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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Frau, die im Mondlicht aß


Kirstin
10.01.2006, 13:31
Hi, lese gerade o.g. Buch, in dem es um Essstörungen (und zwar alle) geht und deren seelische Ursachen. Wollte all denen, die auf der Suche nach der eigentlichen Ursache sind, dieses Buch empfehlen. Ist allerdings hauptsächlich auf Frauen zugeschnitten.

Kennt das noch jemand?

Kirstin

Dicke_Dame
10.01.2006, 14:09
Hallo Kirstin :)

Eins der wenigen Bücher zum Thema, die ich nicht kenne. Aber die Rezensionen bei amazon klingen hervorragend - hab's mal bestellt und bin gespannt. ;)

Vielleicht hilft's mir ja weiter, schön wär's... *seufz* :-o

Liebe Grüße,
Deine Anita

Darcy
10.01.2006, 15:11
Ich kenne dieses Buch auch - hatte es mir seinerzeit auf Empfehlung "woanders" bestellt.

Mir gefällt das Buch, auch wenn ich persönlich nicht soooo viel mit den Geschichten anfangen kann. Ich denke aber, dass es besonders Frauen, die keine Berühungsängste mit mysthischen Geschichten, Fabeln und Sagen haben, ansprechen wird.

Werd auch mal wieder reinlesen ...

Darcy

Pandora
10.01.2006, 15:53
Um dieses Buch kommt wohl (fast) keine Frau mit einer Eßstörung rum. :flirt:

Wie gefällt es dir, Kirstin?

Kirstin
10.01.2006, 15:58
Ich finde es Klasse. Aus zweierlei Gründen. Denn zum Einen geht es eben nicht allein um sich zu Tode hungernde Frauen, sondern auch um die, die sich ins Dicksein "flüchten". Neben den Bulimikerinnen natürlich. Aber auch die ganze Aufmachung, die Erklärungen, warum heute das maskuline an der Frau zum Ideal erklärt wird (also Frauen, die so dünn sind, dass sie fast wie Männer aussehen). Bin noch im ersten Drittel, aber bislang restlos begeistert. Und ich hoffe, dass ich eines Tages dahinter komme, warum aus einem pummeligen Mädchen plötzlich ein fetter Teenager und eine (heute) fette Frau wurde. Also, warum ich mit 12 plötzlich angefangen habe, zu fressen. Denn dass wirklich - wie in der Klinik diagnostiziert - die Geburt meiner Schwester dahinter steht, kann ich beim besten Willen nicht glauben.

Kirstin

frauvonheute
10.01.2006, 15:59
Um dieses Buch kommt wohl (fast) keine Frau mit einer Eßstörung rum. :flirt: Öhm, also ich bisher schon :-o Hatte mich auch mal nach solchen Büchern umgeguckt, aber dann doch nix gekauft. Ich les lieber Thriller ;)

Babs

Darcy
10.01.2006, 16:03
Wie schon gesagt - ich fand das Buch zwar toll und lesenswert, aber irgendwie ist es eben nicht auf meiner "Wellenlänge".

Sehr viel mehr hab ich aus "Das Anti-Diät-Buch" I und II gezogen, die im Prinzip ähnliche Thesen, aber auf einer eher feministischen Schiene (eher kopf- als nur gefühlsbezogen - obwohl das wohl auch nicht richtig ausgedrückt ist), aufstellen.

Ich denke aber, dass jeder mit dem Buch am besten zurechtkommt, welches ihn auf eine bestimmte Art anspricht.

Darcy

Ruberta
10.01.2006, 16:43
ich habe dieses buch damals auch "verschlungen" ;)

gerade am anfang hat es mich sehr oft berührt. was dort zum thema essstörungen und zusammenhänge mit der familienstruktur gesagt wird hat bei mir eingeschlagen wie eine bombe. zum ersten mal hat jemand das aufgeschrieben was sich für mich schon immer so anfühlte, wovon ich allerdings immer dachte dass ich mir das nur einbilde.

die antidiätbucher habe ich natürlich auch schon durch. mein lieblingsbuch zum thema dicksein ist allerdings "dick das leben leben" von gisela enders.
mir war bis zum lesen des buches gar nicht klar wie sehr selbst ich in vorurteile über das dicksein verstrickt bin.

liebe grüsse
Silke

Dicke_Dame
10.01.2006, 17:35
Hi Darcy,


Sehr viel mehr hab ich aus "Das Anti-Diät-Buch" I und II gezogen, die im Prinzip ähnliche Thesen, aber auf einer eher feministischen Schiene (eher kopf- als nur gefühlsbezogen - obwohl das wohl auch nicht richtig ausgedrückt ist), aufstellen.


Oh ja! Orbach/Eichbaum ist unbedingt lesenswert! Heißt zwar "feministische Therapie", hat aber mit Kampf-Emanzen gar nichts zu tun http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/biggrin.gif Einfach Weiterentwicklung/Anwendung psychoanalytischer Thesen mit Frauen im Fokus. Hat mir auch einiges gebracht.

Sagen und Mythen... naja, dann verspricht die "Frau im Mondlicht" wenigestens ein angenehmes Leseerlebnis http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif Bin schon ganz gespannt...

Liebe Grüße,
Eure Anita

Darcy
10.01.2006, 17:43
Ein angenehmes Leseerlebnis ist dieses Buch auf jeden Fall :daumen: - wie gesagt hat es halt nur nicht DIE bestimmte Saite in mir zum Klingen gebracht. Heißt zwar "feministische Therapie", hat aber mit Kampf-Emanzen gar nichts zu tun

Ich verstehe eh nicht, wieso Feminismus immer mit "Kampfemanzentum und lila Latzhosen" in Verbindung gebracht wird.
Ist wahrscheinlich ein Vorurteil, welches aus irgendwelchen Ängsten von Pseudomachos herrührt - ein echter Mann dürfte doch auch mit starken Frauen kein Problem haben.

Im Prinzip ist aber genau DIESER Punkt, gepuscht von der Gesellschaft und den Medien, ein Detail, was eben Frauen in Essstörungen (ob nun Magersucht, Bulimie oder Esssucht) treibt, weil sie mit der gesellschaftlich geforderten Rollenidentität nicht klarkommen. Ich jedenfalls habe mich da sehr gut wiedergefunden.

Schön, dass durch Kirstins Beitrag die Erinnerungen an diese Bücher wachgerufen wurden - muß da dringend mal wieder drin lesen :)

Darcy

Dicke_Dame
10.01.2006, 17:52
Ich verstehe eh nicht, wieso Feminismus immer mit "Kampfemanzentum und lila Latzhosen" in Verbindung gebracht wird.
Ist wahrscheinlich ein Vorurteil, welches aus irgendwelchen Ängsten von Pseudomachos herrührt - ein echter Mann dürfte doch auch mit starken Frauen kein Problem haben.

Witzig ist ja, daß ich nur von Frauen negative, bzw. erschreckte Reaktionen auf die Bezeichnung "feministische Therapie" bekommen habe und als Kampf-Emanze abgestempelt werden sollte. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/biggrin.gif
Meine Kumpels reagierten eher interessiert und unvoreingenommen neugierig. Oder kenne ich einfach nur tolle, starke Männer? http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/biggrin.gif

Im Prinzip ist aber genau DIESER Punkt, gepuscht von der Gesellschaft und den Medien, ein Detail, was eben Frauen in Essstörungen (ob nun Magersucht, Bulimie oder Esssucht) treibt, weil sie mit der gesellschaftlich geforderten Rollenidentität nicht klarkommen. Ich jedenfalls habe mich da sehr gut wiedergefunden.

Absolut!
Wunderbar fand ich "ganz Frau und wirklich frei" - mein Lieblingsbuch des Gespanns http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif

http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink1.gif

Darcy
10.01.2006, 18:12
Witzig ist ja, daß ich nur von Frauen negative, bzw. erschreckte Reaktionen auf die Bezeichnung "feministische Therapie" bekommen habe und als Kampf-Emanze abgestempelt werden sollte. Stimmt, diese Erfahrung habe ich (leider) auch machen müssen.
Ich hab mich oft gefragt - warum?
Ist es Neid auf meine Art zu leben (die meisten dieser Reaktionen kamen von Frauen, die nicht berufstätig, finanziell vom Ehemann abhängig UND in dieser Ehe nicht wirklich glücklich waren) oder Angst, selbst so leben zu wollen, es sich aber nicht eingestehen zu dürfen?
Oder ist es einfach nur Unverständnis und völlige Anpassung an die gesellschaftlichen Normen?

Bis heute hab ich darauf keine Antwort gefunden ...

Wunderbar fand ich "ganz Frau und wirklich frei" - mein Lieblingsbuch des Gespanns
Das kenn ich noch gar nicht - muß mal schauen, ob ich es in "meiner" Buchhandlung auftreiben kann, hab von denen noch 'nen Büchergutschein hier zu liegen.

Darcy

Sally
10.01.2006, 19:22
Ich verstehe eh nicht, wieso Feminismus immer mit "Kampfemanzentum und lila Latzhosen" in Verbindung gebracht wird. Weil die feministische Bewegung so angefangen hat - die Pionierinnen der Frauenbewegung Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre haben sich nicht anders bemerkbar machen können als durch deutlich andere Optik und ein deutlich anderes Auftreten. Und so ein Bild hält sich sehr, sehr lange ...

Übrigens stammt mein erstes "dickes" Buch (fast noch) aus dieser Zeit. Es heißt "Warum sollen wir Dicken und dünne machen - Klage gegen den Schlankheitsterror". Frauen haben darin aufgeschrieben, was sie erleben, denken und fühlen. Herausgegeben hat es eine Frau namens Martina Bick - von der ich leider nie wieder etwas gehört habe.

Erschienen ist es damals als Taschenbuch in der "Frauen"-Reihe bei rororo. Damals hatten moderne Verlage noch eigene Reihen für Frauen ...:)

Dicke_Dame
11.01.2006, 10:25
Guten Morgen Forum,



Stimmt, diese Erfahrung habe ich (leider) auch machen müssen.
Ich hab mich oft gefragt - warum?
Ist es Neid auf meine Art zu leben (die meisten dieser Reaktionen kamen von Frauen, die nicht berufstätig, finanziell vom Ehemann abhängig UND in dieser Ehe nicht wirklich glücklich waren) oder Angst, selbst so leben zu wollen, es sich aber nicht eingestehen zu dürfen?
Oder ist es einfach nur Unverständnis und völlige Anpassung an die gesellschaftlichen Normen?

Bis heute hab ich darauf keine Antwort gefunden ...



Fies wie ich bin, hab ich ja mal ein paar Damen, die entsetzt auf das Gedankengebäude „Es ist Dein Leben, mach was draus!“ reagierten direkt gefragt, warum. Eine wirkliche Antwort hab’ ich nie erhalten, sie versteckten sich hinter Phrasen wie „aber man muß doch... das gehört sich doch so... das muß einem doch gefallen... etc.“ http://cosgan.de/images/smilie/konfus/a050.gif



Das kenn ich noch gar nicht - muß mal schauen, ob ich es in "meiner" Buchhandlung auftreiben kann, hab von denen noch 'nen Büchergutschein hier zu liegen.

Wenn Dein Gutschein noch was hergibt, Stephen Farmer „Endlich lieben können, Gefühlstherapie für erwachsene Kinder“ und der „Flirt mit der Negativität – von der Macht ungelebter Gefühle“ von Franz Simon sind sehr gute Investitionen. Allerdings fernab vom Thema „dick“ oder „Emanzipation“ und harte Kost. Ersteres hab ich immer noch nicht geschafft, komplett zu lesen.



Weil die feministische Bewegung so angefangen hat - die Pionierinnen der Frauenbewegung Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre haben sich nicht anders bemerkbar machen können als durch deutlich andere Optik und ein deutlich anderes Auftreten. Und so ein Bild hält sich sehr, sehr lange ...



Ob sich optische Merkmale immer so einprägen, weil sie leicht wahrzunehmen sind?

Erschienen ist es damals als Taschenbuch in der "Frauen"-Reihe bei rororo. Damals hatten moderne Verlage noch eigene Reihen für Frauen ...

Eigene Reihen gibt’s wohl heute auch noch... Aber eher mit Autoren wie Hera Blind, Nora Jones o.ä. :-o

Liebe Grüße,
Eure Anita

Sally
11.01.2006, 11:19
Eigene Reihen gibt’s wohl heute auch noch... Aber eher mit Autoren wie Hera Blind, Nora Jones o.ä. :-o Norah Jones kenn' ich nur als Sängerin ;) ... und für Hera Lind habe ich echt nur den hier: :krank: Gottseidank kräht nach der inzwischen kein Hahn mehr (und auch kein Huhn).

An der Wandlung der (Auswahl der) Autorinnen und Inhalte von "Frauenbüchern" lässt sich so einiges ablesen.
Ob sich optische Merkmale immer so einprägen, weil sie leicht wahrzunehmen sind? Ich denke schon. Es sind die Dinge, die uns sprichwörtlich als erstes ins Auge fallen ... und sich dort festhaken. Nicht umsonst ist es z.B. auch so schwierig, irgendein Design oder Layout zu verändern, an das das Publikum seit Jahren gewöhnt ist.

Und da fällt mir wieder die Erfahrung ein, die ich im Frankfurter Dialogmuseum (http://www.dialogmuseum.de) gemacht habe. Großartig, wenn man nicht mehr sieht, ob die Lady gegenüber eine lila Latzhose oder ein Business-Kostüm trägt ...