Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist jeder Dicke, der nicht krank ist eßgestört?
Ich weiß nicht, ob ich die Frage jetzt so glücklich formuliert habe....
Mir geht es darum. Ich bin meiner Meinung nach nicht eßgestört und habe auch keine Krankheit wie ein Schilddrüsenleiden (soetwas meinte ich in meiner Themenbenennung). Trotzdem wiege ich viiiiel zu viel.
Ich mag darüber nicht jammern, denn bis auf ein paar ertragbare Problem lebe ich gut und glücklich. Was ich allerdings mache, ich esse zu viel. Das mache ich aber nicht, um mich zu strafen oder irgendetwas für mich ertragbar zu machen - nein - ich esse gern und genieße es.
Meiner Meinung nach wurde mir ein normales Eßverhalten - wenn man satt ist, hört man auf zu essen - in meiner Kindheit von meinen Eltern abtrainiert. Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.
Vielleicht oute ich mich jetzt hier als Freßmatz des Forums, aber mir haben die nachfolgenden Äußerungen von Babs wirklich zu denken gegeben. Wo gehöre ich hin?
Liebe Grüsse
Ina Maike
Zitat:
Zitat von Ruberta
am ende muss jedoch jeder für sich entscheiden.
und es macht auch mich wütend dass wir essgestörten (wie ich) hier in europa oder sonstwo auf der welt keine andere adäquate unterstützung erfahren, weil diese erkrankung keine anerkennung findet.
Anwort Frau von heute
Darüber habe ich gestern auch mit meiner Therapeutin gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass selbst heute noch oft von Medizinern behauptet wird, dass Adipositas nicht durch ein psychisches Problem entstehen kann. Komisch, denn in ihrer langjährigen Erfahrung mit Esssüchtigen hat meine Therapeutin - so sagt sie - immer (!) irgendwann des Pudels Kern, nämlich den Auslöser für das viele Essen, gefunden. Bei mir ja auch und wir haben dafür 1 Jahr und 4 Monate gebraucht.
Das macht mich soooo wütend
Babs
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frauvonheute
17.11.2005, 16:38
Komisch, denn in ihrer langjährigen Erfahrung mit Esssüchtigen hat meine Therapeutin - so sagt sie - immer (!) irgendwann des Pudels Kern, nämlich den Auslöser für das viele Essen, gefunden. Dazu möchte ich aber nochmal betonen, Ina-Maike, dass ich hier nur von diagnostizierten Essgestörten spreche! Bitte nicht verallgemeinern/missverstehen!
Babs
Nein, das habe ich schon so verstanden.
Vielleicht kann ich meine Empfindungen nicht wiedergeben.
Warum bin ich zu dick?
Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!
Durch eine Krankheit: Eigentlich alles durchgecheckt...
Warum also? Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen? Was ist "normal" wenn es um Essen geht? Muss ich in mir einfach einen zügellosen Menschen sehen? Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt?
Mich hat Deine Äußerung einfach nachdenklich gemacht....
LG Ina-Maike
frauvonheute
17.11.2005, 16:52
Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!
Durch eine Krankheit: Eigentlich alles durchgecheckt...
Warum also? Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen? Was ist "normal" wenn es um Essen geht? Muss ich in mir einfach einen zügellosen Menschen sehen? Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt? Puh, Ina-Maike, ob du essgestört bist, kann ich dir nicht beantworten.
Ich wusste es in meinem Fall lange Zeit nicht. Bei mir fing es so an, dass ich mit meinem Leben nicht mehr klar kam. Mit Essen habe ich das nie in Verbindung gebracht. Das erfuhr ich erst durch Hausarzt und dann Therapie.
Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt? In kleinen, genussvollen Mengen ist es wohl Genuss. Aber grundsätzlich ist Rauchen eine Sucht. So wie auch Essen eine Sucht sein kann.
Ich persönlich glaube nicht, dass man einfach nur durch zu viel Essen große Ausmaße annimmt (definiere "große Ausmaße" ;)), aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Ich bin gespannt, was die anderen hier dazu zu sagen haben.
Babs,
die sich jetzt in den Feierabend verholt :)
Für mich ist Rauchen eine Sucht.
Ist Essen in zu großem Umfang - und genau das mache ich ja - auch eine Sucht.
Was ist eine Sucht? Alles, womit ich nicht aufhören kann? Ich kann nicht aufhören zu Essen, wie Bab`s Rätsel ja auch so schön bewiesen hat. Kann ich aufhören zu viel zu essen? Wenn ich das nicht kann, warum kann ich das nicht? Oder ist Eßsucht nur, wenn ich mit Essen Probleme "abtöten" möchte?
Ich denke, dass ich zur Zeit ein glückliches Leben führe. Mir ist es bewußt, dass ich zu viel Esse, aber ich mache das "freiwillig" und nicht um irgendetwas in mir zum schweigen zu bringen.
LG Ina-Maike
berechtigte frage.
was den teil: "eigentlich alles durchgecheckt" haben sehr viele hier die erfahrung gemacht, dass das nicht viel bedeutet. die "normalwerte" für zb. schilddrüsenhormone sind schlicht und ergreifend zu hoch. viele dinge wie insulinresistenz, werden als folge, nicht als ursache des gewichts verkauft, medikamente, die mit lockerer hand verschrieben werden, zb. betablocker, können bei einzelnen zu erheblichen gewichtszunahmen führen.
usw. usw. usw.
wohl dir, wenn nichts davon zutrifft, und du "rund und gsund" bist.
und einen ganz ehrlichen glückwunsch dazu, dass du dein essen genießen kannst, bleib dabei. genuss hat nichts mit zügellosigkeit zu tun.
wenn du dieses genießen aber mit diät- und hungerphasen bezahlst, in denen du deinen körper auf futterspeichern umschaltest, und deine leckeren rezepte "abspeckst" und damit ungenießbar machst, dann hast du zumindestens zeitweise die üblichen gesellschaftsinduzierten eßstörungen. sorry.
Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen?
ich weiß nicht welche körpermaße du meinst, da ich dich nicht kenne, ich würde mal sagen bei allem was über bmi 40 hinausgeht, würde ich gaaaanz genau hinschauen, ob das mit dem genuss der alleinige grund sein kann.
wenn du schreibst, ein hunger/sättigungsgefühl wurde dir "aberzogen" hast du eine teilerklärung in der hand. das kann ein hinweis darauf sein, dass da noch andere grenzüberschreitungen in deinem kinderleben stattgefunden haben als "teller aufessen" (spekuliere ich jetzt einmal) muss aber nichts dergleichen bedeuten, ausser, dass du "gelernt" hast das große portionen "normal" sind.
viele diagnostizierte eßgestörte haben vor ihrer therapie stein und bein geschworen, dass es in ihrem leben nichts,aber auch gar nichts gibt, was sie zum essen "zwingt"...
ein paar gedankenanstöße, nicht der stein der weisen, den hab ich selber leider nicht ;)
Ich sehe das so: Es gibt einen Unterschied zwischen gestörtem Verhältnis zum Essen und einer klinischen Ess-Sucht; vielleicht ähnlich dem Unterschied zu Alkoholmissbrauch (zu hoher Alkoholkonsum, aber keine Abhängigkeit) und Alkoholsucht (körperliche und seelische Abhängigkeit).
Ersteres würde ich für mich in Anspruch nehmen, denn ich bin zeitweise Frustesserin, habe aber keine Ess-Anfälle, die mehr oder weniger regelmäßig auftreten und die ich nicht kontrollieren kann.
Meiner Meinung nach wurde mir ein normales Eßverhalten - wenn man satt ist, hört man auf zu essen - in meiner Kindheit von meinen Eltern abtrainiert. Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.
Das ist bei mir genau so. Nur leider kann ich in den meisten Fällen nicht mal behaupten, dass ich jeden Bissen genieße.
Hallo Rita,
ja, ich habe auf jeden Fall einen BMI über 40. Meine einzigsten Erklärungen wären, dass ich in meiner Jugend des öfteren Hungerkuren gemacht habe. Vielleicht ist mein Grundstoffwechsel runtergefahren, aber sowas mache ich schon lange nicht mehr. Und, dass ich einfach zu gerne esse.
Was meinst Du mit "Grenzüberschreitungen in meiner Kindheit"? Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich immer Geschichten vorgelesen bekam, damit ich esse (ich liebe lesen). Sobald ich aufhörte zu essen, hörte meine Mutter auf zu lesen. Ich das eine "Grenzüberschreitung"? Ich denke, Du meinst "schlimmere" Erlebnisse damit. Sowas habe ich nicht erlebt! Ich bin immer geliebt worden, auch wenn ich keine leichte Kindheit (Schikanen wegen Übergewicht z.B. in der Schule) hatte.
Ich denke, ich habe schlicht und ergreifend einen zu großen Magen und esse einfach zu gern.
Früher lebte ich in einer unglücklichen Beziehung. Das hätte ich damals als Ursache vorkramen können, aber ich bin heute glücklich. Sicherlich gibt es auch heute Sachen, die nicht so laufen, wie ich es gern hätte, aber ich habe mich noch nie dabei beobachtet, wie ich wegen Problemen angefangen hätte zu essen.
Ich werde wohl einfach weiter durch die Gegend rollen, bis es mich mal wieder rappelt und ich beschließe, dass ich mit dem Gewicht nicht mehr leben möchte. Dann muss ich halt wirklich auf Grünfutter und Mohrrübe umsteigen ;) .
LG Ina-Maike
Hallo Lunix,
ich glaube mit dem Alkohlmißbrauchsvergleich könntest Du bei mir richtig liegen. Ich gebrauche es, habe aber nicht das Gefühl, dass ich es zum Betäuben benötige.
LG Ina-Maike
ja, ich meine, das ist eine kleine grenzüberschreitung, du wurdest mit dem vorlesen daran gehindert auf dein "satt"gefühl zu hören. und auf "brav aufessen" = zuwendung trainiert.
was nicht heissen muss, dass es schlimmeres gibt, beileibe nicht.
die hungerkuren in deiner jugend reichen leider aus, um deinen körper auf dauer zum phantastischen futterverwerter zu machen.
ich würde mich allerdings nich selber dadurch unter druck setzen, dass du dich mit dem umstieg auf grünfutter und möhren bedrohst. deine fettzellen lesen mit ;)
kannst du dein hohes gewicht ohne probleme halten, oder steigt es permantent? hast du probleme beim durch die gegend kugeln, oder was stört dich so, dass du einen rappel bekommen musst?
Warum bin ich zu dick?
Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!Das habe ich jahrelang ebenfalls von mir gedacht/behauptet. Dass ich eine Essstörung haben könnte, war mir undenkbar. Bis vor einem Jahr. Die Erkenntnis, dass bei mir nicht einfach nur Essen aus purer Lust (und dann eben auch mal zu viel essen) die Ursache für mein Gewicht ist, hat mich umgehauen. Ich habe mich echt mit Händen und Füßen gegen diese Diagnose gewehrt, aber seit ich sie anerkenne geht es mir besser und vor allem erkenne ich mittlerweile die Situationen und die Hintergründe. Und mir wird mehr und mehr bewusst, warum ich dick bin. Essen spielt sicher eine Rolle, aber im Grunde ist es eben mehr. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die Krankheit anerkannt habe.
Kirstin
kannst du dein hohes gewicht ohne probleme halten, oder steigt es permantent? hast du probleme beim durch die gegend kugeln, oder was stört dich so, dass du einen rappel bekommen musst?
Leider nein. Da ich aber die Waage im Intresse meiner Stimmungserhaltung ;) meide, kann ich nicht sagen, wie stark es steigt. Es ist für mich noch im erträglichen Rahmen.
Wenn ich mich zu einer Ernährungsumstellung+Reduzieru ng durchringen sollte, dann NUR wegen gesundheitlicher Probleme.
Ich bin mit meinem Aussehen bedingt zufrieden und denke, dass es viel wichtiger ist, dass ich meine Ausstrahlung habe und man spürt, dass ich glücklich und mit mir im Reinen bin.
Es könnte sein, dass meine leicht erhöhten Blutdruckwerte weiter steigen oder eventuelle Knochenprobleme einsetzen. Dann ist bei mir Schluß mit lustig - soviel wäre mir dann meine ungarische Salamie doch nicht wert.
Außerdem versuchen / versuchten wir ein Baby zu bekommen und wenn es dem Kind schaden würde, würde ich rigeros die Notbremse ziehen.
Ich muss es ganz klar und deutlich sagen - es wäre für mich ein großer Verlust an Lebensqualität (aber für mein Kind würde ich es bezahlen).
Vielleicht mache ich es einfach wie mein Mann - er wartet drauf, dass irgendwelche Wunderpillen erfunden werden. Dann könnte er essen und trotzdem abnehmen...
LG Ina-Maike
Das habe ich jahrelang ebenfalls von mir gedacht/behauptet. Dass ich eine Essstörung haben könnte, war mir undenkbar. Bis vor einem Jahr. Die Erkenntnis, dass bei mir nicht einfach nur Essen aus purer Lust (und dann eben auch mal zu viel essen) die Ursache für mein Gewicht ist, hat mich umgehauen. Ich habe mich echt mit Händen und Füßen gegen diese Diagnose gewehrt, aber seit ich sie anerkenne geht es mir besser und vor allem erkenne ich mittlerweile die Situationen und die Hintergründe. Und mir wird mehr und mehr bewusst, warum ich dick bin. Essen spielt sicher eine Rolle, aber im Grunde ist es eben mehr. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die Krankheit anerkannt habe.
Und woran hast Du den Unterschied erkannt?
nun blutdrucksenkung kann man gut durch entspannungsübungen und leichtes ausdauertraining erreichen und die knochen schützen gut trainierte muskeln am besten. beides selbst erprobt :)
und dein kind braucht eine glückliche mutter, keine schlanke.
und auf die wunderpille warten viele :cool3:
Ich esse gern. Und ich esse gern viel. Aber das beschränkt sich auf geregelte Mahlzeiten. Mir wurde als Kind immer vorgeschrieben, wie viel ich essen dürfe. Und was, bzw. was nicht. Damals habe ich heimlich gefressen. 10 Berliner auf einmal. Und solche Sachen.
Und wenn ich mir - weil ich so großen Hunger hatte - den Teller mit Gemüse vollgeladen hatte - weil ich ja nur eine Kartoffel ohne Soße und nur ein kleines Stück Fleisch (meistens musste ich mir mit meiner Mutter oder meiner Oma ein Schnitzel teilen oder so) essen durfte - bekam ich von meinem Vater zu hören, dass das Nilpferd auch nur Gemüse äße und trotzdem dick sei.
Heute esse ich immer noch gern viel. Zum Beispiel mein Lieblingsgericht "Chicken Tikka" bei meinem Lieblingsinder. Da was übrig zu lassen - keine Chance. Oder selbst angemachte Salate - mjam. Aber von anderen Dingen, wie etwa Spaghetti, Kartoffelpü (mit irgendwas) oder ähnlichem kann ich inzwischen wieder aufhören, wenn ich satt bin.
Und dann gibt es da noch das "Essen zwischendurch". Ich bin ein Stress-Esser. Während meiner Diplomarbeit konnte man mir beim zunehmen zusehen! Von Woche zu Woche wurde ich dicker. Während ich in Vollzeit-Schichten (7/24) gearbeitet habe, habe ich in 15 Monaten 30 kg zugelegt. Bin ich ausgeglichen, geht es mir gut - dann habe ich keinen Hunger, dann esse ich kaum was und selbst, wenn ich mir dann was koche, schlinge ich nicht alles in mich rein und höre erst auf, wenn der Topf leer ist. Nein, dann kann ich gut vorher aufhören. Wenn ich aber unter Druck stehe und es ist nichts KH-haltiges in der Nähe, dann fange ich an, "herumzutigern". Ich laufe dann von hier nach da um nach was Süßem zu suchen. Meistens habe ich (zumindest hier im Büro) irgendwas im Schreibtisch. Das kann mich wochenlang absolut nicht anmachen - in einem Stressmoment mache ich mich drüber her und höre erst auf, wenn es alle ist.
Ich kann relativ gut unterscheiden, ob ich genuss-esse oder gestört esse: Beim gestörten Essen kann ich Dir nicht sagen, wonach das Essen schmeckt, dann empfinde ich nämlich keinen Geschmack.
Kirstin
P.S.: Positiver Stress wirkst sich übrigens eher so aus, dass ich (fast) nichts esse, ist nämlich momentan so. Meine (vor 3 Wochen gekauften) Hosen sind jetzt schon am Rutschen...
Sophonisbe
18.11.2005, 00:40
Mir wurde vor kurzem auch (von jemandem, der das durfte) die Gretchenfrage "Bist du denn essgestört?" gestellt. Ich sagte so sinngemäß: "Ich glaube nicht, aber was weiß ich schon?" Tatsache ist, dass ich zwar hin und wieder durchaus auch kompensatorisch esse, aber nicht zwanghaft. Das Gefühl des Nicht aufhören könnens ist mir unbekannt.
Dick bin ich sehr wahrscheinlich durchs (extreme) Diäten. Wobei bei mir noch nicht "alles durchgecheckt" wurde.
Ich wollte eigentlich nach Threaderöffnung sofort posten und habe dann aufgrund der zwischenzeitlich eingegangenen Postings Abstand davon genommen. Warum eigentlich - habe ich mich dann gefragt. Ich bin dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: es kam hier sofort der Begriff „Therapie“ auf. Nun ist eine Therapie für mich kein Schreckgespenst, dennoch sehe ich für mich (trotz starken Übergewichts) keine Notwendigkeit für irgendeine Therapie. Ich frage mich: Kann ein dicker Mensch nicht einfach nur dick sein? Ohne wenn und aber?
Da kommt dieser Thread zu einer Zeit für mich daher, in der ich mich sowieso schon gefragt habe: Passe ich mit dem Ursprung meines Übergewichts überhaupt noch in dieses Forum? Auslöser für diesen Gedanken war, daß ich hier in der letzten Zeit viel über Essstörungen und die vielen Therapiewege gelesen habe. All die Schilderungen haben mich vom Thema her sehr angesprochen und interessiert, tun dies auch weiterhin noch, dennoch sehe ich auf mich bezogen keine Parallelen und fühlte mich mit meinem Übergewicht aufgrund von zu guter Lebensweise deplaciert. Ich würde mich, obwohl ich stark übergewichtig bin, nicht als essgestört bezeichnen. Mir geht es da wie Ina-Maike, die es mit diesem Satz treffend aus meiner Sicht auf den Punkt gebracht hat:
Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.
Ich habe keine Phasen in denen ich mehr oder weniger esse und habe kein Verlangen bzw. Bedürfnis über Essen irgendetwas zu kompensieren. Ich bestreite nicht, daß man bei starkem Übergewicht kritisch hinterfragen sollte, ob man mit seinem Essverhalten nicht irgendwelche Dinge zu kompensieren versucht. Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise.
frauvonheute
18.11.2005, 11:00
Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise. Das ist etwas, was ich nicht glauben kann. Wie gesagt, ich bin kein Arzt und habe kein fundiertes Wissen über Übergewicht etc., aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sehr dick wird, nur weil man gerne und viel ist. Klar, einige Pfunde zu viel können problemlos entstehen, aber z. B. Adipositas III?!
Ich bin essgestört und esse auch gerne. Mittlerweile esse ich auch mit Genuss. Und es ist für mich problemlos, mein Gewicht zu halten, so wie ich im Moment esse (und glaubt mir, ich lasse es mir sehr gut gehen). Wenn es an der guten Lebensweise läge, müsste ich dann ja auch zunehmen.. Das passiert aber nicht...
Davon abgesehen, Sumpitt, es geht doch hier im Forum nicht nur um essgestörte Dicke. Hier hat jeder einen Platz, der sich hier wohlfühlt und an dem Thema interessiert ist. Mach keinen Scheiss! ;)
Liebe Grüße
Babs
Lovely Rita
18.11.2005, 11:10
Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise.
also ich glaub das schon. "mir schmeckts" ist doch der beste grund dafür, mehr zu essen. und wie auch kirstin schon schrieb, ich esse auch einfach gern. ich koche gern und ich esse auch gern. das ist in meiner ganzen familie so.
ohne diäten und ohne später tatsächlich entwickelte essstörung wär ich wahrscheinlich eine konstante 80 bis 85 kilofrau.
bitte nicht deplaciert fühlen, sumpitt.
liebe grüße, christine
Dieses "ich esse gerne, weil's mir schmeckt" ist sicher ein Grund, übergewichtig zu werden.
Aber extremes Übergewicht mit einem BMI über 40?
Auch einfach, weil's zu gut schmeckt?
Oder doch eher, weil man nicht aufhören kann zu essen, obwohl man eigentlich satt sein müßte?
Woran liegt das denn, dieses ständige "Überessen" mit leckerem Essen?
Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind?
Wieso werden "wir" nicht satt, obwohl die Portion mehr als ausreichend war?
Das sind Fragen, die mich schon beschäftigt haben, als ich noch nicht wußte, dass ich essgestört bin/als ich noch nicht essgestört war.
Eine Antwort darauf hab ich noch nicht gefunden ...
Darcy
frauvonheute
18.11.2005, 11:37
ohne diäten und ohne später tatsächlich entwickelte essstörung wär ich wahrscheinlich eine konstante 80 bis 85 kilofrau. Und das halte ich dann auch für völlig normal. Aber wenn wir hier von - einfach mal ins Blaue heraus eine Zahl genannt - 140 kg sprechen: Ist das dann auch noch "einfach nur" auf gutes Essen zurück zu führen? Und da stimme ich Darcy absolut zu:
Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind? Babs
Lovely Rita
18.11.2005, 12:38
Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind?
Wieso werden "wir" nicht satt, obwohl die Portion mehr als ausreichend war?
vielleicht weil die anderen, die aufhören, wirklich aus großer lust am essen essen, aber der platz im magen wirklich beschränkt ist und sie satt sind.
und die zweite frage: für mich gilt ziemlich sicher, dass ich mit essen niemals satt werde, weil essen halt nicht das ist, was mir fehlt. es ist nur das eingeprägteste und älteste mittel für mich, ein oder mehrere gefühle zuzudecken.
ich glaube auch, dass wir den allgemeinen druck, abzunehmen (persönliches umfeld, medien, ärzte etc.), der ja nun schon jahrzehnte andauert, nicht unterschätzen sollten. ich erinnere mich noch gut an diese fit-welle, die in den 70ern hochkam und anschließend war abnehmen bei meinen eltern DAS thema und bei den eltern meiner freundinnen auch.
ich erinnere mich gut an ältere dickliche verwandte, die vorher einfach gern gegessen hatten und hinterher immer wieder abnehmversuche starteten. ich glaube, einen dicken menschen zu finden, der noch nie in seinem leben eine diät versucht hat, werden wir kaum finden. daher sind für mich auch übergewichtige mit einem BMI über 40 möglich, die ursprünglich "mir schmeckts halt" esser waren.
ich hab einen BMI von 58 und die psychologin in der essstörungsambulanz meinte, der käme von konstanter überernährung!
wobei ich ihr da nicht zustimme.
um nochmal ganz deutlich auf die ausgangsfrage zu antworten.
NEIN, nicht JEDER. aber eindeutig mehr als davon wissen wollen.
Woran liegt das denn, dieses ständige "Überessen" mit leckerem Essen? Tja, da liegt schon der Hase im Pfeffer. Ich spreche da jetzt mal nur für mich, aber ich kann nicht einmal behaupten, daß ich mich „überesse“. Klar hat man auch mal eine Mahlzeit dazwischen wo man mal mehr zulangt als sonst, aber ich denke, daß dies nur im Bereich des normalen liegt.
Woher mein Übergewicht stammt weiß ich nur zu genau – ich beschwere mich auch gar nicht darüber. Ich glaube, daß ich meinen Magen im Laufe der Zeit an größere Essensmengen gewöhnt habe, ohne dabei essgestört zu sein. Ich vermute mal, daß Ina-Maike und ich uns in diesem Punkt recht ähnlich sind.
Es macht mir einfach Spaß zu kochen und die zubereiteten Speisen dann auch so richtig zu genießen. Zu einem guten Essen gehört mitunter auch ein guter Wein und schwupps ist man einmal mehr in der Kalorienfalle.
Als ich vor einiger Zeit mit mir selbst und meiner Beziehung zum Forum haderte, habe ich mir nochmal die Leitlinien dieses Forums durchgelesen und ganz schnell diesen Passus gefunden:
Dieses Forum dient zum Meinungs-, Erfahrungs- und Informationsaustausch rund um das Dicke Leben.
Dickes Leben – DAS trifft es bei mir, folglich bin ich – wie andere User mit gleichem oder gänzlich anderem Ursprung ihres Übergewichtes genau richtig hier! Essstörung ja oder nein - wer Übergewicht hat ist genau richtig hier!
Aber Aussagen wie diese, in Bezug auf eine vorhandene oder nicht vorhandene Essstörung .....NEIN, nicht JEDER. aber eindeutig mehr als davon wissen wollen. …lassen mich dann wieder etwas zum Zweifler werden.
frauvonheute
18.11.2005, 14:25
Aber Aussagen wie diese, in Bezug auf eine vorhandene oder nicht vorhandene Essstörung ..... …lassen mich dann wieder etwas zum Zweifler werden.
Aber dann zweifelst du ja nicht am Forum sondern daran, ob du nicht vielleicht doch essgestört sein könntest. Und das sind ja zwei verschiedene Paar Schuhe. Oder hast du Angst, dass du vielleicht doch essgestört bist und das hier mit der Zeit merken könntest? Oder dass du es dir selbst einreden könntest, weil so viel darüber geschrieben wird? Oder wird dir das Thema Dicksein hier - so ohne Erklärung für dein Gewicht - einfach zu viel?
Babs,
die zu verstehen versucht
Es geht mir eigentlich mehr darum klar zu machen, daß es durchaus auch andere Gründe für das Dicksein gibt, als vorrangig eine Essstörung (organische Erkrankungen etc. ausgenommen). Das wird meines Erachtens in dieser Form, bezogen auf das Ausgangsposting von Ina-Maike, scheinbar nicht akzeptiert. Vielleicht interpretiere ich Ina-Maike auch nicht richtig, aber ich verstehe sie so, als würde sie bei sich nicht zwangsläufig eine Essstörung sehen.
Ist es denn nicht einfach möglich zu dick zu sein, weil man im klassischen Sinne zu viel isst, ohne eine Essstörung zu haben?
Möglicherweise mache ich mir die Sache zu einfach, aber letztlich sehe ich persönlich keine Veranlassung an den Ursachen für mein eigenes Übergewicht zu zweifeln. Abgesehen davon habe ich mit meinem Übergewicht auch mittlerweile kein sonderliches Problem mehr. Das bin einfach ich - und fertig. Diese Einstellung zu bekommen (ich möchte schon fast sagen: sich erarbeitet zu haben) ist sicherlich ein großer Verdienst des Forums und seiner User.
Ich bin halt der Überzeugung, daß man auch auf normalem Wege zu dick werden kann. So wie es Ina-Maike scheinbar auch bei sich selbst vermutet (wenn ich sie da richtig verstehe).
Also ... nur mal so ein Gedanke, der gerade bei mir vorbeigekommen ist.
Ich habe etliche Kollegen (ja, und auch -innen), die mittags keinen Gang auslassen (Suppe, Hauptgericht, Dessert), die in der Redaktion ständig Süßkram rumstehen haben, die öfters erzählen, wo sie gestern Abend essen waren und dass sie eigentlich über ihren Hunger hinaus gegessen haben ... aber es war sooooo lecker. Gib drei Menschen das Gleiche zu essen - der eine wird abnehmen, der andere konstant bleiben, der dritte zunehmen.
Es gibt sie sehr wohl, die "guten Futterverwerter", das habe ich auch schon oft in gut recherchierten Büchern zum Thema gelesen. Und wenn man über 20, 30 Jahre hinweg "einfach nur" hier und da ein bisschen zuviel isst, dann kann da auch ein stattliches Übergewicht rauskommen - wenn man zu den "guten" Verwertern gehört.
caro0106
18.11.2005, 17:30
Das ist das, was ich auch immer sage @ Sally.
Wenn ich eine Woche das essen würde, was mein Mann isst (er ist 1.97m groß und wiegt 83 kg), dann würde ich auseinander gehen wie ein Hefe. Ich würde mit Sicherheit 10 kg. zunehmen. Der kann essen...ich finde das nicht mehr "normal" und nimmt nicht zu. Wir sind seit 14 Jahren verheiratet und er hat immer noch das gleiche Gewicht und das hatte er auch schon vorher.
Hmmm, dieser Thread bringt mir auch viele Gedanken in den Kopf.
Ich koche gerne, ich esse gerne...aber nicht übermässig.
Ich habe vor fünf Jahren angefangen meine Ernährung umzustellen und habe es in drei Jahren von 180 kg auf 97 kg gebracht. Weiter runter gings dann aber nimmer. Irgendwie hat mein Körper gesagt, jetzt ist Schluss. Hmm, ich habe mich in dieser Zeit sehr viel bewegt. Bin täglich auf dem Trimmrad gesessen und hab 20 km abgestrampelt und ich habe täglich auf dem Crosstrainer gestanden und bin noch mal 15 km gelaufen.
Nun, ich bin ein Schleckermaul. Im Urlaub habe ich dann viel Eis gegessen. Ich sage euch, ich kann auf jedes Essen verzichten, aber nicht auf Eis. Nun, ich habe innerhalb von 3 Wochen 15 kg drauf gehabt. Ich habe dann versucht, das mit "gesunder" Ernährung wieder runter zu kriegen, habe aber genau das Gegenteil erreicht. Ich habe nun wieder 120 kg und ich fühle mich trotzdem sauwohl.
Was mir aber aufgefallen ist....mein Mann geht nach jedem Essen auf die Toilette.....ich kann aber nur alle zwei Tage gehen....es sei denn, ich nehme ein Kräuterabführmittel. Was ich aber nicht will.
Ich habe den Eindruck....mein Körper verwertet alles was er kriegen kann. Das macht mir Angst. Wie gesagt, ich koche und esse gerne und doch verkneife ich mir oft bestimmtes Essen, aus Angst wieder mehr zuzunehmen, eben weil mein Körper anscheinend alles brauchen kann.
Ich muss noch anmerken, ich habe damals soviel abgenommen, weil ich echte gesundheitliche Probleme hatte.
Ich hatte Probleme mit meinem Rücken. Eine verkalkte Bandscheibe und eine Lumboischialgie machten mir in der Zeit das Leben zur Hölle. Den Höhepunkt hatte es erreicht, als ich an Karneval (damals noch mit Trommel) plötzlich beim Laufen im Umzug mein rechtes Bein nicht mehr gespürt habe und mich auf die Schn.... gelegt habe. Da lag ich dann und kam nicht mehr hoch. Zwei Leute mussten mich stützen und ich konnte nur auf dem linken Bein hüpfen.
Der Arzt meinte damals, das müsste Warnung für mich genug sein. Nun, das war es tatsächlich. Nach dem die ersten 20 kg runter waren, ging es auch meinem Rücken wieder besser.
Warum bin ich dick? Ich weiß es nicht!
Eins weiß ich aber, je mehr ich mich bewege, desto eher ist es mir möglich mein Gewicht zu halten oder bei entsprechender Ernährung mein Gewicht zu reduzieren.
Das trifft auf mich zu, wie es bei euch ist, weiß ich nicht und ich will auch niemanden Vorschriften machen, wieviel er sich bewegen muss oder wie er sich ernähren soll....das liegt mir fern.
Wollte nur auch meine Meinung dazu abgeben, auch wenns lang geworden ist.:-D
Liebe Grüsse
Caro
Sophonisbe
18.11.2005, 19:08
Aaaalso... nun versteht mich bitte nicht falsch, Ihr Lieben, aber ich kann verstehen, wenn Ina-Maike und Sumpitt sich hier gerade ein wenig missverstanden fühlen. (Tut Ihr das? Vielleicht habe ja auch ich was missverstanden.) Denn es ist ja nun mal so, dass die beiden glauben, die Ursache für ihr Gewicht zu kennen. Und ich denke auch, dass sie zur Kenntnis genommen haben, dass viele Essgestörte lange nichts von ihrer Erkrankung wussten.
Aber ich halte alle beide auch für sehr reflektierte Menschen. Ich traue ihnen zu, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn sie von sich selbst reden. Deswegen bin ich auch bereit, ihnen zu glauben, wenn sie als Grund für ihr Übergewicht ein "zu gut gelebt" angeben. Und ich halte nichts von dem Grundsatz "Wer dick und weder organisch krank noch essgestört ist, wurde nur nicht gründlich genug untersucht.)
Also lasst die beiden doch, bitte.
Im festen Glauben an das tertium datur, Sopho
Aber ich halte alle beide auch für sehr reflektierte Menschen. Ich traue ihnen zu, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn sie von sich selbst reden. Deswegen bin ich auch bereit, ihnen zu glauben, wenn sie als Grund für ihr Übergewicht ein "zu gut gelebt" angeben. Und ich halte nichts von dem Grundsatz "Wer dick und weder organisch krank noch essgestört ist, wurde nur nicht gründlich genug untersucht.)Bis vor gut einem Jahr hätte ich das von mir selbst auch mit gutem Gewissen und dem Brustton der Überzeugung behauptet: Ich esse einfach zu gern und zu viel. Aber - you never know - inzwischen denke ich (für mich) anders drüber. Und nur das wollte zumindest ich mit meinem Beitrag ausdrücken.
Kirstin
Sophonisbe
18.11.2005, 19:25
Bis vor gut einem Jahr hätte ich das von mir selbst auch mit gutem Gewissen und dem Brustton der Überzeugung behauptet: Ich esse einfach zu gern und zu viel. Aber - you never know - inzwischen denke ich (für mich) anders drüber. Und nur das wollte zumindest ich mit meinem Beitrag ausdrücken.Ich habe schon geahnt, dass man das als Angriff auffassen kann. War es nicht. Oder sollte es zumindest nicht sein.
Wie gesagt, als ich gefragt wurde, dachte ich genau an diesen Sachverhalt und sagte, dass ich eine Essstörung nicht mit absoluter, sondern nur mit relativer Sicherheit ausschließen kann. Aber wenn die zwei das können: Wie schön!
Was mich nur ein wenig störte, war der Tenor (der vielleicht auch nur in meinem "Hören" existiert): entweder krank oder essgestört, sonst jibbet nischt anderes. Ich glaube, dass es mehr gibt, als ich mir auszumalen in der Lage bin, und deswegen würde ich, wenn mir jemand erzählt, wie es denn bei ihm so ist, nicht mit einem "Kann nicht sein!" reagieren. Sein kann allerhand. Akzeptieren wir es doch einfach, auch, wenn wir es uns gerade nicht vorstellen können.
caro0106
18.11.2005, 19:33
Aber ich halte alle beide auch für sehr reflektierte Menschen. Ich traue ihnen zu, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn sie von sich selbst reden. Deswegen bin ich auch bereit, ihnen zu glauben, wenn sie als Grund für ihr Übergewicht ein "zu gut gelebt" angeben. Und ich halte nichts von dem Grundsatz "Wer dick und weder organisch krank noch essgestört ist, wurde nur nicht gründlich genug untersucht.)
Also lasst die beiden doch, bitte.
Im festen Glauben an das tertium datur, Sopho
Jipp, da gebe ich dir absolut recht.
Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch weiß über sich selbst am Besten Bescheid!
Liebe Grüsse
Caro
Aaaalso... nun versteht mich bitte nicht falsch, Ihr Lieben, aber ich kann verstehen, wenn Ina-Maike und Sumpitt sich hier gerade ein wenig missverstanden fühlen. (Tut Ihr das? Vielleicht habe ja auch ich was missverstanden.)
Wie kommst Du darauf, dass ich mich missverstanden fühle?
Denn es ist ja nun mal so, dass die beiden glauben, die Ursache für ihr Gewicht zu kennen.
Genau das ist der Punkt. Ich glaube es, bin mir aber nicht sicher und freue mich über die unterschiedlichen Meinungen und Denkanstöße der User hier.
Und ich denke auch, dass sie zur Kenntnis genommen haben, dass viele Essgestörte lange nichts von ihrer Erkrankung wussten.
Das habe ich auf jeden Fall zur Kenntnis bekommen, habe aber immer noch nicht begriffen was den Sprung von der ursprünglichen Meinung (ich lebe einfach zu gut) zu ich bin eßgestört ausgelöst hat. Bei Kirstin fiel mir das besonders auf.
Aber ich halte alle beide auch für sehr reflektierte Menschen. Ich traue ihnen zu, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn sie von sich selbst reden. Deswegen bin ich auch bereit, ihnen zu glauben, wenn sie als Grund für ihr Übergewicht ein "zu gut gelebt" angeben.
Erstmal - danke...
Ja, ich denke, dass das die Ursache für mein Übergewicht ist. Ich bin mir bloß einfach nicht sicher. Ich suche kein Alibi aber es würde mich schon interessieren, wenn ich nicht allein über mein genießen daran "schuld" wäre.
Und ich halte nichts von dem Grundsatz "Wer dick und weder organisch krank noch essgestört ist, wurde nur nicht gründlich genug untersucht.)
Bin ich so rübergekommen?
Also lasst die beiden doch, bitte.
Im festen Glauben an das tertium datur, Sopho
Warum willst Du uns lassen? Ich für meinen Teil habe nicht das absolute Wissen gepachtet und ich bin auf jeden Fall bereit andere Meinungen in Bedracht zu ziehen.
Was ist das aber: Eßstörung - Krankheit - guter Nahrungsnutzer - Vererbung (hatten wir bis jetzt glaube noch gar nicht) - einfach nur ein "zügelloses" Leben - versauter Grundhaushalt durch Diäten....
Vielleicht ist es einfach manchmal ein Mix...?
Schönen Abend noch!
Ina-Maike
Sophonisbe
19.11.2005, 09:59
Wie kommst Du darauf, dass ich mich missverstanden fühle?Um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht sicher, wer hier wen missverstanden hat. Ich kann mich täuschen und Du Dich in dieser Diskussion verstanden fühlen. Bin ich so rübergekommen?Nein. Du bist nicht so rübergekommen. Deine Ausgangsfrage war ja: Gibt es noch eine dritte Möglichkeit? Das habe ich als Frage zur Kenntnis genommen. Was so rüberkam, waren hingegen einige der Antworten.
Ich glaube es, bin mir aber nicht sicher und freue mich über die unterschiedlichen Meinungen und Denkanstöße der User hier. [...]Warum willst Du uns lassen? Ich für meinen Teil habe nicht das absolute Wissen gepachtet und ich bin auf jeden Fall bereit andere Meinungen in Bedracht zu ziehen.Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du die Frage gestellt hast, um verschiedene Meinungen zu hören und diese für Dich zu überdenken.
Es war möglicherweise falsch, von Euch beiden zu sprechen statt von mir. Korrigieren wir das also: Hätte ich Fragen gestellt und Aussagen getroffen wie Du und Sumpitt und Antworten erhalten wie oben, hätte ich mich nicht nur missverstanden, sondern auch nicht ernst genommen gefühlt in meinen Aussagen über mich selbst. Und ich hätte es als sehr unangenehm empfunden, hätte man auf diesem "Entweder-Oder" insistiert. Denn ich hätte dann das Gefühl bekommen, dass man versucht, mich in irgendeine Störung "reinzuquatschen" und das, was ich über mich schon herausgefunden habe, nicht Ernst nimmt. So frei nach dem Motto: "Was denn, Sopho, Du bist weder auf die eine oder andere Weise krank? Das gibt es nicht!" Das hätte mich einfach zu sehr an andere Leute erinnert, die auch immer der Meinung sind, ich müsste aufgrund meines Gewichts krank und unglücklich sein, und die dann auf mein "Aber ich bin weder krank noch unglücklich!" reagieren mit "Das würde ich an deiner Stelle auch behaupten, aber ich weiß besser als du, was mit dir los ist." Und ich hätte daraufhin einen gewissen Rechtfertigungsdruck verspürt.
Ich halte mich für gesund an Leib und Seele, und ich hätte gern, dass diese meine Selbsteinschätzung respektiert wird.
Soweit mein Empfinden. Ich habe mich da wohl ein wenig überidentifiziert mit Euch. Mein obiger Einspruch ist als der meinige für meine Person zu lesen. Du und Sumpitt dürft die Dinge selbstverständlich anders empfinden.
Vielleicht ist es einfach manchmal ein Mix...? Das sehe ich definitiv genauso.
@sumpitt
:) dies ist ein forum für alle dicken, krank, essgsgestört, gesund, ursachenlos einfach dick, gestreift dick oder karriert.
auch für jeden der sagt, ich bin halt einfach ein fröhlicher fresser. wobei ich bei der allgegenwärtigen gehirnwäsche wirklich vor jedem den hut ziehe, der sein essen einfach nur genießen kann. der null-acht-fünfzehn mensch, jeder statur, glaubt leider, dass es zum guten ton gehört, sich für jeden happen zu entschuldigen, der über einen salat ohne dressing und ein wasser ohne blubber hinausgeht.
wer sich hier auf dauer nicht so wohlfühlen wird (und soll) ist der: ich find mich eklig, und wie könnt ihr es wagen euch nicht eeeeklig zu fühlen - dicke.
Was ist das aber: Eßstörung - Krankheit - guter Nahrungsnutzer - Vererbung (hatten wir bis jetzt glaube noch gar nicht) - einfach nur ein "zügelloses" Leben - versauter Grundhaushalt durch Diäten....
Vielleicht ist es einfach manchmal ein Mix...?
Das ist es in den meisten Fällen, denke ich, zumindest bei starkem Übergewicht. Zum Beispiel diäten sich "gute Futterverwerter", die von Natur aus "ein bisschen mehr" sind, heutzutage doch fast immer dicker, als sie eigentlich gewesen wären. Auch Stoffwechselkrankheiten wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion werden meistens erst entdeckt, nachdem der Betreffende schon mehrere Diäten hinter sich hat. ("Haben Sie denn schon einmal versucht, abzunehmen?" ist oft die Standardfrage vor einer Untersuchung). Und ein gestörtes Essverhalten wird bei einer Diät quasi "mitgeliefert".
wobei ich bei der allgegenwärtigen gehirnwäsche wirklich vor jedem den hut ziehe, der sein essen einfach nur genießen kann. der null-acht-fünfzehn mensch, jeder statur, glaubt leider, dass es zum guten ton gehört, sich für jeden happen zu entschuldigen, der über einen salat ohne dressing und ein wasser ohne blubber hinausgeht.
Genau. Ausgeprägte Essstörungen wie Binge Eating oder Bulimie hat natürlich nicht jeder Dicke, aber ein gesundes, selbstverständliches Verhältnis zum Essen ist heute eine Rarität - bei Dicken wie bei Schlanken.
Viele Grüße,
Kimmie
Seit ich dieses Forum entdeckte, habe ich zum erstenmal angefangen zu überlegen ob ich vielleicht Essgestört bin. Bis dato dachte ich immer ich esse einfach gern und viel und vorallem kalorienreiches. Musik, Kerzenschein, gutes Essen, guter Wein ein perfekter Abend. Was ich allerdings bei mir nicht verstehe, ich bin mit mir nicht in einem. Ich kann meinen Körper nicht leiden. Und das ist noch nett ausgedrückt. Mein größter Wunsch wäre es schlanker zu sein. Und ich frage mich warum ich das nicht schaffe wenn ich mir es doch so wünsche. Ich habe es doch auch geschafft mit dem Rauchen aufzuhören. Nur mit dem Essen kann ich nicht aufhören, warum nur????? Bin ich so schwach, habe ich so wenig Selbstdisziplin? Ich habe auch sehr früh angefangen Diäten zu machen und schiebe es immer darauf. Ja, das ist schon eine verdammt schwierige Frage ob man einfach nur gerne ißt oder essgestört ist. Diejenigen die die Antwort schon gefunden haben gratulieren ich, und uns anderen wünsche ich das wir sie irgendwann finden werden. Das ist wahrscheinlich ein langer Prozess. Zumindes hat mir dieses Forum geholfen erstmal darüber nachzudenken. Und das ist doch schon ein erster Schritt.
CandyClown
28.11.2005, 18:17
Ja, das ist schon eine verdammt schwierige Frage ob man einfach nur gerne ißt oder essgestört ist.
Da stimme ich dir zu, ich stelle mir dir Frage auch öfters mal, ob ich eine Essstörung habe, oder ob mein Gewicht von der Krankheit und dem gut Essen kommt.
Diejenigen die die Antwort schon gefunden haben gratulieren ich,...
Mich würden mal die Fragen zu den Antworten interessieren. Sprich, wie finde ich raus, ob ich essgestört bin?
hier findest du eine übersicht mit den gängigen diagnosekriterien.
http://www.ernaehrung.de/tipps/essstoerungen/index.htm
CandyClown
28.11.2005, 19:15
Danke Rita :)
Nein, ich würde nicht sagen, dass jeder dicke essgestört ist.
das man mal zuviel isst, is normal, das macht jeder.
man kann auch viel essen, nur kommt es, meiner meinung nach, drauf an, WAS man isst.
500g selbstgemachter Rinderhackbraten sind halt ganz bestimmt was anderes als 500g Lasagne aus dem Tiefkühlfach!
Und ich denk, da liegt der Hase einfach begraben. Zuviel gegessen wurd bestimmt schon immer, nur das WAS hat sich in den letzten Jahren ja schon drastisch geändert. Wenn man sich alleine anschaut, was in den letzten Jahren z.b. an "tütensuppengerichten" neu rausgekommen ist...da ist es einfach kein wunder das der ein oder andere das ein oder andere kilo mehr zulegt!
gruß gustav
Hallo
ich bin die Neue :-D
Naja eigentlich nicht so neu, ich les schon seit einem halben Jahr im blauen Forum mit, aber der Ton da ist manchmal so lieblos und ich habe das Gefühl man muss da ein bestimmtes Klischee erfüllen um ernst genommen zu werden.
Vor einer Woche habe ich dann euch hier gefunden und mir gedacht, dass ich jetzt auch mal was schreibe.
Also wirklich dick bin ich nicht (mehr). Vor einem halben Jahr habe ich noch 95 kg gewogen, mich dann in einen Komilitonen verliebt, der mir ziemlich deutlich gemacht hat, dass er nichts von mir will, weil ihm mein Aussehen nicht passt.
Sonst ist er total nett (das Verlieben muss ja auch einen Grund haben), aber er sieht mich halt als Freund und nicht als Frau und ist auch ziemlich fixiert auf das gängige Schönheitsideal. Das hat mich ziemlich getroffen, weil ich davor immer gedacht hab, dass ich genügend andere Qualitäten habe die meine Abweichung vom "Ideal" ausgleichen.
Dick geworden bin ich durch die Scheidung meiner Eltern, die damals beide keinen Nerv hatten sich um mich zu kümmern und so hab ich mich zwei Jahre lang mit Schokolade wirklich vollgefressen, bvor ich mich wieder gefangen habe. Und dann war ich ja eh schon dick und hab dann auch immer soviel gegessen wie ich wollte (und da ich schnell gegessen habe auch öfters mehr als ich wollte).
Meine ganze Jugend habe ich mich dagegen gesträubt, zu glauben, dass ich mein Aussehen nicht mit Ausstrahlung (wobei ich allerdings ziemlich schüchtern bin) und einem interessanten Charakter wett machen kann. Ich wollte ein Beispiel dafür sein, dass man auch so alles haben kann was man will.
Dabei finde ich mich selber, bis auf meinen Bauch, der etwass dellig wist eigentlich ganz schön.
Aber "die anderen" finden das irgendwie nicht.
Also habe ich dann beschlossen, dünner zu werden, um mein Selbstwertgefühl wieder zu steigern,nachdem ich das erste Mal in meinem Leben offiziell wegen meinem Gewicht abgeblitzt bin.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Diät gemacht, habe mir auch gedacht dass ich das eh nie auch nur zwei Monate durchhalten könnte irgendwie auf Essen zu verzichten und deshalb ein Sportprogramm gestartet. 5 mal in der Woche und ganz normal weitergegessen- zumindest am Anfang.
Habe auch 14kg abgenommen mittlerweile (gehe jetzt im Winter ins Fitnessstudio-das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen). Und mir macht der Sport soviel Spaß und sorgt vor allem für mentale Ausgeglichenheit, dass ich gar nicht mehr damit aufhören will.
Und es ist wirklich so, dass manche Leute auf der Straße mir freundlicher begegnen und keine blöden Kommentare mehr von sich geben.
Und besagter Komilitone sieht zumindest zeitweise auch die Frau in mir.
So weit so gut. Aber vor zwei Wochen habe ich festgestellt, dass ich im Supermarkt wenn ich irgendwas zu essen kaufe, mir zuerst die Nährwertangaben anschaue und dass ich zwar nicht genau aber doch ein bisschen angefangen habe Kalorien zu zählen.
An sich nicht schlimm, aber während ich früher das Essen genießen konnte wie es war, habe ich jetzt ein sauschlechtes Gewissen, wenn ich z.B. Lasagne esse. Und ich wiege mich ständig (habe erst seit 3 Monaten eine Waage) und bin frustriert wenn ich mal ein kilo mehr wiege, dabei ist das ja ganz normal, wenn am Tag 3 Liter trinkt, dass man mal leichter und mal schwerer ist. Ich glaube ich komme schon so auf 2000-2500 Kcal jeden Tag, aber wenn sich das Zählen so unterbewusst eingeschlichen hat, schleicht sich vielleicht noch mehr mit ein.
Ich frage mich wo das hinführt. In einem Jahr bin ich dann vielleicht so schwer wie ich sein will (65kg) und dafür essgestört. Gibt es einen Weg normal schwer zu sein und trotzdem das Essen ohne schlechtes Gewissen zu genießen? Kann man dem Körper irgendwie ein gesundes Maß antrainieren ohne dann noch darüber nachdenken zu müssen?
Soll ich so bleiben wie ich bin? Aber das habe ich ja schon 10 Jahre eisern versucht und der Schlag war dann um so härter. Und außerdem weiß ich gar nicht, ob ich so bleiben kann, ob es nicht schon zu spät wäre und wie man das mit dem schlechten Gewissen rückgängig machen kann.
Wie findet ihr innere Ruhe, woher nehmt ihr euer Selbsbewusstsein, der Welt so entgegenzutreten wir ihr seid?
Es klingt vielleicht doof und unglaublich und jaja "Frauen suchen sich immer einen Kerl der sie schlecht behandelt" aber ich glaube ich bin immer noch verliebt und ich weiß nicht wie ich mich mit jemandem, der in diesem Punkt so oberflächlich ist, seelenverwandt fühlen kann, aber ich tue es. Und wir sehen uns oft (auch studiumsbedingt) und ich kann es manchmal kaum ertragen. Und ich will dass er mich schön findet. Und ich frage mich ob ich nur wegen ihm abnehme oder ob er einfach nur der Auslöser war.
Ich hoffe schwer dass letzteres zutrifft.
huch ganz schön lang geworden.Ich hör dann jetzt mal auf, muss noch was für die Uni tun.
Bis dann Alienor
Hallo Alienor,
erstmal willkommen im Forum http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/smile.gif
Ich denke, jeder kriegt mal eine Abfuhr wegen etwas. Bei dem einen ist es die schiefe Nase, bei Dir das Gewicht, bei anderen die unreine Haut. Das sind oberflächliche Dinge, die nicht damit gleichzusetzen sind, dass Du nicht liebenswert bist.
Ich frage mich die ganze Zeit, wie kann man einen Menschen erst nicht lieben und dann, nur weil er weniger wiegt, plötzlich toll findet? Der Mensch an sich hat sich doch deswegen nicht geändert oder?
Wenn Du direkt fragst, ob Du so bleiben sollst, wie Du bist....hör auf Deine innere Stimme. Versuche herauszufinden, was Du möchtest. Wenn Du Dich bisher mit Deinen Kilos guf gefunden hast, warum sollte sich das dann plötzlich ändern? Weil es einen Menschen in Deiner Umwelt gibt, der das nicht so sieht? Hm, ich finde, das ist noch lange kein Grund. Denn dann müsstest Du Dich ja für jeden zurechtbiegen. Der nächste sagt, Du bist zu klein, strecken lassen kannst Du Dich nicht. Ein anderer meint, Du bist zu groß usw.
Wenn Du Dich danach richtest, wirst Du schnell selbst auf der Strecke bleiben. DU musst Dich gut fühlen. Dir musst Du zu aller erst gefallen. Wenn das dann so ist, dann werden Dich auch so Sprüche nicht mehr aus der Bahn werfen.
Sport ist natürlich sehr gut. Bewegung ist immer gut. Dein Körper hat sich das verdient. Allerdings solltest Du ihn dann nicht noch mit eingeschränktem Essen strafen. Auch Kalorienzählen ist blöd. Versuche, eine ausgewogene Ernährung für Dich zu finden, die gesund ist, Dir gut tut und wo Du auch auf nichts verzichten musst. Soll heißen, ohne schlechtes Gewissen auch mal süßes essen, wenn Dir danach ist. Du bist es Dir immerhin wert, dass es Dir gut geht und Du auch lebst ohne von einer Diät zu nächsten hüpfen zu müssen.
Dieses gesunde Maß für Dich musst Du allerdings selbst herausfinden. Du musst Dich fragen, ob Du das, was Du tust, wirklich für Dich tust oder nur für andere. Das ist immer ein harter Weg dahin, aber auch Du wirst ihn gehen können. :)
also erstmal, respekt zu deiner leistung!
14 kilo können sich ja echt sehen lassen! :)
Ich frage mich wo das hinführt. In einem Jahr bin ich dann vielleicht so schwer wie ich sein will (65kg) und dafür essgestört. Gibt es einen Weg normal schwer zu sein und trotzdem das Essen ohne schlechtes Gewissen zu genießen?
zu dem kann ich wieder nur sagen...ich denk, es kommt einfach drauf an, was man isst. finde es lustig, dass du auch lasagne erwähnst (habe ich ja oben auch schon)
das bringt mich einfach wieder zu dem punkt: lieber essen selbst kochen, darauf achten was drin ist. Viele proteine, viel eiweiß, sowas sättigt sehr gut!:daumen:
Bei so ner tiefkühllasagne ist halt einfach viel zu viel zeug drin, was der körper eigentlich nicht braucht! ganz abgesehen von der insulinreaktion hinterher...
Heißt natürlich nicht, du kannst dir die nicht gönnen. Aber je mehr du dir halt selbst kochst, desto mehr kannst du es auch ohne schlechtes essen geniessen. Und dann sollt dir hin und wieder ne Lasagne auch nicht das genick brechen!
Völlig Off Topic:
Viele proteine, viel eiweiß, sowas sättigt sehr gut!:daumen:
Proteine und Eiweiß sind dasselbe, nur unterschiedliche Bezeichnungen.
Sag mal was willst Du mit Deinem Posting eigentlich sagen? Hab ich mir schon bei deinen ersten beide Postings überlegt, was Du eigentlich sagen willst und was das mit dem Thema zu tun hat :confused:
Ernährungsempfehlungen? :confused:
Mit dem Thema des Threads an sich hats nichts zu tun.
Gruß
Ulrike
hm, ich kanns auch lassen irgendwas zu sagen....:mad:
Sophonisbe
29.11.2005, 20:58
Also, Alienor… Ich kann Dir nicht versprechen, dass Dir gefallen wird, was ich schreibe. Das tut mir leid. Aber trotzdem:Das hat mich ziemlich getroffen, weil ich davor immer gedacht hab, dass ich genügend andere Qualitäten habe die meine Abweichung vom "Ideal" ausgleichen. […] Meine ganze Jugend habe ich mich dagegen gesträubt, zu glauben, dass ich mein Aussehen nicht mit Ausstrahlung […] und einem interessanten Charakter wett machen kann. Ich wollte ein Beispiel dafür sein, dass man auch so alles haben kann was man will. Also, wenn ich diese Sätze lese, dann stolpere ich über die markierten Ausdrücke. Und sie sagen mir, dass es mit Deinem Selbstbewusstsein gar nicht so arg weit her gewesen sein kann. Denn hey: Du musst gar nichts „ausgleichen“ oder „wettmachen“. Dein Körper ist kein Mangel, der irgendwie kompensiert werden müsste. Er gehört zu Dir, er leistet Dir gute Dienste. Deswegen solltest Du nicht so lieblos mit ihm umgehen. Freu Dich daran, wie er funktioniert. Das ist nämlich toll und keineswegs selbstverständlich. Und behandle ihn dementsprechend gut.
Selbstbewusstsein (oder Selbstakzeptanz) heißt für mich nicht, sich trotz oder abgesehen von diesen oder jenen Missliebigkeiten zu akzeptieren, sondern mitsamt denselben. Das heißt nicht, dass Du Dich jetzt für einen fehlerfreien Menschen halten musst. Es heißt, dass Du Dich als Ganzes, als der Mensch, der Du bist, annehmen solltest.
Ich persönlich halte nichts davon, sich für andere Menschen zu verändern. Weder meinen äußeren noch meinen inneren Menschen. In einer Beziehung kann es nicht darum gehen, sich selbst so weit zurechtzustutzen, bis man dem anderen genehm ist. Es geht darum, mit den jeweiligen Macken des anderen klar zu kommen. Finde ich. Über ein anderes Verhalten kann man diskutieren. Aber ich, in meiner Substanz, ändere mich für keinen Mann der Welt. Und „mann“ hat die Wahl, mich so zu lieben oder eben nicht.
Wenn ich dann lese, wie dankbar Du für Sympathiebekundungen des „Einen“ Du bist, dann lässt mich das erstens nichts Gutes erwarten, denn ich befürchte, dass Du, wenn es denn was werden sollte, in dieser Beziehung unter die Räder kommen wirst, und zweitens bekomme ich nicht schlecht Lust, Dich zu schüttelt und Dich anzubrüllen, wo nur Dein Stolz und Deine Selbstachtung geblieben sind.
So. Das klang jetzt auch ziemlich lieblos, gelle? Das liegt aber nicht an irgendwelchen Klischees. Das liegt daran, dass es mich wütend macht zu sehen, wie Frauen sich selbst klein machen.
Ach, und: Gustav, Du hast Recht: Chemiekram ist ungesund, und man sollte so nah wie möglich an Mutter Natur bleiben. Aber vielleicht möchtest Du ja auch noch irgendetwas anderes beitragen? Ansonsten könnte leicht der Eindruck entstehen, dass auch Du nur irgendwelche Ernährungsempfehlungen loswerden willst, und Du möchtest doch sicher nicht mit einem dieser dozierenden Ernährungsphilosophen oder gar Diätbuchautoren verwechselt werden. … Und nicht gleich grantig werden, wen jemand mal nachfragt.
Johnny B. Goode
30.11.2005, 04:53
Nun, ein Stück weit kann ich Alienor verstehen. Wenn man verknallt ist, dann kommt einem dieser Weg als der richtige vor, weil man die Person, in die man verknallt ist ja für sich gewinnen will. Weiterhin ist es dann schwer den ganzen Verlockungen zu widerstehen, die sich da plötzlich offenbaren, denn es ist nun genau der Weg, der dem gesellschaftlichen Idealbild (Mind over Body - Ich bin willensstark, lasse mich nicht gehen und esse fort an "kontrolliert") entspricht und man bekommt Lob und Anerkennung für sein tun, egal ob es im Grunde schlecht für den Körper ist. Im Grunde ist ja gegen eine Gewichtsabnahme auch nichts zu sagen, wenn sie denn durch eine für den Körper gesunde und schonende Methode erreicht wird bzw. erreicht werden kann. Das ist es ja, woran es in den meisten Fällen hapert.
Falsch ist dies aber, nach meiner Meinung, immer dann, wenn man eine Gewichtsreduktion mit Gedanken im Kopf beginnt wie: "Wenn ich erstmal schlank bin, dann...werde ich (mehr) geliebt/geachtet/ist mein Leben sinnvoller als jetzt/wird alles besser/fühle ich mich erst richtig gut/bin ich der Mensch, der ich eigentlich sein soll (will), etc. Und mir scheint, das ist es im Grunde, wie die Geschichte auch bei Alienor anfing.
Wenn man es genau betrachtet ist es ja so, daß man in dem Moment, wo man (auch für andere deutlich sichtbar) abnimmt, kräftig gestreichelt wird. Man streichelt sich selbst, weil man z.B. plötzlich in die Klamotten passt, in die man "schon immer" passen wollte. Das hat diesen gewissen Belohnungseffekt, den ich hier als Streicheln bezeichne. Zu diesem sich selbst streicheln gehört auch, das man den Eindruck gewinnt, Einfluß auf sich und sein Leben zu gewinnen. Man verhält sich auf eine gewisse Art und Weise (Diät) und es passiert etwas, verändert sich etwas.
Dies ist auch, und das nur nebenbei, das bei vielen extrem Magersüchtigen im Fordergrund steht: Ein zumindest an sich selbst Kontrolle und Einfluß üben können, während einem sein sonstiges Leben förmlich "um die Ohren fliegt".
Hinzu kommt das Streicheln von außen. Weil andere Menschen, aufgrund der Verhaltenskonvergenz zum o.g. allgemeinen Idealbild, plötzlich anerkennende Worte für einen haben, wo vorher eher Ablehnung bestand, fühlt man sich gut und in seinem Tun bestätigt. Zudem kann man diesen Streicheleffekt von außen noch forcieren, und wenn ihr hinschaut werdet ihr sehen, daß es genau das ist, was die Turboabnehmenden fast immer tun: Alles, worüber sie reden, sind nur noch abgenommene Kilos. Ich habe wieder 5 Kilo geschafft, ich bin ab heute Uhu, ich will noch 10 Kilo abnehmen. Das dient dem Erzeugen von Anerkennung, von weiterem Streicheln.
Dies alles zusammen erzeugt dann das Gefühl: "Vorher, als Dicker, war ich nicht ok, aber seitdem ich abnehme/schlank bin, bin ich ok! Und dies ist genau die Falle, in die man tappt. Denn irgendwann hört das Streicheln auf. Ist die Abnehmphase lange genug vorbei, dann ist man für andere nicht mehr der/die jenige, die abnimmt und deswegen toll ist, sondern nur noch der Mensch, der trotz allem, wie jeder andere auch, nach Aussehen, Charakter, sonstwas, beurteilt wird. Und dann kommt der Punkt, an dem man bemerkt, daß es Männer und Frauen gibt, von denen man partout nicht geliebt wird, so sehr man auch um sie wirbt, selbst wenn du dünn bist. Das es Menschen gibt, die furchtbar Lästern, auch wenn du dünn bist. Das es Menschen gibt, die unfair sind, auch wenn du dünn bist....
Am Ende zählt eben doch nur der Mensch an sich, nicht irgendeine Kilozahl, wenn das Hochgefühl der Veränderung ein Ende gefunden hat.
Wenn man abnehmen will, dann sollte man dies stehts nur und aussschließlich für sich selbst tun, auch nur, wenn es wirklich einen (medizinischen) Nutzen bringt, nicht für irgendwelche Ideale denen man hinterher hudelt, nicht für irgendwelche überhöhten Ziele, die man sich selbst gesteckt hat. Alles andere zieht fast immer eine Enttäuschung nach sich, zudem birgt es die Gefahr, daß man Dinge mit sich und seinem Körper anstellt, die mehr als ungesund sind und später eine kräftige Gewichtszunahme mit sich bringen, nach der man sich erst recht schlecht fühlt, und die zudem das Potenzial haben, dadurch in eine massive Essstörung abzugleiten, mit all ihren Folgen für die psychische und physische Gesundheit.
Zum Schluß: Liebe Alienor, stelle Dir doch bitte einmal vor, was in Dir vorginge, wenn, kurz bevor Du dein persönliches Gewichtsziel erreicht hast, plötzlich Dein "sehr geschätzter" ;) Komilitone auftauchen würde, mit einer ganz anderen Frau im Arm, weil er ganz und gar nicht auf Dich warten wollte. Was würde das mit Dir machen? Was würdest Du denken/fühlen?
Zudem bin ich in dem festen Glauben, daß, wenn man jemandem sein Herz schenkt und er/sie es annehmen will, dies in keinem Falle an Bedingungen oder, nennen wir es mal, einseitige Verträge geknüpft sein darf. Entweder man nimmt jemanden so wie er ist, mit all seinen Schrullen, Makeln und schrägen, komplizierten Gedanken, auch mit den berühmten "paar Gramm zuviel", oder man läßt es. Dann gehört man eben nicht zusammen, egal ob Dick oder Dünn.
Und an dieser Stelle reitet unser Held nach getaner Arbeit, während im Vordergrund der Abspann läuft, endlos lang in den Sonnenuntergang....
Liebe Grüße :)
R.v.G.
Johnny B. Goode
30.11.2005, 05:34
Und, was ich noch sagen wollte: Werter Herr Gustav, haben Sie eine Idee davon, wo Ihre offensichtlich übersteigerte Affinität zu Tiefkühl-Lasagne herrührt? Dies würde mich tatsächlich näher interessieren.
Zudem sollten Sie wirklich nicht gleich gekränkt sein, wenn jemand so freundlich zu Ihnen ist und einen Fehler (Protein-Eiweiß) korrigiert, oder aber Ihr Tun hinterfragt. Es gehört nun einmal zum Leben dazu, daß so etwas passiert, wenn man seine "Meinung" zur Diskussion stellt.
Mit Grüßen
R.v.G.
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