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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfolg vor Sozialgericht


Dralle Deern
18.07.2005, 17:54
Eben sah ich kurz einen Bericht über eine seit 12 Jahren arbeitslose Frau, der wegen ihres Gewichtes von 94kg bei 168cm Körpergröße von der Bundesagentur für Arbeit mitgeteilt wurde, sie müsse ihr Gewicht drastisch reduzieren, um vermittelbar zu sein. Die Agentur behauptete zwar, sie habe lediglich einen Bildungsträger zitiert, doch die Frau fühlte sich zurecht diskriminiert und zog vor das Sozialgericht. Dieses bestätigte, dass ihr Körpergewicht keineswegs Grund für ihre Arbeitslosigkeit sei.

kampfzwerg
18.07.2005, 18:32
Chaka! Die Frau hat es wenigstens mal gewagt, gegen die Diskriminierung vorzugehen. Die hat einen BMI von 33 - was fanden die denn an der schon besonders dick? Komisch, was man sich so alles gefallen lassen muss.

Rascha
18.07.2005, 20:04
Sehr gut! Es freut mich, daß die Frau sich erfolgreich zur Wehr gesetzt hat.

Wenn Übergewicht per se ein Vermittlungshemmnis wäre, dann hätten wohl kaum Zig-, wenn nicht gar Hunderttausende von Dicken einen festen Job ...

choco
18.07.2005, 20:07
Na dann freu ich mich ja morgen auf mein Gespräch im Arbeitsamt mit der Dame vom Berufsinformationszentrum!

Aska
18.07.2005, 20:24
Hatte den Bericht auch gesehen - die Frau wurde über längere Zeit von nem Kamerateam begleitet.

Ich finde es super wie das Sozialgericht geurteilt hat.

Zwar macht das den seelischen Schaden nicht gut - aber es zeigt das man auch diese Diskreminierung ernst nimmt.

:wink1: Aska

schlingelchen
19.07.2005, 11:33
'Tschuldigung, wenn ich dumm frage: Aber was hat sie vom Urteil? Außer Recht?

Mir ist es auch schon auf 2 verschiedenen Arbeitsagenturen (Berufsberatung) passiert, dass man mich wegen meinem Gewicht nicht oder nur als Köchin vermitteln wollte, anstelle in den Bürobereich. Ich solle erstmal zur Kur fahren und abnehmen (O-Ton Chef der Berufsberatung)...

Rita
19.07.2005, 11:44
'Tschuldigung, wenn ich dumm frage: Aber was hat sie vom Urteil? Außer Recht?

Mir ist es auch schon auf 2 verschiedenen Arbeitsagenturen (Berufsberatung) passiert, dass man mich wegen meinem Gewicht nicht oder nur als Köchin vermitteln wollte, anstelle in den Bürobereich. Ich solle erstmal zur Kur fahren und abnehmen (O-Ton Chef der Berufsberatung)...

ich nehme an, man hatte ihr das (arbeitslosen)geld gestrichen, weil sie "abnehm=arbeitsunwillig" war. also hat sie von dem urteil wohl, dass sie (wieder) geld bekommt.

selten blöde aktion von der berufsberatung eine dicke nur als köchin (zur ausbildung?) vermitteln zu wollen :rolleyes:

Aska
19.07.2005, 11:47
Wenns die ist die ich meine (naja sollte wohl so sein)

Ihr waren Leistungen gestrichen worden, bzw. gekürzt.

Jetzt hat sie einen Beatle gewonnen (der sie somit in der Arbeitssuche auch mobiler macht) und ihr wurden sämtliche Leistungen mit sofortiger Wirkung wieder gestrichen.

Sie hat den Wagen net gekauft sondern gewonnen und war/ist froh darüber mobiler zu sein.

Eigentlich sollte sie das Geld weiter bekommen, ich glaube auch das einbehaltene - jetzt fängt der Spass von vorne an.

Grüsse von Aska

Maxima
19.07.2005, 11:49
'Tschuldigung, wenn ich dumm frage: Aber was hat sie vom Urteil? Außer Recht?
Mir ist es auch schon auf 2 verschiedenen Arbeitsagenturen (Berufsberatung) passiert, dass man mich wegen meinem Gewicht nicht oder nur als Köchin vermitteln wollte, anstelle in den Bürobereich. Ich solle erstmal zur Kur fahren und abnehmen (O-Ton Chef der Berufsberatung)...

Theoretisch wärst Du dann der nächste Kandidat für eine Klage!

Es ist totaler Müll, was da erzählt wird! Ich habe auch ziemlich hohes Übergewicht und trotzdem habe ich Arbeit. Es wurde sogar schon dreimal versucht, mich abzuwerben. Und ich habe als Verkäuferin ständig mit Kunden zu tun!!!

Welche Argumente hat denn der Mensch? Glaubt er, dass Du nicht in den Bürostuhl passt?! Über so einen Quatsch könnte ich mich stundenlang aufregen!!! Es ist bloß wirklich schlimm, dass Du in einem gewissen Maße solchen Leuten ausgeliefert bist.

Laß es Dir nicht gefallen! Gerade ein Hinweis auf das o.g. Urteil sollte solche Schandmäuler zum Nachdenken und Schweigen bringen!

Wütende Grüße

Ina-Maike

choco
19.07.2005, 11:54
Oh ich freu mich ja jetzt wirklich auf mein Gespräch im Arbeitsamt!

Ich stell es mir schon bildlich vor "Wollen Sie wirklich ins Büro und nicht lieber in die Backstube?"

:-p :-p :-p :-p :-p :-p

Yvonne
19.07.2005, 12:00
Ich stell es mir schon bildlich vor "Wollen Sie wirklich ins Büro und nicht lieber in die Backstube?"
:-p :-p :-p :-p :-p :-p

Also bei mir war es nicht so schlimm. Naja, etwas seltsam, ich finde die haben da einen seltsame Art zu arbeiten. Aber mal abgesehen davon, habe ich keinen Spruch über mein Gewicht gehöt. Und einen Bürojob wollte ich auch.

Bekommen habe ich ihn allerdings ohne das Arbeitsamt.

Dralle Deern
19.07.2005, 14:15
'Tschuldigung, wenn ich dumm frage: Aber was hat sie vom Urteil? Außer Recht?
ich nehme an, man hatte ihr das (arbeitslosen)geld gestrichen, weil sie "abnehm=arbeitsunwillig" war. also hat sie von dem urteil wohl, dass sie (wieder) geld bekommt. So ist es. Wer nicht vermittelbar ist, bekommt kein Arbeitslosengeld. Das trifft auf alte und behinderte Menschen genauso zu; sie bekommen zwar auch das Geld nach dem Hartz-IV-Gesetz, jedoch nennt sich das dann nicht Arbeitslosengeld und wird auch nicht von der Bundesagentur, sondern dann von der jeweilig zuständigen Behörde gezahlt. D.h. sie hätte dann Rennerei gehabt, um Geld zu bekommen, da sie aber weder zu alt, noch behindert, noch arbeitsunfähig krank ist, hätte sie von anderen Stellen kein Geld zu erwarten.

Es ist einfach zum Verzweifeln. :stirn:

Kimmie
19.07.2005, 14:35
Wer nicht vermittelbar ist, bekommt kein Arbeitslosengeld.


Das sogenannte Sozialgeld käme für die Frau wohl nicht in Frage. Soweit ich weiß, bekommen das nur Menschen, die aufgrund ihres Alters oder wegen einen chronischen Krankheit oder Behinderung nicht arbeitsfähig sind oder denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, weil sie Kleinkinder betreuen oder schwerbehinderte Angehörige pflegen.

Als nicht vermittelbar zu gelten reicht da nicht aus, denn an der "Vermittelbarkeit" von Langzeitarbeitslosen soll ja angeblich gearbeitet werden. Daher vermute ich eher, dass der Frau "fehlende Kooperationsbereitschaft" (fehlende Gewichtsabnahme) und Arbeitsunwilligkeit unterstellt und ihr deshalb als Disziplinarmaßnahme die Leistungen gekürzt wurden.

Die Dickenhatz nimmt immer absurdere Züge an ...

Viele Grüße,

Kimmie

Rascha
19.07.2005, 19:23
Das sogenannte Sozialgeld käme für die Frau wohl nicht in Frage. Soweit ich weiß, bekommen das nur Menschen, die aufgrund ihres Alters oder wegen einen chronischen Krankheit oder Behinderung nicht arbeitsfähig sind oder denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, weil sie Kleinkinder betreuen oder schwerbehinderte Angehörige pflegen.

Sorry, da wirfst du einiges durcheinander...

Wer wegen Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht erwerbsfähig ist, bekommt Sozialhilfe nach SGB X.

Wer nicht arbeiten kann, weil er Kinder unter 3 betreut oder Angehörige pflegt, bekommt ALG2 nach SGB II (obwohl er nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen braucht!).

Wer nicht erwerbsfähig ist, aber mit einem ALG2-Empfänger in Bedarfsgemeinschaft lebt, bekommt ggf. Sozialgeld nach SGB II.

choco
19.07.2005, 20:35
Dreimal dürft ihr raten, wie es heute abgelaufen ist!

Hab 26 Stellen von der Dame bekommen bei denen ich mich bewerben muss...und nen Spruch hat sie mir auch gedrückt: "Sie müssen wissen, dass Anwälte sehr konservativ sind und auf ein gepflegtes Aussehen achten...nunja Sie wissen schon was ich meine" und sah an mir runter!!!

Später als wie Stellen aussuchten an ihrem PC waren einige Stellen mit der Beschreibung "gutes und ansprechendes Aussehen" dabei und sie ging die einfach über und stöhnt nur leise vor sich hin und klickte schnell zur Nächsten.

Tja was solls!

Dralle Deern
19.07.2005, 20:44
Später als wie Stellen aussuchten an ihrem PC waren einige Stellen mit der Beschreibung "gutes und ansprechendes Aussehen" dabei und sie ging die einfach über und stöhnt nur leise vor sich hin und klickte schnell zur Nächsten. Das ist eine Unverschämtheit! Eigentlich müsste man sie gleich drauf aufmerksam machen, dass sie verhindert, dass du evtl. eine Stelle bekommst. Sie weiß ja nicht, was für den Chef "ansprechend" bedeutet. Aber ich weiß, die schaffen es immer, dass man sich klein und elend fühlt und der Fluchtinstinkt sofort einsetzt :seufz:

Kimmie
19.07.2005, 21:06
@Rascha:

Danke für die Info. Ich hatte gedacht, die Sozialhilfe wäre für alle Nichterwerbsfähigen generell durch das Sozialgeld bzw. die Grundsicherung im Alter abgelöst worden.

Aber es ist doch richtig, dass jemand, der als arbeitsfähig, aber nicht vermittelbar, gilt, weiterhin ALG II bekommt (wenn auch eventuell gekürzt)? Oder kann man in einem solchen Fall tatsächlich durch alle Raster fallen?

Viele Grüße,

Kimmie

Maxima
19.07.2005, 21:10
Dreimal dürft ihr raten, wie es heute abgelaufen ist!

Hab 26 Stellen von der Dame bekommen bei denen ich mich bewerben muss...und nen Spruch hat sie mir auch gedrückt: "Sie müssen wissen, dass Anwälte sehr konservativ sind und auf ein gepflegtes Aussehen achten...nunja Sie wissen schon was ich meine" und sah an mir runter!!!

Später als wie Stellen aussuchten an ihrem PC waren einige Stellen mit der Beschreibung "gutes und ansprechendes Aussehen" dabei und sie ging die einfach über und stöhnt nur leise vor sich hin und klickte schnell zur Nächsten.

Tja was solls!

Hallo Choco!

Wie hast Du darauf reagiert, als sie an Dir runter sah?!! Ich hoffe, Du hast Sie gleich gefragt, wie sie das meinte. Schließlich willst Du ja gern von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung profitieren!

Ich hätte sie auch auf jeden Fall ganz direkt gefragt, warum sie bestimmt Stellen überspringt!

Lass Dir um Gottes Willen so eine Behandlung nicht gefallen!!! Die gute Frau ist eine Angestellte die dafür da ist, DICH zu betreuen. Wenn es Dich (und leider noch ein paar Millionen mehr) nicht geben würde, müßte sie sich einen anderen Job suchen. Sie hat Dir eine Dienstleistung zu erbringen!

Warum läßt Du Dich so nieder machen?!!!

LG Ina-Maike

P.S. Ein Hinweis auf das anfangs besprochene Urteil wäre vielleicht auch sinnvoll!

Steph
19.07.2005, 21:39
...und nen Spruch hat sie mir auch gedrückt: "Sie müssen wissen, dass Anwälte sehr konservativ sind und auf ein gepflegtes Aussehen achten...nunja Sie wissen schon was ich meine" und sah an mir runter!!!

Später als wie Stellen aussuchten an ihrem PC waren einige Stellen mit der Beschreibung "gutes und ansprechendes Aussehen" dabei und sie ging die einfach über und stöhnt nur leise vor sich hin und klickte schnell zur Nächsten.

Tja was solls!

Tipps, liebe Choco, hast Du ja durch die Reihe hinweg bekommen. Ich wüsste auch nicht, wie ich reagieren würde. Wahrscheinlich würde ich betröppelt zu Boden schauen und schleunigst schauen, dass ich rauskäme.

Nur, weil Du dick bist, heisst das bei weitem nicht, dass Du ungepflegt bist. Leider habe ich schon öfters gehört, dass "Andersartige" wirklich unfreundlich bis diskrimminierend behaltet werden. Auch "Normalaussehende" werden von oben herab und arrogant behandelt. Meine Theorie dabei ist, dass sie ja ihren Job so gut wie sicher haben. Und so etwas wie ein Besuch beim Arbeitsamt, pardon, bei der Bundesagentur für Arbeit nicht nötig haben.

Doch die Mitarbeiter bei der BA für Arbeit sind ein Kapitel für sich. Ich habe selten einen gut informierten Angestellten dort gesprochen. Und andere Menschen haben mir meine Meinung bestätigt.

Einen Rat habe ich leider nicht für Dich. Nur den Wunsch, dass Du bald etwas findest, kann ich Dir mit auf den Weg gehen.

Liebe Grüsse,
Steph

Rascha
19.07.2005, 23:34
Aber es ist doch richtig, dass jemand, der als arbeitsfähig, aber nicht vermittelbar, gilt, weiterhin ALG II bekommt (wenn auch eventuell gekürzt)?

Rückfrage: Was verstehst du denn unter "nicht vermittelbar"? Nicht vermittelbar sind letztendlich leider Millionen von Arbeitslosen ...

Es gibt Personenkreise, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen brauchen, obwohl sie dem Grunde nach erwerbsfähig sind und ALG2 beziehen. Meinst du die?

Das sind z. B.
- Mütter bzw. Väter, die Kinder unter drei Jahren betreuen
- Schüler und Azubis, die noch bei den Eltern leben
- Personen, die wegen der Pflege von Angehörigen nicht arbeiten gehen können

Gekürzt wird da nichts.

@ Choco: Die Stellen, die die "Dame" da sichtet, sind die gleichen, die du dir zu Hause aus dem Internet ziehen kannst. Sag ihr das doch einfach mal - und gucke dir die Angebote selbst an. Entscheide lieber selber, was für dich in Frage kommt.

Warum möchtest du in ein Anwaltsbüro vermittelt werden? Bist du RA-Fachangestellte o. ä.? Anwälte scheinen wirklich nur selten dicke Damen einzustellen; ich habe bisher immer nur sehr schlanke Frauen in Kanzleien gesehen ...

Nur, weil Du dick bist, heisst das bei weitem nicht, dass Du ungepflegt bist.

Das stimmt natürlich. Aber leider stimmt es auch, daß ein Arbeitgeber, der ausdrücklich "gepflegtes Äußeres" verlangt, fast immer ein schlankes Modepüppchen mit 90-60-90 sucht.

Kimmie
19.07.2005, 23:39
@Rascha:

Rückfrage: Was verstehst du denn unter "nicht vermittelbar"? Nicht vermittelbar sind letztendlich leider Millionen von Arbeitslosen ...


Klar. Ich meinte hier Menschen, die als arbeitsfähig gelten, aber denen vorgeworfen wird, durch eigene Schuld nicht vermittelbar zu sein, wie die Frau, deren Fall hier diskutiert wurde. Kann denen das ALG II letztlich ganz gestrichen werden? Wahrscheinlich könnte man es bei beinahe jedem so drehen, dass ihm "mangelnde Kooperationsbereitschaft" vorgeworfen werden kann, sei es wegen "verweigerter Gewichtsabnahme" oder aus anderen Gründen ...

@Choco:

Anwälte scheinen wirklich nur selten dicke Damen einzustellen; ich habe bisher immer nur sehr schlanke Frauen in Kanzleien gesehen ...

Ich auch, aber hat Martina nicht viele Jahre für einen Anwalt gearbeitet? Ganz abgesehen davon ist das Verhalten der Sachbearbeiterin eine Frechheit. Wenn sie meint, dass Dein Gewicht ein Einstellungshindernis sein könnte, hätte sie das auch anders sagen können. Und mit "gepflegtem Aussehen" hat die Figur nun wirklich nichts zu tun ...

Viele Grüße,

Kimmie

Rascha
19.07.2005, 23:45
Menschen, die als arbeitsfähig gelten, aber denen vorgeworfen wird, durch eigene Schuld nicht vermittelbar zu sein, wie die Frau

Nein, da sind keine Sanktionen möglich.

Anders verhält es sich, wenn ein Hilfesuchender nicht vermittelt werden kann, weil er z. B. drogen- oder alkoholabhängig ist oder sonstige psychosoziale Probleme hat, also schwerwiegende Vermittlungshemmnise mit sich rumschleppt, aber konkrete Hilfeangebote konsequent verweigert. Das kann man dann als mangelnde Mitwirkung auffassen und ggf. sanktionieren.

Körperform ist keine Abhängigkeit, keine Krankheit und kein gravierendes Vermittlungshemmnis.

hat Martina nicht viele Jahre für einen Anwalt gearbeitet?

Stimmt, aber ich behaupte mal, das kommt selten vor. Martina ist eben sehr, sehr gut. :)

Kimmie
19.07.2005, 23:56
Körperform ist keine Abhängigkeit, keine Krankheit und kein gravierendes Vermittlungshemmnis.

Na immerhin.:-D Aber es ist schon erschreckend, dass das bei der Frau überhaupt versucht wurde.



Stimmt, aber ich behaupte mal, das kommt selten vor. Martina ist eben sehr, sehr gut. :)

Das auf jeden Fall.:)

Dralle Deern
20.07.2005, 06:14
Anwälte scheinen wirklich nur selten dicke Damen einzustellen; ich habe bisher immer nur sehr schlanke Frauen in Kanzleien gesehen ...
Ich habe jahrelang in zwei Steuerberatungskanzleien gearbeitet; letztere war eine Sozietät, in dem auch ein Anwalt arbeitete. Beide Einstellungen geschahen möglicherweise aus der Not des Arbeitgebers heraus, denn ich war beide Male vom Gespräch noch nicht zu Hause, da hatte ich schon einen Anruf, ob ich am nächsten Tag anfangen könnte. In ersterer wäre ich noch, hätten die Chefs auch nur eine Idee von Personalführung gehabt, denn ich wurde in einer Zweigstelle, in die ich befördert wurde und die ich als Bürovorsteherin zu führen hatte, von den dortigen Angestellten so dermaßen gemobbt, dass ich schlussendlich selbst kündigte, weil mein Magengeschwür immer größer wurde. Nahtlos fing ich dann bei der zweiten Kanzlei an; auch wieder so ein "Notfall" (die Empfangsdame war im Urlaub und die 2. Schreibkraft wurde krank) und obwohl ich bei den Chefs dort im Gegensatz zu der anderen Stelle das Gefühl hatte, man lehne mich aufgrund meines Übergewichtes ab, behielt man mich dennoch aufgrund meiner Qualifikationen. Gekündigt wurde mir, weil meine Chefs eigentlich meine Kollegin entlassen wollte, für die ich die ganze Arbeit wegschaffte; weil man sie aber nie abgemahnt hatte, hätte sie eine viel zu lange Kündigungsfrist gehabt; so hat man kurzerhand das Sekretariat aufgelöst und die Arbeiten an Fremdsekretärinnen vergeben :seufz:

Ich wage einmal zu behaupten, dass ich hauptsächlich aufgrund der momentan Arbeitsmarktlage noch keine Festanstellung gefunden habe. Des weiteren verhindern die Mitarbeiter der Agenturen eine Vermittlung, denn - wie ich bereits anderweitig erwähnte - noch immer hat man kein Profil von mir erstellt und außer einer ABM- und jetzt der MAE-Stelle hat man mir noch nicht ein Stellenangebot unterbreitet. Für mich fungieren die Arbeitsvermittler nicht als Hilfe, sondern als Bremsklötze.

Meine Theorie dabei ist, dass sie ja ihren Job so gut wie sicher haben. Und so etwas wie ein Besuch beim Arbeitsamt, pardon, bei der Bundesagentur für Arbeit nicht nötig haben. Man darf aber nicht vergessen, dass die Mitarbeiter der Agenturen strengstens überwacht werden. Also hilft uns nur, dass wir uns ständig bei den Regionaldirektionen namentlich über solche Mitarbeiter beschweren, denn die kleben schon lange nicht mehr so fest auf ihrem Stuhl, wie sie es gerne hätten und wie sie uns ständig glauben machen wollen. Neueinstellungen dort z.B. sind zum größten Teil befristet. Und jeder Vermittler muss regelmäßig seine Erfolge nachweisen; deswegen gibt es ja so viele Ein-Euro-Jobs :schiel: Auf jeden Fall dürfen wir uns nichts mehr gefallen lassen. Es sind keine Beamte oder unkündbare Angestellte, die uns dauerhaft schaden können. Auch wenn sie uns das einzureden versuchen.

Martina
20.07.2005, 07:14
Guten Morgäääähn!:muede:

Stimmt, ich habe 13 Jahre für einen Anwalt gearbeitet.

Als ich mich dort vorgestellt habe (mit damals immerhin 150 kg Lebendgewicht), war das für mich eigentlich eher eine Übung. Es war das erste einer ganzen Reihe von Vorstellungsgesprächen und ich war sicher, DIESEN Job nicht zu bekommen. Also habe ich horrend viel Geld verlangt und war rotzfrech. Auf die Frage der Personalchefin, ob ich nicht auch für 5000 Mark weniger Jahresgehalt für sie arbeiten würde, habe ich geantwortet: "Nein, wer gute Arbeit haben will, muss auch dafür bezahlen."

Wir waren ein prima Team. An die Zeit mit meinem alten Chef denke ich sehr, sehr gerne zurück.

Ich war übrigens nicht die einzige Dicke dort und auch wir Dicken waren geachtete Mitarbeiter.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Übergewicht kein Ausschlusskriterium für eine neue Anstellung ist.

Martina

Sally
20.07.2005, 08:39
Als ich mich dort vorgestellt habe (mit damals immerhin 150 kg Lebendgewicht), war das für mich eigentlich eher eine Übung. Es war das erste einer ganzen Reihe von Vorstellungsgesprächen und ich war sicher, DIESEN Job nicht zu bekommen. Also habe ich horrend viel Geld verlangt und war rotzfrech. Auf die Frage der Personalchefin, ob ich nicht auch für 5000 Mark weniger Jahresgehalt für sie arbeiten würde, habe ich geantwortet: "Nein, wer gute Arbeit haben will, muss auch dafür bezahlen." *LOL*

Ich habe mal in derselben Kanzlei gearbeitet (in einer anderen Stadt ... die sind über ganz Deutschland und inzwischen auch die Welt verteilt) und eine ganz ähnliche Geschichte (ok, ich habe etwas weniger gewogen, als ich mich da beworben habe, aber dick war ich trotzdem).

Nur mal so zum Spasss vorgestellt, hoch gepokert - und gewonnen.

Nach vier Wochen hat mir mein Chef den Rest der Probezeit geschenkt und gleich die erste Gehaltserhöhung dazu. Als ich kündigen wollte, weil mich das Radio endgültig in den Fängen hatte, bot er mir nochmals eine feiste Gehaltserhöhung an. Hat nichts genutzt :hihi: - aber mir gezeigt, dass meine Figur nun wirklich nichts mit meinem Können zu tun hat. Und nicht zuletzt mit meinem EQ - der meinem Chef schon damals wichtig war.

Das beste Zeugnis meines Lebens habe ich dann noch mitbekommen. Und eine tränenreiche Verabschiedung ;).

Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass es am Auftreten liegt. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das sind dann auch Chefs, für die du gar nicht arbeiten willst.

Auch wenn es viel Zeit und Energie verschlingt - an deiner Stelle, liebe Choco, würde ich auch selbst initiativ werden und mich nicht auf so ne vorurteilsbeladene Schnepfe verlassen.

iko66
20.07.2005, 08:42
Allerdings entschuldigt das natürlich nicht, dass Menschen, die schwächer sind, schlecht behandelt werden. Gerade die bräuchten doch eigentlich die wirkliche Unterstützung.

http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/Meine%20Meinung.png
DAS ist allerdings eine Erkenntnis, die sich leider noch nicht allzusehr rumgesprochen hat, in unserer Gesellschaft! Ich denke da z.B. auch an den Umgang mit Patienten, z.B. in Krankenhäusern. Da nimmt so gut wie keiner der werten Ärzte und nur wenige des Pflegepersonals Rücksicht darauf, dass sie es mit kranken und dadurch auch schwächeren Leuten zu tun haben. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/frown.gif

Diese Entwicklung in unserer Gesellschaft ist leider zunehmend, weil fast alle denken, dass ihr Überleben nur mit einem Zuwachs an Egoismus und einem Rückgang an Rücksicht zu machen sei und weil sie Angst haben, sonst bald selber zu den Benachteiligten zu gehören. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/sonicht.gif

Mich macht diese Beobachtung sehr traurig und ich kann Menschen verstehen, die es in einer solchen Gesellschaft langsam mit der Angst zu tun bekommen. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/bigsad.gif

Lösen lässt sich das Problem, denke ich nur, indem jede/r für sich versucht, mit Offenheit, Respekt http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/Respekt.gif und Menschenliebe auf andere zuzugehen... http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/knuddel1.gif
Damit ist dann auch meine Predigt zu ende...Sorry , aber ich musste das mal loswerden... http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/smile.gif

Martina
20.07.2005, 09:14
Das beste Zeugnis meines Lebens habe ich dann noch mitbekommen. Und eine tränenreiche Verabschiedung Jau, das war bei mir genauso.

Melody
20.07.2005, 10:09
Apropos Angestellte bei der Agentur für Arbeit:

Meine beste Freundin arbeitet dort. Sie selbst schimpft sehr auf den Laden, keiner weiß Bescheid, die Gesetze dort sind oftmals nur Auslegungssache, viele der dort Angestellten sind sehr faul und wälzen die Arbeit auf andere "willige" Mitarbeiter ab usw. Ich könnte hier Storys erzählen - unglaublich! Und gekündigt werden kann man dort eigentlich nicht! Würde meine Freundin jetzt kündigen wollen, müsste sie die kompletten Ausbildungskosten übernehmen. Die lassen ihre Leute nicht so schnell weg.

Ich habe auch nicht die tollsten Erfahrungen mit dem Amt gemacht: Ich wurde auch zum Abnehmen kommandiert, sollte mein Nasenpiercing herausnehmen und hätte mich angeblich nicht auf Vermittlungsvorschläge bei den Arbeitgebern gemeldet. Frechheit! Ich habe keinen einzigen dieser Vorschläge erhalten. Aber das wurde mir natürlich nicht geglaubt. Mein Nasenpiercing trage ich nur in der Freizeit, wenn ich auf Arbeit gehe, bleibt es daheim. Der Mann wollte nicht verstehen, dass ich es nicht bei ihm rausgemacht habe, wo er es mir doch so hoch angerechnet hätte --> Vermerk in den PC.
Hach - ich könnte endlos erzählen!

Aber es bringt ja alles nichts.

Brigitte

choco
20.07.2005, 11:09
Genau dasselbe bei mir, ich kam leger in sauberen und ordentlichen Klamotten, in ner schicken Jeans, nem süssem Hemdchen und ner sauberen Jeansjacke und bekam den Spruch zu hören, dass ich mich so bewerben könne in diesem Outfit!

Musste eben wieder bei dieser Dame anrufen, um mir mein Mittelstufenzeugnis zu diktieren da ihr mein Oberstufenzeugnis mit der Durchschnittsnote 3,4 nicht gefiel. Mein Mittelstuffenzeugnis ist leider auch nur nen 3er Zeugnis und prompt bekam ich wieder nen Spruch gedrückt vonwegen, dass sie da keine Chance sieht noch mehr Stellen für mich zu finden (mal abgesehen davon, dass ich im Moment gar nicht weiss, wie ich die Mappen, Fotos, Kopien für ihre 26 Stellen von gestern bezahlen soll), da sie sonst Ärger von den Firmen bekommt wenn die Firmen sehen, dass sich jemand so schlechtes auf den Rat der Arbeitsamtdame bewirbt:applaus:

Ist es nicht schön???? Mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass der Spruch gestern nen Angriff auf mein Fett war!

Achso jemand von Euch wollte wissen, wieso ich bei Rechtsanwälten bewerbe...eigentlich dachte ich, dass ich da ganz gut reinpassen würde von meinem Verhaten her...ich hasse Unordnung und mag es gerne im Hintergrund zu "managen", so dass anderen ihre Arbeit leichter von der Hand geht...solche Sachen wie Höflichkeit und gewissenhaftes und engagiertes Arbeit fand ich schon immer gut...und eigentlich dachte ich, dass das Profil einer Rechtsanwaltsfachangestellte aussieht...im Übrigen hat sich der Anwalt, bei dem ich das super Gespräch hatte, nicht gemeldet wie er versprochen hatte, geht nicht ans Telefon oder antwortet nicht auf meine Mails!

So genug aufgeregt, jetzt geh ich meinen Schal zusammenlegen, heute Abend spielt der FC Bayern München in Bonn:girl:

Rascha
20.07.2005, 11:15
Mein Ex, überzeugter Jeans- und Bartträger mit nicht ganz kurzem Haar, gepflegt und sauber, erlebte auch mal einen AA-Mitarbeiter, der ihm sagte, er solle sich doch anders, "seriöser" kleiden, den Bart abnehmen und die Haare kürzen, dann bekäme er bestimmt auch Arbeit (und das als SozPäd, ist doch wohl eh lächerlich).

Er hat ihm ganz klipp und klar entgegnet, daß seine Kleidung, sein Bart und seine Frisur seine Privatangelegenheit sind und daß er nicht daran denkt, sich zu "verbiegen" und sein Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit beschneiden zu lassen. Das war's dann, so ein Kommentar kam nie wieder.

Choco, hast du denn eine Ausbildung, die in eine Anwaltskanzlei paßt?

choco
20.07.2005, 11:21
Ich hab bisher keine Ausbildung gemacht, gar keine! Wäre also meine erste!

Oder meinst Du ob ich Bewerbungsstellen dafür habe? 1001 hab ich :-D

Achso noch was vergessen, eben als ich anrief, wusste sie gar nimmer wer ich war, erst dann als sie meinen Namen das dritte Mal wiederholt hat, machte es klick bei ihr:auslach:

Aska
20.07.2005, 11:32
"Sie müssen wissen, dass Anwälte sehr konservativ sind und auf ein gepflegtes Aussehen achten...nunja Sie wissen schon was ich meine" und sah an mir runter!!!

Warum wird eigentlich andauernd auf solchen Ämtern nach dem Aussehen verurteilt?

Ist man dick ist man genauso verteufelt wie ne Farbige - oder sonstjemand anders aussehend.

:ironie: Mit der Dauer kann ich nur eins sagen: Ein Wunder das die Leute überhaupt noch Arbeit haben - bei soviel Dummheit. Menschen mit geringen IQ landen normal in betreuten Arbeitseinrichtungen - von der Agentur hingeschickt! *Ironie aus*

Und jemanden nach dem Äusseren zu urteilen und nicht nach der Qualifikation ist so dumm dümmer gehts nicht.

Diskremierung ist eine von vielen Arten jemanden mangelnde Mitarbeit zu unterstellen..............

In der Zeit wo ich arbeitsunfähig arbeitslos gemeldet sein musste hat mir auch eine Angestellte gezeigt das sie am längeren Hebel sitzt. Aber nicht damit gerechnet, dass das Wort der Psychiaterin, die mich vorher untersuchte, stärker wiegt wie das Wort des Körperarztes :grins: Dumm gelaufen...............


Zitat von Rascha
Anwälte scheinen wirklich nur selten dicke Damen einzustellen; ich habe bisher immer nur sehr schlanke Frauen in Kanzleien gesehen ...


Nun in der Gemeinschaftspraxis meiner Steuerberaterin ist eine Teilzeit-Angestellte die auch recht füllig ist. Und die Dame ist im Empfang tätig...............


Zum Arbeitsamt (ausser zu der Psych da konnte niemand mit) bin ich übrigens nur in Begleitung gegangen. Man wird tatsächlich besser behandelt wenn man nen Zeugen dabei hat.

Ob man darauf allerdings ein Recht hat weiss ich nicht :gruebel:

:wink1: Aska

Rascha
20.07.2005, 11:35
Dann suchst du keinen Arbeitsplatz, sondern einen Ausbildungsplatz? Sorry, das war mir nicht ganz klar gewesen.

choco
20.07.2005, 11:49
Ja ne Ausbilungsstelle, hatte ich das vergessen zu sagen??? Nach ihrer Meinung werde ich eh kaum nen Platz finden, da ich kein Abi habe und mein Studium abgebrochen habe...


Also zu den Zeugen kann ich auch was erzählen.

Nen Freund meiner Mama zieht berufsbedingt nach Hamburg um, von Bonn aus. Er hat Kunst studiert und findet hier keine Arbeit, war nach seinem Studium nen Jahr arbeitslos und bekommt vom Amt nun den Umzug bezahlt, allerdings natürlich nur vom preiswertesten Möbelpackerservice, den wir hier in der Umgebung haben. Alles war schön mit seiner Bearbeiterin im Amt abgesprochen. Vor 2 Wochen fand er heraus, dass der preiswerteste Dienst leider seine Möbel nicht nach Hambrug karren wird, da sie nur bis Koblenz oder Dortmund fahren würden, also ging er wieder zum Amt, seine Bearbeiterin war nicht mehr auffindbar, keiner weiss wo sie ist. Also bekam er nen neuen Sachbearbeiter, der das alles nochmal geprüft hat und auf einmal hiess es, dass die Möbelumzugsaktion nicht vom Amt bezahlt wird...auf einmal auf ganz vielen verschiedenen Gründen.
Am nächsten Tag wollte er dann mit einem Bekannten, den er zufälliger Weise damals aufm Amt getroffen hatte, der das Einverständnis der alten Sachbearbeiterin mitbekommen hatte, zusammen zu diesem neuem Bearbeiter gehen, damit er nen Zeugen hat, aber der wies den Freund raus, Zeugen würden bei solchen Angelegenheiten nicht gestattet...dafür holte er sich dann nen Kollegen, der dasselbe sagte, so dass unser Bekannter dann alleine im Büro hockte und den Umzug nicht bezahlt bekam und auf eigene Faust den Umzug bewältigen musste.

Steph
20.07.2005, 11:57
Also habe ich horrend viel Geld verlangt und war rotzfrech. Auf die Frage der Personalchefin, ob ich nicht auch für 5000 Mark weniger Jahresgehalt für sie arbeiten würde, habe ich geantwortet: "Nein, wer gute Arbeit haben will, muss auch dafür bezahlen."
Dann habe ich mich gestern auch wirklich falsch verhalten... Ich war zu einem Bewerbungsgespräch in einer Zeitarbeitsfirma. Nun, man musste ja leider auch angeben, welchen Verdienstwunsch man hat. Schön und gut. Ich habe pauschal 1000 Eur netto angegeben. Bei dem Gespräch kam heraus, dass man nicht an die 1000 Eur kommt, wenn man so wie ich als Produktionshelferin, arbeiten möchte. (Ok, möchten und möchten sind zwei verschiedene Dinge)

Mir geht es aber eigentlich in erster Linie darum, dass ich in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis komme.

Was das AA betrifft ... dumm angemacht wurde ich wirklich nicht. Zumindest nicht wegen meinem Aussehen oder dergleichen. Auf Blicke achte ich schon gar nicht mehr.

Einmal musste ich zu einer medizinischen Untersuchung zum AA, da es sich damals um einen Auflösungsvertrag handelte und aufgrund der Erklärung musste ich "untersucht" werden. Dabei ging es aber keinesfalles um eine körperliche Untersuchung. Klar, der Doc hat mich gross angeschaut, aber es war eine Mobbinggeschichte. Und demnach nichts mit der Figur in erster Linie zu tun gehabt.

Es kann natürlich damit zusammengehängt haben. Aber wissen tu ich es nicht. Denn Mobbing betrifft nicht nur dicke, sondern auch schlanke Menschen...
Ich neige leider oft dazu, wenn ich keine sonstigen Erklärungen finde, es alles auf mein Gewicht zu schieben. *seufz*

Nun ...


Musste eben wieder bei dieser Dame anrufen, um mir mein Mittelstufenzeugnis zu diktieren da ihr mein Oberstufenzeugnis mit der Durchschnittsnote 3,4 nicht gefiel. Mein Mittelstuffenzeugnis ist leider auch nur nen 3er Zeugnis und prompt bekam ich wieder nen Spruch gedrückt vonwegen, dass sie da keine Chance sieht noch mehr Stellen für mich zu finden (mal abgesehen davon, dass ich im Moment gar nicht weiss, wie ich die Mappen, Fotos, Kopien für ihre 26 Stellen von gestern bezahlen soll), da sie sonst Ärger von den Firmen bekommt wenn die Firmen sehen, dass sich jemand so schlechtes auf den Rat der Arbeitsamtdame bewirbt:applaus:


Wie bitte?! So etwas habe ich noch nie gehört. Das kann ihr doch in erster Linie egal sein. Und da soll jemand sich auf die Agentur für Arbeit "verlassen" können. Aber bei denen ist es echt so - verlasse Dich auf sie und Du bist verlassen.


Schlechte Erfahrungen habe ich übrigens ebenfalls mit Stellen vom AA gemacht, die mir vorgeschlagen wurden. Ein Großteil war bereits besetzt, sie suchten gar nicht nach jemanden mit meinen Qualifikationen etc pp. Daher suche ich lieber selbst und eigenständig. Die Stellen, die ich dann fand, waren zumeist Eigenbemühungen. Und eigene Recherchen.

Suchende Grüsse,
Steph

choco
20.07.2005, 12:03
Zumindest hab ich jetzt die Wische von der, dann kann ich diese abgetrennten Blättchen mit den Bewerbungen mitschicken, vielleicht hilft das ja was!

Gehe grad mal die Bewerbungen durch und google nach den Firmen...eine ist eine Business-Club in Köln, aha da pass ich anscheind rein, aber bei nem Anwalt nicht, soso:applaus:

Johnny B. Goode
20.07.2005, 14:55
Die spinnen, die von der Arbeitsagentur! Selten habe ich so ein selbstherrliches, arrogantes und stinkfaules Völkchen erlebt.

Ein kleines Beispiel: Vor 2 Jahren mußte ich dort einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe (heute Alg II) abgeben. Ich habe meine Frau mitgenommen, weil zur Berechnung auch Versicherungen u.ä. von ihr herangezogen wurden und sie sich mit ihren Unterlagen natürlich besser auskennt. Es ging auch so weit alles gut, bis uns die Dame vom Amt sagte, es würde noch ein bestimmter Nachweis fehleln. Ich weiß leider nicht mehr, was es genau war, aber meiner Frau und mir war sofort klar, daß dieser Nachweis unnötig ist. Das haben wir dann auch freundlich kommuniziert, die Dame beharrte aber auf ihrem Verlangen. Schließlich fragte meine Frau, warum zum Teufel sie unbedingt diesen Nachweis haben wolle, obwohl man ihn doch eigentlich nicht braucht. Was dann geschah: Unser gegenüber bekam einen hochroten Kopf und blökte uns an: "WEIL ICH ES WILL!" Schön. Wenn die Damen und Herren es wollen, dann muß man wohl sogar seine Anträge nur mit Badehose bekleidet abgeben, oder was? Wir haben den verlangten Wisch übrigens später mit der Post hingeschickt, der Antrag wurde aber schon vorher -ohne besagten Nachweis- bewilligt.

Gerade vor ein paar Wochen habe ich im Fernsehen zufällig einen Beitrag gesehen, in dem nachgewiesen wurde, daß in den Agenturen und Sozialämtern seitens der Bediensteten gelogen, geschoben und betrogen wird. In einem Fall hatte jemand vom Soz.amt Urkundenfälschung begangen, hat Akten handschriftlich verändert, um eine Auszahlung zu verhindern. Das muß man sich mal illustriert reinziehen! Ich meine, was hat so jemand davon? Die müssen´s Geld doch nicht aus ihrer Tasche zahlen. Oder bekommt man dort Provision für jeden Antrag, den man abgelehnt und dadurch eine Zahlung von Geldern verhindert hat? Mal davon abgesehen, daß ein solcher Vorgang ohnehin unerhört ist, habe ich da ein echtes Verständnisproblem.

Ich habe mich ja schon öfter zum Thema Dick sein und Arbeit geäußert, weil es ein Thema ist, was mich als dicken Arbeitslosen zunächst einmal selbst betrifft, aber auch, weil dies ein Thema ist, daß mich sehr interessiert. Früher habe ich die Auffassung vertreten, daß Übergewicht in jedem Falle ein Einstellungshindernis ist. Heute sehe ich das nicht mehr ganz so. Ich glaube, das es u.a. sehr stark davon abhängig ist, wie dick man ist und für welchen Job man sich bewirbt. Ich glaube, je dicker man ist und je physischer die Tätigkeit ist, die man ausüben soll, desto weniger sind Chefs gewillt, dicke Menschen einzustellen. Das ist auch nicht immer so, schließlich gibt es z.B. dickes Pflegepersonal oder Krankenschwestern, aber ich denke, es gibt eine deutliche Tendenz dahin.

Mein letzter Job war einer, für den man recht fit und sehr kräftig sein mußte. Jemand, dessen größte Anstrengung es bisher war, einen Bleistift zu stemmen, wäre unter den zu tragenden Lasten zerbrochen, und das sage ich ohne Häme, es ist einfach eine Tatsache. Ich bin in diesen Job über eine Zeitarbeitsfirma hineingekommen. Man war dort auch sehr zu frieden mit meiner Arbeit, aber als ich ein paar Monate dort gearbeitet hatte, wurde mir von verschiedenster Stelle gesagt, das man bei meinem Auftauchen dort Wetten abschloß, wieviele Tage oder Wochen ich es dort aushalten würde. Man hielt es für unmöglich, daß jemand, der so dick ist wie ich, eine solche Arbeit bewältigen kann. Als man mich zum ersten Mal in der Kantine sah, wurde gleich ein weiterer Strich auf die imaginäre Liste derer gesetzt, mit denen man sich ohnehin nicht näher befassen muß, weil sie ja eh bald wieder fort sind. Und ich muß zugeben, es war anfangs wirklich hart, ich war ja fast 2 Jahre vorher arbeitslos und mein Körper somit nicht mehr an derartige Anstrengungen gewöhnt, Einen Teil meines "Erfolges" dort habe ich mir durch die massive Einnahme von Schmerzmitteln erkauft, ich wollte einfach arbeiten, ich wollte endlich wieder Geld in der Tasche haben.

Wäre ich nicht Zeitarbeiter gewesen, sondern hätte mich direkt dort beworben, man hätte mich wegen meines Gewichtes nicht eingestellt. Das ist ein Fakt. Trotzdem stehe ich mit Personaldienstleistern und Zeitarbeitsfirmen auf dem Kriegsfuß. Für jemanden mit einer guten Ausbildung oder sogar einem Studium kann so eine Firma mitunter ein Start in eine neue Karriere sein, zumindest ist es einigermaßen gut bezahlte Arbeit. Es gibt wirklich viele gute Zeitarbeitsfirmen, so ist es nicht. Wenn man aber nur ein tapferes Arbeiterlein auf der Suche nach einer neuen Anstellung ist, dann kann´s sehr schnell sehr finster werden.

Als ich während meiner Arbeit dort gegen Ende der Vertragslaufzeit krank wurde, hieß es gleich auf Wiedersehen, obwohl man ja sooo zufrieden mit mir war und man immer wieder von einer festen Übernahme sprach. Da wendet sich das Blatt sehr schnell. Man ist dort absolut austauschbar, viel mehr, als würde man einer normalen Tätigkeit als fest Angestellter nachgehen, obwohl man´s gleiche arbeitet. Und das lassen die freundlichen Damen und Herren einen auch allzugern spüren, wenn es sein muß. Insbesondere wenn es um so etwas wie Urlaub, verstöße gegen das Arbeitzeitgesetz, Lohn oder Krankheit geht. Selbst wenn man höflich nach bestimmten Dingen fragt, wird einem manchmal offen mit Kündigung o.ä. gedroht. Oder man bekommt so lange die letzten Mistjobs, bis man freiwillig geht. Ich habe so viel unglaubliches gehört, da ich mit sehr vielen Menschen auch aus anderen Zeitarbeitsfirmen zusammengearbeitet habe. Über so manchen Personalbüroeingang könnte man mit roten Lettern Dostojewskis "Ihr, die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren." schreiben.

Für heute genug schwarz gemalt hat:


R.v.G.

choco
29.07.2005, 11:09
Nen kleiner Nachtrag:

Hab eben 4 Bewerbungen zurückbekommen von Büros usw... zwei davon bilden dieses Jahr niemanden aus...und nun ratet mal von wem ich diese Stellen angeboten bekommen habe!