Martina
03.05.2006, 00:51
Ich hatte es, glaube ich, schon mal angedeutet: Über Ostern war ich endlich mal wieder in Solingen.
Da nicht so dolles Wetter angesagt war, sind wir mit dem Lupo gefahren. Der verbraucht ja nur ein Drittel des Beetle und das auch noch in Diesel. Leider flog uns in Höhe Neuwied bei strömendstem Regen das Scheibenwischergestänge um die Ohren. Nach 5 km Fastblindflug an den Rücklichtern eines LKW klebend kam zum Glück ein Rastplatz und Uwe brachte den Scheibenwischer auf der Fahrerseite wieder in Gang. So kamen wir erst um halb eins in der Nacht an.
Es folgte ein Besuchsmarathon, der es in sich hatte. An Karfreitag waren wir inkl. meiner Mum bei einer ehemaligen Kollegin von mir, mit der wir gut befreundet sind, in Düsseldorf zum Frühstück eingeladen. Das hat mir unendlich gut getan, denn ich habe meine Leute echt vermisst in den letzten Monaten, obwohl diese Freundin uns im November noch besucht hatte.
Am Nachmittag fuhren wir nach Wermelskirchen und besuchten dort meinen Lieblingslehrer vom Lyzeum. Den hatte ich auch fast 10 Jahre nicht gesehen. Uwe wollte zuerst nicht mit, weil er befürchtete, sich den ganzen Nachmittag Dönnekes aus meiner Jugend anhören zu müssen, aber - wie meistens - war es Liebe auf den ersten Blick. Ich kam praktisch den ganzen Nachmittag nicht zu Wort. Die zwei studierten Karten und wir erzählten meinem ehemaligen (Erdkunde- und Geschichts-) Lehrer, was es hier so alles zu gucken gibt, wovon man im Erdkundeunterricht schon mal gehört hat. Und dann kümmerte sich Uwe um seinen PC. Wir haben ihn für zwei Wochen zu uns eingeladen, damit Uwe ihn im Computern unterrichten kann. Uwe gibt hier verschiedenen Senioren Privatunterricht und ist darin richtig gut. Der hiesige Computerladen vermittelt das. Zuerst hatte er ein mulmiges Gefühl, weil er ja sonst nur gestandene Studenten unterrichtet, aber jetzt denken wir schon darüber nach, das professionell aufzuziehen. Ein Bedarf ist da bestimmt vorhanden. Um acht waren wir wiederum in Düsseldorf mit meinem Küken (Junior-Sekretärin, die ich ausgebildet habe, und mit der ich gut befreundet bin) zum Essen verabredet. Ich musste Uwe echt vom Lehrer wegprügeln. ;) Und dann haben wir uns noch verfahren und kamen fast eine Stunde zu spät. Irgendwie hatte Uwe eine unwahrscheinliche Affinität zu Münster (*Sumpitt zuzwinkere*) und fuhr im Kreuz Wuppertal-Nord versehentlich auf die A43 anstatt auf die A46.
Am Samstag fuhr Uwe dann in aller Frühe mit dem Zug nach Hannover zu seinen Eltern, während ich um sieben bei meinem Lieblingsfriseur Franco reinploppte. Auf die Frage: "Wie willste die Haare denn heute?" antwortete ich leichtfertig "Sehr kurz und sehr rot!" Na ja, inzwischen sind sie schon wieder etwas entrötet. So rot hatte ich sie vorher noch nie. Die Meinungen darüber gingen sehr stark auseinander, lagen aber bei niemandem in der Mitte. Um neun stand ich dann beim Autohaus auf der Matte, in der Hoffnung die Scheibenwischer repariert zu bekommen. Erstaunlicherweise hatten sie das Ersatzteil da, was beim 3-Liter-Lupo die absolute Ausnahme ist. Bei diesem exotischen Auto muss man auf Ersatzteile häufig bis zu einer Woche warten. In Anbetracht meines ebenfalls exotischen Kennzeichens wollten sie Vorkasse haben ... bis die Chefin auftauchte. Man kannte sich und die Vorkasse war vom Tisch.
Den Tag habe ich dann meiner Mum gewidmet. Wir fuhren nach Mülheim zu Gudrun Koenen, die aber leider nicht da war. Dann wollte ich in Düsseldorf im Kaufhof Sushi holen, aber an einen Parkplatz war im Traum nicht zu denken. Als wir da so über die Kö schlichen, meinte ich, ich käme mir vor wie im Safaripark, so aus dem Auto heraus die Leute anzuschauen (komisches Feeling nach 3 Jahren Landleben). Darauf meinte meine Mutter knochentrocken "Ja, stimmt, und Affen laufen hier ja wirklich genug rum." Also fuhren wir wieder nach Hause, machten ein Nickerchen und begaben uns dann nach Schloss Burg an der Wupper und aßen Waffeln mit Kirschen und Sahne in einem Café, in das wir immer gehen, wenn ich nach Solingen komme. Die wissen schon Bescheid. Ich bin die, die immer ihr Heimweh kaffeetrinkenstechnisch bei ihnen austobt. Außerdem nehme ich immer einen Vorrat an bergischem Zwieback mit zum "Zoppen" in die Milch oder in den Tee oder zum Verschenken als exotisches Gastgeschenk in schwäbischen Gefilden. Es folgte noch ein kleiner Ausflug durchs Bergische, vorbei am Altenberger Dom und dann ging es wieder heimwärts. Abends war ich in Düsseldorf mit meiner ehemaligen Nachbarin und Freundin verabredet, die mich auf den neuesten Stand des dortigen Nachbarschaftsklatsches brachte. Sie ist aus der Nähe von Regensburg, hat also für meine Heimwehanfälle großes Verständnis. Uwe lief um zehn in Düsseldorf wieder ein und stieß dann noch per Taxi zu uns.
Am nächsten Morgen ging es zu meiner ältesten Nichte zum Frühstück. Sie hat einen einjährigen Jungen, d.h. Uwe und ich sind Großonkel und -tante. Ist das nicht krass? Das war ein wunderschöner Morgen. Meine Mutter ist total begeistert von ihrem Urenkel. Wir hatten richtig Spaß!
Nachmittags waren wir dann noch bei meiner Freundin mit der Nordic Walking Schule zum Kaffee eingeladen. Auch hier war es wieder wunderschön.
Und dann kam der Höhepunkt der Reise: Wir fuhren in die Straße, in der ich aufgewachsen bin. Dort klingelten wir bei unseren ehemaligen Nachbarn. Die machen regelmäßig südlich von Freiburg Urlaub und wir besuchen sie eigentlich jedesmal, wenn sie da sind. Er hat Parkinson. Uwe macht dann mit ihm immer eine Cabrio-Ausfahrt und er ist begeistert und selig. Es macht wirklich Spaß, alte Menschen glücklich zu machen. Dort sind wir aber nur kurz geblieben und haben das diesjährige Treffen im Markgräfler Land festgezurrt. Noch ein Pläuschchen mit der Käuferin meines Elternhauses und das Versprechen, beim nächsten Mal auch dort reinzuschauen und dann habe ich meinem Hasen die Reviere meiner Kindheit gezeigt.
Meine Güte, es ist alles so klein und so schnuckelig in dieser Hofschaft. Ich zeigte ihm, wer wo gewohnt hat, wo wir Schlitten und Gleitschuh gefahren sind und kleine Schanzen gebaut haben, erzählte ihm Geschichten aus meiner wunderbaren, warmen, unendlich freien Kindheit, zeigte ihm die Wiesen, die ich mit geschultertem Indianerzelt aufgesucht habe, um dort zu campen. Ach, das hat mich so glücklich gemacht. Ich denke so wahnsinnig gerne an diese Zeit zurück und bin so dankbar, es so schön gehabt zu haben. Eigentlich war es zwangsläufig, dass ich irgendwann mal so richtig auf dem Land lande. Denn vieles hier erinnert mich an diese Zeit. Hier gehen die Uhren noch ein bisschen so wie damals in den 60ern. Und natürlich ist hier auch Allensbach direkt um die Ecke, wo ich die tollen Urlaube meiner Kindheit verbracht habe. Wenn der Bodensee Hochwasser hatte, mietete mein Vater kurzerhand ein Ruderboot und wir ruderten zum Privatstrand unserer Pension. Zwischen den Pappeln wurden dann über dem Wasser Hängematten aufgehängt und darin verbrachten wir den Tag. Mein hellblau-weißer Schwimmring wurde mit einer stabilen Schnur und einem schweren Stein im See verankert. Man schwamm dorthin, entledigte sich seiner Badekleidung, hing sie über den Reifen und schwamm nackig weiter. Anschließend holte man sich das Badezeug wieder und zog es im Wasser wieder an. Und mittags gab es Buttermilch aus der Kühltasche. Und meine Lieblingsschuhe waren meine Klapperschuhe, solche Holzschlappen mit einem Lederriemen. Ach, ich könnte noch so viel erzählen ...
Jedenfalls nach dieser Tour durch die Reviere meiner Kindheit fuhren wir zu einem Lokal an der Wupper, wo man Buchweizenpfannekuchen mit Rübenkraut bekommt. Damit war mein Heimatbedürfnis nun vollkommen befriedigt.
Am Ostermontag dann machte ich Frühsport, indem ich acht Stockwerke zu meiner Mutter hochstieg, weil der Aufzug kaputt war. (Die Gästezimmer der Wohnanlage sind in einem Nachbargebäude). Fand ich aber gut. Ich war echt wach danach. Gegen halb elf fuhren wir dann gen Köln, wo wir bei meiner besten Freundin, die uns immer Karneval (sozusagen als Flüchtling) besucht, zum Frühstück eingeladen waren. Von dort ging die Fahrt nach Bruchsal zu Freunden von Uwe (die männliche Hälfte ist hier im Forum als Erdbeerschorsch bekannt), wo wir zu Abend gegessen haben. Um zehn waren wir selig und erschöpft wieder zu Hause.
Ich habe eine Woche gebraucht, mich von diesem Wochenende zu erholen, aber es hat sooooooo gut getan. Nun bricht hier die schönste Zeit des Jahres an. Die ersten Blumen stehen schon auf den Wiesen. Ich freue mich auf den Sommer und hoffe, dass es nicht Mitte September schon wieder Winter wird. Bald wird auch die Milch noch besser schmecken, weil die Kühe wieder auf die Weide kommen. Die Natur wird explodieren und ihre unglaubliche Fülle über uns ausschütten.
Das Leben ist schön!
Da nicht so dolles Wetter angesagt war, sind wir mit dem Lupo gefahren. Der verbraucht ja nur ein Drittel des Beetle und das auch noch in Diesel. Leider flog uns in Höhe Neuwied bei strömendstem Regen das Scheibenwischergestänge um die Ohren. Nach 5 km Fastblindflug an den Rücklichtern eines LKW klebend kam zum Glück ein Rastplatz und Uwe brachte den Scheibenwischer auf der Fahrerseite wieder in Gang. So kamen wir erst um halb eins in der Nacht an.
Es folgte ein Besuchsmarathon, der es in sich hatte. An Karfreitag waren wir inkl. meiner Mum bei einer ehemaligen Kollegin von mir, mit der wir gut befreundet sind, in Düsseldorf zum Frühstück eingeladen. Das hat mir unendlich gut getan, denn ich habe meine Leute echt vermisst in den letzten Monaten, obwohl diese Freundin uns im November noch besucht hatte.
Am Nachmittag fuhren wir nach Wermelskirchen und besuchten dort meinen Lieblingslehrer vom Lyzeum. Den hatte ich auch fast 10 Jahre nicht gesehen. Uwe wollte zuerst nicht mit, weil er befürchtete, sich den ganzen Nachmittag Dönnekes aus meiner Jugend anhören zu müssen, aber - wie meistens - war es Liebe auf den ersten Blick. Ich kam praktisch den ganzen Nachmittag nicht zu Wort. Die zwei studierten Karten und wir erzählten meinem ehemaligen (Erdkunde- und Geschichts-) Lehrer, was es hier so alles zu gucken gibt, wovon man im Erdkundeunterricht schon mal gehört hat. Und dann kümmerte sich Uwe um seinen PC. Wir haben ihn für zwei Wochen zu uns eingeladen, damit Uwe ihn im Computern unterrichten kann. Uwe gibt hier verschiedenen Senioren Privatunterricht und ist darin richtig gut. Der hiesige Computerladen vermittelt das. Zuerst hatte er ein mulmiges Gefühl, weil er ja sonst nur gestandene Studenten unterrichtet, aber jetzt denken wir schon darüber nach, das professionell aufzuziehen. Ein Bedarf ist da bestimmt vorhanden. Um acht waren wir wiederum in Düsseldorf mit meinem Küken (Junior-Sekretärin, die ich ausgebildet habe, und mit der ich gut befreundet bin) zum Essen verabredet. Ich musste Uwe echt vom Lehrer wegprügeln. ;) Und dann haben wir uns noch verfahren und kamen fast eine Stunde zu spät. Irgendwie hatte Uwe eine unwahrscheinliche Affinität zu Münster (*Sumpitt zuzwinkere*) und fuhr im Kreuz Wuppertal-Nord versehentlich auf die A43 anstatt auf die A46.
Am Samstag fuhr Uwe dann in aller Frühe mit dem Zug nach Hannover zu seinen Eltern, während ich um sieben bei meinem Lieblingsfriseur Franco reinploppte. Auf die Frage: "Wie willste die Haare denn heute?" antwortete ich leichtfertig "Sehr kurz und sehr rot!" Na ja, inzwischen sind sie schon wieder etwas entrötet. So rot hatte ich sie vorher noch nie. Die Meinungen darüber gingen sehr stark auseinander, lagen aber bei niemandem in der Mitte. Um neun stand ich dann beim Autohaus auf der Matte, in der Hoffnung die Scheibenwischer repariert zu bekommen. Erstaunlicherweise hatten sie das Ersatzteil da, was beim 3-Liter-Lupo die absolute Ausnahme ist. Bei diesem exotischen Auto muss man auf Ersatzteile häufig bis zu einer Woche warten. In Anbetracht meines ebenfalls exotischen Kennzeichens wollten sie Vorkasse haben ... bis die Chefin auftauchte. Man kannte sich und die Vorkasse war vom Tisch.
Den Tag habe ich dann meiner Mum gewidmet. Wir fuhren nach Mülheim zu Gudrun Koenen, die aber leider nicht da war. Dann wollte ich in Düsseldorf im Kaufhof Sushi holen, aber an einen Parkplatz war im Traum nicht zu denken. Als wir da so über die Kö schlichen, meinte ich, ich käme mir vor wie im Safaripark, so aus dem Auto heraus die Leute anzuschauen (komisches Feeling nach 3 Jahren Landleben). Darauf meinte meine Mutter knochentrocken "Ja, stimmt, und Affen laufen hier ja wirklich genug rum." Also fuhren wir wieder nach Hause, machten ein Nickerchen und begaben uns dann nach Schloss Burg an der Wupper und aßen Waffeln mit Kirschen und Sahne in einem Café, in das wir immer gehen, wenn ich nach Solingen komme. Die wissen schon Bescheid. Ich bin die, die immer ihr Heimweh kaffeetrinkenstechnisch bei ihnen austobt. Außerdem nehme ich immer einen Vorrat an bergischem Zwieback mit zum "Zoppen" in die Milch oder in den Tee oder zum Verschenken als exotisches Gastgeschenk in schwäbischen Gefilden. Es folgte noch ein kleiner Ausflug durchs Bergische, vorbei am Altenberger Dom und dann ging es wieder heimwärts. Abends war ich in Düsseldorf mit meiner ehemaligen Nachbarin und Freundin verabredet, die mich auf den neuesten Stand des dortigen Nachbarschaftsklatsches brachte. Sie ist aus der Nähe von Regensburg, hat also für meine Heimwehanfälle großes Verständnis. Uwe lief um zehn in Düsseldorf wieder ein und stieß dann noch per Taxi zu uns.
Am nächsten Morgen ging es zu meiner ältesten Nichte zum Frühstück. Sie hat einen einjährigen Jungen, d.h. Uwe und ich sind Großonkel und -tante. Ist das nicht krass? Das war ein wunderschöner Morgen. Meine Mutter ist total begeistert von ihrem Urenkel. Wir hatten richtig Spaß!
Nachmittags waren wir dann noch bei meiner Freundin mit der Nordic Walking Schule zum Kaffee eingeladen. Auch hier war es wieder wunderschön.
Und dann kam der Höhepunkt der Reise: Wir fuhren in die Straße, in der ich aufgewachsen bin. Dort klingelten wir bei unseren ehemaligen Nachbarn. Die machen regelmäßig südlich von Freiburg Urlaub und wir besuchen sie eigentlich jedesmal, wenn sie da sind. Er hat Parkinson. Uwe macht dann mit ihm immer eine Cabrio-Ausfahrt und er ist begeistert und selig. Es macht wirklich Spaß, alte Menschen glücklich zu machen. Dort sind wir aber nur kurz geblieben und haben das diesjährige Treffen im Markgräfler Land festgezurrt. Noch ein Pläuschchen mit der Käuferin meines Elternhauses und das Versprechen, beim nächsten Mal auch dort reinzuschauen und dann habe ich meinem Hasen die Reviere meiner Kindheit gezeigt.
Meine Güte, es ist alles so klein und so schnuckelig in dieser Hofschaft. Ich zeigte ihm, wer wo gewohnt hat, wo wir Schlitten und Gleitschuh gefahren sind und kleine Schanzen gebaut haben, erzählte ihm Geschichten aus meiner wunderbaren, warmen, unendlich freien Kindheit, zeigte ihm die Wiesen, die ich mit geschultertem Indianerzelt aufgesucht habe, um dort zu campen. Ach, das hat mich so glücklich gemacht. Ich denke so wahnsinnig gerne an diese Zeit zurück und bin so dankbar, es so schön gehabt zu haben. Eigentlich war es zwangsläufig, dass ich irgendwann mal so richtig auf dem Land lande. Denn vieles hier erinnert mich an diese Zeit. Hier gehen die Uhren noch ein bisschen so wie damals in den 60ern. Und natürlich ist hier auch Allensbach direkt um die Ecke, wo ich die tollen Urlaube meiner Kindheit verbracht habe. Wenn der Bodensee Hochwasser hatte, mietete mein Vater kurzerhand ein Ruderboot und wir ruderten zum Privatstrand unserer Pension. Zwischen den Pappeln wurden dann über dem Wasser Hängematten aufgehängt und darin verbrachten wir den Tag. Mein hellblau-weißer Schwimmring wurde mit einer stabilen Schnur und einem schweren Stein im See verankert. Man schwamm dorthin, entledigte sich seiner Badekleidung, hing sie über den Reifen und schwamm nackig weiter. Anschließend holte man sich das Badezeug wieder und zog es im Wasser wieder an. Und mittags gab es Buttermilch aus der Kühltasche. Und meine Lieblingsschuhe waren meine Klapperschuhe, solche Holzschlappen mit einem Lederriemen. Ach, ich könnte noch so viel erzählen ...
Jedenfalls nach dieser Tour durch die Reviere meiner Kindheit fuhren wir zu einem Lokal an der Wupper, wo man Buchweizenpfannekuchen mit Rübenkraut bekommt. Damit war mein Heimatbedürfnis nun vollkommen befriedigt.
Am Ostermontag dann machte ich Frühsport, indem ich acht Stockwerke zu meiner Mutter hochstieg, weil der Aufzug kaputt war. (Die Gästezimmer der Wohnanlage sind in einem Nachbargebäude). Fand ich aber gut. Ich war echt wach danach. Gegen halb elf fuhren wir dann gen Köln, wo wir bei meiner besten Freundin, die uns immer Karneval (sozusagen als Flüchtling) besucht, zum Frühstück eingeladen waren. Von dort ging die Fahrt nach Bruchsal zu Freunden von Uwe (die männliche Hälfte ist hier im Forum als Erdbeerschorsch bekannt), wo wir zu Abend gegessen haben. Um zehn waren wir selig und erschöpft wieder zu Hause.
Ich habe eine Woche gebraucht, mich von diesem Wochenende zu erholen, aber es hat sooooooo gut getan. Nun bricht hier die schönste Zeit des Jahres an. Die ersten Blumen stehen schon auf den Wiesen. Ich freue mich auf den Sommer und hoffe, dass es nicht Mitte September schon wieder Winter wird. Bald wird auch die Milch noch besser schmecken, weil die Kühe wieder auf die Weide kommen. Die Natur wird explodieren und ihre unglaubliche Fülle über uns ausschütten.
Das Leben ist schön!