Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie fühlt Ihr Euch?
Dralle Deern
01.03.2007, 12:54
Ihr Lieben,
mich würde interessieren, welche Gefühle Ihr persönlich mit Eurem Dicksein verbindet. Ihr habt es ja schon vielfach in diversen Themen hier im Forum beschrieben, dennoch hätte ich gern von Euch nochmal in Stichpunkten zusammengefasst, was das Dicksein mit Euch im Kopf macht. Auch wenn Ihr schon ein großes Stück weiter im Aufarbeiten und Bewältigen seid, würden mich Eure Stimmungen interessieren, bevor Ihr Hilfe bekommen oder Euch selbst geholfen habt. Außerdem sind Gefühle und Stimmungen nie etwas statisches, so dass ich mich auf eine interessante Diskussion freue.
Bevor ich Martina kennenlernte, war ich dem Dicksein grundsätzlich negativ gegenüber eingestellt, ich bewunderte sogar die an Magersucht erkrankten Personen, weil diese eben nicht dick waren. Meine heftigste Reaktion war "Lieber tot als dick". Auch wenn sich meine Einstellung zu meinem Körper und seinem Umfang mittlerweile soweit normalisiert hat, kommen mitunter doch noch Gedanken wie "warum muss ich all das mit mir rumschleppen" oder die tiefsitzende Angst, irgendwann beruflich doch wieder aufgrund des Gewichts abgelehnt zu werden.
Also: wie fühlt Ihr Euch? :)
Bei mir würde ein Wort fast ausreichen, nämlich:
Verkleidet,
doch das sagt natürlich trotzdem nicht alles.
Aber "verkleidet" trifft es ziemlich gut und zwar in ein Kostüm, das so gar nicht zu mir passt.
Nicht, das ich dieses Kostüm, ein bisschen kleiner, nicht hübsch finden würde, aber der Stoff ist einfach zu dick wattiert und so unangenehm warm und schränkt mich in dem, was ich tun möchte, in meiner Bewegunsfreiheit so ein, das ich es so nicht mag.
Es beengt mich. Und ich finde es an mir nicht schön, weil es nicht zu mir passt.
Ich kann nicht losrennen, wenn ich rennen will, ich kann mich nicht so bewegen, wie ich mich bewegen will, mir ist viel zu warm, wenn es gar nicht so warm ist, ich komme mir fremd vor.
Das komische ist, das ich das gleiche Kostüm bei anderen überhaupt nicht unschön finde.
Ähnlich wie bei bestimmter Kleidung, die ich bei vielen anderen Frauen sehr hübsch finde, aber wenn ich so etwas anziehe, komme ich mir verkleidet vor.
Ich bin auf der Suche, nach der "Kleidung", die zu mir passt. Solche "Kleidung" hatte ich schon und ich weiß, das ich mich dann "heimisch" fühle.
Leider bieten viele diese "Kleidung" vermeintlich an, aber es ist dann wie bei Aschenputtel, sie ist nur für ganz kurze Zeit da und dann hat man wieder das alte Kostüm an, - nur ist dieses dann zusätzlich noch unpassender als vorher.
Trotzdem bin ich ganz sicher, das ich lernen kann, mir selber genau die richtige "Kleidung" selber zu schneidern. Und um das zu lernen, bin ich gerade in der Lehre.
Ich werde es hin kriegen und zwar so, das alles wunderbar, maßgeschneidert und traumhaft bequem für mich passt, ganz ohne auf irgendwelche Modevorschriften zu schauen, sondern einfach nur nach meinem Geschmack!
LG me
babelfish
01.03.2007, 18:56
Lange Jahre habe ich mich geschämt. Ja ich glaube das ist der richtige Ausdruck. Geschämt für meinen "fetten" Körper, mein Hungergefühl,geschämt beim Essen,so geschämt, dass ich wie ein Junkie Essen versteckt habe, geschämt beim Kleider kaufen, geschämt beim fotographiert werden, geschämt beim Sport, geschämt zu leben. So häßlich, dick und undiszipliniert. Gleichzeitig habe ich mich irgendwie fremd in/mit meinem Körper gefühlt. Das Ding war irgendwie nicht ich, aber auch nicht fremd. Vielleicht tatsächlich wie eine Verkleidung, aber nicht beengend, sondern eher wie das häßliche altmodische Kleid einer alten Tante.
Irgendwann hat das Gefühl gewechselt und mein Körper kam mir näher und ich konnte ihn als zu mir dazugehörig akzeptieren. Trotzdem war ich noch öfter in Situationen in denen ich mich geschämt habe und mir mein Übergewicht deutlich präsent ist. Diese Präsenz ist auch etwas, was ich heute noch fühle. Ich kann nicht einfach in die nächstbesten Klamotten schlüpfen, ohne zu überprüfen ob ich auch nicht zu fett darin aussehe. Auf der Straße essen oder Schwimmen gehen ist zwar kein Problem mehr,ich leide nicht, aber ich frage mich trotzdem was andere über die Dicke mit dem Weck in der Hand jetzt denken. Weitestgehend bin ich aber zornig. Ich bin wütend auf meine Eltern, die mir das Gefühl gaben dick nichts wert zu sein. Ich habe ihnen geglaubt und dadurch viel verpasst ( na ja damit kann ich zur Not noch leben) und leide heute noch an den Folgen dieser Quälerei und der Gehirnwäsche. Je mehr ich in diesem und dem blauen Forum lese und sehe, dass es durchaus relativ glückliche Kinder mit verständnissvoller Umwelt gegeben hat, desto wütender werde ich und mein Übergewicht wird mir immer präsenter.
Diese traumatischen Erlebnisse als dickes Kind sind mir erspart worden. Ich glaube auch nicht, dass meine Eltern mich so unter Druck gesetzt hätten. Ich weiss es deshalb, da meine Schwester ein dickes Kind war. Ein verhätscheltes dickes Kind, die mich oft auf die Palme brachte. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass ich sie wegen ihres Dickseins beschimpft hätte, schliesse es aber nicht aus. Sie war unausstehlich, eine Nervensäge. Heute verstehen wir uns bestens. Ich war der Hungerhaken der Familie und wurde zur Erholung geschickt und damit endlich etwas Speck auf die Rippen kommt. Nützte aber nichts.
Ich war der dünne Teenager, der sich glühend mehr Busen wünschte und bei den ersten Kontakten mit dem anderen Geschlecht, war ich sicher, der kann mich garnicht mögen so flachbusig wie ich bin.
Busen kam dann zwar irgendwann, aber ich blieb schlank. Eine Tatsache, über die ich nie besonders nachdachte und wenn es nach dem Urlaub ein paar Kilos mehr ware, dann war mir das egal, vorallem deshalb, weil ich wusste, "die verlier ich sowieso gleich wieder ".
Gewiccht war kein Thema für mich und ich wusste die meiste Zeit sowieso nicht wieviel ich wog.
Mit Mitte Vierzig trennte ich mich vom Vater meiner Tochter. Diese Trennung konnte und wollte er nicht akzeptieren. Genau zu diesem Zeitpunkt fing ich an zuzunehmen, langsam aber stetig. Ich hab es erst nicht beachtet. Es war zwar lästig ständig neue Klamotten zu benötigen, finanziell stand es bei mir auch nicht besonders rosig, aber erst als mein Vater mich mal ziemlich unwirsch anfauchte, warum ich mich denn um Gotteswillen so gehen lasse, wurde mir die Tatsache richtig bewusst. Ich bin Dick. Meine Beteurungen, dass ich nicht mehr esse als gewöhnlich, wurde als Papperlapapp abgetan. Ich wollts ja selber nicht glauben.
Immer wieder Diätversuche, die ich irgendwie nicht auf Reihe bekam. Vor allem hatte ich bei diesen Diäten immer das Gefühl mehr zu essen als ich normalerweise tat. Ich fühlte mich körperlich nicht wohl. Mir war oft schwindlig, hatte plötzlich Panikattacken, war unmotiviert, unendlich müde und die Ärzte fanden nichts. Das Alter? Immerhin dann schon 50 Jahre. Die Wechseljahre? >Hatte ich eigentlich hinter mir. Es war eine schlimme Zeit. Ich vorher immer gesund und plötzlich dieses Abschlaffen. Dazu wurde ich immer dicker.
Als dann Diabetis bei mir festgestellt wurde, der Wert war inzwischen über 300 - war es zuerst ein Schock und eigentlich eine Erlösung. Ich wusste endlich was mit mir los ist. Jetzt konnte ich anfangen gegen entwas zu kämpfen. Der Feind hatte einen Namen.
Ich wiege jetzt um die 90 Kilos, im Sommer waren es weniger jetzt hab ich die 90 wieder drauf, Ist auch nicht so wichtig. Ich hab mich arrangiert.
Ich habe hier in den Foren viel gelernt, manches nicht gleich verstanden, in ein ein paar Details möglichwéise etwas abweichender Meinung. Aber eines ist mir klargeworden- das Leben ist zu schön um mich wegen meiner Figur zu grämen. Es ist so unwichtig.
gute nacht
toni
Mir geht es eigentlich genauso wie babelfish:
Ich erinnere mich an viele, viele Jahre volller Scham. Scham über das eigene Aussehen, die Disziplinlosigkeit, den Körper etc.
Typisch dabei waren wohl die Vorwürfe, die ich mir selber machte: Du bist fett, Du bist hässlich, Du hast nicht gernug "Charakter" um anzunehmen, Du bist faul und gefräßig usw.
Wie ich hier lernte, alles Suggestionen, die von den Menschen kamen, die mir eine ES beschert haben (bevor ich in diesem Forum las, war mir eingentlich nicht klar, dass ich eine ES habe), bzw. aus dem gesellschaftlichen Druck.
Ich habe hier gelernt, freundlicher mit mir umzugehen, versuche, nicht mehr so streng und abwertend zu mir zu sein, lasse gewisse Ausrutscher zu, weil ich inzwischen weiß, dass sie eine Funktion haben.
Ja...und Wut und Ärger...die empfinde ich auch! Immer wieder. Das ist erst so, seitdem ich eben etwas sensibilisierter auf meine Kinheit geschaut habe, seitdem ich mich an diverse Sprüche und Maßnahmen seitens meiner Eltern und auch meiner Mitschüler erinnerte. Und seitdem ich hier gelesen habe von Menschen, denen es trotz Dick-sein ganz anders erging. Seitdem weiß ich nämlich, dass solche Erfahrungen durchaus nicht ein "muss" für Dicke ist. Dass es auch möglich ist, dicke Kinder mit einem gesunden Selbstbewusstsein zu erziehen.
Heute probiere ich, mich nicht mehr zu verstecken: Ich gehe schwimmen, wage es, auch in der Öffentlichkeit zu essen, versuche trotz Vorurteile der anderen zu meiner ES zu stehen.
Geblieben ist ein diffuses Gefühl, nicht attraktiv zu sein. Ich weiß zwar durchaus aus Dinge an meinem Aussehen zu schätzen, aber das Gesamtgefühl sagt doch eher aus: Ich bin nicht attraktiv und habe bei Veranstaltungen, wo das zählt, nichts zu suchen.
Die Angst ist geblieben, dass meine Figur den ersten Eindruck, bei Neubegegnungen, versaut und der soll doch so wichtig sein. So macht mir dieses Gefühl des unattraktiv Seins immer wieder Probleme, mich fremden Menschen auszusetzen, neue kennen zu lernen.
Da ich einen festen Partner habe und nicht auf der Suche bin, spielt dieser Aspekt eine nicht allzu große Rolle, aber manchmal schwingt er auch im Umgang mit meinem Partner mit und ich denke, dass das Gefühl, nicht attraktiv zu sein, vermutlich auch andere Bereiche beeinflusst, über die ich mir (noch) nicht so ganz im Klaren bin.
Liebe Grüße
Iko
Dralle Deern
02.03.2007, 07:19
Danke Euch für Eure Antworten :)
"verkleidet" trifft es ziemlich gut und zwar in ein Kostüm, das so gar nicht zu mir passt.
Ein schöner Vergleich :daumen:
Ich bin wütend auf meine Eltern, die mir das Gefühl gaben dick nichts wert zu sein. Ich habe ihnen geglaubt und dadurch viel verpasst ( na ja damit kann ich zur Not noch leben) und leide heute noch an den Folgen dieser Quälerei und der Gehirnwäsche. Genau das ist uns passiert: Gehirnwäsche. Und dabei ging es nur um etwas so banales wie essentielles - einfach essen.
Meine Beteurungen, dass ich nicht mehr esse als gewöhnlich, wurde als Papperlapapp abgetan. Ich wollts ja selber nicht glauben.
Immer wieder Diätversuche, die ich irgendwie nicht auf Reihe bekam. Vor allem hatte ich bei diesen Diäten immer das Gefühl mehr zu essen als ich normalerweise tat.Das kenne ich nur zu gut. Man lässt sich automatisch in eine Verteidigungshaltung drängen, in der man überhaupt nicht sein müsste. Schließlich haben wir uns für nichts zu entschuldigen.
Geblieben ist ein diffuses Gefühl, nicht attraktiv zu sein. Ich weiß zwar durchaus aus Dinge an meinem Aussehen zu schätzen, aber das Gesamtgefühl sagt doch eher aus: Ich bin nicht attraktiv und habe bei Veranstaltungen, wo das zählt, nichts zu suchen. Auch so eine Spätfolge der Gehirnwäsche. :(
ChaosBine
03.03.2007, 00:56
Mich gab es immer nur in dick. Ich bin somit von klein auf mit diesem "Umstand" aufgewachsen.
Jedoch hatte ich im Gegensatz zu vielen Anderen das große Glück, nie auf mein Dicksein reduziert, bzw. von meiner Familie oder Freunden mit dieser Tatsache herabwürdigend konfrontiert worden zu sein.
Ich wurde immer als "die Bine" und nicht als "die Dicke" gesehen.
Das hat wohl den Menschen aus mir gemacht, der ich heute bin; eine glückliche Dicke !
Aber auch ich hatte schlechte Phasen in meinem Leben. Diese hatten primär nichts mit meinem Übergewicht zu tun, wirkten sich jedoch negativ darauf aus.
Es gab dann eine Zeit, in der ich das erste mal hilflos meinem Körper und meinem Übergewicht gegenüber stand. Selbst in dieser Zeit gab es niemals negative Einflüsse aus meinem näheren Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen).
Ich war es, die diesen schlechten Zustand ändern wollte und ich tat es auch.
Wenn ich mich im Spiegel betrachte, sehe ich einfach nur eine Frau, die sich und ihren Körper nie abgelehnt hat (das selbst in meiner höchsten Gewichtsphase vor 25 kg nicht ! Zu dieser Zeit belasteten mich viel mehr Dinge wie: Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit beim laufen und die Angst, immer weiter zuzunehmen).
Mir geht es gut und ich bin all jenen dankbar, die mich immer als das genommen haben, was ich bin; ein Mensch, unabhängig seines Gewichts und seiner Figur.
LG
Bine
@Deern: Toller Thread !! :daumen:
Mich gab es immer nur in dick.
das stimmt für mich auch.
und im grunde verbinde ich heute keine besonderen gefühle mit dem dicksein. genauso wenig wie mit sonstigen unveränderlichen äußerlichen merkmalen meiner person.
ich werde natürlich wütend, wenn ich mit "gut gemeinten" ratschlägen konfrontiert werde "doch an meine gesundheit zu denken" usw. usw., vor allem wenn das von leuten kommt, die sich niemals auch nur über meine krankengeschichte informiert haben.
ich bin auch wütend, wenn ich daran denke, dass ich als kind von ärzten etliche male auf null-diät gesetzt wurde, aber kein einziges mal meine schilddrüse untersucht worden ist.
und darüber, dass meine mutter sellbst eine zu unglückliche dicke frau war um ihr dickes kind lieben zu können, darüber war ich schon oft sehr traurig.
ich bin wütend, wenn menschen automatisch davon ausgehen, dass ich totunglicklich über meinen körper sein müsse und mein einziges sinnen und trachten dem abnehmen gelten müsse.
und ich bin mordsgrantig über die sog. wissenschaftlichen veröffentlichungen, die das dick=krank=unnütziger kostenträger sündenbock-image schüren.
aber ich für mich, ich in meiner partnerschaft, ich mit meinem freundeskreis, ich in meinem berufsalltag, fühle mich als dicke eigentlich rundherum wohl.
Ich habe mich zwar schon geäußert, aber ich möchte, nach den letzten beiden States von ChaosBine und Ritathedolphin gern noch etwas hinzu fügen.
Ich war bis zur ersten Schwangerschaft sehr schlank und konnte wie ein Scheunendrescher reinhauen, ohne ein Gramm zuzunehmen.
Dann wurde ich mehr und mehr und nicht zuletzt vor allem deshalb, weil ich wahrscheinlich im Laufe von vielen Jahren jede nur erdenkliche Diät gemacht habe. Damals habe ich gar nicht in Frage gestellt, ob das denn nun wirklich meinem Wunsch entspricht. Ich habe einfach die Meinung anderer übernommen.
Irgendwann kam ich dann dahinter, dass es mich dicker und dicker gemacht hat, eine Zeit, - manchmal auch recht lange, nach bestimmten Diätvorschriften zu leben, um dann irgendwann auch wieder nach Herzenslust zu essen. Dazu brauche ich wohl nichts weiter groß zu erklären, den Jojoeffekt kennt wahrscheinlich jeder mehr oder weniger. Oder weiß zumindest darüber Bescheid.
Aber was ich eigentlich sagen wollte ist, - ich habe niemals von der "Außenwelt" im Allgemeinen böse Worte, Beleidigungen oder Diskriminierungen erlebt.
Als ich anfing wirklich mehr als nur ein Pummelchen zu werden, war mein Selbstbewusstsein und meine Einstellung dazu bereits so gefestigt, dass ich dies wahrscheinlich so stark ausgestrahlt habe, dass niemand mir diesbezüglich zu nahe kam.
Was ich allerdings immer wieder erlebt habe und erlebe ist, dass etliche Menschen wirklich glauben, schön kann nur sein, wer sehr schlank ist.
Auch den Satz von Rita:
...ich bin wütend, wenn menschen automatisch davon ausgehen, dass ich totunglicklich über meinen körper sein müsse und mein einziges sinnen und trachten dem abnehmen gelten müsse.
kann ich nur dick unterstreichen.
Zwar gibt es lediglich einen mit nahe stehenden Menschen, der sich direkt mit gegenüber so, oder so ähnlich äußerst, aber ich bekomme in eraster Linie, da ich in einem öffentlichen Bereich mit viel Publikum arbeite, solche, oder ähnliche Äußerungen von schlanken Menschen über
andere dicke Menschen mit.
Früher habe ich meinen Mund gehalten, heute nicht mehr. Ich mische mich ein, weil ich mich maßlos über solche oberflächlichen und dummen Menschen ärgere und weil ich mit bekomme, dass man dies besonders gern Menschen gegenüber tut, die sich nicht zu wehren wissen. Wie arm!
Was ich ernte sind oft betretene, beschämte, manchmal unverständliche Blicke. Meistens ist es so, dass die angesprochenen Menschen sich schämen und nachdenklich werden. Dann freue ich mich, sie ein wenig "geweckt" und sensibler, nachdenklicher gemacht zu haben.
Es kann aber auch sein, dass ich aus Blicken heraus lese, das "sie" meinen, aus mit spräche nur der Neid auf ihre schlanke "Schönheit. Dann empfinde ich nur Mitleid. Menschen, die nicht in einen Menschen schauen, sind für mich ganz arme Geschöpfe.
Kurzum, was ich hinzu fügen wollte ist, auch wenn ich im Moment durch Schilddrüsengeschichten über meinem Wohlfühlgewicht (welches durchaus ziemlich pummelig ist;) :) ) liege und aus diesem Grunde rein körperlich nicht ganz so agieren kann, wie ich möchte, bin ich seelisch zufrieden und ausgeglichen. Niemals würde mir heute noch in den Sinn kommen, mein gutes Lebensgefühl allein wegen meines Gewichtes, oder wegen einer weitverbreiteten Modeerscheinung, beeinträchtigen zu lassen.
Aber das war nicht immer so. Ich musste erst lernen, das Ich nicht meine Kilos bin, sondern viel viel mehr und wichtigeres als das.
Ich habe mal einen Spruch ganz für mich allein erdacht. Vielleicht mag ihn jemand von Euch für sich nehmen:
"Wer nicht in mich schaut, den brauche ich nicht um mich."
LG me
ich kenne auch die andere Seite...
...ich weiß noch genau wie es war (immerhin fast 20 Jahre her) , wenn mir Größe 36 in der Taille zu weit war und 34 am Popo zu eng:-D
Doch irgendwie hab ich dann immer weiter zugelegt. Zuerst hab ich es gar nicht beachtet aber irgendwann ließ es sich nicht mehr übersehen.
Inzwischen hab ich mich bei einer Körpergröße von 160cm, auf eine Kleidergröße von 48/50 eingependelt.
Das liegt aber nicht daran das ich eine ES oder sonstige Erkrankung habe oder eine Frustesserin bin...
...nein ich weiß es ziemlich gut. Ich esse einfach zu gerne und ich mag nun mal am liebsten Dinge die sehr nahrhaft sind.
Aber mir geht es nicht schlecht, nur weil ich dick bin.
Ich habe das Riesenglück das ich mein Leben mit ganz tollen Menschen teilen darf.
Ich habe einen Mann der nie über die stetig wachsenden Röllchen eine fiese Bemerkung gemacht hat. Ich weiß das er mich nach all den Jahren liebt und auch begehrt, wie das zierliche Mädchen in das er sich mal verliebt hat.
Ich habe eine wundervolle Tochter, der die dicke Mama noch niemals peinlich war und ich bin sehr stolz das sie mich zu ihren besten Freunden dazu zählt.
Wir haben einen Freundeskreis in dem mein Übergewicht nicht das geringste Thema darstellt.
Es gibt keine größeren gesundheitlichen oder finanziellen Probleme und ich kann sagen das ich mich meistens glücklich fühle.
Wenn dieser große Spiegel im Flur nicht wäre, würde ich gar nicht merken das ich dick bin.:grins:
Aber manchmal gibt es auch Tage da geht es mir, wie es einer "anständigen Dicken" gefälligst so zu gehen hat. Ich fühle mich fett, häßlich, dumm, langweilig und kann mich zu nicht hochraffen. Ich schäme mich wenn ich jemanden "von früher" treffe obwohl die auch nicht immer noch so knackig sind wie damals. Ich habe dann auch Hemmungen Fremden gegenüber, weil die merken ja sicher auch wie fett, häßlich, dumm und langweilig ich bin.
Aber denkt ihr nicht das es den "anderen" auch so geht?
Meine Nachbarin ist trotzdem sie Größe 40 hatte, von ihrem Mann wegen einer anderen verlassen worden. Als sie vor lauter Kummer auf Größe 36 runter war, ist er trotzdem nicht wieder zurück gekommen.
Eine Bekannte mit etwa 50 KG springt vor Freude nicht den ganzen Tag bis hoch an die Decke, sondern mimmt Medikamente damit sie sich in ihrer schlimmen Depression nicht selber was antut...
Ich würde mein Leben mit niemandem tauschen...
...aber wenn sie käme die Fee mit den 3 Wünschen...
...über den Dritten Wunsch müsste ich sicher nachdenken...
...es wäre schon geil in den tollsten Klamotten die es (für das viele Geld , das ich mir natürlich auch gewünscht habe:baeh2: :-D ) in Größe 38 zu kaufen gibt das perfekte Leben zu leben:cool3: :baeh2: :girl:
Jamona_dea
05.03.2007, 09:44
Hallo,
neben meinem Lipödem (beide Beine stark betroffen), genetisch bedingt, und meiner Schilddrüsen-Unterfunktion habe ich keine weiteren Probleme.
Ich habe meine Gewichtsschwankungen (und die täglich anderen Maße meiner Beine) mittlerweile akzeptiert und lebe damit und das Thema "Diät" ist für mich nur noch ein Thema am Rande.
Ich gehöre zu den Leuten, die 20 Kilo abgenommen haben und dann aber wieder 40 Kilo drauf hatten.
Und ich gebe es nach jahrelanger Ignoranz endlich zu (und stehe zu mir selbst):
Ja, ich bin Binge Eater!
Ja, ich habe eine Ess-Störung!
Und ja, ich weiss, dass ich was tun muss!
Und mit " was tun " ist KEINE Diät zur Gewichtsabnahme gemeint, sondern mein Essverhalten ändern. Ich hungere mich immer runter bis dann der Heisshunger kommt und was dann kommt, dass könnt ihr Euch sicherlich denken. Dann wird zuviel gegessen und das Falsche!
Ein Teufelskreis!
Ich hatte als Kind Untergewicht und war bis zum Ende der Pubertät schlank, wurde als 55 cm großes Baby mit einem Gewicht von 2500 Gramm geboren.
Ab dem 17. Lebensjahr fing es mit den hormonellen Schwankungen an, dass Lipödem manifestierte sich und die Schilddrüsen-UF gesellte sich dazu und das Gewicht ging nach oben, egal ob ich kontrolliert gegessen habe oder mal wieder auf einer Diät war und viel Sport gemacht habe.
(ich war lange im Schwimmverein, ich werde wenn ich Sport mache eher breiter (muskolöser) anstatt das ich abnehme).
Meine schlanke Mutter hatte wenig Selbstbewusstsein und wollte sich über eine "tolle Tochter" aufwerten. Meine Mutter sagte mir mehrmals, wie enttäuscht sie doch von mir war, da sie es sich "so gewünscht hätte", wenn ihre Tochter "Eis-Prinzessin" geworden wäre oder mal "Mode vorgeführt hätte", andere Mädchen sind ja auch "so toll"...aber ihre...dafür müsste sie sich schämen.
Sie hat es null interessiert, dass ich das Lipödem, also die genetisch bedingte Fettverteilstörung, in den Genen hatte. Und zwar von ihrer Mutter.
Sie hat mich beschimpft, vor anderen Leuten verhöhnt und wollte mich auch zu Diäten erpressen a la "Wenn Du jetzt nicht mal endlich abnimmst fährst Du dieses Jahr nicht mit in den Urlaub" etc.
Dann hatte ich etwa 15 Jahre eine Achterbahnfahrt mit Diät-Marathon mit Sport, Gewicht rauf, Gewicht runter und seit 4 Jahren ist damit Schluß!
Schliesslich besteht das Leben aus mehr als Gewicht!
Meine Meinung ist, dass die Kunst nicht darin liegt, zu oder ab zu nehmen, sondern sein Wohlfühlgewicht zu halten.
Ich habe Tage, da fühle ich mich wohl, und Tage, da fühle ich mich nicht wohl. Das ist normal!
So geht es sicherlich 99% aller Frauen auf unserem Planeten, egal ob dick oder dünn.
Mein Lebensmotto ist: " I am what I am and what I am needs no excuses", Ich bin so wie ich bin und werde auch immer so sein; Einfach nur ICH, egal, welche Zahl auf der Waage steht.
http://www.ichbinwieichbin.de/images/smiles/icon_wink.gif http://www.ichbinwieichbin.de/images/smiles/icon_lol.gif http://www.ichbinwieichbin.de/images/smiles/icon_razz.gif
Wer das nicht verstehen will und nicht akzeptieren kann, der soll auch aus meinem Leben fortbleiben.
Wer mich "mollig" nicht mag, der mag mich schlank auch nicht.
Wer sich selbst nicht akzeptiert, der wird auch von anderen Menschen nicht akzeptiert, egal ob Jemand 50 Kilo wiegt oder 200 Kilo.
Man kan aus allem ein Problem machen oder einfach nur sein Leben leben, ich habe mich für das Zweite entschieden.
Natürlich ist nicht immer alles rosa-wolkig und zuckerwattig, aber ich bin der Meinung, dass man sich seine Probleme selber macht.
Auch Glück ist nicht definierbar, es ist ein Moment, der dann einfach da ist, man muss ihn fühlen können, den Moment geniessen.
Wer jedoch mit sich selber nicht im Reinen ist, egal ob dick oder dünn, "perfekt" oder "unperfekt", der wird diesen Moment nie erfahren.
Gut fühlen und glücklich sein entscheidet nicht das Gewicht, sondern die Lebensumstände, in denen man sich befindet.
Und diese kann man meistens selber ändern. Ist man nicht glücklich in der Partnerschaft, so liegt es an einem Selbst das zu ändern, ist man nicht glücklich allein, dann liegt es an einem es zu ändern.
Ist man unzufrieden im Job, mit der Wohnung, mit dem Ort wo man lebt etc., all das liegt an einem Selbst; ändern oder nicht.
Liebe Grüße
Jamona_Dea
Hallo Ihr Lieben,
lustigerweise traf sich diese Fragestellung mit einer meiner Tochter, 32, schlank, mit ständig aktivem WW-Programm in der Tasche.
Sie stellte mir die Frage wozu denn -heute- eigentlich meine Fettschichten dienen.
Mich gab es auch seit meinem 10 Lebensjahr auch immer nur in dick.
In Zeiten meines Lebens dienten sie mir als Abstandshalter, als Schutzschicht, als Platzhalter, als Test, ob ich als Person oder als Frau gemeint war. Und lange Zeiten meines Lebens waren sie eigentlich gar nicht wichtig. Mein Selbstbewußtsein war immer gut, ich vertrete das Motto, wer mich nicht mag hat eben keinen Geschmack. Ich bin nie wirklich böse behandelt worden ausser von einigen doofen Weisskitteln, die versucht haben, mich auf mein Gewicht zu reduzieren. Das hab ich nach Kräften ignoriert.
In meinem Job war ich immer erfolgreich, hab mich durchgesetzt und sicherlich auch dazu gelegentlich den Schwung meiner Kilos gebraucht.
Zwischenzeitlich - ich bin nun 50 - ist meine Gesundheit total desolat, es wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, ich habe langjähriges Rheuma, mein Imunsystem ist total zusammengebrochen, ausserhalb des Hauses benötige ich einen Rollstuhl. Mein Zuckerwerte sind erhöht... usw. Also bin ich nun seit langer Zeit das erste Mal wieder an einem Punkt, an dem ich mich wirklich mit Alternativen beschäftigen muss und die Kilos bekommen einen Stellenwert, den sie schon lange nicht mehr hatten. Das verwirrt mich ziemlich.
Das trifft es ziemlich gut, ich bin verwirrt und muss einen neuen Weg gehen, damit ich wieder gehen kann.. hmm..
Liebe Grüße
northstar
MissMoppel
09.05.2007, 18:28
Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, manchmal gut, manchmal depressiv...
Gelegentlich denke ich schon ich bin etwas schizo, weil ich manchmal gut mit mir selbst zurecht komme, dann bringen mich aber blöde Bemerkungen total aus dem Gleichgewicht und ich will mich nur verstecken, nicht mehr unter die Leute gehen...
Bayernmadl
09.05.2007, 20:18
Auch ich war als Kind dünn und als Teenager auch.Für mich war das damals auch nicht besonders schön,da ich oft dafür gehänselt wurde.Mich wollten sie auch damals zur Kur schicken,damit ich ein bischen Fleisch auf die Rippen bekomme.Bloss habe ich da nicht mitgemacht.Meine Mam hat immer gesagt,dir geht der Kern schon noch auf,und so war es auch.Mit jeder meiner 3 Schwangerschaften habe ich unwahrscheinlich zugenommen,obwohl ich normal gegessen habe und Schwangerschaftsgymnastik gemacht habe.Ich weiss nicht warum das so war.Das hat sich von jeder Schwangerschaft gesteigert.Bei der letzten war ich 6 Wochen am Stück im Krankenhaus,da ich in der 29.Woche eine Blasensprung hatte,und ich dann nicht mehr aufstehen durtfte.Aber meine Freunde und Verwandten kennen mich jetzt schon lange mit diesem Gewicht,und es hat mich noch keiner blöd angemacht.Im Gegenteil ich mach mich sogar ab und zu mal über mich selber lustig.Aber ich hab auch dann Zeiten wo ich vor dem Spiegel stehe und denke mir bist du das noch.Weil ich eben weiss,wie das ist wenn man schlank ist und ich mir dann oft denke,wie schön wäre es,einfach mal einkaufen zu gehen und nicht auf die Grössen zu achten.Aber dann denke ich mir wieder,du bist gesund was willst du mehr.Dann kommt aber auch die Zeit wieder wo ich mit mir zufrieden bin.Und eines steht fest,ich will mich nicht mehr mit Diäten kasteien sondern Lebensqualität geniessen.Das bedeutet aber jetzt nicht,das ich alles in mich reinschauffle,ich ernähre mich schon gesund,aber wenn halt dann Festivitäten anstehen lass ich mir es auch schmecken.
In diesem Sinne grüsse ich euch alle recht lieb.
Gela ;)
ich habe das gefühl, daß sich mein leben in der meisten zeit um mein gewicht gedreht hat. ich war als kind mollig. nicht fett! viele leute die mich auf fotos von früher sehen, sagen heute: warum bist du gehänselt worden? du warst ja nun wirklich nicht dick. tja, leider sahen das mitschüler usw. anders. ich habe viele böse erinnerungen an meine schulzeit. welches problem sich allerdings durch mein leben zieht, ist, daß ich immer wenn ich traurig, verletzt, wütend, depressiv usw. bin, dann muss ich essen. ist also natürlich ein teufelskreis. ich werde geärgert, ich esse und werde dicker. ich werde noch mehr gehänselt, ich esse nochmehr. ich habe viel zeit in meinem zimmer verbracht. mit einem buch und natürlich was zu essen.
als ich dann mit 16 meinen festen freund hatte, ging es ne zeitlang ganz gut. dann wurde ich schwanger. natürlich habe ich viel zugenommen in der schwangerschaft. so früh mutter zu werden war nicht wirklich gut für mich. viel gewicht aus der schwangerschaft übrigbehalten und die beziehung war ganz schlecht. ich war unglücklich und was musste ich tun? essen natürlich. nach der trennung habe ich dann meinen mann kennengelernt. ich nahm fast 30 kilo ab und fühlte mich wohl dabei.
dann wurde ich wieder schwanger. überraschend. ich habe mich sehr gefreut über das kind. meine große war inzwischen 7. ich nahm wieder viel zu und behielt auch ne menge davon nach. egal. ich war glücklich. mein mann liebte mich. meine töchter liebten mich. ich hatte inzwischen sogar viel selbstbewusstsein. als kind und jugendliche bin ich immer mit gesenktem kopf durch die gegend gelaufen. motto war, ich sehe niemanden an, dann sieht mich vielleicht niemand. und es verletzt mich keiner. hat natürlich nicht funktioniert. wie gesagt mit selbstbewusstsein und großer klappe kam ich in gut durch die welt.
das funktionierte bis etwa 1995 relativ gut. leider begann dann meine persönliche hölle. meine inzwischen 11 jährige grosse tochter ist völlig aus der bahn gelaufen. sie ist seit ihrem 12 lebensjahr heroinabhängig. dieser ganze umstand war natürlich mit viel kampf und schmerz verbunden. was ich natürlich gemacht habe in den ganzen jahren ist mich mit essen getröstet. und das sieht man mir natürlich auch an. jede möglichkeit, die ich gesehen habe, um mein gewicht zu reduzieren ist fehlgeschlagen. warum??? ich weiß nicht genau.
inzwischen denke ich, es ist natürlich mein altes leid, es geht mir nicht gut, also esse ich. als erweiterung meines falschen verhaltens kommt jetzt wohl noch hinzu, daß ich zwar denke das ich wirklich mit allen mitteln jahrelang gekämpft habe um mein kind. ich kann wirklich behaupten, immer mein bestes gegeben zu haben, aber irgendwo bleibt ein gefühl, versagt zu haben und ich denke mal, dass ich mich inzwischen auch bestrafe. ich weiß nicht wie es hier ankommt sowas zu sagen, aber ich würde schon gern weniger wiegen, zumal ich inzwischen merke, daß das übergewicht negativ für meine gesundheit ist. aber ich schaffe es einfach nicht.
so, nun hoffe ich mal ich bin hier nicht im falschen thema und ich habe, hoffe ich nicht, jemanden zu sehr zugetextet!!!
lieben gruß
ellen
Hm, nun ich liege seit der Pubertät im Clinch mit meinem Körper. Die Pubertät bescherte mir eine explosionsartige Zunahme, ich war schlagartig derart auseinandergegangen, dass meine Brüste nur so von Schwangerschaftsstreifen übersäht waren. Ich schämte mich und so eine kräftige Oberweite wollte ich überhaupt nicht haben. Ich hab dann gehungert bis ich 58 kg hatte und mit Hungern hab ich jahrelang jeden Ansatz von Zunahme bekämpft. Von Jojo-Effekt war noch genauso wenig bekannt wie über die Tatsache, dass der Körper bei Hunger den Energieumsatz drosselt.
Inzwischen hab ich jeglichen Mut verloren, mein Gewicht so weit zu reduzieren, dass ich mich wohl fühle, ich werfe mir auch vor, zu wenig Ausdauer und zu wenig "Biß" zu haben. Bin aber auch noch ganz neu im Forum und hoffe, dass mich Eure Beiträge "aufbauen".
Liebe Grüße
Via
moppelich
19.08.2007, 14:07
also ich war als kind das was man eine bohnenstange nannte, relativ groß und viel zu leicht habe mit 5 jahren 12 kg gewogen, bin dann im laufe der pupertät immer dicker geworden lag wohl auch an den methoden meiner erzieherinnen,
als ich mit 14 jahren 38 kg gewogen habe , aber nur 132cm goß war (wegen meiner behinderung sind meine beine ein wenig zu kurz), haben sie angefangen mich auf 800 kcal pro tag zu setzen, angeblich nur um mir gutes zu tun, na ja das gegenteil war der fall, ich habe jede gelegenheit genutzt wenn abends die erzieher weg waren, oder am wochenende bei meinen eltern mein defizit aufzufüllen, leider dann in vollem maße und mit einer sehr großen ernergie, d.h. dann gab es am we nicht 1 oder 2 brötchen morgens nein auch 4 und 5 mit nutela und allem was lekker ist, ich nahm dann innerhalb eines jahres von 39 kg auf 76 kg zu, das wiederrum war meinem ästhetischen vater zu viel, also mußte ich dann nicht nur im internat diäten, sondern auch zuhause, also heimliche hamsterkäufe vom taschengeld und wahre freßorgien abends im bett, mit 15 jahren habe ich mich dann erste mal richtig verleibt am telefon, war einer aus der bravo (1983), mit dem habe ich dann bestimmt 10 wochen jeden tag telefoniert und ihm weder was von meinem dicksein noch von meiner behinderung erzählt sondern ihm damals ein foto aus der "schlanken zeit" geschickt (noch per post), na ja er meinte dann er hätte sich auch verliebt, und wollte mich unbedingt treffen, ich aber hatte panik, da ich ja immer noch bei einer größe von 148cm (bin gewachsen) 65 kg hatte, (gott sei dank kam er aus barden würtenberg und ich aus nrw) also hielt ich ihn noch 4 monate hin, na ja nun etwas abkürzen als ich ihn dann sah hatte ich noch 49 kg, war ihm aber oh wunder zu kein und mit meiner behinderung kam er auch nicht klar.
ich habe danach weiter abgenommen, aber diesmal aus kummer und habe dann mit 17 meine 2. große liebe kennengelernt mit 53 kg, der sagte mir dann auch nach 3 jahren beziehung und 61 kg "wenn du so weiter machst bist du unästhetisch, und ich fasse dich nicht mehr an" also wieder runtergehungert bis 41 kg, trotzdem ging er , weil ich zu unselbständig wäre
(echte frauen hätten sich das nicht gefallen lassen), ich wäre ja noch ein kind und keine ernst zunehmende frau, eigentlich ging es imme so weiter, habe dann geheiratet, habe mich scheiden lassen, wieder geheiratet und wieder scheidung und nun bin ich immer noch ca. 146-148cm und 67 kg schwer und habe einen 8 fast 9 jahre jüngeren mann (lebenspartner) und er liebt mich ob mit 57 kg wie er mich kennengelernt hat oder so wie jetzt, nur ich werde mich niemals lieben so wie ich bin, weil wie bin ich????????? wer bin ich??????????????????????????? ? sorry zu lang!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!
wäre gerne dünn, perfekt, groß, wohpropotioniert, gesund, kinderreich, blitzgescheit, (nicht wirklich) wäre gerne einfach nur ich
danke fürs lesen:)
Hallo
auch ich kenne beide Seiten,vor meiner Ehe war ich Schlank 59 kilo.
Dann ging es nach jeder Schwangerschaft bergauf,mal wieder runter aber mehr rauf.
Seit Jahren bin ich mehr wie dick und ich fühle mich wohl.
Lg Ela
Regenfee
04.09.2007, 15:16
ich fühle mich vor allem REDUZIERT. es gibt nur wenige menschen, die in einem mehr sehen als "das fette ding". ich fühle mich gehemmt etwas zu unternehmen. zum beispiel würde ich gerne auf ein konzert gehen, aber ich traue mich nicht. zum arzt bin ich seit über zwei jahren nicht mehr gegangen, an allem ist ja angeblich das gewicht schuld, selbst wenn das völlig absurd ist. einmal wollte mich die ärztin schon wieder fortschicken, sie redete nur über's abnehmen und ich kam nicht zu wort. später mußte ich dann ins krankenhaus, da ich irgendeinen virus hatte. zudem bin ich einsam. dick geowrden bin ich aufgrund meiner eßstörung, die unter anderem auch daher rührt, daß ich nie weggehen durfte und immer zu hause eingesperrt war. ich habe nur oberflächliche kontakte, aber keine freunde, von beziehung ganz zu schweigen, somit bin ich auch sehr einsam.
ich traue mich auch nicht bei jemandem mit im auto zu fahren, aus angst zu schwer für das auto zu sein.
körperlich fühle ich mich gar nicht so schlecht und habe es schon manchmal erlebt fitter zu sein als jemand, der vielleicht auch dick ist, aber nicht so extrem wie ich. ich denke, ob übergewicht und in welchem maße schädlich ist hängt auch von den gründen ab, die einen dazu gebracht haben sich in einer burg aus fett zu verstecken. bewegungsmangel und die bei übergewichtigen häufigen mängel an essentiellen vitaminen, mineralstoffen etc resultierend aus einer fehlernährung machen sicher kränker als das gewicht selbst. aber warum man dick geworden ist und was man schon alles dagegen getan hat interessiert ja niemanden. man gilt als faul und undiszipliniert, häufig auch als dumm.
was mich körperlich allerdings stört ist mein dicker hängender bauch und mein sehr großer busen. die sind mir einfach im weg.
Ich fühle mich als Mensch, zwar Dick aber immer noch als vollwertiger Mensch. Mich stört das ich nicht Diabetis gerecht essen kann, leider vertrage ich kaum Süßstoffe ( schon mal drüber geschrieben) ich möchte auch beim nächsten Wiegen Diabetisprogramm, nicht zugenommen haben. Mein Bauch stört ja aber ich sehe auch das dünne Menschen nicht glücklicher , fitter und begeisterungsfähiger sind als ich.
Ich bin also gut so wie ich bin, muss aber an der Diabetis arbeiten, die Schilddrüse und Nebenschilddrüse habe ich ja in den letzten 2 Jahren in den Griff bekommen.
caro0106
04.09.2007, 18:29
Hm....schwere Frage.
Ich fühle mich mal himmel hoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt.
Ich war ein schlankes Kind und eine ziemlich proppere Jugendliche. Schon damals wurde mir gesagt, das dass nicht schön sei. Meine Mutter setzte mich auf Diät. Tomatensuppe mit Reis über Wochen. Klar...ich hab abgenommen, aber auch alles wieder drauf gehabt.
Als ich mit 21 Jahren geheiratet habe, hatte ich 120 kg. Mein Mann liebte mich. Meine Eltern schämten sich mehr oder weniger. Ich habe trotzdem in einem wunderschönen weißen Kleid geheiratet und es war mir egal, was die Anderen gesagt haben.
Ich hab diätet...mir allen möglichen Formula Diäten und Tabletten, mit der Brigitte Diät, der Brötchen Diät und was weiß ich nicht noch alles. Ach ja, im Krankenhaus auf Null Diät war ich auch...und hab kein Gramm abgenommen.
Im Laufe der Zeit habe ich mich auf 180 kg gebracht. Nein, ich habe keine Essstörung...es ist einfach nur so...wie erklär ich das jetzt??? Ich denke, ich esse ganz normal. Ich esse nicht übermäßig viel, nicht übermäßig fett und auch nicht übermäßig süß. Ich sag immer, würde ich eine Woche lang das essen, was mein 11 Jähriger Sohn zu sich nimmt, ich würde platzen. Das Gleiche gilt für meinen Mann. Er kann essen ohne Ende und hat schon seit Jahrzehnten immer das gleiche Gewicht. Neid. Ich brauche nur ne Rafel SChoki angucken und schon .....na, das kennt ihr bestimmt.
Nun denn...mit LF habe ich mich wieder runtergebracht auf 90 kg. Aber, es hat mich auf Deutsch gesagt angekotzt, immer nur Puten und Hähnchenfleisch zu essen, kein Eis mehr zu essen, mich Obst und Gemüse (obwohl ich das sehr gerne esse) vollzustopfen und so nahm ich im Laufe der Zeit wieder zu. Was ich jetzt wiege? Ich habe keine Ahnung. Ich schätze mal so um die 130 kg...aber ich weiß es nicht. Ich besitze keine Waage mehr...und es kommt auch keine mehr ins Haus.
Nun, dank diesem Forum und seiner Leute und Schreiber, habe ich gelernt mit mir zu leben. Mit mir, so wie ich bin, zu leben. Ich kann mich im Spiegel angucken, ich kann lachen und fröhlich sein. Ich habe Selbstbewußtsein und mein Lebensmotto ist I am what I am. Entweder man nimmt mich so wie ich bin, oder man läßt es. Ich bin nun mal ich und ich werde mich für nichts und niemanden ändern.
Ach ja, das mit LF habe ich hauptsächlich gemacht, weil ich enorme Probleme mit dem Rücken hatte. Meine Bandscheibe wollte nicht so wie ich wollte und leider hatte ich auch im rechten Bein Lähmungserscheinungen.
Okay....es wurde durch die Abnahme besser...ja, es ging sogar ganz weg. Jetzt wo ich wieder mehr auf den Rippen habe, ist es aber auch weg. Ab und an zwickt mich der Ischiasnerv...aber ansonsten bin ich pumperl gesund. Ich habe keine Diabetes, keinen Bluthochdruck, das Cholesterin ist ok und alles andere auch. Mein Arzt ist sehr zufrieden mit mir und hat nur gesagt, ich solle aufpassen, das es nicht mehr wird. Ansonsten sagt er nichts über mein Gewicht. Ich hab ihn noch nicht all zu lange und das erste was er von mir zuhören bekam, als wir uns kennenlernten war, das ich etwas gegen Ärzte habe, die mit Dicken nicht umgehen können und jede Krankheit aufs dicksein schieben....er war überrascht, fing an zu lachen und fragte mich, ob er wie jemand aussehen würde, der andere Leute diskreminiert....nein, so sah er wahrlich nicht aus. *lächel* Er ist selber pummelig und einfach klasse.
Ui, ist das lang geworden.
Fazit: Es gibt Tage...da fühle ich mich leicht und beschwingt und könnte die ganze Welt umarmen (himmelhochjauchzend)...aber es gibt auch Tage, da kann ich mich selber nicht leiden und dann möchte ich mich am Liebsten verkriechen.(zutodebetrübt)
Alles in allem, komme ich aber mit mir und meinem Gewicht gut zurecht.
dicke Mama
05.09.2007, 10:08
Ich fühle mich mal himmel hoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt.
Genau so fühle ich mich auch. Caros Lebensgeschichte könnte fast meine eigene sein.
Mein Gewicht liegt jetzt so um die 155kg. Am meisten stört mich mein Bauch. Und das ich immer unbeweglicher werde. Ich war bis vor ein paar Jahren immer sportlich, war sogar im Fitness-Studio. Aber eben nicht alleine, ich hatte viele Freunde und Bekannte. Seit ich umgezogen bin habe ich nie wieder richtige Freunde finden können, bis auf ein paar Bekannte meines Mannes, die ab und zu mal vorbeikommen, habe ich keinen mit dem ich mich mal Austauschen kann und auch mal was unternehmen könnte. Deshalb, so denke ich, hab ich auch in den letzten Jahren 30kg zugenommen.
Was ich aber immer so schlimm finde, dass ich mir mit meinem Gewicht immer überlegen muss, passe ich in diesen Stuhl oder hält er mein Gewicht, reicht beim Autofahren der Gurt, was denken die Leute, wenn ich schwimmen geh oder wenn ich in der Öffentlichkeit etwas esse. An manchen Tagen habe ich eine richtige Menschenscheu, traue mich dann nicht raus.
Ich habe es in diesem Sommer geschafft und war mit meiner Familie an einem Baggersee schwimmen und es war herrlich, mir haben all die Anderen um uns herum nichts mehr ausgemacht. Aber im nahegelegenen Freibad bringe ich es nicht über mich ins Wasser zu gehn, ich bin trotzdem mit meinem Mann und dem Kleinen hingegangen und hab dann auf einer Bank gesessen und mir kamen doch tatsächlich die Tränen. Ich hätte mich selbst ohrfeigen können, dass mich meine Gefühle so übermannt haben, aber zum Glück trug ich ne Sonnenbrille und hatte mich auch schnell wieder im Griff.
Ich fühle mich oft wie behindert , nicht so sehr weil die Gesellschaft mich behindert, sondern ich tu es selbst und bin mir dessen auch bewußt. Heute z.B. sagte mir meinem Mutter, dass sie gern mal wieder bummeln gehn würde so mit Eisessen und so. ich dachte nur bummeln und shoppen ja, aber Eis essen gehn und dann waren die Fragen wieder da, die Stühle usw., und so geht das immer wieder.
Ich arbeite hart an mir, aber ich habe noch einen langen Weg vor mir, mich so zu akzeptieren, wie ich nun mal bin.
LG Katrin
desdemona75
05.09.2007, 20:39
Ich musste ziemlich lange überlegen bis ich die Frage 'Wir fühlt Ihr euch' beantworten konnte.
Das Hauptgefühl ist *Eingeschränkt zu sein* und *Unattraktiv*.
Im Momment wiege ich um die 155 kg.
Das erste bezieht sich auch auf Sachen wie 'passe ich in diesen Stuhl', 'passt der Gurt in diesem Auto', 'kann ich diese Strecke wirklich laufen oder mache ich schlapp'.
Das mit dem Schlapp machen, habe ich durch Training im Fitniss studio ein bisschen in den Griff bekommen. Ich bin wesentlich beweglicher geworden. Vorher konnte ich nur maximal 300 m laufen dann war Schluss.
Das die Leute kucken stört mich meistens eher weniger, bzw ich nehme das oft gar nicht mehr war. Leute kucken doch immer, beim einkaufen, beim Eis essen, beim schoppen, ob im Badeanzug, normal angezogen oder nackt im Studio unter der Dusche. Dieser Gedanke hilft mir sehr oft.
Aber wenn ich z.B alleine ins Kino gehe (also im grunde bei allem was man eher zu zweit macht), dann kommen oft Überlegungen was andere dann wohl über mich denken. *Ha, hat die keinen abgekriegt, kein Wunder wie Fett die ist.* Ich denke das hat aber eher was damit zu tun das ich mich sehr einsam fühle und ich sehr gerne einen festen Partner hätte. In dem zuge kommt dann auch das Gefühl mit dem Unattraktiv sein.
Ich fühle mich mal himmel hoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt.
Den Satz kann ich auch nur unterschreiben. Teilweise überfallen mich heftige Stimmungsschwankungen und Kleinigkeiten können mich runterreißen und in Tränen ausbrechen, das kommt bei mir auch sehr oft vor. Manchmal das reinste Gefühlschaos.
Regenfee
16.09.2007, 19:39
das mit dem "keinen abgekriegt" geht mir genauso. allein auf hochzeiten, oder woanders wenn alle mit ihrem partner da sind. es ist auch so, daß viele meinen, es hätte noch nie jemanden in meinem leben gegeben, was ich auch sehr verletzend finde.
@desdemona: ich komme auch aus oldenburg :)
Hallooo...
ja ..wie fühle ich mich?
Ich beginne mal mit den positiven Seiten, (die ich meistens garnicht sehe).
Ich habe Zeiten, in denen ich mich annehme wie ich bin,.... mit dem Übergewicht, mit meinem massigen Körper,(der mir überall im Wege ist), mit allem was zu dem Dicksein gehört, mit meinen Unzulänglichkeiten, mit meinem Nicht- Perfekt sein,
....aber es gibt auch Zeiten in denen ich es ignoriert habe, es einfach nicht sehen wollte (obwohl ich mich täglich damit spürte)...ich habe es ignoriert.
Manchmal lebte und lebe ich noch, nach dem Motto, ...ich tue so, als wenn ich schlank bin, (denn ich will nicht mehr warten mit dem leben, bis ich 65 kg wiege)...ich möchte einfach nur "leben".....!
Es fällt mir schwer, so zu tun, als ob....aber es tut meiner Seele gut.
Dann gibt es viele Zeiten, indem ich mich nicht leiden konnte,mich gehasst habe, (hat mich aber auch nicht weiter gebracht) in der ich gelitten habe ohne Ende, in der in mit meinen Gefühlen nicht umgehen konnte,und mich dann "weggegessen" habe....einfach "weggebeamt" hatte.
Wenn ich gerade so überlege, habe ich diese Zeiten oft mit mir selbst abgemacht....so habe ich mich selbst immer mehr ins Abseits geschossen, obwohl ich ich es bewusst so nicht wollte.
Ich mochte nur mit ganz wenig "vertrauten Personen" darüber reden....eigentlich auch nur mit Personen, die es selbst auch kannten...so ist es heute noch.
Heute merke ich dass die betrübten Tage,im Gegensatz zu früher, nicht mehr so lange dauern...
Ich habe dazu noch interessantes gelesen, (weiss aber gerade nicht mehr die Quelle),das depressive Phasen auch immer etwas mit den Vitalstoffen zu tun haben, die wir täglich zu uns nehmen sollten, die ich in ausreichender Menge bestimmt nicht zu mir genommen ....
das ist mein Ziel , da noch mehr hinzuschauen, und daran zu arbeiten, dass ich durch ausreichende Vitalstoffe, diese negativen Phasen, nicht mehr so häufig erleben muß....
gabriele
13.02.2008, 23:19
na ja wie ich mich fühle? ich kann jetzt gar nicht so viel dazu sagen. Im Moment fühle ich mich blendend. Also wirklich gut. Seit 2 Tagen ohne Essstörung, ich kann es selbst nicht glauben. Ich meine, körperlich habe ich sowieso schon lange keine Beschwerden mehr. Nur, meine Esstörung belastet mich immer. Daß ich die Kontrolle über die Menge des Essens immer verloren habe und ich immer wie im Trance war, und dann hinter her das schlechte Gewissen. Ich weiß nicht ob ich es schaffe, deswegen möchte ich noch nicht zu viel sagen. 2 Tage sind noch zu wenig um mich selbst einzuschätzen. Aber insgesamt gesehen, geht es mir sehr gut. Es wäre wirklich genial, wenn das so bleiben würde.
Ihr Lieben,
mich würde interessieren, welche Gefühle Ihr persönlich mit Eurem Dicksein verbindet.
- rund
- knuffig
- weich
So fühle ich mich ;)
Mein Dicksein gehört zu mir - das bin ich. Ich möchte zwar noch etwas Gewicht verlieren, aber doch nicht so viel, dass ich schlank werde. Kaum zu glauben wir einen schlanken Menschen, aber ich möchte wirklich nicht so werden!
Eine Freundin von mir hat schätzungsweise Kleidergrösse 38. Sie will noch abnehmen - HALLO!!! Da fehlt mir wirklich was, um das zu verstehen. Für mich geht da einfach ein Teil Weiblichkeit verloren und zu der gehören für mich ein paar Kilos. So viel wie ich muss nicht sein, aber für mich sind die Models keine schönen Frauen.
hallo gabriele,
Seit 2 Tagen ohne Essstörung, ich kann es selbst nicht glauben. ..... 2 Tage sind noch zu wenig um mich selbst einzuschätzen. Aber insgesamt gesehen, geht es mir sehr gut. Es wäre wirklich genial, wenn das so bleiben würde.
freu dich über deinen Erfolg! :applaus:Du hast es 2 Tage geschafft und fühlst dich dabei wohl - lass dich einfach selbst von dir überraschen; bekanntlich beginnt ein Weg mit den ersten Schritten und du hast die ersten Schritte schon mal geschafft. Ich wünsche dir Kraft für die weiteren Schritte und Verständnis für dich selbst, wenn es mal nicht so wunschgemäß läuft - viel Glück - bleibt am Ball!
Liebe Grüße
Julchen
Seit 2 Tagen ohne Essstörung Irgendwas stört mich an dieser Formulierung. Als ob man seine Essstörung tageweise an- und ausschalten kann. Seit zwei Tagen ohne Essanfall - das ja. Aber die Essstörung kommt und geht doch nicht einfach so.
Kirstin
@ Kirstin
Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich glaube, Gabriele meint genaus das, hat es nur mißverständich ausgedrückt.
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"Wie fühlt Ihr Euch?"
Mein letztes State zu diesem Thema liegt fast ein Jahr zurück.
Wie die Zeit vergeht!
Ja, und in der Zeit hat sich doch einiges getan.
Ich hatte Zeit, mich ein bisschen mit der SD-Erkrankung zu arrangieren. Ich falle nicht mehr so ganz aus allen Wolken, wegen mancher Schwankung. Habe durch Berichte hier erkannt, dass sie innerhalb des Bereiches "normal" sind. Das hilft und das verzeichne ich als positive Entwicklung.
Leider habe ich aber auch die anfänglichen Hoffnungen, mit Einnahme des richtigen Medikamentes, verabschieden sich auch Kilos von mir, mehr oder weniger begraben. Das kann man sowohl positiv, als auch negativ sehen. Positiv daran ist, dass ich keine unrealistischen Hoffnungen mehr habe, negativ ist, dass ich diese Hoffnung begraben musste.
Ebenfalls positiv ist, dass sich mein Körper ein bisschen besser mit dem Gewicht arrangiert hat. Ich agiere jetzt mehr innerhalb dieser Möglichkeiten, als gegen sie an. So gehe ich jetzt seit einigen Wochen einmal i.d. Woche walken. Nicht auf dem Level welches noch vor gar nicht so langer Zeit für mich normal gewesen wäre, sondern auf dem, welches mein Körper kann und mag. Ist 'ne enorme Umstellung, mir selber zuzugestehen, dass ich die Bäume von früher nicht merh ausreißen kann.:-o Aber für mich gibt es nur resignieren, weil ich nicht mehr so kann wie früher, oder so agieren, wie ich jetzt kann und das ausschöpfen. Also tu ich das. Was bleibt mir sonst übrig?
Was mich negativ beeinflusst, sind all die Hetzberichte, all der Nonsens, der über dicke Menschen geschrieben wird. Das tangiert mich sehr! Habe das Gefühl dagegen an kämpfen zu müssen, aber gleichzeitig das Gefühl, dass mir jemand die Hände auf den Rücken gebunden hat. Oder anders ausgedrückt, ich komme mir vor wie David der gegen Goliat kämpfen soll, nur dass ich keine Steinschleuder mit Zauberkräften habe. (Ich glaube, so geht es vielen von uns.) Die Medien haben eine solche Macht! Und sie mißbrauchen sie! Damit komme ich schwer klar und in diesem Punkt geht es mit überhaupt nicht gut.
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