Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chefs mögen keine dicken Frauen
elefäntchen
02.03.2007, 21:56
Hallo,
wollte nur mal loswerden, dass ich leider auch die Erfahrung gemacht habe, dass meine chefs keine dicken Frauen mögen. Ich mein, klar, jeder hat seine eigene Meinung, das ist ja auch okay, aber ich denke, man sollte persönlich und beruflich getrennt halten.
Jedenfalls ist es bei uns so, dass er in einer Besprechung mal die Aussage getroffen hat, dass er keine dicken Frauen mag. Und schwupsdiwups hat das die Runde gemacht und jede schlanke Mitarbeiterin versucht jetzt mit jeder Geste und jedem Verhalten meines Chefs herauszufinden bzw. zu bestätigen, dass er dicke Frauen nicht mag. Wie toll! Haben diese Tussis nichts anders zu tun???
Ich kann nur sagen, dass ich auch ziemlich gedrückt war, als ich das erfahren habe. Allerdings hat er mich immer normal behandelt. Wie reden lachen usw.
Ich weiß auch gar nicht wirklich was schlimmer ist, dass er keine dicken Frauen mag (ich nehme mal an, dass er das in einer partnerschaftlichen also sexuellen Beziehung meinte als einfach so), oder dass meine Kolleginnnen jetzt denken, sie wären besser und toller und überhaupt sie hätten es drauf.
*grübelganzangestrengt*...ich glaub, es ist das letztere...:girl:
wie gesagt, ich glaub, dass ist alles viel zu hochgepuscht worden, als dass es der wirklichkeit entspricht.
Wollte das nur mal so gesagt haben..:daumen:
elefäntchen
02.03.2007, 21:59
...im übrigen wurde mir schon öfters gesagt, dass man merken würde, dass ich mich auch um Dinge kümmere, die ich eigentlich gar nicht machen müsste, hingegen meine schlanke Kollegin einfach "faul" wäre ...!!:-D
dein chef mag also keine dicken frauen. so what?
blöd ist, dass sich jemand bemüßigt fühlt sein müßiges geschwätz, während einer, sicher hoch wichtigen sitzung, dir zuzutragen.
aber ich kenn das hühnergeschwätz, das in so einem büro herrschen kann. mir ist so manches mal das kalte grausen gekommen, wenn die lieben kolleginnen in der sozialecke, die leider direkt hinter meinem arbeitsplatz lag stundenlang über den blick des oberbosses auf den beinen der erklärten büroschönheit diskutiert haben. :rolleyes: ein gespräch über die arbeit von ähnlicher ernsthaftigkeit und länge hab ich leider nie mitbekommen.
Dralle Deern
02.03.2007, 23:50
Haben diese Tussis nichts anders zu tun???
Offenbar nicht, sonst würden sie sich ja darum kümmern ;)
Ich sehe es wie Rita, scher Dich einfach nicht drum. Sagt sich wahrscheinlich leichter, als es tatsächlich ist, aber da Deine Chefs bislang mit Deiner Arbeit zufrieden waren - und das müssen sie wohl, sonst wärst Du dort ja nicht beschäftigt -, sollte Dich das Gerede nicht stören. Das ist der Grund, warum der Mensch 2 Ohren hat, nämlich damit Unwichtiges auch wieder raus kann :cool2:
klein und fein
03.03.2007, 00:02
Die spinnen, die Chefs (hätte Obelix gesagt).
Heute gehn wir in die Sauna, da sind die Leute tolerant.
LG Manfred
Also ich weiß jetzt nicht so recht was schlimmer ist. Einen Chef zu haben der dicke Frauen nicht mag oder einen Chef zu haben, der die Üppigkeit der Frauen ein bischen zu sehr mag. ;)
Ich habe beide Erfahrungen gemacht. 2 meiner Ex-Chefs sind durchaus auch deswegen meine Ex-Chefs, weil sie meinten an meiner Üppigkeit mal eben so im vorbeigehen teilhaben zu dürfen und das geht gar nicht.:mad:
Neutralität ist trumpf.
Und was die Leute von mir denken oder hinter meinem Rücken über meine Leibesfülle reden ist mir echt schnuppe. Solange ich meine Arbeit gut mache brauche ich mir gar nichts vorzuwerfen.
Also ich erlebe das jeden Arbeitstag. Mein Chef sagt jeden Morgen zu meiner schlanken Kollegin, wie toll sie doch aussieht, wie sexy sie doch ist, wie schick sie heute wieder ins Büro gekommen ist oder, wie neidisch er auf ihren Lebenspartner ist. Zu mir hat er dies noch nie gesagt:applaus:
Wenn er sich eine Tüte Plätzchen kauft und irgendwann die Nase voll hat, verschenkt er die Plätzchen an meine Kollegin und unseren Callcenter-Mitarbeiter und läßt mich aussen vor:applaus:
Was soll ich mich da aufregen oder traurig sein?!
Also, ich habe die Erfahrung gemacht, das "Mobbing" mich eigentlich immer weiter gebracht hat. In einer Firma war ein Kollege, der meinte, etwas besseres zu sein und mir dies auch vermittelte (dabei gings es nicht ums Dicksein). Irgendwann wurde es mir zu bunt und habe mir einen neuen Job gesucht, der auch einen Karrieresprung bedeutet hat (vom Werkzeugmontieren zum Werkzeugkonstruieren und letztendlich zum EDV-Verantwortlichen). Ohne dieses "Mobbing" wäre ich wohl immer noch in der Firma (und würde Werkzeuge montieren), genau wie jener andere Kollege, der seit mind. zehn Jahren immer noch an seiner Fräse steht .....
:baeh2: :grins: :holy: :girl:
Ich habe solche Chefs in der Vergangenheit auch schon mal gehabt. Einer hat mich sogar zu Weight Watchers geschickt und ich musste jede Woche meinen Wiegepass herzeigen. Ich rege mich heute darüber nicht mehr auf, allenfalls darüber, dass ich das habe mit mir machen lassen, also über mich selber. Letztlich hat er aber auch die Saat eingepflanzt, deren kleine Blüte dieses Forum ist. Im Zusammenhang mit dieser Geschichte kam es mir zum ersten Mal in den Sinn, dass Menschen um ihres Dickseins zu verurteilen auch etwas damit zu tun hat, ihnen die Würde zu nehmen.
Später hatte ich nur noch Chefs, die, wenn es sie gestört hätte, es sich nicht hätten anmerken lassen, weil sie gut erzogen waren. Auf mittlerweile fast 30 Jahre Arbeitsleben zurückblickend, kann ich mit reinem Gewissen sagen, dass Chefs, die das Aussehen ihrer Mitarbeiterinnen in der oben beschriebenen Weise positiv oder negativ herausstreichen, unprofessionell und dumm sind und damit schlicht nicht ernst zu nehmen.
Im Übrigen ist es mir wie Uwe ergangen. Ich bin mit jedem Arbeitsplatzwechsel ein Treppchen höher gefallen.
Martina
Anhaengsel
06.03.2007, 21:15
Ich kenne das auch. Übergewicht wird mit Unsdiszipliniertheit gleich gesetzt.
Da ist es egal,, ob der dicke Mitarbeiter immer pünktlich ist oder auch nicht.
Wirklich ändern kann man es nicht, man muß es ignorieren.
Ich bin bislang auch immer gestärkt aus Mobbing hervor gegangen, denn Fakten kann man nicht ignorieren.
ChaosBine
06.03.2007, 22:22
Wow, was gibt es doch für merkbefreite Vorgesetzte !! :mad:
Mit meinen Vorgesetzten und auch Kollegen hatte ich nie Probleme. Ganz im Gegenteil. Ich werde oft für Sonderprojekte und sonstige Dinge neben dem normalen Betrieb zu Rate gezogen, weil man meine Meinung schätzt.
Erst vor kurzem wurde ich als "linke Hand" des Teamleiters eingesetzt, und es machte mich schon ein bisschen stolz. Als Dank erhalte ich dann kleine Annehmlichkeiten, die andere Kollegen in der Form nicht haben.
Es geht also auch anders, wie Ihr seht.
Allerdings meinte die Sprechstundenhilfe unserer Betriebsärztin mal vor Jahren, mir VOR einer anderen Kollegin sagen zu müssen, ich würde gekündigt werden, wenn ich nicht schleunigst abnehme.
Schade das ich damals noch nicht so schlagfertig war wie heute :-D ... Stattdessen wandte ich mich an unseren Betriebsrat und schilderte die Sache. Sie musste sich bei mir entschuldigen und seitdem war/ist sie übertrieben freundlich zu mir. ; )
Anhaengsel
12.03.2007, 09:54
Ich selber hatte heute früh schon wieder so ein tolles Erlebnis.
Als ich heute ins Büro kam, wurde ich von meinem treppensteigenden Abteilungsleiter angesprochen, warum ich die 4 Etagen nicht vom Parkdeck ins Büro nicht laufen würde. Fast alle meiner schlanken Kollegen nehmen auch den Aufzug.
So beginne ich die Woche wieder hoch motiviert.
Lovely Rita
12.03.2007, 11:49
Als ich heute ins Büro kam, wurde ich von meinem treppensteigenden Abteilungsleiter angesprochen, warum ich die 4 Etagen nicht vom Parkdeck ins Büro nicht laufen würde.
ah, die sportpolizei...
ich sage in solchen fällen, weil ich mir beim treppensteigen meine knie nicht ruinieren möchte.
ist nämlich fakt.
manchmal füge ich noch hinzu, und weil ich ein verschraubtes sprunggelenk habe, das problem macht.
da kannste dann ja dazuerfinden ;)
wobei dieser typ sicher auch die schlanken gern bekehren würde, aber da fehlt ihm seiner ansicht nach das argument. also geht er den weg des geringsten widerstandes und fragt dich.
lass ihn mit seinem problem allein.
Anhaengsel
12.03.2007, 11:56
ah, die sportpolizei...
ich sage in solchen fällen, weil ich mir beim treppensteigen meine knie nicht ruinieren möchte.
ist nämlich fakt.
manchmal füge ich noch hinzu, und weil ich ein verschraubtes sprunggelenk habe, das problem macht.
da kannste dann ja dazuerfinden ;)
wobei dieser typ sicher auch die schlanken gern bekehren würde, aber da fehlt ihm seiner ansicht nach das argument. also geht er den weg des geringsten widerstandes und fragt dich.
lass ihn mit seinem problem allein.
Der ist über 60 und fährt noch Senioren-Radrennen.
Am liebsten hätte er einen Heimtrainer im Büro
Lovely Rita
12.03.2007, 12:54
Der ist über 60 und fährt noch Senioren-Radrennen.
Am liebsten hätte er einen Heimtrainer im Büro
au weia. ärgere dich nicht mehr drüber.
Sonnenkuss
12.03.2007, 13:54
...Als ich heute ins Büro kam, wurde ich von meinem treppensteigenden Abteilungsleiter angesprochen, warum ich die 4 Etagen nicht vom Parkdeck ins Büro nicht laufen würde...
Ich würde ungläubig an mir heruntergucken und mit einem breiten Grinsen nachfragen, ob er die Frage ernst meine...
Neee, stimmt nicht, ich würde ein lautes "hahaha" vernehmen lassen und
an mir runtergucken.
In ungefähr der gleichen Situation habe ich dann gesagt: "Na so schön ist unser Treppenhaus nun auch nicht." (Ist es auch nicht)
Danach war Ruhe.
Dralle Deern
12.03.2007, 16:06
Als mir mein Teamleiter anfangs allmorgendlich erzählte, er krabbele immer die 5 Stockwerke die Treppe hoch, wars mir irgendwann zu blöd und ich sagte ihm unumwunden, dass ich dafür zu faul bin :grins: Danach war endlich Ruhe. :cool2:
ChaosBine
12.03.2007, 17:48
Einfachste Antwort: "Das können Sie gern auch weiterhin so handhaben. Ich fahre weiterhin Fahrstuhl!" :cool:
...in einer Rheumaklinik...
Älterer Herr steigt ein, guckt mich von oben bis unten an und sagt: "In Ihrem Alter bin ich immer zu Fuß gegangen..."
Antwort: "Leider ist das so lange her, dass sich keiner mehr erinnert, der Nachweis wird also schwer fallen und ausserdem bin ich nur hier, weil sie im Olympischen Dorf keiner Zimmer mehr frei hatten."
:baeh: :baeh:
Danach war dann Ruhe....
Anhaengsel
02.04.2007, 15:15
@ North Star.
Das war wirklich ein cooler Konter
Ich habe solche dummen Sprüche noch nie hören müssen.
Im Gegenteil, man hat schnell gemerkt, das man an mir eine sehr gute Kraft hat. Außerdem strahle ich auch ganz bewusst Selbstbewusstsein Stärke aus, damit jeder gleich weiß, das er so etwas mit mir nicht machen kann.
Ich bin da allerdings mit dem dicker werden auch langsam hinein gewachsen. Von heute auf morgen geht so etwas sicher nicht, aber es geht.
Sonnenkuss
02.04.2007, 19:12
Ich habe solche dummen Sprüche noch nie hören müssen.
Super! Wir bewundern dich.
Nein danke!
Ich habe wahrscheinlich einfach viel Glück gehabt.
Was soll so eine ironische Antwort?
Oder kommt sie nur bei mir so an?
stübbken
02.04.2007, 20:07
Technische Frage:
Wie strahlt mensch bzw. frau bewusst Selbstbewusstsein Stärke aus?
Das ist jetzt nicht ironisch gemeint!!!! (bevor ich hier in falschen Geruch gerate!)
stübbken
Lovely Rita
02.04.2007, 21:12
Technische Frage:
Wie strahlt mensch bzw. frau bewusst Selbstbewusstsein Stärke aus?
wahrscheinlich fest pressen.
DAS war jetzt natürlich ein dummer scherz.
@stübbken
wir üben das im herbst...............:girl:
silentsound
02.04.2007, 22:52
..also mir wird überall eine wahnsinnige Selbsicherheit bescheinigt, ich habe ein sehr selbstbewußtes Auftreten, und ein wenig wirkt es bei fremden Menschen, die mich nicht so interessieren, als unnahbar. Andere Menschen wiederum finden mich sehr offen und herzlich und fühlen sich direkt wohl in meiner Nähe....
....hm...das sind lange Selbststudien die mich das schreiben lassen...
mal sehen, ob mir das hilft, wenn ich mich jetzt bald bewerben muß....
Ich glaube schon, daß man ein wenig das Auftreten lernen kann, aber im Endeffekt liegt es einfach in einem selber.
Sonnenkuss
03.04.2007, 08:11
Technische Frage:
Wie strahlt mensch bzw. frau bewusst Selbstbewusstsein Stärke aus?
wahrscheinlich fest pressen.
DAS war jetzt natürlich ein dummer scherz.
Was bist du pöse-pöse... die arme stübbken presst sich jetzt einen ab *kicher*! :grins:
@Itsme: Ich bin ja auch selbstbewußt, aber es läßt sich doch einfach nicht bestreiten, das es immer Mitmenschen gibt, die meinen ihre Meinungen kuntun zu müssen, ob von uns gefragt oder gewollt.
Du steckst es halt besser weg im Moment. Deshalb meine Gratulation.
Lovely Rita
03.04.2007, 09:16
Was bist du pöse-pöse... die arme stübbken presst sich jetzt einen ab *kicher*! :grins:
nee, ich hab einfach nur fest nachgedacht :-D
ich bin selbstbewusst und wirke eigentlich auch so. und trotzdem meinen alle heiligen zeiten irgendwelche leutchen, sie müssten mir was anhängen. aber es erreicht mich nur mehr selten (nur wenn ich in schlechter verfassung bin). und es ist einfach ihr problem.
@Itsme: Ich bin ja auch selbstbewußt, aber es läßt sich doch einfach nicht bestreiten, das es immer Mitmenschen gibt, die meinen ihre Meinungen kuntun zu müssen, ob von uns gefragt oder gewollt.
Du steckst es halt besser weg im Moment.
Was ich mit meinem State sagen wollte, ist, dass man es leider lernen muss und kann, nach außen so stark zu wirken, das sich die (netten) Menschen nicht so leicht erlauben, dumme Sprüche zu machen.
Nicht, das ich mich wirklich immer so stark fühle, nein, wirklich nicht.
Und es war ein langer Weg dort hin zu kommen, so einen Schutzpanzer aufzubauen.
Mein Wunsch ist, anderen, die (noch) nicht so stark sind, Mut zu machen. Vielleicht treffe ich nicht immer die richtigen Worte, oder sie kommen anders rüber, als ich sie meine, aber dies (obige) ist mein Wunsch, nichts anderes.
Und Stärke braucht man heutzutage nicht nur, weil man eventuell wegen seiner Figur angegriffen wird. man braucht sie sowieso und immer.
stübbken
03.04.2007, 10:06
Selbstbewußt bin ich schon immer gewesen, was letztlich bedeutet, dass ich meiner Selbst bewußt bin, das heißt, dass ich meine Stärken und meine Schwächen relativ gut kenne und mit ihnen umgehen kann, bzw. sie gezielt einsetzen oder diskret kaschieren kann.
Selbstsicherheit ist situationsabhängig. In berufliche Situationen gehe ich in aller Regel gelassen und zielstrebig hinein, weil ich weiß, dass ich über die nötige Fach- und Sachkompetenz verfüge. Unsicherheiten führe ich aber auch nicht auf meine Korpulenz zurück, sondern auf andere Problembereiche.
Morgens kann ich fast immer in den Spiegel gucken, ohne mir zu sagen "Du armes Schwein!" oder "Du dummes Schwein!"
Dumme Bemerkungen im öffentlichen Bereich über mein Äußeres habe ich noch nicht bewußt mitbekommen, wobei ich da aber anmerken muss, dass mir vielleicht wegen meiner Schwerhörigkeit einiges entgangen sein kann, es kann auch sein, das so was passiert ist, aber ich habe es dann nicht auf mich bezogen. Bemerkungen im privaten Bereich fallen meist unter die Sparte "liebevoller Schlagabtausch" und tun deshalb nicht weh.
Ich muss schon sehr müde und fertig sein, um in der Öffentlichkeit mit hängenden Schultern, gesenktem Kopf und ungestrafftem Rücken aufzukreuzen.
stübbken
Was ich mit meinem State sagen wollte, ist, dass man es leider lernen muss und kann, nach außen so stark zu wirken, das sich die (netten) Menschen nicht so leicht erlauben, dumme Sprüche zu machen.
Nicht, das ich mich wirklich immer so stark fühle, nein, wirklich nicht.
Und es war ein langer Weg dort hin zu kommen, so einen Schutzpanzer aufzubauen.
Und genau dieses nach außen stärker tun als ich es bin hat mich unter anderem dick gemacht. Ich habe mir einen Schutzpanzer angefressen.
Richtig ist schon, daß man diesen mitdummheitumssichschmeißenden Menschen eine passende Antwort geben sollte - aber eben je nach tatsächlichem "Mut" bzw. eben Selbstbewußtsein. Und das kann man lernen, geschenkt bekommen usw. aber wie ich finde, nicht spielen.
Ja, ich verstehe, was Du meinst.
Ich meine einfach die normalen Schwankungen, dass man sich eben nicht jeden Tag gleich fühlt.
Ist nicht so, das ich nun pauschal die Starke spiele, ich habe schon mit der Zeit an Stärke gewonnen.
Vielleicht ist es besser ausgedrückt, wenn ich sage, das ich ganz Fremden gegenüber keine Schwäche zeige. Dafür habe ich andere Menschen.
Bei mir ist gerade dieses vor gänzlich Fremden keine Schwäche zu zeigen, mein Schutzpanzer.
Was bei mir klappt, muss nicht für alle gelten. Wir sind zum Glück alle unterschiedlich und jeder muss seinen persönlichen Weg finden.
Und vielleicht kann man sich aus ganz vielen verschiedenen Tipps seinen Weg basteln.
Das klingt, um mal ehrlich zu sein, schon ganz anders als oben. Das ist mir nämlich auch sauer aufgestoßen.
Es ist oft schwer in wenigen Worten, so ganz ohne Mimik und Gestik und ohne , dass man die Modulation der Stimme hören kann, herüber zu bringen was man meint.
Man kanns halt nur so gut ausdrücken wie es gerade geht, bezw. auf Fragen oder Gegenargumente antworten und hoffen, dass das, was man wirklich sagen will, auch so ankommt.
Und manchmal (oder auch des Öfteren) kann es eben auch so sein, das man trotz allen Erklärens feststellt, dass man Dinge unterschiedlich sieht.
Aber es gibt keinen Lebenslauf zweier Menschen, der vollkommen identisch ist und da wir alle die Summe unserer Lebenserfahrungen sind, ist auch dies kein Wunder.
Auf jeden Fall will ich mich gern bemühen, mich so verständlich wie es mir möglich ist, auszudrücken.:)
silentsound
20.04.2007, 17:52
Meine neueste Erfahrung bei der Jobsuche
Wie einige wissen, werde ich ja bald geschieden. Noch bekomme ich Unterhalt, aber da mein Mann es wunderbar versteht, da selbstständig, sich armzurechnen, werde ich wohl auch kaum ausreichend Unterhalt bekommen.--Ausserdem ich MÖCHTE ja auch arbeiten, trotz meines chronischen Lymphödems an den Beinen und Kompressionsbestrumpfung. Zur Zeit wiege ich immer noch 145 kg bei 173 cm. Optisch komme ich ziemlich gut rüber.
Vor meiner Kur habe ich einige Zeit für die Allianz telefonisch Terminaquise getätigt, hat mir aber nicht zugesagt. Dieser Chef wollte und will mich aber nicht missen, und hat mir nun schon Alternativen angeboten, u.a. auch in Aussicht gestellt, ab Sommer die Bestandskunden bearbeiten zu können...dennoch habe ich keine gesteigerte Begeisterung für diese Arbeit aufbringen können.
Diese Woche war nun eine Kleinstanzeige in der Zeitung, ohne Rand. Gesucht wurde für den Callbereich, keinerlei Bezeichnung, kein Firmenname nur Telefon-Nr.
Ich rief an....stellte unendlich viel Fragen, um was für Arbeit es sich handelt usw....die Frau am anderen Ende fragte irgendwann mal, ob sie mir denn jetzt auch mal nen paar Fragen stellen könnte...lach...den Stimmtest hätte ich schon bestanden....
..ich bekam für den nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch für den 400 Euro Job.
Als ich die Räumlichkeiten dort betrat, dachte ich, ich bin hier verkehrt. Sehr stylisch, modern...wau....die Frau mit der ich gesprochen hatte, war zwar über 40, glich aber im in etwa einer schicken Mangafrau...
...ich dachte...hier bin ich falsch....--sie war sehr nett, ich füllte meinen Fragebogen aus und hatte dann sofort das Vorstellungsgespräch beim Geschäftsführer, einen sehr distinguierten, seriösauftretenden Endfünf
ziger. Wir sprachen einige Minuten miteinander, als er mich fragte, wofür ich mich bewerben würde. Ups---naja für den Callcenterjob....
....Hätten sie nicht Lust noch etwas mehr zu verdienen?? Sie sind doch ganz der Typ, der unter Leute muß....Hätten sie Lust für uns auch in den Aussendienst zu gehen?????
...Wau...genau sowas wollte ich immer machen...irgendwie....
Auch meine Einwände, daß ich eine Tochter habe, und noch nicht vollflexibel bin, hat er abgeschwächt, indem er meinte...ich sollte es doch einfach mal versuchen...
Klar.--ich werde es versuchen. Polizeiliches Führungszeugnis, Schufaauskunft und einige Formalitäten brauch ich noch.....Montag fange ich an....ich werde Callcenter und Aussendienst machen. 2 Tage fahre ich erstmal nur mit. Keine Ahnung was mich erwartet--ich freu mich irgendwie drauf. Wenn es nichts ist---kein Problem--versuchen werde ich es auf jeden Fall. Er meinte noch, wenn ich eingearbeitet wäre, könnte ich auch die Einarbeitung der Neumitarbeiter übernehmen...boah, was traut der mir alles zu...lach...übrigens habe ich einen Teil der Aussendienstmitarbeiter gesehen....alles junge, schlanke Männer um die 30, in dunkelen Anzug und Krawatte...ups....
Übrigens waren eine Menge Mitbewerber dort. Alles Frauen zwischen 25 und ca. 40. Ich bin sicher, daß nicht viele eine sofortige Zusage bekommen haben, schon mal gar nicht mit Zusatzoption.
Wollte nur sagen....ein ganz sensibeles Geschäft---Zusammenarbeit mit Banken und Versicherungen...scheint wohl doch irgendwie mein Ding zu sein...und ich bekomme diesen Job, bei dem ich so ein Unternehmen repräsentieren muß.....
Bisher 2 Bewerbungen---zwei Zusagen---meine derzeitige Erfahrung....
Macht doch Mut oder?
Kompressionsbestrumpfte Grüße von mir
Einen groooooßen Glückwunsch von mir!!!!!!
:applaus: :applaus: :applaus:
Ich wünsche Dir, dass dort alles so sein wird, wie Du es Dir vorstellst.
simsalabine
25.04.2007, 15:09
Hoffentlich nicht zu spät:
Auch von mir HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum neuen Job, silentsound:LG: und viel Erfolg
Liebe Grüße,
simsalabine
silentsound
25.04.2007, 20:51
nö nicht zu spät....
Also an den Callbereich habe ich mich die letzten Tag gut eingearbeitet, bin ziemlich gut, werde gelobt. Ausserdem soll ich ab morgen mit in den Aussendienst fahren, nachmittags----das heißt, daß ich den Callcenter nur noch vormittags machen soll....nun gut....für den Aussendienst muß ich einiges lernen
mein Problem ist einfach, daß ich eine Tochter habe. Ich kann einfach nicht jeden Abend bis 20. 00 wegbleiben, und das mache ich bisher. Bis ich zuhause bin ist es halb 9....absolut unrealistisch, zumal das Kind immerhin ein Scheidungskind ist. Trotzdem werde ich jetzt mal noch ein paar Tage durchhalte, heißt auch meine Tochter muß durchhalten, weil ich die Arbeit mittlerweile als Praktikum ansehe. Alles das was ich gerade lerne, kann ich in meinem nächsten Job weiterverwenden, und wenn es nur die Zusammenarbeit mit so vielen verschiedenen Menschen ist.
Die Atmosphäre dort ist geprägt von dem Grundsatz Gut sein Kohle machen....in jeglicher Hinsicht. Was der Kunde dafür bekommt ist wirklich ok, habe am Telefon auch schon Exkunden gehabt, die mir positives berichtet haben---halt Finanzoptimierung..aber ein hartes Geschäft.
Irgendwie ist es spannend....lach mittags bekommen wir jeder eine Schale frisch zubereitetes Müsli mit Keimen und frischen früchten...wau....finde ich klasse...manche Angestellten nagen aber schon etwas lustlos auf dem leckern Zeug rum....haben extra ne Körnermühle dafür...Körner werden vorgekeimt usw......
Naja...nächste Woche werde mich mit dem Chef sprechen, daß es für mich leider nicht gehen wird. Auch wenn das heißen sollte, daß ich die Zeit umsonst gearbeitet habe....so schätze ich die dann schon ein. Nur,die Erfahrungen, die ich gerade sammeln darf sind sehr viel Wert.
Irgendwie passe ich mit meiner sehr weichen persönlichen Art und mit meiner Figur nicht in diesen Rahmen...Die dort arbeiten sind sehr stylisch, schon nett, aber in der Sache eben schon sehr bestimmend..ist ja richtig.--sind Verkäufertypen in einer hartumkämpften Branche....ein wenig möchte ich auch davon lernen---zumindest beruflich. Ein bisschen klappt es auch schon....wiegesagt, ich sehe es tatsächlich als Praktikum, was mir das Arbeitsamt so lange verwehrt hat....nun habe ich es mir selber organisiert
Lovely Rita
26.04.2007, 01:20
liebe silent,
also, ich finde, du hast die richtige einstellung dazu. mit deinen ansprüchen und wünschen und deiner neugier und deinem willen, mach ich mir um dich keine sorgen. beachtlich finde ich, dass du sehr viuele verschiedene dinge sehr gut überblickst und die verschiedenen bedürfnisse siehst etc. eine mitarbeiterin, die selbstständig denkt, vorausdenkt, ist super.
und vielleicht machst du dich ja auch mal selbstständig.
ich wünsch dir weiter so eine tolle peilung und natürlich auch glück.
silentsound
27.04.2007, 02:05
erstmal liebe Grüße an Dich Lovely Rita,---ich finde es wirklich schön, wie gerade Du immer wieder Anteil an meinen Geschreibsel nimmst.....vielleicht schaffen wir es ja wirklich bei irgendeinem Newsertreffen, oder?
Heute war ich das erste Mal mit einem Mitarbeiter im Aussendienst...es war anstrengend, aber es hat mir wirklich gefallen....
Ich wurde heute gelobt---das freut mich natürlich noch mal sehr. Es wäre noch nie dagewesen, daß eine neue Telefonistin von Anfang an so viele Termine gemacht hätte....
Einem Mitarbeiter habe ich ein wenig mein Herz ausgeschüttet, daß ich irgendwie mich so deplaziert fühlen würde, bei den tollen Frauen die hier beschäftigt wären...da meinte er?? Wieso, nur weil sie nicht so dick geschminkt sind wie die anderen? Sie haben doch ne wahnsinnige Ausstrahlung---da machen sie sich mal keinen Kopf.
Meine Mangachefin (ich meine es wirklich nett) hat mir heute das größtmögliche Lob für Ihre Verhältnisse gegeben....sie hat mir einen blauen Kugelschreiber geschenkt....lach...zwei Tage vorher hat sie noch bestanden ,daß ich ihn ihr zurückgeben soll, wäre schließlich Ihrer....
Morgen früh wieder Call nachmittags Aussendienst begleiten....bin mal gespannt wie es dann läuft.
Also im Großen und Ganzen habe ich mit meinen Chefs immer sehr positive
Erfahrungen gemacht, es zählte immer meine Leistung und nicht meine Figur.
Einmal war es anders, am Ende meiner Ausbildung hat mich der damalige
Personalchef ins Büro gerufen und mir seine Ansicht zu Übergewicht mitgeteilt:
Dicke gehen nachlässig mit Ihrem Körper um und arbeiten auch nachlässig
Ich habe ihm damals gesagt dann würde es für Ihn ja Zeit was zu ändern, denn erstens war er selber nicht schlank, zweitens hatte ich eh schon ne neue Stelle und er 30 Minuten später meine Kündigung, und drittens ist gerade dieser Mister Supermann kurze Zeit später wegen Unterschlagung geflogen.
Nicht schlecht oder?
liebe Grüße
Maggy46:applaus:
Also im Großen und Ganzen habe ich mit meinen
Einmal war es anders, am Ende meiner Ausbildung hat mich der damalige
Personalchef ins Büro gerufen und mir seine Ansicht zu Übergewicht mitgeteilt:
Dicke gehen nachlässig mit Ihrem Körper um und arbeiten auch nachlässig
Ich habe ihm damals gesagt dann würde es für Ihn ja Zeit was zu ändern, denn erstens war er selber nicht schlank, zweitens hatte ich eh schon ne neue Stelle und er 30 Minuten später meine Kündigung, und drittens ist gerade dieser Mister Supermann kurze Zeit später wegen Unterschlagung geflogen.
Nicht schlecht oder?
Also das nenn ich wirklich gut gekontert :grins: Da hat er sicher ordentlich blöd gekuckt.
Wenn ich mir da eure Geschichten so durchlese merk ich eigentlich wie gut es mir in der Arbeit geht. Ich habe nur einen einzigen Kollegen der mal eine blöde Bemerkung gemacht hat der aber nie wirklich in der Firma ist.
Ansonsten akzeptieren mich alle so wie ich bin.
Mein Chef macht mir sogar bei diversen Firmenfeiern mal komplimente wie hübsch ich mich nicht hergerichtet hab.
Bin ich froh das mir so Mobbingversuche bis jetzt erspart geblieben sind, ich wüsste glaub ich nicht wie ich damit umgehen soll
Also ich erlebe das jeden Arbeitstag. Mein Chef sagt jeden Morgen zu meiner schlanken Kollegin, wie toll sie doch aussieht, wie sexy sie doch ist, wie schick sie heute wieder ins Büro gekommen ist oder, wie neidisch er auf ihren Lebenspartner ist.
Naja, ob diese Kollegin so glücklich darüber ist, bleibt offen. Ich würde das nicht aushalten.
Für mich bringt mein Übergewicht eher Vorteile im Job. Keine solche sexistische Anmache mehr wie oben geschildert. Ich hatte mich vor einem Jahr auf 80 Kilo runtergearbeitet, aber die Baggersprüche der Kollegen sind mir dermaßen auf den Nerv gegangen, dass ich abends wieder heulend den Kühlschrank leergefressen habe...
Als schlanke attraktive Frau wirst du oft in einem Männerjob nicht ernst genommen, so hab ich es jedenfalls erlebt. Jeder balzt dich zwar an, aber keiner traut dir Führungskompetenz zu. Und versuch mal, einen muskelbepackten Arbeiter, der gerade sicherheitswidrigen Bockmist baut, zusammenzustauchen mit 50 Kilo und Piepsstimmchen. Neenee, da baue ich lieber meine Massen auf und spiele den Rottweiler.
Außerdem:
Schlanke Frau macht Karriere - "Die hat sich doch hochgeschlafen." - "Klar, so wie die aussieht. Die hat doch sonst nix drauf."
Dicke Frau macht Karriere - "Die hat sich doch hochgeschlafen." - "Quatsch, so wie die aussieht! Die muss was drauf haben."
Tja, und daher (nach vielen Stunden Psychoanalyse ist mir das auch klar), muss mein Unterbewusstsein mich dick halten, deshalb kriege ich nach jedem abgenommenen Kilo Panikattacken und schaffe es nicht abzunehmen ...
silentsound
14.04.2009, 09:37
nach wie vor habe ich keine gespürten Nachteile im Berufleben erfahren.
War ein Jahr lang Mitarbeiterin in einem großen Callcenter und bei Kollegen wie bei den Chefs angesehen und wurde gemocht. Gekündigt habe ich aus persönlichen Gründen - und man vermisst mich noch nach einem Jahr jetzt.
Mittlerweile darf ich meine kommunikativen Fähigkeiten noch viel besser einsetzen und bin für PR und Marketing angestellt - manchmal glaube ich mittlerweile sogar, daß es mir manchmal auch Vorteile bringt, daß ich nicht der Norm entspreche. Im ersten Moment überrascht von meiner Statur, fühlen sich meine Gesprächspartner sehr schnell in meiner Gesellschaft wohl und auf einer Linie mit mir wieder -
Unter Kollegen empfindet die Damenwelt mich nicht als Konkurrenz - gut das die diesbezüglich nur bis 2 zählen können :grins:.
Unter Kollegen empfindet die Damenwelt mich nicht als Konkurrenz - gut das die diesbezüglich nur bis 2 zählen können :grins:.
:-D :applaus:
Oooch....
meistens können sie schon bis 36 zählen. Manchmal auch bis 40. Aber was darüber hinaus geht, geht nicht in ihren Kopf. Ist manchmal aber auch von Vorteil, oder?
Im ersten Moment überrascht von meiner Statur, fühlen sich meine Gesprächspartner sehr schnell in meiner Gesellschaft wohl und auf einer Linie mit mir wieder -
Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Gerade wenn es um persönlich-vertrauliche Dinge oder ums Ausheulen geht, kommen die Leute viel lieber zu mir als zur (dünnen) Werksärztin. Vielleicht wirken Dicke menschlicher oder "kuschliger"? Ehrlich gesagt, fühle ich mich bei Dicken ja auch geborgener als bei Dünnen. Ist vielleicht die Erinnerung an Mamas weichen Busen. :grins:
Specktakulär
05.12.2011, 01:06
Auch wenn hier schon seit Jahren nichts mehr reingeschrieben wurde, möchte ich Euch dennoch ein "Erlebnis" mit einem Ex-Chef schildern:
Bei Teambesprechungen war meine Anwesenheit zwar erwünscht, aber völlig vergebens. Wortmeldungen meinerseits wurden nicht zur Kenntnis genommen und nur mit bösen Blicken vom Chef beantwortet. Wenn ich Kritik oder Vorschläge hatte, musste ich mich vor der Teambesprechung an eine Kollegin wenden, die ihre Kompetenz stets durch betonte Sparsamkeit im texitilen Bereich unterstrich. Sie nahm das dann mit auf ihre Liste und trug es bei der Besprechung vor. Kritik wurde aufmerksam angenommen und Vorschläge geradezu überschwenglich begrüßt, solange "Miss Bauchfrei" sie so vortrug, als seien es ihre Ideen. Trug ich es selber vor, hatte mein Chef spätestens am nächsten Tag noch nie in seinem Leben davon gehört. Wenn er es richtig auf die Spitze treiben wollte, hieß es auch schon mal " Wieso haben Sie das nicht schon früher gesagt ?!"
Als bei uns ein generelles Rauchverbot am Arbeitsplatz angeordnet wurde, setzte sich mein Chef einfach darüber hinweg, weil ich die einzige Nichtraucherin im Team war. Als ich ihn aufforderte, die Anordnung, die von ganz oben kam, endlich zu beachten, weil ich durch die Kettenraucherei meiner Kollegen eine schwere Bronchitis bekommen hatte, wurde mir dies verweigert, mit der Begründung, ich wolle meinen Kollegen doch nur heimzahlen, dass ich mich wegen meines Übergewichts abgelehnt fühle und total frustriert sei. - Der Personalrat sah das zum Glück ganz anders.
Hallo,
du schreibst "Ex-Chef", also scheinst du ihn los zu sein. Glückwunsch.
Dieses Phänomen des Ignoriert-Werdens habe ich auch schon erlebt. Bei mir war das aber in schlanken Tagen so, erst als Ge-wichtige Dicke wurde ich wahrgenommen. Komisch, nicht?
Ich glaube, das Respektiert-Werden hat in erster Linie wenig mit Äußerlichkeiten zu tun, sondern auch in der Art und Weise der Kommunikation. Wer schon ein geringes Selbstwertgefühl hat, wird durch gehässige Bemerkungen (zum Gewicht, zur großen Nase, zu Sommersprossen etc.) noch mehr verunsichert, und strahlt das dann auch aus. Karrieregeile Zeitgenoss(inn)en nützen das dann aus, um mögliche Konkurrenz schon im Keim zu ersticken.
Frauen haben auch oft eine andere Art zu kommunizieren als Männer, nehmen sich selbst viel zu sehr zurück, machen sich klein, und dann werden sie bei Entscheidungen übergangen.
Man kann einen Vorschlag so einbringen: "Wäre es vielleicht nicht besser...? Könnte man nicht...?" (Die weibliche Variante.)
Oder so: "Es ist auf jeden Fall besser....weil.... Die optimale Lösung ist..." (So machen es die Männer.)
Es gibt übrigens Seminare zu Kommunikationsverhalten extra für Frauen, zu Körpersprache und Stimme, auch an Volkshochschulen oder bei Gewerkschaften, also nicht so teuer.
So ein "Chef", der seine Entscheidungen an der Tiefe der Dekolletees festmacht, und der sich an betriebliche Vereinbarungen (Rauchverbot) nicht hält, fällt über kurz oder lang eh auf die Schnauze. Sowas kommt nämlich irgendwann auch seinen Chefs zu Ohren....
Hallo, ihr Lieben,
zum Thema Diskriminierung von Dicken muss ich auch mal was loswerden:
So oft ich davon höre, so selten habe ich sie bisher erlebt. Und am allerwenigsten im Job! Ich habe im Sommer eine höher bewertete Stelle bekommen, auf die es innerhalb des Ladens 12 oder 13 Bewerber/-innen gab, und von denen, die zum Gespräch geladen waren, war ich die einzige Frau, dazu dick und Teilzeitkraft, und obwohl die Stelle explizit in Vollzeit ausgeschrieben war, hab ich sie bekommen. Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig :hopps:
Auch in vorherigen Jobs und bei allem anderen Beruflichen hab ich keine Nachteile durchs Gewicht erlebt. Oder könnte es einfach sein, dass ich da was nicht mitbekomme? Manchmal schützt einen ja auch die selektive Wahrnehmung... :-)
Privat hatte ich Phasen, in denen ich mich furchtbar gefühlt habe wegen des Gewichts, und ich habe vielleicht einige Aktivitäten vermieden, bei denen mir die Diskriminierung offen hätte begegnen können.
Wahrscheinlich hatte ich einfach nur viel Glück mit Chefs und Kollegen bisher. Wenn das so ist, Wünsche ich allen hier und überall auch mehr Glück! :daumen:
Ich habe das noch nicht erlebt. Meine Chefs und Kollegen habe mich gleich behandelt. Allerdings sind mir ähnliche Geschichte von Freunden bekannt. Manche haben den Arbeitsplatz gewechselt und bei anderen hat es sich gegeben, seis durch Chefwechsel oder (später) Einsicht der Kollegen und des Chefs.
Ich finde es wichtig, dass man sich nicht unterkriegen lässt.
Ich habe auch das Glück, dass ich im Job keine Diskriminierung erfahre. Ich bin nicht nur mit Abstand die Dickste, sondern auch die Älteste, da ist es ja nicht so selbstverständlich. Wie bei vielen übergewichtigen Menschen sind meine Antennen immer ausgefahren, um schiefe Blicke oder dumme Worte sofort zu merken und bin immer wieder erstaunt wenn nichts geschieht. Natürlich wird sicher hinter dem Rücken auch über mich gelästert aber nicht mehr als über die anderen Mitarbeiter;) weil sie zu dünn sind, sich falsch anziehen oder schon wieder einen neuen Kerl haben:-D
Wenn ich es jetzt noch schaffen würde dieses gute Gefühl in meinen Alltag mitzunehmen, wären viele Probleme viel kleiner.:hopps:
Klangola
06.12.2011, 20:54
@mila
Wenn ich es jetzt noch schaffen würde dieses gute Gefühl in meinen Alltag mitzunehmen, wären viele Probleme viel kleiner.
Diese Worte bringen mich auf eine Tatsache, die ich schon oft bemerkte, anscheinend können sich manche Menschen im Beruf besser behaupten, andere im Privatleben . . .
:gruebel:
Leider hatte ich auch so einen Chef an meiner ersten Stelle. Er (klein, dick und Glatze mit der obligaten angeklebten Haarsträhne über der Glatze) hätte soooooooo gerne eine schlanke Blondie als Sekreträrin gehabt. Und der "arme Mann" hatte mich, dick und brünett. Ich wurde von ihm rausgemobbt.
LG Finchen
littlejune
01.01.2012, 14:06
Also ich glaube das meine beiden Chefs mich gut finden, so wie ich bin oder eher wie ich arbeite!
Ich arbeite in einer Kita habe dort meine Ausbildung beendet und bin innerhalb von Vier Jahren stellvertretende Leitung und Gruppenleitung gewurden. Die Leitung hat es so ausdrücklich gewollt!
Ich muss allerdings sagen ich gebe 150 % vielleicht wegen meinem Gewicht. Ich möchte auf keinen Fall das jemals einer sagt das ich faul bin oder langsam. Auch in meinem Team komme ich sehr gut zurecht. Nur eine Kollegin verurteilt schnell nach dem Aussehen. Aber generell auch über Eltern, Vetreter.... .
Ich weiß aber wie hart es sein kann. Mein Mann ca. 230kg findet absolut nichts. Er hätte einfach nur gerne einen 400 Euro Job. Eine Tätigkeit die im sitzen ausgeübt wird. Keine Chance :(. Man gibt ihm noch nichtmals die Möglichkeit Probe zu arbeiten o.ä. Ich hoffe das es dieses Jahr klappt!
lg und Frohes Neues Jahr...
Mondsteinhexe
01.01.2012, 18:25
Hallo,
Ich habe auch schon viele negative Erfahrungen mit Vorgesetzten und Kollegen gemacht. Auch von Betriebs- und Amtsärzten habe ich mir einiges anhören müssen wegen meines Übergewichts.
Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Nebenjob. Da habe ich Kleidung in Übergrößen verkauft. Das war toll - da war das Dicksein natürlich auch ständig Thema, aber es wurde eben niemand diskriminiert. Mir hat das großen Spaß gemacht andere Frauen in Sachen Mode zu beraten und mich auszutauschen und das Betriebsklima war gut.
Jetzt bin ich gerade auf Stellensuche (allerdings in einem ganz anderem Bereich) und habe bei Vorstellungsgesprächen immer wieder die Befürchtung, dass mein Gewicht zur Sprache kommt oder ich deswegen abgelehnt werde, obwohl ich ja weiß, dass es 1000 andere Gründe geben kann, weshalb ich ne Absage kriege.
Solche Chef sind einfach grausam. Hatte auch mal so einen, aber zum Glück ist er jetzt weg!
Morgaine
04.01.2012, 19:31
Hallo Zusammen!
Also ich hab das noch nie erlebt. Vielleicht ist das aber bei uns im Pflegebereich nicht so verbreitet mit der Diskriminierung am Arbeitsplatz. Auch bei Bewerbungen auf Leitungsfunktionen wie (Pflegedienstleitung und Heimleitung ) hatte ich wegen meines Gewichts nie ein Problem. Im Gegenteil, in meiner "dicksten" Zeit habe ich auf eine Bewerbung als HL sofort nach dem persönlichen Gesprächstermin eine Zusage bekommen.
Mich persönlich macht das traurig, es zählt doch der Mensch, seine Persönlichkeit und seine fachliche Kompetenz und nicht ob er mehr wiegt, als der Mitbewerber. Jedenfalls habe ich es immer so gehalten, als ich Einstellungen vorgenommen habe.
Liebe Grüße und lasst Euch bitte nicht entmutigen !!
Morgaine
Mondsteinhexe
04.01.2012, 21:47
Hallo Morgaine,
Ich wünschte es wäre überall so im Pflegebereich.
Vor einigen Wochen habe ich mich in einem Alteheim vorgestellt und einen Tag lang hospitiert.
Am Ende des Probetages erzählte die Leiterin mir, dass eine Mitarbeiterin vor einiger Zeit gekündigt hätte, weil ihr die Lauferei und das Treppensteigen im Haus zu viel wurden. Sie riet mir, ich solle mir nochmal Gedanken machen, ob die Arbeit in dieser Einrichtung wirklich so geeignet für mich wäre. Ich konnte gar nichts erwidern. Mit sowas hatte ich nicht gerechnet! Der Probetag war schön. Ich kam gut klar mit den Bewohnern und ich habe beim Treppensteigen keine Atemnot bekommen oder so.
Natürlich hat sie nicht so offen gesagt, dass sie mich für zu dick und zu wenig belastbar hält, aber ich hatte das Gefühl, dass sie darauf anspielte.
Einige Tage später hatte ich die Absage im Briefkasten.
Natürlich kenne ich die genauen Gründe für die Absage nicht, aber ich habe mich schon etwas reduziert gefühlt auf mein Gewicht und meine vermeintlich mangelnde Kondition, nach dieser Bemerkung.
schöndick
05.01.2012, 03:02
Bisher habe ich in 15 Jahren Dicksein weder privat noch beruflich Diskriminierung erleben müssen.
Jeden Job (und das waren einige), inklusive Leitungsfunktionen, habe ich bekommen.
Es ist natürlich auch eine Sache des Auftretens, der Kompetenz, Erfahrung und Selbstsicherheit.
Sonnenkuss
05.01.2012, 10:48
Jajaja. Mit Kleidergröße 46 hab ich auch noch so gedönst. Heute mit der 60 sieht das schon anders aus. Es ist immer einfach, auf "hach-mich-kann-das-gar-nicht" zu machen, wenn man nicht suchen muss und aus einer sicheren Position heraus schlaue Sprüche ablassen kann.
Vor ein paar Jahren war der Arbeitsmarkt ein ganz anderer, wer heute sucht, merkt dass da ein rauerer Wind weht. Das ist meine Erfahrung. Egal ob dick, dünn, schlau, dumm, heute muss man sich viel "gefallen" lassen, die Chefs haben einfach die Auswahl und viele lassen sich das richtig schön raushängen.
Deine Kompetenz, Erfahrung und Selbstsicherheit kannste dir ans Bein schmieren, wenn ich sehe nach was bei Personalentscheidungen gegangen wird. Es gibt sehr kluge, gescheite, erfahrene Leute, die keinen Job kriegen, weil der Arbeitsmarkt einfach nichts ausser Praktikumsstellen und Minijobs hergibt. Wenn du die Berichte in den Medien verfolgen würdest/müsstest, dann wüßtest du das. Ich finde es sehr überheblich aus einer "gesicherten" Position raus, anderen weismachen zu wollen, dass es soooooooooo einfach wäre. Ist es nämlich nicht.
Mondsteinhexe
05.01.2012, 12:26
@schöndick
Du machst es dir ziemlich einfach!
Ich habe 20 Jahre Beruferfahrung, habe studiert und eine weitere Ausbildung gemacht. Ich kann sehr gute Zeugnisse vorweisen und bin mir meiner Kompetenzen und Qualifikationen durchaus bewusst, was ich in einem Bewerbungsgespräch auch so ausstrahle.
An dem genannten Probetag im Altenheim, wurde zwei 1-Euro-Jobs vergeben an Frauen, die gar keine Ausbildung hatten! Sie wurde in der gleichen Tätigkeit eingesetzt, für die noch eine Fachkraft gesucht wurde.
So sieht es nämlich oft aus - es geht letztendlich ums Geld und nicht um Kompetenz, Erfahrung, Selbstsicherheit und offensichtlich auch nicht mehr um die Qualität der Arbeit.
Das hat dann nichts mehr mit dick oder dünn zu tun, okay, aber so einfach, wie du die Sache darstellst ist es nicht!
Hallo @schöndick, @Sonnenkuss und @Mondsteinhexe,
liegt es nicht gerade in der Natur individueller Erfahrungen, dass sie sich unterscheiden?!
LG
Mondsteinhexe
05.01.2012, 20:58
Hallo Cobalt,
Da gebe ich dir recht.
Ich spreche schöndick auch nicht ab, dass sie immer erfolreich war in ihrem Berufsleben und behaupte dass alle dicke Menschen Probleme im Job haben oder dass die Probleme immer mit dem Dicksein in Verbindung stehen.
Mir ging es mehr darum aufzuzeigen, dass Kompetenz, Selbstsicherheit und Erfahrung kein Garant für eine Zusage auf eine Bewerbung sind.
Muminfrau
05.01.2012, 21:19
Hat denn jemand hier bei der anderen Seite des Bewerbungstisches gesessen? Ich habe es bisher nur einmal gemacht, erst vor Kurzem. Und ich muss sagen, ich moechte das nicht noch einmal machen. Wir haben leider sehr kompetenten Menschen absagen muessen, und wir haben natuerlich die Person akzeptiert, die am Besten gepasst hat. Aber es hat echt weh getan, einige Bewerbungen zu lesen.
Warum ich das schreibe: Wir konnten nur eine Person akzeptieren, und dass eine Person besser gepasst hat als alle anderen heisst ueberhaupt nicht, dass die anderen schlecht waren. Es gibt so viele Kriterien und Kleinigkeiten, die stimmen oder nicht stimmen. Da sollte man Dicksein nicht ueberbewerten.
Es gab nun mal viel Auswahl, und die fuenf, die es in die "Finale" gemacht haben, waren alle sehr gut. (Und niemand hat wie Model ausgesehen -- beim Weitem nicht.)
Seriöse Personaler/innen suchen im Interesse der Firma oder Behörde die optimale Person für die ausgeschriebene Stelle. Da sie auch nur Menschen sind, können sie sich auch mal irren, und eine Niete ziehen bzw. einstellen und den Top-Mann oder die Top-Frau fortschicken.
Für die Vorauswahl wird hauptsächlich nach der Qualifikation und dem Lebenslauf geschaut, oder es ist ein Kandidat dabei, der aufgrund der Angaben irgendwie neugierig macht. Schwerbehinderte, die das in der Bewerbung angeben, müssen eingeladen werden (wenn nicht, könnte der/diejenige nach AGG klagen, und manche reiten tatsächlich auf dieser Masche).
Und dann zählt Ausstrahlung, die "Chemie". Der/die Neue muss ins bestehende Team passen. Da wird dann auch der nach Qualifikation zweit- oder drittbeste Berwerber genommen, wenn die qualifikatorisch Besseren nicht zum Team oder zur Firma passen. Und es ist auch nicht gesagt, dass die ganzen tollen Abschlüsse und Kurse überhaupt gebraucht werden: vielleicht ist z.B. der Studienabbrecher, der aber genau die CAD-Software beherrscht, mit der er arbeiten soll, der richtige Mann.
Leider gibt es aber auch weniger seriöse Personaler, die entweder nur aufs Äußere schauen, oder (was weeesentlich häufiger ist) möglichst die Löhne drücken wollen. Das führt dann zur Generation Praktikum bzw. Leiharbeit, 1-Euro-Jobs usw. Ich hoffe, dass da die Zeit das Problem entschärft, ich sag nur Stichwort Fachkräftemangel.
Ich fürchte jedoch, dass lieber alles nach China verlagert wird, bevor die Unternehmer (und auch die Kunden) bereit sind, gutes Geld für gute Arbeit zu zahlen. Im Pflegebereich ist es mit der Auslandsverlagerung allerdings nicht so einfach...
Morgaine
08.01.2012, 20:24
Hallo Miteinander !
Also ehrlich gesagt, ich glaube schon dass ich Erfahrung im Berufsleben habe und auch weiss, wie heutzutage der Hase läuft.
Meine Erfahrung lass ich mir von Niemandem Absprechen. Ja, ich sass schon oft genug auf der anderen Seite des Tisches und musste Entscheidungen treffen. Ich weiss, dass ich meine Personalentscheidungen nach meinen persönlichen Massstäben zum Wohle des Teams und des Unternehmens getroffen habe. Und ja, ich habe einen Chef, der das auch in der heutigen Zeit noch so handhabt . Und zwar unabhängig von der Konfektionsgröße oder der Nationalität oder was auch immer.
@Mondsteinhexe: Mir tut das wirklich in der Seele weh, was Du erlebt hast.
Trotzdem, gib nicht auf !
LG
Morgaine
Ich habe 20 Jahre Beruferfahrung, habe studiert und eine weitere Ausbildung gemacht. Ich kann sehr gute Zeugnisse vorweisen und bin mir meiner Kompetenzen und Qualifikationen durchaus bewusst, was ich in einem Bewerbungsgespräch auch so ausstrahle.
An dem genannten Probetag im Altenheim, wurde zwei 1-Euro-Jobs vergeben an Frauen, die gar keine Ausbildung hatten! Sie wurde in der gleichen Tätigkeit eingesetzt, für die noch eine Fachkraft gesucht wurde.
Wenn die Stellen an Frauen ohne Ausbildung vergeben werden konnten, warst du vielleicht einfach nur hoffnungslos überqualifiziert für den Job. Personalchefs stellen nämlich auch äußerst ungern weit überqualifizierte Leute ein, weil die nach einer Weile unzufrieden werden, unmotiviert an die Arbeit gehen oder bald wieder abhauen. Überqualifizierte Bewerber haben oft auch den Beigeschmack von "die muss es aber nötig haben, mit der stimmt irgendwas nicht". Wenn man nicht durch besondere schlüssige Argumente wie "ich will mein Leben neu orientieren" oder in der Art den vermeintlichen sozialen "Abstieg" plausibel machen kann, ist so ein Personaler lieber vorsichtig und nimmt eher einen etwas zu gering qualifizierten Kandidaten, weil den kann man ja noch einarbeiten.
Mondsteinhexe
08.01.2012, 22:56
Hallo,
Ich kann das mit dem Zitieren noch nicht... sorry, aber ich beziehe mich auf die letzten beiden Postings.
Überqualifiziert bin ich nicht, aber mein Eindruck ist, dass im sozialen- und Pflegebereich fast nur noch der Kostenfaktor entscheidet.
Die 1-Euro-Kräfte, die in diesem Heim als sogenannte Alltagshelfer eingesetzt werden, gehen mit den Senioren spazieren, spielen mit ihnen Karten oder so. Und darüber hinaus findet nicht viel statt. Dafür kosten diese Mitarbeiter fast nichts.
Ich könnte neben Freizeitgestaltung viel mehr anbieten, je nach Bedarf, aber mich müsste man als Fachkraft bezahlen - und ich bin nicht mehr 20 (also noch kostspieliger...).
In den höflichen Absagen, die mit der Post kommen, erfährt man natürlich nicht, warum man nicht genommen wurde. Das ist es, was mich nach doch schon vielen Absagen verunsichert.
Aber ich verstehe, dass der Betrieb nicht jedem Bewerber einen persönlichen Brief schreiben kann.
@Morgaine
Aufgeben kommt gar nicht in Frage:five:!
Hallo Leute,
aus Sicht des Arbeitgebers geht`s doch hauptsächlich um das Wohl seiner Firma. Schlank, heisst gleich fit, gesund,flexibel und belastbar.
Außerdem repräsentiert der Mitarbeiter die Firma mit.
Dicke sind schwerfällig und ev. öfter krank und egal welche Qualifikation du hast, die finden immer Gründe uns zu diskriminieren,
Ich arbeite da wo Menschen meines Kalibers in Rente geschickt werden.
Obwohl meine Arbeitsleistung in nichts den anderen nachsteht, wird bei den LOB`s immer versucht mir gesundheitl. Gründe aufzuschwatzen damit sie einen Grund haben meinen Zeitvertrag nicht zu verlängern.
Das zehrt an den Nerven und alle zwei Jahre dass selbe Spiel.
Ich mach das Ende 2012 das dritte Mal durch und es wird immer schwerer.
LG Caro :)
Mondsteinhexe
15.01.2012, 10:10
Hallo Caro,
Was sind denn LOB's???
Also ich hatte am Ende meiner Ausbildung einen Chef der mich nicht übernehmen wollte weil Dicke nachlässig mit Ihrem Körper sind und deshalb auch nachlässig arbeiten.
Erstens war er selber nicht schlank, außerdem noch hässlich und immer nach Knobi stinkend. Ich habe ne halbe Stunde nach dem Gespräch meine Kündigung auf seinen Schreibtisch geworfen weil ich eh ne neue Stelle hatte und er ist paar Monate später wegen Unterschlagung rausgeflogen.
Wer kann da wohl eher in den Spiegel gucken????????????????
@Maggy46: Mitarbeitern aufgrund des Körpergewichts Nachlässigkeit vorzuwerfen und dann selbst wegen bewussten Fehlverhaltens Probleme zu kriegen, ist natürlich der Knaller!
Die subjektiv empfundene Unattraktivität dagegen ist deinem Ex-Chef wirklich nicht anzulasten.
Hallo Mondsteinhexe,
LOB`s heisst: Leistungsorientierte Bezahlung. Da wird jährlich die Arbeitsleistung beurteilt und wenn man Glück hat, erhält man einen kl. finanziellen Bonus.
Da meine Arbeitsleistung laut schriftl. Beurteilung sehr gut ist, reitet man immer auf meiner Gesundheit herum.
Es widerspricht sich halt in deren Gedankengut, dass sie einerseits Leute mit über 140 kg in die Erwerbsunfähifgkeit schicken und ich andererseits noch arbeiten will.
Mit einen Zeitvertragler können die machen was sie wollen.
Also alle 2 Jahre dieser Nervenkrieg.
Gr Caro
Befristete Verträge sind doch auch nicht unendlich hintereinander aufreihbar. Da gibt es so doch Begreunzungen.
Sonnenkuss
22.01.2012, 13:40
Befristete Verträge sind doch auch nicht unendlich hintereinander aufreihbar. Da gibt es so doch Begreunzungen.
Das war mal.
Nein Nette, da biste falsch informiert.
Dank der Schröderschen-Regierungs-Ära und den Herren Rührup und Hartz wurde das aufgehoben. Seitdem gibt es eigentlichen einen zweiten Arbeitsmarkt, wo du befristete Verträge bis zum Sankt Nimmerleinstag verlängern kannst. Bis zur Rente...
Aber nur über die Zeitarbeitsfirma oder?
Soweit ich weiß, ja.
Über Zeitarbeitsfirma kannst Du bis zum erbrechen immer wieder und wieder verlängert werden, weil Dein Vertrag (so ist es bei mir auch) ja mit der Zeitarbeitsfirma ist. Der Kunde verlängert ja nur den Einsatz, am Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma ändert sich dadurch nichts. Zeitarbeitsfirmen kündigen in der Regel, wenn sie keinen Einsatz für den Mitarbeiter haben (sehr streitbar) und heben die Kündigung wieder auf, wenn sie in der Zeit einen neuen Einsatz finden. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn man einen internen Zeitvertrag hat, also einen unmittelbar befristeten ohne "Zwischenhändler" sprich Zeitfirma, ist dieser meines Wissens nur max. 2x verlängerbar innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (2 oder 3 Jahre, das weiß ich nicht, da ich Zeitsklave bin). Abweichungen gehen nur mit außerordentlichem Grund.
Durchaus ein Unterschied, obwohl beides gern in einen Topf geworfen wird.
Beides hat vor und Nachteile. Aber das würde diesen Thread jetzt zu sehr OT führen.
Kurz zur Info:
Bei einem Verleiher ist man normalerweise fest angestellt, und wird dann immer für einen befristeten Zeitraum an andere Firmen ausgeliehen. Das kann von wenigen Tagen bis zu vielen Jahren gehen. Früher war der Verleihzeitraum begrenzt, das wurde aber durch so manchen Trick umgangen. (Der Spitzenreiter unter den Leiharbeitnehmern in unserer Firma ist schon über 15 Jahre tätig.) Jetzt darf beliebig oft und lange verliehen werden.
Befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund bei einem Arbeitgeber sind maximal 3x verlängerbar und auf 2 Jahre Gesamtdauer begrenzt. Bei einer Unterbrechung von einem Jahr darf neuerdings wieder bei Null angefangen werden zu zählen. Das heißt, jemand dürfte 2 Jahre bei Firma x z.B. 6 Monate, verlängert um weitere 6 Monate, dann um 12 Monate verlängert werden, dasselbe Spiel bei Firma y, dann wieder zu Firma x usw.
Befristete Arbeitsverträge mit Sachgrund sind beliebig gestaltbar, z.B. bei Elternzeitvertretung (kann ja bis zu 3 Jahren sein), oder zur Anfertigung einer Dissertation im Betrieb.
Neuerdings sind die Arbeitgeber auf die Masche der Werkverträge abgefahren: ein (Schein-)Selbständiger wird vertraglich angeheuert zur Erledigung einer bestimmten Aufgabe, z.B. Entwicklung eines bestimmten Softwarepakets, Abarbeitung eines bestimmten Wartungsauftrags usw.
Als Gewerkschafterin stehe ich oft zornig und hilflos davor und frage mich, was menschliche Arbeit überhaupt noch einen Stellenwert hat...
Und dann wundern sich die Politiker, dass die jungen Leute keine Familie gründen wollen oder können.
Übrigens ist 2011 erstmalig in der Geschichte der deutschen Rentenversicherung das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen gegenüber dem Vorjahr gesunken. Wen wunderts.
Ah Sophie, danke für die Detailinfo, grad bei den Zeitverträgen wusste ich es nicht so genau.
Bei uns in der Firma sind teilweise auch Leute seit 5 oder 6 Jahren über Zeitarbeit. Bei mir sinds 2 im Mai.
Ab nächster Woche wird wieder geschachert, ob ich verlängert werden darf... Festvertrag ist leider nach wie vor nicht drin, es wird kein Headcount genehmigt :(
Bei mir in der alten Firma hatten die immer Aushilfen eingestellt aber die durften sie nur zwei mal befristet einstellen und angeblich muss man sie nach dem dritten mal oder so unbefristet einstellen lt. Gesetz aber zeitarbeit ist da ja nochmal etwas anderes....
Zeitarbeit.... schreckliche sache
Ich kenne das auch so, wie Sophie das beschreibt. Wahrscheinlich weiß Caros Arbeitgeber ein Hintertürchen zu nutzen...
Arbeitsverträge können unter gewissen Voraussetzungen bis zu 8 (acht!) Jahren immer wieder befristet werden - ich weiß jetzt nicht, ob ich den gesamten Wortlaut aus folgender Quelle zitieren darf (ansonsten: Bitte - Admins - löschen, was nicht da stehen darf ):
Quelle: http://www.arbeitsratgeber.com/befristete-arbeitsvertraege_0229.html (http://www.arbeitsratgeber.com/befristete-arbeitsvertraege_0229.html)
Die Befristung eines Arbeitsvertrags mit sachlichem Grund.
Ein sachlicher Grund liegt vor, wenn
* nur vorübergehender Bedarf an der Arbeitsleistung besteht wie bei Projekten oder bei der Vertretung eines anderen Mitarbeiters, der durch Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit, Schwangerschaft, Sabbatical, Elternzeit nicht zur Verfügung steht
* nach einer Ausbildung oder einem Studium der Übergang in eine Anschluss-beschäftigung erleichtert werden soll
* der Mitarbeiter länger als bei der Probezeit "getestet" wird
* in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen, z.B. bei Studenten
* die Vergütung aus Haushaltsmitteln erfolgt, die für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind
* ein gerichtlicher Vergleich die Befristung festlegt
Der befristete Vertrag kann 1 Tag und bis zu 2 Jahre dauern. Durch die Möglichkeit, diesen bis zu 3 Mal mit jeweils bis zu 2 Jahre zu verlängern (Kettenbefristung), ergibt sich eine Anstellungsdauer von maximal 8 Jahren. Der sachliche Grund, der zu Verlängerungen führt, kann jedes Mal ein anderer sein.
bei mir im öffentl. Dienst gibt es für norm. Arbeiter nur Zeitverträge. Nach jedem Umzug in ein neues Gebäude wurde der alte Vertrag
praktisch ungültig.
Somit hat der Arbeitgeber wieder die Möglichkeit die 2 Jahresrechnung von vorne zu beginnen.
2013 mach ich dass wieder mit.
Es wird immer ein Grund gefunden.
Sonnenkuss
29.01.2012, 14:53
Da braucht es nicht mal die "Krücke" des Umzugs, laut neuester Rechtsprechung nach EU-Recht ist das alles so, völlig in Ordnung:
EU-Recht - Mehrfach befristete Arbeitssverträge sind zulässig (http://www.sueddeutsche.de/karriere/eu-recht-mehrfach-befristete-arbeitsvertraege-sind-zulaessig-1.1267596)
Eine furchtbare Entwicklung.
Da immer mehr Arbeitgeber nur befristete Verträge machen, ist es schon fast sinnlos sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen.
Es wird denen einfach alles zu leicht gemacht und wir sind die Dummen.
Man hat schon fast Angst in die Zukunft zu planen, weil man nicht weiss, ob man am Ende auf der Strasse steht.:confused:
LG Caro
Und genau deswegen bin ich in der Gewerkschaft.
Es ist nicht alles perfekt, und einiges geht mir da auch gegen den Strich, aber eine andere Lobby haben die Arbeitnehmer mittlerweile gar nicht mehr. Leider gibt es viele Menschen, die nicht erfasst werden (zum Beispiel Hausfrauen, Frührentner...) Der Druck muss von unten aufgebaut werden.
Da kann ich nur zustimmen. :applaus:
da fällt mir ein Spruch ein, der auch für richtige medizinische Behandlung gilt : "Nicht betteln und bitten, nur mutig gestritten"
Also in diesem Sinne ein schönes Wochenende. :daumen:
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