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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dämon gebannt


yps
09.07.2005, 13:49
Über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, hab ich die Dinger gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Allein ihr Anblick konnte ich mich in Angst und Schrecken versetzen, weil er einfach viel zu viele schmerzhafte Erinnerungen weckt. Aber seit 2 Tagen ist alles anders - denn jetzt besitze ich selbst ... eine Waage!

Sie ist richtig hübsch, zeigt mein Gewicht kommentarlos in großen, freundlichen Zahlen an - und tut das sogar, ohne erst mal minutenlang zwischen ERROR!-Meldungen und sonstigen Anzeichen von Panik hin und her zu flackern. Was sie anzeigt, ist (bislang) ihr und mein Geheimnis. Und ich? Ich kann mich ohne jedes Gefühl von Scham oder Angst draufstellen. Ich kenne jetzt mein Gewicht und ich werde im Auge behalten, ob und wann es sich wie verändert, ohne mich davon terrorisieren zu lassen. Ich weiß gar nicht so recht, warum - aber ich fühle mich, als ob ich einen gaaaaaaaanz großen Drachen besiegt hättehttp://dickenstammtisch.de/forum/images/smilies/hopps.gif

Und jetzt wüsste ich gerne, wie das bei euch so ist - das Verhältnis zu Waagen. Habt ihr auch Angst vor diesen unscheinbaren Bestien, die so preudo-harmlos in Badezimmer-Ecken vor sich hinstauben? Kennt ihr euer Gewicht bzw. wollt ihr es kennen - oder auch lieber gar nicht so genau wissen?

Neugierige Grüße von
yps

kampfzwerg
09.07.2005, 14:02
Ob die Waage Freund oder Feind ist, weiß ich nicht. Sie ist einfach da. Lange lange Zeit besaß auch ich keine Waage und stellte mich nur dann auf eine, wenn ich mal morgens im Badezimmer meiner Eltern alleine war. Einen Drachen töten musste ich dafür nicht.
Als meine Mutter vor *überleg* nem guten Jahr glaube ich eine neue Waage kaufte, bekam ich die alte. In den ersten Wochen habe ich mich oft gewogen und mich dann geärgert. Es hat gedauert, bis ich einen gesünderen Modus für mich und meinen Kontrolleur fand. Berauschend ist es nicht, mich drauf zu stellen... aber gelegentlich tue ich es doch - in einer Mischung aus Masochismus und Neugierde. Eigentlich nutze ich die Waage nur dann, wenn ich merke, dass ich zu- oder abgenommen habe. Oft hängt das mit den "Tagen vor den Tagen" zusammen. Da nehme ich so 1-1,5kg zu und das verschwindet dann auch wieder. Seit etwa Dezember halte ich mein Gewicht halbwegs konstant +/- 2 kg. Ich nehme nicht wirklich zu, aber nach unten geht es auch nicht. Damit kann ich leben.

Steph
09.07.2005, 15:18
Tagchen,


also, auch ich habe eine Waage mir inzwischen zugelegt. Nun, eigentlich waren es meine Schwiegereltern in spe, als sie mir diese zu meinem diesjährigen Geburtstag schenkten (nun, ich habe mich gefreut- und war nicht sonderlich schockiert oder so). Nur leider wurde sie nun umgetauscht. Denn es kann nicht sein, dass ein Kind von 5 Jahren, als auch eines von 9 Jahren, recht schlank, 76 kg wiegt. Auch bei meinem Freund zweifelte ich die 120- 140 kg an, denn ein Mann, sehr schlank, der sonst 64kg plus/ minus 2 kg wog? Nein...

Nun habe ich eine Waage, die funktioniert. Und ich bin froh d'rüber. Natürlich hatte ich auch erst ein beklemmendes Gefühl gehabt. Vergangenes Jahr war ich seit Jahren wieder auf eine Waage. Aber ich wollte nicht immer damit warten, ob ich zum Doc oder zu Bekannten/ Freunde/ Familie komme, wo ich die Möglichkeit habe.

Angenehm, dass ich nun selbst mein Gewicht messen kann. Aber ich habe das Problem, dass ich überall woanders wiege. Am liebsten ist mir Waage bei meinem Diabetologen. Dort wiege ich ohne zu lügen 10- 20 kg weniger :grins:. Wie ich das schaffe, weiss ich leider auch nicht. Zu Hause sind die Ergebnisse immer ernüchternd gewesen.
Nun, bei meinem nächsten Besuch beim DiaDoc werde ich mich vorher zu Hause wiegen, und dort dann zur Kontrolle. Dann weiss ich, inwiefern die Waagen von einander abweichen.

Seitdem ich in Foren unterwegs bin, die die Intention zur Akzeptanz Dicker haben, habe ich auch weniger ein Problem, meinem Gewicht in's Auge zu sehen. Ich kann damit offensiver umgeben, wenn's auch noch nicht optimal ist.
Es gibt aber Menschen, wie meine ehemalige Klassenkameradin, die das absolut nichts angehen und mit denen ich darüber sicher nicht diskutiere...

Ich freu' mich mit Dir mit, yps :);
Steph(chen)

sombra_blanca
09.07.2005, 15:20
Ich hasse es, auf eine Waage gestellt zu werden und weigere mich auch konsequent.
Wir besitzen keine Waage und da bin ich auch recht froh drum. Ich weiß, wie viel ich ungefähr wiege und habe nicht direkt Angst davor, mich auf so ein Teil zu stellen, allerdings habe ich Angst davor, dass diese doofe Zahl mich dann zu sehr beschäftigt und zu viel Raum in meinem Leben einnimmt. Deshalb stelle ich mich "präventiv" auf keine.
Ich sehe ja an meinen Klamotten, ob ich zu- oder abgenommen habe. Die Zahl ist für mich ziemlich unerheblich.

LG,

Sombra

stübbken
09.07.2005, 18:41
Bei uns steht eine Waage und ich benutze sie auch....Es ist nett, wenn ein treuer, alter Kumpel jeden Morgen dasselbe zu Dir sagt ( Du wiegst 98 kg und das ist immer noch zu viel!)....was mich aber heutzutage relativ kaltläßt....

Ich kann mich aber an Zeiten erinnern, wo dasselbe Gerät bei mir heftigste Emotionen ausgelöst hat! ("Du wiegst 100g weniger! Jubel-Freude-Seligkeit!" oder: Du wiegst schon wieder 2 kg mehr. Mußte die Pizza Prosciutto-Funghi mit doppelt Käse gestern abend wirklich sein? Reue-Schuldgefühle-Selbstvorwürfe-tiefe Depression).

stübbken

P.S. Hat ein Dicker mit dem Sternzeichen Waage größere Probleme mit der Selbstakzeptanz als andere Dicke mit wertneutralem Sternzeichen? (LOL)

Stöpsel
09.07.2005, 21:22
ich habe seit...*rechne*...15 jahren keine waage mehr :cool: .ich weiß auch so ungefähr, was ich wiege, alleine an der kleidergröße kann ich sehen, daß ich etwas weiter von der 34/36 entfernt bin - aber nur ein wenig :-D


mir ist es einfach zu blöd mich zum honk zu machen. nachdem ich mich selber über jahre terrorisiert habe(5x am tag auf die waage), habe ich das ding irgendwann in hohen bogen aus dem fenster geworfen. seit der zeit kommt mir sowas nicht mehr ins haus. ob ich zunehme oder abnehme, merke ich auch so, da muss ich mich nicht zum zahlenkasper machen.

Stöpsel

Solitude
09.07.2005, 23:35
Hat ein Dicker mit dem Sternzeichen Waage größere Probleme mit der Selbstakzeptanz als andere Dicke mit wertneutralem Sternzeichen? (LOL)

Gute Frage :-D ... vielleicht dann wenn Sternzeichen Jungfrau größere Probleme mit Männern hat:baeh2:

Zum Thema:
Ich merke Gewichtsverlust oder - zunahme auch an anderen Dingen, meine Uhr kneift oder nicht (Metallarmband...) und natürlich an den Klamotten.
Im Moment finde ich es wunderbar, dass ich wieder Hunger und Sattsein spüren kann und habe nicht das geringste Bedürfnis mir dieses schöne Gefühl durch Zahlen verderben zu lassen.
Aber ich denke so in 1 oder 2 Monaten darf die Waage mal sprechen:ja:

Steph
10.07.2005, 00:49
Gewichtsverlust anhand von Kleidung festzustellen ist eine Sache... Bei mir ist es dummerweise so, dass fast alle Hosen nach einer Weile anfangen, zu rutschen. Während Oberteile nach dem x-ten Waschgang eingehen zu scheinen.

Für mich ist es im Grunde wichtig abzunehmen, damit es mir aufgrund von verschiedenen Symptomen besser geht. Was genau mit dem Gewicht zusammenhängt, weiss man bei mir nicht. Aber ich möchte das Gewicht "dokumentiert" wissen.

Ich wiege mich alle 2- 3 Tage mal. Bei meiner Diabetes- Schulung sagte man mir, dass einmal die Woche vollkommen reicht. Aber wir haben so eine schöne, neue Waage. Da muss man es dann mehrmals (= öfters) ausprobieren *g*.

Martina
10.07.2005, 09:24
Ich habe auch (wieder) eine Waage. Lange habe ich mich nicht gewogen bzw. nur alle sechs oder acht Wochen in der Apotheke. Und dann ist es einmal passiert, dass ich innerhalb von vier Wochen 15 kg zugenommen habe und es NICHT an den Klamotten gemerkt habe. Ich trage ziemlich weite Blusen und Stretchhosen. Die machen so was noch mühelos mit.

Ich habe eine Stoffwechselerkrankung, die hohen Einfluss auf mein Gewicht hat. Ich musste einsehen, dass die Gewichtskontrolle ein Teil ist, diese Erkrankung zu beobachten und im Zaum zu halten.

So wiege ich mich auch 2-3mal die Woche, aber ich verbinde keine Emotionen damit.

Martina

Sophonisbe
10.07.2005, 12:47
Ich besitze keine Waage. Bewusst nicht. Waagen in anderer Leute Badezimmer lassen mich kalt; ich habe nicht das mindeste Verlangen darauf zu steigen, und ich fürchte und hasse sie auch nicht. Ich weiß nur einfach, dass es besser für mein Seelenheil ist, wenn ich keine Zahl sehe. Ich kenne mich, Zahlen können mich sehr beschäftigen, vor allem mit der Denkrichtung "Es sind nur zweieinhalb Kilo, dann wärst du unterhalb von...". Und das sind einfach nicht diejenigen Gedanken, die ich mir machen möchte.

Allerdings muss ich bei einem gewissen Internisten jedes Mal aufs neue einen kleinen Kampf ausfechten. Dort wird, bevor man den Arzt überhaupt zu Gesicht bekommt, routinemäßig gewogen, Blutdruck und noch irgendwas gemessen. Und das mache ich nicht mit, trotz sehr elaborierter Überredungsversuche der Arzthelferin. Klugerweise misst sie den Blutdruck immer *nach* dieser Debatte... :-D

Dralle Deern
10.07.2005, 13:34
Habt ihr auch Angst vor diesen unscheinbaren Bestien, die so preudo-harmlos in Badezimmer-Ecken vor sich hinstauben? Nicht mehr, seit ich diese Bestie aus meinem Leben verbannt habe. :smile1:

Kennt ihr euer Gewicht bzw. wollt ihr es kennen - oder auch lieber gar nicht so genau wissen? Ich wurde zuletzt im Sommer 2002 von meinem damaligen Hausarzt gewogen ... um es mal nicht in Zahlen auszudrücken: nach der Bocca-Formel (Körpergröße in cm minus 100) dürfte ich 2 Personen sein. :hihi: Da ich einige meiner Kleidungsstücke schon lange trage, gehe ich nicht davon aus, dass sich mein Gewicht seitdem extrem in die eine oder andere Richtung verändert hat.

ob ich zunehme oder abnehme, merke ich auch so, da muss ich mich nicht zum zahlenkasper machen. Eben, so sehe ich das nämlich auch. Warum sollte ich meine Laune von einer Zahl abhängig machen, die ich irgendwann sehe? Und was soll mir diese Zahl sagen, wenn ich sie denn in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen sehe? Ich ernähre mich sehr bewusst, verzichte weitestgehend auf Fertigprodukte und sonstiges Nebenbei und meine jetzige Ärztin bescheinigte mir erst vor kurzem beste Blutwerte. Sie sagte sogar, sie wünschte, alle ihre schlanken Patienten hätten solche Cholesterinwerte wie ich. Da ich offensichtlich mit der Ernährung alles richtig mache, würde mir regelmäßige Wiegen nur noch bewusster machen, dass ich an meinem Gewicht nach unten kaum etwas ändern kann. Das weiß ich ohnehin, auch ohne es mir ständig vor Augen zu halten.

milane
10.07.2005, 21:54
Die meiste Zeit interessiert mich das staubige uralte Ding unterm Klo
nicht im geringsten,
aber alle paar Monate gerate ich in seltsame unruhige Stimmung,
schleiche ein paar Stunden oder Tage durm rum, bis ich die Neugierde siegt.
Obwohl ich es eigentlich besser weiß. Bis jetzt hat das Wiegen mir noch immer Probleme gemacht. Die letzten 2 male hatte ich zwar keinen FA im Laufe des nächsten Tages (du bist zu schwer-du musst abnehmen-du darfst nicht so viel und nichts ungesundes essen-ich habe Hunger), aber eine kleine Krise ist immer drin.
Die groben Veränderungen merke ich hoffentlich auch so, und selbst wenn...
was nützt es mir, die Zahl zu kennen.

Martina
10.07.2005, 22:09
43 Öhem, und was bedeuten die Zahlen in Deiner Signatur?;)

Maxima
10.07.2005, 22:27
Wir haben eine gute und eine böse Waage. Beide stehen genau nebeneinander und trotzdem zeigt die böse Waage immer so 6-7 Kilo mehr an.

In unserer Gewichtsklasse..

Wenn unser altes Kind nämlich drauf geht(ca 70 Kilo), ist die böse Waage immer so 3 Kilo netter.

Zur Zeit ignoriere ich sie beide! :)

Fall`s ich trotzdem mal Lust habe, mir den Tag zu versauen, nehme ich mir die böse Waage vor. Ich sehe das Gewicht - bin entsetzt:frust: - und freue mich, dass es mir ansonsten gut geht!:holy:

LG Ina-Maike

Murmel
11.07.2005, 10:37
Witzig, einen solchen Thread will ich auch seit ein paar Tagen starten. Schön, dass es mir jetzt jemand abgenommen hat.

Waagen sind für mich tatsächlich ein Problem. Von Kindesbeinen an wurde ich regelmäßig vermessen und gewogen, immer begleitet von Gefühlen der Scham und der Demütigung. Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe mich geweigert, das auch nur noch ein einziges Mal mitzumachen. Konsequent, wie ich bin, habe ich das auch durchgezogen - bis heute. Nicht mal in meinen 1000 kcal-am Tag-Jahren habe ich mein Gewicht kontrolliert (vielleicht auch besser so, da das, wie ich mich kenne, auch zwanghaft hätte werden können). Es ist nicht so, dass ich Angst davor hätte, mein Gewicht zu wissen. Wie viele von euch schon geschrieben haben, ist es einfach nur eine Zahl, eine Hausnummer. Trotzdem überfluten mich schon beim Anblick solcher Geräte derartig viele negative Gefühle, dass ich mich einfach nicht überwinden kann, da drauf zu steigen.

Ob ich das wohl jemals wieder loswerde?

Diomera
12.07.2005, 11:54
Öhem, und was bedeuten die Zahlen in Deiner Signatur?http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif

Nachdem von Milane nichts kam mutmaße ich mal - die 43 ist die Zahl aus "per Anhalter durch die Galaxis". Dort gab das klügste Computersystem der Welt - das auch nur zum Zweck entwickelt wurde diese Frage zu beantworten - auf die Frage nach dem Sinn des Lebens die Antwort "43".

Insider wissen, dass der Auto der Überzeugung war, als er im Alter von 43 Jahren geschieden wurde begann das Leben für ihn wieder einen Sinn zu haben.

@Milane liege ich richtig?

Diomera
12.07.2005, 12:07
Zum Thema Waage.

Leider leider bin ich da (noch) sehr gestört. Ich gehöre zu den Leuten, die 5 bis 8 mal am Tag auf die Waage steigen. Ich nehme mir immer wieder vor, 1 x in der Woche wiegen zur Kontrolle genügt - halte das aber nicht durch.

Dieses zwanghafte Wiegen begleitet mich seit meinem 13. Lebensjahr. Ich war als Jugendliche sehr dünn und hatte Panik zu dick zu sein. Zwischen meinem 30. und 45. Jebensjahr war ich "normalgewichtig" und hatte Panik zuzunehmen. In den letzten 5 Jahren habe ich 25 Kg zugenommen...und versuche gerade mich mit mir selber anzufreunden. Ich brauchte wohl auch einen "Panzer" um mit einer schwierigen Lebensphase zurechtzukommen. Dieses Forum hilft dabei...

Murmel
12.07.2005, 13:45
Nachdem von Milane nichts kam mutmaße ich mal - die 43 ist die Zahl aus "per Anhalter durch die Galaxis". Dort gab das klügste Computersystem der Welt - das auch nur zum Zweck entwickelt wurde diese Frage zu beantworten - auf die Frage nach dem Sinn des Lebens die Antwort "43".

Nein! Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und dem ganzen Rest lautet 42 !

Diomera
12.07.2005, 14:31
Nein! Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und dem ganzen Rest lautet 42 !

Ups - Knapp daneben. Das macht das Alter...;)

frauvonheute
12.07.2005, 14:34
:offtopic:

Vielleicht steht es ja für den spanischen Likör "43", der in Milch oder im Cocktail genossen einfach ein Traum ist! :party:

Babs

milane
15.07.2005, 20:56
Das ist zwar komplett :offtopic: , aber da Martina angefangen hat, darf ich doch mal,oder? ;)

Diomera war ganz nah dran mit ihrer Vermutung. Und Murmel hat auch recht.
43 ist allerdings die im bisher unveröffentlichten sechsten Band der fünfbändigen Trilogie revidierte Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. ;)

Im Ernst, diese Zahl sagt nichts über mein Gewicht aus, falls du das gedacht hast, Martina. Höchstens über mein geistiges Gewicht.
Ich bin also hiermit als Pseudo-Fan und Chaos-Lady (konnte das Buch einfach nicht finden, sonst hätt ich nachgeschaut) geoutet. :peinlich:
Obwohl die Sache mit dem Likör mir auch gefallen könnte.

Und jetzt Schluss mit :offtopic:
Ich verzieh mich lieber. Soviel aufhebens um den dummen kleinen Scherzkeks.
:flucht2: :flucht2:

Rubensweib
16.07.2005, 11:55
Witzig, einen solchen Thread will ich auch seit ein paar Tagen starten. Schön, dass es mir jetzt jemand abgenommen hat.

Waagen sind für mich tatsächlich ein Problem. Von Kindesbeinen an wurde ich regelmäßig vermessen und gewogen, immer begleitet von Gefühlen der Scham und der Demütigung. Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe mich geweigert, das auch nur noch ein einziges Mal mitzumachen. Konsequent, wie ich bin, habe ich das auch durchgezogen - bis heute. Nicht mal in meinen 1000 kcal-am Tag-Jahren habe ich mein Gewicht kontrolliert (vielleicht auch besser so, da das, wie ich mich kenne, auch zwanghaft hätte werden können). Es ist nicht so, dass ich Angst davor hätte, mein Gewicht zu wissen. Wie viele von euch schon geschrieben haben, ist es einfach nur eine Zahl, eine Hausnummer. Trotzdem überfluten mich schon beim Anblick solcher Geräte derartig viele negative Gefühle, dass ich mich einfach nicht überwinden kann, da drauf zu steigen.

Ob ich das wohl jemals wieder loswerde?


Mir gehts wie Dir Murmel.
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich vor zwei Wochen entschlossen meine Ernährung umzustellen. Ich versuche mich mehr zu bewegen, gesund (und kontrolliert) zu essen und meinen Süssigkeitenverzehr zu verringern. Zusammen mit der Therapie ein ganz schöner Brocken.
Ich hab mich vehement geweigert auf eine Waage zu steigen. Und ich werde es auch nicht tun.
In der letzten Therapiestunde vor den Ferien ( :hopps: ) hat meine Therapeutin mich gefragt, WAS denn so schlimm an Waagen ist, die würden ja scheinbar eine besondere Rolle in meinem Leben spielen.

Schlimm ist für MICH, das ich mich damit selbst unter Druck setze.

Das ich, immer wenn ich sehe das ich abnehme, sofort auch in Duckstellung gehe, so nach dem Motto: aber es kommt ja doch alles wieder drauf.

Und schlimm ist für mich, das ich Zeit meines Lebens in Zusammenhang mit Waagen vorgeführt wurde.




sei es wöchentlich beim Arzt aufzulaufen, um die Abnahme zu kontrollieren und zu protokollieren :notier:
sei es, dass dabei nicht besonders feinfühlig vorgegangen wurde und es schon mal vorkam, dass im Beisein anderer Patienten das Gewicht lautstark angesagt wurde
sei es, dass ich jeden Morgen (sogar im Rollstuhl) zur Waage geschoben wurde, als ich mit meiner Lungenembolie im Krankenhaus war, da die mich da natürlich sofort auf 1000 Kalorien gesetzt haben und in den 10 Tagen die ich da war, ja schließlich Erfolge sehen wollten. :roll:
Damals hatte ich noch nicht die Kraft zu sagen: NEIN! :stop:
Bis hier hin und nicht weiter! DAS ist meine INTIMSPÄHRE! :sonicht:

Ich bin dann dazu übergegangen, den Arzt zu wechseln, wenn er mich wiegen wollte. :baeh2:

Das alles hat zu einem sehr gestörten Verhältnis zu Waagen geführt.
Seit mehreren Jahren habe ich keine Waage mehr. Ich spüre, das ich mich verändere, wenn ich spüre, das die "Anpassungsfähigkeit" meiner Klamotten sich verändert. So oder so - in welche Richtung auch immer.

Ich muß allerdings gestehen, dass ich mir im Moment manchmal wünsche, eine Waage zu haben - damit ich mal SEHEN kann, wie mein Gewicht sich verändert.
Ob meine Ernährungsumstellung irgendwelche Auswirkungen hat. Aber ich werde mich in Geduld üben bis Ende August - dann werden die Blutwerte wieder überprüft und wir werden sehen. :)

Steph
16.07.2005, 13:50
Dieses beim Arzt gewogen und gemessen zu werden, ist unangenehm. Vor allem, wenn es so "menschenunwürdig" wie bei Rubensweib passiert. Das muss nicht sein.


Der einzige Arzt, bei dem ich gewogen werde, ist in meiner diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber das liegt nicht an mir, sondern das machen sie bei jedem Patienten. Allerdings ist es noch nicht dabei vorgekommen, dass ich mich diesbezüglich schlecht behandelt gefühlt habe.

Natürlich ist es kein angenehmes Gefühl, aber es gibt Dinge, die müssen einfach sein. Und gemacht werden. Ganz klar.

stübbken
16.07.2005, 17:14
Beim letzten Wiegen bei meiner Hausärztin, die jetzt wieder meine Betreuung im Rahmen des Diabetes übernommen hat, ist es passiert! - Ich war cool und gelassen!!!!

Also ich hatte mich vorher schon zuhause gewogen und war auf 100 kg gekommen. Die Waage bei meiner Ärztin steht in einem mit Vorhängen abgeteilten Raum. Zum Wiegen wurde ich an anderen Patienten vorbeigeführt....Die Waage zeigte 85 kg und ich habe protestiert....Mithilfe einer weiteren Sprechstundenhilfe und viel Gelächter und lautstarker, fröhlicher Diskussion ist es dann doch gelungen, mich korrekt zu wiegen - das erste Ergebnis beruhte auf einem Bedienungsfehler! - und die anderen Patienten konnten Alles mithören.....

Es war mir nicht peinlich! Ich habe mich nicht geschämt! Ich fand die Situation, in der ich früher vor Scham vergangen wäre, l u s t i g - was das letztlich für mich bedeutet, ist mir erst durch Eure Aussagen klar geworden....Ich hab, als es passierte, gar nicht weiter drüber nachgedacht!!!!

stübbken (glücklich).

Maxima
17.07.2005, 00:20
Es war mir nicht peinlich! Ich habe mich nicht geschämt! Ich fand die Situation, in der ich früher vor Scham vergangen wäre, l u s t i g - was das letztlich für mich bedeutet, ist mir erst durch Eure Aussagen klar geworden....Ich hab, als es passierte, gar nicht weiter drüber nachgedacht!!!!

stübbken (glücklich).

Ich denke, Du bist mit Dir und Deinem Gewicht im Reinen - schön!:applaus:

Eigentlich ist unser Gewicht ja nur eine Zahl. Ob wir dick oder dünn sind, sieht man schon, wenn man uns gegenüber steht. Für andere Menschen ist diese Zahl sicherlich nichts Unerwartetes. Warum ist uns uns manchmal nur so unangenehm, dass diese Zahl ausgesprochen wird?:confused:

Nein - eigentlich ist sie nicht wichtig!:)

Ich bin so, wie ich bin und solange ich noch in meine Hose passe, ist alles ok!;)

LG Ina-Maike

Rubensweib
17.07.2005, 09:29
Für andere Menschen ist diese Zahl sicherlich nichts Unerwartetes.

Ich habe da eine andere Erfahrung gemacht.
Sie wissen zwar das wir dick sind, aber sobald die Zahl dreistellig wird, reicht die Vorstellungskraft der "Normalgewichtigen" nicht mehr aus.

Ich kann auch nicht gut schätzen, aber ich habe, wenn ich einen dicken Menschen sehe, doch eine ungefähre Vorstellung wieviel Kilo es sind - auch wenn mich das nicht wirklich interessiert.

Die Mehrzahl meiner Freunde/Verwandten/Bekannten/Kollegen würden wahrscheinlich doch ernste Fassungsprobleme bekommen, wenn ich eine konkrete Zahl nennen würde.
Bei mir kommts öfter vor, wenn ich mir Gedanken mache, ob mich bestimmte Sachen noch gewichtsmäßig tragen (z. B. die Leiter zu meinem Dachboden), das mir gesagt wird: "Ach, locker - mach Dir nicht so viele Gedanken, wir haben auch so eine und mein Mann kommt da doch auch hoch mit seinen 100 Kilo!"
Nicht das ich falsch verstanden werde - ich finde es sehr nett, wenn man mich auf 100 Kilo schätzt :baeh2::cool2:, aber realistisch ist das in keinster Weise....:grins:

Mir scheint, das die Zahlen die über 99 Kilo angezeigt sind, da nicht besonders gut beurteilt/eingeschätzt werden können. Wie sollten sie auch - sie waren ja nie da.... :cool:


Warum ist uns uns manchmal nur so unangenehm, dass diese Zahl ausgesprochen wird?:confused:

Also MIR ist das unangenehm, weil ich einfach schon zu oft das fassungslose Entsetzen in den Gesichtern gesehen hab.
Ich lese darin: "Wie konnte es sooooweit kommen?" "Wieso konntest Du das nicht verhindern?" "Wie kannst Du DAMIT leben?" oder auch: "Warum reißt Du Dich nicht zusammen?"
Und um das zu vermeiden, nenne ich grundsätzlich nicht mein Gewicht. Mal davon abgesehen, das ich es gar nicht kenne....

:cool: Rubensweib

Dralle Deern
17.07.2005, 10:24
Sie wissen zwar das wir dick sind, aber sobald die Zahl dreistellig wird, reicht die Vorstellungskraft der "Normalgewichtigen" nicht mehr aus.
...
"...wir haben auch so eine und mein Mann kommt da doch auch hoch mit seinen 100 Kilo!" Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass in den Köpfen der Leute der Begrif "100kg" für dick steht. Darüber geht nichts.

Warum ist uns uns manchmal nur so unangenehm, dass diese Zahl ausgesprochen wird? Man sieht ja schon, dass ich dick bin, da muss ich ja nicht noch die Leute mit der Nase drauf stoßen, wenn ich sage, ich wiege gute 100kg. Genausowenig schätze ich es, wenn aus meiner Kleidung das Größenschild hervorlugt (nur bei einer Hose hab ich's drin gelassen, da ist nämlich versehentlich 36/38 eingenäht :grins: ). Es ist natürlich objektiv betrachtet Unsinn, denn wir sind nun einmal dick. Aber vielleicht ist es das gleiche, wie mit Schulden. Wer zahlungsunfähig ist, liest ungern seine Kontoauszüge, weil ihm das ganze Elend schwarz auf weiß entgegenschreit.

kampfzwerg
17.07.2005, 10:43
Mir ist es auch immer wieder begegnet, dass die Hürde von 100kg in etwa das Höchste ist, was sich solche Leute vorstellen können, die alles was 5kg über Idealwert liegt schon für krankhaft übergewichtig erachten.
Ich selbst habe zeitweise knapp über 100kg gewogen. Nur wenige wissen mein Gewicht. Damals fragte mich mal eine Bekannte vorsichtig, was ich denn wiegen würden, denn ich hätte ja (hier folgte der bei solchen Fragen typische Räusperer) anscheinend ein wenig zugelegt. Nach der Nennung des Gewichts folgte eine sketchmäßige Reihe von Gesichtszügen und Geräuschen, die ich einigermaßen originalgetreu zusammenstellen möchte:
Kinnlade runter, Augen ungläubig entsetzt auf meinen Körper gerichtet, "äh", "nun ja", "uff", Kinnlade langsam wieder nach oben fahrend, Blick an Intensität verlierend, "Das ist ja - äh - viel. Mehr *räusper* als ich dachte!".
Selbst meine Hausärztin war über die 102kommairgendwas entsetzter als ein halbes Jahr vorher über 98.
Dreistellige Zahlen werden glaube ich nur als Einzahlungsbetrag auf dem Girokonto, bei Autobahnreisegeschwindigkeiten und Ferrari-PS positiv bewertet. Beim Gewicht kommt der Wert für viele einem no-go gleich. Es ist für die unvorstellbar. So ist das leider mit Scheuklappen und engstirnigen Denkweisen: Es kann dann einfach nicht sein, was nicht sein darf!

Sally
18.07.2005, 08:41
Oooooh ja, das kenne ich aber auch sehr, sehr gut.

Und die Frage Warum ist uns uns manchmal nur so unangenehm, dass diese Zahl ausgesprochen wird? kann ich auch nur so beantworten, dass die Leute echt der Ohnmacht nah sind, wenn man Zahlen ausspricht wie 110, 120, 130 ... kg. Kein (schlanker) Mensch kann sich offenbar vorstellen, dass man jenseits der 100 überhaupt noch aufrecht stehen kann.

Aber mal ehrlich ... ich sag's euch ganz offen: Es hat mal eine Zeit in meinem Leben gegeben, da habe ich behauptet, "wenn ich jemals über 100 kg wiege, dann bringe ich mich um, denn das kann kein lebenswertes Leben mehr sein.

Okay, da war ich Mitte 20, aber trotzdem erschreckt mich das heute sehr ... denn mein Leben ist heute ganz wunderbar lebenswert - auch wenn ich es natürlich schon fände, 30-40 kg weniger zu wiegen. Aber was die menschliche Seite betrifft, bin ich heute reich.

Aber mit Gewichtsangaben bin ich immer noch vorsichtig. Eben weil ich die Reaktionen kenne. Ich bin dick ... und das sieht man. Das muss reichen. Und was das Wiegen bei Ärzten betrifft, habe ich ja gerade erst die nette Erfahrung gemacht, dass mein Gewicht stillschweigend abgelesen und eingetragen wurde. So soll es sein.

Für Kleidung gilt bei mir auch: Alle Etiketten trenne ich raus. Denn für Größen wie 56/58 gilt es genauso ... für viele 38/40-Trägerinnen liegt sowas jenseits ihrer Vorstellungskraft ...:ohnmacht: (OT: Ich liebe diesen Smiley!). Da es aber im Schwimmbad oder auch daheim mal vorkommen kann, dass der Blick auf das Innenleben eines Stück Garderobe fällt ... sorge ich lieber vor. Ich will schließlich keine Bewusstlosen hier rumliegen haben.

Solitude
18.07.2005, 10:35
Kein (schlanker) Mensch kann sich offenbar vorstellen, dass man jenseits der 100 überhaupt noch aufrecht stehen kann.


:-D Und wie wir stehen, wie ne eins :-D


Aber mit Gewichtsangaben bin ich immer noch vorsichtig. Eben weil ich die Reaktionen kenne. Ich bin dick ... und das sieht man. Das muss reichen.

Für Kleidung gilt bei mir auch: Alle Etiketten trenne ich raus. Denn für Größen wie 56/58 gilt es genauso ... für viele 38/40-Trägerinnen liegt sowas jenseits ihrer Vorstellungskraft ...:ohnmacht:

Auf die Idee komme ich heute gar nicht mehr. Ich erinnere mich aber, dass ich das als Teenie gemacht habe, wenn statt Gr. 36...38 oder 40 drinstand.
Ich bin auch sicher, dass die, die nicht dick sind, den Unterschied zwischen 50 und 56 eh nicht wissen.

Und wie weiter oben schon jemand sagte...sowas ist mir neulich beim Aussuchen einer Hängematte auch passiert. "Da können Sie sich ruhig reinlegen, die hat mein Mann mit seinen 90 kg schon getestet." Ah ja:baeh:

Steph
18.07.2005, 11:05
Und wie weiter oben schon jemand sagte...sowas ist mir neulich beim Aussuchen einer Hängematte auch passiert. "Da können Sie sich ruhig reinlegen, die hat mein Mann mit seinen 90 kg schon getestet." Ah ja:baeh:


Witzig finde ich ebenfalls, wenn z B Sportgeräte einen riesengroßen Aufkleber an sich haben, wo geschrieben steht "Belastbar bis 100kg". Tja ... ohne Worte.

yps
18.07.2005, 23:05
Ich muss gleich noch eine spannende neue Erfahrung im Zusammenhang mit meiner persönlichen Dämonenbannung loswerden: Seit ein paar Wochen versuche ich, mein Essverhalten mal ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Messlatte habe ich mich für das Punktesystem von Weightwatchers entschieden, weil es mir einleuchtend und igendwie sympathisch erschien (keine Sorge, ich werde weder missionarische Züge entwickeln oder sonstwie näher darauf eingehen, das dient nur zur Erläuterung).

Seither hantiere ich also des öfteren auch mal in Gesellschaft anderer mit den kleinen Büchlein, in denen steht, welches Nahrungsmittel wieviele Punkte hat - und erzähle hin und wieder auch mal ein bisschen, warum ich das tue - das Wort "Diät" fällt in diesem Zusammenhang natürlich nicht. Trotzdem wird meine neue Offenheit in Sachen Essen offensichtlich von vielen als Einladung aufgefasst, sich als Hilfs-Diätwächter oder sowas zu betätigen. Heute Nachmittag beispielsweise habe ich (bei 32 Grad) ein Eis gegessen, ein einfaches Wassereis am Stiel. Sage und schreibe DREI MAL wurde ich pseudo-scherzhaft gefragt, ob ich das denn auch "dürfe" :batsch: :lach:

Und natürlich möchten meine persönlichen "Diät"-Sheriffs eine Sache ganz besonders gerne wissen, nämlich: wie viel ich denn nun wiege. Wohlgemerkt, es sind alles Menschen, die mir wohlgesonnen sind und die mich bislang nie auf mein Gewicht oder meine Figur angesprochen haben. Aber ich sehe es in ihren Pupillen rumturnen, das kleine Teufelchen der Sensationslust. Glücklicherweise war ich darauf vorbereitet, denn als ich mir diese Waage angeschafft habe, kam mir irgendwie der Gedanke "Egal, wer mich danach fragt - das ist mein Gewicht, ganz allein meine Sache, nur für mich will ich das wissen." Und dabei bleibe ich auch.