Martina
06.07.2005, 22:34
Okay, ich sollte nicht so viel schreiben, aber heute geht's einigermaßen und ab nächste Woche bekomme ich Bestrahlungen. Ich war heute beim Chirurgen und der hat den Tennisarm bestätigt. Aber diese Geschichte wollte ich Euch schon lange erzählen, weil ich so viel aus ihr gelernt habe.
Ich bin ja im Februar umgezogen, das zweite Mal in anderthalb Jahren. Irgendwie hat mir mein rechtes Knie diesen ganzen Stress übel genommen. Ich hatte wohl eine Sehnenscheidenentzündung im Knie (ja, das gibt's!). Dann bin ich auch noch am Umzugstag und einige Tage später zweimal ganz heftig auf das Knie gefallen, als ich vor Müdigkeit irgendwelche Treppenabsätze verpeilt habe. Mein Knie schmerzte jedenfalls seit Anfang des Jahres.
Ich kenne natürlich die Standarddiagnose: Arthrose. Das muss man bei dicken Menschen ja auch gar nicht richtig untersuchen. Deshalb habe ich mir das mit dem Arzt gleich gespart. Irgendwann bin ich dann aber doch gegangen, aber dieser Orthopäde war ratlos. Ein bisschen Elektromassage und das war's. Als es gerade wieder besser wurde, verdrehte ich mir das Knie im Büro, als ich mich unglücklich bewegt habe. WOW - ich konnte richtig merken, wie es auseinander gezerrt wurde und anschließend wieder zusammenschnackte. Ich weiß gar nicht, wie ich an diesem Tag nach Hause gekommen bin. Die Schmerzen waren schier unerträglich. Es war Freitag. Am Samstag bin ich dann in die Ambulanz des hiesigen Kreiskrankenhauses gefahren ... um mir jede Menge blöder Sprüche einzufangen. Mit dem Knie sei nichts. Da es nur bei Belastung schmerzt, ist das Verschleiß und mit dem Knorpel ist das so wie mit den Zähnen. Den bekommt man auch nur einmal für's Leben mit und man stelle sich mal vor, wenn der weg ist, dann heißt das Arthrose. Im Übrigen könne ich jetzt nach Hause gehen. Ich wurde weder geröntgt, noch wurde Ultraschall gemacht.
Also biss ich die Zähne zusammen. Monatelang. Die letzten zweieinhalb Monate konnte ich mein Dasein nur noch mit Schmerzzäpfchen ertragen, bis ich Darmblutungen bekam.
Im Urlaub dann rieten mir die Freunde, mit denen wir das Ferienhaus teilten, beide Ärzte, ich solle doch nach unserer Rückkehr mal einen Chirurgen aufsuchen. Die hätten mehr Ahnung von Knien als Orthopäden.
Gesagt, getan. Der machte dann mal ein Röntgenbild und Ultraschall und fand ziemlich schnell heraus, dass das Innenband des Knies angerissen war. Also schickte er mich zur Krankengymnastik im Wasser.
Und was soll ich Euch sagen? Nach dem ersten Mal bin ich vor Schmerzen kaum zurück zum Auto gekommen. Ich musste auf dem Weg nach Hause ein paarmal anhalten, weil mir schlecht vor Schmerzen war. Es fühlte sich an, als säße auf meinem Knie ein Zwerg und bearbeite es mit einem Hammer. Nach einer Stunde war der Zauber vorbei. Es tat noch ein bisschen weh. Am nächsten Tag waren die Schmerzen weg und sie kamen auch nicht zurück.
Jetzt lerne ich mühsam wieder laufen, weil ich immer noch dazu neige, in Schonhaltung durch die Gegend zu eiern.
Und die Sache mit dem Tennisarm hat auch damit zu tun, weil ich mich mit dem Arm auf den Treppen immer am Geländer hochgezogen habe. Treppen fallen mir übrigens immer noch schwer. Vor allem habe ich Angst, ich könnte stürzen.
Was habe ich gelernt? Die Lösungen sind manchmal um vieles profaner als man meint. Und ich bin monatelang nicht zum Arzt gegangen, weil ich dachte, ich sei es doch sowieso selbst schuld, so schwer wie ich bin. Zumindest bin ich davon ausgegangen, dass das die einzige "Hilfe" ist, die ein Arzt mir anbieten würde. Es war ein Trugschluss. In Zukunft werde ich direkt gehen und ggf. so lange suchen, bis sich jemand für mich interessiert und mir helfen will.
Martina
Ich bin ja im Februar umgezogen, das zweite Mal in anderthalb Jahren. Irgendwie hat mir mein rechtes Knie diesen ganzen Stress übel genommen. Ich hatte wohl eine Sehnenscheidenentzündung im Knie (ja, das gibt's!). Dann bin ich auch noch am Umzugstag und einige Tage später zweimal ganz heftig auf das Knie gefallen, als ich vor Müdigkeit irgendwelche Treppenabsätze verpeilt habe. Mein Knie schmerzte jedenfalls seit Anfang des Jahres.
Ich kenne natürlich die Standarddiagnose: Arthrose. Das muss man bei dicken Menschen ja auch gar nicht richtig untersuchen. Deshalb habe ich mir das mit dem Arzt gleich gespart. Irgendwann bin ich dann aber doch gegangen, aber dieser Orthopäde war ratlos. Ein bisschen Elektromassage und das war's. Als es gerade wieder besser wurde, verdrehte ich mir das Knie im Büro, als ich mich unglücklich bewegt habe. WOW - ich konnte richtig merken, wie es auseinander gezerrt wurde und anschließend wieder zusammenschnackte. Ich weiß gar nicht, wie ich an diesem Tag nach Hause gekommen bin. Die Schmerzen waren schier unerträglich. Es war Freitag. Am Samstag bin ich dann in die Ambulanz des hiesigen Kreiskrankenhauses gefahren ... um mir jede Menge blöder Sprüche einzufangen. Mit dem Knie sei nichts. Da es nur bei Belastung schmerzt, ist das Verschleiß und mit dem Knorpel ist das so wie mit den Zähnen. Den bekommt man auch nur einmal für's Leben mit und man stelle sich mal vor, wenn der weg ist, dann heißt das Arthrose. Im Übrigen könne ich jetzt nach Hause gehen. Ich wurde weder geröntgt, noch wurde Ultraschall gemacht.
Also biss ich die Zähne zusammen. Monatelang. Die letzten zweieinhalb Monate konnte ich mein Dasein nur noch mit Schmerzzäpfchen ertragen, bis ich Darmblutungen bekam.
Im Urlaub dann rieten mir die Freunde, mit denen wir das Ferienhaus teilten, beide Ärzte, ich solle doch nach unserer Rückkehr mal einen Chirurgen aufsuchen. Die hätten mehr Ahnung von Knien als Orthopäden.
Gesagt, getan. Der machte dann mal ein Röntgenbild und Ultraschall und fand ziemlich schnell heraus, dass das Innenband des Knies angerissen war. Also schickte er mich zur Krankengymnastik im Wasser.
Und was soll ich Euch sagen? Nach dem ersten Mal bin ich vor Schmerzen kaum zurück zum Auto gekommen. Ich musste auf dem Weg nach Hause ein paarmal anhalten, weil mir schlecht vor Schmerzen war. Es fühlte sich an, als säße auf meinem Knie ein Zwerg und bearbeite es mit einem Hammer. Nach einer Stunde war der Zauber vorbei. Es tat noch ein bisschen weh. Am nächsten Tag waren die Schmerzen weg und sie kamen auch nicht zurück.
Jetzt lerne ich mühsam wieder laufen, weil ich immer noch dazu neige, in Schonhaltung durch die Gegend zu eiern.
Und die Sache mit dem Tennisarm hat auch damit zu tun, weil ich mich mit dem Arm auf den Treppen immer am Geländer hochgezogen habe. Treppen fallen mir übrigens immer noch schwer. Vor allem habe ich Angst, ich könnte stürzen.
Was habe ich gelernt? Die Lösungen sind manchmal um vieles profaner als man meint. Und ich bin monatelang nicht zum Arzt gegangen, weil ich dachte, ich sei es doch sowieso selbst schuld, so schwer wie ich bin. Zumindest bin ich davon ausgegangen, dass das die einzige "Hilfe" ist, die ein Arzt mir anbieten würde. Es war ein Trugschluss. In Zukunft werde ich direkt gehen und ggf. so lange suchen, bis sich jemand für mich interessiert und mir helfen will.
Martina