frauvonheute
13.12.2005, 09:09
Eigentlich könnte dieser Thread auch bei "Dick & Gesundheit" stehen, aber ich habe ihn jetzt erstmal (?) hierhin gesetzt, weil er wohl mehr mit Essstörung als mit dem Arzt an sich zu tun hat.
Gestern habe ich endlich etwas getan, was mir schon lange Zeit (genauso genommen seit März) auf der Seele gelegen hatte. Immer wenn ich zu meinem Hausarzt gehe, graut mir beim Gedanken an die erste Frage, die er mir stellen wird: „Na, was macht das Gewicht?“ Jedes Mal könnte ich ihm in diesem Moment an den Hals gehen. Und dabei war er es, der mich damals an meine Therapeutin verwiesen hatte.
Gestern nun musste ich mal wieder hin und diesmal wusste ich, dass ich mich nicht mehr klein fühlen würde.
Auf die berühmt-berüchtigte Frage hin antwortete ich: „Wollen Sie die lange oder die kurze Antwort?“ „Mittellang.“ entgegnete er. Und ich erklärte ihm – ganz aufrecht sitzend und ihm direkt in die Augen blickend - in aller Ruhe meine Erfolge in der Therapie, meine Rückschläge, meine Ziele und meinen aktuellen Stand. Ich sagte ihm, dass ich mich nicht rechtfertige, weil ich immer noch so dick bin, auch wenn er das denken sollte, sondern dass ich das nicht (mehr?!) nötig habe und hier reine Fakten berichte. Ich erzählte ihm auch, dass es ganz viele Dicke gibt, die Angst haben, zum Arzt zu gehen, weil sie immer nur auf ihr Gewicht reduziert werden und es deshalb z. B. den „Dicken Patienten“ gibt. „Ich habe ein Anrecht auf eine faire Behandlung.“ blies ich ihm ins Gesicht :-D
Und was tat er? Er hörte interessiert zu. „Ich weiss ja, dass ich von vielen „Der Hungerdoktor“ genannt werde.“, sagte er, „Sie sind ja noch jung, aber Sie sollten sich bewusst sein, dass irgendwann die Krankheiten, die das Übergewicht mit sich bringen kann, losgehen können. Und dann hört der Spaß auf.“ „Ja, da haben Sie recht und ich bin mir dieser Problematik auch absolut bewusst. Nur kann man 22 Jahre Essstörung nicht mal eben kurz in 2,5 Jahren Therapie beseitigen. Weder die geistigen, noch die körperlichen Probleme.“ Ich fühlte mich stark und ruhig.
Wieder eine klare Ansage, wo es bisher nur Schwammiges gab. Wieder ein großer Schritt.
Babs,
die sich nie wieder unwürdiges Verhalten von einem Arzt bieten lassen wird!
Gestern habe ich endlich etwas getan, was mir schon lange Zeit (genauso genommen seit März) auf der Seele gelegen hatte. Immer wenn ich zu meinem Hausarzt gehe, graut mir beim Gedanken an die erste Frage, die er mir stellen wird: „Na, was macht das Gewicht?“ Jedes Mal könnte ich ihm in diesem Moment an den Hals gehen. Und dabei war er es, der mich damals an meine Therapeutin verwiesen hatte.
Gestern nun musste ich mal wieder hin und diesmal wusste ich, dass ich mich nicht mehr klein fühlen würde.
Auf die berühmt-berüchtigte Frage hin antwortete ich: „Wollen Sie die lange oder die kurze Antwort?“ „Mittellang.“ entgegnete er. Und ich erklärte ihm – ganz aufrecht sitzend und ihm direkt in die Augen blickend - in aller Ruhe meine Erfolge in der Therapie, meine Rückschläge, meine Ziele und meinen aktuellen Stand. Ich sagte ihm, dass ich mich nicht rechtfertige, weil ich immer noch so dick bin, auch wenn er das denken sollte, sondern dass ich das nicht (mehr?!) nötig habe und hier reine Fakten berichte. Ich erzählte ihm auch, dass es ganz viele Dicke gibt, die Angst haben, zum Arzt zu gehen, weil sie immer nur auf ihr Gewicht reduziert werden und es deshalb z. B. den „Dicken Patienten“ gibt. „Ich habe ein Anrecht auf eine faire Behandlung.“ blies ich ihm ins Gesicht :-D
Und was tat er? Er hörte interessiert zu. „Ich weiss ja, dass ich von vielen „Der Hungerdoktor“ genannt werde.“, sagte er, „Sie sind ja noch jung, aber Sie sollten sich bewusst sein, dass irgendwann die Krankheiten, die das Übergewicht mit sich bringen kann, losgehen können. Und dann hört der Spaß auf.“ „Ja, da haben Sie recht und ich bin mir dieser Problematik auch absolut bewusst. Nur kann man 22 Jahre Essstörung nicht mal eben kurz in 2,5 Jahren Therapie beseitigen. Weder die geistigen, noch die körperlichen Probleme.“ Ich fühlte mich stark und ruhig.
Wieder eine klare Ansage, wo es bisher nur Schwammiges gab. Wieder ein großer Schritt.
Babs,
die sich nie wieder unwürdiges Verhalten von einem Arzt bieten lassen wird!