iko66
29.01.2006, 10:23
Kaum war es mir gelungen, mich nach meinem Urlaub hier wieder heimisch zu machen und mich langsam aber sicher wieder mit der Realität vertraut zu machen, da flattert mir letzte Woche Donenrstag der Bescheid von der Kurklinik ins Haus, dass ich ab dem 08.02. meine Kur dort für 6 Wochen beginnen soll.
PLUMPS!! Da saß ich denn wieder in "meiner" Realität...
Der Donnerstag verging mit viel Aufregung... hatten die mir doch gesagt, es würde sicherlich Ende März werden, bis ich meinen Aufenthalt dort antreten könnte. Die Kur war also so herrlich in "unwirkliche" Weiten gerückt. In en USA im Urlaub konnte ich mir stellenweise sogar nicht mehr vorstellen, wozu ich denn wohl überhaupt eine Kur brauchen würde!
Ok, nun ist sie also wieder real... Die letzten Tage habe ich damit verbracht, meine gesamte so sorgsam um den potentiellen Kurtermin drapierte Terminplanung umzuwerfen und nunmehr um den realen Kurtermin zu fummeln.
Und nun sitze ich da...mache mir Gedanken, was ich eigentlich fühle... was ich erwarte... wie es mir mit der Aussicht auf baldigen Beginn der Kur geht.
Das erste, was mich überkommt ist Stress! Stress, weil es soviel zu organisieren gibt...z.B.:
Wohin mit dem Hund? Mein Mann arbeitet mindestens 10 Stunden am Tag...so lange kann der Hund nicht alleine zu Hause bleiben, unmöglich! Nun haben wir aber einen sehr großen und kräftigen Hund, den man nicht jedem an die Leine geben kann.... aber das Problem ist nunmehr gelöst...liebe Freunde, werden jeden Mittag mit ihren eigenen Hunden kommen und ihn auf Ihren langen Spaziergang mitnehmen. Daraus resultiert für mich dann doch tatsächlich nicht Erleichterung, sondern ein schlechtes Gewissen, dass ich diesen Freunden zu Last falle... erst später Erleichterung, dass ich mir um meinen "Liebling" :-o keine Sorgen machen muss.
Nächstes Problem: Wer wäscht meinem Mann die Wäsche und bügelt die Hemden? Nicht, dass ich ihm das nicht zeigen könnte, aber einerseits hat der schon genug am Bein mit Arbeit, Kochen, Putzen, Hund und andererseits muss ich damit rechnen, dass, wenn er bügelt, ein Hemd glatt wird und drei verbrannt werden :-D...also die Mama von meinem Mann fragen...sie sagt zu...wieder schlechtes Gewissen...
..und die Frage, ob ich nun beruhigt fahren kann... Habe ich an alles gedacht??? Was habe ich vergessen??? Ich habe was vergessen, da bin ich mir sicher...aber es fällt mir nicht ein.
Langsam lässt der Stress nach und wandelt sich in leise Freude um. Freude darüber, Aussicht auf Besserung zu haben. Vielleicht gelingt es mir ja endlich, meine psychosomatischen Kopf- und Rückenschmerzen, oder gar mein Gewicht und die Essstörung in den Griff zu bekommen? Ich erinnere mich daran, was ich immer anderen sagte, wenn die in die Kur "mussten": "Genieße es doch! Tu etwas Gutes für Dich! Die Welt belibt schon nicht stehen, ohne Dich und nachher haben Du und die anderen viel mehr von Dir." Plötzlich verstehe ich, warum die anderen immer so wenig positiv an die Sache herangehen, warum es ihnen so schwer fiel, die positiven Seiten zu sehen.
Die kurze Freude wird abgelöst von Angst. Angst, neue Therapeuten vor mir zu haben, denen ich dann wieder alles von vorne erzählen muss. Angst vor den ganzen anderen fremden Menschen, denen ich dort begegnen werde... Angst vor Gruppentherapie mit Leuten, die ich nicht kenne, und die ich vielleicht nicht leiden kann... Angst an das zentrale Thema zu gelang... Angst endlich wirklich einzusehen, eine Essstörung zu haben und auch noch etwas gegen sie zu tun... sie hat mich so lange Jahre begleitet und geschützt und jetzt soll ich sie "bekämpfen", "beseitigen"??
Und dann geht alles wieder von vorne los:
Stress... schlechtes Gewissen, Hilfe anzunehmen.... Freude... Angst... usw.
In diesem Kreislauf werde ich wohl bis zum 08.02. leben...
Warum ich das alles poste? Keine Ahnung. Weil ich es loswerden muss? Und vielleicht, weil ich nach tröstenden, aumunternden, mitfreuenden Worten suche? Ach, was weiß ich... macht einfach was ihr wollt mit diesem Thread :grins:.
Liebe Grüße
Iko
PLUMPS!! Da saß ich denn wieder in "meiner" Realität...
Der Donnerstag verging mit viel Aufregung... hatten die mir doch gesagt, es würde sicherlich Ende März werden, bis ich meinen Aufenthalt dort antreten könnte. Die Kur war also so herrlich in "unwirkliche" Weiten gerückt. In en USA im Urlaub konnte ich mir stellenweise sogar nicht mehr vorstellen, wozu ich denn wohl überhaupt eine Kur brauchen würde!
Ok, nun ist sie also wieder real... Die letzten Tage habe ich damit verbracht, meine gesamte so sorgsam um den potentiellen Kurtermin drapierte Terminplanung umzuwerfen und nunmehr um den realen Kurtermin zu fummeln.
Und nun sitze ich da...mache mir Gedanken, was ich eigentlich fühle... was ich erwarte... wie es mir mit der Aussicht auf baldigen Beginn der Kur geht.
Das erste, was mich überkommt ist Stress! Stress, weil es soviel zu organisieren gibt...z.B.:
Wohin mit dem Hund? Mein Mann arbeitet mindestens 10 Stunden am Tag...so lange kann der Hund nicht alleine zu Hause bleiben, unmöglich! Nun haben wir aber einen sehr großen und kräftigen Hund, den man nicht jedem an die Leine geben kann.... aber das Problem ist nunmehr gelöst...liebe Freunde, werden jeden Mittag mit ihren eigenen Hunden kommen und ihn auf Ihren langen Spaziergang mitnehmen. Daraus resultiert für mich dann doch tatsächlich nicht Erleichterung, sondern ein schlechtes Gewissen, dass ich diesen Freunden zu Last falle... erst später Erleichterung, dass ich mir um meinen "Liebling" :-o keine Sorgen machen muss.
Nächstes Problem: Wer wäscht meinem Mann die Wäsche und bügelt die Hemden? Nicht, dass ich ihm das nicht zeigen könnte, aber einerseits hat der schon genug am Bein mit Arbeit, Kochen, Putzen, Hund und andererseits muss ich damit rechnen, dass, wenn er bügelt, ein Hemd glatt wird und drei verbrannt werden :-D...also die Mama von meinem Mann fragen...sie sagt zu...wieder schlechtes Gewissen...
..und die Frage, ob ich nun beruhigt fahren kann... Habe ich an alles gedacht??? Was habe ich vergessen??? Ich habe was vergessen, da bin ich mir sicher...aber es fällt mir nicht ein.
Langsam lässt der Stress nach und wandelt sich in leise Freude um. Freude darüber, Aussicht auf Besserung zu haben. Vielleicht gelingt es mir ja endlich, meine psychosomatischen Kopf- und Rückenschmerzen, oder gar mein Gewicht und die Essstörung in den Griff zu bekommen? Ich erinnere mich daran, was ich immer anderen sagte, wenn die in die Kur "mussten": "Genieße es doch! Tu etwas Gutes für Dich! Die Welt belibt schon nicht stehen, ohne Dich und nachher haben Du und die anderen viel mehr von Dir." Plötzlich verstehe ich, warum die anderen immer so wenig positiv an die Sache herangehen, warum es ihnen so schwer fiel, die positiven Seiten zu sehen.
Die kurze Freude wird abgelöst von Angst. Angst, neue Therapeuten vor mir zu haben, denen ich dann wieder alles von vorne erzählen muss. Angst vor den ganzen anderen fremden Menschen, denen ich dort begegnen werde... Angst vor Gruppentherapie mit Leuten, die ich nicht kenne, und die ich vielleicht nicht leiden kann... Angst an das zentrale Thema zu gelang... Angst endlich wirklich einzusehen, eine Essstörung zu haben und auch noch etwas gegen sie zu tun... sie hat mich so lange Jahre begleitet und geschützt und jetzt soll ich sie "bekämpfen", "beseitigen"??
Und dann geht alles wieder von vorne los:
Stress... schlechtes Gewissen, Hilfe anzunehmen.... Freude... Angst... usw.
In diesem Kreislauf werde ich wohl bis zum 08.02. leben...
Warum ich das alles poste? Keine Ahnung. Weil ich es loswerden muss? Und vielleicht, weil ich nach tröstenden, aumunternden, mitfreuenden Worten suche? Ach, was weiß ich... macht einfach was ihr wollt mit diesem Thread :grins:.
Liebe Grüße
Iko