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Solitude
09.07.2005, 23:06
Schaue zur Zeit FOCUS-TV Spezial:
"Deutschland ganz dick - wie Übergewicht zur Volkskrankheit wird" (wird So. 10.07. / 10.40 Uhr wiederholt).

kampfzwerg
09.07.2005, 23:12
Schwupps, da stelle ich die Glotze gleich mal an...



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Moment, die Beiträge sind aber nicht neu oder aber da ist Neues mit Altem vermischt! Ich kenne den augenblicklichen Beitrag bereits.

caramba_owl
09.07.2005, 23:31
Schaue zur Zeit FOCUS-TV Spezial:
"Deutschland ganz dick - wie Übergewicht zur Volkskrankheit wird" (wird So. 10.07. / 10.40 Uhr wiederholt).

Erstaunlich, ich hab zwar nebenbei telefoniert,die Sendung läuft auch noch, aber mir ist aufgefallen, daß als Ursache für das Übergewicht unter anderem ein defektes Gen (Rezeptor fürs Hungergefühl) und Stoffwechselerkrankungen genannt worden sind.

Ein reines Abstempeln á la disziplinlos, verfressen, fand nicht statt.

:applaus:

Solitude
10.07.2005, 00:17
Ein echt guter Bericht mit vielen Dingen, die ich noch nicht wußte (Gentests mit Ermitteln von Risikofaktoren und Hinweis welche Nahrungsmittel für jeden Einzelnen günstig sind) und auch sehr krtischem Hinterfragen von schwachsinnigen Diäten à la Atkins (inkl. der dahinterstehenden Industrie...).
Bisher nur gute Noten...sehenswert (wird heute vormittag wiederholt um 10.40 Uhr):applaus:

Nachtrag:
Es war wirklich alles dabei...auch die Magenband-OP's aber auch hier durchaus kritisch, dass eben der Körper operiert wird aber eben nicht die dahinterliegenden Mechanismen beseitigt werden.
Insgesamt fand ich es sehr informativ...obwohl mich jetzt gerade zum Schluss detaillierter interessiert hätte wie das mit dem "Viel Essen und den Kohlehydraten" nun genau ist.

Jesse
10.07.2005, 10:43
In vielen Dingen, die schon genannt wurden, hob der Bericht sich positiv von anderen ab.

Was ich wiedermal nicht ok fand, war der Bericht über eine Reha für Kinder.
Der Chef sagt zu einem Jugendlichen, der zum zweiten Mal hilfesuchend in der Klinik erscheint (hatte erst abgenommen, dann wieder zugenommen): "Du hast doch in die Kamera versprochen, dass du nicht mehr soviel isst!" Sinngemäß ging es definitiv wieder um die Disziplin-Frage. Auch bei den Interviews mit den Jugendlichen konnte man, so finde ich, deutlich heraushören: Schlank ist super! Abnehmen ist das wichtigste! Dick ist undiszipliniert und schlecht!
Das spiegelt sich auch darin wieder, dass die Klinik Jugendliche nach Hause schickt, die ihr Abnehm-Soll pro Woche nicht erfüllen.

Natürlich haben es Kinder und Jugendliche doppelt schwer, mit einem dicken Körper umzugehen. Ich finde es aber wichtig, dass sie lernen, Strategien zu entwickeln, mit ihrem dicken Körper in der Gesellschaft gesund (seelisch und körperlich!) zu leben.
So eine Reha ist wirklich ein abgeschotteter Raum, falls sich da die eine oder andere Essstörung hinter dem Gewicht verbirgt, bin ich sicher, dass man sie während dieser Zeit ganz gut im Griff haben kann - aber danach?
Und dann mit der Botschaft im Kopf: Nur schlank ist gut - "fett" ist schlecht ??!!

Jesse

P.S. Wahnsinn, wie oft in dem Bericht das Wort fett gefallen ist - dick scheint es gar nicht mehr zu geben.

caramba_owl
10.07.2005, 10:52
P.S. Wahnsinn, wie oft in dem Bericht das Wort fett gefallen ist - dick scheint
es gar nicht mehr zu geben.

Nun ja, der gezeigte Klaus Töller wog (as far as I remember) 260 - 280 kg. Das ist nicht dick, das ist fett.

Oder etwa nicht?:girl:

kampfzwerg
10.07.2005, 11:08
Es mag ja an der Sommersonnensauregurkenzeitung sentenzeit liegen, aber mindestens 1/3 der Berichte sind älter und kamen schon in anderen Sendungen von FOCUS TV vor. U.a. der Beitrag mit der amerikanischen Mutter und deren Tochter, die ihr Abendbrot beim Schnellimbiß holen und wo die Tochter wegen Atemproblemen ein Sauerstoffgerät hat. Das gab es schon einmal ausführlicher.
Das Anmotzen des Jungen, der nach der Kur wieder zugenommen hatte, fand ich eine Frechheit. Sowas von fehlendem Einfühlungsvermögen. Mensch, es muss für den schlimm genug gewesen sein, wieder in das Programm zu rutschen und mit dem Mißerfolg zu leben. Da ist der Spruch seitens der Klinikleitung reichlich kontraproduktiv. *haarerauf*

Immerhin widmen die dem Thema Übergewicht 2 Stunden und es wird nicht von vorne bis hinten propagiert, man müsse unbedingt extrem abnehmen.
Kritisieren kann man solche Beträge immer, ich glaube, dass Betroffene ein Magazin wie Focus TV zum "eigenen" Thema sowieso viel kritischer sehen als andere. Wenn man über einen Themenbereich gut informiert ist, sieht man die verbreiteten Fakten und Halbwahrheiten nun mal anders als der normalgestrickte Bürger, der nun mal bei der Sache auch unterhalten werden möchte.


- - - - -
Kleiner Nachtrag zu etwas, was mir gestern schon auffiel: Warum schneiden die als Hintergrundmusik immer den dramatischen Glockenschlag aus Nick Caves "Red Right Hand" rein? Hat das irgendwas mit dem "Wem die Stunde schlägt" zu tun??? *kopfkratz*

Jesse
10.07.2005, 11:37
Nun ja, der gezeigte Klaus Töller wog (as far as I remember) 260 - 280 kg. Das ist nicht dick, das ist fett.

Hmmm... Sorry, vielleicht bin ich da etwas sonderbar, aber wenn mich eins schon immer gestört hat, dann diese Kategorien:

üppig - korpulent - dick - fett - usw.

Des weiteren bin ich der Meinung, dass in Deutschland "fett" einen eindeutig negativen Beigeschmack hat und fast immer abwertend gebraucht wird, währen dick oder sehr dick einfach eine einigermassen neutrale Bezeichnung wie groß oder sehr groß darstellt. :meinung:

Jesse

Dralle Deern
10.07.2005, 11:42
P.S. Wahnsinn, wie oft in dem Bericht das Wort fett gefallen ist - dick scheint es gar nicht mehr zu geben.
Nun ja, der gezeigte Klaus Töller wog (as far as I remember) 260 - 280 kg. Das ist nicht dick, das ist fett.

Oder etwa nicht?:girl: Nun ja, aber auch hier ist es eine Frage der Höflichkeit. Dieser Mann hatte den Mumm, sich so wie er ist einem Millionenpublikum zu zeigen und wird dafür als Dankeschön von den Berichterstattern mehrfach "der Koloss" genannt. Hätte man in einem Bericht über Magersüchtige die abgemagerten Leute als 'dürre Klappergestelle' oder 'Hungerhaken' tituliert, hätten sich alle aufgeregt. Nur einen dicken Menschen darf man 'fett' und 'Koloss' nennen? Gleiches Recht für alle. Wenn Dicke nun öffentlich mit unfeinen Worten belegt werden dürfen, dann alle anderen Personen auch. Oder eben niemand.
:meinung:

caramba_owl
10.07.2005, 11:44
Hmmm... Sorry, vielleicht bin ich da etwas sonderbar, aber wenn mich eins schon immer gestört hat, dann diese Kategorien:

üppig - korpulent - dick - fett - usw.

Des weiteren bin ich der Meinung, dass in Deutschland "fett" einen eindeutig negativen Beigeschmack hat und fast immer abwertend gebraucht wird, währen dick oder sehr dick einfach eine einigermassen neutrale Bezeichnung wie groß oder sehr groß darstellt. :meinung:

Jesse

Mich stören nicht die Begriffe, sondern die Verachtung hinter den Begriffen.
In der deutschen Sprache ist es "dick" und "fett". Die Amis haben ja schon Begriffe wie "horizontal herausgefordert" erfunden. Das mag vorübergehend den Leidensdruck mindern. Nach kurzer Zeit wird auch das zum Schimpfwort.

Wie gesagt, ich denke, nicht die Worte, sondern die Haltung ist das Problem.

Gruß
Klaus

Jesse
10.07.2005, 12:31
Wie gesagt, ich denke, nicht die Worte, sondern die Haltung ist das Problem.

Natürlich ist die Haltung das Problem, aber wie soll man damit umgehen?
Wenn ich als "fett" tituliert werde, geschieht das in 99% der Fälle in einer Art, die ich als diskriminierend bezeichnen würde. Menschen, die mir wohlgesonnen sind, vermeiden dieses Wort und verstricken sich dann oftmals in die unglaublichsten Formulierungen :-D , bis ich sie mit dem Wort "dick" befreie.
Es gibt sicher einige wenige, die das Wort fett im Sinne von dick benutzen - aber kann das jeder Adressat oder jeder Zuhörer differenzieren? Ich glaube nicht.
Und ich ganz persönlich möchte auch einfach nicht mit einem Wort umschrieben werden, das fast immer nur als Schimpfwort dient.

LG
Jesse

Kimmie
10.07.2005, 13:00
Insgesamt fand ich den Themenabend durchaus sehenswert und interessant.

Gut gefallen hat mir, dass auch die genetische Disposition für Übergewicht diskutiert und dabei zwischen Stoffwechselstörungen und einer anlagebedingten "guten Futterverwertung" differenziert wurde (nebenbei: wenn tatsächlich allein 2 % aller stark Übergewichtigen *eine* einzige angeborene Störung haben, zeigt schon das, dass Stoffwechselprobleme wohl kaum bei 99 % aller Dicken eine "Ausrede" sein können).

Absolut negativ fiel mir dagegen die Dickenverachtung auf, die sich wie ein roter Faden durch alle Berichte zog und sowohl bei den Äußerungen der meisten Mediziner (wenn ich nur an das Interview während der Magen-OP denke) wie auch bei den journalistischen Kommentaren deutlich wurde.

Außerdem wurde ein meiner Meinung nach essentieller Aspekt mal wieder nicht genügend berücksichtigt: Dicke hat es immer gegeben. Ein moderates "Übergewicht" ist keine behandlungsbedürfige Krankheit, sondern wie etwa die Körpergröße eine "normale" körperliche Eigenschaft. Die meisten "Übergewichtigen" in der westlichen Welt sind nicht krankhaft dick, sie haben nur nicht das willkührlich festgelegte und viel zu eng gefasste "Normalgewicht". Mehr Gelassenheit und Toleranz an diesem Punkt könnte mehr gegen wirklich extremes Übergewicht tun als jede Ernährungsberatung.

Übrigens: hat jemand von Euch hier im Forum Erfahrungen mit dem Atemtest, durch den ja angeblich der Grundumsatz genau festgestellt werden kann?


Viele Grüße,

Kimmie

Martina
10.07.2005, 13:25
Die Autorin hatte mich auch angerufen, da sie auf der Suche nach einem extrem Übergewichtigen war, dessen Leben sie portraitieren wollte. Da ich eine Gelegenheit sah, der breiten Masse unsere Sichtweise der Dinge zu erklären, habe ich mich angeboten.

Obwohl ich von dem Gespräch mit der Dame sehr angetan war, sagt der Grund für die Ablehnung meiner Person eigentlich alles: Ich führe ein zu bürgerliches, normales Leben. DAS wollen sie nicht zeigen, DAS will niemand sehen!

Sprich: Im Grunde wird das Bild des bewegungs- und arbeitsunfähigen Dicken, der die Volkswirtschaft belastet, belastet, belastet und zu ihr keinen Beitrag leistet, künstlich erzeugt und am Leben erhalten.

Nachdem ich jetzt gesehen habe, was gezeigt werden SOLLTE, bin ich gerade mal wieder megazornig. Es kotzt mich einfach an, wie wir Menschen, die wir unser Leben mit Übergewicht meistern, einfach ignoriert werden oder wie uns, wenn man uns nicht ignorieren kann, einfach die Fähigkeit zu einer realistischen Sichtweise auf unser Leben abgesprochen wird.

Mir fehlt im Moment einfach die Lust und der Mumm zu einer großen Kampagne in der Öffentlichkeit. Aber heute ist mir mal wieder klar geworden, wie dringend nötig die wäre.

Himbeertoni hat sich ein einer Tour darüber aufgeregt, dass dieser Klaus T. nicht allein die Rampe von dem Wagen hochgelaufen ist und erst im Wagen auf das Bett gestiegen ist, zumal er ja offensichtlich einen Motorroller besteigen und fahren kann. Ich fand es so eindeutig, dass es nur darum ging, dieses Spezialauto vorzuführen und deshalb war dieses alberne, völlig überflüssige Affentheater nötig.

Auch habe ich mich über Angela d.M. aufgeregt. Sie hat sich in der letzten Talkshow, die ich mit meiner Anwesenheit beglückt habe, so dermaßen in den Vordergrund gespielt, dass ich die lange Reise nach Berlin quasi umsonst gemacht habe, weil für mich als letzten Gast kaum noch Zeit war und ich meine Message gar nicht mehr richtig anbringen konnte. Aber auch das passt wieder zum oben Geschriebenen: Niemand interessiert sich für diese Message.

Ich vermute mal, dass alles, was wir so in den Medien lesen, hören und sehen vorwiegend Propaganda ist. Zu vielen Themen kann ich es nicht beurteilen. Aber was das Thema "Übergewicht" betrifft, ist es definitiv so, und zwar ganz bewusst und absichtlich, wenn ein Bericht über eine Dicke, die ein bürgerliches Leben führt, schlicht abgelehnt wird, weshalb es mir ganz allgemein wöchentlich schwerer fällt, auch nur ein Prozent dessen, was über die Medien vermittelt wird, ernst zu nehmen.

Martina

Kimmie
10.07.2005, 18:56
Liebe Martina,

Ich vermute mal, dass alles, was wir so in den Medien lesen, hören und sehen vorwiegend Propaganda ist. Zu vielen Themen kann ich es nicht beurteilen. Aber was das Thema "Übergewicht" betrifft, ist es definitiv so, und zwar ganz bewusst und absichtlich, wenn ein Bericht über eine Dicke, die ein bürgerliches Leben führt, schlicht abgelehnt wird, weshalb es mir ganz allgemein wöchentlich schwerer fällt, auch nur ein Prozent dessen, was über die Medien vermittelt wird, ernst zu nehmen.

Du bringst es mal wieder auf den Punkt.:) Genau das Gefühl habe ich auch, seit ich mich verstärkt mit der Thematik "Übergewicht" befasst habe. Wenn es in diesem Bereich, den ich inzwischen einigermaßen beurteilen kann, nur so von modernen Legenden und Halbwahrheiten wimmelt, sehe ich leider keinen Grund, warum das bei anderen Themen nicht der Fall sein sollte. Zumal mir beispielsweise die Berichterstattung über Arbeitslose, Hartz IV und den "Reformstau" ähnlich oberflächlich und polemisch erscheint ...

Viele Grüße,

Kimmie

dolphinchen7
10.07.2005, 20:14
Interessante Hintergrundinfos Martina, danke.
Mit dem Wissen sieht man solche Sendungen ganz anders. Klar, man will ja auch Zuschauer haben und die bekommt man, wenn man Sensationen und Attraktionen bietet.........:cool3:

Ich habe gestern abend nur zufällig dazugeschaltet und hatte bis eben auch nicht gewußt das es heute morgen wiederholt wurde.
Mir fiel nämlich auf das in den Teilen die ich gesehen habe die psychologischen Ursachen gar nicht zur Sprache kamen. Wurde das irgenwo erwähnt oder ging dieser völlig Aspekt unter ??:cool2:


:confused: Ulla:confused:

Solitude
12.07.2005, 00:58
Sprich: Im Grunde wird das Bild des bewegungs- und arbeitsunfähigen Dicken, der die Volkswirtschaft belastet, belastet, belastet und zu ihr keinen Beitrag leistet, künstlich erzeugt und am Leben erhalten.

Himbeertoni hat sich ein einer Tour darüber aufgeregt, dass dieser Klaus T. nicht allein die Rampe von dem Wagen hochgelaufen ist und erst im Wagen auf das Bett gestiegen ist, zumal er ja offensichtlich einen Motorroller besteigen und fahren kann. Ich fand es so eindeutig, dass es nur darum ging, dieses Spezialauto vorzuführen und deshalb war dieses alberne, völlig überflüssige Affentheater nötig.


Dass in dem Bericht nicht propagiert wurde: Hey…Dick sein ist toll…am besten fangt ihr gleich damit an…das finde ich absolut o.k. – denn so ist es ja auch nicht.

Ist es legitim, wenn massivstes Übergewicht als nicht wünschenswert in so einem Bericht thematisiert wird (siehe der Frührentner im Krankentransport) oder ist es erstrebenswert, wenn übergewichtigen Kindern vor Augen geführt wird, dass es sich auch mit 200 kg und mehr noch gut leben lässt und sie ruhig weiter in diese Richtung gehen sollen?

Ist es in einem Bericht über Alkoholiker angezeigt diejenigen zu zeigen, die zwar an der Flasche hängen aber ihr Leben noch soweit im Griff haben, dass sie berufstätig sind und eben nur nach Feierabend trinken oder Quartalssäufer sind oder ist es im Hinblick auf die Jugendlichen, die das sehen nicht besser zu zeigen, dass Alkoholismus eine verheerende Krankheit ist? Von mir aus dann eben auch mit abschreckenden Beispielen.

Solitude
12.07.2005, 01:11
Bin ich eine angepasste Dicke, weil ich nicht leugne, dass starkes Übergewicht krank machen kann oder nur realistisch?

Ich meine, es ist natürlich nicht in Ordnung, wenn ein Arzt nur einen Blick auf meinen 120kg-Astralkörper wirft und sagt „sie haben das und das, weil sie zu dick sind“ ohne mich weiter zu untersuchen. Aber wenn er mir sagt, dass dies oder das sich schneller abnutzt, weil ich eben zuviel mit mir rumschleppe, dann hat er doch Recht. Warum soll ich dann sauer sein, wenn er mir die Wahrheit sagt.

Bin ich unkritisch, weil ich den Focus-Bericht nicht einseitig fand, sondern fand, dass schon viele Ursachen für Dicksein thematisiert wurden und eben nicht nur von disziplinlos und voll gefressen gesprochen wurde?

Selbst in der von euch kritisierten Klinik für Jugendliche wurde doch durchaus ganz klar auch von genetischer Disposition gesprochen und von dahinter liegenden psychischen Problemen, die bearbeitet werden müssten. Und dass bei entsprechender Disposition trotzdem das Ziel erreicht werden kann…dann allerdings nur mit entsprechendem Wollen. Das weiß eigentlich auch jeder von uns. Selbst wenn ich meine Esssucht überwinde wird es mich Anstrengung kosten alte Gewohnheiten abzulegen. Und in der Gruppe weit weg vom Alltag funktioniert das natürlich leichter als später alleine zu Hause.


Ich bin esssüchtig und bin zwar knapp 1,80m groß aber mit 120 kg deutlich übergewichtig. Ich möchte das gerne ändern und hoffe, dass ich meine Esssucht (die ich zum Überleben gebraucht habe) irgendwann nicht mehr brauche, damit ich ein beweglicheres, gesünderes Leben habe.


Ich gebe zu, dass ich noch nie einen blöden Spruch bekommen habe wegen des Übergewichtes.

Klar haben auch bei mir schon Leute im Schwimmbad oder am Strand mal blöd geguckt, manchmal lacht einer auf einer Party und ich frage mich ob das an mir liegt, bzw. daran, dass ich die einzige Dicke dort bin. Aber so direkt ins Gesicht bin ich damit noch nie konfrontiert worden…traut sich wohl keiner.


Also zusammengefasst möchte ich schon, dass ich auch als Dicke akzeptiert werde, in dem Sinne, dass ich nicht diskriminiert werden möchte. Ich erwarte aber von niemandem, dass er meinen Körper schön findet…oder mir sagt, ich würde auch mit 250 kg 100 Jahre alt.


Was mir auffällt ist, dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird:
Jemand „mager“ zu nennen ist o.k., jemand „fett“ nicht.
Also für mich sind Kategorien (wenn es denn schon „Schubladen“ sein sollen…) wie mollig, dick, sehr dick, fett und sehr fett genauso in Ordnung wie schlank, dünn, sehr dünn, mager und sehr mager.


Außerdem finde ich es irgendwie so angestrengt bemüht, dauernd zu behaupten, Übergewicht sei nicht der Grund für bestimmte Krankheitsformen.
Natürlich können auch Schlanke Arthrose und Bluthochdruck und Diabetes bekommen. Das größere Risiko tragen aber nun mal stark Übergewichtige.

Genauso wie niemand ernsthaft bestreitet, dass dauernde Diäten mit anschließendem Jojo den Körper erheblich mehr belasten als starkes Übergewicht. Trotzdem ist auch klar, dass massives Übergewicht die Lebenserwartung – nach heutigem Erkenntnisstand – verkürzt.

Natürlich ist das tragisch, wenn man aufgrund einer Essstörung trotz dieses Wissens nichts dagegen tun kann.

Genauso tragisch wie ein Bekannter meiner Eltern, der trotz Raucherbein und Amputation bis zu seinem Tod weiter geraucht hat, weil er nicht aufhören konnte.

Na_Ich
12.07.2005, 08:29
Bin ich eine angepasste Dicke, weil ich nicht leugne, dass starkes Übergewicht krank machen kann oder nur realistisch?

Irgendwie hebt sich für mich dieses "kann" sehr stark heraus. Es ist realistisch, dass es krank machen KANN, aber es ist nicht realistisch zu sagen, dass es krank machen MUSS. ;)

Ich meine, es ist natürlich nicht in Ordnung, wenn ein Arzt nur einen Blick auf meinen 120kg-Astralkörper wirft und sagt „sie haben das und das, weil sie zu dick sind“ ohne mich weiter zu untersuchen. Aber wenn er mir sagt, dass dies oder das sich schneller abnutzt, weil ich eben zuviel mit mir rumschleppe, dann hat er doch Recht. Warum soll ich dann sauer sein, wenn er mir die Wahrheit sagt.

Soweit ich weiß, bestreitet es niemand, dass bei mehr Gewicht Gelenke, Bänder und Sehnen stärker belastet werden. Soweit ich weiß, kann man jedoch mit gezieltem Training derartigen Erscheinungen entgegenwirken. Und soweit ich weiß unterliegen auch Asphaltjogger, Bauarbeiter usw. der gleichen Erscheinung ;)

Bin ich unkritisch, weil ich den Focus-Bericht nicht einseitig fand, sondern fand, dass schon viele Ursachen für Dicksein thematisiert wurden und eben nicht nur von disziplinlos und voll gefressen gesprochen wurde?

Ich habe den Bericht nicht gesehen, aber aus den vorherigen Postings habe ich für mich herausgelesen, dass die Berichterstattung an sich in Ordnung gefunden wurde, allerdings einige einen gewissen Unterton gehört haben, der ihnen nicht gefallen hat. Ich wüsste nicht, was daran schlimm ist.

Selbst in der von euch kritisierten Klinik für Jugendliche wurde doch durchaus ganz klar auch von genetischer Disposition gesprochen und von dahinter liegenden psychischen Problemen, die bearbeitet werden müssten. Und dass bei entsprechender Disposition trotzdem das Ziel erreicht werden kann…dann allerdings nur mit entsprechendem Wollen. Das weiß eigentlich auch jeder von uns. Selbst wenn ich meine Esssucht überwinde wird es mich Anstrengung kosten alte Gewohnheiten abzulegen. Und in der Gruppe weit weg vom Alltag funktioniert das natürlich leichter als später alleine zu Hause.

Du pauschalisierst hier total. Es ist ein Unterschied, ob ich eine Veranlagung zum Dicksein habe und deswegen mit 2200 Kalorien am Tag 100 Kilo auf die Waage bringe, während jemand, der diese Veranlagung nicht hat, mit 2200 Kalorien am Tag 60 Kilo wiegt. Was soll also jemand tun, der bei gesunder Ernährung und Bewegung nicht abnimmt? Darauf hätte ich sehr gern eine Antwort.

Hat denn jemand mit dieser Veranlagung nicht auch das Recht auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung?


Ich bin esssüchtig und bin zwar knapp 1,80m groß aber mit 120 kg deutlich übergewichtig. Ich möchte das gerne ändern und hoffe, dass ich meine Esssucht (die ich zum Überleben gebraucht habe) irgendwann nicht mehr brauche, damit ich ein beweglicheres, gesünderes Leben habe.

Ich verstehe nicht, wieso Dich Deine Essucht davon abhält, ein beweglicheres Leben zu führen?


Ich erwarte aber von niemandem, dass er meinen Körper schön findet…oder mir sagt, ich würde auch mit 250 kg 100 Jahre alt.

Tut hier soweit ich weiß, auch niemand oder? *fragendumguck*

Außerdem finde ich es irgendwie so angestrengt bemüht, dauernd zu behaupten, Übergewicht sei nicht der Grund für bestimmte Krankheitsformen.
Natürlich können auch Schlanke Arthrose und Bluthochdruck und Diabetes bekommen. Das größere Risiko tragen aber nun mal stark Übergewichtige.

Hier widerspreche ich. Abgesehen vom Erbfaktor kann auch hier vielen Dingen durch gesunde Ernährung und Bewegung vorgebeugt werden. Jemand, der sich von BurgerKing und McDonalds täglich ernährt, hat m.E. ein hohes Risiko für frühe Arteriosklerose. Dabei ist es völlig unerheblich ob dieser jemand schlank oder dick ist. Auch hier gilt, ein schlechter Futterverwerter kann wahrscheinlich täglich FastFood essen ohne dick zu sein.

Genauso wie niemand ernsthaft bestreitet, dass dauernde Diäten mit anschließendem Jojo den Körper erheblich mehr belasten als starkes Übergewicht. Trotzdem ist auch klar, dass massives Übergewicht die Lebenserwartung – nach heutigem Erkenntnisstand – verkürzt.

Für mich werden bei dieser Aussage wichtige Faktoren außer acht gelassen. Wie alt wird ein dicker Mensch, der sich gesund ernährt, bewegt und keine Diäten macht? Gute Frage, hm? Ich kenne nämlich nur dicke Menschen, die schon einige Diäten hinter sich haben. Welche Auswirkung haben diese Diäten also? Das ständige Auf und Ab? Sind sie es, die die Lebenserwartung verkürzen? Sind sie es in Kombination mit Übergewicht? Gute Frage, gell? Wer weiß da eine Antwort?

Ich persönlich halte es einfach für wichtig und ABSOLUT NOTWENDIG, dass die Wirkung Übergewicht nicht einfach so bekämpft wird, sondern erstmal die Ursache geklärt und beseitigt wird (sofern möglich). Dann ist m.E. nämlich das Thema Übergewicht auch hinfällig.

Dieses Forum hier ist dafür da, aufzuzeigen, dass Dicksein VIELE Ursachen hat und einfach klar differenziert werden soll. Dieses typische "man muss sich nur bisschen zusammenreißen"-BlaBla ist was für die Menschen, die an wirklichen Gründen nicht interessiert sind.

Als denkender Mensch ist es meine Pflicht mir selbst eine Meinung zu bilden und dabei soviele Aspekte wie möglich zu berücksichtigen. Ich kann nicht sagen, dass dicke Menschen nur dick sind, weil sie zuviel essen ;)

Schade finde ich, dass es für viele einfach nicht ersichtlich ist, dass wir hier keinesfalls das Dicksein als das Schönheitsideal schlechthin ansehen, sondern darum, herauszufinden, warum man dick ist. Menschen eine Anlaufstelle zu geben für ihre Sorgen und Nöte, denn in unserer Gesellschaft gibts genug Schafe, die lautblökend dem Leithammel hinterherrennen. Selber Denken ist sehr selten geworden.

simsalabine
12.07.2005, 09:02
....Obwohl ich von dem Gespräch mit der Dame sehr angetan war, sagt der Grund für die Ablehnung meiner Person eigentlich alles: Ich führe ein zu bürgerliches, normales Leben. DAS wollen sie nicht zeigen, DAS will niemand sehen!

Sprich: Im Grunde wird das Bild des bewegungs- und arbeitsunfähigen Dicken, der die Volkswirtschaft belastet, belastet, belastet und zu ihr keinen Beitrag leistet, künstlich erzeugt und am Leben erhalten.

Nachdem ich jetzt gesehen habe, was gezeigt werden SOLLTE, bin ich gerade mal wieder megazornig. Es kotzt mich einfach an, wie wir Menschen, die wir unser Leben mit Übergewicht meistern, einfach ignoriert werden oder wie uns, wenn man uns nicht ignorieren kann, einfach die Fähigkeit zu einer realistischen Sichtweise auf unser Leben abgesprochen wird.

Mir fehlt im Moment einfach die Lust und der Mumm zu einer großen Kampagne in der Öffentlichkeit. Aber heute ist mir mal wieder klar geworden, wie dringend nötig die wäre....Martina

Damit sprichst Du mir aus der Seele, Martina!

Am schlimmsten fand ich in diesem Bericht die Mutter, die 3 x in der Woche mit ihrem Sohn zum Frühstücksbüffett in ein Steakhouse geht und ihn da Kalamari (zum Frühstück!!!!:eek: :confused: ) futtern läßt und sich dann vor die Kamera stellt und meint: "mei, was soll man denn machen? Ihm geht die Puste sooo schnell aus" :bigmad:

Dagegen wurden die Frauen von der "Dickenbewegung" hingestellt, wie wenn sie nicht ganz dicht wären. Zumindest kam das für mich so rüber.

Ansonsten war der Bericht teilweise schon interessant, und positiv fand ich auch, daß nicht nur der "eine Last für die Gesellschaft seiende Dicke" dargestellt wurde, obwohl das schon überwog.

Liebe Grüße,
simsalabine

Samandiriel
12.07.2005, 11:10
Mir ist eine sache ganz arg Negativ in dem Bericht aufgefallen! Und zwar war das die Amerikanische Mutter, die ihrer durch das hohe Gewicht kranken Tochter abends lieber nen Burger hinlegt, statt mal was zu kochen! Ich dachte zuerst: toll das mädel is alt genug, warum kocht die nicht mal! Aber dann dachte ich: klar is einfacher! Muttern bringt das essen mit! Warum soll sie sich auch noch bemühen was zu kochen! Über genau DIE Familie war schon einmal ein Bericht im Fernsehen! Leider haben sie nicht gezeigt, dass das Mädel irgendwann selbst die Notbremse gezogen hat! Für meine Meinung zwar Falsch, weil sie sich ein Magenband hat legen lassen aber sie wollte auch nicht mehr mit der Sauerstoffflasche leben!
Ansonsten fand ich den bericht garnicht so schlecht! Klar mit dem Hintergrundwissen von Martina jetzt seh ich das auch n bissl anders!
Aber ich fand die Boutique verdammt gut, die auch Kleider für Frauen hat, die 180 Kilo auf den rippen haben und NICHT wie die letzten rumlaufen wollen! Da waren ein paar sehr schicke sachen bei!

Darcy
12.07.2005, 12:39
Ich hab zwar den Bericht nicht gesehen, aber beim Lesen Eurer Beiträge hat mich ein Satz ganz traurig gemacht:

Ich erwarte aber von niemandem, dass er meinen Körper schön findet…

Wieso denn nicht? Also ICH persönlich erwarte genau DAS zumindest von dem Menschen, mit dem ich eine Beziehung/Affäre o.s.ä. eingehe.
Sicher möchte ich vor allem wegen meiner "inneren Werte" geliebt werden, aber doch AUCH meinen Körper angenommen/begehrt wissen. Ist doch eine Einheit, oder nicht?

Darcy

Rita
12.07.2005, 13:01
ich erwarte von niemandem, dass er meinen körper schön findet, so wie ich nicht erwarte, dass jemand meinen charakter toll findet, aber ich habe es gelernt zu glauben, wenn man(n) mir sagt, dass er es tut. und mich darüber zu freuen. und mit der zeit hab ich diesen wohlwollenden blick auf meinen körper übernommen, was mir enorm gut getan hat. :)

Martina
12.07.2005, 13:08
Hallo Solitude,

Hey…Dick sein ist toll…am besten fangt ihr gleich damit an.

Du scheinst ja eine tolle Meinung von mir zu haben. Ist es das, was Du denkst, wofür ich bzw. dieses Forum stehen? Dann muss ich wohl mal wieder meine alte Signatur rauskramen:

„Sich als dicken Menschen zu lieben und akzeptieren, bedeutet nicht, es toll zu finden dick zu sein.“

Ist es legitim, wenn massivstes Übergewicht als nicht wünschenswert in so einem Bericht thematisiert wird (siehe der Frührentner im Krankentransport) oder ist es erstrebenswert, wenn übergewichtigen Kindern vor Augen geführt wird, dass es sich auch mit 200 kg und mehr noch gut leben lässt und sie ruhig weiter in diese Richtung gehen sollen?

Zunächst mal die Sache mit dem Krankentransport war definitiv ein Fake, eine ganz schlimme Sensationsmache, um mal wieder zu zeigen, um welche Lebensqualität sich dicke Menschen bringen.

Dass massivstes Übergewicht nicht wünschenswert ist, liebe Solitude, wissen wir aber doch alle, oder? Es geht auch nicht darum, dass man Kindern vorführt, wie toll ein Leben mit 200 kg ist. Es geht schlicht und ergreifend um die NORMALITÄT. Und die Normalität ist, dass dicke Menschen genauso arbeiten gehen, genauso Sex haben, genauso arm oder reich sind wie der Rest der Bevölkerung. Wie viele dicke Menschen wie diesen Klaus gibt es denn in Deutschland, Tausende, Millionen? Nein. Die Millionen Übergewichtigen leben zum allergrößten Teil ein völlig normales Leben … müssen sich aber auf Grund verhetzender Berichterstattung wie dieser in einer Tour rechtfertigen und sich sagen lassen, dass sie ja gar kein normales Leben haben KÖNNEN.

Ich habe zu meinen „Bestzeiten“ weit über 180 kg gewogen. Ich habe IMMER ein völlig normales Leben geführt und diese Pauschalisierungen gehen mir einfach nur auf die Nerven. Und ich bin KEINE Ausnahme!

Ist es in einem Bericht über Alkoholiker angezeigt diejenigen zu zeigen, die zwar an der Flasche hängen aber ihr Leben noch soweit im Griff haben, dass sie berufstätig sind und eben nur nach Feierabend trinken oder Quartalssäufer sind oder ist es im Hinblick auf die Jugendlichen, die das sehen nicht besser zu zeigen, dass Alkoholismus eine verheerende Krankheit ist? Von mir aus dann eben auch mit abschreckenden Beispielen.

Ich finde, das ist ein extrem schlechtes Beispiel, mit dem ich mich z.B. null identifizieren kann. Ich bin nicht esssüchtig. Ich habe eine Stoffwechselerkrankung. Auch das ist KEINE Ausnahme. Der Anteil der Stoffwechselerkrankten unter den Dicken ist weitaus höher, als immer behauptet wird. Um das herauszufinden, muss man nur mal in den einschlägigen Adipositas-Foren lesen.

Hast Du in dem Bericht ein Wort über Stoffwechselerkrankungen gehört? Nein. Dumme Pauschalisierungen über dumme Pauschalisierungen. Sonst nichts!

Du fragst, ob Du eine angepasste Dicke bist. Ich glaube nicht, dass man das am Dicksein fest machen sollte. Ich glaube einfach, dass Du alles glaubst, was man Dir erzählt, und dass Du die Propaganda hinter vielen Dingen einfach nicht erkennst. Aber das habe ich früher auch nicht getan. Man kann und sollte das lernen. Dadurch relativiert sich vieles.

Martina

Solitude
12.07.2005, 13:34
Hast Du in dem Bericht ein Wort über Stoffwechselerkrankungen gehört? Nein. Dumme Pauschalisierungen über dumme Pauschalisierungen. Sonst nichts!


Aber ja wurde auch über Stoffwechselerkrankungen gesprochen, zitiere mal Caramba Owl:

"Erstaunlich, ich hab zwar nebenbei telefoniert,die Sendung läuft auch noch, aber mir ist aufgefallen, daß als Ursache für das Übergewicht unter anderem ein defektes Gen (Rezeptor fürs Hungergefühl) und Stoffwechselerkrankungen genannt worden sind.

Ein reines Abstempeln á la disziplinlos, verfressen, fand nicht statt"

Du siehst, dass auch du den Bericht vielleicht auf einem Auge blind gesehen hast;)

Solitude
12.07.2005, 14:09
Irgendwie hebt sich für mich dieses "kann" sehr stark heraus. Es ist realistisch, dass es krank machen KANN, aber es ist nicht realistisch zu sagen, dass es krank machen MUSS. ;)
Da sind wir verschiedener Meinung. Es ist sehr viel wahrscheinlicher an den Folgen hohen Übergewichts zu erkranken als nicht.
Aber ich weiß, dass hier eine gegenteilige Meinung vertreten wird. Mag auch daran liegen, dass die meisten hier noch in einem Alter sind, wo diese Dinge noch nicht so relevant sind. Wie würde es aussehen, wenn wir hier so zwischen 50 und 65 wären?
Es ist sicher richtig, dass man mit gezieltem Muskelaufbautraining, Gelenke, Bänder und Sehnen entlasten kann. Und wahrscheinlich machen das hier auch fast alle so. In meinem Bekanntenkreis kenne ich wenige Dicke, die gezielt Sport machen. Und irgendwie bezweifle ich, dass das die Minderheit ist.

Soweit ich weiß, bestreitet es niemand, dass bei mehr Gewicht Gelenke, Bänder und Sehnen stärker belastet werden. Soweit ich weiß, kann man jedoch mit gezieltem Training derartigen Erscheinungen entgegenwirken. Und soweit ich weiß unterliegen auch Asphaltjogger, Bauarbeiter usw. der gleichen Erscheinung ;)

Das habe ich selber an anderer Stelle schon mal so geschrieben. Aber es ging ja auch nicht darum, ob auch Sportler oder Bauarbeiter das gleiche Problem haben, sondern darum, dass man es durch hohes Übergewicht bekommt.

Ich habe den Bericht nicht gesehen, aber aus den vorherigen Postings habe ich für mich herausgelesen, dass die Berichterstattung an sich in Ordnung gefunden wurde, allerdings einige einen gewissen Unterton gehört haben, der ihnen nicht gefallen hat. Ich wüsste nicht, was daran schlimm ist.

Ich habe nie gesagt, dass ich das schlimm finde. Ich war nur der Meinung, dass es einseitig in die andere Richtung bewertet wird.

Du pauschalisierst hier total. Es ist ein Unterschied, ob ich eine Veranlagung zum Dicksein habe und deswegen mit 2200 Kalorien am Tag 100 Kilo auf die Waage bringe, während jemand, der diese Veranlagung nicht hat, mit 2200 Kalorien am Tag 60 Kilo wiegt. Was soll also jemand tun, der bei gesunder Ernährung und Bewegung nicht abnimmt? Darauf hätte ich sehr gern eine Antwort.
Hat denn jemand mit dieser Veranlagung nicht auch das Recht auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung?

Wo habe ich denn sowas gesagt?:confused:
Eine Stoffwechselerkrankung muß behandelt werden und war hier nicht gemeint. Es war damit gemeint, dass jemand, der die entsprechende genetische Disposition hat sich wahrscheinlich mehr darum bemühen muss, sein Ziel zu erreichen...das aber mit gesunder Ernährung, Bewegung und entsprechendem Willen durchaus schaffen kann...immer vorausgesetzt, er hat etwaige zugrundeliegende seelischen Probleme aufgearbeitet.

Ich verstehe nicht, wieso Dich Deine Essucht davon abhält, ein beweglicheres Leben zu führen?

Wenn die Gelenke schon geschädigt sind ist es mit der Bewegung nicht mehr so einfach:(

Tut hier soweit ich weiß, auch niemand oder? *fragendumguck*
Es ist sicher noch von niemandem behauptet worden mit 250 kg könne man 100 Jahre alt werden;) Das war ironisch überspitzt formuliert. Aber der generelle Tenor hier im Forum ist schon, dass man trotz hohem Übergewicht keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten hat, wenn man sich ausreichend bewegt/Sport macht.
Und das finde ich insofern bedenklich, weil ich finde, dass man ganz jungen Übergewichtigen so etwas nicht sagen sollte.
Ich fände es schön, wenn sie hier bestärkt würden an die Ursachen Ihres Dick-Seins zu gehen, sei es Essstörungen oder medizinische Gründe. Um unter Umständen dann später eben ein Leben ohne Übergewicht führen zu können.

Welche Auswirkung haben diese Diäten also? Das ständige Auf und Ab? Sind sie es, die die Lebenserwartung verkürzen? Sind sie es in Kombination mit Übergewicht? Gute Frage, gell? Wer weiß da eine Antwort?
Das ist tatsächlich eine gute Frage. Ich denke mal die Belastung der Gelenke u.a. ist egal ob mit oder ohne Diätvorgeschichte die Gleiche. Aber andere Risikofaktoren, besonders Herzkrankheiten etc. werden sicher erst durch Jojo zu gefährlichen Problemen.

Ich persönlich halte es einfach für wichtig und ABSOLUT NOTWENDIG, dass die Wirkung Übergewicht nicht einfach so bekämpft wird, sondern erstmal die Ursache geklärt und beseitigt wird (sofern möglich). Dann ist m.E. nämlich das Thema Übergewicht auch hinfällig.
Auch da sind wir völlig einer Meinung. Ohne die Ursachenforschung und Beseitigung der dahinterliegenden Problematik geht gar nichts!

Solitude
12.07.2005, 14:28
Hallo Solitude,
Du scheinst ja eine tolle Meinung von mir zu haben. Ist es das, was Du denkst, wofür ich bzw. dieses Forum stehen? Dann muss ich wohl mal wieder meine alte Signatur rauskramen:
„Sich als dicken Menschen zu lieben und akzeptieren, bedeutet nicht, es toll zu finden dick zu sein.“
Wie kommst du darauf, dass ich eine schlechte Meinung von dir oder jemand anderem hier habe?:confused: Das ist nicht so!



Zunächst mal die Sache mit dem Krankentransport war definitiv ein Fake, eine ganz schlimme Sensationsmache, um mal wieder zu zeigen, um welche Lebensqualität sich dicke Menschen bringen.

Wie gesagt, ich halte auch krasse Beispiele als Abschreckung für sinnvoll. Jeder sollte sich mit seiner Krankheit auseinandersetzen. Und egal ob Esstörung (seelische Gründe) oder Stoffwechselerkrankung (körperliche Gründe)...es steckt doch in vielen Fällen eine Krankheit dahinter.
Und das Anliegen meiner Diskussion hier .... um das auch mal zu erklären .... ist doch lediglich, dass man das Thema Übergewicht nicht verharmlosen sollte. Jedenfalls nicht wenn es um starkes Übergewicht geht. Wenn mir das früher so klar gewesen wäre wie heute hätte ich mich vielleicht schon früher auch um Hilfe bemüht und vielleicht wäre mir einiges erspart geblieben:(
Aber...vielleicht ist es eben auch so, dass jeder nur aus den eigenen Erfahrungen lernen kann und man immer meint, es trifft einen selber nicht bis es soweit ist.:rolleyes:


Es geht schlicht und ergreifend um die NORMALITÄT. Und die Normalität ist, dass dicke Menschen genauso arbeiten gehen, genauso Sex haben, genauso arm oder reich sind wie der Rest der Bevölkerung. Wie viele dicke Menschen wie diesen Klaus gibt es denn in Deutschland, Tausende, Millionen? Nein. Die Millionen Übergewichtigen leben zum allergrößten Teil ein völlig normales Leben … müssen sich aber auf Grund verhetzender Berichterstattung wie dieser in einer Tour rechtfertigen und sich sagen lassen, dass sie ja gar kein normales Leben haben KÖNNEN.

Ich habe zu meinen „Bestzeiten“ weit über 180 kg gewogen. Ich habe IMMER ein völlig normales Leben geführt und diese Pauschalisierungen gehen mir einfach nur auf die Nerven. Und ich bin KEINE Ausnahme!

Es lag mir fern irgendjemand zu kränken oder auf die Nerven zu gehen.
Mag ja sein, dass ich die Ausnahme bin aber mir fallen auf Anhieb zig Sachen ein, die ich nicht mehr machen kann eben weil ich dick bin. Deswegen habe ich natürlich auch wie du und andere ein "normales" Leben im Sinne von nicht bettlägerig und arbeitsunfähig sein.
Es wurde ja in dem Bericht auch durchaus Frauen im Bereich 180 kg gezeigt, die sich in einer Boutique einkleiden, essen gehen, zum Friseur gehen.
Dass jemand wie Klaus T. mit ca. 100 kg mehr sein Leben mehr oder weniger im Sessel verbringt ist denke ich kein Fake. Er wurde in dem Bericht auch nicht als Massstab für die Dicken gezeigt, sondern als eine mögliche Ausform, die es nehmen kann.
Auch das finde ich wichtig. ich erinnere mich daran, dass ich irgendwann früher dachte, irgendwo (so mit 150 kig) sei Schluss, dicker könne man nicht werden.
Als ich das erste Mal in so einem (Sensations-)bericht einen Menschen mit 350 oder 400 kg sah wurde mir schmerzlich bewußt, dass es keine Obergrenze gibt. Aber auch dieses Wissen ist notwendig, meiner Meinung nach.

Du fragst, ob Du eine angepasste Dicke bist. Ich glaube nicht, dass man das am Dicksein fest machen sollte. Ich glaube einfach, dass Du alles glaubst, was man Dir erzählt, und dass Du die Propaganda hinter vielen Dingen einfach nicht erkennst. Aber das habe ich früher auch nicht getan. Man kann und sollte das lernen. Dadurch relativiert sich vieles.

Martina

Ich bin sicher, dass ich nicht alles glaube, was man mir erzählt, sondern eher ein sehr kritischer Geist bin.
Deswege hinterfrage ich ja auch hier;)

Sophonisbe
12.07.2005, 14:52
Wie gesagt, ich halte auch krasse Beispiele als Abschreckung für sinnvoll. Solitude, Du bist dafür, aus Gründen der "Abschreckung" bewusst falsche Informationen zu liefern? Ich bitte um Aufklärung.

Liebe Grüße, Sopho (die vielleicht eine zu idealistische Vorstellung vom Berufsethos des Journalisten hat)

Solitude
12.07.2005, 15:10
Ich habe nicht gesehen, was Martina schreibt, dass dieser Klaus T. auch noch Motorroller fahren kann. Muss dann eine Spezialanfertigung sein.

Insofern weiß ich nicht, ob der Krankentransport ein Fake war.

Der Mann sagte beim Reingehen in die Praxis, dass ihm nicht gut sei. Die Fahrt sei anstrengend gewesen. Meinst du, dass er geschauspielert hat?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er selbst auf dem Motorroller in die Praxis hätte fahren können oder noch in irgendein Auto paßt. Und dass er dort hinläuft schon mal gar nicht.

Also woher wißt ihr, dass das gefaked war?:confused:

Und der Grund warum der Mann die Rampe nicht selbst hochgehen kann ist versicherungstechnischer Natur. Wenn er dort stürzt ist er nicht versichert. Die Helfer MÜSSEN ihn im Bett die Rampe hochschieben. Das ist kein Sensationsjournalismus sondern Versicherungsrecht.

Pandora
12.07.2005, 15:26
Eine Stoffwechselerkrankung muß behandelt werden und war hier nicht gemeint. Es war damit gemeint, dass jemand, der die entsprechende genetische Disposition hat sich wahrscheinlich mehr darum bemühen muss, sein Ziel zu erreichen...das aber mit gesunder Ernährung, Bewegung und entsprechendem Willen durchaus schaffen kann...immer vorausgesetzt, er hat etwaige zugrundeliegende seelischen Probleme aufgearbeitet.
Mit dieser Aussage habe ich als Eßsüchtige so meine Probleme. :cool3: Wir hatten doch kürzlich einen Thread (http://www.das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=201)von dir, in dem du nach Leuten fragtest, die es geschafft haben, die ES zu besiegen. In diesem wurde deutlich, daß es diese Menschen zwar gibt, der Körper aber trotz gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung das Übergewicht nur zum Teil (wenn überhaupt) loslassen will. Was also heißt "mehr bemühen" oder "mit entsprechendem Willen" für dich? Doch wieder anfangen zu hungern? Übermäßig Sport zu treiben? Beides möglichst auch für den Rest deines Lebens? Das ist jetzt provokant gefragt, aber gar nicht so gemeint. :holy: Aber ich möchte gerne wissen, wie du den "entsprechenden Willen" definierst.

Wenn die Gelenke schon geschädigt sind ist es mit der Bewegung nicht mehr so einfach:(
Aber erst recht nötig. ;) Und da heißt es dann tatsächlich, den entsprechenden Willen (und vor allem Geduld) aufzubringen, adäquat die Muskeln zu stärken, um die geschädigten Gelenke dadurch zu entlasten.
Aber der generelle Tenor hier im Forum ist schon, dass man trotz hohem Übergewicht keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten hat, wenn man sich ausreichend bewegt/Sport macht.
Und das finde ich insofern bedenklich, weil ich finde, dass man ganz jungen Übergewichtigen so etwas nicht sagen sollte.
Ich fürchte, du hast hier etwas ganz gründlich mißverstanden. Es geht nicht darum, daß wir es unbedenklich finden würden, sehr übergewichtig zu sein. Oder gar jungen Menschen zu sagen, daß dick sein doch gaaar kein Problem ist.
Sondern es geht darum, sein Leben trotz dem Übergewicht zu leben und nicht auf schlanke Zeiten zu verschieben, die vielleicht nie (!) kommen werden. Anzufangen, sich möglichst gesund und natürlich zu ernähren und sich auch im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bewegen. Es geht darum, den Menschen klarzumachen, daß (Reduktions-)Diäten kontraproduktiv, gesundheitsschädlich und auch gefährlich sind. Ich fände es schön, wenn sie hier bestärkt würden an die Ursachen Ihres Dick-Seins zu gehen, sei es Essstörungen oder medizinische Gründe. Um unter Umständen dann später eben ein Leben ohne Übergewicht führen zu können. Da sind wir uns einig. :daumen:
Und das Anliegen meiner Diskussion hier .... um das auch mal zu erklären .... ist doch lediglich, dass man das Thema Übergewicht nicht verharmlosen sollte. Jedenfalls nicht wenn es um starkes Übergewicht geht. Wenn mir das früher so klar gewesen wäre wie heute hätte ich mich vielleicht schon früher auch um Hilfe bemüht und vielleicht wäre mir einiges erspart geblieben:(
Einspruch! :hihi: Das Übergewicht wird nicht verharmlost - aber eben auch nicht so verteufelt, wie du es in den Medien überall zu hören/sehen bekommst. Und genau da, finde ich, stimmt dein Denkansatz nicht. Natürlich kenne ich die Gründe für dein Übergewicht bzw. für deine Eßsucht nicht. Deswegen spekulier ich jetzt einfach mal drauf los. ;) Wenn "früher" dein (evtl. mäßiges?) Übergewicht nicht so verteufelt worden wäre, wären dir Diäten mitsamt Jojo und vielleicht (!) sogar die Eßstörung erspart geblieben.
:meinung:
Mag ja sein, dass ich die Ausnahme bin aber mir fallen auf Anhieb zig Sachen ein, die ich nicht mehr machen kann eben weil ich dick bin. Nee, die Ausnahme bist du nicht. Es gibt Dinge, die ab einer bestimmten Gewichtsgrenze tatsächlich nicht mehr möglich sind, da stimme ich dir zu (ein Hindernisrennen z.B. würde ich mir jetzt nicht mehr zutrauen:rolleyes: - mehr Beispiele dazu fallen mir jetzt nicht so spontan ein). Aber es gibt auch durchaus noch Dinge, die wir als Dicke machen können. Manche kosten uns vielleicht etwas mehr Mühe, aber wenn wir die große Hürde der unnötigen Befürchtungen erst hinter uns gebracht haben, ist es gar nicht mehr so schwer.;)

Ein Beispiel dazu aus meinem Leben gefällig? Ich konnte noch vor knapp 2 Jahren kaum 20 Schritte laufen, ohne daß mir der Rücken wehtat. Wenn ich im Büro zu lange gesessen bin und die ersten Schritte gemacht habe, haben meine Füße geschmerzt, daß ich die Englein Halleluja singen hörte. :humpel:
Ich fing an, mich zu bewegen - in kleinen Schritten. Ok, fairerweise muß ich dazu sagen, daß ich diese ersten Schritte in einer stationären Therapie gemacht habe. Wie auch immer, nach 2 Wochen bereits merkte ich erste positive Veränderungen. Und es ging immer besser. Heute gehe ich tanzen und tobe mit meinem Hund über die Felder, wenn mir danach ist.

Sophonisbe
12.07.2005, 15:29
Du gehst also davon aus, dass der Beitrag nicht gefaked war. Dann lass mich meine Frage anders formulieren: Wärest Du dafür, aus Gründen der "Abschreckung" bewusst falsche Informationen zu liefern?

Wenn Du jetzt mit "Nein" antwortest, dann beantworte bitte auch noch folgende Frage: Glaubst Du, dass einseitige, selektive Berichterstattung und Nichtberücksichtigung bestimmter Aspekte zu einem ähnlichen ERgebnis führen können wie bewusst falsche Informationen?

Solitude
12.07.2005, 15:49
Was also heißt "mehr bemühen" oder "mit entsprechendem Willen" für dich? Doch wieder anfangen zu hungern? Übermäßig Sport zu treiben? Beides möglichst auch für den Rest deines Lebens? Das ist jetzt provokant gefragt, aber gar nicht so gemeint. :holy: Aber ich möchte gerne wissen, wie du den "entsprechenden Willen" definierst.

Also natürlich nicht hungern oder übermäßig Sport treiben....aber das wußtest du ja auch schon;)
Entsprechender Wille? Ist schwer zu erklären und bei jedem anders. Bei mir hat es durch eine einschneidende Therapiesitzung (in der ich Dinge erfahren habe, die ich vorher gar nicht mehr wußte...in der ich erfahren habe, dass es Gründe für meine Esssucht gibt... in der ich erfahren habe, dass ich kein schlechter und willensschwacher Mensch sondern ein missbrauchter Mensch bin) irgendwie "Klick" gemacht. Seitdem habe ich Lust, mich um mich zu kümmern. Ich weiß auf einmal wieder Hunger und Satt-sein zu unterschieden.
Und nun habe ich auch den Willen, dass in für mich günstige Veränderungen umzumünzen. Und das Wollen ist notwendig, denn die alten Verhaltensmuster sind sehr stark und kaum ist mal ein schlechter Tag da...stehen sie wieder da die alten Muster. Und dann NEIN zu sagen...und zu sagen, ich möchte dies oder das nicht mehr so machen, dazu gehört eben auch das Wollen.

Ich fürchte, du hast hier etwas ganz gründlich mißverstanden. Es geht nicht darum, daß wir es unbedenklich finden würden, sehr übergewichtig zu sein. Oder gar jungen Menschen zu sagen, daß dick sein doch gaaar kein Problem ist.
Dann ist ja gut...dann habe ich das tatsächlich missverstanden!

Sondern es geht darum, sein Leben trotz dem Übergewicht zu leben und nicht auf schlanke Zeiten zu verschieben, die vielleicht nie (!) kommen werden. Anzufangen, sich möglichst gesund und natürlich zu ernähren und sich auch im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bewegen. Es geht darum, den Menschen klarzumachen, daß (Reduktions-)Diäten kontraproduktiv, gesundheitsschädlich und auch gefährlich sind. Da sind wir uns einig. :daumen:
Damit gehe ich 100% konform!:applaus:

Das Übergewicht wird nicht verharmlost - aber eben auch nicht so verteufelt, wie du es in den Medien überall zu hören/sehen bekommst. Und genau da, finde ich, stimmt dein Denkansatz nicht. Natürlich kenne ich die Gründe für dein Übergewicht bzw. für deine Eßsucht nicht. Deswegen spekulier ich jetzt einfach mal drauf los. ;) Wenn "früher" dein (evtl. mäßiges?) Übergewicht nicht so verteufelt worden wäre, wären dir Diäten mitsamt Jojo und vielleicht (!) sogar die Eßstörung erspart geblieben.

Das stimmt in meinem Falle nicht. Aber ich gebe dir insofern Recht, dass das Propagieren von magersüchtigen Schönheitsidealen sicher viele junge Mädchen in die Diätspirale und damit in den Jojo-Effekt treibt.
Starkes Übergewicht verteufeln...das möchte ich nicht aber es eben als Krankheit betrachten, die es ist.


Ich fing an, mich zu bewegen - in kleinen Schritten. Ok, fairerweise muß ich dazu sagen, daß ich diese ersten Schritte in einer stationären Therapie gemacht habe. Wie auch immer, nach 2 Wochen bereits merkte ich erste positive Veränderungen. Und es ging immer besser. Heute gehe ich tanzen und tobe mit meinem Hund über die Felder, wenn mir danach ist.

Das finde ich wirklich toll und freue mich mit dir. Wie gesagt, hier im Forum habe ich schon von vielen solchen Dingen gehört...in meinem Bekanntenkreis eher weniger. Vom Schwimmen mal abgesehen macht eigentlich niemand Sport.
Aber wer weiß, ich habe jetzt einen Termin beim Orthopäden und vielleicht kann ich auch bald mit den ersten kleinen Schritten anfangen;)

Solitude
12.07.2005, 15:57
Du gehst also davon aus, dass der Beitrag nicht gefaked war. Dann lass mich meine Frage anders formulieren: Wärest Du dafür, aus Gründen der "Abschreckung" bewusst falsche Informationen zu liefern?

Wenn Du jetzt mit "Nein" antwortest, dann beantworte bitte auch noch folgende Frage: Glaubst Du, dass einseitige, selektive Berichterstattung und Nichtberücksichtigung bestimmter Aspekte zu einem ähnlichen ERgebnis führen können wie bewusst falsche Informationen?

Einseitige Berichterstattung, die bewußt verschiedene Aspekte ausnimmt, um beim Betrachter das gewünschte Bild zu erzeugen ist ebenso zu bewerten wie falsche Information...manipulativ.

Ich fand den FOCUS-Bericht nicht einseitig. Er war nicht durchgehend Dicken-freundlich. Aber auch das wäre ja wieder einseitig, oder?;)

Ich fand, dass verschiedene Aspekte und Ursachen des Dick-seins gezeigt wurden. Und dass auch psychische und medizinische Gründe nicht zu kurz kamen. Und dass sogar bei den Magenband-OP's ganz klar darauf hingewiesen wurde, dass es a) lebensgefährlich sein könne, b) nur der Körper aber nicht die dahinterliegenden seelischen Belange behandelt würden etc.pp.

Für mich war das kein Sensations-Journalismus, sondern eine informative Sendung.
Dass auch in 2 oder 3 Stunden-Sendungen Themen nur angerissen werden können und ich mich über das was mich interessiert dann noch weiter informieren muss, ist mir klar. Allumfassend und sämtliche Aspekte abdeckend kann eine solche Sendung NIE sein.

Aber wäre sie nur Dicken-freundlich gewesen und hätten kritische Meinungen keinen Raum gehabt, wäre sie in meinen Augen eben auch einseitig gewesen...

Sophonisbe
12.07.2005, 16:02
Entsprechender Wille? Ist schwer zu erklären und bei jedem anders. Bei mir hat es durch eine einschneidende Therapiesitzung (in der ich Dinge erfahren habe, die ich vorher gar nicht mehr wußte...in der ich erfahren habe, dass es Gründe für meine Esssucht gibt... in der ich erfahren habe, dass ich kein schlechter und willensschwacher Mensch sondern ein missbrauchter Mensch bin) irgendwie "Klick" gemacht. Seitdem habe ich Lust, mich um mich zu kümmern. Ich weiß auf einmal wieder Hunger und Satt-sein zu unterschieden.
Und nun habe ich auch den Willen, dass in für mich günstige Veränderungen umzumünzen. Und das Wollen ist notwendig, denn die alten Verhaltensmuster sind sehr stark und kaum ist mal ein schlechter Tag da...stehen sie wieder da die alten Muster. Und dann NEIN zu sagen...und zu sagen, ich möchte dies oder das nicht mehr so machen, dazu gehört eben auch das Wollen. Danke für die Erläuterung. Es handelt sich offensichtlich um ein Problem der "Perspektive" - denn für mich als nicht Essgestörte, sich gesund und maßvoll Ernährende, die trotzdem ums Verrecken (sorry) nicht abnimmt, klang das mit "man muss dann halt etwas mehr Willen aufbringen" schon ziemlich... na, nennen wir es mal: diskussionsbedürftig.

Edit: Und was das mit den Medien angeht: Das wollte ich auch nur ganz theoretisch und grundsätzlich und unabhängig von der fraglichen Sendung wissen. Also eher darüber diskutieren, was von vereinseitigender Berichterstattung zu halten ist (denn es klang, als würdest Du diese für vertretbar halten, wenn sie dem Zwecke der Abschreckung dient), als darüber, ob und inwieweit diese eine bestimmte Sendung nun vereinseitigend Bericht erstattete.

Johnny B. Goode
12.07.2005, 16:03
Mal ganz abgesehen von dem Fernsehbeitrag:

Ich glaube hier liegt wieder ein so ein Fall vor, der des öfteren vorkommt. Ein Mißverständnis.

Selbstakzeptanz bedeutet nicht, sich selbst eine Freikarte dafür auszustellen, so lange essen zu dürfen, bis man platzt. Selbstakzeptanz bedeutet ebenso nicht, sein Übergewicht ganz toll zu finden und sich deswegen zu vernachlässigen. Selbstakzeptanz bedeutet nicht, alle Warnungen außer acht zu lassen und zu ignorieren. Selbstakzeptanz ist nicht Ignoranz.

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Stimmt es überhaupt, was andere über mich sagen? Es wird behauptet, ich sei weniger Wert als schlanke Menschen. Ist das tatsächlich so? Muß ich mich schlecht fühlen, mich einer gesellschaftlichen Zwangsvorstellung unterwerfen, nur weil ich vielleicht nicht einer Norm entspreche? Habe ich nicht das Recht darauf, akzeptiert zu werden so wie ich bin? Habe ich nicht die gleichen Rechte wie alle anderen? Oder muß ich es mir wegen einer Anhäufung von Fettzellen gefallen lassen, beleidigt zu werden, seltsam angeschaut zu werden, diskriminiert und gemobbt zu werden? Bin ich, weil ich dick bin weniger Mensch als andere? Selbstakzeptanz bedeutet, sich von diesem Glauben, etwas nicht liebenswertes, etwas unangenehmes, etwas minderwertiges, schlechtes zu sein, zu befreien.

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Bin ich dick, weil ich faul bin und zu viel esse, so wie es mir alle, auch mein Arzt sagen? Oder habe ich vielleicht eine Krankheit, die mich immer dicker werden lässt? Habe ich eine Essstörung? Ein völlig falsches Bild von mir selbst? Was läuft tatsächlich bei mir falsch? Wer kann mir helfen?

Selbstakzepanz bedeutet, angehalten zu haben. Einen festen Stand eingenommen zu haben. Sich nicht mehr treiben zu lassen von irgendwelchen Horrormeldungen. Sich selbst zu sagen: Ok, ich habe vielleicht ein paar Einschränkungen, weil ich dick bin. Ich fühle mich auch nicht zu jeder Zeit damit wohl, dick zu sein. Aber ich nehme mich erst einmal selbst so an, wie ich jetzt bin. Ich bin trotz allem ein feiner Kerl, egal was andere sagen. Ich mag mich, trotz allem. Und nun schaue ich mich einmal vorsichtig und in Ruhe um, ob es vielleicht Möglichkeiten gibt, diesen Zustand noch zu verbessern. Ich habe nicht die Verpflichtung, dick und unglücklich sein zu müssen.

Das hindert mich daran, wie ein blöder von einer Crashdiät in die Nächste zu stürzen. Ein williges Opfer der Schlankheitspulverproduzenten zu werden. Wie soll ich für mich und meinen Körper sorge tragen können, wenn ich von morgens bis abends nur denke, wie schrecklich mein Körper ist, wie schrecklich ich bin, und mein einziger Antrieb darin besteht, dieses Körper loszuwerden, koste es was es wolle? Das geht nicht. Ich muß mich selbst lieben, damit ich einen Anlaß habe, Schaden von mir abzuwenden. Das tut man nicht für jemanden, den man nicht ausstehen kann, auch wenn man es selbst ist.

Im Übrigen: Angst ist ein schlechter Lehrmeister, der einen dazu bringt, unüberlegte Dinge zu tun. Aus Angst beginnt man z.B., wie ein bekloppter Sport zu treiben, obwohl man völlig untrainiert ist. So lange bis das Herz die weiße Fahne schwenkt und man einen Infarkt o.ä. bekommt. Nur damit einem der Arzt nachher sagt: Kein Wunder, du bist zu fett! Deswegen sollte man mit Negativbeispielen vorsichtig sein.


Gruß

R.v.G.

Solitude
12.07.2005, 16:24
Danke für die Erläuterung. Es handelt sich offensichtlich um ein Problem der "Perspektive" - denn für mich als nicht Essgestörte, sich gesund und maßvoll Ernährende, die trotzdem ums Verrecken (sorry) nicht abnimmt, klang das mit "man muss dann halt etwas mehr Willen aufbringen" schon ziemlich... na, nennen wir es mal: diskussionsbedürftig.
Das kann ich verstehen und so war das mit dem "Willen aufbringen" auch bestimmt nicht gemeint. Aber Veränderungen muss man eben auch wollen, darüber besteht kein Zweifel. Wenn es dann aus (z.B. medizinischen) Ursachen nicht klappt, dann kann man nur versuchen, die Gründe dafür...wie in deinem Fall....herauszufinden.

Edit: Und was das mit den Medien angeht: Das wollte ich auch nur ganz theoretisch und grundsätzlich und unabhängig von der fraglichen Sendung wissen. Also eher darüber diskutieren, was von vereinseitigender Berichterstattung zu halten ist (denn es klang, als würdest Du diese für vertretbar halten, wenn sie dem Zwecke der Abschreckung dient), als darüber, ob und inwieweit diese eine bestimmte Sendung nun vereinseitigend Bericht erstattete.
Also prinzipiell halte ich manipulative Berichterstattung natürlich für nicht vertretbar....obwohl wir alle miteinander oft genug gar nicht das nötige Hintergrundwissen haben, um diese Art der Berichterstattung von der seriösen zu unterscheiden (jedenfalls bei der gut gemachten manipulativen Berichterstattung, nicht die Holzhammermethode mit den 4 großen Buchstaben:-D ).
Zur Abschreckung bestimmt Fakten zu überhöhen halte ich dagegen noch für legitim. So wie wir hier manchmal mit sarkastischen Übertreibungen Dinge auf den Punkt bringen, damit der andere weiß was gemeint ist.

Solitude
12.07.2005, 16:30
Mal ganz abgesehen von dem Fernsehbeitrag:

Ich glaube hier liegt wieder ein so ein Fall vor, der des öfteren vorkommt. Ein Mißverständnis.

Selbstakzeptanz bedeutet nicht, sich selbst eine Freikarte dafür auszustellen, so lange essen zu dürfen, bis man platzt. Selbstakzeptanz bedeutet ebenso nicht, sein Übergewicht ganz toll zu finden und sich deswegen zu vernachlässigen. Selbstakzeptanz bedeutet nicht, alle Warnungen außer acht zu lassen und zu ignorieren. Selbstakzeptanz ist nicht Ignoranz.

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Stimmt es überhaupt, was andere über mich sagen? Es wird behauptet, ich sei weniger Wert als schlanke Menschen. Ist das tatsächlich so? Muß ich mich schlecht fühlen, mich einer gesellschaftlichen Zwangsvorstellung unterwerfen, nur weil ich vielleicht nicht einer Norm entspreche? Habe ich nicht das Recht darauf, akzeptiert zu werden so wie ich bin? Habe ich nicht die gleichen Rechte wie alle anderen? Oder muß ich es mir wegen einer Anhäufung von Fettzellen gefallen lassen, beleidigt zu werden, seltsam angeschaut zu werden, diskriminiert und gemobbt zu werden? Bin ich, weil ich dick bin weniger Mensch als andere? Selbstakzeptanz bedeutet, sich von diesem Glauben, etwas nicht liebenswertes, etwas unangenehmes, etwas minderwertiges, schlechtes zu sein, zu befreien.

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Bin ich dick, weil ich faul bin und zu viel esse, so wie es mir alle, auch mein Arzt sagen? Oder habe ich vielleicht eine Krankheit, die mich immer dicker werden lässt? Habe ich eine Essstörung? Ein völlig falsches Bild von mir selbst? Was läuft tatsächlich bei mir falsch? Wer kann mir helfen?

Selbstakzepanz bedeutet, angehalten zu haben. Einen festen Stand eingenommen zu haben. Sich nicht mehr treiben zu lassen von irgendwelchen Horrormeldungen. Sich selbst zu sagen: Ok, ich habe vielleicht ein paar Einschränkungen, weil ich dick bin. Ich fühle mich auch nicht zu jeder Zeit damit wohl, dick zu sein. Aber ich nehme mich erst einmal selbst so an, wie ich jetzt bin. Ich bin trotz allem ein feiner Kerl, egal was andere sagen. Ich mag mich, trotz allem. Und nun schaue ich mich einmal vorsichtig und in Ruhe um, ob es vielleicht Möglichkeiten gibt, diesen Zustand noch zu verbessern. Ich habe nicht die Verpflichtung, dick und unglücklich sein zu müssen.

Das hindert mich daran, wie ein blöder von einer Crashdiät in die Nächste zu stürzen. Ein williges Opfer der Schlankheitspulverproduzenten zu werden. Wie soll ich für mich und meinen Körper sorge tragen können, wenn ich von morgens bis abends nur denke, wie schrecklich mein Körper ist, wie schrecklich ich bin, und mein einziger Antrieb darin besteht, dieses Körper loszuwerden, koste es was es wolle? Das geht nicht. Ich muß mich selbst lieben, damit ich einen Anlaß habe, Schaden von mir abzuwenden. Das tut man nicht für jemanden, den man nicht ausstehen kann, auch wenn man es selbst ist.

Im Übrigen: Angst ist ein schlechter Lehrmeister, der einen dazu bringt, unüberlegte Dinge zu tun. Aus Angst beginnt man z.B., wie ein bekloppter Sport zu treiben, obwohl man völlig untrainiert ist. So lange bis das Herz die weiße Fahne schwenkt und man einen Infarkt o.ä. bekommt. Nur damit einem der Arzt nachher sagt: Kein Wunder, du bist zu fett! Deswegen sollte man mit Negativbeispielen vorsichtig sein.


Gruß

R.v.G.

Das ist wieder einer dieser Beiträge, die mich vermuten lassen, dass Schreiben deine Profession ist.
Danke für die sehr gute Darlegung:applaus:

Einen Punkt habe ich, an dem ich anderer Meinung bin:
Angst/Abschreckung kann nicht nur zu unüberlegten Handlungen führen, sondern auch aufrütteln im Sinne von "ich muss mich den Dingen stellen und mir Hilfe suchen, weil es keinen Sinn macht, den Kopf in den Sand zu stecken und davon auszugehen, dass mir nichts passiert"

Steph
12.07.2005, 16:52
Roland, ich bin wirklich baff. Genau das ist es, was ich seit einiger Zeit versuche, auszudrücken. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Sendung selbst habe ich nicht gesehen. Ich finde es schade, wie ich bislang ja hier laß, dass TV ein "normales Leben", welches man als "Dicke" ja nun auch führen kann, nicht zeigen mag. Ein Schelm, der böses denkt, dass man dabei noch provoziert wird und den Leuten eine gewisse Meinung vorlegt.

Stellt Euch doch einmal vor, wie es wäre, wenn normalgewichtige Menschen sehen, dass man als Dicke/r nicht nur isst. Nein, man hat Spass, man hat Arbeit, man führt seinen Haushalt, man geht vielleicht sogar Sport machen, man geht einkaufen und so weiter und so fort. Und ja, man kann sich sogar als Dicke/r gesund ernähren, auch wenn er es nach außen durch seine Hülle nicht zeigt bzw. nicht zeigen kann.

Mehr habsch nicht zu schreiben,
:LG: Steph(chen)

Darcy
12.07.2005, 16:55
Angst kann aber auch lähmen und Menschen daran hindern, überhaupt etwas zu tun.

Ich persönlich halte von "Horrorbildern" nicht (mehr) viel.
Als Krankenschwester habe ich immer wieder erleben müssen, dass diese Angstmacherei nix bringt - bestes Beispiel Raucher. Wer kennt nicht die Bilder von schwarzen Lungen, Raucherbeinen usw? Und welcher Raucher hat aufgrund solcher Bilder wirklich mit Rauchen aufgehört? Ich persönlich kenne keinen einzigen. Dafür habe ich immer wieder erlebt, wie frisch beinamputierte Raucher noch mit Infusionsflasche zur Raucherinsel gefahren sind, wie sich Patienten, grad runter von der Intensivstation, wo sie künstlich beatmet werden mußten, im Rollstuhl zum Rauchen fahren ließen - obwohl sie mit den Folgen selbst konfrontiert wurden.
Abschreckung bringt meiner Meinung nach gar nix.

Auch wenn ich Bilder von extrem dicken Menschen sehe, hilft mir das nicht.
Es bringt mich absolut nicht weiter bei der Bearbeitung meiner ES, im Gegenteil, manchmal löst es sogar einen Essanfall aus.
Früher hab ich dann immer gedacht "nein, so dick wirst Du nicht, spätestens bei 70 (80, 90, 100) Kilo ziehst Du die Notbremse und machst eine Diät.
Und was ist? Ich hab weiter zugenommen und konnte es nicht stoppen.

Was die Spätfolgen von Übergewicht angeht:
Meine Oma war nie sehr schlank, hatte immer ein Gewicht von ca. 80 Kilo (bei 1,60Größe), manchmal auch etwas mehr. Ist nun kein extremes Übergewicht, aber eben auch jenseits von dem propagierten Idealgewicht. Oma ist inzwischen fast 95 und erfreut sich guter Gesundheit, außer einem Blasentumor und einem schwachen Herz (was erst in den letzten zwei Jahren auftrat und definitiv altersbedingt ist) fehlt ihr nix. Sie hat auch keine Gelenkprobleme (die Hüften und Knie sind noch Originalbauteile), lediglich Osteoporose plagt sie. Glücklicherweise hatte sie ihr Übergewicht, was ihr half, die OP wegen dem Blasentumor sowie ein paar Grippewellen durchzuhalten - inzwischen ist sie ziemlich schlank geworden.

Meine Mutter ist inzwischen auch schon Mitte 60 und ebenfalls übergewichtig. Meist wiegt sie um die 90 Kilo, manchmal (durch Crashdiäten oder WW) hatte sie auch mal was abgenommen, nahm aber danach immer wieder zu.
Auch sie hat keine Gewichtsbedingten Krankheiten, der Blutdruck ist eher zu niedrig, die Gelenke sind ok.

Beide Frauen haben nie wirklich Sport gemacht, meine Oma allerdings ist immer sehr gern spazierengegangen (und hatte immer ein flottes Tempo drauf). Meine Mutter dagegen ist 'ne absolute Schreibtischtäterin - von morgens bis abends im Büro am PC gewesen.
Seit sie nun in Rente ist (seit 2 Wochen ungefähr) geht sie nun jeden Tag schwimmen, was ihr sehr guttut.

Was ich damit sagen will - man MUSS nicht unbedingt Folgeerkrankungen haben, nur weil man übergewichtig ist. Was aber in unserer Familie immer wichtig war war gutes Essen, also nix Fertigprodukte und so, sondern immer selbstgekocht (und früher auch selbstgeschlachtet - wir kannten also unser Fleisch).

Ich denke nämlich, dass viele der sogenannten Übergewichtsfolgen weniger mit dem Gewicht als eher mit der falschen, ungesunden Ernährung zusammenhängen.

Darcy

Sophonisbe
12.07.2005, 18:52
Zur Abschreckung bestimmt Fakten zu überhöhen halte ich dagegen noch für legitim. So wie wir hier manchmal mit sarkastischen Übertreibungen Dinge auf den Punkt bringen, damit der andere weiß was gemeint ist. Da gehen wir nicht konform. Meiner Meinung nach sollen die Medien (umfassend) informieren - und nicht erziehen. Dass das ein frommer Wunsch ist, ist mir natürlich bewusst.

Ich glaube, wie Darcy, auch nicht an die Wirkung der Abschreckungsmethode. Ein Kieferchirurg, der mich mal dazu überreden wollte, meine sämtlichen eigenen Zähne, die durch "Knirschen" etwas beschädigt sind, durch Implantate ersetzen zu lassen (Eigenbeteilgung: ca. 12.000 Euro), statt mir die bekannte Schiene zu verpassen, hat mal versucht, mich mit abschreckenden Bildern zu überzeugen ("Und wenn Sie da nichts tun, dann sieht das bald SO aus.") Ich fand das billig und manipulativ und viel zu leicht durchschaubar. Und ich suchte mir einen neuen Zahnarzt, der, oh Wunder, fand, dass ich all meine Zähne behalten darf.

Wie diese Bildchen finde ich auch die üblichen Dickenglotz-Berichte ein wenig zu dick aufgetragen, um mich davon beeindrucken zu lassen. Ich sehe mich in meiner Intelligenz beleidigt, wenn man versucht, statt mit Argumenten mit krassen Bildern an mich heranzukommen. Denn wenn man mich schon überzeugen (oder im Falle des Kieferchirurgen auch: über den Tisch ziehen) möchte, dann, so finde ich, sollte man sich dabei auch ein wenig Mühe geben.

Unbeeindruckte Grüße, Sopho

simsalabine
12.07.2005, 18:55
@Roland::applaus: Genau das bringt es auf den Punkt. Eigentlich sollte man Deinen Beitrag als Rundbrief an alle Bundesbürger rausgeben.

Leider wird, ich schrieb es schon mal hier irgendwo, Selbstakzeptanz von vielen als Resignation ausgelegt. Nur weil ich nicht im Eiltempo in die nächste Apotheke sprinte, wenn es das neueste Bio-Herba-Slim-Sauf-Produkt (:krank: )gibt, habe ich resigniert. Und da kann man sich den Mund fusselig reden, es hilft nichts.

In dem Beitrag über Klaus T. und den Krankentransport konnte ich nur den Kopf schütteln. (auch wenns offensichtlich ein Fake war) Das hatte wirklich was von einer Kuriositätenschau. So nach dem Motto "Kuck mal den Typen an, der kommt ja gar nicht vor die Tür! Kein Wunder" Ich konnte nicht umhin, seinen Mut zu bewundern, sich der Kamera zu präsentieren. Mein Mann meinte dagegen ganz lapidar: Ich versteh nicht, wieso die, wenn die auf solche Transporte spezialisiert sind, keine Seilwinde dabei haben.

Nicht jeder sieht diese Beiträge so kritisch wie wir. Und zur Akzeptanz von Übergewichtigen tragen gerade solche "Filmchen" nicht bei... Auch wenn nicht alles negativ dargestellt war...

Kimmie
12.07.2005, 19:03
@Roland:

Ein wunderbarer Beitrag.:) Ich finde, Du solltest ihn auch in die Rubrik "Dick & gerade angeheuert" stellen, er erläutert den Unterschied zwischen Selbstakzeptanz und Resignation bzw. Glorifizierung von Übergewicht in einleuchtender, geradezu poetischer Weise.;)

Viele Grüße,

Kimmie

iko66
12.07.2005, 20:15
Selbstakzeptanz bedeutet nicht, sich selbst eine Freikarte dafür auszustellen, so lange essen zu dürfen, bis man platzt.[...]

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Stimmt es überhaupt, was andere über mich sagen?[...]

Selbstakzeptanz beginnt damit, erst einmal anzuhalten. Zu überprüfen: Bin ich dick, weil ich faul bin und zu viel esse, so wie es mir alle, auch mein Arzt sagen?[...]

Selbstakzepanz bedeutet, angehalten zu haben. Einen festen Stand eingenommen zu haben. [...]

Gruß

R.v.G.

Ich bin ja nun erst seit heute hier, und sollte mich wahrscheinilich eher zurückhalten, zumal mir ein Urteil eigentlich nicht zusteht, aber ich muss einfach mal ausdrücken, wie sehr Deine Worte, zumindest mich, berühren! Sie sprechen einem direkt aus oder direkt mit dem Herzen! Ich danke Dir für diesen und einige andere Beiträge, die ich heute im Laufe des Tages lesen durfte.
http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif

Als Neuling kann ich mich dem Vorschlag von Kimmie nur anschließen, diesen Beitrag in die Rubrik "Dick & gerade angeheuert" zu stellen. Er könnte dort, zusammen mit dem Beitrag "Kannst Du es hören?" dafür sorgen, dass Menschen wie ich sich aufgefangen und zum Eintreten eingeladen fühlen (so geschehen in meinem Fall)

Liebe Grüße
iko

Jesse
13.07.2005, 00:11
@Solitude
Ich fand den FOCUS-Bericht nicht einseitig. Er war nicht durchgehend Dicken-freundlich. Aber auch das wäre ja wieder einseitig, oder?

Ich habe auch nicht den Anspruch, dass ein Bericht dickenfreundlich sein soll, aber menschenfreundlich fänd ich schon klasse. Der Zweck heiligt meiner Meinung nach eben nicht die Mittel.

Solitude:
Was mir auffällt ist, dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird:
Jemand „mager“ zu nennen ist o.k., jemand „fett“ nicht.
Also für mich sind Kategorien (wenn es denn schon „Schubladen“ sein sollen…) wie mollig, dick, sehr dick, fett und sehr fett genauso in Ordnung wie schlank, dünn, sehr dünn, mager und sehr mager.

*staun* Also ich sehe das anders: Hats du das gleiche Gefühle, wenn ein Tantchen zu dir sagt "Mensch, bist du dick geworden" oder "Mensch, bist du fett geworden?"

Bei mir löst dies ganz unterschiedliche Gefühle aus, resultierend auf erfahrung. Die fiesesten Sprüche, die ich in meinem Leben eingeschenkt bekommen habe, waren mit "fett" versehen, auch zu Zeiten, als ich gerade mal 10 kg Übergewicht hatte und sehr durchtrainiert war - eindeutig böse Absicht.

Meiner Meinung nach hinkt der Vergleich "fett" und "mager", da dicken und sehr schlanken Menschen unterschiedliche Gefühle entegegen gebracht werden. Sehr schlank gilt in unseren Kulturkreisen als Schönheitsideal (siehe Models).

Selbst wenn "mager" als Bezeichnung verwendet wird (was nicht sein muss), wird nicht die Latte an Vorurteilen impliziert die sich mit "fett" verbinden.

Jesse

Solitude
13.07.2005, 06:45
Angst kann aber auch lähmen und Menschen daran hindern, überhaupt etwas zu tun.
Abschreckung bringt meiner Meinung nach gar nix.
Du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass auch solche Reaktionen möglich sind. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf so etwas.


Was die Spätfolgen von Übergewicht angeht:
Meine Oma war nie sehr schlank, hatte immer ein Gewicht von ca. 80 Kilo (bei 1,60Größe), manchmal auch etwas mehr. Ist nun kein extremes Übergewicht, aber eben auch jenseits von dem propagierten Idealgewicht. Oma ist inzwischen fast 95 und erfreut sich guter Gesundheit...

Meine Mutter ist inzwischen auch schon Mitte 60 und ebenfalls übergewichtig. Meist wiegt sie um die 90 Kilo...
Auch sie hat keine Gewichtsbedingten Krankheiten, der Blutdruck ist eher zu niedrig, die Gelenke sind ok.
Was ich damit sagen will - man MUSS nicht unbedingt Folgeerkrankungen haben, nur weil man übergewichtig ist. Was aber in unserer Familie immer wichtig war war gutes Essen, also nix Fertigprodukte und so, sondern immer selbstgekocht...Ich denke nämlich, dass viele der sogenannten Übergewichtsfolgen weniger mit dem Gewicht als eher mit der falschen, ungesunden Ernährung zusammenhängen.


Also zunächst hast du Recht, dass die Art der Ernährung sicher eine entscheidende Rolle spielt.
Das von der erwähnte Gewicht ist für mich eher "normales" Übergewicht.
Davon habe ich auch nicht geredet. Ich meinte, dass starkes Übergewicht
häufig gewichtsbedingte Krankheiten nach sich zieht.

Solitude
13.07.2005, 06:47
Ich sehe mich in meiner Intelligenz beleidigt, wenn man versucht, statt mit Argumenten mit krassen Bildern an mich heranzukommen.
Unbeeindruckte Grüße, Sopho

So schreibt ein Kopfmensch;) Aber Bilder erreichen oft unser Unterbewußtsein auch wenn der Kopf sie noch so oft aussperren möchte...

Solitude
13.07.2005, 06:54
@Solitude
Ich habe auch nicht den Anspruch, dass ein Bericht dickenfreundlich sein soll, aber menschenfreundlich fänd ich schon klasse. Der Zweck heiligt meiner Meinung nach eben nicht die Mittel.

Also auf die Gefahr hin, dass nun jemand meint, ich werde von FOCUS gesponsert:-D ich fand da nichts menschenverachtend...


*staun* Also ich sehe das anders: Hats du das gleiche Gefühle, wenn ein Tantchen zu dir sagt "Mensch, bist du dick geworden" oder "Mensch, bist du fett geworden?"
Wenn das als Beschimpfung gedacht ist, bin ich sicher ebenso sauer wie du.
Wenn ich seit der letzten Begegnung 100 kg zugenommen habe und objektiv gesehen fett und eben nicht mehr nur dick bin...werde ich es als Tatsache akzeptieren.

Bei mir löst dies ganz unterschiedliche Gefühle aus, resultierend auf erfahrung. Die fiesesten Sprüche, die ich in meinem Leben eingeschenkt bekommen habe, waren mit "fett" versehen, auch zu Zeiten, als ich gerade mal 10 kg Übergewicht hatte und sehr durchtrainiert war - eindeutig böse Absicht.
Dann ist es als Beleidigung verwendet worden in der Absicht dich zu kränken und nicht um einen objektiven Tatbestand zu beschreiben. Und dann wäre ich auch verletzt und würde mir das verbitten oder den Sprücheklopfer zum Optiker schicken:-D


Selbst wenn "mager" als Bezeichnung verwendet wird (was nicht sein muss), wird nicht die Latte an Vorurteilen impliziert die sich mit "fett" verbinden.
Da ist was dran, das "fett" ist schon negativer besetzt, da gebe ich dir auch Recht.
Aber wenn ich denn wirklich fett wäre würde ich es auch nicht besser finden, wenn man es verniedlichend umschreibt.
Aber es kann sein, dass ich da völlig alleine mit da stehe...mir ist Tacheles reden immer lieber als so ein verschämtes Umschreiben.

Na_Ich
13.07.2005, 08:40
ich rede auch gern Tacheles, aber ich habe gelernt, dass sich auch Tacheles in nicht verletzende Worte packen lässt ;)

Angua
13.07.2005, 09:00
Hallo Solitude,

es mag sein, daß DIr vermeindliches Tacheles reden lieber ist.
Aber ich, die ich bestimmt in die von Dir benannte Kategorie "fett" falle, sehe mich nicht als fett.
Ich bin doch nicht lediglich ein Stück Fleisch, schön mager oder sehr fett. An mir und in mir ist neben den Fettzellen noch viel anderes.
Und genauso, wie ich jemanden als sehr dünn bezeichne, kann ich jemanden auch als sehr dick bezeichnen. Warum muß das auf Teufel komm raus in Kategorien geteilt werden?
Hast Du da einen Vorteil von?
Beim Metzger bringt es vielleicht was, aber aber "fett" hat nun mal im alltäglichen Sprachgebrauch eine negative Konnotation.

Ich rede auch Tacheles, wenn man mir mit kräftig oder stark kommt, denn ich bin keinesfalls "kräftiger" als andere, dünnere Menschen. Aber das ich jetzt festlegen müßte, ok, bis dahin dick, bis dahin, sehr dick, bis dahin fett - nein, daß bringt genau gar nichts.

Was ist übrigens "objektiv fett"?
Wie Du in diesem Thread sehen kannst, gibt es höchstens subjektiv fett. Und die meisten hier sind subjektiv dick, nicht fett.

Liebe Grüße
Kirsten

Brockenhexe
13.07.2005, 09:17
Aber ich, die ich bestimmt in die von Dir benannte Kategorie "fett" falle, sehe mich nicht als fett.
Ich bin doch nicht lediglich ein Stück Fleisch, schön mager oder sehr fett. An mir und in mir ist neben den Fettzellen noch viel anderes.
Und genauso, wie ich jemanden als sehr dünn bezeichne, kann ich jemanden auch als sehr dick bezeichnen. Warum muß das auf Teufel komm raus in Kategorien geteilt werden?
Hast Du da einen Vorteil von?
Beim Metzger bringt es vielleicht was, aber aber "fett" hat nun mal im alltäglichen Sprachgebrauch eine negative Konnotation.


Dem brauche ich nichts hinzufügen, genauso sehe ich das auch!

Gruss aus Dortmund
Die Brockenhexe

Yvonne
13.07.2005, 09:38
Ich habe, während ich eure Beiträge gelesen habe festgestellt, dass ich mich selber als "fett" bezeichne. Und es deshalb auch nicht als besonders schlimm ansehe, wenn mir jemand sagt: "du bist aber fett geworden."
Anders sieht es auch wenn man das Wort "fett" als Beleidigung gegen mich benutzt.

Um andere zu beschreiben, benutze ich das Wort nie... Weil ich nicht weiß wie der andere auf dieses Wort reagiert.

Sally
13.07.2005, 12:16
Abgesehen davon, dass ich nie und gar niemals hören möchte, dass mich jemand als "fett" bezeichnet, würde mich in diesem Diskurs mal Folgendes interessieren (@ Solitude):

Wo genau ist die Grenze zwischen "normalem" und "starkem" Übergewicht?

und

Wo genau ist die Grenze zwischen "dick" und "fett"?

Na_Ich
13.07.2005, 12:29
ich weiß, ich und mein bodybuilder, aber jemand, der 100kg auf die Waage bringt, allerdings nur Muskeln, gilt der dann auch als Übergewichtig?

Rita
13.07.2005, 12:41
ich weiß, ich und mein bodybuilder, aber jemand, der 100kg auf die Waage bringt, allerdings nur Muskeln, gilt der dann auch als Übergewichtig?

:-D du und dein bodybuilder.

jo. der muskelmann gilt auch als übergewichtig, genauso, wie ein mensch mit 50% körperfettmasse als normalgewichtig gelten kann.

einfach weil die bmi-zuordnungen reines zahlenspiel sind.

hier (http://www.ungesundleben.de/gewicht.html#mmm) wird das (für kinder) sehr schön erklärt.

Johnny B. Goode
13.07.2005, 20:01
Neben meinem Dank für die vielen Sympathiebekundungen möchte ich euch mitteilen, daß der von euch für gut befundene Text nun auch im dick & Gerade angeheuert -Forum unter dem Titel "Was ist Selbstakzeptanz?" zu finden ist.

Gruß :)

R.v.G.

kampfzwerg
13.07.2005, 20:09
Neben meinem Dank für die vielen Sympathiebekundungen möchte ich euch mitteilen, daß der von euch für gut befundene Text nun auch im dick & Gerade angeheuert -Forum unter dem Titel "Was ist Selbstakzeptanz?" zu finden ist.
:applaus:

DANKE! Der Text wird einigen Vorbeisurfern in diesem Forum beibringen, was Sache ist und was uns die Selbstakzeptanz bedeutet.
Eigentlich sollten Erstleser automatisch in Dick & Gerade angeheuert geschleust werden. Das würde viele weitere Erläuterungen sparen und sicher auch jede Form von nichttechnischen FAQs.

Solitude
13.07.2005, 20:16
Ich entnehme euren Antworten, dass ihr die Kategorie "fett" generell als beleidigend und abwertend einstuft.

Also ich finde mich schon eher fett als dick aber es ist für mich (rein begrifflich) nicht so ein Problem. Es heißt ja auch Fettschürze und Fettzellen und nicht Dickschürze oder Dickzellen.

Wie Yvonne verwende ich den Begriff und finde ihn nicht schlimm. Durch eure Rückmeldungen habe ich aber verstanden, dass das für euch einen unakzeptablen, beleidigenden Charakter hat.

Also in Zukunft werde ich das hier nicht mehr verwenden.

Solitude
13.07.2005, 20:18
Abgesehen davon, dass ich nie und gar niemals hören möchte, dass mich jemand als "fett" bezeichnet, würde mich in diesem Diskurs mal Folgendes interessieren (@ Solitude):

Wo genau ist die Grenze zwischen "normalem" und "starkem" Übergewicht?

und

Wo genau ist die Grenze zwischen "dick" und "fett"?

Na ja so 20 kg zuviel halte ich noch für mäßiges (und vielleicht sogar gesundes) Übergewicht.

Und "fett" gibt es ab sofort nicht mehr...siehe oben:-D