frauvonheute
16.03.2006, 10:46
Gestern hatte ich nach einem Monat Pause wieder meine erste Therapiestunde. Nein, ich freute mich überhaupt nicht drauf, eher hatte ich so ein „Oh, nee, keinen Bock“-Gefühl.
Als ich dann jedoch da war, war alles ganz entspannt. Ich hatte den Eindruck, dass dieser Monat uns beiden irgendwie gut getan hatte. Meine Therapeutin und ich konnten wieder ohne irgendwelche Ressentiments aufeinander zugehen (wobei sie wahrscheinlich weniger Ressentiments mir gegenüber hatte als ich ihr gegenüber).
Ich berichtete ihr von meiner neu gewonnenen Liebe zum Kochen und sie fragte kein einziges Mal, wie viel ich jetzt wiege bzw. wie viele Kilos ich schon verloren habe. Das rechne ich ihr hoch an. Auch sagte ich ihr, dass ich keine offenen Baustellen mehr habe. Dass es nichts mehr gibt, was mir Leidensdruck macht.
Überhaupt fühlte sich das Gespräch wie ein Abschlussgespräch an. Wir haben die letzten 3 Jahre (ja, übermorgen habe ich 3-jähriges!) Revue passieren lassen. Worüber wir uns beide irgendwie total gefreut haben, war die Tatsache, dass die tiefenpsychologische Therapie bei mir so gut gegriffen hat. Eigentlich sei sie nicht auf eine Komplettheilung ausgerichtet, sagte sie.
Ich habe noch ca. 10 Stunden, die auf die nächsten 10 Monate verteilt sind. So begleitet mich meine Therapeutin zwar noch eine Weile, aber es gibt keine (über)lebenswichtigen Themen mehr. Ich bin in der letzten Phase: Der Stabilisierungs- ja, irgendwie auch Abschiedsphase.
Ich fühl mich ganz komisch. Irgendwie (be)frei(t). Stark. Gelassen. Entspannt. Wenn mich heute jemand fragt, was eine Essstörung ausmacht, fällt es mir schwer, alles zusammen zu kriegen. Vieles ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
Ich möchte Mut machen. All jenen, die mit ihrer Essstörung kämpfen. Es gibt ein Ende der Ich-Störung. Irgendwann ist der Kopf leer – im positiven Sinne ;)
Nutzt die Hilfsmittel, die sich euch – neben der Therapie - erschließen: Dieses Forum zum Beispiel und die vielen geduldigen Menschen hier, die eure Beiträge lesen und kommentieren. Sie können unwahrscheinlich wichtige Denkanstöße geben!
Nutzt Literatur.
Nutzt Leute um euch rum, denen ihr vertrauen könnt.
Das erfordert viel Energie, aber es lohnt sich.
Vielleicht wird es irgendwann Momente geben, in denen die Sucht wieder lockt. Aber ich glaube heute fest daran, dass ich diese Momente offenen Auges angehen werde. Ohne in das alte Muster zu verfallen. Denn jetzt kann ich sie erkennen und noch wichtiger: Ich besitze die innere Freiheit, mich gegen diese Krankheit entscheiden zu können!
Irgendwie habe ich grad das Gefühl, dies könnte der letzte von mir gestartete Thread in diesem Unterforum sein…:-o
Babs
Als ich dann jedoch da war, war alles ganz entspannt. Ich hatte den Eindruck, dass dieser Monat uns beiden irgendwie gut getan hatte. Meine Therapeutin und ich konnten wieder ohne irgendwelche Ressentiments aufeinander zugehen (wobei sie wahrscheinlich weniger Ressentiments mir gegenüber hatte als ich ihr gegenüber).
Ich berichtete ihr von meiner neu gewonnenen Liebe zum Kochen und sie fragte kein einziges Mal, wie viel ich jetzt wiege bzw. wie viele Kilos ich schon verloren habe. Das rechne ich ihr hoch an. Auch sagte ich ihr, dass ich keine offenen Baustellen mehr habe. Dass es nichts mehr gibt, was mir Leidensdruck macht.
Überhaupt fühlte sich das Gespräch wie ein Abschlussgespräch an. Wir haben die letzten 3 Jahre (ja, übermorgen habe ich 3-jähriges!) Revue passieren lassen. Worüber wir uns beide irgendwie total gefreut haben, war die Tatsache, dass die tiefenpsychologische Therapie bei mir so gut gegriffen hat. Eigentlich sei sie nicht auf eine Komplettheilung ausgerichtet, sagte sie.
Ich habe noch ca. 10 Stunden, die auf die nächsten 10 Monate verteilt sind. So begleitet mich meine Therapeutin zwar noch eine Weile, aber es gibt keine (über)lebenswichtigen Themen mehr. Ich bin in der letzten Phase: Der Stabilisierungs- ja, irgendwie auch Abschiedsphase.
Ich fühl mich ganz komisch. Irgendwie (be)frei(t). Stark. Gelassen. Entspannt. Wenn mich heute jemand fragt, was eine Essstörung ausmacht, fällt es mir schwer, alles zusammen zu kriegen. Vieles ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
Ich möchte Mut machen. All jenen, die mit ihrer Essstörung kämpfen. Es gibt ein Ende der Ich-Störung. Irgendwann ist der Kopf leer – im positiven Sinne ;)
Nutzt die Hilfsmittel, die sich euch – neben der Therapie - erschließen: Dieses Forum zum Beispiel und die vielen geduldigen Menschen hier, die eure Beiträge lesen und kommentieren. Sie können unwahrscheinlich wichtige Denkanstöße geben!
Nutzt Literatur.
Nutzt Leute um euch rum, denen ihr vertrauen könnt.
Das erfordert viel Energie, aber es lohnt sich.
Vielleicht wird es irgendwann Momente geben, in denen die Sucht wieder lockt. Aber ich glaube heute fest daran, dass ich diese Momente offenen Auges angehen werde. Ohne in das alte Muster zu verfallen. Denn jetzt kann ich sie erkennen und noch wichtiger: Ich besitze die innere Freiheit, mich gegen diese Krankheit entscheiden zu können!
Irgendwie habe ich grad das Gefühl, dies könnte der letzte von mir gestartete Thread in diesem Unterforum sein…:-o
Babs