfter kostenintensive medizinische Betreuung
und
b) im Durchschnitt (frei nach Pollmer) schwerer.
Es wäre also nicht ursächlich das Gewicht sondern das Alter, lediglich einhergehend mit höherem Durchschnittsgewicht, für diese Kosten verantwotlich.

Sally
13.05.2007, 14:35
Vor allen Dingen werden immer mehr Menschen immer älter.
Wir haben so viele Hundertjährige wie noch nie.

Menschen über 80 brauchen aber wesentlich mehr Medikamente als junge - unter anderem auch, damit sie in guter Verfassung ein hohes Alter erreichen können.

Der Lebensgefährte meiner Mutter ist 84 und wäre sicher schon nicht mehr am Leben ohne die moderne Medizin. Wenn er sich seine "Wochenration" Medikamente zusammenstellt, bleibt am Schluss ein Berg Pappschachteln und Blisterfolien übrig. Was ich selbstverständlich nicht schlimm finde - nur ist das eben auch ein Kostenfaktor, und nicht zu knapp.

P.S. Er ist übrigens schlank.

mica
14.05.2007, 09:02
Heute morgen habe ich mich beim Neurochirurgen für eine weitere Behandlung meiner Bandscheibe eingefunden. (Der hat mir natürlich auch sofort eine Abnahme empfohlen)

Nun ist ja ein Bandscheibenschaden auch eine vornehmlich gewichtsabhängige Krankheit... zu mindest per definitonem unserer Politiker und diverser Orthopäden.

Vergnügungssüchtig wie ich so sein kann, habe ich, statt mich mit den Zeitschriften des Lesezirkels zu beschäftigen mir die Mitwartenden angeschaut - der Ablauf hat ein bisschen was von Fliessband, zumindest für diese unter Röntgenbeteiligung verpassten Spritzen.

Ausser mir war weit und breit keine übergewichtige Person zu finden. Ich hab dann mal die Sprechstundenhilfe befragt, ob sie viele Dicke hätten... Antwort - Nein.

Martina
22.08.2007, 16:43
Ich habe diesen Thread wohl irgendwann mal aus den Augen verloren. Daher reiche ich jetzt zu Letzterem noch etwas nach.

Ich habe 2002 eine Kur in Bad Neuenahr gemacht, in der ich nur nach orthopädischen Gesichtspunkten behandelt wurde und KEINE Diät machen musste, weil der leitende Orthopäde verstanden hat, warum ich das nicht wollte. Ich habe an einem seiner Vorträge teilgenommen. In diesem erzählte er, dass die Fälle von Bandscheibenvorfällen bei dicken Menschen prozentual deutlich niedriger ausfallen als bei schlanken Menschen. Ich habe die Zahlen nicht mehr im Kopf, aber der Unterschied war riesig.

Martina

Na_Ich
22.08.2007, 17:05
hat er auch erklären können, warum das so ist? Warum kommst Du mit dem Thema jetzt wo ich mit einem fiesen Hexenschuss auf der Couch liege und morgen früh zum Arzt kriechen werde, wenns nicht besser ist? *gnarf* Das war wohl Gedankenübertragung. :-p

Sonnenkuss
22.08.2007, 17:19
hat er auch erklären können, warum das so ist? Warum kommst Du mit dem Thema jetzt wo ich mit einem fiesen Hexenschuss auf der Couch liege und morgen früh zum Arzt kriechen werde, wenns nicht besser ist? *gnarf* Das war wohl Gedankenübertragung. :-p
Du bist halt nicht dick genug meine Schöne... :teufel:

Eine gute Besserung und einen Gruß an die Hexe.
Ich hatte das gottseidank noch nie, aber ich fuhr mal nen Kumpel damit zum Sonntagsdienst...
Schulligung, aber es sah echt zu doof aus, wie er sich quasimodomäßig in den dritten Stock des Ärztehauses am Treppengeländer hochgezogen hat.
Er hatte mein vollstes Mitleid, aber gekichert hab ich trotzdem *rotwerd*.
Ach, und der Kumpel ist rappeldürr.

Na_Ich
22.08.2007, 18:58
denk dir nix, meine kollegin und der herr schmusehase haben mich vorhin auch ausgelacht. ich kann nur kleine schritte machen und nach vorn gebeugt laufen. das sieht ja auch komisch aus, tut nur höllisch weh und da es weder links noch rechts ist sondern direkt an/in der wirbelsäule tippe ich mittlerweile auf nen bandscheibenvorfall. ischias hat sich bisher immer anders angefühlt. und da ich meine beine nicht weit genug vorsetzen kann, ohne dass da ein komischer druck entsteht, denke ich, werd ich morgen früh mal den doc konsultieren und mir ein spritzlein abholen. dabei hasse ich spritzen in den rücken. momentan liege ich auf der couch mit heizkissen und laptop über mir und ich müsste mal aufs klo. ich denke ich steh jetzt schon langsam mal auf, damit ich in 10 minuten dort bin *hust*

Martina
22.08.2007, 19:26
Ich bin auf Umwegen wieder auf diesen Thread gestoßen und habe bemerkt, dass ich ihn nicht ganz kenne. Wofür halten wir uns Euch Mit-Admins schließlich ... damit wir nicht alles selber lesen müssen ... :-D (sicherheitshalber: das meine ich nicht ernst; ich liebe Euch gar sehr, ob ihr alles für mich lest oder nicht :knuddel2:).

Ich wünsch' Dir ganz doll Gute Besserung, liebe Grit! :troest: Mich hatte es gestern Morgen auch verrissen. Ich hab' mich geräkelt und gleichzeitig meinen Kopf gedreht. Das war zuviel für meine Schultermuskulatur. Aber eine abendliche Wärmflasche bewirkte Wunder. Halte uns mal auf dem Laufenden.

Sonnenkuss
22.08.2007, 19:26
Nicht husten wenn die Blase voll ist! :eek:

Du hast mein vollstes Mitleid, im Notfall musste heute nacht halt noch Notfall spielen, die Ärzte haben solche Wunderspritzen auch immer in ihrem Sturmgepäck!

lesemaus
22.08.2007, 19:37
[quote]
tut nur höllisch

mir ein spritzlein abholen. dabei hasse ich spritzen in den rücken. momentan liege ich auf der couch mit heizkissen und laptop über mir und ich müsste mal aufs klo. ich denke ich steh jetzt schon langsam mal auf, damit ich in 10 minuten dort bin *hust


ach du armes, ich kann dir das sooooo nachfühlen. mich hat es mal nach dem schnee schippen beim reingehen sowas von gehexenschusst, das ich ernsthaft gedacht habe es hat jemand auf mich geschossen.
da habe ich die spritzen lieben gelernt, ich hätte mir auch eine spritze in der dicke einer stricknadel reinjagen lassen, nur um diese abartigen schmerzen loszuwerden. was aber nur lindernd war, das ich wenigstens wieder luft holen konnte. nach 3 wochen hat meine hausärztin mal hinten draufgedrückt und erst dann war alles vorbei.
ich wünsche dir eine schmerzfreie und gute nacht und morgen alle hilfe die man dir geben kann.
alles gute von annett:wink1:

Na_Ich
23.08.2007, 08:08
So, da bin ich wieder. Es ist in der Tat ein leichter Bandscheibenvorfall. Wenn das ein leichter ist, will ich gar nicht wissen, wie sich ein schwerer anfühlt. Ich bin gleich dran gekommen, obwohl das Wartezimmer voll war. Die Arzthelferin wollte mir einen Stuhl bringen, weil sie gesehen hat, dass ich so vorn übergebeugt stand und ich hab ihr halt gesagt, dass ich nach dem Sitzen so schlecht aufstehen kann und es dann noch mehr weh tut. Da ging sie direkt zum Doc hinter, der mich dann gleich dran genommen hat, obwohl er von 8-9 nur Privatpatienten behandelt mit Termin. Aber die waren wohl alle damit einverstanden. Muss dazu sagen, dass ich käseweiß bin und aufgrund SChlafmangels dicke Augenringe habe. Meine Haare sind auch struppig, weil Waschen heut früh nicht wirklich drin war. Nuja, die waren wohl alle froh, dass sie mich nicht länger ankucken mussten und eine Omi war sogar aufgestanden - bevor die Arzthelferin kam - und wollte mir ihren Stuhl anbieten, das fand ich so lieb.

Naja...nu soll ich wenn möglich erstmal nicht sitzen. Arbeiten ist nicht. Entweder liegen oder stehen. Ich hab mich dann mal fürs Liegen entschieden. Es wurden alle möglichen Reflexe getestet, die wohl ein wenig verzögert waren und aufgrund meines Ischias, der mich 2005 schonmal so sehr geplagt hatte und der Anmerkung seiner Kollegin von damals, dass es auch ein leichter BS-Vorfall gewesen sein kann, hat er dann erstmal ne Spritze gesetzt, um die Muskulatur aufzulockern, die steinhart war. Spritze tat weh, mir ist etwas übel davon, aber das war vor 2 Jahren auch so. Er hat auch rumgedrückt und mich gedreht und ich musste irgendwelche Übungen machen, auf einem Bein stehen und dann auf die Zehenspitzen, was links gar nicht ging ohne umzufallen. Dann wollte er mir wieder Diclac verschreiben, aber da ich noch 3 Packungen davon daheim habe, hab ich dankend verzichtet. Ich soll jetzt warm halten, einreiben und viel trinken. Nicht belasten, nicht schwer heben, wenn möglich gar nicht bücken usw.

Er weiß, dass ich 2 km Arbeits-Fußweg habe und hat gesagt, ich solle - wenn ich dann wieder gehe - mit dem Rad fahren, weil die 2km Asphalt meinem Rücken nicht wirklich zuträglich sind. Montag gehe ich nochmal hin wegen Blutabnehmen für die Schilddrüse. Heute früh hatte ich einfach was essen müssen, weil mir vor Müdigkeit so übel war. Montag kann ich dann entscheiden, ob ich nochmal zu ihm reingehe oder sage, es geht. Montag und Dienstag habe ich das Auto, weil SChatzi frei hat. Der will mein Fahrrad auf Vordermann bringen und dann hoffe ich, dass ich Ruhe habe vor diesem Mist.

Konsequenz für mich: doch wieder Rückenschule und Muskelaufbau. Mal sehen, wie ich das am besten machen kann.

Im Büro haben wir eine Gesundheitshocker, der vom Prinzip wie diese Sitzbälle funktioniert. Aus Versicherungstechnischen Gründen darf ich so nen Ball im Büro ja nur haben, wenn der fest steht und ich nicht damit wegrollen kann. Deswegen haben wir diesen Hocker und ich bin ehrlich dankbar dafür.

Und nu trink ich noch nen Kaffee und leg mich wieder ins Bett. Mal sehen, ob ich etwas schlafen kann. Ansonsten widme ich meine Aufmerksamkeit wieder "Mister Aufziehvogel" von Haruki Murakami.

Fazit: 2007 ist gesundheitstechnisch nicht mein Jahr! Ich bin froh, wenn das Jahr vorbei ist. Ich hab die Nase voll und will mich nicht mehr wie der größte Versager fühlen - jaja ich weiß, ich kann nichts dafür. Trotzdem ist es fürs Selbstbewusstsein nicht sehr zuträglich. *gnarf*

Sie hörten das Wort zum Donnerstag...

Fräulein Wunder
23.08.2007, 17:17
welche Kosten stecken hinter diesen Kosten?




Mit Zahlen und Statistiken ist das immer so eine Sache. Ein interessantes Beispiel wurde mal von Ulrike Gonder aufgegriffen. So wird ja oft in den Medien von der expodierenden Zahl von dicken Kindern berichtet. In Wirklichkeit weiß niemand überhaupt wieviele dicke Kinder es gibt, weil es gar keine wissenschaftlich eindeutige Definition dafür gibt wann Übergewicht bei Kindern beginnt. Bei einer Untersuchung der Uni Kiel waren nach Methode und Definition von 100 Schülern einmal 9 und einmal 21 zu dick - das ist ja ein nicht gerade winziger Unterschied.

Quelle: http://www.ernaehrgesund.de

Midori
02.09.2007, 16:29
Es ist schnell getan zu behaupten, die Dicken verursachen die meisten Kosten. Aber ich würde gern mal Beweise sehen. Zahlen und Daten im Vergleich. Vielleicht mit Rauchern und Freizeitsportlern.

Wenn ich überlege, was ich allein im Kollegenkreis an Krankheitszeiten sehe, die durch Freizeitsport verursacht werden. Ich kenn z.B. keinen bei uns aus der BSG Fußball, der nichts an den Knien/Knöcheln oder sonstwo hat. Nach jedem Training hört man von Prellungen, Zerrungen und...und...und.

Es ist hierzulande einfach zu verkaufen, dass man leider krank ist, weil man beim Bungeejumpen mal aufgeditscht ist oder beim Boxen was auf die Nuss bekam oder beim Wildwasserkanufahren aus dem Boot gekippt ist. Aber der Dicke mit seiner Virusgrippe hätte sich bestimmt garnicht angesteckt, wenn er nicht so'n Übergewicht hätte...:hm:

Sesan
05.09.2007, 11:09
... und was ist mit dem Geld, was durch Dicke ins Steuersäckel kommt!?

Spontan fällt mir z.B. ein, was Dicke so für die Hoffnung "Schlankwerden" ausgeben .... Pülverchen, Pillen .... Light-Produkte .... Bücher .... Frauenzeitschriften ... Diät-Kurse wie WW .... Fitness-Studios ..... teure Kleidung in Übergrößen .....

Genau.! und da liegt ja auch der Hund begraben. Ich halte nicht viel von Verschwörungstheorien. Aber wenn ich höre das unsere Regierungen schon vorgefertigte Stellungnahmen..so wie sie es gerne möchten an Zeitungen schicken bzw. Argenturen beauftragen, diese Artikel von Zeitschriften so übernommen werden.( Diese auch nicht weiter geprüft werden wohlgemerkt, mit der Aussicht Gelder zu bekommen etc). Wundert mich in diesem Lande gar nichts mehr.Ich bin der Meinung das diese korrupten Medien den Dickenhass und die Ware "Angst und Kosten verrusachen" schürren. Natürlich ist ja auch nen Riesengeschäft!!
Man muss sich einfach mal überlegen wem nützt es?. Wir dicken werden (so empfinde ich das manchmal) als Mensch 2 Klasse degardiert. Die Industrie verdienen sich dumm und dämlich an uns. Ebenso Krankenkassen, Pülverchen etc. WW geiles Geschäft mit dem schlechten Gewissen und der "dummen" Gesellschaft die ja ach so aufgeklärt ist...und die doch so politicel Correct sind. Nur nicht bei Dicken! Ich weiss nicht ob ich mich klar ausgedrückt habe, aber einerseits verachtet man uns dicke und hält uns für faul und dumm etc. Schürrt das noch ordenlich damit wir alle schön die Fre...** halten und schön immer Schuldgefühle. Tja und die Meisten glauben natürlich den Medien weil die ja Recht haben. Bloss nicht selber denken. Mich kotzt es langsam nur noch an...Und nu kommen die noch jaa aber dicke Kosten uns doch so viel. Hallo?? Aber Magersüchtige, Raucher, Alkohl, Extremsportler, körperlich arbeitende..Behinderte..sorry gehören da auch zu, chronisch Kranke...alle nich oder was? und jeder Dicke zahlt ja wohl auch Beiträge..echt...sorry musste mal raus. ....Dicksein ist anscheinend an allem Schuld...mea culpa ich bin schuld am Hunger dieser Welt und durch mich wird das Ozonloch weiter aufgerissen...verzeih mir Welt...!:baeh2:

Sesan
05.09.2007, 12:54
Ich traue nie einer Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe:baeh:. Mich würde es im Übrigen auch intressieren woher diese Zahlen kommen.
lg Sesan

Cassandra
05.09.2007, 17:49
Ich traue nie einer Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe:baeh:. Mich würde es im Übrigen auch intressieren woher diese Zahlen kommen.
lg SesanIch habe mal Zahlen rausgesucht: Medienberichte: Dicke kosten 70 Mrd. € pro Jahr (http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=3296)

caro0106
05.09.2007, 19:01
Ach ja....Kosten hin, Kosten her...wenn ich mir da so unsere allwissenden Politiker angucke....:-D

..... ein übergewichtiger Herr Helmut Kohl (Kanzler a.D.), ein übergewichtiger Herr Walter Steinmeier, ein Übergewichtiger Herr Strauss (Junior), eine übergewichtige Frau Strauss (weiß leider ihren Heiratsnamen nicht, die Schwester des Junior), ein übergewichtiger Herr Lafontaine, ein übergewichtiger Herr Joschka Fischer, ein übergewichtiger Herr Kurt Beck, Blüm(chen)....und wie sie alle heißen....und nicht zuletzt eine übergewichtige Kanzlerin Frau Merkel, die anscheinden das Kohl Syndrom* hat.
Vielleicht sollte man denen einfach mal vorführen, wie sie eigentlich aussehen und was sie für Kosten verursachen. Denn, es steht ja wohl ausser Frage, das auch dicke Politiker ab und an zum Arzt müssen.


*Kohl Syndrom = im Laufe der einzelnen Legislaturperioden immer dicker werden...weil es einem bei Staatsbesuchen und auch im eigenen Land bei Empfängen sooooooooo gut schmeckt. *ironie*

Sesan
06.09.2007, 06:38
Ich habe mal Zahlen rausgesucht: Medienberichte: Dicke kosten 70 Mrd. € pro Jahr (http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=3296)

Nun sieh mal einer an. Das ist ja intressant. Und eigentlich im Prinzip was ich schon ahnte. Mensch cassandra danke für die Mühe ich hab mir das mal runtergezogen. Wehe man spricht mich noch mal an von wegen Dicke kosten...hähähä...*grummel ....

Na_Ich
06.09.2007, 06:49
Natürlich ist das Augenwischerei. Das ganze Leben ist ein Risiko. Dass wir in einem Sozialstaat leben, wird dann gern vergessen. Der schlanke, sporttreibende Nichtraucher wird dann gern zur Furie, weil seine Beiträge für Dicke, Raucher und Faule draufgehen. Jajaja...so ist das nunmal. Ich gehe 40 Stunden arbeiten in der Woche, habe einen Nebenjob, ich zahle brav meine Steuern und Abgaben. Und was bringt mir das manchmal? Streitereien mit Ärzten, weil sie bestimmte Blutwerte nicht machen wollen. Das Geld wird nicht dahingeleitet, wo es hingehört, sondern damit werden andere Löcher gestopft. Die bösen Ossis, die den Solidaritätszuschlag verursacht haben, auweia. Dass alle arbeitenden Ossis den auch zahlen müssen, vergisst man schnell. Usw. usf. so oder so, ständig wird irgendjemand stigmatisiert und als Böse abgestempelt. Alle möglichen Länder schaffen es, ihre Straßen durch Mautgebühren zu finanzieren nur wir Deutschen sind so blöd und lassen uns die jedes Jahr von allem möglichen Durchgangsverkehr kaputt fahren. Maut? Noch mehr Kosten? Lieber ne Maut als diese dämliche Ökosteuer.

In diesem System läuft etwas gewaltig schief und es wird nicht besser werden.

Sesan
06.09.2007, 06:51
Ach ja....Kosten hin, Kosten her...wenn ich mir da so unsere allwissenden Politiker angucke....:-D

Ich bin ja der Meinung immer mit gutem Beispiel voran. :applaus:Aber hast Du dir mal angesehen, das unsere vorbildlichen Politiker :cool3:nicht nur teilweise dick sind, sondern auch qualmen wie die Schlote (ich übrigens auch).

Irgendwie verlieren Politiker an Glaubwürdigkeit, wenn diese wie die Gesunheitsapostel der Krankenkassen (Gibts Sonderboni für Politiker???:-D) wild entschlossen das Volk zum Guten zu bekehren und selber sich nicht daran halten. Man bin ich froh, dass ich meinen Humor nicht verloren habe den das alles entwickelt sich langsam zu einer Lachnummer. Da gibts doch sicherlich ganz andere Probleme als sich mit so einem Mist....ach...Aber ne nette Ablenkung :baeh:Also ernstnehmen kann ich von den Kasperköppen eh niemanden egal welcher Partei...*Gg
lg Sesan

caro0106
06.09.2007, 07:40
Ja hab ich....:-D
Rauchen wie die Schloote...allen voran unser Vizekanzler Franz Müntefering...ich möcht nicht wissen, was an denen noch so ist wie bei uns. Diabetiker...Bandscheibenoperi erte etc. pp..

Achja, unsere Gesundheitsministern Ulla Schmidt raucht übrigens auch...nur mal so angemerkt.

Ja, Lachnummer umschreibt es am Besten....ist nicht mehr feierlich. :baeh:

Regenfee
18.09.2007, 15:44
es wird vor allem auch immer so getan, als sei übergewicht das allerschlimmste. mittlerweile werden raucher zwar auch kritisiert, aber bei weitem nicht in dem maße. was ist aber mit denen, die sich zuviele uv-strahlen auf die haut strahlen lassen, sei es durch sonne oder solarium? oder denen, die bandscheibenvorfälle und knieprobleme bekommen weil sie ständig hohe absätze tragen? alkoholiker und gelegenheitstrinker? leute, die sich die haare färben mit krebserregenden substanzen? das ist alles unwichtig, hauptsache man ist auf dem weg sich dem mainstreamschönheitsideal anzupassen.