Jadekobold
12.07.2005, 15:30
Hallo Ihr Lieben,
Eigentlich steh ich ja unter Stress ohne Ende, aber mir geht seit Wochen ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf und nun möchte ich mich gerne darüber austauschen. Das hier wird sehr sehr lang werden….aber es geht nicht kürzer., sorry. :-o
Ein paar Leute haben hier und da bei woanders schon mal was von mir gelesen und wissen dass ich PCOS habe.
Aber von Anfang an:
Ich habe mich Mitte Mai, nach vier sehr anstrengenden Ehejahren von meinem Mann getrennt. :applaus: Dieser Entschluss stand für mich schon früher fest, aber die Umstände haben eine frühere Trennung nicht zugelassen. Für mich war die Beziehung schon im Januar endgültig durch gewesen.
Ich habe meinen Mann 1994 mit 18 Jahren kennen gelernt. Für mich war es damals Liebe auf den ersten Blick. Er war lebenslustig, frisch, mitreissend..eigentlich alles was mein Ex nicht war. Dieses „Verliebtsein“ was ich hatte war sehr sehr stark. Wir zogen relativ schnell zusammen und frönten dem was wir „Dolce Vita“ nannten, sprich: Wir waren schwer aktiv in der TechnoSzene :girl: und mehr auf Droge als klar im Kopf. 1996 hörte ich mit den Drogen auf und als er nicht mitzog und ich nicht mehr klar kam mit seinem weiteren Konsum, trennte ich mich von ihm. Schweren Herzens, weil die Gefühle immer noch da waren, aber es ging nicht anders. Mein fester Entschluss mein Leben und mich wieder in den Griff zu bekommen, wurde durch den Entzug sehr ins wanken gebracht. Ich war monatelang in einer Klinik, es ging mir schlecht….er sah seine Chance und ergriff sie. Unter der Vorraussetzung dass er nie mehr was nimmt, kamen wir wieder zusammen. Was folgte waren 3 Jahre mit mehr Tiefen als Höhen. Seine jugendlich frische Art entpuppte sich im Endeffekt als „Kind sein und Kind bleiben wollen“. Er kümmerte sich um mehr oder weniger nichts. Trotzdem blieb ich mit ihm zusammen.
Im Dezember 1999, nach einem schönen Urlaub, habe ich ihn geheiratet. Fragt mich nicht warum. Ich liebte ihn, war aber nicht glücklich. Er konnte aber, wenn er wollte, eine Art entwickeln die mich wirklich faszinierte.
Bis im Dezember 1999, sprich bis zur Hochzeit, war ich schlank und gesund. Schon bei den Hochzeitsvorbereitungen ist mir aufgefallen das meine Haut schlechter wurde und mein Frauenarzt fand Zysten an meinen Eierstöcken. Konnte Niemand was mit anfangen….wurde weitgehend ignoriert. Nach meiner Hochzeit ( die ich mit Gr. 38 machte ), nahm ich in 9 Monaten 35 Kilo zu. Ich konnte es nicht aufhalten, egal was ich versuchte. Meine Ehe wurde dadurch nicht unbedingt schöner. Er hat mir viel an den Kopf geschmissen und mich oft gekrängt. Mehr als derb…das sind aber alles schon Sachen die ich bei woanders geschrieben habe.
Ich blieb bei ihm. Wir hatten große Geldprobleme um die eigentlich ich mich immer nur kümmerte. Er kam damit nicht klar, war komplett hilflos. Wollte ich seine Hilfe und bat ihn darum….lies er mich regelmässig im Regen stehen. Immer wieder. Ich weiß nicht wie oft ich ihn gebeten habe sich einen anderen Job zu suchen, seine Eltern um Hilfe und Rat zu fragen…..es kam nix. Garnichts.
4 Jahre lang, machte er zusätzlich zu seinem Job 3mal die Woche Schule. 4 Jahre blieb alles an mir hängen. Haushalt, Arbeit ( und ich hab geschuftet wie ein Pferd..irgendwo musste das Geld ja herkommen), die Gläubiger, die Banken…einfach alles. Jedes Problem wurde von mir in Angriff genommen und gelöst. 4 Jahre tröstete ich mich mit dem Gedanken dass er die Schule für uns macht, um einen besseres Job zu bekommen, um uns eine Familie zu ermöglichen. Was kam dabei raus? Seit über einem Jahr ist er fertig und hat nicht eine Bewerbung geschrieben. Nichts. Ich meine, ich habe in 4 Jahren mein Gehalt verdoppelt!!! Ich habe außer arbeiten und Sorgen fast nichts mehr gekannt und er? Warum hat er die Schule gemacht? Aus Spaß?
Das gab, nebst den Beleidigungen für mich den Knacks….und ich wollte raus. Und konnte nicht wg. kein Geld. :(
Während er noch schulisch aktiv war, wurde 2003 meine Krankheit endlich diagnostiziert. Das Kind hatte einen Namen. PCOS incl. Insulinresistenz. Es kam keine Entschuldigung nichts. Es kam auch kein o. wenig Verständnis für meine Hormonschübe….lasst Euch mal hormonell einstellen, wenn euer Testosteronspiegel sogar mit Pille noch 4mal so hoch wie bei Normalfrau ist. Das macht Spaß….da hat man viele Gedanken an Sex. Aber immer. Also, kam das Problem auch noch dazu. Danke dafür. Du willst nicht mehr….. ich hörte das immer wieder und immer wieder.
Letztes Jahr habe ich, nach ewigen Hoffen, endlich aufgegeben. Er sucht sich keinen besseren Job….ich hab Privatinsolvenz eingereicht. Und von einem Moment auf den anderen war ich frei. Von der Exsistenzangst, meinem Zwang mich nicht bewegen zu können.
Trotzdem plante ich noch einen Neuanfang mit ihm :eek: (bescheuert..ich weiß) und versuchte im Dezember/Januar trotz PCOS schwanger zu werden. Hab Clomifen genommen…Zyklus stimmte, alles war okay….nur die Libido war komplett weg. Wir hätten an diesem Abend miteinander schlafen müssen……aber ich konnte nicht. Was tat er? Erst schmiss er mich aus dem Schlafzimmer, 2 Min. später kam er hinter mir her, sagte: Du hast mir das für heut Abend versprochen! und los ging’s. Ohne mein Einverständnis.
Danach war Schicht im Schacht. Ich konnte nicht mehr…wollte nicht mehr. Es war einfach durch.
Und soll ich Euch was sagen? Nachdem ich 4 Jahre lang alle Diäten gemacht habe, gehungert habe. Teilweise sogar gekotzt (sorry) um wieder schlank zu werden, verliere ich seit dem es für mich durch ist, immer mehr Gewicht.
Es geht einfach…etwas zögerlich in den Monaten von Februar bis Mai, aber seitdem die Wohnung gekündigt ist, meine Zukunft klar vor mir steht….nehm ich genauso schnell ab, wie ich nach der Hochzeit zugenommen habe.
Ich meine, ich spreche von 19(!) Kilo seit Anfang Februar bis jetzt, ohne Hungern, ohne Diät. Meine Haut erholt sich, mein PCOS wird stetig besser….alles scheint in einer Art Umkehrschub zu sein.
Ich habe seit Ende November 2004 habe ich einen wunderbaren Mann in meinem Leben und mittlerweile auch an meiner Seite. Am Anfang war ich ihm gegenüber sehr misstrauisch…wir waren Freunde. Es hat sich gewandelt, trotzdem sind wir es langsam angegangen. Mittlerweile liebe ich ihn sehr und bin sehr glücklich. Wir wollen zusammen leben. Ich habe meinen Job und meine Wohnung, meine Ehe…… alles hinter mir gelassen und werde am Samstag nach Bonn ziehen. Mein Leben ist wundervoll im Moment. Stressig, aber sehr sehr schön.
Trotzdem habe ich die Frage im Kopf: Wurde ich dick und breit weil ich ein Mann sein musste um diese Ehe mitzumachen? Um das alles auszuhalten? PCOS ist für mich nichts anderes als „ein Mann zu werden“. Das breite Kreuz, der Testosteronspiegel, das Einbüßen der Fruchtbarkeit…einfach alles. Hat meine Seele mir soviel Signale gegeben die ich ignoriert habe, bis mein Körper total ausgeflippt ist? Gibt’s das?
LG der Kobold
Eigentlich steh ich ja unter Stress ohne Ende, aber mir geht seit Wochen ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf und nun möchte ich mich gerne darüber austauschen. Das hier wird sehr sehr lang werden….aber es geht nicht kürzer., sorry. :-o
Ein paar Leute haben hier und da bei woanders schon mal was von mir gelesen und wissen dass ich PCOS habe.
Aber von Anfang an:
Ich habe mich Mitte Mai, nach vier sehr anstrengenden Ehejahren von meinem Mann getrennt. :applaus: Dieser Entschluss stand für mich schon früher fest, aber die Umstände haben eine frühere Trennung nicht zugelassen. Für mich war die Beziehung schon im Januar endgültig durch gewesen.
Ich habe meinen Mann 1994 mit 18 Jahren kennen gelernt. Für mich war es damals Liebe auf den ersten Blick. Er war lebenslustig, frisch, mitreissend..eigentlich alles was mein Ex nicht war. Dieses „Verliebtsein“ was ich hatte war sehr sehr stark. Wir zogen relativ schnell zusammen und frönten dem was wir „Dolce Vita“ nannten, sprich: Wir waren schwer aktiv in der TechnoSzene :girl: und mehr auf Droge als klar im Kopf. 1996 hörte ich mit den Drogen auf und als er nicht mitzog und ich nicht mehr klar kam mit seinem weiteren Konsum, trennte ich mich von ihm. Schweren Herzens, weil die Gefühle immer noch da waren, aber es ging nicht anders. Mein fester Entschluss mein Leben und mich wieder in den Griff zu bekommen, wurde durch den Entzug sehr ins wanken gebracht. Ich war monatelang in einer Klinik, es ging mir schlecht….er sah seine Chance und ergriff sie. Unter der Vorraussetzung dass er nie mehr was nimmt, kamen wir wieder zusammen. Was folgte waren 3 Jahre mit mehr Tiefen als Höhen. Seine jugendlich frische Art entpuppte sich im Endeffekt als „Kind sein und Kind bleiben wollen“. Er kümmerte sich um mehr oder weniger nichts. Trotzdem blieb ich mit ihm zusammen.
Im Dezember 1999, nach einem schönen Urlaub, habe ich ihn geheiratet. Fragt mich nicht warum. Ich liebte ihn, war aber nicht glücklich. Er konnte aber, wenn er wollte, eine Art entwickeln die mich wirklich faszinierte.
Bis im Dezember 1999, sprich bis zur Hochzeit, war ich schlank und gesund. Schon bei den Hochzeitsvorbereitungen ist mir aufgefallen das meine Haut schlechter wurde und mein Frauenarzt fand Zysten an meinen Eierstöcken. Konnte Niemand was mit anfangen….wurde weitgehend ignoriert. Nach meiner Hochzeit ( die ich mit Gr. 38 machte ), nahm ich in 9 Monaten 35 Kilo zu. Ich konnte es nicht aufhalten, egal was ich versuchte. Meine Ehe wurde dadurch nicht unbedingt schöner. Er hat mir viel an den Kopf geschmissen und mich oft gekrängt. Mehr als derb…das sind aber alles schon Sachen die ich bei woanders geschrieben habe.
Ich blieb bei ihm. Wir hatten große Geldprobleme um die eigentlich ich mich immer nur kümmerte. Er kam damit nicht klar, war komplett hilflos. Wollte ich seine Hilfe und bat ihn darum….lies er mich regelmässig im Regen stehen. Immer wieder. Ich weiß nicht wie oft ich ihn gebeten habe sich einen anderen Job zu suchen, seine Eltern um Hilfe und Rat zu fragen…..es kam nix. Garnichts.
4 Jahre lang, machte er zusätzlich zu seinem Job 3mal die Woche Schule. 4 Jahre blieb alles an mir hängen. Haushalt, Arbeit ( und ich hab geschuftet wie ein Pferd..irgendwo musste das Geld ja herkommen), die Gläubiger, die Banken…einfach alles. Jedes Problem wurde von mir in Angriff genommen und gelöst. 4 Jahre tröstete ich mich mit dem Gedanken dass er die Schule für uns macht, um einen besseres Job zu bekommen, um uns eine Familie zu ermöglichen. Was kam dabei raus? Seit über einem Jahr ist er fertig und hat nicht eine Bewerbung geschrieben. Nichts. Ich meine, ich habe in 4 Jahren mein Gehalt verdoppelt!!! Ich habe außer arbeiten und Sorgen fast nichts mehr gekannt und er? Warum hat er die Schule gemacht? Aus Spaß?
Das gab, nebst den Beleidigungen für mich den Knacks….und ich wollte raus. Und konnte nicht wg. kein Geld. :(
Während er noch schulisch aktiv war, wurde 2003 meine Krankheit endlich diagnostiziert. Das Kind hatte einen Namen. PCOS incl. Insulinresistenz. Es kam keine Entschuldigung nichts. Es kam auch kein o. wenig Verständnis für meine Hormonschübe….lasst Euch mal hormonell einstellen, wenn euer Testosteronspiegel sogar mit Pille noch 4mal so hoch wie bei Normalfrau ist. Das macht Spaß….da hat man viele Gedanken an Sex. Aber immer. Also, kam das Problem auch noch dazu. Danke dafür. Du willst nicht mehr….. ich hörte das immer wieder und immer wieder.
Letztes Jahr habe ich, nach ewigen Hoffen, endlich aufgegeben. Er sucht sich keinen besseren Job….ich hab Privatinsolvenz eingereicht. Und von einem Moment auf den anderen war ich frei. Von der Exsistenzangst, meinem Zwang mich nicht bewegen zu können.
Trotzdem plante ich noch einen Neuanfang mit ihm :eek: (bescheuert..ich weiß) und versuchte im Dezember/Januar trotz PCOS schwanger zu werden. Hab Clomifen genommen…Zyklus stimmte, alles war okay….nur die Libido war komplett weg. Wir hätten an diesem Abend miteinander schlafen müssen……aber ich konnte nicht. Was tat er? Erst schmiss er mich aus dem Schlafzimmer, 2 Min. später kam er hinter mir her, sagte: Du hast mir das für heut Abend versprochen! und los ging’s. Ohne mein Einverständnis.
Danach war Schicht im Schacht. Ich konnte nicht mehr…wollte nicht mehr. Es war einfach durch.
Und soll ich Euch was sagen? Nachdem ich 4 Jahre lang alle Diäten gemacht habe, gehungert habe. Teilweise sogar gekotzt (sorry) um wieder schlank zu werden, verliere ich seit dem es für mich durch ist, immer mehr Gewicht.
Es geht einfach…etwas zögerlich in den Monaten von Februar bis Mai, aber seitdem die Wohnung gekündigt ist, meine Zukunft klar vor mir steht….nehm ich genauso schnell ab, wie ich nach der Hochzeit zugenommen habe.
Ich meine, ich spreche von 19(!) Kilo seit Anfang Februar bis jetzt, ohne Hungern, ohne Diät. Meine Haut erholt sich, mein PCOS wird stetig besser….alles scheint in einer Art Umkehrschub zu sein.
Ich habe seit Ende November 2004 habe ich einen wunderbaren Mann in meinem Leben und mittlerweile auch an meiner Seite. Am Anfang war ich ihm gegenüber sehr misstrauisch…wir waren Freunde. Es hat sich gewandelt, trotzdem sind wir es langsam angegangen. Mittlerweile liebe ich ihn sehr und bin sehr glücklich. Wir wollen zusammen leben. Ich habe meinen Job und meine Wohnung, meine Ehe…… alles hinter mir gelassen und werde am Samstag nach Bonn ziehen. Mein Leben ist wundervoll im Moment. Stressig, aber sehr sehr schön.
Trotzdem habe ich die Frage im Kopf: Wurde ich dick und breit weil ich ein Mann sein musste um diese Ehe mitzumachen? Um das alles auszuhalten? PCOS ist für mich nichts anderes als „ein Mann zu werden“. Das breite Kreuz, der Testosteronspiegel, das Einbüßen der Fruchtbarkeit…einfach alles. Hat meine Seele mir soviel Signale gegeben die ich ignoriert habe, bis mein Körper total ausgeflippt ist? Gibt’s das?
LG der Kobold