Jesse
08.07.2005, 20:31
Hallo Zusammen,
es geht hier in diesem thread nur indirekt über meine Essstörung.
Ich bin heute ziemlich erschrocken über mich, und weiss gar nicht, wie ich damit umgehen soll.
Zuerst der Hintergrund: Meine Mutter hat in meiner Jugend und Kindheit keine gerade glorreiche Rolle gespielt. Gefühle hat sie nie gezeigt, alles musste nach außen perfekt sein, Schuldgefühle einimpfen war ihr Hobby, alles wurde totgeschwiegen...
habe mich lange damit auseinandergesetzt und die Sache eigentlich für mich geklärt.Ich habe sie aber auch nie mit meinen Poblemen verbal konfrontiert, nur einmal war es für alle offensichtlich, wie dreckig es mir ging, und sie hat trotzdem weggeschaut und die Fassade bewahrt.
Heute denke ich, sie hat als Kriegskind auch viel schlimmes erlebt und es nie gelernt, über ihre Gefühle zu sprechen. Ich habe mich damit arrangiert und mich von ihr wegentwickelt, was mir sehr gut tat.
In letzter Zeit hat sie schon komische Anwandlungen, bei meinem letzten Umzug brach sie in Tränen aus, doch wohl mehr über ihr eigenes Leben als über meinen Weggang, denn ich lebte mehrere Jahre nur 20 km entfernt, und sie hat mich nie außer an meinem Geburtstag (mit vielen anderen) besucht. Ich denke, sie hatte einfach keinen wirklichen Beadrf, und das ist ok, ich habe damit abgeschlossen.
Nun ist folgende Situation eingetreten: Meine Mutter wird demnächst operiert (eine Orthopädische Geschichte). Heute habe ich mit ihr telefoniert, wir haben über die Op gesprochen, sie wiegelt wie immer ab, wenn ich ein Angebot mache, ihr zu helfen, und zum Schluss merkt man, dass sie vor Tränen kaum mehr sprechen kann.
Und was geht in mir vor? Nichts. Keine Regung. :eek:
Ich bin echt erschrocken, habe in mich hineingelauscht.. ja, ich finde es traurig für sie, dass sie ihre Angst nicht formulieren kann oder ihr Leben ändern, aber sonst: nichts.
Muss ich ihr aus dieser Sprachlosigkeit heraushelfen, ist es meine Aufgabe, das zu tun? Das habe ich schon sooo oft versucht, und immer nur gabs eine kalte Anbfuhr, bis hin zum körperlichen Wegstoßen.
Habe ich alles verdrängt? Oder ist da einfach nichts mehr da? Bin ich gefühllos und kalt? Oder ist diese Distanz das gesunde Ergebnis eines langen Prozesses?
ich bin echt ratlos...
Jesse
es geht hier in diesem thread nur indirekt über meine Essstörung.
Ich bin heute ziemlich erschrocken über mich, und weiss gar nicht, wie ich damit umgehen soll.
Zuerst der Hintergrund: Meine Mutter hat in meiner Jugend und Kindheit keine gerade glorreiche Rolle gespielt. Gefühle hat sie nie gezeigt, alles musste nach außen perfekt sein, Schuldgefühle einimpfen war ihr Hobby, alles wurde totgeschwiegen...
habe mich lange damit auseinandergesetzt und die Sache eigentlich für mich geklärt.Ich habe sie aber auch nie mit meinen Poblemen verbal konfrontiert, nur einmal war es für alle offensichtlich, wie dreckig es mir ging, und sie hat trotzdem weggeschaut und die Fassade bewahrt.
Heute denke ich, sie hat als Kriegskind auch viel schlimmes erlebt und es nie gelernt, über ihre Gefühle zu sprechen. Ich habe mich damit arrangiert und mich von ihr wegentwickelt, was mir sehr gut tat.
In letzter Zeit hat sie schon komische Anwandlungen, bei meinem letzten Umzug brach sie in Tränen aus, doch wohl mehr über ihr eigenes Leben als über meinen Weggang, denn ich lebte mehrere Jahre nur 20 km entfernt, und sie hat mich nie außer an meinem Geburtstag (mit vielen anderen) besucht. Ich denke, sie hatte einfach keinen wirklichen Beadrf, und das ist ok, ich habe damit abgeschlossen.
Nun ist folgende Situation eingetreten: Meine Mutter wird demnächst operiert (eine Orthopädische Geschichte). Heute habe ich mit ihr telefoniert, wir haben über die Op gesprochen, sie wiegelt wie immer ab, wenn ich ein Angebot mache, ihr zu helfen, und zum Schluss merkt man, dass sie vor Tränen kaum mehr sprechen kann.
Und was geht in mir vor? Nichts. Keine Regung. :eek:
Ich bin echt erschrocken, habe in mich hineingelauscht.. ja, ich finde es traurig für sie, dass sie ihre Angst nicht formulieren kann oder ihr Leben ändern, aber sonst: nichts.
Muss ich ihr aus dieser Sprachlosigkeit heraushelfen, ist es meine Aufgabe, das zu tun? Das habe ich schon sooo oft versucht, und immer nur gabs eine kalte Anbfuhr, bis hin zum körperlichen Wegstoßen.
Habe ich alles verdrängt? Oder ist da einfach nichts mehr da? Bin ich gefühllos und kalt? Oder ist diese Distanz das gesunde Ergebnis eines langen Prozesses?
ich bin echt ratlos...
Jesse